Coronavirus in Berlin: Corona breitet sich mit unveränderter Geschwindigkeit aus

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Viele Gäste sitzen an Pfingstsonntag im Prater, einem Biergarten in Mitte.
Viele Gäste sitzen an Pfingstsonntag im Prater, einem Biergarten in Mitte.  © Annette Riedl/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin 182.167 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 259 neue Fälle hinzu. Bislang sind 3581 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 29. Juli)

Durch den zuletzt starken Rückgang der Corona-Infektionszahlen können sich Berliner früher als geplant über weitere Lockerungen freuen. Teile des Mitte Mai vereinbarten Stufenplans werden vorgezogen.

Coronavirus: Tschechien schenkt geimpften Staatsbeamten freie Tage
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Ab Freitag (4. Juni) dürfen Kneipen und Restaurants in Berlin wieder ihre Innenräume für Gäste mit negativem Test öffnen. Draußen geht's auch ohne Test. Das gilt auch für das Einkaufen in den Geschäften und für das Freibad.

Erlaubt sind Veranstaltungen im Freien mit bis zu 500 Teilnehmern. Drinnen sollen es maximal 100 Menschen sein. Auch private Treffen sind künftig wieder mit mehr Menschen zugelassen.

Nach der erfolgreichen Klage von zwei Grundschülern gegen das Wechselmodell kehren die Schulen am 9. Juni für die zwei Wochen bis zu den Sommerferien wieder zum regulären Unterricht zurück. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte dafür tägliche Tests. Ab dem 11. Juni dürfen zudem die Hotels wieder Touristen aufnehmen.

Bürgermister Michael Müller (56, SPD) betonte, durch das Impfen seien viele Menschen geschützt. "Aber die Inzidenzen machen deutlich: wir haben die Pandemie noch nicht besiegt."

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Update, 30. Juli, 13.34 Uhr: Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an Bund zurückgeben

Studierende an Berliner Hochschulen müssen wegen der Corona-Pandemie geimpft, genesen oder getestet sein, um im Wintersemester an den geplanten Präsenzangeboten teilzunehmen. Der Nachweis über ein negatives Testergebnis dürfe nicht älter sein als 48 Stunden, heißt es in einem Eckpunktepapier, auf das sich die Senatskanzlei Wissenschaft und Forschung und die Landeskonferenz der Rektoren und Präsidenten der Berliner Hochschulen verständigten. Es ist am Freitag veröffentlicht worden.

Angestrebt wird demnach, "dass alle Studierenden die Möglichkeit haben werden, in Präsenz zu studieren". Es könnten allerdings "nach wie vor digitale Lehrangebote erforderlich sein", hieß es. Berlins Regierender Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) hat Studierende per Brief aufgerufen, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen, um die Rückkehr auf den Campus zu unterstützen, wie am Donnerstag bekanntgegeben worden war.

Laut dem Papier kann von der Pflicht zum Einhalten von 1,50 Metern Mindestabstand abgesehen werden - je nach Umständen und Infektionsgeschehen. In Hochschulgebäuden gilt demnach Maskenpflicht, Anwesenheiten sollen für die Kontaktverfolgung dokumentiert werden.

Anfang September wollen die Beteiligten anhand der Pandemielage prüfen, ob sie bei den vereinbarten Punkten noch etwas ändern müssen. Das Wintersemester an den Universitäten beginnt am 18. Oktober, die privaten Hochschulen und Fachhochschulen starten bereits früher. Schon im Sommersemester hatte es erste Öffnungsschritte gegeben.

Update, 30. Juli, 7 Uhr: Berlin will bis zu 62.400 Impfdosen an Bund zurückgeben

Berlin will bis zu 62.400 nicht genutzte Impfdosen gegen Corona an den Bund zurückgeben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus der Gesundheitsverwaltung. Demnach handelt es sich um den aktuellen Lagerbestand des Vakzins von Astrazeneca, der noch mehrere Monate haltbar ist.

Der Impfstoff wird schon seit längerem kaum noch nachgefragt. Ein Grund ist die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko), zum besseren Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Delta allen mit Astrazeneca Erstgeimpften beim zweiten Piks einen mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer oder Moderna zu verabreichen.

In einem der dpa vorliegenden Schreiben hat der Bund den Ländern nun die Möglichkeit eröffnet, «Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen», an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben. Hamburg etwa will vor dem Hintergrund rund 60 000 Impfdosen von Astrazeneca zurückgeben, andere Länder prüfen noch.

Ein Mitarbeiter des Impfzentrums in den Messehallen nimmt eine Impfdose vom Impfstoff Astrazeneca vom Tisch.
Ein Mitarbeiter des Impfzentrums in den Messehallen nimmt eine Impfdose vom Impfstoff Astrazeneca vom Tisch.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 29. Juli, 22.28 Uhr: Müller sieht Schulen gut gerüstet für neues Schuljahr

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller geht davon aus, dass die Schulen für den Start des neuen Schuljahres in Corona-Zeiten gut gerüstet sind. Dort habe es zuletzt sehr positive Entwicklungen gegeben, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in der RBB-"Abendschau". So stünden inzwischen 11 000 Luftfilter zur Verfügung, also für jeden zweiten Klassenraum. Und: "Wir haben die Testmöglichkeiten, die wir vorher nicht hatten." Zudem gebe es jetzt Gespräche, dass auch die Kinder geimpft werden können, wenn sie und ihre Eltern es wollen. "Das ist doch etwas, was den Schulalltag auch absichert", sagte Müller.

Müller zeigte sich offen für den Einsatz neuartiger und einfacherer sogenannter Lolli-Corona-Tests an den Schulen und verwies auf einen Modellversuch dazu an 60 Schulen. Da sei Berlin ebenfalls auf der Höhe der Zeit. "Wir sichern nur erst mal mit drei Tests pro Woche den Start des Schulbetriebs ab mit einem Testverfahren, dass wir kennen mit sicheren Ergebnissen", fügte er hinzu. An den 60 Modell-Schulen werde aber bereits der nächste Schritt vorbereitet. Unterrichtsstart nach den Sommerferien ist am 9. August.

Update, 29. Juli, 8.03 Uhr: Berliner Behörden durchsuchen weiter Corona-Teststellen

Die Berliner Ermittlungsbehörden haben die Durchsuchungen zahlreicher Corona-Teststellen wieder aufgenommen. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag mit.

Es habe bislang jedoch keine Festnahmen gegeben. "Man muss erst einmal gucken, was man findet, was da abgerechnet wurde", sagte Steltner. Welche Beweismittel festgestellt wurden, könne er noch nicht sagen.

Bereits am Mittwoch hatten mehr als 200 Beamte des Landeskriminalamts und der Landespolizeidirektion nach Polizeiangaben zahlreiche Teststellen durchsucht. Es gebe mehr als 50 Tatverdächtige.

"Ausgangspunkt waren Verdachtsmomente auf einen Abrechnungsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Schnelltests im Bezirk Neukölln", erklärte Steltner. Möglicher Betrug mit Schnelltests beschäftigt seit Monaten die Verantwortlichen. In mehreren Bundesländern wurden Verdachtsfälle bekannt.

Update, 29. Juli, 8.03 Uhr: Corona breitet sich mit unveränderter Geschwindigkeit aus

Die Ausbreitung des Coronavirus in Berlin beschleunigt sich derzeit nicht weiter. Nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts infizierten sich in den vergangenen sieben Tagen 24,8 Menschen je 100.000 Einwohner.

Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz verharrt damit am dritten Tag in Folge auf diesem Wert. Vor einer Woche hatte sie bei 22,6 gelegen.

Bundesweit haben sich in den vergangenen sieben Tagen 16 von 100.000 Einwohnern mit dem Virus angesteckt. Unter allen Bundesländern verzeichnet Berlin den zweithöchsten Wert nach Hamburg. Einzelne Landkreise sind jedoch deutlich stärker betroffen. Seit Beginn der Pandemie haben sich in der Bundeshauptstadt nach den amtlichen Zahlen 182.630 Menschen infiziert.

Update, 29. Juli, 7.28 Uhr: Bildungsministerin: Jede Impfung hilft, Schulen offen zu halten

Erwachsene können aus Sicht von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) dazu beitragen, dass die Schulen in der Corona-Pandemie nicht schließen müssen. "Jeder geimpfte Erwachsene trägt dazu bei, dass die Schulen nicht geschlossen werden müssen", sagte Ernst am Donnerstag im Inforadio des RBB.

Sie werde alles dafür tun, dass die Schulen offen bleiben können. "Jugendliche haben wirklich gelitten in der Pandemie", sagte Ernst. Sie kündigte an, dass an Oberstufenzentren mobile Teams Impfungen anbieten werden.

Am 9. August beginnt nach den Sommerferien wieder der Unterricht. Schülerinnen und Schüler müssen weiter einen Mund-Nasen-Schutz tragen und sich regelmäßig testen. In den Grundschulen gilt die Maskenpflicht zunächst für die ersten zwei Schulwochen.

Update, 28. Juli, 16.05 Uhr: Brandenburger Grundschüler müssen zunächst auch Masken tragen

Auch die Brandenburger Grundschüler müssen in den ersten beiden Wochen nach dem Start des neuen Schuljahrs am 9. August im Unterricht und im Hort Masken tragen. Dies entschied das Brandenburger Kabinett in der neuen Corona-Umgangsverordnung, wie die Staatskanzlei am Mittwoch nach der Kabinettssitzung mitteilte.

