Coronavirus im Norden: Pandemie befördert Stadtflucht in Hamburg

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff. Die Zahlen im Norden steigen langsam wieder an. Experten sprechen von einer drohenden vierten Welle.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 79.136 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 64.695 Fälle bekannt, in Bremen 27.705 in Mecklenburg-Vorpommern 44.457 und in Niedersachsen 264.126 Covid-19-Fälle (Stand 2. August, 8 Uhr).

Im Dezember 2020 wurde erneut ein bundesweiter Lockdown beschlossen, der auch im neuen Jahr immer wieder verlängert wurde.

Angesichts niedriger Infektionszahlen wurden in den verschiedenen Bundesländern inzwischen immer mehr Lockerungen der Corona-Verordnungen beschlossen. Vielerorts haben Schulen und Kitas wieder geöffnet, auch Freibäder, Restaurants und sogar Discos dürfen unter Auflagen Besucher empfangen.

Coronavirus: Stiko wartet weiter ab für Entscheidung zu Impfung von Kindern
Coronavirus Coronavirus: Stiko wartet weiter ab für Entscheidung zu Impfung von Kindern

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 2. August, 8.46 Uhr: Corona-Inzidenz in Niedersachsen steigt auf 17,2

Hannover - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen hat sich im Vergleich zum Vortag von 16,8 auf 17,2 erhöht. Landesweit wurden 79 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht.

Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Weitere Todesfälle wurden nicht registriert.

In Bremen stieg die Inzidenz von 24,2 auf 24,8. Im kleinsten Bundesland lag die Zahl der Neuinfektionen bei 13. Todesfälle kamen im Zusammenhang mit dem Virus nicht hinzu. Bundesweit lag die Inzidenz nach RKI-Angaben am Montag bei 17,8.

Die bundesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Montag Salzgitter mit 68,1. Auch in Lüneburg war der Wert mit 49,4 und Wolfsburg mit 46,6 vergleichsweise hoch.

Wenn die Marke von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten ist, gelten unter anderem strengere Kontaktbeschränkungen.

Update, 2. August, 6.28 Uhr: Corona befördert Stadtflucht in Hamburg

Hamburg - Die Corona-Pandemie verstärkt zwei für Stadt- und Verkehrsplaner unerfreuliche Trends: die Stadtflucht und das Bedürfnis nach größeren Wohnungen. Das berichten Immobilienmakler und die Ökonomen des Münchner Ifo-Instituts gleichermaßen. Ein maßgeblicher Faktor dabei: die Arbeit im Heimbüro.

Die in dem Verband organisierten Makler registrieren in den vergangenen Monaten sowohl deutlich gestiegenes Interesse an Wohnungen und Häusern im Umland Münchens und anderer großer bayerischer Städte als auch Anfragen nach größeren Wohnungen, insbesondere mit Arbeitszimmer.

Das ist keine weiß-blaue Besonderheit, sondern ebenso im nördlichen Teil der Republik zu beobachten. "Wir haben in Hamburg das Phänomen, dass das Interesse über die zehn Kilometer in den Speckgürtel hinausgeht bis in ländliche Regionen hinein", sagt Peter-Georg Wagner, Geschäftsführer des norddeutschen IVD-Zweigs. Ein Beispiel für eine vermehrt ins Blickfeld Hamburger Interessenten geratene Kleinstadt ist das gut 50 Kilometer entfernte, aber bequem per Zug erreichbare Lüneburg.

Das Münchner Ifo-Institut ließ in einer Kooperation mit dem Portal Immowelt kürzlich 18.000 Menschen bundesweit nach ihren Wohnwünschen befragen.

Das Ergebnis: In Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohner sagten 13 Prozent der Befragten, dass sie diese im Laufe der nächsten 12 Monate gern verlassen würden. Bei Landbewohnern dagegen ist das Bedürfnis nach einem Wohnortwechsel sehr viel geringer.

Update, 1. August, 19.49 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Norden steigt leicht auf 23,7

Kiel – Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist am Sonntag leicht gestiegen - und hat nun wieder den Wert vom Freitag erreicht. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen betrug 23,7.

Am Samstag war der Wert auf 23,2 gefallen. Am Sonntag vergangener Woche hatte die Inzidenz bei 14,4 gelegen. Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand: Sonntag, 18.39 Uhr) wurden landesweit 40 Fälle neu übermittelt. Genau eine Woche zuvor waren es 34.

Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen liegt seit Freitag bei 1638. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge weiterhin 28 Covid-19-Patienten behandelt. 6 von ihnen lagen auf Intensivstationen, 4 wurden dort beatmet. Beide Werte haben sich seit Freitag nicht verändert.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatten weiterhin Pinneberg (40,2), Kiel (34,4) und Lübeck (33,7). Den niedrigsten Wert hat wie schon an den Vortagen der Kreis Plön mit 8,5.

Update, 1. August, 16.45 Uhr: Drei Corona-Neuinfektionen am Sonntag in MV - Inzidenz bei 8,2

Rostock - Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist am Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern um 21 gestiegen - am Samstag kamen 18 neue Nachweise hinzu und am Sonntag drei. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag bei 8,2 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Am Samstag war im Vergleich zum Freitag ein leichter Rückgang um 0,1 gemeldet worden, der am Sonntag durch einen leichten Anstieg von ebenfalls 0,1 wieder ausgeglichen wurde. Am Sonntag vor einer Woche hatte die Inzidenz bei 5,2 gelegen.

Allein sieben der neuen Fälle vom Samstag wurden aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gemeldet, wo die Inzidenz dadurch auf 11,3 stieg und am Sonntag auch so blieb. Damit war sie in ganz Westmecklenburg zweistellig und blieb das auch am Sonntag: Im Landkreis Nordwestmecklenburg betrug der Wert 14,0 und in der Landeshauptstadt Schwerin 11,5. Im Rest des Landes ist die Sieben-Tage-Inzidenz einstellig.

Für alle Regionen meldete die Landes-Corona-Ampel am Sonntag weiter Grün für ein kontrolliertes Geschehen. In die Bewertung fließen neben der Inzidenz auch die Krankenhauseinweisungen und die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen ein.

Das Landesamt meldete das ganze Wochenende keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl blieb damit im Nordosten bei 1180. Sechs Menschen werden im Krankenhaus behandelt, ebenso viele wie Freitag. Auf den Intensivstationen liegen den Angaben zufolge aktuell keine Corona-Patienten.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.457, als genesen gelten rund 43 076 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher (Stand Freitag) 51,5 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfung haben 59,7 Prozent.

Update, 1. August, 14.16 Uhr: Inzidenz in Hamburg steigt auf 37,6

Passanten gehen zum Eingang des Impfzentrums.
Passanten gehen zum Eingang des Impfzentrums.  © Luise Evers/dpa

Hamburg - In Hamburg sind am Sonntag 114 neue Corona-Infektionen gemeldet worden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg nach einem leichten Rückgang am Samstag nun wieder von 35,4 auf 37,6 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Am Samstag waren 87 neue Fälle hinzugekommen, vor einer Woche waren es 72 gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Sonntag vor einer Woche bei 26,6.

Coronavirus in Bayern: Mehr Neugründungen trotz Pandemie, Klaus Holetschek blickt nach vorn
Coronavirus Coronavirus in Bayern: Mehr Neugründungen trotz Pandemie, Klaus Holetschek blickt nach vorn

Die Zahl der seit Beginn der Pandemie in Zusammenhang mit dem Virus gestorbenen Menschen blieb der Behörde zufolge am Sonntag bei 1615. Seit Beginn der Pandemie wurden in Hamburg den Angaben zufolge 79.136 Infektionen mit dem Coronavirus gezählt. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) gelten 76.300 Menschen als genesen.

Nach RKI-Angaben wurden bis einschließlich Donnerstag fast 895.000 Menschen vollständig geimpft. Das entspricht einem Anteil von 48,4 Prozent der Bevölkerung.

Update, 1. August, 12 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz im Norden sinkt leicht auf 23,2

Kiel - Die Corona-Inzidenz in Schleswig-Holstein ist leicht gesunken. Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen betrug am Samstagabend 23,2 - nach 23,7 am Freitag. Vor einer Woche hatte der Wert 13,9 betragen. Nach Angaben der Landesmeldestelle (Stand: Samstag, 19.33 Uhr) wurden landesweit 72 Fälle neu übermittelt, genausoviele wie genau eine Woche zuvor.

Neue Todesfälle wurden nicht gemeldet. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit dem Erreger Sars-CoV-2 Gestorbenen lag zuletzt bei 1638. Im Krankenhaus wurden den Angaben zufolge nun 28 Covid-19-Patienten behandelt (minus 10 zum Freitag). 6 von ihnen lagen auf Intensivstationen, 4 wurden dort beatmet. Beide Werte haben sich im Vergleich zum Freitag nicht verändert.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte Pinneberg (39,5), gefolgt von Kiel (34,8) und Lübeck (33,7). Den niedrigsten Wert hat weiter der Kreis Plön mit 8,5.

Update, 1. August, 10.15 Uhr: Inzidenz in Niedersachsen wieder gestiegen

Hannover/Bremen - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Niedersachsen hat sich im Vergleich zum Vortag von 15,8 auf 16,8 erhöht.

Landesweit wurden 203 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Sonntag hervorgeht. Der Inzidenzwert gibt die Zahl der Menschen pro 100.000 Einwohner an, die sich innerhalb einer Woche neu mit dem Coronavirus angesteckt haben. Weitere Todesfälle wurden nicht registriert.

In Bremen stieg die Inzidenz von 21,6 auf 24,2. Im kleinsten Bundesland lag die Zahl der Neuinfektionen bei 32. Todesfälle kamen im Zusammenhang mit dem Virus nicht hinzu. Bundesweit lag die Inzidenz nach RKI-Angaben am Sonntag bei 17,5.

Die höchsten Inzidenzen der niedersächsischen Landkreise und kreisfreien Städte hatten am Sonntag Salzgitter mit 68,1 und Wolfsburg mit 50,7. Wenn die Marke von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten ist, gelten unter anderem strengere Kontaktbeschränkungen.

In Niedersachsen werden derzeit 20 Menschen mit Covid-19 in Krankenhäusern behandelt und 7 von ihnen invasiv beatmet.

Update, 1. August, 9.44 Uhr: Schützenfestsaison fällt aus

Hannover - Auch in diesem Jahr fallen in vielen Orten in Niedersachsen die Schützenfeste aus.

Zwar sind trotz Corona-Pandemie inzwischen auch solche größeren Feste erlaubt, allerdings nur mit einem ausgearbeiteten Hygienekonzept. Gerade für die kleineren Schützenvereine sei dies oft unmachbar, sagte der Präsident des Niedersächsischen Sportschützenverbandes Wilfried Ritzke.

Das Schützenfest Hannover war bereits mehrere Wochen vor dem geplanten Start Anfang Juli von der Stadt abgesagt worden. Damit fiel das laut Veranstalter größte Schützenfest der Welt bereits zum zweiten Mal hintereinander aus.

Die Landeshauptstadt stellte im vergangenen Jahr insgesamt 60.000 Euro für die Deckung der trotzdem laufenden Kosten zur Verfügung.

Update, 31. Juli, 18.42 Uhr: Kostenpflicht für Corona-Tests rechtzeitig ankündigen

Olaf Scholz (63) Kanzlerkandidat und Spitzenkandidat der SPD, spricht sich für eine Kostenpflicht von Corona-Tests aus.
Olaf Scholz (63) Kanzlerkandidat und Spitzenkandidat der SPD, spricht sich für eine Kostenpflicht von Corona-Tests aus.  © Stefan Sauer/dpa

Ueckermünde – Eine mögliche Kostenpflicht für Corona-Tests sollte nach Ansicht von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz frühzeitig angekündigt werden. "Ich bin dafür, dass wir da durchaus großzügig sind, also den Zeitraum rechtzeitig und lange vorher festlegen, aber dass man weiß, das kommt", sagte der Bundesfinanzminister bei einer Wahlkampfveranstaltung am Samstag in Ueckermünde in Mecklenburg-Vorpommern.

Er sprach sich erneut dafür aus, dass der Staat ab einem bestimmten Zeitpunkt die Tests für diejenigen, die sich gegen das Coronavirus impfen lassen können, nicht mehr zahlt.

Das gelte nicht etwa für Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können und auch nicht für junge Menschen, für die die Impfung derzeit nicht empfohlen wird. "Aber für alle anderen muss dann irgendwann in ein paar Wochen gelten, dass sie die Tests dann selber bezahlen müssen", sagte er.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte am Samstag mitgeteilt, dass es schon länger derartige Überlegungen gebe.

Update, 31. Juli, 16.33 Uhr: 18 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz in Westmecklenburg zweistellig

Rostock – Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist am Samstag in Mecklenburg-Vorpommern um 18 gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ging leicht um 0,1 auf 8,1 Neuinfektionen je

100.000 Einwohner in sieben Tagen zurück, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Vor einer Woche hatte sie bei 4,9 gelegen.

Allein sieben der neuen Fälle wurden am Samstag aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gemeldet, wo die Inzidenz dadurch auf 11,3 stieg. Damit ist dieser Wert jetzt in ganz Westmecklenburg zweistellig: Im Landkreis Nordwestmecklenburg betrug er am Samstag 14,0 und in der Landeshauptstadt Schwerin 11,5. Im Rest des Landes ist die Inzidenz einstellig.

Das Landesamt meldete keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Gesamtzahl blieb damit im Nordosten bei 1180. Sechs Menschen werden im Krankenhaus behandelt, ebenso viele wie Freitag. Auf den Intensivstationen liegen demnach aktuell keine Corona-Patienten.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten wuchs auf 44.454, als genesen gelten rund 43.067 Menschen. Vollständig geimpft sind den Angaben zufolge bisher 51,5 Prozent der Bevölkerung. Die erste Impfung haben 59,7 Prozent.

Titelfoto: Luise Evers/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: