Coronavirus im Norden: Shutdown in Mecklenburg-Vorpommern von Montag an

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, der Lockdown wurde vorerst bis Ende April verlängert.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 67.552 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 54.222 Fälle bekannt, in Bremen 22.386 in Mecklenburg-Vorpommern 35.430 und in Niedersachsen 211.519 Covid-19-Fälle (Stand 16. April, 12.51 Uhr).

Seit dem 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit zwischenzeitlichen Lockerungen auf unbestimmte Zeit verlängert wurde.

Weiterhin gilt aber eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 16. April, 21 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein liegt bei 73,5

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist in Schleswig-Holstein weiter gesunken. Am Freitag lag sie bei 73,5 - nach 76,2 am Tag zuvor, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums in Kiel hervorgeht.

Die bundesweite Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts bei 160,1. Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert in Schleswig-Holstein bei 64,9 gelegen.

Bei der Inzidenz überschritt nur das Herzogtum Lauenburg mit 143,4 die kritische Marke von 100. Die niedrigsten Zahlen gab es in den Kreisen Nordfriesland (32,5) und Schleswig-Flensburg (33,8).

Für das Land wurden 277 bestätigte Corona-Neuinfektionen gemeldet (Donnerstag: 362). Ein weiterer Mensch starb mit oder an dem Virus. In Schleswig-Holstein gibt es den Angaben zufolge bisher 1474 Corona-Tote. 175 Menschen werden den Zahlen vom Freitag zufolge in Kliniken wegen Covid-19 behandelt - 52 von ihnen intensivmedizinisch. 29 wurden beatmet.

Update, 16. April, 20.01 Uhr: 42 Corona-Fälle in Hamburger Wohnunterkunft für Obdachlose

Hamburg - In einer Wohnunterkunft für Obdachlose im Bezirk Hamburg-Mitte sind seit Anfang April insgesamt 42 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Sozialbehörde am Freitagabend mit.

Aufgrund von Voruntersuchungen bestehe der Verdacht auf die ansteckendere britische Variante. Um eine Ausbreitung zu vermeiden, habe das zuständige Gesundheitsamt für alle Bewohner eine mindestens zweiwöchige Quarantäne angeordnet.

Die positiv Getesteten seien an dafür vorgesehene Quarantäne-Standorte der Stadt gebracht worden. Weitere Tests seien in den kommenden Tagen vorgesehen.

Update, 16. April, 17.34 Uhr: Corona-Verordnung in Hamburg verlängert - Lockerungen für Altenheime

Hamburg - Der Hamburger Senat hat die Corona-Eindämmungsverordnung bis zum 2. Mai verlängert. Damit gelten in der Hansestadt für weitere zwei Wochen eine nächtliche Ausgangsbeschränkung und eine strenge Kontaktbeschränkung.

Die Regelungen für Seniorenpflegeheime sollen gelockert werden, wie die Gesundheitsbehörde am Freitag weiter mitteilte.

Vollständig geimpfte Bewohner dürfen sich ab Freitag kommender Woche untereinander wieder ohne Maske und Mindestabstand treffen. Sie brauchen sich auch nicht mehr routinemäßig testen zu lassen.

Das geimpfte Pflegepersonal muss nur noch einen Schnelltest pro Woche machen. Besucher müssen sich weiterhin testen lassen, dürfen aber wie vor der Pandemie täglich kommen.

Mit der neuen Verordnung bleiben die Hamburger Kitas im sogenannten erweiterten Notbetrieb. An den Schulen findet weiterhin Wechselunterricht mit Testpflicht statt. Die Anwesenheitspflicht bleibt aufgehoben.

Update, 16. April, 16.42 Uhr: Im Norden sind künftig Attests für Befreiung von Maskenpflicht erforderlich

Kiel - Wer aus medizinischen Gründen an Orten mit Maskenpflicht keinen Mund-Nase-Schutz tragen will, muss dafür in Schleswig-Holstein von Montag an ein ärztliches Attest vorlegen.