Ausgenommen davon ist der Sport-Unterricht. Zudem gilt die Maskenpflicht generell ab der 7. Klasse auch über die ersten zwei Wochen nach den Ferien hinaus und eine regelmäßige Testpflicht in allen Schulen.

Trotz der zunehmenden Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus sollen in Brandenburg von Anfang August an wieder größere Veranstaltungen unter Voraussetzungen zugelassen werden. Bei mehr als 1000 Zuschauern wird die weiterhin zulässige Personenzahl auf die Hälfte der restlichen Kapazität der Einrichtung beschränkt. So könnten in einem Veranstaltungsort mit der Kapazität von 2000 Gästen 1500 Menschen zugelassen werden, wenn das Abstandsgebot eingehalten werden könne, erläuterte die Staatskanzlei.

Update, 28. Juli, 14.47 Uhr: KV: Bisher 11,5 Millionen Corona-Tests von Privaten abgerechnet

Private Anbieter in Berlin haben bislang 11,5 Millionen Corona-Tests abgerechnet. Für März bis Mai wurden rund 100 Millionen Euro ausgezahlt, teilte die Kassenärztliche Vereinigung am Mittwoch mit.

Für Juni sei ein Auszahlbetrag von etwa 78 Millionen Euro ermittelt worden. Das Geld wird vom Bundesamt für Soziale Sicherung angefordert und dann durch die Vereinigung ausgezahlt.

Wegen möglichen Abrechnungsbetrugs durchsuchte die Polizei am Mittwoch zahlreiche Teststellen. 200 Beamte sollten nach Angaben der Staatsanwaltschaft an 150 Orten im Einsatz sein.

Die Kassenärztliche Vereinigung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Landeskriminalamt zusammen und hofft auf eine schnelle Klärung der Betrugsverdachtsfälle. Wegen solcher Fälle sei für Mai ein Auszahlbetrag von 3,6 Millionen Euro zurückbehalten worden. Die Auszahlung für Juni soll es erst nach einem Austausch mit den Ermittlungsbehörden geben.

Update, 28. Juli, 14.02 Uhr: Corona-Impfungen für Potsdamer Studenten

Einmal piksen, bitte: Studierende auf dem Campus Griebnitzsee an der Potsdamer Universität konnten sich am Mittwoch ohne Voranmeldung gegen Corona impfen lassen.

"Impfungen sind ein entscheidender Baustein für mehr Präsenz im Wintersemester", sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (44, SPD). Die Chancen stünden gut.

Für Lehre, Lernen und Forschung sei der direkte Austausch, die persönliche Begegnung von Studierenden und der Kontakt mit Lehrenden notwendig, sagte Schüle. Wenn sich viele impfen ließen, könne das vielfältige Campusleben an den Hochschulen wieder zurückkehren.

Die Aktion und die Bereitstellung des Impfstoffs hatten das Deutsche Rote Kreuz und die Stadt Potsdam organisiert. Studierende konnten sich auch schon von einem mobilen Impfteam auf dem Campus Neues Palais und auf dem Campus Golm impfen lassen.

Studierende auf dem Campus Griebnitzsee an der Potsdamer Universität konnten sich am Mittwoch ohne Voranmeldung gegen Corona impfen lassen. (Symbolfoto)
Studierende auf dem Campus Griebnitzsee an der Potsdamer Universität konnten sich am Mittwoch ohne Voranmeldung gegen Corona impfen lassen. (Symbolfoto)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 28. Juli, 12.44 Uhr: Zahl der Corona-Neuinfektionen in Brandenburg steigt wieder

Die Zahl der neuen Corona-Infektionen nimmt in Brandenburg wieder zu. Innerhalb eines Tages kamen 45 bestätigte neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte.

Am Dienstag waren es 18 Neuinfektionen. Die Zahl der Corona-Ansteckungen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt landesweit bei 5,7 und damit etwas höher als am Dienstag (5,0). Vor einer Woche betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 5,9. Brandenburg liegt damit weiter unter dem bundesweiten Durchschnitt von 15,0.

Den höchsten Inzidenzwert erreicht derzeit Frankfurt (Oder) mit 17,4 Fällen je 100.000 Einwohner - nach 12,1 am Dienstag. Den niedrigsten Wert verzeichnet der Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit 1,0, gefolgt vom Kreis Uckermark (1,7).

Aktuell werden 17 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung in Krankenhäusern behandelt, 6 von ihnen werden intensivmedizinisch betreut, hiervon müssen 4 beatmet werden. Die Zahl der aktuell Infizierten und Erkrankten liegt bei geschätzt rund 300.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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