Coronavirus in Berlin: Fast 50 neue Corona-Infizierte

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin in Atem! Vier Monate nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion sind schon 8392 Fälle bestätigt worden. Derweil sind 214 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 3. Juli). Hier bekommt Ihr aktuelle News zur Lage in der Hauptstadt.

Eine Frau mit Mundschutz läuft über den Berliner Ku'damm.
Eine Frau mit Mundschutz läuft über den Berliner Ku'damm.  © Kay Nietfeld/dpa

Langsame Rückkehr zu etwas mehr Normalität in der Corona-Krise: Der Berliner Senat verständigte sich auf etliche Lockerungen.

Warmes Wetter, die Sonne lacht. Bei solchen Bedingungen zieht es viele Berliner in die Bäder. Das soll auch in Corona-Zeiten seit dem 25. Mai wieder möglich sein - jedoch mit Einschränkungen.

Kneipen und Bars können wieder öffnen, Gäste müssen aber an Tischen Platz nehmen. Restaurants und Gaststätten sind ebenfalls geöffnet. Auch hier gelten Abstands- und Hygieneregeln.

Künftig können sich neben Angehörigen zweier Haushalte auch wieder bis zu fünf Menschen zu Hause oder im Freien treffen. 

Das gilt unabhängig von der Frage, ob sie zusammen wohnen oder nicht. Für Demonstrationen gilt keine Begrenzung der Teilnehmerzahl mehr.

In Kindertagesstätten soll ab dem 22. Juni voller Regelbetrieb herrschen, für Schulen gilt dies nach den Sommerferien. "Das ist nur möglich, wenn wir die 1,5-Meter-Regel fallen lassen", sagte Bildungssenatorin Scheeres (50, SPD).

Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Berlin und Brandenburg gibt es hier bei uns im Ticker.

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 4. Juli, 13.23 Uhr: Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiterhin nur leicht. Das Gesundheitsministerium meldete am Samstag (Stand 10 Uhr) neun neue nachgewiesene Infektionen. Auch am Freitag waren neun nachgewiesene Covid-19-Fälle hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3488 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3210 Menschen gelten als genesen, das sind 10 mehr als am Vortag.

Die Zahl der derzeit Erkrankten sank den Angaben zufolge von 110 auf 100 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden.

Update, 4. Juli, 9.05 Uhr: Behörden arbeiteten trotz Corona-Lockdown unvermindert weiter

In Brandenburg öffnen jetzt zahlreiche Behörden wieder für den Besucherverkehr. Die Zeit der Schließung in der Corona-Krise haben die Dienststellen zum Teil effektiv genutzt, um gewisse Schwerpunkte abzuarbeiten, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. «In den 13 Finanzämtern des Landes wurde die Arbeit unvermindert fortgesetzt», sagt etwa Thomas Vieweg, Sprecher des Brandenburger Finanzministeriums. Auch wenn die Behörden zwischen Mitte März und Mitte Juni für den Publikumsverkehr geschlossen gewesen seien, habe man einen Telefonservice aufrecht erhalten. Bewährt habe sich in der Krise die vorangeschrittene Digitalisierung und auch Steuererklärungen würden zum Großteil elektronisch versendet.

In Kommunen wie Potsdam werden liegengebliebene Anträge nun sukzessive abgearbeitet. Dafür hat die Stadt unter anderem die Servicezeiten in Bürgerservicecenter und Kfz-Zulassungsstelle erweitert.

Update, 3. Juli, 19.14 Uhr: 48 neu erfasste Corona-Infektionen in Berlin - Kein neuer Todesfall

In Berlin sind 48 neue Fälle von Corona-Infektionen gemeldet worden. Damit stieg die Gesamtzahl der registrierten Fälle seit März auf 8392, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Freitag mitteilte. 

7612 dieser Menschen gelten demnach mittlerweile wieder als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 111 Menschen. 22 davon liegen auf der Intensivstation. 214 Corona-Patienten sind seit März gestorben, die Zahl hat sich seit Dienstag nicht verändert. Die Berliner Corona-Ampel leuchtet weiter grün, der Senat muss deshalb nicht über neue Maßnahmen beraten.

Update, 3. Juli, 19.03 Uhr: Sommerbad Wilmersdorf öffnet wieder

 Nach der vorsorglichen Schließung wegen eines Corona-Falls öffnet das Sommerbad Wilmersdorf am Samstag wieder. Das zuständige Gesundheitsamt habe keine besonderen Maßnahmen veranlasst, teilten die Berliner Bäderbetriebe am Freitag mit. Dennoch sei das Bad desinfiziert worden.

Am Donnerstag hatte das Bad in der Forckenbeckstraße kurzfristig den Betrieb eingestellt, nachdem eine Schwimmaufsicht positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Die Bäderbetriebe und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf hatten das Risiko für die Badegäste als gering eingeschätzt. 

Nach Angaben des Gesundheitsstadtrats Detlef Wagner (CDU) hatte die Mitarbeiterin keinen direkten Kontakt zu Gästen. Zudem sei sie zu Hause geblieben, als sie erste Symptome hatte.

Das Amt nahm Abstriche bei den Kollegen, die in der Schicht der Frau gearbeitet hatten. Die Ergebnisse wurden für Freitag erwartet. Das Bezirksamt war am Nachmittag nicht erreichbar.

Die Bäderbetriebe erinnerten Besucher am Freitag daran, weiter den Mindestabstand von 1,50 Metern einzuhalten.

Freizeitsportler schwimmen im Sommerbad Wilmersdorf. (Archivbild)
Freizeitsportler schwimmen im Sommerbad Wilmersdorf. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 3. Juli, 13:36 Uhr: Neun neue Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Brandenburg weiter leicht. Neun neue nachgewiesene Infektionen meldete das Gesundheitsministerium am Freitag (Stand 8 Uhr). Zuvor waren elf neue Infektionen hinzugekommen. Seit Anfang März wurden insgesamt 3479 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 registriert, 172 Corona-Patienten starben. 3200 Menschen gelten als genesen, das sind 20 mehr als am Vortag. Die Zahl aktiv Erkrankter sank von 120 auf 110 Menschen. Diese rechnerische Größe wird ermittelt, indem von den bestätigten Infektionsfällen die geschätzte Zahl der Genesenen und die Sterbefälle abgezogen werden.

Update, 3. Juli, 10:54 Uhr: Prostituierten-Demo gegen Corona-Auflagen

Protest mit Sexpuppen: Mehrere Dutzend Prostituierte haben am Freitag vor dem Bundesrat für eine Wiedereröffnung der Bordelle in der Corona-Pandemie demonstriert. Die Branche werde in die Illegalität getrieben, hieß es auf Transparenten. Die Sexarbeiterbranche brauche mehr finanzielle Unterstützung.

Prostituierte haben seit Mitte März Arbeitsverbot. Dass es keine Lockerungen gebe, sei sowohl für den Berufsverband der Sexarbeiter als auch für Bordellbetreiber unverständlich, hieß es in einer Erklärung. Denn andere Branchen mit körpernahen Dienstleistungen wie Massagesalons, Tantrainstitute, Tattooläden oder Saunen dürften wieder öffnen. Auch für Sexarbeit seien in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern bereits Hygienekonzepte erarbeitet worden.

Nachbarländer wie Österreich haben Sexarbeit inzwischen wieder erlaubt - aber nur mit Maske. Auch in Deutschland prüfen einzelne Bundesländer bereits Möglichkeiten für Lockerungen, darunter Thüringen.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Protestaktion für die Öffnung von Prostitutionsstätten stehen nahe des Bundesrates auf einem Bürgersteig
Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Protestaktion für die Öffnung von Prostitutionsstätten stehen nahe des Bundesrates auf einem Bürgersteig  © Christoph Soeder/dpa

Update, 3. Juli, 6:09 Uhr: Berliner demonstrieren für den Erhalt des Kinos Colosseum

Deutlich mehr Menschen als angekündigt haben am Donnerstagabend in Berlin-Pankow für den Erhalt des Kinos Colosseum demonstriert. Nach drei Redebeiträgen zogen laut Veranstalter 800 Menschen am Donnerstagabend etwa eine Stunde durch Pankow, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Jörg Reichel. Die Polizei gab die Teilnehmerzahl mit bis zu 500 an. Angemeldet war die Demonstration laut Polizei mit 70 Teilnehmenden.

Das Traditionskino in der Hand der Colosseum Betriebsgesellschaft mbH hat vor dem Amtsgericht Berlin Insolvenz angemeldet. Als Grund für die Schließung werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise genannt. Zudem habe der Hauseigentümer den Pachtvertrag um Jahresende gekündigt und wolle auch an einen anderen Kinobetreiber nicht vermieten, hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Sebastian Laboga mitgeteilt.

«Das Colosseum muss dem Bezirk erhalten bleiben. Die Belegschaft nimmt es mit vielen Unterstützerinnen nicht hin, dass ein wichtiger Kulturort in dem Bezirk Pankow verloren geht», forderte Verdi-Gewerkschaftssekretär Reichel. Die etwa 40 Beschäftigten seien bereit, das Kino als Genossenschaft oder kommunales Kino zu übernehmen.

Das Kino war vor rund 100 Jahren gegründet worden und zählt damit zu den ältesten Lichtspielhäusern Deutschlands. Am Donnerstag starteten viele Berliner Kinos nach der Corona-Zwangspause wieder ihren Betrieb.

Menschen nehmen an einer Demonstration gegen die Schließung des Kinos Colosseum an der Schönhauser Allee teil.
Menschen nehmen an einer Demonstration gegen die Schließung des Kinos Colosseum an der Schönhauser Allee teil.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 2. Juli, 19:45 Uhr: 43 neue Corona-Infektionen in Berlin

In Berlin sind bis Donnerstag 43 neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Die Gesamtzahl stieg damit auf 8344, wie die Senatsgesundheitsverwaltung mitteilte. 

