Coronavirus in Berlin: Über 1000 Neu-Infektionen

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.
Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 152.319 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 1019 neue Fälle hinzu. Bislang sind 3122 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 9. April)

Der Berliner Senat hat den Lockdown bis zum 24. April verlängert.

Einige Geschäfte in Berlin dürfen ab dem 9. März unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form wieder öffnen. Einkaufen soll dann mit vorher gebuchten Terminen möglich sein. Erlaubt sind ein Kunde pro 40 Quadratmeter.

Friseure dürfen bereits seit dem 1. März wieder arbeiten, Restaurants, Kneipen und Kinos bleiben in Berlin vorerst geschlossen. Auch bei den Hotels ändert sich nichts. Frühestens ab dem 22. März könnte es, abhängig von der Infektionslage, Lockerungen geben. Etwa für Tische draußen vor Restaurants mit tagesaktuellem Coronatest und Online-Anmeldung.loslegen. Gartenmärkte öffnen ebenfalls. Einkaufen geht hier ohne Buchung eines Zeitfensters. Baumärkte bleiben geschlossen. Buchhandlungen hatten in Berlin schon geöffnet.

Wie bisher schon sind sie zudem angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und auf Reisen zu verzichten. Künftig sind aber private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt wieder möglich, beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre. Bisher durfte sich ein Hausstand nur mit einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

Erlaubt ist Sport im Freien für bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten ohne Körperkontakt. Zulässig ist auch der gemeinsame Sport in festen Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 12 Jahren. Der Bund hatte die Altersgrenze auf 14 gesetzt.

Ältere Informationen zur Corona-Situation in Berlin und Brandenburg findet Ihr >> hier.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 10 . April, 11.44 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Brandenburg steigt wieder an

Nach einem Rückgang über Ostern steigt die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionen in Brandenburg wieder. Der Wert neuer Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in einer Woche lag am Samstag bei knapp 111, wie das Gesundheitsministerium in Potsdam mitteilte. Über das Osterfest und danach ging dieser Wert zurück und sank am vergangenen Donnerstag unter 100. An Ostern wurden allerdings vermutlich weniger Tests gemacht und gemeldet.

Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 670 neue Corona-Infektionen. Am Freitag waren es noch 911 neue Fälle und vor einer Woche 515. Die meisten neuen Ansteckungen registrierte der Landkreis Oder-Spree mit 93 Fällen. Zuletzt kamen drei Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung hinzu.

Der Schwerpunkt der Corona-Infektionen bei der Sieben-Tage-Inzidenz bleibt der Landkreis Elbe-Elster mit einem Wert von rund 193, gefolgt vom Kreis Oder-Spree mit knapp 186 und Cottbus mit rund 175.

In den meisten Kreisen und kreisfreien Städten gilt die «Notbremse»: Wenn der Wert neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche drei Tage hintereinander über 100 liegt, müssen die Lockerungen vom März zurückgenommen werden. Diese «Notbremse» gilt für mindestens zwei Wochen - wenn die Sieben-Tage-Inzidenz vom zehnten bis zwölften Tag aber unter 100 liegt, endet sie laut Verordnung nach zwei Wochen.

Update, 10 . April, 9.30 Uhr: Charité besorgt über dritte Pandemie-Welle

Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemie-Welle. "Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation", sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländern aufnehmen können. Sie selbst habe aber selbst keine Corona-Kranken in andere Bundesländer verlegen müssen. "Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen", sagte Kreis.

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Die Berliner Charité betrachten die dritte Welle mit Sorge. Die Zahl der Corona-Kranken auf den Intensivstation ist auch in der Charité deutlich gestiegen.
Die Berliner Charité betrachten die dritte Welle mit Sorge. Die Zahl der Corona-Kranken auf den Intensivstation ist auch in der Charité deutlich gestiegen.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10 . April, 8.22 Uhr: Woidke für zügige bundeseinheitliche Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält zügige bundesweit einheitliche Corona-Regeln für Regionen mit hohen Infektionszahlen für sinnvoll. "Brandenburg hat sich stets für bundeseinheitliche Regeln zur Eindämmung der Pandemie stark gemacht", sagte Woidke der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. "Wenn die Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes dazu beiträgt, ist das gut. Wir können uns aber keine langwierigen Gesetzesänderungsverfahren leisten, sondern brauchen schnelle Entscheidungen. Die dritte Welle der Pandemie macht keine Pause." Er betonte, Brandenburg setze die von Bund und Ländern beschlossene Notbremse bereits konsequent um.

Bund und Länder haben sich nach Angaben der Bundesregierung darauf geeinigt, dass das Infektionsschutzgesetz geändert werden soll, um bundesweit einheitliche Regeln für Regionen mit hohen Corona-Zahlen zu haben. Das soll unter Federführung des Bundes im Eilverfahren passieren, um die dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. Bundestag und Bundesrat müssen den Änderungen zustimmen. Die für diesen Montag vereinbarte Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder fällt aus und ist auch an den weiteren Tagen in der kommenden Woche nicht geplant.

Wenn in Brandenburg die Zahl neuer Corona-Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche an drei Folgetagen über 100 steigt, tritt in Kreisen und kreisfreien Städten eine Notbremse in Kraft. Bund und Länder hatten beschlossen, dass es eine solche Regelung landesweit oder regional geben soll. Einkaufen mit Termin ist dann tabu und ein Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen. Ab Montag (12. April) müssen Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen außer den Abschlussklassen zuhause lernen, der Wechselunterricht wird dann wieder zum Distanzunterricht.

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, kommt am Nachmittag zu der Sitzung des Brandenburger Landtages und bereitet sich auf seine Rede zu den Ergebnissen der erneuten Beratung im Kanzleramt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor.
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, kommt am Nachmittag zu der Sitzung des Brandenburger Landtages und bereitet sich auf seine Rede zu den Ergebnissen der erneuten Beratung im Kanzleramt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie vor.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 10 . April, 7 Uhr: Trotz Corona-Krise: Keine vergünstigten Semesterbeiträge

Weil trotz der Corona-Pandemie viele Angebote der Brandenburger Hochschulen und Studentenwerke nach wie vor genutzt werden können, gibt es bei den Semestergebühren keine Vergünstigungen. "Viele der gesetzlich verankerten Aufgaben erledigen die Studentenwerke auch während der Pandemie vollumfänglich", sagte der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums Eric Mülling der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte etwa für das Betreiben der Wohnanlagen oder Beratungsangebote. Zudem seien in der Pandemie neue Aufgaben hinzugekommen - etwa die Unterstützung notleidender Studenten über Bundes- und Landeshilfen, die von den Studentenwerken administriert werden.

An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) belaufen sich alle Beiträge auf insgesamt 321,03 Euro. 185,03 Euro entfallen dabei allein auf das Semesterticket, das für Bus- und Bahnfahren genutzt werden kann. Das Studentenwerk Frankfurt (Oder) erhält davon 70 Euro. Mit dem Geld betreibt es unter anderem sechs Mensen in Frankfurt, Cottbus, Senftenberg und Eberswalde. "Aktuell haben wir in drei Mensen einen Essen-to-go-Service", teilte Studentenwerksprecher Andreas Gaber mit.

Update, 9. April, 17.20 Uhr: Inzidenz wieder gestiegen - Intensivbetten-Ampel weiter auf gelb

Die Auslastung der Intensivbetten in Berlin ist am Freitag weiter unter der kritischen Marke von 25 Prozent geblieben. Mit 23,8 Prozent lag die Auslastung um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vortags, wie aus dem Lagebericht des Berliner Senats hervorgeht. Seit dem 9. Februar bewegt sich der Wert unterhalb der Schwelle. Die Belastung der Stationen hatte sich zuletzt aber rasch verstärkt - nach dem deutlichen Wiederanstieg der Infektionszahlen.

Damit steht aktuell nur eine der drei Berliner Corona-Ampeln auf Rot: Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Diese lag am Freitag bei 102,3 und war damit im Vergleich zum Vortag wieder leicht gestiegen (Donnerstag: 100,7).

Neu gemeldet wurden nach Daten vom Freitag 1019 neue Corona-Fälle. Damit stieg die Zahl der registrierten Infizierten seit Beginn der Pandemie in Berlin auf 152.319. Die Zahl der registrierten Todesfälle stieg am Freitag um 12 auf 3122. Wegen geschlossener Arztpraxen mit weniger Corona-Tests und -Meldungen rund um Ostern rechnet das Robert Koch-Institut (RKI) allerdings erst Mitte kommender Woche wieder mit zuverlässigeren Daten, wie RKI-Chef Lothar Wieler am Freitag sagte.

Die Corona-Ampeln sind das Warnsystems des Senats. Er hatte bei der Einführung für den Fall zweier roter Ampeln Handlungsbedarf vereinbart. Grün zeigte die Ampel am Freitag weiterhin nur beim sogenannten R-Wert. Er liegt laut Lagebericht aktuell bei 0,60 nach 0,63 am Tag zuvor. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter durchschnittlich ansteckt.

Seit Wochen warnen Intensivmediziner bundesweit vor einer Überlastung der Kliniken. Als Nadelöhr gilt mittlerweile nicht etwa die Zahl der Betten oder der Beatmungsgeräte. Die Frage ist vielmehr, ob das Pflegepersonal für die Versorgung der Schwerstkranken ausreicht. Die Charité kündigte wegen der wachsenden Corona-Patientenzahl an, ab nächster Woche wieder planbare Eingriffe zu reduzieren.

Update, 9. April, 16.30 Uhr: Impfungen mit Astrazeneca in Tempelhof bis 20. April verlängert

Impfungen mit Astrazeneca sind in Tempelhof bis zum 20. April möglich. Der Zeitraum ist noch einmal verlängert worden, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitag mitteilte. Der Grund ist den Angaben zufolge die anhaltende Nachfrage. Zunächst sollten die Astrazeneca-Impfungen im Hangar 4 des ehemaligen Flughafens Tempelhof am 11. April, dann am 18. April enden, nun sind sie noch zwei Tage länger möglich.

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers kommt bei über 60-Jährigen zum Einsatz. Für Terminbuchungen für das Impfzentrum in Tempelhof steht eine Impfhotline unter 030 9028-2200 zur Verfügung.

Im Impfzentrum Tegel, in dem seit Anfang April ebenfalls Astrazeneca für 60- bis 70-Jährige Menschen zum Einsatz gekommen war, liefen die Impfungen für diesen Personenkreis wie geplant am vergangenen Dienstag aus. Seitdem wird dort der Impfstoff von Biontech-Pfizer genutzt.

Bund und Länder hatten vor gut einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen bei Jüngeren.

Daraufhin war in Berlin die zusätzliche Möglichkeit für 60- bis 70-Jährige geschaffen worden, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen. Für alle anderen Impfstoffe gilt weiterhin die bundesweit einheitlich festgelegte offizielle Reihenfolge (Priorisierung). Demnach werden momentan unter anderem die über 70-Jährigen sowie Menschen mit bestimmten schweren oder chronischen Erkrankungen in den Impfzentren gegen Corona geimpft.

Update, 9. April, 14.15 Uhr: Ausschuss gibt grünes Licht für Ausweitung von Distanzunterricht

In Brandenburg lernen Schülerinnen und Schüler an den weiterführenden Schulen ab kommenden Montag wieder zu Hause - der Distanzunterricht wird wegen der hohen Zahl neuer Corona-Infektionen ausgeweitet.

Der Gesundheitsausschuss des Landtages gab am Freitag seine Zustimmung für eine entsprechende Änderung der Eindämmungsverordnung. Die Mehrheit von acht Abgeordneten der Kenia-Koalition stimmte dafür, es gab vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen. Der Landtag kann einer Verordnung seit Dezember widersprechen. Damit soll er nach Willen der Koalition stärker in die Entscheidung über neue Corona-Regeln eingebunden werden. Die dritte Verordnung zur Veränderung hatte das Kabinett am Mittwoch beschlossen, sie tritt an diesem Freitag in Kraft.

Nach dem Beschluss findet ab kommenden Montag Wechselunterricht zwischen Schule und zu Hause nur noch für Grundschulen und Abschlussklassen statt. Kitas bleiben geöffnet. Eltern werden gebeten, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Ab dem 19. April soll zudem eine Testpflicht für alle Schüler, Lehrer und weiteres Schulpersonal im Präsenz- beziehungsweise Wechselunterricht gelten - sie sollen sich dann zwei Mal pro Woche selbst testen. Ohne negatives Testergebnis gilt nach Worten von Bildungsministerin Britta Ernst ein Betretungsverbot für die Schulen. Die Pflicht zur Teilnahme am Präsenzunterricht ist zunächst aufgehoben.

Update, 9. April, 12.54 Uhr: Brandenburg erlaubt Impfungen für über 60-Jährige in Modell-Praxen

In Brandenburg dürfen bestimmte Arztpraxen ab sofort den Corona-Impfstoff von Astrazeneca auch über 60-Jährigen ohne Vorerkrankungen impfen. Dies sei in den landesweit 217 Modellpraxen, die den Impfstoff Astrazeneca vom Land beziehen, für Einzelfälle genehmigt worden, teilten das Innenministerium und die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) am Freitag mit. Ansonsten dürfen in Brandenburg weiterhin nur über 70-Jährige und weitere Personen der Prioritätsgruppe 2 geimpft werden. Dies gilt auch für das am Mittwoch gestartete Impfen in weiteren Arztpraxen.

Die Modell-Praxen sollen ihre Patienten ansprechen und Termine vergeben, betonte KVBB-Chef Peter Noack. «Die Kolleginnen und Kollegen kennen ihre Patienten und wissen am besten, für wen Astrazeneca gut geeignet ist», sagte er. «Wir bitten alle Bürgerinnen und Bürger von aktiven Nachfragen in den Praxen abzusehen, um die Praxisabläufe nicht zu stören.»

Innenminister Michael Stübgen (CDU) erklärte, dass die Erstimpfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca in die Hausarztpraxen verlagert werden sollen. Aufgrund der weiterhin bestehenden Impfstoffknappheit könne jedoch nicht allen Brandenburgern über 60 Jahren ein sofortiges Impfangebot unterbreitet werden. «Es gibt noch viele über Siebzigjährige ohne Impfung, die weiterhin prioritär behandelt werden», betonte Stübgen.

Update, 9. April, 12.48 Uhr: Gewerkschaft beklagt Mangel an Corona-Selbsttests in Verwaltung

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt einen Mangel an Corona-Selbsttests bei vielen Berliner Behörden. Das Land als Arbeitgeber setze seine eigenen Vorgaben nicht um, erklärte Manuela Kamprath vom GdP-Landesvorstand am Freitag. Das sei absolut unverständlich. Seit einiger Zeit gilt in Berlin eine Pflicht für Arbeitgeber, ihren Beschäftigten, die nicht im Homeoffice arbeiten, zwei kostenlose Schnelltests pro Woche zu ermöglichen.

Laut GdP wird der Vorgabe zum Beispiel in manchen Bürger- und Ordnungsämtern, wo viele Beschäftigte nach wie vor in Präsenz arbeiten und viele Kontakte haben, aber keine Folge geleistet. Was außerdem fehle, seien genügend Impfangebote für Verwaltungsmitarbeiter im Präsenzdienst.

Kamprath forderte zudem eine Testpflicht für jeden Bürger vor dem Besuch "publikumsstarker Ämter". Die Regelungen für den Einzelhandel oder für körpernahe Dienstleistungen müssten entsprechend erweitert werden. "Ich habe noch keinen Virologen gehört, der von einem geringeren Ansteckungspotenzial gesprochen hat, wenn man eine Behörde statt ein Modegeschäft aufsucht", so Kamprath.

Ein Testreifen für einen Corona-Test liegt in einem Zelt auf dem Hof der Löwenapotheke.
Ein Testreifen für einen Corona-Test liegt in einem Zelt auf dem Hof der Löwenapotheke.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 9. April, 11.41 Uhr: 911 neue Corona-Fälle - Über eine halbe Million Menschen geimpft

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus in Brandenburg ist in die Höhe geschnellt. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 911 neue Infektionen. Am Donnerstag waren es 551 neue Fälle. Der Höchstwert an Corona-Infektionen binnen 24 Stunden wurde mit 1595 am 8. Januar registriert. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums begründete die aktuell hohe Zahl der Fälle damit, dass die Osterfeiertage noch nachwirkten. In dieser Zeit hätten weniger Testungen stattgefunden und es seien auch weniger Menschen zum Arzt gegangen. Die meisten neuen Ansteckungen meldeten die Kreise Oder-Spree (+89), Teltow-Fläming (+84) und Havelland (+82).

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg im gesamten Land wieder über die Marke von 100. Nachdem am Donnerstag die Zahl der Ansteckungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 96,7 gelegen hatte, stieg der Wert am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 103,7. Corona-Schwerpunkt bleibt weiter der Landkreis Elbe-Elster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 180,7, gefolgt von der Stadt Cottbus mit 167,5 Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner.

Bund und Länder haben eine «Notbremse» - landesweit oder regional - vereinbart, wenn der Wert neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche drei Tage hintereinander in Landkreisn oder kreisfreien Städten über 100 liegt. Dann werden Lockerungen zurückgenommen. Brandenburg hat keine landesweite, sondern eine regionale Notbremse. Sie gilt für mindestens zwei Wochen, auch wenn ein Kreis wieder drei Tage lang unter den Wert von 100 fällt.

Landesweit werden 540 Patienten mit einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt, 136 werden intensivmedizinisch betreut, 125 davon müssen beatmet werden. Sieben neue Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung kamen hinzu.

Beim Impfen kommt Brandenburg indes weiter voran: Mittlerweile haben mehr als eine halbe Million Menschen Schutzimpfungen erhalten, wie der Impflogistik-Stab des Innenministeriums mitteilte. Mit Stand Donnerstag erhielten demnach 388 526 Menschen eine erste Impfung,
124 466 wurden bereits das zweite Mal geimpft. Insgesamt wurden 512 992 Impfungen verabreicht - 24 566 Impfungen mehr als einen Tag zuvor. Brandenburg liegt nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei den Erstimpfungen hinter Bremen aktuell an zweiter Stelle, bei den Zweitimpfungen dagegen weiter hinten.

Titelfoto: dpa/Soeren Stache

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