Coronavirus in Berlin: Wird Berlin zum Trikotsponsor von Alba und Co.?

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin in Atem!  Drei Monate nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion sind bis Sonntagabend schon 6815 Fälle bestätigt worden. Derweil sind 198 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 31. Mai). Hier bekommt Ihr aktuelle News zur Lage in der Hauptstadt.

Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.
Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.  © Christophe Gateau/dpa

Langsame Rückkehr zu etwas mehr Normalität in der Corona-Krise: Der Berliner Senat verständigte sich auf etliche Lockerungen.

Warmes Wetter, die Sonne lacht. Bei solchen Bedingungen zieht es viele Berliner in die Bäder. Das soll auch in Corona-Zeiten ab dem 25. Mai wieder möglich sein - jedoch mit Einschränkungen.

Seit 18. Mai dürfen Berliner bis zu 50 Gäste zu sich nach Hause einladen. Ab 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 statt bisher 50 Leute teilnehmen.

Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bis zum 5. Juni bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten.

Wochenlang konnten die Berliner nicht in ihr Lieblingsrestaurant – und auch in kein anderes. Das ist seit dem 15. Mai wieder möglich, Hotels folgen dann am 25. Mai.  Auch hier gelten Abstands- und Hygieneregeln.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Berlin und Brandenburg gibt es hier bei uns im Ticker.

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 1. Juni, 15.13 Uhr: Hunderte Schlauchboote: Berliner feiern trotz Corona

Eine Ansammlung von Hunderten Schlauchbooten hat zu Pfingsten die Berliner Polizei beschäftigt. Die Versammlung "Für die Kultur - Alle in einem Boot" am Sonntag habe von der Spree über den Landwehrkanal nach Kreuzberg geführt, teilte die Polizei am Montag mit. Zwischenzeitlich seien rund 300 bis 400 Boote zusammengekommen. Die Polizei sei mit rund 100 Kräften im Einsatz gewesen.

Rund 1500 Menschen hätten sich auf dem Wasser und an Land aufgehalten. Der Veranstalter habe die Versammlung "aufgrund der nicht eingehaltenen Abstände zueinander und von Beschwerden über zu laute Musik" nach einem Gespräch mit der Polizei am frühen Abend beendet, hieß es im Polizeibericht. 

Update, 1. Juni, 14.24 Uhr: Wenige neue Corona-Infektionen - kein weiterer Todesfall

In Brandenburg gibt es weiter nur wenige Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Von Sonntag zu Montag wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums drei neue Fälle gemeldet. Von Samstag zu Sonntag waren es vier bestätigte Neuinfektionen.

Seit Anfang März wurden damit 3286 Covid-19-Patienten erfasst, akut erkrankt sind rund 110 Menschen. Etwa 3000 Menschen gelten als genesen. 170 Brandenburger sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit Samstag ist kein weiterer Todesfall hinzugekommen.

Corona-Schwerpunkt des Landes ist nach wie vor Potsdam mit 632 bestätigten Infektionen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 551 erfassten Fällen und dem Kreis Barnim mit 409 bestätigten Infektionen. Im Landkreis Prignitz wurden bislang 25 Fälle registriert, die Stadt Frankfurt (Oder) meldete 29 Infizierte.

Update, 1. Juni, 14.15 Uhr: Land Berlin will in der Corona-Krise auch zum Trikotsponsor werden

Zur finanziellen Unterstützung von Sportvereinen während der Coronavirus-Pandemie will sich das Land Berlin künftig auch als Trikotsponsor engagieren. "Wir haben einen Weg gefunden, diesen Vereinen zu helfen», sagte Innen- und Sportsenator Andreas Geisel (SPD) im Interview der "Berliner Morgenpost" und ergänzte: "Dafür steigen wir dort als Sponsor ein. Das bedeutet, dass wir die Vereine zu Botschaftern der Sportmetropole Berlin machen."

Wie die Kampagne konkret aussehen soll, sei noch nicht ganz klar, aber: "Natürlich muss dabei Werbung für Berlin gemacht werden", sagte Geisel. "Ob das über Trikots oder Plakate passiert, müssen wir sehen." Zuständig sei die Wirtschaftsförderung "Berlin Partner". Für das Engagement des Landes stehen nach Angaben des Sportsenators derzeit 2,2 Millionen Euro aus einem Rettungspaket zur Verfügung.

Das Angebot richtet sich an die Berliner Proficlubs jenseits des Fußballs - also Alba, Füchse, Eisbären und BR Volleys. "Außerdem ist es das Stadionfest Istaf und der SCC, der den Marathon und den Halbmarathon veranstaltet", sagte Geisel. Der Politiker betonte, dass das Geld in die Strukturen der Vereine fließen wird, es sei nicht Sinn des Projekts, beispielsweise hohe Spielergehälter mitzuzahlen.

Albas Martin Hermannsson (r) spielt den Ball vor Pau Ribas vom FC Barcelona.
Albas Martin Hermannsson (r) spielt den Ball vor Pau Ribas vom FC Barcelona.  © Andreas Gora/dpa

Update, 1. Juni, 12 Uhr: Raserei auf Berlins Straßen - seit Corona rund 100 Strafverfahren

Auf den Straßen der Hauptstadt sind seit den Corona-Beschränkungen verstärkt Raser unterwegs. Seit April sei die Zahl der Ermittlungsverfahren wegen verbotener Autorennen signifikant gestiegen, teilte die Senatsverwaltung für Justiz mit. Die Beschuldigten seien meist männlich und zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Verfahren werden bei der Amtsanwaltschaft sowie der Staatsanwaltschaft geführt.

Während von Januar bis März 2020 pro Woche im Schnitt 10 bis 15 Ermittlungsverfahren neu hinzukamen, gingen die Zahlen demnach seit Mitte April stark nach oben. Bisheriger Höhepunkt war die Woche vom 20. bis 26. April mit 32 neuen Ermittlungsverfahren. Zu diesen Taten kam es demnach in der Woche vor Ostern.

Seit dem 13. April nahmen die Strafverfolger bis jetzt (Stand 24. Mai) 109 neue Fälle auf. Zu den Gründen sagte ein Sprecher der Justizverwaltung, wegen der Kontaktsperren mit weniger Verkehr auf den Straßen sei schlichtweg mehr Raum für "Rennaktivitäten" gewesen.

Update, 1. Juni, 8.39 Uhr: Krankschreibungen per Telefon ab jetzt nicht mehr möglich

Wer eine Krankschreibung wegen einer Erkältung braucht, muss dafür ab jetzt wieder zum Arzt. Die Sonderregelung für telefonische Krankschreibungen wegen der Corona-Krise ist zum 31. Mai ausgelaufen. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hatte das bereits Mitte Mai beschlossen. Das Ende der Sonderregelung stehe im Einklang mit der aktuellen Einschätzung der Gefährdungslage, die zu Lockerungen in vielen Bereichen geführt habe, hieß es damals.

Die befristete Ausnahmeregelung war in den vergangenen Monaten mehrmals verlängert worden, um Ansteckungsmöglichkeiten zu verringern und Arztpraxen zu entlasten. Der Deutsche Hausärzteverband hatte gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern. Der Bundesausschuss begründet das Auslaufen der Regelung auch damit, dass inzwischen die Ausstattung mit Masken und anderer Schutzausrüstung weitestgehend gewährleistet sei. Viele Praxen hätten Hygienekonzepte, so dass Patienten eine ärztliche Versorgung in Anspruch nehmen könnten, ohne sich erhöhten Infektionsrisiken auszusetzen.

Ein Mundschutz hängt in einer Hausarztpraxis in einem Behandlungszimmer über einem Arztkittel.
Ein Mundschutz hängt in einer Hausarztpraxis in einem Behandlungszimmer über einem Arztkittel.  © Marijan Murat/dpa

Update, 1. Juni, 7.17 Uhr: Auslastung der Berliner Krankenhäuser wieder leicht angestiegen

In den Berliner Krankenhäusern werden wieder zunehmend Nicht-Covid-19-Patienten versorgt. Nachdem die Auslastung der Kliniken in der Corona-Krise zwischenzeitlich auf 55 Prozent heruntergefahren wurde, ist sie nun wieder auf 65 Prozent angestiegen, wie die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) auf Anfrage mitteilte. In der Organisation sind 60 Berliner Kliniken zusammengeschlossen. Von Normalität sind diese demnach aber noch weit entfernt: 2019 hatte die Auslastung im Schnitt bei rund 85 Prozent gelegen, so die BKG. Es würden weiterhin Covid-19-Patienten versorgt und Intensivbetten für den Fall einer schnellen Zunahme der Infektionen bereitgehalten. Die Häuser entwickelten nun Konzepte, um Operationen Schritt für Schritt wiederaufnehmen zu können.

Update, 31. Mai, 20.25 Uhr: 16 neue Corona-Fälle in Berlin - Reproduktionszahl steigt

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin bleiben auf relativ niedrigem Niveau. Insgesamt sind es 16 mehr als am Vortag, wie aus der am Sonntag veröffentlichten Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. 

Seit Beginn der Erfassung wurden damit insgesamt 6815 bestätigte Infektionen mit Sars-CoV-2 nachgewiesen; 6279 Menschen gelten als genesen. 198 Infizierte starben. Aktuell sind demnach noch 144 Patienten im Krankenhaus, davon werden 41 intensivmedizinisch behandelt.

Die Reproduktionszahl - die die Anzahl der Personen angibt, die im Durchschnitt von einer infizierten Person angesteckt werden - stieg am Sonntag auf 1,41. Damit lag der Wert über der kritischen Schwelle. Bei geringen Fallzahlen sei die Reproduktionszahl allerdings schwankungsanfällig, hieß es von der Senatsverwaltung.

Zur Berliner Lagebewertung gibt es drei Indikatoren: Neben der Reproduktionszahl die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner sowie der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen. Die anderen beiden Indikatoren lagen am Sonntag im grünen Bereich. Wenn bei zwei dieser drei Indikatoren bestimmte Grenzwerte überschritten würden, sähe die Politik Beratungs- beziehungsweise Handlungsbedarf.

Freizeitsportler spielen auf einem Beachvolleyball Platz am Volkspark Friedrichshain. (Archivbild)
Freizeitsportler spielen auf einem Beachvolleyball Platz am Volkspark Friedrichshain. (Archivbild)  © Christophe Gateau/dpa

Update, 31. Mai, 16.14 Uhr: Weiter ruhige Pfingsten - Kaum Verstöße gegen Corona-Beschränkungen

 In Brandenburg hat sich das ruhige Pfingstwochenende zunächst fortgesetzt. Nach Angaben von Polizeisprecher Torsten Herbst gab es landesweit innerhalb von 24 Stunden 23 coronabedingte Einsätze. 

Dabei wurden 21 Platzverweise ausgesprochen und 22 Ordnungswidrigkeiten aufgenommen. "Corona verursacht der Polizei bislang keine Einsatzbelastung", fasste Herbst die Lage bis zum Sonntag zusammen. Derzeit ergebe sich ein ähnliches Bild wie am Samstag. Lediglich eine Strafanzeige wegen Verstoßes gegen die Eindämmungsverordnung des Landes wurde aufgenommen.

Demnach wollte am Samstag ein Mann in Wittstock (Prignitz) ohne Mund- und Nasenschutz in einen Supermarkt. Als Verkäufer ihn daraufhin ansprachen, wurde er der Polizei zufolge aggressiv und drohte mit Gewalt. Anschließend verließ er den Markt. Der Mann konnte später ermittelt werden, weil sich Zeugen das Kennzeichen des Autos gemerkt hatten, mit dem er wegfuhr.

Am Freitag hatte die Polizei landesweit nur 25 Einsätze verzeichnet und 16 Platzverweise ausgesprochen. Zusätzlich sind an diesem Pfingstwochenende 100 Bereitschaftspolizisten im Einsatz.

Update, 31. Mai, 13 Uhr: Weiterhin geringe Zunahme von Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg bleibt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter auf einem niedrigen Stand. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag mit Stand 10.00 Uhr wurden innerhalb eines Tages vier neue Fälle bestätigt. Damit steigt die Zahl der erfassten Covid-19-Fälle im Land auf insgesamt 3.283. Mittlerweile gelten etwa 3.000 Menschen als genesen. Die Zahl der Erkrankten liegt bei etwa 110. 170 Brandenburger sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Seit Samstag ist kein weiterer Todesfall hinzugekommen.

Corona-Schwerpunkt des Landes ist nach wie vor Potsdam mit 632 bestätigten Infektionen, gefolgt vom Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 550 erfassten Fällen und dem Kreis Barnim mit 409 bestätigten Infektionen. Im Landkreis Prignitz wurden bislang 25 Fälle registriert, die Stadt Frankfurt (Oder) meldete 29 Infizierte.

Update, 31. Mai, 12.30 Uhr: Bislang 15.500 Anrufer bei Brandenburger Corona-Hotline

Zu Fragen rund um Corona hat das Bürgertelefon der Brandenburger Landesregierung in den vergangenen zehn Wochen mehr als 15.500 Anrufe erhalten. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in einer Bilanz mit. Zudem seien über das zentrale Mail-Postfach buergeranfragen-corona@brandenburg.de über 5.200 Anfragen schriftlich beantwortet worden. Um die rasante Ausbreitung des Virus auszubremsen, seien harte Maßnahmen erforderlich gewesen die zu Veränderungen und damit zu vielen Fragen geführt hätten, erklärte dazu Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne).

Die schrittweisen Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen durch die Landesregierung würden ihr zufolge neue Fragen aufwerfen. Auch deshalb werde das breite Informationsangebot weiterhin bestehen bleiben, versicherte die Ministerin. So soll die Corona-Hotline ab Juni werktags von 9 bis 17 Uhr erreichbar sein. Zusätzlich gäben in einzelnen Ministerien Mitarbeiter bei fachlichen Fragen Auskunft - etwa zur Kinderbetreuung oder der Wirtschaftsförderung. Alle Landkreise und kreisfreien Städte hätten ebenfalls Bürgertelefone eingerichtet.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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