Coronavirus in Berlin: 6766 Infizierte, ein weiterer Todesfall

Berlin - Die Corona-Krise hält Berlin in Atem!  Drei Monate nach der ersten registrierten Coronavirus-Infektion sind bis Freitagabend schon 6766 Fälle bestätigt worden. Derweil sind 197 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben (Stand 29. Mai). Hier bekommt Ihr aktuelle News zur Lage in der Hauptstadt.

Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.
Die Weltzeituhr am Alexanderplatz ist sonst ein beliebter Treffpunkt für Touristen und Berliner.  © Christophe Gateau/dpa

Langsame Rückkehr zu etwas mehr Normalität in der Corona-Krise: Der Berliner Senat verständigte sich auf etliche Lockerungen.

Warmes Wetter, die Sonne lacht. Bei solchen Bedingungen zieht es viele Berliner in die Bäder. Das soll auch in Corona-Zeiten ab dem 25. Mai wieder möglich sein - jedoch mit Einschränkungen.

Seit 18. Mai dürfen Berliner bis zu 50 Gäste zu sich nach Hause einladen. Ab 25. Mai dürfen an Versammlungen unter freiem Himmel bis zu 100 statt bisher 50 Leute teilnehmen.

Davon abgesehen bleiben die Kontaktbeschränkungen aber bis zum 5. Juni bestehen. Also gilt weiterhin: 1,50 Meter Abstand voneinander halten.

Wochenlang konnten die Berliner nicht in ihr Lieblingsrestaurant – und auch in kein anderes. Das ist seit dem 15. Mai wieder möglich, Hotels folgen dann am 25. Mai.  Auch hier gelten Abstands- und Hygieneregeln.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Berlin und Brandenburg gibt es hier bei uns im Ticker.

Alle weiteren Infos findet Ihr im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 29. Mai, 19.20 Uhr: 29 neue Corona-Fälle in Berlin - Corona-Ampeln weiter auf Grün

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin bleiben auf relativ niedrigem Niveau. Pro Bezirk wurden zwischen 0 und 7 neue Fälle gemeldet, insgesamt sind es 29 mehr als am Vortag, wie aus der am Freitag veröffentlichten Statistik der Senatsverwaltung für Gesundheit hervorgeht. 

Seit Beginn der Erfassung wurden damit insgesamt 6766 bestätigte Infektionen mit Sars CoV-2 nachgewiesen, davon gelten 6240 Menschen als genesen. 197 Infizierte starben. Aktuell sind noch knapp 150 Patienten im Krankenhaus.

Die Berliner Corona-Ampeln zur Lagebewertung stehen alle weiter auf Grün, die Werte der drei Indikatoren liegen deutlich unter den jeweils kritischen Schwellen. Die Reproduktionszahl liegt bei 0,41, die Zahl der Neuinfektionen pro Woche und 100 000 Einwohner bei 4,7 und der Anteil der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen bei 3,2 Prozent. 

Wenn bei zwei dieser drei Indikatoren bestimmte Grenzwerte überschritten würden und die jeweiligen Ampeln auf Gelb oder Rot sprängen, sähe die Politik Beratungs- beziehungsweise Handlungsbedarf.

Update, 29. Mai, 17.14 Uhr: Weitere Freibäder öffnen am Pfingstmontag

Ab Pfingstmontag (1. Juni) können Badefreunde wieder im Sommerbad Neukölln und im Sommerbad im Kombibad in Gropiusstadt schwimmen gehen. 

Wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie sind die Freibäder tagsüber nicht durchgehend geöffnet, wie die Berliner Bäder-Betriebe am Freitag mitteilten. 

Geöffnet sei zwischen 7 und 10 Uhr, von 11 bis 15 Uhr sowie zwischen 16 und 20 Uhr. So hätten die Mitarbeiter jeweils eine Stunde Zeit zur Desinfektion und Reinigung der Schwimmbäder, bevor neue Gäste kommen dürfen. Den Angaben zufolge gelten Besuchskontingente je nach Größe des Bades und der Schwimmbecken. Eintrittskarten können nur online gekauft werden. 

Update, 29. Mai, 16.07 Uhr: Abgeordnetenhaus wird pandemiegerecht umgebaut

Das Berliner Abgeordnetenhaus wird wegen des Coronavirus pandemiegerecht umgebaut. In der Sommerpause werden die Sitze im Plenarsaal neu angeordnet, damit dort auch bei Wahrung der Abstandsregeln wieder alle 160 Abgeordneten Platz finden. Sitze und Tische werden dazu in größeren Abständen angeordnet, wie ein Sprecher der Parlamentsverwaltung am Freitag erläuterte, nachdem die "Morgenpost»" berichtet hatte. Dazu müssen sie unter anderem neu verkabelt werden.

Zuletzt fanden bei den Plenumssitzungen maximal 143 Abgeordnete Platz, ein Teil davon auf den Besuchertribünen. Überlegungen, in den Bundestag oder eine Messehalle umzuziehen, weil dort womöglich mehr Raum zur Verfügung steht, wurden verworfen.

Die Sommerpause des Abgeordnetenhauses dauert von Mitte Juni bis Mitte August. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja forderte, die Pause wegen der Corona-Krise zu streichen. «Ausschuss- und Plenarsitzungen sollen auch während des Sommers stattfinden», erklärte er. "Aufgrund der aktuellen Krisensituation und den dadurch bedingten besonderen Anforderungen an die parlamentarische Kontrolle und Arbeit ist es nicht vermittelbar, für acht Wochen in Parlamentsferien zu gehen."

Andere Fraktionen und die Parlamentsverwaltung wiesen darauf hin, dass das Abgeordnetenhaus auch in der Sommerpause arbeitsfähig bleibe. Ausschüsse und das Plenum könnten bei Bedarf jederzeit einberufen werden. Mehrere Ausschüsse hätten bereits Sondersitzungen im Juni anberaumt.

Sitzplätze auf der Zuschauertribüne sind zu Beginn der Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus gesperrt und nur jeder dritte Sitz ist für Abgeordnete reserviert.
Sitzplätze auf der Zuschauertribüne sind zu Beginn der Plenarsitzung im Abgeordnetenhaus gesperrt und nur jeder dritte Sitz ist für Abgeordnete reserviert.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 29. Mai, 16 Uhr: Gastroverband begrüßt Lockerungen für Kneipen - Fragen bleiben offen

Der Berliner Gastroverband Dehoga hat sich erfreut über die baldige Öffnung von Berliner Kneipen geäußert - allerdings blieben noch offene Fragen. "Wir müssen jetzt sehen, wie viele Betriebe die neue Verordnung nicht umsetzen können, da sie beispielsweise nicht über die entsprechenden Kapazitäten für die Umsetzung der Abstands und Hygieneregeln verfügen", teilte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer, Gerrit Buchhorn, am Freitag mit. "Entsprechend der neuen Verordnung gilt in den Bars und Kneipen Tischzwang mit einem Mindestabstand von 1,5 Metern." Wenn eine Kneipe nur über einen Tresen verfüge, werde die Umsetzung schwierig.

Der Berliner Senat hatte am Donnerstag entschieden, dass Kneipen und Bars in der Corona-Krise ab dem 2. Juni wieder öffnen dürfen. Allerdings nur solche, in denen Gäste an Tischen Platz nehmen. Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen. Bislang konnten nur Restaurants, Cafés und Imbisse mit einem eigenen Essensangebot öffnen.

Update, 29. Mai, 15.08 Uhr: Ministerin will Kommunen mit 550 Millionen Euro helfen

Der Rettungsschirm für die Brandenburger Kommunen soll nach dem Vorschlag von Finanzministerin Katrin Lange (SPD) knapp 550 Millionen Euro umfassen. Das geht aus einem Dokument hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Freitag vorlag. Davon ist mit rund 267 Millionen Euro knapp die Hälfte als Ausgleich für Steuerausfälle der Gemeinden vorgesehen. Das Land will nach dem Vorschlag der Ministerin in diesem Jahr die Hälfte der Ausfälle übernehmen, im kommenden Jahr zwei Drittel.

Etwa 212 Millionen Euro aus dem Kommunalen Rettungsschirm sollen nach diesen Plänen Mindereinnahmen aus dem Kommunalen Finanzausgleich abfedern, die infolge sinkender Steuern entstehen. Knapp 71 Millionen Euro sind als Ausgleich für kommunale Mehrausgaben und Einnahmeausfälle gedacht. Dabei geht es um einen Ausgleichsfonds für Einzelfallhilfe insbesondere für Gemeinden sowie um einen pauschalen Ausgleich für Kreise und kreisfreie Städte.

Der Schutzschirm für Kommunen soll von diesem Jahr bis 2022 reichen. Das Kabinett und der Landtag beraten erst noch über den Vorschlag. Die Hilfen sollen nach den bisherigen Plänen in diesem Jahr aus dem Rettungsschirm in Höhe von zwei Milliarden Euro finanziert werden, im nächsten und übernächsten Jahr aus dem Landeshaushalt.

Katrin Lange (SPD), Brandenburger Ministerin der Finanzen und für Europa, probiert während der Landtagssitzung einen Mundschutz aus.
Katrin Lange (SPD), Brandenburger Ministerin der Finanzen und für Europa, probiert während der Landtagssitzung einen Mundschutz aus.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 29. Mai, 15.03 Uhr: Gesundheitsbehörden kontrollieren in Schlachtbetrieben

Nachdem sich in Schlachthöfen anderer Bundesländer Fälle von Corona-Infektionen gehäuft haben, hat Brandenburg mit Kontrollen in fleischverarbeitenden Betrieben des Landes begonnen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag überprüfte das Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) in dieser Woche unangekündigt Unternehmen auf die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften. In Brandenburg gibt es nur sehr wenige große Schlachtbetriebe.

Bundesweit sind bisher Betriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Schleswig-Holstein betroffen. Begünstigt werden die Infektionen durch die Enge in Sammelunterkünften ausländischer Arbeiter und die fehlende Einhaltung von Hygieneregeln in der Corona-Krise.

Die Corona-Ausbrüche in deutschen Schlachthöfen hätten Missstände bei Arbeits- und Unterbringungsbedingungen ans Licht gebracht, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Dem müsse man auch in Brandenburg nachgehen. "Überall dort, wo viele Beschäftigte auf engem Raum leben und arbeiten müssen, sind sie einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt." Umso wichtiger sei es, dass Hygiene- und Arbeitsschutzstandards eingehalten würden.

Aktuell gibt es landesweit 138 behördlich zugelassene fleischverarbeitende Betriebe, von denen 47 mehr als 20 Beschäftigte haben; 32 Betriebe beschäftigen zwischen 20 und 49 Mitarbeiter, 6 haben zwischen 50 und 99 Beschäftigte. Weitere 6 Betriebe haben zwischen 100 und 249, 3 Betriebe zwischen 250 und 499 Mitarbeiter.

Update, 29. Mai, 12 Uhr: Acht bestätigte Corona-Neuinfektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind innerhalb eines Tages acht Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit (Stand 8.00 Uhr). Damit bleibt die Zahl der Fälle weiterhin auf einem niedrigen Stand. Von Mittwoch bis Donnerstagmorgen wurden dem Ministerium zufolge sechs neue Fälle im Land gemeldet, an den Vortagen hatte es zehn beziehungsweise acht neue Fälle gegeben.

In der Hälfte der 18 Landkreise und kreisfreien Städte traten in den vergangenen sieben Tagen keine neuen Infektionen auf. Insgesamt sind laut Landesamt für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) 3270 Covid-19-Fälle erfasst. Etwa 2990 Menschen gelten als genesen - das sind zehn mehr als am Tag zuvor. Bislang starben im Land 169 Menschen im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2; in den vergangenen zwei Tagen kam kein neuer Todesfall hinzu.

Die meisten Infizierten wurden mit 632 weiterhin in Potsdam gezählt, gefolgt vom Kreis Potsdam Mittelmark mit 545 gemeldeten Fällen und dem Landkreis Barnim mit 406. In der Prignitz waren es bisher nur 25 Infektionen, in Frankfurt (Oder) wurden 29 Fälle registriert.

Update, 28. Mai, 21.05 Uhr: Mehr Möglichkeiten für Freizeitsportler in Berlin

Freizeitsportler haben in Berlin bald wieder mehr Möglichkeiten für ihr Hobby. Sport in Gruppen von bis zu zwölf Personen soll draußen und drinnen ab 2. Juni wieder möglich sein. Das beschloss der Senat am Donnerstagabend bei seiner Sondersitzung, wie Innen- und Sportsenator Andreas Geisel anschließend mitteilte. "Wir öffnen jetzt wieder die Sporthallen", sagte der SPD-Politiker.

Die Regeln für Veranstaltungen im Freien, bei denen ab 2. Juni bis zu 200, ab 16. Juni bis zu 500 und ab 30. Juni bis zu 1000 Teilnehmer erlaubt sind, gelten auch im Sport, wie Geisel ankündigte.

Bereits seit 15. Mai konnten Vereine wieder mit Gruppen von bis zu acht Teilnehmenden einschließlich Trainer kontaktlosen Sport treiben. Seit Montag war bei kontaktfreien Sportarten außerdem der Wettkampfbetrieb wieder erlaubt. Der Senat hat außerdem entschieden, dass Fitnessstudios in der Hauptstadt nach rund zweieinhalb Monaten Schließung ab 2. Juni wieder öffnen dürfen.

Freizeitsportler spielen auf Beachvolleyball Plätzen im Volkspark Friedrichshain.
Freizeitsportler spielen auf Beachvolleyball Plätzen im Volkspark Friedrichshain.  © Christophe Gateau/dpa

Update, 28. Mai, 21 Uhr: Berliner Senat verlängert Kontaktbeschränkungen

Der Berliner Senat hat die Kontaktbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis zum 4. Juli verlängert. Allerdings dürfen sich demnächst neben Angehörigen zweier Haushalte auch wieder bis zu fünf Menschen etwa zu Hause oder im Freien treffen. Das gilt unabhängig von der Frage, ob sie zusammen wohnen oder nicht. Wie bisher gilt 1,5 Meter Mindestabstand, wie Innensenator Anderas Geisel (SPD) am Donnerstag nach einer Senatssitzung mitteilte.

Update, 28. Mai, 20.45 Uhr: Berliner Kinos dürfen ab 30. Juni öffnen

Nach wochenlanger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen Berliner Kinos ab 30. Juni wieder öffnen. Das teilte Innensenator Anderas Geisel (SPD) am Donnerstag nach einer Senatssitzung mit. Freiluftkinos können demnach bereits am 2. Juni wieder Filme zeigen.

Leere Sitze eines Kinosaals.
Leere Sitze eines Kinosaals.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 28. Mai, 20.10 Uhr: Berliner Corona-Ampeln leuchten Grün - 35 neue Corona-Fälle

In Berlin ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen auf 6737 gestiegen. Von Mittwoch- auf Donnerstagmittag kamen 35 neue Fälle dazu, wie aus der Statistik der Senatsgesundheitsverwaltung hervorgeht. 47 Menschen, bei denen Sars-CoV-2 nachgewiesen wurde, werden demnach intensivmedizinisch behandelt, insgesamt 146 sind im Krankenhaus. Seit dem Vortag wurde ein weiterer Todesfall verzeichnet, 196 Menschen in Berlin sind den Angaben zufolge im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. 6208 Menschen gelten als genesen.

Die drei sogenannten Ampeln für die aktuelle Lagebeurteilung stehen laut Senatsverwaltung weiter auf Grün.

Die Zahl der Neuinfektionen pro Woche verharrt den Angaben zufolge bei 4,7 je 100.000 Einwohnern und unterschreitet so deutlich die für Berlin kritische Schwelle von 30. Der Anteil der von Covid-19-Patienten beanspruchten Intensivbetten sank von 4,4 Prozent auf 3,7 Prozent und liegt damit weit unter der Zahl 25 Prozent, bei der die entsprechende Ampel auf Rot springen würde. Sind drei Ampeln Rot, besteht dem Konzept zufolge Handlungsbedarf. Zum Beispiel könnten dann wieder mehr Maßnahmen zur Eindämmung verhängt werden.

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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