Coronavirus in Hamburg: Tschentscher und Fegebank für neues Bundesgesetz

Hamburg/Kiel/Hannover – Das Coronavirus hat das Land seit mehr als einem Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, der Lockdown wurde vorerst bis Ende April verlängert.

Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.
Menschen stehen vor dem Corona-Impfzentrum an den Hamburger Messehallen.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 65.617 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 51.863 Fälle bekannt, in Bremen 20.970 in Mecklenburg-Vorpommern 33.850 und in Niedersachsen 207.905 Covid-19-Fälle (Stand 11. April, 17 Uhr).

Seit dem 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit zwischenzeitlichen Lockerungen bis zum 18. April 2021 verlängert wurde.

Weiterhin gilt aber eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 11. April, 17.50 Uhr: Fegebank lobt Entwurf zu neuem Infektionsschutzgesetz

Katharina Fegebank (44, Die Grünen) will Unternehmen in der Corona-Krise mehr in die Pflicht nehmen.
Katharina Fegebank (44, Die Grünen) will Unternehmen in der Corona-Krise mehr in die Pflicht nehmen.  © Marcus Brandt/dpa

Hamburg - Von einer Neufassung des Infektionsschutzgesetzes erwartet Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (44, Die Grünen) ein Ende des Corona-Jo-Jo-Effekts.

Das "runter mit den Zahlen, hoch mit den Zahlen" müsse endlich durchbrochen werden, sagte die Wissenschaftssenatorin am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Der von der Bundesregierung vorgelegte Entwurf für eine Neufassung des Gesetzes sei "ein guter erster Schritt für mehr Einheitlichkeit".

Für eine effektive Pandemiebekämpfung brauche es aber mehr, insbesondere im Hinblick auf die Arbeitswelt, sagte sie.

"Wir brauchen eine Homeoffice- und Testpflicht für Unternehmen, eine Strategie für eine nachhaltige Senkung der Infektionszahlen und eine umfassende Teststrategie, die verbindlich in allen Bundesländern umgesetzt wird."

Update, 11. April, 17.20 Uhr: Tschentscher will rasche Neufassung des Infektionsschutzgesetzes

Hamburg - Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD) dringt auf eine rasche Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Zwar lasse der vom Bund an die Länder versandte Entwurf "leider noch viele Lücken erkennen", sagte er am Sonntag bei einem Besuch in einer Corona-Teststelle in Ottensen.

Dennoch: "Wir brauchen sehr schnell Entscheidungen (...) und je schneller jetzt Einheitlichkeit in Deutschland hergestellt wird, umso besser ist es"

Im Grunde gehe es um die Umsetzung der von den Ministerpräsidenten bei ihren Konferenzen bereits gefassten Beschlüsse in ein Infektionsschutzgesetz, an das sich dann alle halten müssten. Die Bundesregierung sei "seit zwei Wochen in diesen Überlegungen", sagte er. "Und ich gehe davon aus, dass die Überlegungen jetzt soweit gereift sind, dass es dann auch zeitnah möglich ist". Die Gefahr einer Kompetenzverschiebung von den Ländern Richtung Bundesregierung sehe er nicht.

Angesichts der dritten Welle sei es wichtig, "dass wir in Deutschland sehr bald die strengen Maßstäbe anlegen, die wir in Hamburg bereits eingeführt haben", sagte der Bürgermeister. "Dazu müssen auch Ausgangsbeschränkungen gehören."

Es dürfe nicht dazu kommen, dass mit der bundesrechtlichen Regelung Maßnahmen weniger wirkungsvoll werden.

Update, 11. April, 17 Uhr: 180 Corona-Neuinfektionen in MV - Inzidenz bei 124

Rostock - Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Sonntag um 180 gestiegen. Das waren 161 Fälle weniger als am Samstag und 32 weniger als am Sonntag vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte.

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion Gestorbenen erhöhte sich um 4 auf 907. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank landesweit leicht von 124,8 auf 124,0. Vor einer Woche hatte sie bei 92,3 gelegen.

Mit 176,3 war der Wert am Sonntag im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am höchsten, gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 161,3. Am niedrigsten lag die Sieben-Tage-Inzidenz mit 73,0 im Landkreis Vorpommern-Rügen.

In den Krankenhäusern wurden laut Landesamt 279 Covid-Patienten behandelt, 15 weniger als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen wie am Samstag 77 Covid-Patienten. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich den Angaben zufolge 33.850 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. 29.271 gelten inzwischen als genesen.

Update, 11. April, 12.10 Uhr: 340 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz steigt auf knapp 140

Die Zahle der Corona-Neuinfektionen steigt wieder. Das besorgt Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD).
Die Zahle der Corona-Neuinfektionen steigt wieder. Das besorgt Bürgermeister Peter Tschentscher (55, SPD).  © Marcus Brandt/dpa

Hamburg - Knapp eine Woche nach den Osterfeiertagen steigt die Corona-Inzidenz in Hamburg wieder deutlich. Am Sonntag kamen 340 neue Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das sind zwar 158 Fälle weniger als am Samstag, aber 132 mehr als am Sonntag vor einer Woche.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg von 132,9 auf 139,9. Vor einer Woche hatte der Wert 156,4 betragen.

Über Ostern und in den Folgetagen war die Inzidenz von knapp 164 deutlich gesunken, was das Robert Koch-Institut (RKI) auch auf weniger Tests über die Feiertage zurückgeführt hatte.

Die Zahl der in Hamburg an oder mit Corona gestorbenen Menschen gab das Institut am Sonntag mit 1411 an, 2 mehr als am Vortag. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 65.617 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 56.100 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Hamburger Kliniken wurden laut Behörde mit Stand Freitag 297 Corona-Patienten behandelt, 7 mehr als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen demnach am Freitag 105 Erkrankte, 2 mehr als am Vortag.

Am Sonntag wies das Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) für Hamburg 106 Intensivpatienten aus, von denen 67 invasiv beatmet werden mussten.

Update, 11. April, 11.55 Uhr: Nun auch über 70-Jährige in Hamburg zum Impfen aufgerufen

In Hamburg dürfen sich nun alle Menschen über 70 impfen lassen.
In Hamburg dürfen sich nun alle Menschen über 70 impfen lassen.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Nach der Lieferung weiterer Impfstoffdosen sind in Hamburg seit Sonntag auch die über 70-Jährigen zur Corona-Schutzimpfung aufgerufen. "Ab sofort können alle über 70-Jährigen anrufen und einen Termin im Impfzentrum vereinbaren", sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Einladungsschreiben müsse nicht abgewartet werden. Termine könnten einfach über die zentrale Telefonnummer 116 117 oder online unter impfterminservice.de vereinbart werden. Erst am Samstag waren die über 73-Jährigen zum Impfen aufgerufen worden. "Heute kommen drei weitere Jahrgänge hinzu."

Es stünden ausreichend Termine zur Verfügung, sagte Helfrich. "Allein für die kommende Woche wurden 24.000 zusätzliche Termine freigeschaltet." Impfwillige könnten deshalb damit rechnen, "auch sehr kurzfristig einen Termin zu erhalten". Die schon zuvor aufgerufenen Gruppe der 75- bis 79-Jährigen umfasste rund 80.000 Menschen. Die der 70- bis 74-Jährigen dürfte noch etwas größer sein.

Auch am Wochenende wurden im Impfzentrum in den Messehallen wieder Tausende Impfungen verabreicht. Allein am Samstag waren es laut Helfrich 6838. "Für den Sonntag erhoffen wir uns eine ähnlich hohe Zahl."

Update, 11. April, 7.10 Uhr: Arbeitgeber halten Corona-Testpflicht für unnötig

Hannover - Der Unternehmerverband Niedersachsenmetall lehnt eine Corona-Testpflicht am Arbeitsplatz ab. Eine branchenübergreifende Umfrage des Verbands zeige, dass viele Unternehmen schon heute erheblich freiwillig in den Infektionsschutz investierten.

"Ihnen jetzt eine Testpflicht aufzuerlegen, käme einer Missachtung der bisherigen Anstrengungen gleich und könnte als tiefsitzendes Misstrauen der Politik gegenüber der Wirtschaft gewertet werden", sagte Hauptgeschäftsführer Volker Schmidt der Deutschen Presse-Agentur.

Eine Pflicht zum Testen mache es den Unternehmen nicht leichter, sondern schwerer, weil damit eine Menge Bürokratie verbunden sei. "Von staatlicher Seite hat es unserer Kenntnis nach bisher kein substanzielles Angebot gegeben, den Firmen für diese Leistungen finanziell unter die Arme greifen zu wollen."

Unklar sei zum Beispiel, ob Unternehmen haften müssen, wenn sie nicht ausreichend Tests beschaffen können.

Eine Testpflicht münde nicht in mehr Sicherheit für Mitarbeiter und Kunden, sondern nähre eine Regelungswut der Politik.

Update, 10. April, 18.45 Uhr: Schwesig: Müssen beim Impfen schneller werden

Manuela Schwesig (SPD) gibt ein Interview. Die Regierung erhöht den Druck auf Landkreise und kreisfreie Städte, den Astrazeneca-Impfstoff unverzüglich einzusetzen.
Manuela Schwesig (SPD) gibt ein Interview. Die Regierung erhöht den Druck auf Landkreise und kreisfreie Städte, den Astrazeneca-Impfstoff unverzüglich einzusetzen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Wismar/Rostock – Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) das Tempo erhöhen.

"Das Impfen ist unser Schlüssel, um Schritt für Schritt aus der Pandemie zu kommen. Deshalb müssen wir beim Impfen insgesamt schneller werden" sagte sie am Samstag nach Besuchen im Impfzentrum Wismar und einem Schnelltestzentrum in Rostock.

"Das Testen ist doppelt wichtig. Wir können so bisher unentdeckte Fälle identifizieren und Infektionsketten unterbrechen", sagte sie. Zudem böten Tests die Möglichkeit, "Bereiche offenzuhalten, die sonst vielleicht schließen müssten."

Kreise und kreisfreie Städte im Nordosten seien beim Impfen unterschiedlich weit. In Nordwestmecklenburg gehe man innovative Wege, sagte Schwesig. "Nordwestmecklenburg war der erste Kreis, der im Rahmen eines Pilotprojekts das Impfen beim Hausarzt ermöglicht hat."

In den letzten beiden Wochen seien in Wismar und Grevesmühlen an besonderen Aktionstagen Impfungen für über 60-Jährige auch ohne Termin möglich gewesen. "Das wollte ich mit meinem Besuch unterstützen und mich zugleich für die Arbeit der Ärzte und der vielen Helferinnen und Helfer in den Testzentren bedanken."

Update, 10. April, 18 Uhr: Nun auch Hamburger ab 73 Jahren zum Impfen aufgerufen

Hamburg – In Hamburg sind nun auch die über 73-Jährigen zum Impfen aufgerufen. Mit Tausenden zusätzlichen Terminen werde das Impftempo weiter erhöht, teilte Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) am Sonnabend mit.

Mehr dazu lest Ihr im Artikel "Tausende neue Impftermine in Hamburg: Alle ab 73 Jahren sind aufgerufen!"

Update, 10. April, 17.58 Uhr: 341 Corona-Neuinfektionen in MV - Inzidenz bei 124,8

Rostock – Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist am Samstag um 341 gestiegen. Das sind 224 Fälle weniger als am Freitag, aber 231 mehr als am Samstag vor einer Woche, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock mitteilte.

Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion Gestorbenen erhöhte sich um 3 auf 903. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg landesweit von 110,0 auf 124,8. Vor einer Woche hatte sie bei 83,4 gelegen.

Mit 181,7 war der Wert im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte am höchsten, gefolgt vom Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 159,2. Am niedrigsten lag die Sieben-Tage-Inzidenz mit 57,4 im Landkreis Vorpommern-Rügen.

In den Krankenhäusern wurden laut Landesamt 294 Covid-Patienten behandelt, 4 mehr als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen 77 Covid-Patienten, 4 weniger als tags zuvor.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich den Angaben zufolge 33.670 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. 29 068 gelten inzwischen als genesen.

Update, 10. April 12.10 Uhr: 498 neue Corona-Fälle in Hamburg - Inzidenz steigt wieder

Hamburg - Nach neun Tagen mit rückläufiger Inzidenz ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg im Wochenvergleich wieder gestiegen.

Am Samstag kamen 498 neue Fälle hinzu, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte. Das sind 51 Fälle mehr als am Freitag und 37 mehr als am Samstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen, stieg von 131,0 auf 132,9. Vor einer Woche hatte der Wert 158,8 betragen.

Die Zahl der in Hamburg an oder mit Corona gestorbenen Menschen gab das Robert Koch-Institut (RKI) mit 1409 an, 3 mehr als am Vortag. Seit Ausbruch der Pandemie haben sich laut Gesundheitsbehörde nachgewiesenermaßen 65.277 Hamburger mit Sars-CoV-2 infiziert; 55.800 von ihnen gelten laut RKI inzwischen als genesen.

In den Hamburger Kliniken wurden laut Behörde mit Stand Freitag 297 Corona-Patienten behandelt, 7 mehr als am Vortag. Auf den Intensivstationen lagen 105 Erkrankte, 2 mehr als am Vortag.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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