Coronavirus in Baden-Württemberg: Labore haben noch viel Luft für Corona-Tests

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus entspannt sich. Die Zahl der Infizierten und Todesfälle stieg in Baden-Württemberg längst nicht mehr so rasant wie noch vor einigen Wochen.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus zeigen also ihre Wirkung. Doch noch ist die Zeit für eine endgültige Entwarnung nicht gekommen.

Das öffentliche Leben wurde und wird nach wie vor in stückweisen Lockerungsschritten langsam wieder hochgefahren. 

Nach der letzten Anpassung der Corona-Verordnung (gültig zum 15. Juni) sind Feiern mit maximal 99 Teilnehmenden wieder möglich. Im öffentlichen Raum darf man sich in einer Gruppe mit Angehörigen von bis zu zwei Haushalten oder bis zu zehn Personen aufhalten.

Bei Veranstaltungen und sonstigen Ansammlungen außerhalb des öffentlichen Raums dürfen sich jetzt bis zu 20 statt bisher nur zehn Personen aus mehreren Haushalten treffen oder ohne zahlenmäßige Beschränkung, wenn Personen miteinander verwandt sind sowie deren Partnerinnen und Partner.

1858 Menschen sind im Südwesten bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Mittlerweile gibt es 37.899 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg (Stand 10. August).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 11. August, 6.59 Uhr: Labore im Land haben noch viel Luft für Corona-Tests

Die Labore im Südwesten sind zu Beginn der Reisezeit nur zur Hälfte mit Corona-Tests ausgelastet. Zurzeit würden rund 78.000 Corona-Tests pro Woche durchgeführt, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Bei voller Auslastung könnten sie etwa 150.000 Tests pro Woche vornehmen. 

Es sei aber gut, dass so viele freie Kapazitäten zur Verfügung stünden. "Wir rechnen nicht damit, dass das so bleibt", sagte die Sprecherin mit Blick auf Zehntausende Reiserückkehrer in den kommenden Wochen und auf die Lehrer im Land, die sich zum Ende der Ferien testen lassen können.

Urlauber aus Corona-Risikogebieten - zurzeit etwa Serbien, Luxemburg oder die USA - müssen sich seit Samstag bei der Rückkehr nach Deutschland auf das Virus testen lassen. Dafür gibt es zum Beispiel Teststationen an den Flughäfen in Stuttgart, Friedrichshafen und am Airport Karlsruhe/Baden-Baden. 

Rückkehrer können den Test aber auch binnen 72 Stunden nach der Ankunft bei einem niedergelassenen Arzt oder einer Corona-Ambulanz nachholen. Tun sie dies nicht, droht ein Bußgeld in Höhe von bis zu 25.000 Euro.

Für die Tests an den Flughäfen im Land ist die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg zuständig. Am Stuttgarter Flughafen wurden demnach allein Samstag 1100 Tests durchgeführt, am Sonntag waren es 1400.

Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor der mobilen Corona-Teststation.
Mannheim: Zwei Mitarbeiterinnen demonstrieren die Arbeit im Labor der mobilen Corona-Teststation.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 10. August, 18 Uhr: Elfter Corona-Befund nach Abi-Party-Urlaub in Kroatien

Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen elf Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus dem Raum Donzdorf (Kreis Göppingen) bestätigt. Das teilte das Landratsamt am Montag mit. Bei den erkrankten Abiturienten waren bereits während der Heimreise vom Urlaub erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer und 50 Kontaktpersonen wurden daraufhin für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Die Reise auf die kroatische Insel Pag war bundesweit von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter organisiert worden. Auch in anderen Landkreisen und Bundesländern soll es infizierte Teilnehmer geben.

Update, 10. August, 17.27 Uhr: 147 neue Corona-Infektionen im Südwesten

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten seit Beginn der Pandemie ist in Baden-Württemberg auf mindestens 37.899 gestiegen. Das sind 147 mehr als am vergangenen Freitag, wie das Sozialministerium in Stuttgart am Montag mitteilte (Stand: 16 Uhr). Etwa 34.987 Menschen gelten als genesen. Derzeit seien geschätzt 1054 Menschen im Land infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus gab die Behörde weiterhin mit 1858 an.

Die Reproduktionszahl wurde vom Robert Koch-Institut für Baden-Württemberg mit 0,9 angegeben. Sie besagt, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden.

Update, 10. August, 14.05 Uhr: Ballett und Musik in Baden-Baden zunächst vor kleinem Publikum

Das Festspielhaus Baden-Baden startet am 8. Oktober mit dem Hamburg Ballett John Neumeier und deutlich verminderter Platzzahl in die Spielzeit 2020/2021. 

Wegen der Corona-Pandemie können maximal 500 Zuschauer pro Vorstellung das Stück "Ghost Light" ansehen, teilte Intendant Benedikt Stampa am Montag mit. "Die Kunst ist es, mit Maß und Mitte zu einem neuen Miteinander zu finden." 

Das Festspielhaus gibt sein Programm in mehreren Stufen bekannt - zunächst bis zum 1. November. Mitte September möchte Stampa weitere Programme des Herbstes 2020 bekannt geben.

Update, 10. August, 9.23 Uhr: Bertrandt wagt wegen Corona weiter keine Prognose

Beim Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtbranche Bertrandt belastet die Corona-Krise wie erwartet Umsatz und Gewinn. Der Erlös sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag in Ehningen mitteilte. 

Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug der Rückgang 58 Prozent auf 19,4 Millionen Euro. Das Ergebnis nach Steuern sank um knapp 70 Prozent auf rund 9,1 Millionen Euro.

Viele Industrien und Unternehmen seien gezwungen gewesen, die wirtschaftliche Aktivität spürbar zu reduzieren oder einzustellen, hieß es. Temporäre Projektverzögerungen und -unterbrechungen sowie vereinzelte Projektabbrüche hätten das Dienstleistungsgeschäft belastet.

Eine Prognose für das Gesamtjahr traut sich Bertrandt weiterhin nicht zu. "Eine hinreichende Bewertung der konkreten Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ist zum jetzigen Zeitpunkt weiterhin nicht möglich", heißt es im Bericht zum dritten Quartal. "Unter den gegenwärtig dynamischen Umständen sieht der Vorstand davon ab, eine neue Prognose für das Geschäftsjahr 2019/2020 abzugeben."

Der Erlös von Bertrandt sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro.
Der Erlös von Bertrandt sank in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres, das immer am 30. September endet, um neun Prozent auf 714 Millionen Euro.  © Franziska Kraufmann/dpa

Update, 9. August, 11 Uhr: Thomas Berthold tritt bei "Querdenken 711"-Demo auf

Fußballweltmeister Thomas Berthold ist am Samstag bei einer Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Stuttgart als Redner aufgetreten.

Der "Bild am Sonntag" sagte der frühere Nationalspieler: "Ich mache mich weder mit Verschwörungstheoretikern noch mit Rechtspopulisten gemein, habe nur meine Meinung über die Maßnahmen der Regierung gesagt." 

Der 55 Jahre alte Berthold spielte in seiner aktiven Karriere unter anderem für Eintracht Frankfurt, den FC Bayern München und den VfB Stuttgart. Als Verteidiger absolvierte er 62 Länderspiele, 1990 wurde er mit der deutschen Nationalmannschaft Weltmeister in Italien. 

Auf Twitter sorgte sein Auftritt für jede Menge Wirbel.

Die ganze Geschichte könnt Ihr HIER nachlesen.

Ex-VfB-Mann Thomas Berthold.
Ex-VfB-Mann Thomas Berthold.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 9. August, 7.15 Uhr: Behörden appellieren an Touristen, Corona-Regeln zu beachten

Die Nachfrage nach Urlaub in den beliebten Ferienregionen im Südwesten ist groß - entsprechend wächst bei den Behörden die Sorge vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionen. 

"Neben den Einreisenden aus dem Ausland dürfen natürlich auch durch inländischen Tourismus keine Infektionsherde entstehen", sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Ein allzu leichtsinniger Umgang mit dem Virus im Sommer werde sich durch steigende Fallzahlen und eine mögliche zweite Welle sonst bitter rächen. "Umso mehr appellieren wir an die Menschen, sich an die Corona-Regeln zu halten", sagte der Sprecher.

Auch im Bodenseekreis beobachtet man die Tourismus-Entwicklung aufmerksam, wie ein Sprecher des Landratsamtes sagt. "Wenn viele Menschen zusammenkommen, ist auch die Möglichkeit, dass sich das Virus schnell verbreiten kann, theoretisch groß." 

Das hänge natürlich stark davon ab, wie gut die Menschen die Hygieneregeln befolgten. "Wir raten also nicht per se davon ab, Urlaub zu machen, sondern appellieren daran, die Regeln zu befolgen."

Kommen viele Menschen zusammen, steigt das Infektionsrisiko... (Symbolbild)
Kommen viele Menschen zusammen, steigt das Infektionsrisiko... (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 8. August, 12.25 Uhr: Polizei löst Corona-Party mit 200 Jugendlichen auf

Rund 200 Jugendliche haben in der Nacht auf Samstag in Ulm eine Corona-Party gefeiert, dann rückten die Ordnungshüter an. 

Eine Polizeistreife entdeckte gegen 23.30 Uhr in der Friedrichsau eine feiernde Gruppe, so die Polizei. Dort hatten sich etwa 200 Jugendliche versammelt. Einige davon verließen bereits beim Erblicken des Streifenwagens den Ort. 

"Andere blieben sitzen und zeigten sich unkooperativ, provokant und respektlos gegenüber den Beamten", heißt es in einer Pressenotiz weiter. Daraufhin wurden starke Polizeikräfte, darunter auch Hundeführer, zusammengezogen. Die Party wurde beendet und aufgelöst.

Update, 8. August, 8.45 Uhr: Meersburg markiert Liegewiese in Corona-Zeiten

Damit in Corona-Zeiten auch beim Baden und Sonnen die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können, hat sich die Stadt Meersburg etwas Ungewöhnliches einfallen lassen: Mit weißer Kalk-Farbe hat die Kommune eine öffentliche Liegewiese am Bodenseeufer in vier mal vier Meter große Quadrate eingeteilt. 

Die Idee sei entstanden, um eine Sperrung der Badefläche zu verhindern, sagte der Meersburger Bürgermeister Robert Scherer.

Bis zur Umsetzung habe es dann nur anderthalb Tage gedauert. Mithilfe eines Streuwagens vom Fußballverein wurden die Liege-Quadrate sowie schmale Wege dazwischen mit Kalk-Farbe aufgetragen. Bislang müssten die Linien noch alle paar Tage nachgezogen werden, sagte Scherer. Künftig solle aber eine länger haltende, umweltfreundliche Farbe verwendet werden.

Aber halten sich die Menschen an die vorgegebenen Wege und Quadrate? "Ja, es hilft wirklich", sagte Scherer. "Selbst bei leerer Liegewiese laufen die Leute an den Linien entlang." Er habe viele positive Rückmeldungen bekommen. "Die Menschen finden es gut." 

Geplant sei, die Markierungen im Sommer weiterzuführen und eventuell sogar im nächsten Jahr noch zu nutzen. "Solange es aus unserer Sicht hilfreich ist, werden wir es anwenden."

Auch andere Gemeinden beschäftigt der große Andrang am Bodenseeufer zu Corona-Zeiten. So hatte Sipplingen seine Uferanlagen teilweise geschlossen, um die Abstandsregeln einhalten zu können. Das Landratsamt Bodenseekreis hielt die Maßnahme allerdings für nicht verhältnismäßig und drängte die Gemeinde, sie zurückzunehmen. 

Sipplingen kündigte daraufhin an, einen Teil der Parkplätze am Wochenende zu sperren, um den Andrang zu verringern.

Die Uferpromenade von Meersburg.
Die Uferpromenade von Meersburg.  © Felix Kästle/dpa

Update, 7. August, 22.15 Uhr: Große Mehrheit besorgt über Umgang mit Corona

Eine große Mehrheit der Menschen über 18 Jahren in Baden-Württemberg macht sich nach einer Umfrage Sorgen um einen zu leichtfertigen Umgang mit der Corona-Pandemie. 

85,6 Prozent der Befragten im Südwesten gaben an, besorgt zu sein, dass einige Menschen durch Missachtung der Corona-Regeln die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden. Das Ergebnis der Umfrage von "Schwäbischer Zeitung" und dem Online-Meinungsforschungsinstitut Civey für Bayern fällt mit 83,2 Prozent etwas geringer aus. Bundesweit äußerten sich 84,1 Prozent besorgt. 

 Gefragt wurde: "Sind Sie aktuell besorgt, dass einige Menschen durch die Missachtung der Corona-Maßnahmen die Gesundheit der Allgemeinheit gefährden?" 

 Bei den Befragten über 65 Jahren liegt der Anteil derer, die angesichts des Verhaltens der Corona-Verweigerer besorgt sind, bei knapp 92 Prozent - so hoch wie in keiner anderen Altersgruppe.

Alles dazu könnt Ihr HIER nachlesen.

Titelfoto: Uwe Anspach/dpa

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