Coronavirus in Berlin: Alle Berliner Corona-Ampeln wieder auf Grün

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin in Atem!  Drei Monate nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion sind bis Mittwochabend schon 6.945 Fälle bestätigt worden. Derweil sind 200 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 4. Juni). Hier bekommt Ihr aktuelle News zur Lage in der Hauptstadt.

Ein Automat, an dem man neben Kontaktlinsen auch einfache Mundschutzmasken kaufen kann, steht am Bahnsteig der U-Bahnstation Turmstraße.
Ein Automat, an dem man neben Kontaktlinsen auch einfache Mundschutzmasken kaufen kann, steht am Bahnsteig der U-Bahnstation Turmstraße.  © Christoph Soeder/dpa

Langsame Rückkehr zu etwas mehr Normalität in der Corona-Krise: Der Berliner Senat verständigte sich auf etliche Lockerungen.

Warmes Wetter, die Sonne lacht. Bei solchen Bedingungen zieht es viele Berliner in die Bäder. Das soll auch in Corona-Zeiten seit dem 25. Mai wieder möglich sein - jedoch mit Einschränkungen.

Kneipen und Bars können wieder öffnen, Gäste müssen aber an Tischen Platz nehmen. Restaurants und Gaststätten sind ebenfalls geöffnet. Auch hier gelten Abstands- und Hygieneregeln.

Künftig können sich neben Angehörigen zweier Haushalte auch wieder bis zu fünf Menschen zu Hause oder im Freien treffen. 

Das gilt unabhängig von der Frage, ob sie zusammen wohnen oder nicht. Für Demonstrationen gilt keine Begrenzung der Teilnehmerzahl mehr.

Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bis zum 5. Juni bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Berlin und Brandenburg gibt es hier bei uns im Ticker.

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 5. Juni, 7 Uhr: Städtische Vermieter: Nur wenige Anträge auf Mietstundung

Die rund 340.000 Mieter der städtischen Berliner Wohnungsunternehmen überweisen auch in der Corona-Krise weiter ihre Miete. Ende Mai lagen lediglich 1157 Anträge auf Mietstundung vor, wie aus einer Erhebung hervorgeht, die rbb24-Recherche vorliegt. Dabei gehe es insgesamt um rund 744.000 Euro. Dieses Geld müssen die Mieter später nachzahlen.

Die Bundesregierung hatte den Kündigungsschutz für Mieter in der Corona-Krise ausgeweitet. Bei Mietrückständen zwischen April und Juni 2020 kann dem Mieter erst gekündigt werden, wenn diese bis Ende Juni 2022 nicht beglichen sind.

Update, 4. Juni, 19.45 Uhr: Alle Berliner Corona-Ampeln wieder auf Grün

Das Berliner Corona-Warnsystem zeigt seit Donnerstag wieder drei grüne Ampeln. Der sogenannte Reproduktionswert sank auf 0,85, wie die Gesundheitsverwaltung des Senats mitteilte. Die Zahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt. Sie hatte zuletzt mehrere Tage über dem kritischen Wert gelegen und damit ein rotes Ampelsignal ausgelöst. Unverändert im grünen Bereich sind die Faktoren Neuinfektionen und belegte Intensivbetten.

Bis Donnerstag waren in Berlin 6.945 bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus gemeldet, 45 mehr als am Vortag. Die meisten Betroffenen sind wieder genesen. 200 Patienten sind gestorben.

Update, 4. Juni, 18.45 Uhr: SPD will Kitas in Brandenburg wieder öffnen

Die Brandenburger SPD will die Kitas in der Corona-Krise bald wieder öffnen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur fordert die SPD eine komplette Öffnung zum 15. Juni, hieß es am Donnerstag aus dem Koalitionsausschuss. Das Infektionsgeschehen habe viele Lockerungen möglich gemacht. Nun sei es dringend an der Zeit, die Familien zu entlasten - unter Beachtung von Hygieneregeln und mit einer Teststrategie. Kinder hätten ein Recht, andere Kinder zu treffen. Bisher öffnen Kitas zumindest wieder tageweise.

Update, 4. Juni, 16.19 Uhr: Senat will über weitere Schritte bei Schulöffnung entscheiden

In Berlin ist noch offen, wie es nach den Sommerferien mit dem Schulbetrieb weitergeht. Der Senat will kommenden Dienstag über weitere Schritte bei der Öffnung der Schulen beraten, wie ein Sprecher der Bildungssenatsverwaltung am Donnerstag sagte. Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) möchte wieder alle Schulen öffnen: "Ich habe ein großes Interesse daran, nach den Sommerferien in den Schulen und Kitas zum Regelbetrieb zurückzukehren", wurde sie von dem Sprecher zitiert. Konkrete Planungen würden mit den Schulleitungsverbänden abgestimmt.

Zuvor hatte der "Tagesspiegel" darüber berichtet, dass es am Dienstag eine Entscheidung zum Betrieb nach den Ferien geben könnte. Nach wochenlangen Schließungen startete die Schule in Berlin am 27. April, weitere Schritte folgten am 4. und 11. Mai. Die Sommerferien starten in Berlin in diesem Jahr am 25. Juni und enden am 7. August.

Update, 4. Juni, 16.12 Uhr: Nachtragshaushalt ist beschlossen

Berlin bekommt einen Nachtragshaushalt zur Finanzierung neuer Schulden wegen der Corona-Krise. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat ihn bei der letzten Plenarsitzung vor der Sommerpause am Donnerstag mit seiner rot-rot-grünen Mehrheit beschlossen. Er sieht vor, dass im Haushaltsjahr 2020 bis zu sechs Milliarden Euro neue Verbindlichkeiten aufgenommen werden können. AfD und FDP stimmten dagegen, die Abgeordneten der CDU haben sich enthalten.

Wegen der Schuldenbremse sind für die Länder eigentlich keine neuen Kredite mehr erlaubt. Im Ausnahmefall ist das jedoch möglich, etwa bei einer außergewöhnlichen Notsituation. Darauf hat sich das Abgeordnetenhaus angesichts der Corona-Krise berufen.

Zuvor hatte Berlin jahrelang unterm Strich keine Schulden gemacht und seine Schuldenlast schrittweise bis Ende 2019 sogar auf rund 57,5 Milliarden Euro verringert. Das ist auf absehbare Zeit nicht mehr möglich, die Zeit der Haushaltskonsolidierung ist zumindest vorerst vorbei.

Abgeordnete verfolgen während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses die Debatten und Redebeiträge.
Abgeordnete verfolgen während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses die Debatten und Redebeiträge.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 4. Juni, 15.57 Uhr: Bund stellt 20 Millionen für private Radiosender bereit

Der Bund will private Hörfunkveranstalter in der Corona-Krise stützen. Dafür sind im Hilfspaket der auch für Medien zuständigen Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) 20 Millionen Euro vorgesehen. Die Sender seien durch den Einbruch bei Werbeeinnahmen schwer getroffen, sagte Grütters am Donnerstag in Berlin. Angesichts des enormen Informationsbedarfes der Öffentlichkeit gebe es weiterhin hohe Personalkosten. Die Ausfälle waren laut Grütters von der Rundfunkkommission der Länder mit 18,5 Millionen Euro beziffert worden. Die Hilfe ist nun Teil des von der Bundesregierung vereinbarten Konjunkturpakets.

Zuvor hatte der Verband Privater Medien (Vaunet) Unterstützung in der Krise gefordert. "Der dramatische Werbeeinbruch wird bei den privaten Hörfunkveranstaltern für sehr lange Zeit sehr tiefe Spuren hinterlassen", hieß es in einem Schreiben. Ohne existenzsichernde Maßnahmen werde den Sendern "auf lange Zeit die erforderliche Innovationsfähigkeit geraubt". Je kleiner beziehungsweise lokaler der private Rundfunkveranstalter sei, umso massiver sei der Druck.

Update, 4. Juni, 13.10 Uhr: Müller: Verhalten bei Bootsdemonstration war unverantwortlich

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Bootsdemonstration vom Pfingstsonntag scharf kritisiert und mehr Kontrollen angekündigt. "Ich sehe mit Sorge, was wir am Wochenende in Berlin erlebt haben", sagte er am Donnerstag bei der Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus. Er habe für Partys unter dem Deckmantel der Demonstration nicht das geringste Verständnis.

Das sei eine Form der Ignoranz, die nicht nur die gefährde, die sich direkt am Uferstreifen aufgehalten hätten. "Das ist unverantwortlich", sagte Müller. "Wir werden die Situation im Blick behalten und auch stärker kontrollieren."

Am Pfingstsonntag waren bei der Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" bis zu 400 Boote von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg gezogen. Die Veranstalter wollten nach eigenen Angaben auf die Bedrohung der Clubkultur aufmerksam machen, nachdem die Clubs seit Wochen nicht mehr öffnen dürfen.

Müller nahm auch zum Thema Testungen auf den Sars-CoV-2-Virus Stellung, die in Berlin ausgeweitet werden sollen. "Wir sind noch nicht über den Berg, wir haben gemeinsam noch etwas zu tun, um diese Pandemie zu beherrschen", sagte Müller. Deshalb sei geplant, die Testkapazitäten in Berlin deutlich stärker zu nutzen. "Besonderes Augenmerk richten wir auf Kita und Schule", sagte der Regierende Bürgermeister.

"Wir müssen gerade beim Thema Kita und Schulen besonders sensibel sein", sagte Müller. Das habe man in Göttingen gesehen, wo nach zahlreichen Neuinfektionen Schulen geschlossen worden seien. Er möchte nicht zurückfallen in eine Situation, in der flächendeckend wieder Einrichtungen geschlossen werden müssten. "Wir müssen wachsam und sensibel bleiben", forderte der Regierende Bürgermeister.  

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Bootsdemonstration vom Pfingstsonntag scharf kritisiert.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Bootsdemonstration vom Pfingstsonntag scharf kritisiert.  © dpa/Markus Schreiber/AP-Pool

Update, 4. Juni, 11.20 Uhr: Sieben neue Covid-19-Erkrankungen in Brandenburg

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bewegt sich in Brandenburg weiter auf niedrigem Niveau. Seit Anfang März seien im Land 3290 Covid-19-Fälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag (Stand 8 Uhr) mit. Das sind sieben Erkrankte mehr als am Vortag. Aktiv erkrankt seien etwa 90 Menschen im Land. 23 Patienten werden den Angaben zufolge stationär behandelt, davon zwei intensivmedizinisch. Etwa 3030 Infizierte gelten mittlerweile als genesen. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind, liegt bei 170, das ist ein Todesfall mehr als am Vortag.

Corona-Schwerpunkt des Landes ist nach wie vor Potsdam mit 636 bestätigten Infektionen seit Anfang März, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 554 erfassten Fällen und dem Kreis Barnim mit 409 bestätigten Infektionen. Die wenigsten Fälle wurden mit 25 im Landkreis Prignitz erfasst, gefolgt von der Stadt Frankfurt (Oder) mit 30 Infizierten.

Update, 4. Juni, 8.30 Uhr: Ministerin setzt auf regulären Schulbetrieb nach den Ferien

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will alle Schulen im Land auf einen regulären Betrieb nach den großen Ferien vorbereiten. Voraussetzung sei allerdings, dass der Verlauf der Corona-Pandemie dies zulasse, sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben derzeit niedrige Infektionszahlen, weil sich die Bürgerinnen und Bürger verantwortungsvoll verhalten haben und wir bekommen mehr und mehr wissenschaftliche Hinweise, dass Kinder keine besonders große Ansteckungsgefahr darstellen", sagte die Ministerin. "Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass es vermutlich gelingt, die Schulen nach den Sommerferien wieder für den Regelbetrieb zu öffnen."

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will alle Schulen im Land auf einen regulären Betrieb nach den großen Ferien vorbereiten.
Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will alle Schulen im Land auf einen regulären Betrieb nach den großen Ferien vorbereiten.  © dpa/ZB/Monika Skolimowska

Update, 4. Juni, 8 Uhr: Hochschule erforscht Veränderungen während Corona-Zeit mit Logbuch

Wie haben die Einschränkungen in der Corona-Krise unser Konsumverhalten verändert? Haben geschlossene Restaurants und Ausgangsbeschränkungen zu einem nachhaltigeren Lebensstil geführt? Diesen Fragen geht die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde (HNEE) mit einem "Logbuch der Veränderungen" nach. Darin können Menschen ihre Beobachtungen während der Corona-Zeit notieren, wie die Hochschule mitteilte. Anschließend werden die Daten ausgewertet und untersucht. Bis zum Mittwoch um 16.00 Uhr zählte das Logbuch nach Angaben der Hochschule mehr als 2500 Besucher und knapp 800 Einträge. Noch bis zum 10. Juni können Beobachtungen im Logbuch notiert werden.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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