Die Landesregierung änderte die Corona-Bekämpfungsverordnung am Freitag entsprechend. Außer Ärzten können auch Psychotherapeuten solche Bescheinigungen ausstellen.

Bisher waren die Anforderungen, der Maskenpflicht nicht nachkommen zu müssen, deutlich niedriger. Als Nachweis reichte ein Schwerbehindertenausweis, Allergikerausweis oder Ähnliches - "verbunden mit der Glaubhaftmachung der oder des Betroffenen, dass aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich ist".

Außerdem beschloss die Regierung einige Konkretisierungen. So muss in Museen, Bibliotheken und vergleichbaren Einrichtungen innerhalb geschlossener Räume grundsätzlich eine qualifizierte Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Studieneignungstests sind auch als Präsenzveranstaltungen möglich, und bei zulässigen Schwimmkursen - zum Beispiel für Kinder unter 14 Jahren - dürfen ab Montag auch Begleitpersonen das Schwimmbad betreten, wenn eine Begleitung notwendig ist.

Update, 16. April, 15.45 Uhr: Niedersachsen lädt Menschen mit Vorerkrankung oder Behinderung zur Impfung ein

Hannover - Menschen in Niedersachsen, die sich wegen einer Vorerkrankung oder Behinderung mit hoher Priorität gegen Corona impfen lassen können, erhalten seit Mitte der Woche per Brief eine Einladung.

"In dem Schreiben teilen wir den Menschen mit, dass sie sich aus individuellen medizinischen Gründen für einen Termin in ihrem Impfzentrum oder bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten anmelden können", sagte Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Freitag. Es geht dabei um Betroffene aus der Prioritätsgruppe 2.

Damit solle allen aus medizinischen Gründen Impfberechtigten unbürokratisch der Zugang zu einem Impftermin ermöglicht werden, ohne dass vorher noch die Hausärzte für ein Attest kontaktiert werden müssen, erläuterte Behrens.

Die Auswahl der Krankenversicherten, die einen solchen Brief erhalten, erfolgt demnach auf Grundlage einer Auswertung der bei den Krankenkassen vorliegenden Abrechnungsdaten aufgrund medizinischer Kriterien.

Update, 16. April, 13.05 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern verschärft Reisebeschränkungen

Schwerin – Wegen der bundesweit hohen Infektionszahlen schränkt Mecklenburg-Vorpommern die Einreise in das Küstenland weiter ein.

Urlaub im Nordosten und Tagesausflüge aus anderen Bundesländern sind bereits seit Monaten nicht erlaubt. Von Montag an soll auch Zweitwohnungsbesitzern ohne Erstwohnsitz im Land und Dauercampern der Zugang verwehrt werden. "Wir sind das Land mit den härtesten Reisebeschränkungen. Und dazu stehen wir", sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Freitag im Landtag in Schwerin.

Mobilität trage zum Infektionsgeschehen bei. Vor allem seit Ostern hätten die Corona-Ansteckungen massiv zugenommen. Deshalb verschärfe das Land nun wieder die Schutzvorkehrungen. "Wenn wir all das nicht tun, dann wird es auch keinen Sommerurlaub in MV geben können", betonte Schwesig.

Schon seit November sind Hotels und Pensionen im Nordosten wieder geschlossen. Die Hoffnung der Branche auf einen Saisoneinstieg zu Ostern hatte sich zerschlagen.

Im Vorjahr hatten nach dem Lockdown im Frühjahr die Tourismusunternehmen Mecklenburg-Vorpommerns im Sommer gute Geschäfte machen können.

Update, 16. April, 13 Uhr: 31 von 45 Landkreisen und Großstädten inzwischen Corona-Hotspot

Hannover – Niedersachsen wird immer großflächiger zu einem Corona-Hotspot mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

In 31 der 45 Landkreise und großen Städte lag die Sieben-Tages-Inzidenz am Freitag über 100, was striktere Corona-Beschränkungen bedeutet, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Weiterhin liegt der Wert in der Stadt Salzgitter und dem Kreis Vechta über 300. Landesweit sank die Sieben-Tages-Inzidenz geringfügig auf 125,6 nach 126 am Vortag. 1917 neue Infektionsfälle und 9 weitere Todesfälle wurden am Freitag registriert.

Die Zahl der Corona-Patienten in Kliniken und auf Intensivstationen war wie schon am Vortag leicht rückläufig. 1072 Erkrankte wurden im Krankenhaus behandelt, 292 davon auf der Intensivstation. 208 Erwachsene und ein Kind müssen künstlich beatmet werden.

Der R-Wert, der angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Durchschnitt ansteckt, betrug 1,15 nach 1,05 am Vortag.

Update, 16. April, 12.50 Uhr: 420 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz sinkt auf 146

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg nachgewiesenen Corona-Infektionen hat sich am Freitag um 420 erhöht. Das sind 38 weniger als am Donnerstag und 27 weniger als am Freitag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde (Stand: 11.58 Uhr) mitteilte.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank von 147,4 auf 146,0. Vor einer Woche hatte der Wert 131,0 betragen.

Laut Robert Koch-Institut (RKI) stieg die Zahl der in Hamburg an oder im Zusammenhang mit Corona gestorbenen Menschen um 4 auf 1427. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 67.552 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 58.000 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Krankenhäusern der Hansestadt lagen mit Stand Donnerstag 301 Corona-Patienten - das waren 11 weniger als am Mittwoch. Auf den Intensivstation wurden nach Angaben der Behörde 107 Erkrankte behandelt, einer mehr als am Vortag.

Update, 16. April, 9.22 Uhr: Schwesig gibt Regierungserklärung zur Corona-Politik ab

Manuela Schwesig (46, SPD) spricht bei der Sitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. (Archivbild)
Manuela Schwesig (46, SPD) spricht bei der Sitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Schwerin – Die Bemühungen der Landesregierung zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Mecklenburg-Vorpommern sind am Freitag auch Thema im Landtag.

Zum Abschluss der dreitägigen Plenartagung wird Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Abgeordneten in Schwerin über die aktuelle Infektionslage informieren. In ihrer Regierungserklärung wird sie dem Vernehmen nach auch erläutern, mit welchen Zusatzmaßnahmen der rapide Anstieg der Infektionszahlen gestoppt werden soll.

Dem Parlament liegt ein Antrag vor, in dem die beabsichtigten Verschärfungen der Corona-Schutzvorkehrungen im Land aufgelistet sind. Darüber hatte die Regierung am Donnerstag bei einem MV-Gipfel mit Vertretern der Kommunen, der Wirtschaft und Medizinern beraten. Die Gespräche dazu sollen am Freitag fortgesetzt werden.

Dem Beschlussentwurf zufolge sind Ausgangsbeschränkungen sowie flächendeckende Schul-, Kita- und Ladenschließungen mit eng begrenzten Ausnahmen geplant. Bis auf die Abschlussklassen sollen die Schüler aller Klassenstufen wieder in den Distanzunterricht wechseln. Die Notbetreuung für jüngere Schüler und Kita-Kinder wird gewährleistet.

Die Corona-Infektionszahlen waren in Mecklenburg-Vorpommern zuletzt sprunghaft gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz überschritt landesweit die Marke von 150 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Update, 15. April, 22.19 Uhr: Shutdown in Mecklenburg-Vorpommern ab Wochenbeginn

Schwerin - Mecklenburg-Vorpommern zieht zum Beginn der neuen Woche die Corona-Notbremse.

Private Treffen sind dann nur noch mit einer Person außerhalb des eigenen Haushalts erlaubt, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstagabend an.

Kitas, Schulen und die meisten Geschäfte müssen schließen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag in MV am Donnerstag bei 149.

Titelfoto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

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