Coronavirus in Berlin: Senat verlängert Lockdown bis Ende März

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.
Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 131.136 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 608 neue Fälle hinzu. Bislang sind 2874 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 4. März)

Der Berliner Senat hat den Lockdown bis Ende März verlängert.

Die Geschäfte in Berlin dürfen ab dem 9. März Woche unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form wieder öffnen. Einkaufen soll dann mit vorher gebuchten Terminen möglich sein.

Friseure dürfen bereits seit dem 1. März wieder loslegen.

Mit einer schrittweisen Öffnung der Schulen geht es bereits am 22. Februar los.

Für Schüler der Klassenstufen 1 bis 3 ist dann Wechselunterricht in halber Klassengröße geplant. Sie werden also in geteilten Lerngruppen abwechselnd in der Schule und mithilfe digitaler Lösungen zu Hause unterrichtet. Auch der Kita-Betrieb wird ab 22. Februar wieder schrittweise hochgefahren.

Wie bisher schon sind sie zudem angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und auf Reisen zu verzichten. Künftig sind aber private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt wieder möglich, beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre.

Das Verbot, Alkohol zu trinken, gilt nur noch in Grünanlagen sowie auf Parkplätzen. Das Verbot für den öffentlichen Raum insgesamt wird gestrichen. Bibliotheken dürfen wieder Leihbetrieb anbieten.

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Update, 4. März, 18.46 Uhr: Müller: Wir sind in einer der schwierigsten Phasen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat vor weitreichenden Lockerungen der Corona-Maßnahmen gewarnt. Sie könnten all das kaputt machen, was erreicht worden sei, sagte er nach einer Sondersitzung des Senats am Donnerstagabend. Auch in den nächsten Wochen sei es wichtig, einen verantwortungsvollen Weg zu wählen.

"Wir sind in einer der schwierigsten Phasen dieser gesamten Pandemiebekämpfung, vielleicht sogar in der schwierigsten", warnte Müller.

Berlin habe viel Positives erreicht. "Wir haben Tausende Menschenleben retten können", so der SPD-Politiker. "Trotz dieser ganzen Erfolge sehen wir jetzt, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein müssten und sein wollen." Die Infektionszahlen stagnierten oder stiegen sogar wieder. "Wir haben auf der anderen Seite auch schon Impferfolge. Wir sehen, dass wir durch das Durchimpfen bei den Hochbetagten in den Pflegeheimen deutlich weniger Todesfälle haben", so der Regierende Bürgermeister. "Daraus folgt, dass einige sagen: Lasst uns doch die Inzidenzen einfach vergessen." Müller warnte vor solchen Schlüssen. "Wir sehen, dass wir noch längst nicht über den Berg sind."

Entscheidend sei, die richtige Balance zu finden. "Was uns alle bewegt und berührt ist, dass wir merken, dass die Menschen auch emotional an ihre Grenzen kommen, dass eine Belastungsgrenze erreicht ist nach diesen Monaten der Einschränkungen." Die Beschlüsse des Senats, den Lockdown zu verlängern und gleichzeitig weitere Lockerungen zu ermöglichen, seien deshalb richtig. "Es ist ein großer Schritt nach vorne", sagte Müller.

Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, äußert sich bei einer Pressekonferenz nach der Sondersitzung des Berliner Senats im Roten Rathaus zu den Beschlüssen der Berliner Landesregierung.
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, äußert sich bei einer Pressekonferenz nach der Sondersitzung des Berliner Senats im Roten Rathaus zu den Beschlüssen der Berliner Landesregierung.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 4. März, 17.14 Uhr: Senat verlängert Lockdown bis Ende März

Der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie wird in Berlin bis zum 28. März verlängert. Gleichzeitig sollen künftig abhängig von der Entwicklung der Infektionslage aber eine Reihe weiterer Lockerungsschritte möglich sein.

Das beschloss der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Sondersitzung.

Update, 4. März, 17.04 Uhr: Mehr als 600 neue Corona-Infektionen - Inzidenzwert steigt auf 70

In Berlin ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiter gestiegen. 608 neue Ansteckungen seien registriert worden, hieß es im Lagebericht der Senatsverwaltung für Gesundheit am Donnerstag. Am Mittwoch lag die Zahl noch bei 447. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche stieg auf 70,5 (Vortag 67,8).

Die Corona-Warn-Ampel zeigt für dieses Kriterium weiter eindeutig Rot. Auf Gelb würde sie erst ab einem Wert von 30 springen, auf Grün ab 20.

Zwölf weitere Menschen starben im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Insgesamt gab es 2874 registrierte Todesfälle. Die Zahl der Corona-Fälle stieg auf 131.136 seit Beginn der Pandemie. Davon gelten 122.762 Menschen als genesen.

Gelb zeigte die Berliner Corona-Ampel beim Anteil der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten. Er lag weiter bei 18,1 Prozent. Auf Rot springt die Ampel hier bei einem Wert von 25 Prozent. Grün zeigt die Corona-Ampel bei der Reproduktionszahl 0,8.

Update, 4. März, 16.51 Uhr: Berliner Geschäfte dürfen ab Dienstag öffnen - Kunden brauchen Termin

Die Geschäfte in Berlin dürfen in der nächsten Woche unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form wieder öffnen. Einkaufen soll dann mit vorher gebuchten Terminen möglich sein.

Darauf einigte sich der Senat am Donnerstag und setzte damit wie erwartet die entsprechende Vereinbarung zur Corona-Pandemie von Bund und Ländern vom Mittwoch um, wie Teilnehmer berichteten. Bleibt der Corona-Inzidenzwert bei Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche unter 100, dürfen die Geschäfte abhängig von der Ladengröße eine jeweils begrenzte Anzahl von Kunden zum Einkaufen einlassen. Termine müssen aber vorher über das Internet gebucht werden.

In Gartenmärkten und Gartencentern kann auch ohne Buchung eingekauft werden. Buchhandlungen haben in Berlin schon geöffnet. Die Regelungen können ab Dienstag genutzt werden, der Montag ist in Berlin Feiertag. Steigen die Infektionszahlen wieder über 100 können die erlaubten Öffnungen wieder zurückgenommen werden. Sinken sie hingegen unter 50, soll das Einkaufen weiter erleichtert werden.

Die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche lag in Berlin am Mittwoch bei 67,8, etwas unter dem Wert des Vortags (68,5). Die Corona-Warn-Ampel zeigt für dieses Kriterium weiter Rot - auf Gelb würde sie erst ab einem Wert von 30 springen, auf Grün ab 20.

Update, 4. März, 16.14 Uhr: Senat lockert Kontaktbeschränkungen - Treffen werden wieder leichter

Treffen mit Freunden und Bekannten werden in Berlin trotz der anhaltenden Corona-Pandemie wieder leichter. Künftig sind private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt wieder möglich, beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre.

Darauf hat sich der Senat am Donnerstag nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur bei seiner Sondersitzung verständigt. Bisher durfte sich ein Hausstand nur mit einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

Berlin setzt damit eine Vereinbarung der Bund-Länder-Schalte vom Mittwoch um, bei der die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten haben. Details will der Senat bei einer Pressekonferenz nach dem Ende der Sondersitzung mitteilen.

Menschen stehen in einer Schlange vor dem Eingang zur Gedenkhalle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz.
Menschen stehen in einer Schlange vor dem Eingang zur Gedenkhalle der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am Breitscheidplatz.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. März, 15.41 Uhr: Woidke: Weiterführende Schulen sollen Mitte März öffnen

Nach den Grundschulen sollen in Brandenburg vom 15. März an auch die weiterführenden Schulen wieder öffnen. "Wir wollen Mitte März auch in den weiterführenden Schulen in den Wechselunterricht gehen", kündigte Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung des Brandenburger Landtags an.

Dies solle begleitet werden mit mehr Schnelltests an den Schulen, ebenso wie in den Kitas, sagte Woidke. Seit dem 22. Februar sind bereits die Grundschulen im Wechselunterricht geöffnet.

Zudem solle für jeden Bürger ab Montag wöchentlich ein Schnelltest zur Verfügung stehen, kündigte der Regierungschef an. Die Neuregelung der Corona-Beschränkungen mit der siebten Eindämmungsverordnung soll am Freitag im Kabinett beschlossen werden, erklärte Woidke.

Update, 4. März, 15.16 Uhr: Ab der kommenden Woche Corona-Impfungen in Berliner Arztpraxen

Die ersten Berliner Arztpraxen bieten ab der kommenden Woche Corona-Impfungen an. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin am Donnerstag mit. Nach Inkrafttreten der neuen Impfverordnung sind in der Anfangsphase den Angaben zufolge rund 100 Praxen beteiligt, darunter Hausarztpraxen und solche mit Schwerpunkt auf Diabetologie und Onkologie. Im nächsten Schritt sollen der KV zufolge flächendeckend alle Arztpraxen einbezogen werden.

Die KV Berlin geht nach eigenen Angaben davon aus, dass in den Praxen in der Startphase der Astrazeneca-Impfstoff genutzt wird und je nach Lieferaufkommen weitere Impfstoffe folgen. Wer geimpft wird, entscheide sich nach den Vorgaben der Impfverordnung. Die 100 Modellpraxen laden laut KV ausschließlich solche ihrer Patienten ein, die an einer entsprechenden chronischen Erkrankung leiden und zwischen 18 und 64 Jahre alt sind.

