Corona in Baden-Württemberg: Mehr als 3300 Neu-Infektionen, Inzidenz steigt wieder

Baden-Württemberg - Die Situation rund um das Coronavirus in Baden-Württemberg sowie in ganz Deutschland ist angespannt, die Infektionszahlen steigen exponentiell.

Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)
Alle Informationen zum Coronavirus findet Ihr in unserem Liveticker. (Symbolbild)  © Fabian Strauch/dpa

Deshalb wurde die Notbremse gezogen und die Corona-Maßnahmen bis zum 18. April verlängert.

Nach dem Rückzieher bei der Osterruhe ist inzwischen klar, dass Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen vom 29. März an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche - und damit über die Ostertage - erlaubt sind. Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen dabei nicht mit.

Als Verschärfung wurde in der Corona-Verordnung eine Maskenpflicht für Mitfahrende im Auto verankert. Demnach müssen künftig Menschen, die bei anderen im Auto mitfahren, eine medizinische Maske tragen - solange sie nicht zu einem Haushalt gehören.

Mittlerweile gibt es 384.086 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 341.966 Menschen davon sind schätzungsweise bereits wieder genesen. 8868 Menschen sind im Südwesten bislang im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. (Stand: 9. April)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 9. April, 19.20 Uhr: Mehr als 3300 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus

Wie das Landesgesundheitsamt mitteilte, wurden am Freitag 3314 weitere Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 384.086. Davon sind inzwischen 341.966 genesen. Bisher starben in Baden-Württemberg 8900 Menschen, das waren 32 mehr als zum Vortag. Die Inzidenz stieg von 109,3 (Donnerstag) auf 120,2.

Update, 10. April, 8.56 Uhr: Psychotherapeuten fordern Politik zu Corona-Hilfen für Psyche auf

Deutschlands Psychotherapeuten fordern von der Politik einen stärkeren Schutz der Menschen vor psychischen Belastungen durch die Corona-Pandemie. "Neben Ängsten und Depressionen nehmen auch Anspannung und Aggression zu, oft zeigen sie sich, oft werden sie verdrängt", sagte der Präsident der Psychotherapeutenkammer, Dietrich Munz, der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn nun aber der Lockdown trotzdem verlängert und verschärft werden muss, wäre es wichtig, dass nicht nur wirtschaftliche Entschädigung fließt", so Munz, der auch Präsident der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg ist.

So müsse etwa Kindern und Jugendlichen, die mit Homeschooling schlecht zurechtkämen, gezielt geholfen werden. "Lehrkräfte wissen nach monatelangem Homeschooling oft genau, welche Schülerinnen und Schüler abdriften."

Für diese sollten zusätzliche Betreuungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch Schulpsychologen geschaffen werden. "Eine Idee wäre, dass Länder und Kommunen den Einsatz von Studierenden auch noch vor einem Abschluss möglich machen. Sie könnten etwa eine Patenschaft für ein Kind übernehmen." Gerade bei wärmeren Temperaturen wären verstärkt Angebote im Freien denkbar.

Insgesamt dürften psychische Erkrankungen spürbar zunehmen, wenn die Pandemie abklingt, sagte Munz.

Update, 10. April, 6.10 Uhr: Pharmabranche fordert Hilfe vom Land in Berlin

Die Pharmaindustrie im Südwesten wünscht sich Unterstützung vom Land beim Bund. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Medikamenten verbessern, sonst nützte den Unternehmen auch viel Innovation nichts, sagte der Geschäftsführer des Branchenverbands Chemie.BW, Ralf Müller, der Deutschen Presse-Agentur in Baden-Baden. Diese Bedingungen würden wie auch hohe Arbeits- und Energiekosten auf Bundesebene gesetzt.

"Hier erwarten wir uns aber Schützenhilfe durch die Landesregierung." Als Beispiel nannte Müller, dass etwa Genehmigungsverfahren für den Bau neuer Anlagen in Deutschland viel zu lange dauerten.

Noch sei Baden-Württemberg ein starker Pharmastandort, sagte Müller. "Es wird geforscht, entwickelt, produziert und vertrieben." Aber es müsse hier auch weiterhin möglich sein, das nötige Geld zu verdienen, "um diese Leistungen an einem Standort wie Deutschland zu erbringen".

Die Pharmabranche in Baden-Württemberg hat nach Verbandsangaben einen Anteil von 37 Prozent nach Beschäftigten und Umsatz in der hiesigen Chemie- und Pharmaindustrie. Die 120 Unternehmen mit rund 40.000 Beschäftigten hätten vergangenes Jahr 15,2 Milliarden Umsatz gemacht.

Noch sei Baden-Württemberg ein starker Pharmastandort.
Noch sei Baden-Württemberg ein starker Pharmastandort.  © Michael Reichel/dpa

Update, 8. April, 19.16 Uhr: Mehr als 3600 neue Infektionen, 37 Todesfälle

Wie das Landesgesundheitsamt am Donnerstag mitteilte, wurden weitere 3661 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 380.772, wovon 340.004 Menschen genesen sind. Weitere 37 Menschen starben im Zusammenhang mit Covid-19, sodass die Anzahl der Todesfälle auf 8868 stieg. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt 109,3.

In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 380.772 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8868 starben.
In Baden-Württemberg haben sich bislang mindestens 380.772 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 8868 starben.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 8. April, 17 Uhr: Baden-Württemberg möchte sich keine eigenen Dosen von Sputnik V sichern

Baden-Württemberg möchte sich nicht wie Bayern und Mecklenburg-Vorpommern selbst Dosen des russischen Impfstoffes Sputnik V sichern. Es gebe ein bewährtes Verfahren, teilte Gesundheitsminister Manne Lucha (60, Grüne) laut eines Sprechers am Donnerstag in Stuttgart mit.

Der Bund und die EU kümmerten sich um Beschaffung und Zulassung der Impfstoffe, die Länder seien zuständig für die Verimpfung. "Ich sehe keinen Anlass, daran etwas zu ändern", so Lucha. Der Minister bezeichnete es mit Blick auf die Impfstoffbeschaffung aber als richtig, "dass der Bund und Minister Spahn jetzt bilaterale Gespräche mit Russland angekündigt haben."

Zuvor hatten sowohl Bayern als auch Mecklenburg-Vorpommern bekanntgegeben, sich noch vor der möglichen EU-Zulassung den Zugang zu dem russischen Corona-Impfstoff Sputnik V sichern zu wollen. Nach Aussagen von Landesgesundheitsminister Harry Glawe (67, CDU) am Donnerstag hat sich Mecklenburg-Vorpommern eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert. Bayern hat eine Absichtserklärung für die Produktion und den Import von 2,5 Millionen Impfdosen unterzeichnet.

Kisten mit Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V werden in einem Lagerhaus des ungarischen Pharmagroßhändlers Hungaropharma mit einem Gabelstapler aus einem Lastwagen geladen.
Kisten mit Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V werden in einem Lagerhaus des ungarischen Pharmagroßhändlers Hungaropharma mit einem Gabelstapler aus einem Lastwagen geladen.  © Zoltan Mathe/MTI/AP/dpa

Update, 8. April, 16.13 Uhr: Land und Kommunen legen Fahrplan und Finanzierung für Kita-Tests fest

Land und Kommunen haben einen ersten Fahrplan für ein flächendeckendes Schnelltest-Angebot für Kita-Kinder aufgestellt. Eine von den Gewerkschaften massiv geforderte Testpflicht wie in Schulen wird es aber auch weiterhin nicht geben. Nach Angaben des Landes und der kommunalen Verbände sind nun zunächst die wichtigsten Fragen zur Finanzierung regelmäßiger Tests geklärt worden.

In einem nächsten Schritt müssen sich die Kommunen bemühen, eine ausreichende Zahl an Testkits auf dem Markt zu besorgen. Kann in allen Städten und Gemeinden ein Angebot gemacht werden, ist nach Angaben des baden-württembergischen Gemeindetags von Donnerstag eine Art Test-Verpflichtung im Gespräch.

Ziel sei es, rund 450.000 betreute Kinder bis zum Alter von sieben Jahren zweimal pro Woche testen zu können. