Coronavirus in Berlin: Alle Erzieher und erste Lehrer zum Impfen eingeladen

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweis aus.
Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweis aus.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 127.936 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 483 neue Fälle hinzu. Bislang sind 2781 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 24. Februar)

Am Donnerstag (11. Februar) hat der Senat die Verlängerung des Corona-Lockdowns um drei Wochen bis 7. März beschlossen.

Viele Geschäfte, Gaststätten sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bleiben damit zur Eindämmung der Pandemie zu. Eine Ausnahme gibt es für Friseure: Sie dürfen bereits ab 1. März wieder loslegen.

Mit einer schrittweisen Öffnung der Schulen geht es bereits am 22. Februar los.

Für Schüler der Klassenstufen 1 bis 3 ist dann Wechselunterricht in halber Klassengröße geplant. Sie werden also in geteilten Lerngruppen abwechselnd in der Schule und mithilfe digitaler Lösungen zu Hause unterrichtet. Auch der Kita-Betrieb wird ab 22. Februar wieder schrittweise hochgefahren.

Wie bisher schon sind sie zudem angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und auf Reisen zu verzichten.

Ebenfalls neu: Das Verbot, Alkohol zu trinken, gilt nur noch in Grünanlagen sowie auf Parkplätzen. Das Verbot für den öffentlichen Raum insgesamt wird gestrichen. Bibliotheken dürfen wieder Leihbetrieb anbieten.

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Update, 24. Februar, 18.48 Uhr: Berlin lädt alle Erzieher und erste Lehrer zum Impfen ein

In Berlin sollen in Kürze bis zu 45.000 Kita-Beschäftigte und Lehrkräfte in Förderschulen gegen Corona geimpft werden. Das Gros der Lehrer an allgemeinbildenden Schulen muss sich hingegen noch etwas gedulden, wie Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci und Bildungssenatorin Sandra Scheeres (beide SPD) am Mittwoch mitteilten.

Demnach bekommen Erzieher und andere Beschäftigte in Kitas und Kindertagespflege sowie Lehrer an Förderschulen, in denen oft Kinder mit Handicaps lernen, bald eine Impf-Einladung. Sie können dann individuelle Termine vereinbaren - und zwar "in der Regel", wie es hieß, im Impfzentrum Tegel. Dort wird der Impfstoff von Astrazeneca gespritzt.

Für diesen Personenkreis bestehe eine besondere Dringlichkeit, erklärten beide Senatorinnen. "Die Impfungen sind freiwillig, aber ich appelliere an alle Berechtigten, von dem Angebot Gebrauch zu machen", sagte Scheeres. Kalayci verwies darauf, dass Impfstoff immer noch stark limitiert sei und daher gezielt angeboten werden müsse. "Studien haben ein erhöhtes Infektionsrisiko für Erzieherinnen und Erzieher festgestellt." Daher seien die nun bald dran.

Gewerkschaften fordern schon seit längerem rasche Impfungen für Lehrer und Erzieher. Der Bund machte mit einer Verordnung nun den Weg dafür frei.

Update, 24. Februar, 18.32 Uhr: Berliner Hochschulen auch im Sommersemester im «digitalen Modus»

Die Berliner Hochschulen werden das neue Semester im digitalen Modus beginnen. Sofern es das Pandemiegeschehen zulasse, würden im Laufe des Sommersemesters Möglichkeiten der Präsenz in Studium und Lehre eröffnet, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung der Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen und der Senatskanzlei am Mittwoch.

Planmäßiger Start des Sommersemesters ist demnach zwischen dem 1. April an den Fachhochschulen und dem 12. April 2021 an den Universitäten und Kunsthochschulen.

An vielen Hochschulen läuft im Moment die Prüfungsphase. Zwingend erforderliche Praxisformate und Prüfungen, die digital nicht umsetzbar sind, könnten auch im neuen Semester unter Wahrung von geltenden Infektionsschutzmaßnahmen in Präsenz durchgeführt werden, hieß es. Laut einer Mitteilung aus dem Februar ist die Personenzahl in Ausnahmefällen auf 25 Menschen in einem Raum zu begrenzen. Für Studierende sei die Teilnahme freiwillig, bei Nichtteilnahme entstünden ihnen keine Nachteile.

Update, 24. Februar, 17.11 Uhr: Corona-Inzidenzwert in Berlin wieder über 60 - 483 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen ist in Berlin auf über 60 gestiegen. Am Mittwoch verzeichnete die Senatsgesundheitsverwaltung 60,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen und damit erneut etwas mehr als am Vortag (57,9).

Nachdem der Wert wochenlang deutlich gesunken war, kehrte sich der Trend zuletzt wieder um. Die entsprechende Corona-Ampel bleibt damit weiter auf Rot. Auf Gelb würde sie erst ab einem Wert von 30 springen, auf Grün ab 20.

Am Mittwoch wurden 483 Neuinfizierte in Berlin registriert, am Vortag waren es 268. Mittwoch vor einer Woche lag dieser Wert laut Lagebericht bei 445 Neuinfektionen. Die aktuelle Fallzahl stieg auf 127.936. Weitere 15 Menschen sind zudem an oder mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg auf 2781.

Weiterhin Gelb zeigt die Corona-Ampel beim Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten: Er beträgt aktuell 19,1 Prozent. Die Schwelle für ein rotes Ampelsignal liegt bei 25 Prozent.

Die Reproduktionszahl ist dagegen im grünen Bereich: Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, sank von 1,04 am Dienstag auf 0,88.

Auf einem Schild im Tiergarten ist "Fuck Covid-19" gesprüht.
Auf einem Schild im Tiergarten ist "Fuck Covid-19" gesprüht.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 24. Februar, 15.15 Uhr: Gaststättenbranche zeigt sich enttäuscht von Öffnungsplan

Die Gaststättenbranche in Brandenburg dringt auf eine Öffnungsperspektive der Corona-Beschränkungen zu Ostern.

"Man kann den Gastronomen das nicht länger verwehren", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Olaf Lücke, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Er zeigte sich enttäuscht darüber, dass der Stufenplan der Landesregierung die ersten Öffnungen der Gastronomie erst in der dritten Stufe vorsieht.

Die erste Stufe ist derzeit bereits in Kraft mit Wechselunterricht an Grundschulen und grundsätzlich offenen Kitas. In der zweiten Stufe wird die Öffnung des Einzelhandels, der Veranstaltungen im Freien und der Museen genannt. In der vierten Stufe folgt die Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen. Konkrete Termine und Kriterien sind bisher noch nicht bekannt. Weitere Lockerungen hängen auch von der Entwicklung der Infektionszahlen und vom Fortschritt bei den Impfungen ab.

Update, 24. Februar, 14.30 Uhr: Deutlich mehr Coronavirus-Varianten in Brandenburg

Die Zahl der Infektionen mit Coronavirus-Varianten in Brandenburg hat sich innerhalb von zwei Wochen mehr als verfünffacht. Derzeit sind landesweit 273 Infektionen mit Coronavirus-Mutanten registriert, wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte. Vor zwei Wochen waren es noch knapp 50 Fälle.

Unter den Varianten des Coronavirus ist auch in Brandenburg die britische am stärksten vertreten. Bisher sind 257 Fälle davon bekannt, die meisten im Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit 39 vor dem Havelland mit 33 und dem Barnim mit 26 Fällen. Diese Variante wurde zuerst in Großbritannien entdeckt, sie gilt als deutlich ansteckender als frühere Corona-Formen.

Die in Südafrika kursierende Variante (B.1.351) ist bisher neun Mal in Brandenburg bestätigt, die Variante B.1.258 sechs Mal und eine weitere Variante einmal.

Update, 24. Februar, 13.25 Uhr: Corona-Neuinfektionen in einer Woche stagnieren in Brandenburg

Nach einem langsamen Rückgang stagniert in Brandenburg die Zahl neuer Corona-Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Das Gesundheitsministerium gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch mit 63,2 an - wie schon am Dienstag. Der Wert ist bisher ein zentrales Kriterium für Bund und Länder für die Frage, ob und wann es weitere Öffnungen geben kann.

Die Zahl neuer Infektionen nahm in Brandenburg wieder zu: Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 266 neue Fälle. Das ist mehr als am Dienstag, aber weniger als vor einer Woche, als es 294 neue Ansteckungen waren. In den vergangenen Tagen fehlten allerdings Daten mehrerer Kreise und Städte. Vier Menschen starben zuletzt im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung.

Der Hotspot neuer Infektionen ist nicht mehr die Prignitz, sondern der Landkreis Oberspreewald-Lausitz mit knapp 132 neuen Fällen, gefolgt von Elbe-Elster mit rund 121 und Spree-Neiße mit 120,5.

Die Impfungen zum Schutz vor dem Coronavirus haben weiter zugenommen, Brandenburg belegt aber beim Anteil der Erstimpfungen an der Bevölkerung weiter den letzten Platz mit 3,6 Prozent. Bei den Zweitimpfungen liegt Brandenburg mit einer Impfquote von 2,9 Prozent gleichauf mit Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, nur Rheinland-Pfalz hat einen noch höheren Anteil von 3,3 Prozent.

Update, 24. Februar, 13.21 Uhr: Britische Mutante in jeder vierten positiven Corona-Probe in Berlin

Der Anteil der ansteckenderen Variante B.1.1.7 an den Coronavirus-Fällen in Berlin hat weiter zugenommen. In 25 Prozent der positiven Proben aus der vergangenen Woche sei die in Großbritannien entdeckte Mutante nachgewiesen worden, sagte ein Sprecher der Gesundheitsverwaltung am Mittwoch auf Anfrage. Am Freitag war die Verbreitung unter Berufung auf Zahlen der Woche zuvor noch auf 12 Prozent beziffert worden.

Die weitere Zunahme war erwartet worden und entspricht auch ungefähr dem bundesweiten Trend. Der Verband Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) hatte am Dienstag für Deutschland von einem Anteil der Variante in Stichproben von knapp 30 Prozent gesprochen.

Bei den Angaben ist zu berücksichtigen, dass sich die Menschen, deren Proben vergangene Woche untersucht wurden, bereits ein bis zwei Wochen zuvor angesteckt haben dürften. Mutmaßlich könnte der Anteil inzwischen bereits noch höher liegen.

Die Virusvariante B.1.1.7 gilt nach Schätzungen als um mindestens 35 Prozent ansteckender als frühere Formen des Coronavirus. Das bedeutet, dass auf einen Infizierten im Durchschnitt mehr Folgefälle kommen. Die genauen Ursachen für den Effekt sind noch nicht geklärt.

Es wird auch anhand der Erfahrungen anderer europäischer Länder befürchtet, dass der Anteil der Variante weiter rasch und deutlich steigen wird. Das gilt als großes Risiko für die Öffnungspläne. Die rückläufige Tendenz bei den Fallzahlen in Berlin hat sich zuletzt bereits nicht mehr fortgesetzt.

Bei einem Berliner wird im temporären Corona-Testzentrum im Berliner Kitkat-Club ein Abstrich für einen Coronatest genommen.
Bei einem Berliner wird im temporären Corona-Testzentrum im Berliner Kitkat-Club ein Abstrich für einen Coronatest genommen.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 24. Februar, 8.31 Uhr: Trotz Corona-Mutationen: Berlinale hofft auf Sommerausgabe

Die Festivalleitung der Berlinale hofft darauf, trotz Pandemie und Coronavirus-Mutationen im Sommer Filmvorführungen fürs Publikum anbieten zu können. "Man weiß im Moment nicht, wie sich das weiterentwickelt", sagte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben große Hoffnung, dass wir im Juni im Kino stattfinden können, mit allen notwendigen Abstands- und Hygieneregeln."

Die Berlinale wird in diesem Jahr geteilt. Am Montag (1. März) beginnt ein digitaler Branchentreff - dort können Fachleute aus der Filmbranche und Journalisten online Filme schauen. Eine Jury soll dann auch über die Preisträger entscheiden. "Wir werden eine Pressemitteilung dazu verschicken. Und eine sehr schlichte Bekanntgabe machen", sagte Rissenbeek. Die Auszeichnungen sollen im Sommer überreicht werden - dann ist ein mehrtägiges Festival geplant, Zuschauer sollen Filme im Kino und Open-Air anschauen können.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Im Wettbewerb laufen 15 Filme, darunter das Regiedebüt von Schauspieler Daniel Brühl namens "Nebenan", die Literaturverfilmung "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" von Dominik Graf und der neue Film der Französin Céline Sciamma, die zuletzt mit "Porträt einer jungen Frau in Flammen" in Cannes erfolgreich war.

Update, 24. Februar, 7.58 Uhr: Ungenutzer Astrazeneca-Impfstoff - Senatorin will Obdachlose impfen

Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) will mit einem Teil der übrig gebliebenen Astrazeneca-Dosen die rund 3000 Obdachlosen in den Notunterkünften gegen Corona impfen. "Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herum liegen", sagte Breitenbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag).

Es sei deshalb richtig, dass über eine neue Priorisierung diskutiert werde. "Wir dürfen dabei aber nicht diejenigen vergessen, die keine laute Lobby haben", sagte Breitenbach. Obdachlose dürften jetzt nicht aus dem Blick geraten.

Obdachlose haben ihr Lager unter einer Brücke an der Friedrichstraße aufgeschlagen.
Obdachlose haben ihr Lager unter einer Brücke an der Friedrichstraße aufgeschlagen.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 23. Februar, 18.56 Uhr: Corona-Inzidenzwert in Berlin weiter über 50 - 268 Neuinfektionen

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen verharrt in Berlin weiter über 50. Am Dienstag registrierte die Senatsgesundheitsverwaltung 57,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen und damit erneut etwas mehr als am Vortag (57,2). Nachdem der Wert wochenlang deutlich gesunken war, kehrte sich der Trend zuletzt wieder um.

Die entsprechende Corona-Ampel bleibt damit weiter auf Rot. Auf Gelb würde sie erst ab einem Wert von 30 springen, auf Grün ab 20.

Am Montag wurden 268 Neuinfizierte in Berlin registriert. Die Fallzahl stieg damit auf 127.453. 26 Menschen sind zudem an oder mit dem Virus gestorben. Die Zahl der Todesfälle seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 2766 in Berlin.

Weiterhin Gelb zeigt die Corona-Ampel beim Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten: Er beträgt aktuell 19,4 Prozent. Die Schwelle für ein rotes Ampelsignal liegt bei 25 Prozent.

Die Reproduktionszahl ist dagegen im grünen Bereich: Der sogenannte R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, sank von 1,24 am Montag auf nun 1,04.

Titelfoto: Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

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