Coronavirus in Berlin: Zwei weitere Fälle von Virus-Mutation am Humboldt-Klinikum

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.
Die Corona-Infektionszahlen in Berlin steigen weiter dramatisch an.  © dpa/Paul Zinken

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 117.124 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 369 neue Fälle hinzu. Bislang sind 2067 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 25. Januar)

Nach längeren Debatten steht nun fest, dass ein harter Lockdown nicht nur verlängert, sondern auch noch verschärft wird. Dieser soll zunächst bis 14. Februar gelten.

Viele Geschäfte müssen schließen, etwa Friseure, Kosmetiksalons oder Läden für Kleidung. Ausgenommen sind unter anderem der Lebensmitteleinzelhandel, Wochenmärkte für Lebensmittel, Apotheken, Sanitätshäuser und Drogerien.

Die seit Wochen geltenden strengen Regeln für private Treffen - maximal fünf Personen aus maximal zwei Haushalten plus Kinder - werden noch einmal verschärft. Künftig sind private Zusammenkünfte nur noch im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.

Laut Senatskanzlei sind die Menschen "angehalten", Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und die eigene Wohnung nur aus triftigem Grund zu verlassen. Das können Einkäufe, Behördengänge, Arztbesuche, die Pflege von Angehörigen, Gassigehen mit dem Hund oder sportliche Aktivitäten sein.

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Update, 26. Januar, 13.06 Uhr: Zwei weitere Fälle von Virus-Mutation am Humboldt-Klinikum

Am Berliner Vivantes Humboldt-Klinikum sind zwei weitere Fälle der britischen Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Insgesamt seien damit 24 Fälle bekannt, darunter 14 Patienten und 10 Mitarbeiter.

Das sagte der Leiter des Gesundheitsamts Reinickendorf, Patrick Larscheid, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Er sprach von einer "erfreulichen Nachricht", denn es stünden momentan keine weiteren Testergebnisse aus. Es waren rund 1700 Mitarbeiter und mehr als 500 Patienten untersucht worden.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende. Weil in dem Krankenhaus in der vergangenen Woche Infektionen mit dem Virus bekannt wurden, war ein Aufnahmestopp verhängt worden.

Eine Frau mit Maske läuft am Vivantes Humboldt-Klinikum vorbei.
Eine Frau mit Maske läuft am Vivantes Humboldt-Klinikum vorbei.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 26. Januar, 11.04 Uhr: Weniger neue Corona-Infektionen in Brandenburg - Aber mehr Todesfälle

Die Zahl neuer Ansteckungen mit dem Coronavirus geht in Brandenburg merklich zurück. Innerhalb eines Tages hätten die Gesundheitsämter 352 neue Fälle gemeldet, teilte das Gesundheitsministerium am Dienstag in Potsdam mit. Vor einer Woche waren es landesweit 644 neue Infektionen.

Allerdings ist die Zahl zusätzlicher Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung mit 58 in die Höhe geschnellt. Vor einer Woche waren es 83 neue Todesfälle und damit ein Höchststand. Die Zahl der Corona-Patienten, die in Krankenhäusern behandelt werden, sank mit 977 unter 1000.

Der Wert neuer Infektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche sinkt für ganz Brandenburg weiter, er lag am Dienstag bei knapp 173 nach 183 am Montag. Das Ziel von Bund und Ländern ist, dass diese Zahl unter 50 liegt. Hotspot bleibt der Kreis Ostprignitz-Ruppin mit einem Wert von 368. Ab einem Inzidenzwert von 300 müssen Kitas schließen. Die Landeshauptstadt Potsdam ist unter die Marke von 100 gefallen.

In Brandenburg sind bisher 63.024 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden, ein Plus im Vergleich zum Vortag von 3479. Darunter sind 1145 Menschen, die schon eine zweite Impfung erhalten haben.

Update, 26. Januar, 8.17 Uhr: Polizei:Krankenhäuser fordern freie Hand bei Tests auf Corona-Mutation

Patienten und Personal in den deutschen Krankenhäusern sollten aus Sicht der Träger häufiger auf Mutationen des Coronavirus getestet werden. "Wir müssen, vielleicht auch mit Hilfe des Robert Koch-Instituts, die Teststrategie in den Krankenhäusern offensiver gestalten, weiter aufmachen", sagte der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Georg Baum, am Dienstag im Inforadio vom RBB.

Eine Schließung von Krankenhäusern wie im Fall des Berliner Humboldt-Klinikums müsse die Ausnahme bleiben. Sonst breche die medizinische Versorgung zusammen, warnte Baum. Deshalb müsse die Prävention durch Tests gestärkt werden.

"Wir hören immer wieder aus den Krankenhäusern: Wenn die Krankenhäuser das zwei, drei Mal bei einem Patienten machen, gibt es dann gleich Schwierigkeiten mit der Bereitschaft der Kassen, die Rechnungen zu übernehmen." Beim Personal sei die Testung nur auf Anweisung der Gesundheitsämter möglich. Sobald eine Mutation auch nur vermutet werde, müsse den Krankenhäusern stattdessen freigestellt werden, wie häufig getestet wird.

Im Humboldt-Krankenhaus in Berlin-Reinickendorf gilt seit Samstag ein Aufnahmestopp, weil dort eine Mutation des Coronavirus festgestellt wurde. Für die Behandlung von Covid-19-Patienten in Berlin sei das Haus eine zentrale Station, sagte Baum. Die Schließung eines zweiten oder dritten Hauses dürfe in Berlin nicht dazukommen.

Eine Fußgängerin läuft mit Mundschutz am Berliner Fernsehturm vorbei.
Eine Fußgängerin läuft mit Mundschutz am Berliner Fernsehturm vorbei.  © Dorothee Barth/dpa

Update, 26. Januar, 6 Uhr: Polizei: Kleine Corona-Proteste statt großer Demonstration

Der Protest gegen die Corona-Gesetze zeigt sich nach Einschätzung der Polizei derzeit nicht mehr in Form großer Demonstrationen. "Es gibt im Moment mehr kleinere Aktionen und ich kann mir auch vorstellen, dass das ein neuer Trend werden könnte", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur.

"Derzeit begegnen uns etwa Spaziergänge, die immer wieder in Alt-Köpenick stattfinden. Wir sehen auch Ausweich-Anmeldungen: als Parteigründung, als Gottesdienst oder als Lauftreff getarnt." Protestierer würden versuchen, Möglichkeiten zu finden, um ohne Maske und ohne Vorschriften ihre Meinung zu zeigen und zu demonstrieren, sagte Slowik. "Dieses Vorgehen, bestimmte rechtliche Lücken zu nutzen, könnte sich noch verstärken."

Update, 25. Januar, 19.09 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen geht in Berlin weiter zurück

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen geht in Berlin weiter zurück, liegt aber immer noch deutlich im roten Bereich. Am Montag gab die Gesundheitsverwaltung die sogenannte 7-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche - mit 108,4 an. Am Sonntag lag dieser Wert bei 110,3. Als Zielmarke in Deutschland gilt ein Wert von weniger als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 7 Tagen.

Die Corona-Ampel zeigt bei der 7-Tage-Inzidenz weiter Rot - ebenso bei der Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten. Hier liegt die Quote unverändert bei 30,5 Prozent. Bei der Reproduktionszahl (R-Wert) ist die Ampel unverändert grün. Der R-Wert lag dem Lagebericht zufolge am Montag bei 1,04 - nach 1,00 am Vortag. Er beschreibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Um die Pandemie zu bremsen, muss dieser Wert Experten zufolge deutlich kleiner sein als 1.

Die Gesundheitsverwaltung meldete für Montag 369 weitere Corona- Infektionen, am Sonntag waren es 160 Neuinfektionen. Insgesamt wurden bisher in Berlin 117.124 Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet, 102.144 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg auf 2067 - das sind 27 mehr als am Vortag.

Update, 25. Januar, 18.56 Uhr: In Brandenburger Pflegeheimen zeichnet sich große Impfbereitschaft ab

In Brandenburger Pflegeheimen zeichnet sich nach ersten Einschätzungen der Träger eine große Impfbereitschaft ab. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben.

Die mobilen Impfteams seien in enger Abstimmung mit den Angehörigen und schafften ein angenehmes Umfeld, begründete die Geschäftsführerin des Landesverbandes der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Anne Baaske, die positive Entwicklung.

Allein in Ostbrandenburg wollen sich nach Einschätzung des AWO-Bezirksverbandes 90 Prozent der Bewohner von Einrichtungen des Trägers impfen lassen.

Von hoher Impfbereitschaft in ihren Pflegeeinrichtungen berichteten auch der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes Brandenburg (DRK). Sprecherin Marie-Christin Lux sagte, 8 der insgesamt 14 DRK-Pflegeheime hätten bereits Erst-Impfungen durchgeführt. In Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) habe auch schon eine zweite Impfung stattgefunden. Der ASB betreibt landesweit 22 Einrichtungen.

Update, 25. Januar, 18.49 Uhr: Kontrollen bei Flügen aus besonderen Gefahrengebieten

Die Bundespolizei hat mit Blick auf die Corona-Pandemie ihre Kontrolle von Flügen am Flughafen BER in Schönefeld intensiviert. Am Sonntag seien sieben Flüge aus sogenannten Hochinzidenzgebieten kontrolliert worden.

Die meisten Passagiere hätten die erforderlichen Nachweise gehabt, teilte die Behörde am Montag mit. 40 Menschen seien wegen eines fehlenden Corona-Tests an ein Testzentrum verwiesen worden. In 58 Fällen gab es Mängel bei den Formalien.

Hochinzidenzgebiete sind Länder mit deutlich höheren Infektionszahlen als Deutschland. Dazu zählen in der Regel Länder mit einem Inzidenzwert über 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche. Es können aber auch weitere Länder unter dieser Marke unter bestimmten Bedingungen zu Hochinzidenzgebieten erklärt werden.

In diese seit Sonntag geltende Kategorie fallen neben anderen Ländern auch die Urlaubsländer Spanien, Portugal und Ägypten, die USA, das Nachbarland Tschechien und mehrere Balkanländer. Die Bundespolizei verwies auf die Übersicht des Robert Koch-Instituts, die auch Risikogebiete und Virusvarianten-Gebiete auflistet.

Update, 25. Januar, 18.40 Uhr: Erstmals außerhalb von Kliniken: Breitet sich Corona-Mutation weiter aus?

Steigt jetzt die Gefahr einer Ausbreitung? Mit der erstmals in Großbritannien entdeckten Mutation des Coronavirus haben sich nach Angaben des Reinickendorfer Gesundheitsamts-Leiters Patrick Larscheid inzwischen mindestens auch zwei Personen außerhalb eines Berliner Krankenhauses infiziert.

In einem Fall sei eine Angehörige eines entlassenen Patienten betroffen, in einem anderen Fall eine Person, die Kontakt zu einem entlassenen Patienten hatte, aber nicht zu seinem Haushalt gehöre.

Larscheid rechne außerdem damit, dass die Variante in ausstehenden Testergebnissen eine Rolle spielen werde. Er warnte aber dennoch davor, die Situation zu dramatisieren. Das Geschehen sei noch begrenzt.

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Mittlerweile sollen sich auch zwei Personen außerhalb der Vivantes-Kliniken mit der britischen Corona-Mutation infiziert haben.
Mittlerweile sollen sich auch zwei Personen außerhalb der Vivantes-Kliniken mit der britischen Corona-Mutation infiziert haben.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 16.48 Uhr: Amtsarzt zu Virus-Mutation: Kein berlinweites Geschehen

Nach Angaben des Reinickendorfer Gesundheitsamts-Leiters Patrick Larscheid handelt es sich bei Infektionen mit der Coronavirus-Mutation um ein begrenztes Geschehen am Vivantes Humboldt-Klinikum.

Es gebe keine über die ganze Stadt verteilten Hotspots, sagte er am Montag. Wie der Virus-Typ B.1.1.7 in das Klinikum kam, sei noch unklar. "Wir wissen im Moment überhaupt nicht, wie der Weg ist", so Larscheid.

An Vivantes-Kliniken ist inzwischen bei 24 Personen die gefährliche Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. 22 Fälle sind am Humboldt-Klinikum bekannt. Darüber hinaus seien am Spandauer Vivantes-Klinikum zwei weitere Personen betroffen, sagte der geschäftsführende Direktor des Vivantes Humboldt-Klinikums, Jürgen Kirschbaum, am Montag. Weitere Befunde nach Testungen stehen demnach noch aus.

Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende.

Nach Angaben des Reinickendorfer Gesundheitsamts-Leiters Patrick Larscheid handelt es sich bei Infektionen mit der Coronavirus-Mutation um ein begrenztes Geschehen am Vivantes Humboldt-Klinikum.
Nach Angaben des Reinickendorfer Gesundheitsamts-Leiters Patrick Larscheid handelt es sich bei Infektionen mit der Coronavirus-Mutation um ein begrenztes Geschehen am Vivantes Humboldt-Klinikum.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 25. Januar, 15.51 Uhr: Bislang 24 Fälle von Virus-Mutation an Berliner Vivantes-Kliniken

An Berliner Vivantes-Kliniken ist inzwischen bei 24 Personen die gefährliche Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. 22 Fälle sind am Humboldt-Klinikum bekannt.

Darüber hinaus seien am Spandauer Vivantes-Klinikum zwei weitere Personen betroffen, sagte der geschäftsführende Direktor des Vivantes Humboldt-Klinikums Jürgen Kirschbaum am Montag. Weitere Befunde stehen demnach noch aus. Der Virus-Typ B.1.1.7 war bisher vor allem in Großbritannien aufgetreten. Die Variante ist Experten zufolge leichter übertragbar und womöglich auch tödlicher als die bislang vorherrschende.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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