Coronavirus in Berlin: Fast 1300 Neu-Infektionen innerhalb von 24 Stunden

Berlin/Potsdam - Das Coronavirus hat Deutschland wieder fest im Griff: Auch und besonders vor der Hauptstadt macht die Pandemie nicht halt.

Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.
Fahrgäste steigen am Alexanderplatz in eine S-Bahn ein beziehungsweise aus.  © Christoph Soeder/dpa

Seit Pandemiebeginn sind in Berlin nun 157.020 Corona-Infektionen nachgewiesen worden. Innerhalb von 24 Stunden kamen 1022 neue Fälle hinzu. Bislang sind 3143 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben. (Stand 15. April)

Der Berliner Senat hat den Lockdown erwartungsgemäß erneut verlängert.

Einige Geschäfte in Berlin dürfen ab dem 9. März unter bestimmten Bedingungen und in eingeschränkter Form wieder öffnen. Einkaufen soll dann mit vorher gebuchten Terminen möglich sein. Erlaubt sind ein Kunde pro 40 Quadratmeter.

Friseure dürfen bereits seit dem 1. März wieder arbeiten, Restaurants, Kneipen und Kinos bleiben in Berlin vorerst geschlossen. Auch bei den Hotels ändert sich nichts. Frühestens ab dem 22. März könnte es, abhängig von der Infektionslage, Lockerungen geben. Etwa für Tische draußen vor Restaurants mit tagesaktuellem Coronatest und Online-Anmeldung.loslegen. Gartenmärkte öffnen ebenfalls. Einkaufen geht hier ohne Buchung eines Zeitfensters. Baumärkte bleiben geschlossen. Buchhandlungen hatten in Berlin schon geöffnet.

Wie bisher schon sind sie zudem angehalten, physische Kontakte zu anderen Menschen auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren und auf Reisen zu verzichten. Künftig sind aber private Zusammenkünfte des eigenen Haushalts mit einem weiteren Haushalt wieder möglich, beschränkt auf maximal fünf Personen plus Kinder bis 14 Jahre. Bisher durfte sich ein Hausstand nur mit einer Person eines anderen Hausstandes treffen.

Erlaubt ist Sport im Freien für bis zu fünf Menschen aus zwei Haushalten ohne Körperkontakt. Zulässig ist auch der gemeinsame Sport in festen Gruppen von bis zu 20 Kindern bis 12 Jahren. Der Bund hatte die Altersgrenze auf 14 gesetzt.

Ältere Informationen zur Corona-Situation in Berlin und Brandenburg findet Ihr >> hier.

Alle Informationen rund um die aktuellen Entwicklungen in Berlin und Brandenburg findet Ihr im Liveticker:

Update, 16. April, 19.07 Uhr: Linke-Fraktion: Berlin soll im Bundesrat nicht zustimmen

Die Linke-Fraktion im Abgeordnetenhaus hat gefordert, dass Berlin einer Änderung des Infektionsschutzgesetzes im Bundesrat nicht zustimmen soll. Die von der Bundesregierung geplanten Änderungen würden kaum etwas zur Eindämmung des Infektionsgeschehens beitragen und erschöpften sich zum größten Teil in Symbolpolitik, kritisierten die Fraktionsvorsitzenden Anne Helm und Carsten Schatz am Freitag. "Wir werden uns dafür einsetzen, dass Berlin dieser Gesetzesänderung im Bundesrat nicht zustimmt", teilten sie auf der Webseite der Fraktion mit.

Der Beschluss der Bundesregierung zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschränke sich fast ausschließlich auf den Bereich der privaten Kontakte. Diese Schieflage sei nicht akzeptabel. "Die geforderte nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr und die damit verbundenen Einschränkungen der Grundrechte ist dabei weder zielführend noch verhältnismäßig", so die Fraktionsvorsitzenden. Eine Ausgangssperre in der Nacht sei absurd, wenn die Menschen gleichzeitig tagsüber nach wie vor in Büros und Betrieben zur Arbeit zusammenkommen müssten. Stattdessen müsse die Bundesregierung endlich die Wirtschaftsunternehmen in die Pflicht nehmen.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Antje Kapek, teilte dazu mit, alle geeigneten Maßnahmen zum Brechen der dritten Corona-Welle müssten geprüft werden. "Ob eine Ausgangssperre allerdings ein verhältnismäßiges Mittel zur Eindämmung der Pandemie ist, dazu haben wir in der Vergangenheit bereits verfassungsrechtliche Bedenken geäußert. Alle weiteren Schritte werden wir in unseren Gremien und mit unseren Koalitionspartnern beraten."

Senatssprecherin Melanie Reinsch wies darauf hin, dass über das Thema noch entschieden werden müsse: "Es ist üblich, dass der Senat in der Senatssitzung vor der entsprechenden Bundesratssitzung das Abstimmungsverhalten im Bundesrat festlegt."

Im Berliner Abgeordnetenhaus gibt es nicht nur bei Linken und Grünen große Skepsis gegenüber einer nächtlichen Ausgangssperre, sondern auch in anderen Fraktionen. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat daran ebenfalls mehrfach Kritik geübt. Auf Druck von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen durch die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes auf Bundesebene einheitliche Regelungen für eine "Notbremse" beschlossen werden.

Update, 16. April, 19.02 Uhr: Menschen demonstrieren vor dem Bundestag gegen die Corona-Politik

Etwa 220 Menschen haben am Freitagvormittag nach Polizeiangaben vor dem Reichstagsgebäude gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert. Die Veranstaltung sei weitgehend ruhig verlaufen, teilte die Polizei mit. Es habe jedoch einige Fälle von fehlendem Mund-Nase-Schutz gegeben. Im Bundestag war am Freitag eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit Schritten wie etwa nächtlichen Ausgangsbeschränkungen erstmals beraten worden.

Am Freitagnachmittag und -abend waren weitere Demonstrationen in Berlin angekündigt, die sich unter anderem gegen Vertreter von Verschwörungstheorien und Neonazis oder gegen Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Infektionsschutzgesetz richten sollten. Für Samstag war eine Demonstration unter dem Motto "Es reicht! Schluss mit der Lockdown-Politik! Macht euch bereit!" geplant. Eine Privatperson habe dafür einen Aufzug vom Platz des 18. März über die Straße des 17. Juni bis zum Großen Stern mit 5000 Teilnehmern angemeldet, teilte die Polizei mit.

Ein Mann steht bei einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen vor dem Reichstagsgebäude
Ein Mann steht bei einer Kundgebung gegen die Corona-Maßnahmen vor dem Reichstagsgebäude  © Christoph Soeder/dpa

Update, 16. April, 17.43 Uhr: Weiter hohe Werte: Fast 1300 Corona-Neuinfektionen in Berlin

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Berlin bleibt weiterhin hoch. Innerhalb eines Tages wurden laut dem aktuellen Lagebericht der Gesundheitsverwaltung vom Freitag 1288 Fälle gemeldet. Am Tag davor waren es 1022, am Mittwoch 1327. Die 7-Tages-Inzidenz ist auf 158,6 gestiegen.

Der Wert gibt an, wie viele Ansteckungen es pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche gegeben hat. Am Montag lag er noch bei 115,4. In Neukölln ist er auf 206,1 geklettert, in Reinickendorf und in Spandau liegt er mit 201,6 und 199,8 nur knapp darunter. Den niedrigsten Wert gibt es in Steglitz-Zehlendorf mit 122,9.

Auf den Berliner Intensivstationen liegt der Anteil der Covid-19-Patienten bei 26,1 Prozent. Die Corona-Warnampel zeigt hier genau wie bei der 7-Tage-Inzidenz weiter auf Rot. Der 4-Tage-R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, liegt den Angaben nach bei 1,08 und damit im grünen Bereich der Ampel.

Nach dem aktuellen Lagebericht haben sich seit Beginn der Pandemie in Berlin 158 308 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Von ihnen gelten 144 284 inzwischen als genesen. Im Vergleich zum Vortag sind in Berlin 4 weitere Menschen im Zusammenhang mit Corona gestorben. Insgesamt beträgt die Zahl der registrierten Corona-Todesfälle damit 3147.

Update, 16. April, 16.40 Uhr: Ärzteverbände fordern für über 60-Jährige nur noch AstraZeneca

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) und die Ärztekammer in Berlin fordern, ab sofort alle Menschen über 60 Jahren in den Impfzentren nur noch mit dem Impfstoff von AstraZeneca gegen Corona zu impfen. "Die Wahlfreiheit in Berlins Impfzentren muss beendet werden", erklärten beide ärztlichen Standesvertretungen am Freitag.

"Nur so können die Menschen unter 60 Jahren, die zum Beispiel aufgrund ihrer schweren Vorerkrankungen eine dringende Impfung benötigen, schneller berücksichtigt werden. Denn sie dürfen aktuell nur mit Biontech und Moderna geimpft werden."

Für mehr Informationen >>>> hier klicken.

Ein Fläschchen mit fünf Milliliter Corona-Impfstoff von Astrazeneca steht im Eingangsbereich des Terminal C des ehemaligen Flughafens Tegel im Corona-Impfzentrums auf einem Tisch.
Ein Fläschchen mit fünf Milliliter Corona-Impfstoff von Astrazeneca steht im Eingangsbereich des Terminal C des ehemaligen Flughafens Tegel im Corona-Impfzentrums auf einem Tisch.  © Soeren Stache/dpa

Update, 16. April, 14 Uhr: Liga verlegt drei Hertha-Spiele - DFL-Chef: Saisonabbruch kein Thema

Die Deutsche Fußball Liga hat nach dem kommenden Bundesliga-Spiel von Hertha BSC beim FSV Mainz 05 auch die weiteren Partien der Berliner gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 abgesagt. Die DFL reagierte damit am Freitag auf die Corona-Quarantäne beim Hauptstadt-Club und gab dem Antrag des Vereins auf eine Verlegung statt. "Neue Spieltermine werden voraussichtlich in der kommenden Woche bekanntgegeben", hieß es in einer DFL-Mitteilung am Freitag.

Die abstiegsbedrohte Hertha wird somit in diesem Monat kein Bundesliga-Spiel mehr bestreiten. Die Team-Quarantäne läuft noch bis zum 29. April. Hertha-Sportdirektor Arne Friedrich kündigte am Freitag an, dass man auf einen Terminvorschlag der DFL mit einem eigenen Not-Fahrplan für den Mai reagieren werde. "Es wird keinen perfekten Spielplan geben. Wir werden unseren eigenen Vorschlag einreichen", sagte der Ex-Nationalspieler.

Für mehr Informationen >>>> hier klicken.

Update, 16. April, 12.30 Uhr: Brandenburg verweist auf bereits eingeführte Corona-Notbremse

Brandenburgs Landesregierung hat angesichts der bundesweiten Debatte über Corona-Maßnahmen auf die schon hierzulande verschärften Beschränkungen verwiesen. "Brandenburg hat die Notbremse bereits am 19. März eingeführt und vergangene Woche noch einmal nachgeschärft", teilte Regierungssprecher Florian Engels am Freitag auf Anfrage mit. "Wir haben die Lage genau im Blick und werden uns - wie jeden Dienstag - im Kabinett mit der Situation befassen." Entscheidend bleibe, dass angekündigter Impfstoff geliefert und zügig verabreicht werde.

Nach der jüngsten Verschärfung sind die weiterführenden Schulen in Brandenburg bis auf Abschlussklassen im Heimunterricht. Der Einzelhandel ist - von der Grundversorgung etwa über Supermärkte abgesehen - in Landkreisen und kreisfreien Städten bei über 100 neuen Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche geschlossen, das gilt auch für Kultureinrichtungen. Die Notbremse ist in den meisten Kreisen in Kraft.

Das Kabinett hatte am Donnerstag das Zutrittsverbot zu Schulen bei fehlendem negativen Selbsttest in der Corona-Verordnung konkretisiert und die Ausweitung der Testpflicht auf das Kita-Personal darin ergänzt. Die Quarantänevorgaben wurden um zwei Wochen bis zum
30. April verlängert.

Das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern zieht ab Montag die Corona-Notbremse. Dann dürfen landesweit private Treffen nur noch mit höchstens einer Person außerhalb des eigenen Hausstandes stattfinden. Außerdem sollen die Schulen - mit Ausnahme für Abschlussklassen - und die meisten Geschäfte, Museen und Freizeiteinrichtungen schließen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Länder dazu aufgerufen, nicht auf das geplante Bundesgesetz für eine einheitliche Notbremse zu warten.

Update, 16. April, 10.50 Uhr: 621 Corona-Neuinfektionen - Uckermark geht in die Notbremse

In Brandenburg ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus weiterhin hoch: Innenhalb eines Tages seien 621 neue Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit, nach 883 am Vortag.

Als weiterer Landkreis musste die Uckermark in die "Notbremse" gehen, weil dort die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche den dritten Tag hintereinander den Wert 100 überschritten hatte. Dort müssen die Lockerungen vom März wie das Öffnen von Geschäften und Museen, wieder zurückgenommen werden. Zudem gelten schärfere Kontaktbeschränkungen.

Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Freitag erneut die Landeshauptstadt Potsdam, mit 87,1. Dort ist die "Corona-Notbremse" schon wieder gelockert worden. Auch in den Landkreisen Barnim und Potsdam-Mittelmark hatte es wieder Lockerungen gegeben.

Ansonsten herrscht flächendeckend der schärfere Lockdown. Die höchsten Inzidenzwerte haben die Landkreise Spree-Neiße (241,8), Oder-Spree (223,7) und Elbe-Elster (207,2). Landesweit sank die Inzidenz gegenüber dem Vortag um knapp 10 Punkte auf 145,4.

Aktuell müssen 517 Patienten in Krankenhäusern behandelt werden, davon 152 auf Intensivstationen. Das sind etwas weniger als am Vortag. Die Zahl der aktuell Infizierten stieg allerdings um 134 auf 6337.

Update, 16. April, 9.15 Uhr: Neben Covid-Kranken immer mehr Notfallpatienten in Kliniken

Wegen der steigenden Zahl von Covid-Patienten in Brandenburger Kliniken können zunehmend nur dringend notwendige Operationen durchgeführt werden. Am Carl-Thiem-Klinikum (CTK) in Cottbus zeigt sich nach Angaben von Sprecherin Anne Holzschuh, dass neben den Covid-Patienten viele schwer erkrankte Patienten ebenfalls auf eine dringende Behandlung angewiesen seien.

Gleichzeitig schloss sie bei einer steigenden Zahl von Covid-Patienten weitere Zusammenlegungen von Stationen nicht aus. Als größter Versorger der Region unterstütze das Klinikum bereits andere Krankenhäuser bei der Patientenbetreuung, weil sie keine Covid-Patienten mehr aufnehmen können. Der Süden ist derzeit wieder Corona-Hotspot.

Auch im Klinikum Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) bleibt die Belastung durch die Zahl der Corona-Patienten konstant hoch. Zugleich gibt es immer mehr Notfallpatienten ohne Corona, wie Kliniksprecherin Kristin Dolk berichtete. Seit drei Tagen würden wieder mehr geplante Eingriffe verschoben, um die Notfallversorgung absichern zu können.

Der Zustand vieler Patienten ohne Covid sei aber mittlerweile so dramatisch, dass es kaum noch Behandlungen gebe, die medizinisch vertretbar verschoben werden könnten, um Betten im Covid-Bereich aufzustocken. «Wir handeln an der Obergrenze des medizinisch Verantwortbaren. Die Fallzahlen müssen runter, sonst ist unser Versorgungsauftrag in Gefahr», warnte Geschäftsführer Tobias Vaasen.

Update, 15. April, 17.52 Uhr: Zu viele Ansteckungen in der Pandemie - Inzidenz steigt sprunghaft

In Berlin sind innerhalb eines Tages erneut über 1000 neue Corona-Infektionen registriert worden. Nach dem aktuellen Lagebericht vom Donnerstag kamen 1022 gemeldete Fälle hinzu. Am Vortag waren es 1327. Damit kletterte die 7-Tages Inzidenz, die Ansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche zeigt, auf 151,4. Der sprunghafte Anstieg setzt sich fort. Am Montag lag dieser Wert noch bei 115,4. Den höchsten Wert der Berliner Bezirke erreicht Reinickendorf mit 180,6, den mit Abstand niedrigsten hält Charlottenburg-Wilmersdorf mit nun 108,6.

Auch der Anteil der Covid-19-Patienten auf Berlins Intensivstationen bleibt hoch. Registriert sind 307 Kranke, 207 von ihnen müssen künstlich beatmet werden. Nach dem Intensiv-Register der Notfallmediziner und des RKI sind in der Hauptstadt aktuell nur 106 von 1131 betreibbaren Intensivbetten frei.

Insgesamt haben sich nach den Daten der Gesundheitsverwaltung seit Beginn der Pandemie in Berlin 157 020 Menschen mit dem Virus infiziert. Davon gelten 143 610 inzwischen als genesen. Die Zahl der registrierten Corona-Todesfälle liegt in Berlin bei 3143. Das sind neun Tote mehr als am Vortag.

Update, 15. April, 16.40 Uhr: Gesundheits-Stadtrat über Hertha: Alle unter genauer Beobachtung

Ein "vorbildliches Hygienekonzept" und der "proaktive" Umgang von Hertha BSC mit den drei jüngsten positiven Corona-Tests haben den Spielbetrieb der Berliner in der Fußball-Bundesliga gerettet. Das betonte Detlef Wagner, Bezirksstadtrat für Soziales und Gesundheit vom zuständigen Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf. "Denn so haben alle Quarantäne-Maßnahmen sofort gegriffen", sagte Wagner am Donnerstag Bild plus. Trainer Pal Dardai, Assistenzcoach Admir Hamzagic und Stürmer Dodi Lukebakio wurden nach positiven Tests genau wie Co-Trainer Anderas Neuendorf als Kontaktperson ersten Grades in häusliche Quarantäne geschickt.

Das komplette restliche Team wird bis zum 28. April in einem Hotel isoliert. Lediglich zu den Trainingseinheiten und zu den Spielen kann das Quartier verlassen werden. "Die Bubble ist gerade in dieser Phase sehr wichtig", sagte Wagner, schloss aber auch an: "Alle stehen unter genauer Beobachtung, das Gesundheitsamt schaut da genau hin."

Während Neuendorf als auch privat enger Vertrauter von Dardai als Kontaktperson 1 eingeordnet wurde, gilt Trainersohn Marton Dardai wie die anderen Profis als Person K2, da er nicht mehr im Elternhaus wohnt.

Alle weiteren Testergebnisse von Mittwoch und Donnerstag - der Club führt täglich PCR-Tests durch - waren negativ. "Es sind keine weiteren Personen betroffen", erklärte Wagner. "Wenn alles so eingehalten wird, besteht aus unserer Sicht wirklich keine Gefahr für den Spielbetrieb." Am Sonntag tritt Hertha BSC im Abstiegskampf beim FSV Mainz 05 an. Das Team wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich als Interimscoach betreut.

Hertha-Trainer Pal Dardai wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich häuslicher Quarantäne.
Hertha-Trainer Pal Dardai wurde positiv auf das Coronavirus getestet und befindet sich häuslicher Quarantäne.  © dpa/Soeren Stache/dpa-Zentralbild POOL

Update, 15. April, 15.55 Uhr: Gericht weist Sonderrechte für genesene Corona-Patienten zurück

Für Patienten, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben, gibt es keine Extrawurst bei Treffen mit anderen. Das hat das Berliner Verwaltungsgericht am Donnerstag nach dem Eilantrag eines Mannes beschlossen. Er fand, dass die verordneten Kontakt- und Aufenthaltsbeschränkungen des Landes Berlin im Freien auf ihn vorläufig keine Anwendung finden sollten. Sie seien im Hinblick auf Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, insgesamt nicht geeignet.

Das Gericht widersprach dieser Auffassung und wies den Eilantrag zurück. Eine dauerhafte Immunität für Genesene sei wissenschaftlich nicht belegt. Neue Infektionen seien damit möglich. Die allgemeine Handlungsfreiheit des Antragstellers werde auch nicht unverhältnismäßig eingeschränkt.

Die Berliner Verordnung enthält aktuell auch Kontaktbeschränkungen für den öffentlichen Raum im Freien. Erlaubt sind Treffen mit einem weiteren Haushalt - maximal fünf Erwachsenen. In der Zeit von 21.00 Uhr abends bis 5.00 Uhr sind Treffen nur zu zweit gestattet.

Die in der Verordnung geregelten Beschränkungen seien voraussichtlich rechtmäßig, teilte das Gericht mit. Sie verfolgten den legitimen Zweck, Neuinfektionen mit dem Coronavirus soweit als möglich vorzubeugen, die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Covid-19 zu verringern und damit Leben und Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0