Corona in Baden-Württemberg: 7-Tage-Inzidenz steigt weiter

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland hatte sich zwar merklich entspannt, jedoch steigen inzwischen die Inzidenzzahlen wieder.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Auf breiter Front lockerte die Landesregierung vor Kurzem mit der jüngsten Corona-Verordnung die Corona-Maßnahmen.

So dürfen sich in Regionen mit einer stabilen Inzidenz von unter zehn Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen.

In den beiden höheren Stufen bis zu einer Inzidenz von 35 und 50 dürfen vier Haushalte mit höchstens 15 Personen zusammenkommen. Geimpfte und Genesene zählen laut Verordnung nicht dazu.

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Bislang galt, dass in Kreisen mit einer anhaltenden Inzidenz unter 50 nur Treffen von bis zu zehn Menschen aus drei Haushalten erlaubt sind.

Was erlaubt ist, richtet sich in der neuen Corona-Verordnung an einem Vier-Stufen-Modell aus: Stufe vier gilt bei einer Inzidenz von über 50, Stufe drei von 50 bis 35, Stufe zwei von 35 bis zehn und Stufe eins für alle Städte und Kreise mit einer Inzidenz unter zehn.

Mittlerweile gibt es 504.306 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 491.434 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 10.377 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 25. Juli)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 25. Juli, 16.55 Uhr: Hohenlohekreis ist Inzidenz-Spitzenreiter

Erneut ist die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg leicht gestiegen. Lag der Wert am Samstag noch bei 12,2 waren es am Sonntag 12,4.

Inzidenz-Spitzenreiter waren laut Landesgesundheitsamt (LGA) der Hohenlohekreis (32,0), die Stadt Ulm (28,4) sowie der Main-Tauber-Kreis (27,2). Die Landeshauptstadt Stuttgart wies einen Wert von 19,8 auf - im Vergleich zum Vortag also unverändert.

Dem LGA wurden 63 neue Infektionen gemeldet, die Anzahl der Infizierten steigt also auf 504.306, wovon 491.434 Personen wieder genesen sind.

Derweil wurden am Sonntag keine weiteren Todesfälle gemeldet. Bislang sind 10.377 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Am Sonntag wurden dem Landesgesundheitsamt 63 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Sonntag wurden dem Landesgesundheitsamt 63 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 25. Juli, 10.34 Uhr: Verband: Mehr als eine Milliarde Euro Corona-Schulden im Gastgewerbe

Wegen der Corona-Krise hat sich im Südwest-Gastgewerbe laut Branchenverband ein Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro aufgetürmt.

Viele Betriebe hätten Kredite aufnehmen müssen, um über die Runden zu kommen, erklärte der Sprecher des Hotel- und Gaststättenverbands Baden-Württemberg, Daniel Ohl, in Stuttgart. Seit Beginn der Pandemie hätten die Gastgeber Umsatzverluste von fast neun Milliarden Euro verzeichnet.

Besonders schlimm getroffen habe es Stadthotels und solche, die auf Tagungen und Geschäftsreisen spezialisiert sind. Diese Betriebe hätten nicht von der guten Urlaubskonjunktur im Sommer profitiert.

Gewinner der Krise gebe es in der Branche nicht - weder bei Hotels auf dem Land noch in der Stadt, sagte Ohl. "Es gab krisenbedingte Betriebsschließungen", betonte Ohl. Zahlen dazu stünden aber noch aus. Nun hofften die Hoteliers im Südwesten darauf, dass sich zumindest die vergleichsweise gut verlaufene Sommersaison 2020 in diesem Jahr wiederhole.

Touristen gehen durch die Ortsmitte von Titisee-Neustadt. Wegen der Corona-Krise hat sich im Südwest-Gastgewerbe laut Branchenverband ein Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro aufgetürmt. (Symbolbild)
Touristen gehen durch die Ortsmitte von Titisee-Neustadt. Wegen der Corona-Krise hat sich im Südwest-Gastgewerbe laut Branchenverband ein Schuldenberg von mehr als einer Milliarde Euro aufgetürmt. (Symbolbild)  © Philipp von Ditfurth/dpa

Update, 24. Juli, 17.06 Uhr: Inzidenz steigt auf über 12

Die Inzidenz im Südwesten steigt unvermindert weiter, wenn auch nur leicht: Lag der Wert am Freitag noch bei 11,8, so kletterte er am Samstag auf 12,2.

Spitzenreiter sind der Main-Tauber-Kreis (31,0) und der Hohenlohekreis (29,3), gefolgt von der Stadt Ulm (26,8). In Stuttgart liegt die Inzidenz bei 19,8.

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Samstag 219 neue Infektionen mitgeteilt, somit haben sich bislang 504.243 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, davon sind 491.316 wieder genesen.

Auch wurde ein neuer Todesfall bekannt. Damit steigt die Zahl der Toten auf inzwischen 10.377.

Am Samstag wurden dem Landesgesundheitsamt 219 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Am Samstag wurden dem Landesgesundheitsamt 219 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 24. Juli, 7.26 Uhr: Kultusministerin Schopper würde eigene Kinder impfen lassen

Obwohl die Ständige Impfkommission noch keine Impfung gegen das Coronavirus für Kinder ab zwölf Jahren empfohlen hat, würde Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne) bei eigenen Kinder nicht zögern.

"Ich denke, wenn ich persönlich ein Kind in dem Alter hätte, würde ich schon versuchen, es zu impfen", sagte die Grünen-Politikerin der Rhein-Neckar-Zeitung. Aber das sei "eine individuelle Entscheidung, die jede Familie für sich und nach Rücksprache mit dem Haus- oder Kinderarzt treffen muss". Schopper hat zwei erwachsene Söhne.

Die Ministerin wiederholte ihre Forderung, sich im Sinne der Kinder schnell impfen zu lassen. Es könne "nicht sein, dass wir Alten Party feiern und die Kinder haben das Nachsehen", betonte Schopper. "Deshalb rufen wir vor allem die Eltern und die bisher nicht geimpften Erwachsenen auf, dass sie sich solidarisch zeigen."

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne).
Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne).  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 23. Juli, 17.30 Uhr: 231 neue Infektionen

Im Südwesten ist die 7-Tage-Inzidenz weiter gestiegen, der Wert lag am Freitag bei 11,8. Am Vortag waren es noch 11,4.

Inzidenz-Spitzenreiter sind laut Landesgesundheitsamt die Städte Baden-Baden (29,0), Ulm (27,6) sowie der Hohenlohekreis (24,0). In der Landeshauptstadt Stuttgart betrug der Inzidenzwert 22,6.

Am Freitag wurden dem Amt 231 neue Infektionsfälle gemeldet, damit haben sich insgesamt 504.024 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Davon sind bislang 491.167 Personen wieder genesen.

Auch meldet das Landesgesundheitsamt sechs weitere Tote, damit sind inzwischen 10.376 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben.

In Baden-Baden lag die Inzidenz am Freitag mit 29,0 am höchsten.
In Baden-Baden lag die Inzidenz am Freitag mit 29,0 am höchsten.  © Uli Deck/dpa

Update, 23. Juli, 6.58 Uhr: Kommunen bemühen sich verstärkt um Impfwillige ab 16 Jahren

Das Schuljahr geht zu Ende und die Ungewissheit wächst, ob die Schüler trotz steigender Corona-Infektionszahlen Mitte September in den Präsenzunterricht zurückkehren können. Einige Kommunen bemühen sich im Countdown zu den Sommerferien, so viele Schüler ab dem Alter von 16 Jahren wie möglich impfen zu lassen. Es gibt auch Stimmen, die eine Absenkung des Impfalters befürworten.

Ein erneute coronabedingte Schließung von Schulen im kommenden Schuljahr könnte aus Sicht des Koordinators für mobile Impfteams in Ulm, Guido Adler, durch eine Impfung von 12- bis 16-Jährigen vermieden werden. "Die Ständige Impfkommission sieht zwar keinen Vorteil für den einzelnen Schüler durch eine Impfung, aber der gesellschaftliche Nutzen wäre enorm", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Schüler sollten auch ungeachtet der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante ab Mitte September wieder unbesorgt in die Schulen gehen können, betonte Adler. Außerdem litten auch jüngere Erkrankte trotz leichten Verlaufs der Infektion unter deren Spätfolgen. Damit gebe es auch in dieser Altersgruppe mit derzeit steigenden Inzidenzen gute medizinische Argumente für eine Impfung.

Der pensionierte Facharzt für Innere Medizin will im Endspurt vor den Sommerferien möglichst viele Schüler ab 16 Jahren an den 30 weiterführenden Schulen Ulms impfen. Diese jungen Menschen brauchen für den Piks in der Regel keine Zustimmung der Eltern. Die Vakzine von Biontech/Pfizer sind für junge Menschen ab 12 zugelassen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA entscheidet in Kürze, ob auch der Impfstoff des US-Herstellers Moderna für Zwölfjährige geeignet ist.

Auch der Städtetag wünscht sich, dass eine Ausweitung der freiwilligen Impfungen auf Jüngere nochmals geprüft wird. "Hohe Impfquoten sind ein Schlüssel für möglichst durchgängigen Präsenzunterricht an den Schulen im neuen Schuljahr", betonte der Bildungsreferent Norbert Brugger. Sein Verband unterstütze die Mitglieder deshalb mit Informationen und Austauschmöglichkeiten. Ulm war nach Bruggers Angaben die erste Stadt des Landes, die umfassende Impfangebote für die ab 16-Jährigen bereitgestellt hat.

Karlsruhe hat mittlerweile den "Impfturbo" gezündet und bietet an beruflichen Schulen Impfungen an, die auch Ausbilder, Familien und Freunde wahrnehmen können. In Horb am Neckar hat ein Internist für alle Schüler ab 16 Jahren und für Beschäftigte eine Impfung zentral an einer Schule angeboten.

In Heilbronn wurden 500 Berufsschüler im Kreisimpfzentrum geimpft. Nun soll ein Impfbus noch verbliebene impfwillige Schüler und Schülerinnen einsammeln. Auch in Villingen-Schwenningen steuert ab diesem Freitag ein mobiles Impfteam berufliche Schulen an.

Nach Auskunft von Koordinator Adler sind bei den 16-jährigen und älteren Berufsschülern in Ulm 70 Prozent erstgeimpft. Das ist ein besserer Wert als der landesweite von 58,7 Prozent. Adler: "Unser Angebot ist gut aufgenommen werden, Ängste von jungen Männern und Frauen, keine Kinder zeugen oder nicht schwanger werden zu können, haben wir rasch widerlegt."

Die Kommunen wollen möglichst viele Schüler impfen.
Die Kommunen wollen möglichst viele Schüler impfen.  © Gregor Fischer/dpa

Update, 23. Juli, 6.02 Uhr: Corona-Inzidenz im Südwesten über 11

Zum ersten Mal seit einem Monat hat die Sieben-Tage-Inzidenz im Südwesten am Donnerstag wieder die 11er-Marke gerissen. Nach Angaben des Landesgesundheitsamts lag der landesweite Wert bei 11,4. Zuletzt hatte die Behörde am 21. Juni eine höhere Inzidenz angegeben: Damals war binnen einer Woche bei 12,0 Menschen je 100.000 Einwohner eine Neuinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Dann war die Inzidenz erst gesunken, seit einiger Zeit steigt sie wieder. Der R-Wert liegt derzeit bei 1,1. Ein Infizierter steckt also statistisch mehr als eine weitere Person an.

Mittlerweile liegen 20 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten über einer Inzidenz von 10. Am höchsten ist sie den Daten zufolge mit 26,0 in Ulm, am niedrigsten mit 0,7 im Neckar-Odenwald-Kreis.

Die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen in Baden-Württemberg seit Beginn der Pandemie stieg um 281 auf 503.793, wie das Amt mitteilte. 10.370 Menschen sind inzwischen an einer Infektion mit dem Coronavirus oder im Zusammenhang damit gestorben, 10 mehr als am Vortag. Als genesen gelten geschätzt 491.040 Infizierte (plus 125).

15 Prozent der betreibbaren 2359 Intensivbetten sind der Mitteilung nach im Moment frei. Dieser Wert ist wichtig, um die Auslastung des Gesundheitssystems beurteilen zu können. Intensivbetten werden aber nicht nur für Covid-19-Patienten mit schweren Verläufen gebraucht, sondern auch für Menschen mit anderen gravierenden Erkrankungen.

6.515.255 Menschen in Baden-Württemberg sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts mittlerweile einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das sind den Daten zufolge 58,7 Prozent der Bevölkerung. Der Bundesschnitt liegt bei 60,4 Prozent. Als vollständig geimpft gelten den Daten zufolge im Südwesten 5.337.519 Menschen oder 48,1 Prozent (bundesweit: 48,0). Beim Impfstoff von Johnson & Johnson reicht eine Dosis. Bei allen anderen Vakzinen sind zwei Spritzen nötig.

Seit Ende Dezember wurden dem Landesgesundheitsamt 142 581 Fälle mit Hinweisen auf "besorgniserregende Varianten" übermittelt. Als solche gelten Viren mit Mutationen, die ein höheres Ansteckungsrisiko haben. Es dominiert die als hoch ansteckend geltende Delta-Variante, die zuerst in Indien entdeckt wurde.

Die Inzidenz steigt auf über 11.
Die Inzidenz steigt auf über 11.  © dpa/Kira Hofmann

Update, 22. Juli, 15.50 Uhr: Trumpf kommt ohne Blessuren durch die Corona-Krise

Der Laserspezialist Trumpf hat sich in der Corona-Pandemie wacker geschlagen. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2020/21 (30. Juni) stagnierte vorläufigen Zahlen zufolge bei 3,5 Milliarden Euro, wie das Familienunternehmen am Donnerstag in Ditzingen (Kreis Ludwigsburg) mitteilte. Angaben zum Ergebnis wurden keine gemacht.

Die größten Einzelmärkte seien nach Deutschland mit etwa 580 Millionen Euro Umsatz, China mit circa 525 Millionen Euro, die USA mit circa 485 Millionen Euro sowie die Niederlande mit rund 460 Millionen Euro.

Für das eben gestartete Geschäftsjahr zeigte sich Trumpf positiv gestimmt. Der Auftragseingang sei um 20 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro gestiegen. Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller, sagte: "Wir sind mit einem stabilen Umsatz und einem sehr guten Auftragseingang in das neue Geschäftsjahr gestartet."

Dieser resultiere unter anderem aus starken Konjunkturimpulsen aus China, die aus Elektronikanwendungen und der Nachfrage nach den Lasern für die Elektromobilität kämen.

Weltweit beschäftigt das Familienunternehmen nun 14.800 Männer und Frauen. In Deutschland waren Ende Juni rund 7600 Mitarbeiter tätig, davon etwa 4400 am Stammsitz in Ditzingen.

Für das eben gestartete Geschäftsjahr zeigte sich Trumpf positiv gestimmt.
Für das eben gestartete Geschäftsjahr zeigte sich Trumpf positiv gestimmt.  © Marijan Murat/dpa

Update, 22. Juli, 12.07 Uhr: Kultusministerin will Zusatzangebote in Schulen wieder zulassen

Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne) will trotz der andauernden Corona-Pandemie im kommenden Schuljahr Zusatzangebote wie Chöre und Theater-AG grundsätzlich wieder zulassen.

In einem Schreiben an die Schulen heißt es, Angebote über Klassen, Jahrgänge und Schulen hinweg seien dann wieder möglich - sowohl im regulären Unterricht als auch außerhalb. Bei Klassenfahrten gelten unterschiedliche Regeln für In- und Ausland. "Mehrtägige außerunterrichtliche Veranstaltungen wie Schullandheimaufenthalte oder Studienreisen im Inland sind wieder zulässig." Reisen ins Ausland und Schüleraustausch mit anderen Ländern bleiben untersagt.

In dem Brief vom Mittwoch, der der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart vorliegt, schreibt die Ministerin zur allgemeinen Lage: "Erfreulicherweise hat sich das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen so entwickelt, dass wir zum heutigen Zeitpunkt für das Schuljahr 2021/2022 von einem Unterrichtsbetrieb in Präsenz ausgehen."

Wegen der Reiserückkehrer könne jedoch "nicht vorausgesagt werden, ob und wie sich neue Varianten des Coronavirus ausbreiten". Schopper erneuerte ihren Appell: "Die Zahl der Impfungen trägt entscheidend dazu bei, den Präsenzunterricht zu sichern."

Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne).
Baden-Württembergs Kultusministerin Theresa Schopper (60, Grüne).  © Bernd Weissbrod/dpa

Update, 21. Juli, 13.05 Uhr: Impfen vor Ort: Landesweite Aktion gegen das Coronavirus

Kurz vor den Sommerferien hat das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Mittwoch eine landesweite Impfwoche gegen das Coronavirus gestartet.

Geimpft wird beim Einkaufen, im Freibad, in Museen und Freizeitparks, an Hochschulen und Berufsschulen oder vor dem Fußballstadion, wie Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) in Stuttgart mitteilte. "Wir sehen, dass die hochansteckende Delta-Variante des Virus bereits über zwei Drittel der Infektionen ausmacht." Um sich vor einer Ansteckung zu schützen, sei jetzt der ideale Zeitpunkt für eine Impfung.

Bei den Vor-Ort-Aktionen arbeiten Impfzentren, Kommunen, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie Betriebsärztinnen und -ärzte zusammen. Die Aktionswoche gehe bis zum 28. Juli. Entsprechende Angebote gibt es bislang an mehr als 150 Orten, wie Lucha weiter mitteilte. "Auch Impfbusse kommen an vielen Orten direkt zu den Menschen in die Stadtteile."

Kurz vor den Sommerferien hat das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Mittwoch eine landesweite Impfwoche gegen das Coronavirus gestartet. (Symbolbild)
Kurz vor den Sommerferien hat das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Mittwoch eine landesweite Impfwoche gegen das Coronavirus gestartet. (Symbolbild)  © Friso Gentsch/dpa

Update, 20. Juli, 21.10 Uhr: Stiko-Mitglied fordert, mehr Erwachsene statt Kinder zu impfen

Die Medizinerin Eva Hummers, die der Ständigen Impfkommission des RKI angehört, hat an die noch nicht gegen Corona geimpften Erwachsenen appelliert, sich die Spritze geben zu lassen - auch zu Gunsten der Kinder.

"Es kann ja nicht sein, dass wir jetzt die Kinder in die Verantwortung nehmen und sagen, sie müssen sich impfen lassen, um impfunwillige Erwachsene in ihrem Umfeld zu schützen, während wir noch nicht wissen, ob die Impfung möglicherweise oder in welchem Umfang sie möglicherweise für die Kinder eine Gefährdung ist", sagte Hummers dem Mannheimer Morgen (Mittwoch-Ausgabe).

Zugleich kritisierte die Professorin aus Göttingen die Forderungen an die Ständige Impfkommission (Stiko), die Corona-Impfung auch für Kinder zu empfehlen. "Ich finde es nicht sachgerecht und auch unangemessen, wenn die Stiko von manchen Politikern als eine etwas verschlafene Gruppe dargestellt wird, die man daran erinnern müsse, eine 'Meinung' zu äußern", sagte Hummers, die seit 2011 Mitglied der Kommission ist.

"Eine Stiko-Empfehlung ist immer das Ergebnis einer systematischen Aufarbeitung aller verfügbaren Daten. Dafür hat sie eine eigene Geschäftsstelle mit hoch qualifizierten Wissenschaftlern, die diese aufwendige Arbeit vorbereitet", so Hummers.