Die Berliner KV begrüßte, dass der Gesetzgeber mit der Änderung der Impfverordnung den Weg für das Impfen in den Praxen frei mache. "Wir sind vorbereitet und freuen uns, dass sich bereits viele Praxen bei uns gemeldet haben, die beim Impfen dabei sein wollen", teilte der KV-Vorstand mit. Derzeit liefen die Vorbereitungen noch, die KV rechnet aber damit, bis Ende der kommenden Woche mit dem Impfen in den Modellpraxen starten zu können.

Update, 4. März, 14.43 Uhr: Berliner Senat berät auf Sondersitzung über Corona-Strategie

Der Berliner Senat ist am Donnerstagnachmittag zu einer Sondersitzung zusammengekommen, um sein weiteres Vorgehen in der Corona-Pandemie zu beraten. Erwartet wird eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende März, wie es Bund und Länder bei ihrer Videoschalte am Mittwoch grundsätzlich vereinbart haben.

Gleichzeitig soll es aber weitere Lockerungsschritte geben und eine Öffnungsperspektive etwa für den Einzelhandel und die Kulturbranche. Entsprechende Forderungen waren zuletzt immer lauter zu hören.

Denkbar sind auch in Berlin Erleichterungen bei den Kontaktbeschränkungen, auf die sich die Runde der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geeinigt hatte. Danach sollen schon ab kommender Woche wieder Treffen des eigenen mit einem weiteren Hausstand möglich sein. Derzeit sind private Zusammenkünfte nur im Kreis des eigenen Hausstands mit einer weiteren Person erlaubt. Details will der Senat im Anschluss an die Sitzung bei einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Erste Schritte in Richtung Öffnung nach dem Inkrafttreten des Lockdowns Mitte Dezember hat es in Berlin bereits gegeben: Seit Montag dürfen trotz der anhaltenden Corona-Pandemie die Friseursalons wieder öffnen.

Und schon seit dem 22. Februar dürfen die Kinder der ersten drei Klassenstufen zumindest zum Teil zurück in der Schule, im Wechsel mit digitalem Lernen zu Hause und in verkleinerten Lerngruppen. Die 4. bis 6. Klassen sollen laut der Berliner Bildungsverwaltung ab 9. März folgen. Auch die Berliner Kitas sollen dann grundsätzlich wieder für alle Kinder offen stehen.

Update, 4. März, 14.04 Uhr: In Brandenburg deuten sich landesweite Öffnungsschritte an

In Brandenburg bahnen sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur landesweite Lockerungen der Corona-Beschränkungen im Fall niedriger Infektionszahlen an.

Am Donnerstag sprach sich in einer Telefonkonferenz des Kabinetts mit Kreisen und kreisfreien Städten eine große Mehrheit der Kommunalvertreter dafür aus. Damit würde auf Öffnungen je nach Entwicklung in Landkreisen und kreisfreien Städten verzichtet, auch um Fahrten "von hier nach da" zu vermeiden. Das Kabinett will bis Freitag darüber entscheiden.

Bund und Länder hatten am Mittwoch grundsätzlich eine Verlängerung des Lockdowns bis zum 28. März beschlossen. In Ländern oder Regionen zwischen 50 und 100 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche soll der Einkauf im Einzelhandel und der Besuch von Museen ab 8. März mit Termin erlaubt werden, bei unter 50 gilt eine Personenbegrenzung. Weitere Öffnungen sind davon abhängig, ob sich der Wert zwei Wochen lang nicht verschlechtert. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Donnerstag in Brandenburg bei 64,2 - also zwischen 50 und 100. Die Märkische Oderzeitung schrieb ebenfalls über die landesweite Regelung.

Update, 4. März, 13.42 Uhr: Weiterführende Schulen sollen in Brandenburg am 15. März wieder öffnen

Drei Wochen nach den Grundschulen sollen in Brandenburg auch die weiterführenden Schulen der Sekundarstufen 1 und 2 bald wieder öffnen.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist die Öffnung dieser Schulen im Wechselunterricht für den 15. März geplant. Zuerst hatte die Märkische Oderzeitung (online) darüber berichtet.

Erwartet wird, dass Regierungschef Dietmar Woidke (59, SPD) die weiteren Schulöffnungen am Nachmittag in der Sondersitzung des Landtags ankündigen wird. Dort will der Ministerpräsident die Umsetzung der Beschlüsse von Bund und Ländern zum weiteren Umgang mit den Corona-Beschränkungen erläutern.