7515 dieser Menschen gelten demnach mittlerweile als vom Coronavirus genesen. 121 Menschen werden zur Zeit im Krankenhaus isoliert und behandelt, 26 von ihnen intensivmedizinisch. 214 Corona-Patienten sind seit März gestorben, die Zahl hat sich seit Dienstag nicht verändert. 

Die Berliner Corona-Ampel leuchtet weiter grün, der Senat muss deshalb nicht über neue Maßnahmen beraten.

Update, 2. Juli, 15.43 Uhr: Sommerbad Wilmersdorf nach Corona-Fall in Belegschaft geschlossen

Ein Corona-Fall in der Belegschaft hat am Donnerstag zur Schließung des Sommerbads Wilmersdorf geführt. Welche Maßnahmen noch getroffen werden müssten, werde mit den zuständigen Gesundheitsämtern abgestimmt, wie die Berliner Bäderbetriebe mitteilten.

Gebuchte Eintrittskarten für den Nachmittag sollten demnach storniert werden. Kunden erhalten das Geld zurück. Eine Mitarbeiterin des Schwimmbadbetreibers, die zuletzt in dem Freibad im Einsatz gewesen sei, sei positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie lange das Bad geschlossen bleibt, war zunächst unklar.

Update, 2. Juli, 15.20 Uhr: Ministerium empfiehlt Corona-Tests in allen Schlachtbetrieben

Nachdem sich zwei Mitarbeiter eines Geflügelhofs in Niederlehme (Dahme-Spreewald) mit dem Coronavirus infiziert haben, hat das Landesgesundheitsministerium allen Brandenburger Schlachtbetrieben empfohlen, ihre Belegschaft zu testen. "Wir begrüßen, dass der betroffene Betrieb selbst aktiv geworden ist und so die Positivfälle aufgedeckt werden konnten", sagte Staatssekretär Michael Ranft am Donnerstag. "Damit können wir gemeinsam frühzeitig größeren Ausbrüchen, wie wir sie in Gütersloh erlebt haben, wirksam begegnen."

Nach Angaben des Ministeriums wurde in dem Geflügelhof seit rund einer Woche täglich ein Teil der Mitarbeiter auf das Coronavirus getestet. Zwei der insgesamt rund 160 Tests seien positiv gewesen. "Grundsätzlich begrüßen wir den offensiven Umgang des Unternehmens durch eigene Testungen und empfehlen dieses Vorgehen für alle anderen größeren Schlachtbetriebe im Land", sagte Ranft. Weitere Betriebe hätten bereits großflächige Testungen der Mitarbeiter angekündigt.

Der betroffene Betrieb sei Ende Mai bei einer Sonderaktion zur Überprüfung der Arbeitsbedingungen in der Fleischverarbeitung von der Arbeitsschutz-Aufsicht besichtigt worden. Dabei seien keine größeren Mängel festgestellt worden, berichtete das Ministerium.

Im Land gibt es nur sehr wenige große Schlachtbetriebe. Aktuell sind landesweit 138 fleischverarbeitende Betriebe behördlich zugelassen, von denen 47 mehr als 20 Beschäftigte haben. Davon beschäftigen 32 Betriebe zwischen 20 und 49 Mitarbeiter, sechs haben zwischen 50 und 99 Beschäftigte. Weitere sechs Betriebe haben zwischen 100 und 249, drei Betriebe zwischen 250 und 499 Mitarbeiter.

Hühner in einem Stall auf einem Geflügelhof. (Archivbild)
Hühner in einem Stall auf einem Geflügelhof. (Archivbild)  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 2. Juli, 12.38 Uhr: Zwischenbilanz: Deutlich mehr häusliche Gewalt in der Pandemie

In der Corona-Pandemie ist es in Berlin nach Einschätzung von Justiz und Rechtsmedizin zu einem deutlichen Anstieg der Gewalttaten zu Hause gekommen. "Alle Befürchtungen, die wir hatten, haben sich bewahrheitet", sagte Saskia Etzold, Leiterin der Berliner Gewaltschutzambulanz, bei einer ersten Zwischenbilanz am Donnerstag. "Wir hatten schwerste Verletzungen. In fast allen Fällen spielten Brüche eine Rolle oder Gewalt gegen den Hals."

Zum Höhepunkt der Lockerungen im Juni 2020 habe die Gewaltschutzambulanz zum Beispiel einen Anstieg von 30 Prozent der Fälle im Vergleich zum Juni 2019 verzeichnet. Die Zahl der Kindesmisshandlungen sei im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Fünftel gestiegen (23 Prozent).

"Corona trifft Frauen und Kinder besonders hart", sagte Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit Blick auf Gewalttaten. Es habe deutlich mehr Anzeigen bei den Strafverfolgungsbehörden gegeben. Die Zahl der Verfahren an den Berliner Familiengerichten sei ersten Quartal 2020 um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Bei rund einem Fünftel der Fälle (23 Prozent) sei es dabei um prügelnde Partner gegangen.

Zunächst hatten die Behörden während des Lockdowns weniger Fälle registriert. Das habe aber daran gelegen, dass kaum jemand vor die Tür gegangen sei. Mit den Lockerungen seien die Fallzahlen sofort in die Höhe geschnellt.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0