Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz steigt weiter

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)
Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)  © Georg Wendt/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich mit empfindliche Beeinträchtigungen arrangieren.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen.

Clubs und Diskotheken wurden geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten. Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen sollen ohne Zuschauer stattfinden.

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Bereits unmittelbar nach den Feiertagen wurden Zusammenkünfte nur noch mit höchstens zehn Personen über 14 Jahre erlaubt.

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn ihre Impfung länger als sechs Monate zurückliegt und sie keine Booster-Impfung erhalten haben.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wurde im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Mittlerweile gibt es 1.124.817 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 13.425 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. (Stand: 16. Januar)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 16. Januar, 19.52 Uhr: Knapp 4200 neue Infektionen am Sonntag

Das Landesgesundheitsamt meldet am Sonntag 4179 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.124.817 Menschen angesteckt.

Auch wurden zwei neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.425.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 545,8. Am Vortag lag der Wert bei 538,9. Derzeit werden 355 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Sonntag 545,8. Am Vortag lag der Wert bei 538,9. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Sonntag 545,8. Am Vortag lag der Wert bei 538,9. (Symbolbild)  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 16. Januar, 14.48 Uhr: Ministerium sorgt sich wegen Omikron-Variante um Bus- und Bahnverkehr

Das Verkehrsministerium in Baden-Württemberg stellt sich auf eine Verknappung des Zug- und Buspersonals wegen der Verbreitung der Omikron-Variante ein. "Wir werden im Krisenfall täglich mit Eisenbahn- und Busunternehmen konferieren", sagte Berthold Frieß, Amtschef im Ministerium, der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" (Montag).

Besonders wichtig für den Betrieb seien Lokführer, Mitarbeiter in den Leitstellen und diejenigen, die die Züge bereitstellten sowie im Bahnnetz tätig seien. Zwar werde die Art der Krankheiten den Arbeitgebern nicht mitgeteilt. Auffällig sei aber ein regionaler Zusammenhang von hohen Inzidenzen und hohen Krankenständen.

Vor der Corona-Zeit seien Krankenstände von landesweit über zehn Prozent eine Seltenheit gewesen, sagte Dietmar Maier, Bereichsleiter bei der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg den Zeitungen. Nun erwarte man steigende Fehlzahlen wegen Krankheitsausfällen und Quarantäne.

Das Land hat demnach den Unternehmen angeboten, dass sie bei erhöhten Krankenständen - als Richtwert würden 15 Prozent genannt - Notfallfahrpläne mit einem geminderten Fahrplanangebot einreichen können.

Schon in der ersten Corona-Welle habe es solche Pläne gegeben, damals landesweit mit einem bis zu 50 Prozent verminderten Angebot. Heute sei die Lage anders: Schulen seien offen, der ÖPNV werde als Teil der kritischen Infrastruktur gebraucht.

Schon in der ersten Corona-Welle habe es solche Pläne gegeben.
Schon in der ersten Corona-Welle habe es solche Pläne gegeben.  © Tom Weller/dpa

Update, 16. Januar, 14.30 Uhr: Schwäbisch-Alemannische Fastnacht soll im kleinen Format stattfinden

Die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) geht davon aus, dass die Fastnacht trotz steigender Corona-Zahlen in diesem Jahr stattfinden kann - zumindest im kleinen Format. "Die Fasnet ist ein Brauch", sagte VSAN-Präsident Roland Wehrle nach der Hauptversammlung der Vereinigung am Samstag. Den könne man weder verbieten noch verschieben. "Die Fastnacht wird leben."

In welcher Form das närrische Treiben Ende Februar und Anfang März vom "Schmotzigen Dunschtig" bis Aschermittwoch möglich sein wird, könne man aktuell noch nicht absehen. "Da müssen wir spontan sein und schauen, was unter Einhaltung der Corona-Regeln möglich ist", sagte Wehrle. Viele Bräuche ließen sich aber auch ohne großen Vorlauf organisieren. Der VSAN-Präsident geht davon aus, dass die Narren zumindest in Kindergärten, Schulen und auch auf den Straßen vertreten sein werden und sprach sich dafür aus, Plätze auszuweisen, die dann kontrolliert werden können.

Der VSAN sei wichtig, dass Impfgegner die Fastnacht nicht für ihre Zwecke instrumentalisieren: "Die Fasnet ist keine politische Demonstration", betonte Wehrle. Auch für die eigenen Mitglieder gelte deshalb: keine "Spaziergänge" im "Narrenhäs", dem traditionellen Kostüm der Narren im Südwesten. Stattdessen appellierte der VSAN-Präsident an die Bürger, sich impfen zu lassen: "Lasst euch impfen, rettet die Fasnet."

Update, 15. Januar, 16.35 Uhr: Über 7300 neue Infektionen am Samstag

Das Landesgesundheitsamt meldet am Samstag 7369 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.120.638 Menschen angesteckt.

Auch wurden acht neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.423.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 538,9. Derzeit werden 355 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt, 17 weniger als am Freitag.

Derzeit werden 355 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. (Symbolbild)
Derzeit werden 355 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt. (Symbolbild)  © Frank Molter/dpa

Update, 14. Januar, 7.16 Uhr: Handel muss Corona-Zutrittskontrollen weiter zahlen

Nach einer Entscheidung des baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) müssen Einzelhändler im Südwesten zunächst die Kosten für die Corona-Zutrittskontrollen weiter bezahlen. Die Mannheimer Richter lehnten mit dem am Freitag veröffentlichten Beschluss den Eilantrag einer Einzelhändlerin ab, die für die Kontrollpflicht keine rechtliche Grundlage im Infektionsschutzgesetz sieht.

Laut dem Eilantrag hält die Einzelhändlerin die Kontrollpflicht für unverhältnismäßig. Sie führe zu erheblichem zusätzlichem Personalaufwand. Überdies seien ihre Mitarbeiter Übergriffen an den Check-Punkten ausgesetzt, gaben die Richter die Argumente der Antragstellerin wieder. Sie betreibt in Baden-Württemberg mehrere Filialen im Textileinzelhandel.

Dem VGH zufolge gilt die den Händlern auferlegte Prüfung von Impfstatus und Ausweispapieren noch bis zum 19. März. Ohne Kontrollpflichten würden Nachweisverpflichtungen und Zugangsbeschränkungen für nicht-immunisierte Personen unwirksam.

Bei einem Verzicht auf Kontrollen sei zu erwarten, dass nicht-immunisierte Kunden das Infektionsgeschehen deutlich verstärken. Dies sei auch bei einer nur stichprobenartigen Kontrolle zu befürchten, die die Antragstellerin für ausreichend halte.

Der 1. Senat schloss sich auch dem Argument des Landes an, dass eine nur stichprobenartige Kontrolle das Konfliktpotenzial deutlich vergrößern könnte. Der Beschluss des VGH ist unanfechtbar.

Die Mannheimer Richter lehnten mit dem am Freitag veröffentlichten Beschluss den Eilantrag einer Einzelhändlerin ab.
Die Mannheimer Richter lehnten mit dem am Freitag veröffentlichten Beschluss den Eilantrag einer Einzelhändlerin ab.  © DPA/Demy Becker

Update, 14. Januar, 7 Uhr: Ausgangsbeschränkungen in einigen Städten

Der Grenzwert ist wichtig, weil bei zweimaligem Überschreiten infolge in den Regionen schärfere Maßnahmen ergriffen werden. So verkündeten unter anderem die Städte Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie die Landkreise Ravensburg, Biberach, Rastatt, Waldshut und Schwarzwald-Baar, dass ab Samstag Ausgangsbeschränkungen zwischen 21 und 5 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene gelten.

Ausnahmen gibt es, wenn triftige Gründe vorliegen - wie Arbeit oder der Besuch von Lebenspartnern. Über 500 liegt die Inzidenz nach Angaben des Landesgesundheitsamts nunmehr in 24 der 44 Stadt- und Landkreise.

Auch der Protest gegen die Politik zur Eindämmung der Pandemie hält an. So gingen etwa in Ulm am Freitagabend wieder Menschen unangemeldet auf die Straße. Zahlen nannte eine Polizeisprecherin zunächst nicht. Die Lage sei ruhig.

Gleiches galt den Angaben zufolge für eine angemeldete Demonstration von Medizinstudierenden der Universität Ulm zur Unterstützung der Corona-Maßnahmen.

Update, 13. Januar, 19.25 Uhr: Inzidenz schießt in Baden-Württemberg in die Höhe

Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg ist zuletzt extrem gestiegen und liegt nun bei 478,6. Die Zahl der neu registrierten Corona-Infektionen binnen einer Woche auf 100.000 Einwohner erhöhte sich im Vergleich zum Vortag um 131,1, teilte das Landesgesundheitsamt am Donnerstag (Stand: 16 Uhr) mit.

Die Behörde erläuterte allerdings, der sprunghafte Anstieg sei auch dadurch zu erklären, dass wegen einer technischen Störung am Mittwoch die Meldedaten teilweise nicht in der Datenbank ankamen. Der Zuwachs komme auch durch die nachgemeldeten Daten zustande. Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 256,3.

Der Anstieg bei Ansteckungen spiegelt sich jedoch nicht auf den Intensivstationen der Krankenhäuser wider. Die Zahl der Menschen, die dort wegen des Coronavirus behandelt werden, sank weiter auf 378, das sind 9 Patienten weniger als am Vortag. Vor einem Monat hatten noch 653 Menschen auf den Intensivstationen gelegen, weil sie sich mit dem Virus infiziert hatten.

Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg seit Beginn der Pandemie laut Statistik im Vergleich zum Vortag um 19.024 auf nun 1.103.445. Es wurden 64 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Gesamtzahl beträgt nun 13.385.

Die Hospitalisierungsinzidenz stieg um 0,9 auf 3,1. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht werden.

Bisher wurden 24 026 Fälle der hoch ansteckenden Omikron-Variante (B.1.1.529) aus Baden-Württemberg an das Amt übermittelt - das waren 6079 mehr als am Vortag. Bei den vom LGA täglich ausgewiesenen Omikron-Fällen handelt es sich sowohl um Verdachtsfälle als auch um Fälle, die per Vollgenom-Analyse bestätigt wurden. Zum Anteil der aktuellen Verdachtsfälle machten die Behörden keine Angaben.

Update, 13, Januar, 18.46 Uhr: Baden-Württemberg dringt auf FFP2-Masken auch in Bussen und Bahnen

Baden-Württemberg macht Druck auf den Bund, damit künftig auch in Bussen und Bahnen eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken kommt. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (58, SPD) dringen Sozialminister Manne Lucha (60, Grüne) und sein Verkehrskollege Winfried Hermann (69, Grüne) darauf, diese Verschärfung endlich in die Tat umzusetzen.

Angesichts der rasant steigenden Inzidenzen durch die Omikron-Variante sei es "ein unbedingtes Gebot der Stunde, schnell, klar und einheitlich eine ausschließliche FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr bundesgesetzlich zu regeln", schreiben die beiden Grünen-Politiker in dem Brief, der der dpa in Stuttgart vorliegt.

Update, 13. Januar, 13 Uhr: FDP-Fraktion in Baden-Württemberg gegen Impfpflicht

Die baden-württembergische FDP-Fraktion hat sich nun klar gegen die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen. Die Abgeordneten fassten auf ihrer Fraktionsklausur einstimmig einen entsprechenden Beschluss, wie die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag erfuhr. Zuletzt war noch von erheblichen Bedenken die Rede.

Über eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona soll der Bundestag voraussichtlich in freier Abstimmung ohne Fraktionsdisziplin entscheiden. Vor allem in der FDP im Bundestag regt sich immer mehr Widerstand.

Update, 13. Januar, 12.23 Uhr: Baden-Württemberg dringt auf FFP2-Masken auch in Bussen und Bahnen

Baden-Württemberg macht Druck auf den Bund, damit künftig auch in Bussen und Bahnen eine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken kommt. In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringen Sozialminister Manne Lucha und sein Verkehrskollege Winfried Hermann (beide Grüne) darauf, diese Verschärfung endlich in die Tat umzusetzen.

Angesichts der rasant steigenden Inzidenzen durch die Omikron-Variante sei es "ein unbedingtes Gebot der Stunde, schnell, klar und einheitlich eine ausschließliche FFP2-Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr bundesgesetzlich zu regeln", schreiben die beiden Grünen-Politiker in dem Brief, der der dpa in Stuttgart vorliegt. Zuvor hatte der SWR über das Schreiben berichtet.

Titelfoto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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