Coronavirus im Norden: Pandemie befördert Stadtflucht in Hamburg

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen langsam wieder an. Experten sprechen von einer drohenden vierten Welle.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 79.200 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 64.695 Fälle bekannt, in Bremen 27.705 in Mecklenburg-Vorpommern 44.465 und in Niedersachsen 264.126 Covid-19-Fälle (Stand 2. August, 17.32 Uhr).

Im Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der auch im neuen Jahr immer wieder verlängert wurde.

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den verschiedenen Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen.

Corona in Bayern: Kaum Verstöße gegen Testpflicht bei Einreise
Coronavirus Corona in Bayern: Kaum Verstöße gegen Testpflicht bei Einreise

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 2. August, 20.14 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Norden steigt leicht auf 24,5

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Montag leicht gestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen betrug 24,5. Am Sonntag lag der Wert bei 23,7. Am Montag vergangener Woche hatte die Inzidenz bei 16,5 gelegen. Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand: Montag, 18.43 Uhr) wurden landesweit 115 Fälle neu übermittelt. Genau eine Woche zuvor waren es 100.

Es wurde ein neuer Todesfall gemeldet. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen liegt damit seit Montag bei 1639. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge 29 Covid-19-Patienten behandelt, am Sonntag waren es 28. 8 von ihnen lagen auf Intensivstationen (Sonntag: 6), 6 wurden dort beatmet (Sonntag: 4).

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatten Neumünster (46,1), Kiel (38,9) und Pinneberg (37,6). Den niedrigsten Wert hat der Kreis Ostholstein, mit 10,0.

Update, 2. August, 16.51 Uhr: Vermehrt falsche Impfausweise am Flughafen

Hannover - Am Flughafen Hannover sind vermehrt gefälschte Impfausweise festgestellt worden. Am vergangenen Wochenende seien innerhalb kürzester Zeit vier Reisende mit falschem Nachweis aufgefallen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Montag. In einem Tweet hatten die Beamten zuvor darauf hingewiesen, dass die Inhaber Verfahren wegen der Fälschungen erwarten.

Einen Zusammenhang mit der seit Sonntag geltenden Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus dem Ausland sieht die Bundespolizei in Hannover aber aktuell nicht. Eine Häufung von Fällen hatte es auch zuvor schon immer mal wieder gegeben, wie der Sprecher berichtete.

Update, 2. August, 16.45 Uhr: Acht Corona-Neuinfektionen am Montag in MV - Inzidenz bei 8,4

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Montag acht neue Corona-Fälle gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei 8,4 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Am Montag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 5,2 gelegen.

Am höchsten war die Sieben-Tage-Inzidenz demnach im Westen des Landes in Nordwestmecklenburg (14), gefolgt von Ludwigslust-Parchim (11,3) und Schwerin (9,4). Am niedrigsten war der Wert in Vorpommern-Rügen mit 4,5. Für alle Regionen meldete die Landes-Corona-Ampel am Montag weiter Grün für ein kontrolliertes Geschehen. In die Bewertung fließen neben der Inzidenz auch die Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen ein.

Das Landesamt meldete keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl blieb damit im Nordosten bei 1180. Sieben Menschen werden im Krankenhaus behandelt, einer mehr als am Sonntag. Auf den Intensivstationen liegen den Angaben zufolge aktuell keine Corona-Patienten.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.465, als genesen gelten 43.079 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher 51,9 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfung haben insgesamt 59,8 Prozent. Für den vollständigen Schutz sind bei fast allen verwendeten Impfstoffen mit Ausnahme des Vakzins von Johnson & Johnson zwei Dosen nötig.

Update, 2. August, 15.54 Uhr: Kostenpflicht für Corona-Tests? Grüne widersprechen Günther

Kiel - Im Tauziehen um die Kosten für Corona-Bürgertests stößt Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auf Widerspruch beim Koalitionspartner Grüne. "Wir Grünen halten diese Debatte für verfrüht", sagte die Gesundheitsexpertin Marret Bohn am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

"Aktuell ist es nicht absehbar, wie sich die Corona-Situation entwickeln wird." Die Ansteckungsgefahr durch die Delta-Variante sei wesentlich höher. Die Schule habe wieder begonnen und viele seien gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt, sagte die Landtagsabgeordnete und Ärztin.

"Wir müssen erst einschätzen können, welche Auswirkungen diese veränderte Situation hat, bevor wir final entscheiden können, ob die Tests zukünftig kostenfrei bleiben."

Update, 2. August, 13.54 Uhr: Fünf weitere Corona-Fälle unter Cocktailbar-Besuchern

Hamburg - Im Zusammenhang mit dem Besuch eines coronapositiven Gastes in einer Hamburger Cocktailbar ist das Virus bei fünf weiteren Besuchern festgestellt worden.

Allerdings handele es sich dabei um Gäste der "Sands Bar", die bereits vor dem Reihentest am vergangenen Donnerstag Symptome entwickelt und sich separat hätten testen lassen, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Montag der Deutsche Presse-Agentur. Bei dem Reihentest, an dem am Donnerstag 55 Barbesucher teilgenommen hatten, habe es keinen weiteren positiven Befunde gegeben.

Die Gesundheitsbehörde hatte alle Besucher, die sich am Samstagabend vor einer Woche in der der Bar am Dammtor aufgehalten hatten, zum Test aufgerufen, nachdem ein Gast tags darauf an Covid-19 erkrankt war.

Sie war davon ausgegangen, dass am fraglichen Abend bis zu 500 Personen mit dem Infizierten in Kontakt gekommen sein könnten. Zu dem Test, der in der Bar stattfand, hatten sich aber nur 55 Betroffene eingefunden.

Update, 2. August, 12.12 Uhr: Corona-Inzidenz in Hamburg sinkt auf 34,4 - 37 neue Fälle

Hamburg - In Hamburg ist die Corona-Inzidenz zu Wochenbeginn gesunken. Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag mit 34,4 an. Am Vortag hatte die Sieben-Tage-Inzidenz bei 37,6 gelegen, vor einer Woche noch bei 29,4.

Am Montag kamen 37 neu bestätigte Infektionen hinzu - 77 weniger als am Vortag und 62 weniger als am Montag vor einer Woche. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen lag laut Robert Koch-Institut (RKI) unverändert bei 1615.

Seit Beginn der Pandemie wurden in Hamburg nach Angaben der Behörde 79.200 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. Nach Schätzungen des RKI gelten 76.400 Menschen als genesen.

Am Montagvormittag wurden 19 Corona-Fälle in Hamburg intensivmedizinisch behandelt, darunter 11 Menschen, die invasiv beatmet werden mussten. Die Gesundheitsbehörde hatte die Gesamtzahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern zuletzt am Freitag mit 44 angegeben, davon 17 auf Intensivstationen.

Nach RKI-Angaben wurde bis einschließlich Sonntag mit gut 911.000 Menschen fast die Hälfte der Hamburger (49,3 Prozent) vollständig geimpft. Eine Erstimpfung haben mehr als 1.176.000 Hamburger oder 63,7 Prozent bekommen. Unter den 16 Bundesländern liegt Hamburg damit bei den Erstimpfungen auf dem 6. und bei den vollständigen Impfungen auf dem drittletzten Platz.

Update, 2. August, 8.46 Uhr: Corona-Inzidenz in Niedersachsen steigt auf 17,2

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen hat sich im Vergleich zum Vortag von 16,8 auf 17,2 erhöht. Landesweit wurden 79 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht.

Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Weitere Todesfälle wurden nicht registriert.

In Bremen stieg die Inzidenz von 24,2 auf 24,8. Im kleinsten Bundesland lag die Zahl der Neuinfektionen bei 13. Todesfälle kamen im Zusammenhang mit dem Virus nicht hinzu. Bundesweit lag die Inzidenz nach RKI-Angaben am Montag bei 17,8.

Die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Montag Salzgitter mit 68,1. Auch in Lüneburg war der Wert mit 49,4 und Wolfsburg mit 46,6 vergleichsweise hoch.

Wenn die Marke von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten ist, gelten unter anderem strengere Kontaktbeschränkungen.

Update, 2. August, 6.28 Uhr: Corona befördert Stadtflucht in Hamburg

Hamburg - Die Corona-Pandemie verstärkt zwei für Stadt- und Verkehrsplaner unerfreuliche Trends: die Stadtflucht und das Bedürfnis nach größeren Wohnungen. Das berichten Immobilienmakler und die Ökonomen des Münchner Ifo-Instituts gleichermaßen. Ein maßgeblicher Faktor dabei: die Arbeit im Heimbüro.

Die in dem Verband organisierten Makler registrieren in den vergangenen Monaten sowohl deutlich gestiegenes Interesse an Wohnungen und Häusern im Umland Münchens und anderer großer bayerischer Städte als auch Anfragen nach größeren Wohnungen, insbesondere mit Arbeitszimmer.

Das ist keine weiß-blaue Besonderheit, sondern ebenso im nördlichen Teil der Republik zu beobachten. "Wir haben in Hamburg das Phänomen, dass das Interesse über die zehn Kilometer in den Speckgürtel hinausgeht bis in ländliche Regionen hinein", sagt Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des norddeutschen IVD-Zweigs. Ein Beispiel für eine vermehrt ins Blickfeld Hamburger Interessenten geratene Kleinstadt ist das gut 50 Kilometer entfernte, aber bequem per Zug erreichbare Lüneburg.

Das Münchner Ifo-Institut ließ in einer Kooperation mit dem Portal Immowelt kürzlich 18.000 Menschen bundesweit nach ihren Wohnwünschen befragen.

Das Ergebnis: In Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohner sagten 13 Prozent der Befragten, dass sie diese im Laufe der nächsten 12 Monate gern verlassen würden. Bei Landbewohnern dagegen ist das Bedürfnis nach einem Wohnortwechsel sehr viel geringer.

Update, 1. August, 19.49 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Norden steigt leicht auf 23,7

Kiel – Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Sonntag leicht gestiegen - und hat nun wieder den Wert vom Freitag erreicht. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen betrug 23,7.

Am Samstag war der Wert auf 23,2 gefallen. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Inzidenz bei 14,4 gelegen. Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand: Sonntag, 18.39 Uhr) wurden landesweit 40 Fälle neu übermittelt. Genau eine Woche zuvor waren es 34.

Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen liegt seit Freitag bei 1638. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge weiterhin 28 Covid-19-Patienten behandelt. 6 von ihnen lagen auf Intensivstationen, 4 wurden dort beatmet. Beide Werte haben sich seit Freitag nicht verändert.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatten weiterhin Pinneberg (40,2), Kiel (34,4) und Lübeck (33,7). Den niedrigsten Wert hat wie schon an den Vortagen der Kreis Plön mit 8,5.

Update, 1. August, 16.45 Uhr: Drei Corona-Neuinfektionen am Sonntag in MV - Inzidenz bei 8,2

Rostock - Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist am Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern um 21 gestiegen - am Samstag kamen 18 neue Nachweise hinzu und am Sonntag drei. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei 8,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Am Samstag war im Vergleich zum Freitag ein leichter Rückgang um 0,1 gemeldet worden, der am Sonntag durch einen leichten Anstieg von ebenfalls 0,1 wieder ausgeglichen wurde. Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 5,2 gelegen.

Allein sieben der neuen Fälle vom Samstag wurden aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gemeldet, wo die Inzidenz dadurch auf 11,3 stieg und am Sonntag auch so blieb. Damit war sie in ganz Westmecklenburg zweistellig und blieb das auch am Sonntag: Im Landkreis Nordwestmecklenburg betrug der Wert 14,0 und in der Landeshauptstadt Schwerin 11,5. Im Rest des Landes ist die Sieben-Tage-Inzidenz einstellig.

Für alle Regionen meldete die Landes-Corona-Ampel am Sonntag weiter Grün für ein kontrolliertes Geschehen. In die Bewertung fließen neben der Inzidenz auch die Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen ein.

Das Landesamt meldete das ganze Wochenende keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl blieb damit im Nordosten bei 1180. Sechs Menschen werden im Krankenhaus behandelt, ebenso viele wie Freitag. Auf den Intensivstationen liegen den Angaben zufolge aktuell keine Corona-Patienten.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.457, als genesen gelten rund 43 076 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher (Stand Freitag) 51,5 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfung haben 59,7 Prozent.

Titelfoto: Luise Evers/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: