Corona in Baden-Württemberg: Fast 4000 Neu-Infektionen

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland ist angespannt, die Infektionszahlen steigen exponentiell.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb wurde die Notbremse gezogen und die Corona-Maßnahmen verschärft.

Am 13. April hat die Bundesregierung daher strengere Regelungen beschlossen.

Die Corona-Verordnung des Landes zwingt Kreise mit hohen Infektionszahlen, zwischen 21 Uhr und 5 Uhr eine Ausgangsbeschränkung zu verhängen.

Sobald ein Stadt- oder Landkreis an 3 Tagen in Folge den Wert von 100 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschreitet und zugleich ein diffuses Infektionsgeschehen vorliegt, muss der Kreis handeln.

An Schulen soll der Präsenzunterricht nur mit zwei Coronatests pro Woche gestattet werden. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz 200, soll Präsenzunterricht untersagt werden.

Mittlerweile gibt es 458.235 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 400.377 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 9465 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 4. Mai)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 5. Mai,19.28 Uhr: Baden-Württemberg erhöht Sport-Soforthilfe um 6 Millionen Euro

Die baden-württembergische Landesregierung hat die Soforthilfe für den Sport um 6 Millionen Euro erhöht. Durch die Erhöhung können die weiteren in der Corona-Krise unverschuldeten Liquiditätsengpässe der Vereine ausgeglichen werden, teilte der Landessportverband Baden-Württemberg am Mittwoch mit.

"Ich bin sehr zufrieden über das erneute Nachlegen der Landesregierung und die damit verbundene Einhaltung der Zusage, den Sport nicht im Regen stehen zu lassen", sagte LSVBW-Präsidentin Elvira Menzer-Haasis.

Es sei das erwartete Zeichen an den organisierten Sport im Land, seinen Wert für die Gesellschaft nicht zu unterschätzen. Die Fortführung des Soforthilfeprogramms werde zum einen dem Bedarf im Land gerecht, seit aber zugleich ein Signal an die Sportler. «Unser Ansinnen muss jetzt sein, den Fokus auf eine Rückkehr in den Sport in der Breite zu legen. Mit den gegebenen Rahmenbedingungen ist das jetzt das elementare Ziel», meinte die Verbandschefin.

Update, 5. Mai,17.31 Uhr: Fast 4000 Neuinfektionen

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilt, wurden 3909 neue Infektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der Infizierten im Land auf insgesamt 458.235. Die Zahl der Genesenen steigt um 3092 auf insgesamt 400.3777

Weitere 25 und damit insgesamt 9465 sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt derzeit 159,2.

Die rückläufigen Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen und die steigenden Impfzahlen schlagen sich noch nicht in geringerer Auslastung der Intensivbetten im Land nieder. Laut Landesgesundheitsamt waren am Mittwoch (Stand: 16 Uhr) 2185 Intensivbetten von betreibbaren 2462 Betten belegt.

Der Auslastungsgrad von 88,7 Prozent entsprach etwa dem von 1. Mai mit 88,4. Der Wert pendelte in den vergangenen Tagen zwischen 87 und 89 Prozent. Die Corona-Einschränkungen werden unter anderem damit begründet, dass die Kliniken nicht mit ihren Aufnahmekapazitäten für Intensiv-Patienten ans Limit kommen dürfen.

Die Zahl der Neu-Infektionen stieg um 3909.
Die Zahl der Neu-Infektionen stieg um 3909.  © Oliver Berg/dpa

Update, 5. Mai, 16 Uhr: Luca-App jetzt in allen Gesundheitsämtern einsatzbereit

Die Luca-App zur Corona-Kontaktverfolgung ist jetzt mit allen baden-württembergischen Gesundheitsämtern verbunden. Alle 38 Ämter im Land könnten seit Mittwoch verschlüsselte Kontaktdaten über die App empfangen, sagte der Präsident des Landkreistags Baden-Württemberg, der Tübinger Landrat Joachim Walter (CSU). Die Luca-App könne "ein wichtiger Baustein" bei Öffnungen in Handel, Kultur und Gastronomie sein.

Um keine Zeit zu verlieren, hätten viele Gesundheitsämter schon vor der Entscheidung des Landes für die Luca-App mit deren Einführung begonnen, sagte Walter. Nun müsse die Luca-App in so vielen Einrichtungen und Betrieben genutzt werden, dass die Ämter Kontakte auch effektiv nachverfolgen können.

Walter forderte die Landesregierung deshalb auf, eine flächendeckende Einführung unter anderem mit technischer Unterstützung für die Betriebe voranzutreiben: "Im Hinblick auf künftige Öffnungen sollten Handel, Kultur, Gastronomie und weitere Bereiche wie beispielsweise der ÖPNV für einen Einsatz von Luca optimal vorbereitet sein."

Update, 5. Mai, 15.39 Uhr: Wirtschaft soll Hilfe beim Neustart nach Corona bekommen

Grüne und CDU wollen von der Corona-Krise besonders getroffenen Wirtschaftszweigen dabei helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen. "Kurzfristig wollen wir die von der Pandemie besonders gebeutelten Branchen beim Neustart unterstützten, zum Beispiel den Einzelhandel, die Gastronomie, die Hotellerie, die Kultur- und die Veranstaltungsbranche", teilten die Spitzen um Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und CDU-Landeschef Thomas Strobl bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags am Mittwoch auf dem Forschungscampus Arena2036 in Stuttgart mit. Konkrete Summen über die Höhe etwaiger Hilfsgelder sind in dem Vertrag nicht enthalten.

Der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK), Wolfgang Grenke, sagte, der Koalitionsvertrag erscheine der Südwest-Wirtschaft auf den ersten Blick als ein Programm mit Tücken. "Zwar werden die dringlichsten Herausforderungen mittels eines coronabedingten Neustart-Programms angepackt und die notleidenden Innenstädte direkt adressiert. Allerdings steht die Konkretisierung noch aus", kritisierte Grenke. Insgesamt betrachtet müsse die neue Landesregierung den Mut haben, in den Standort zu investieren. Denn alle Vorhaben in dem Vertrag stehen unter einem Haushaltsvorbehalt.

Grün-Schwarz will das Land zum weltweiten Leitmarkt und -anbieter für Umwelt- und Energietechnologien (Green Tech) machen. Dazu solle eine von der Wirtschaft getragene "Green Tech Allianz" ins Leben gerufen werden, die sich insbesondere an Mittelstand und Start-ups richte, heißt es im Vertragstext weiter. Außerdem soll das Land zum maßgeblichen Ort für Unternehmensgründungen werden.

Die Überlegungen für eine Maut für Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen für Landes- und Kommunalstraßen sind äußerst umstritten. Dafür wolle man sich beim Bund einsetzen. "Sollte sich das nicht realisieren lassen, streben wir in der zweiten Hälfte der Legislatur eine geeignete landesrechtliche Regelung an", heißt es im Koalitionsvertrag.

Der Vorstoß sei unangemessen, ungerecht und nicht durchdacht, teilte der Verband des Württembergischen Verkehrsgewerbes mit. Der BWIHK-Chef Grenke erteilte der Idee eine klare Absage - insbesondere dann, wenn dies nur im Land umgesetzt werden sollte. "In der Praxis ist das nicht handhabbar. Zudem führt es unweigerlich zu Verteuerungen des Standorts und damit zu Standortnachteilen und Wettbewerbsverzerrungen für unsere Unternehmen im Land."

Die Wirtschaft soll Hilfe beim Neustart nach Corona bekommen.
Die Wirtschaft soll Hilfe beim Neustart nach Corona bekommen.  © Marijan Murat/dpa

Update, 4. Mai, 18.15 Uhr: Zahl der Schnelltests in Tübingen bricht ein

Nach dem Ende des "Tübinger Modells" fürchtet die Stadt einen Anstieg der unerkannten Corona-Infektionen.

Angaben vom Dienstag zufolge ist die Zahl der Schnelltests in Tübingen stark eingebrochen. Wurden in der letzten Versuchswoche noch 24.000 Tests durchgeführt, waren es in der ersten Woche mit Bundes-Notbremse nur noch 8000.

Im Rahmen des Modellversuchs "Öffnen mit Sicherheit" hatten Bürger in Tübingen von März an gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests Außengastronomie, Einzelhandel und Kulturvorführungen besuchen können. Die Bundes-Notbremse beendete das Projekt in der vergangenen Woche.

Sie setzte auch die Tübinger Regel außer Kraft, die eine Testpflicht für Arbeitnehmer in größeren Betrieben vorsah.

Laut Stadt führt die Bundesnotbremse dazu, dass in Tübingen mehr Infizierte ohne Symptome unentdeckt bleiben und weniger Infektionsketten abgebrochen werden.

Oberbürgermeister Boris Palmer (48, Grüne) und Notärztin Lisa Federle baten die Tübinger, die kostenlosen Testangebote weiter möglichst oft zu nutzen. "Je mehr wir testen, umso schneller senken wie die Inzidenz und können Schulen, Kitas und Geschäfte wieder öffnen", teilten beide mit.

Update, 4. Mai, 17.25 Uhr: Knapp 2900 neue Infektionen

Am Dienstag wurden dem Landesgesundheitsamt 2875 neue Corona-Infektionen mitgeteilt. Die Zahl der Infizierten erhöht sich damit auf 454.326. Davon sind 397.285 Menschen wieder genesen.

Auch wurden 30 neue Todesfälle bekannt. Damit sind nun insgesamt 9440 Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg liegt bei 161,3.

Dem Landesgesundheitsamt wurden am Dienstag 2875 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)
Dem Landesgesundheitsamt wurden am Dienstag 2875 neue Infektionen gemeldet. (Symbolbild)  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 4. Mai, 13.13 Uhr: Baden-Württemberg spendet Hunderte Beatmungsgeräte an Indien

Baden-Württemberg wird dem von der Corona-Pandemie besonders stark getroffenen Land Indien 400 Beatmungsgeräte aus der eigenen Notfallreserve spenden.

Der Südwesten, der mit dem indischen Bundesstaat Maharashtra zusammenarbeitet, benötige diese Geräte nicht mehr, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag in Stuttgart. Sie seien einst vorsorglich angeschafft worden. Die Geräte sollten bald nach Indien gebracht werden. "In sehr schwierigen Situationen ist die internationale Solidarität sehr wichtig", sagte der Regierungschef.

Indien hat seit Pandemie-Beginn mehr als 20 Millionen Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen ist die größte Demokratie der Welt mit ihren mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohnern hinter den USA am stärksten von der Pandemie betroffen. Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Opfer deutlich über den offiziellen Zahlen liegt.

Update, 4. Mai, 13.02 Uhr: Ulmer Impfzentrum geht der Impfstoff aus

Das Impfzentrum Ulm muss für die kommende Woche Tausende Impftermine absagen, wenn nicht bald mehr Impfstoff gegen das Coronavirus geliefert wird. Das sagte der Medizinische Leiter des Impfzentrums, Bernd Kühlmuß, am Dienstag. "An diesem Freitag geht uns Astrazeneca aus und nach dem Wochenende Biontech und Moderna", sagte er. "Es herrscht große Enttäuschung." Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Erst vor einigen Tagen habe man erfahren, dass nur noch 12.000 statt wie bisher 24.000 Dosen Impfstoff pro Woche geliefert werden. Impftermine würden aber immer mit Vorlauf vergeben. "Hätten wir das früher gewusst, hätte wir nicht so viele Termine eingestellt", sagte er. "Wir sind im Dialog mit dem Sozialministerium, um an mehr Impfstoff zu kommen." Seiner Einschätzung zufolge dürften auch andere Impfzentren von den Lieferkürzungen betroffen sein.

Warum weniger Impfstoff zur Verfügung steht und inwieweit das auch andere Impfzentren betrifft, dazu wollte sich das Sozialministerium auf Anfrage zunächst nicht äußern. "Wir prüfen den Sachverhalt noch", sagte ein Sprecher.


Update, 3. Mai, 18.27 Uhr: Mehr Genesene als Neu-Infektionen

Nach einem leichten Anstieg am Sonntag ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg deutlich zurückgegangen. Mit 173,1 Ansteckungen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag der für Lockerungen wichtige Wert am Montag nur noch leicht oberhalb der Marke von vor zwei Wochen (Stand: 16 Uhr). Allerdings sind die Fallzahlen montags auch meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am Sonntag lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 184,6.

Die Zahl der bestätigten Fälle seit Pandemiebeginn in Baden-Württemberg stieg um 805 auf 451.451, in Zusammenhang mit Covid-19 starben 20 weitere Menschen (Gesamt: 9410). Mit 1989 Neu-Genesenen stieg die Gesamtanzahl auf 394.768.

38 der 44 Stadt- und Landkreise in Baden-Württemberg lagen am Montag noch über einer 100er-Inzidenz, 26 sogar über dem Wert von 165. Wenn dieser Schwellenwert drei Tage hintereinander überschritten ist, müssen nach der Bundes-Notbremse die Schulen schließen. Nur der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald unterschreitet mit einer Inzidenz von 43,6 die Marke von 50. Die höchste Inzidenz weist nach wie vor der Landkreis Schwarzwald-Baar-Kreis (273,9) auf.

Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind 627 Covid-19-Patienten in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung. Davon werden 382 beatmet. Insgesamt sind derzeit 2136 Intensivbetten von betreibbaren 2451 Betten belegt.

Mehr als 3 Millionen Menschen in Baden-Württemberg sind bisher mindestens einmal gegen Corona geimpft, wie aus den Daten des Impfquotenmonitorings des Robert Koch-Instituts (Stand: 8 Uhr) hervorgeht. Rund 854.000 Menschen in Baden-Württemberg haben den Schutz aus zwei Impfungen. Das entspricht einer Impfquote von 7,7 Prozent für beide und 27,8 Prozent für Erstimpfungen.

Update, 3. Mai, 15.34 Uhr: Großer Impf-Andrang bei der Terminbuchung!

Seit Montag können Menschen mit Vorerkrankungen aus der dritten Prioritätsgruppe in Baden-Württemberg einen Termin für eine Corona-Impfung buchen. "Der Andrang war erwartbar groß", teilte ein Sprecher des Sozialministeriums in Stuttgart mit. Bis zum Mittag seien über den Impfterminservice online oder über die Telefonnummer 116117 rund 32.000 Termine gebucht worden.

Nach wie vor übersteige jedoch die Nachfrage nach Impfstoff das Angebot. "Wer keinen Termin bekommen hat, sollte es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal versuchen", empfahl der Sprecher. Über den Tag hinweg würden immer wieder neue Termine von den Impfzentren eingestellt.

Das Impfen läuft nach Angaben des Ministeriums auf Hochtouren. Mit 54.494 Impfungen in den Zentren sei am Freitag ein Tageshöchstwert erreicht worden. 97.912 am Samstag und Sonntag seien ebenfalls Rekord für ein Wochenende. In der vergangenen Woche seien somit fast 360.000 Menschen geimpft worden - 10.000 mehr als eine Woche zuvor.

Bei der Impfquote liegt Baden-Württemberg nach Angaben des Robert Koch-Instituts mit 27,8 Prozent an Erstimpfungen und 7,7 Prozent vollständig Geimpfter jeweils in der unteren Hälfte im Ländervergleich. Baden-Württemberg habe sich aber "ordentlich" nach oben gearbeitet, betonte ein Ministeriumssprecher.

Zu den neuerdings Impfberechtigten gehören Menschen mit behandlungsfreien Krebserkrankungen, HIV, Rheumaerkrankungen und Autoimmunerkrankungen, Herzerkrankungen, Asthma sowie Adipositas. Ebenfalls impfberechtigt sind auch jeweils bis zu zwei Kontaktpersonen von Menschen, die wegen einer dieser Erkrankungen oder des Alters von über 60 Jahren pflegebedürftig sind.

Mit dem nun anstehenden Öffnungsschritt sind den Angaben nach weitere rund 1,5 Millionen Menschen impfberechtigt. Nachweisen können sie dies mit einem Attest des behandelnden Arztes. Für die Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen gibt es wie bisher eine Vorlage für eine Selbstbescheinigung auf der Homepage des Sozialministeriums.

Der Andrang bei Impf-Terminen ist groß. (Symbolbild)
Der Andrang bei Impf-Terminen ist groß. (Symbolbild)  © Michael Kappeler/dpa

Update, 3. Mai, 13.47 Uhr: Hausärzte kämpfen mit enormem Misstrauen wegen Astrazeneca

Hausärzte in Baden-Württemberg melden massive Probleme beim Impfen des Wirkstoffes Astrazeneca.

"Wir diskutieren uns mit den Patienten dumm und dusselig", sagte am Montag Nicola Buhlinger-Göpfarth vom Landesvorstand des Hausärzteverbandes. "Viele Praxen bekommen den Impfstoff wenn überhaupt nur mit maximalem Zeitaufwand an die Patienten", berichtete die Pforzheimer Ärztin weiter. Das koste Zeit, die die Hausärzte nicht bezahlt bekämen, und vor allem: "Wir wissen genau, dass es hundert andere gibt, die sich damit gerne impfen lassen wollen."

Als Reaktion will Buhlinger-Göpfarth nun an diesem Mittwoch vor einem Pforzheimer Supermarkt rund 250 Dosen Astrazeneca verimpfen, für die sie in ihrer Sprechstunde keine Abnehmer fand. "Ich trau' mich jetzt einfach mal", sagte sie zu der geplanten Aktion, über die auch die Pforzheimer Zeitung und die Badische Neusten Nachrichten berichtet hatten. Zwei Kolleginnen hätten sich ihr inzwischen angeschlossen. Geimpft würden Impfwillige mit Impfberechtigung.

Die Kommunikation des Bundes zu dem Wirkstoff sei desaströs. Die Folgen würden auf dem Rücken der Hausärzte ausgetragen, so die Medizinerin weiter. Astrazeneca war trotz seiner hohen Wirksamkeit wegen selten auftretender Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Impfung in Verruf geraten. In Deutschland ist das Vakzin nur für Menschen ab 60 empfohlen.

In den Impfzentren im Südwesten nehmen Menschen ihren Termin mit Astrazeneca hingegen in der Regel wahr, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Übrig bleibende Dosen würden möglichst an andere Impfwillige gegeben.

Hausärzte in Baden-Württemberg melden massive Probleme beim Impfen des Wirkstoffes Astrazeneca.
Hausärzte in Baden-Württemberg melden massive Probleme beim Impfen des Wirkstoffes Astrazeneca.  © María José López/Europa Press/dpa

Update, 3. Mai, 11.58 Uhr: Corona-Krise in der Zeitarbeit beschert Dekra Gewinneinbruch

Der Prüfkonzern Dekra erwartet nach einem Gewinn- und Umsatzeinbruch 2020 in diesem Jahr wieder bessere Geschäfte. Man sei bester Dinge, im laufenden Jahr an den Wachstumskurs der Vergangenheit anknüpfen zu können, sagte Vorstandschef Stefan Kölbl am Montag in Stuttgart. Im ersten Quartal habe der Umsatz bereits über den internen Planungen gelegen.

Im Vorjahr war der Umsatz von Dekra im Jahresvergleich erstmals seit 16 Jahren nicht gestiegen, sondern zurückgegangen - und zwar um 6,5 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis fiel sogar um weit mehr als die Hälfte auf nur noch 30,2 Millionen Euro.

Zu schaffen machte dem Unternehmen vor allem ein coronabedingter Einbruch im Geschäft mit Zeitarbeitern. Der sorgte auch für einen Rückgang der Mitarbeiterzahl um rund 650 auf 43.990. Dekra kündigte allerdings an, die Zahl der Beschäftigten unter anderem durch einen Ausbau von Serviceeinheiten 2021 auf mehr als 45.000 erhöhen zu wollen.

Rund zwei Drittel des Umsatzeinbruchs von etwa 200 Millionen Euro fielen nach Dekra-Angaben im Geschäftsfeld Zeitarbeit an. Dieser Bereich habe angesichts Corona-Lockdowns stark unter Druck gestanden. Dekra stellt in mehr als 20 Ländern Zeitarbeiter an und vermittelt diese weiter. Die Zeitarbeitssparte ist das vom Umsatz her viertgrößte Geschäftsfeld bei Dekra hinter den Segmenten Fahrzeugprüfungen, Industrieprüfungen sowie Schadenregulierung/Gutachten.

Wachstumstreiber des Konzerns waren jahrelang Fahrzeugprüfungen etwa für Haupt- und Abgasuntersuchungen. Dekra untersucht nach eigenen Angaben in mehreren Ländern jährlich rund 27 Millionen Fahrzeuge.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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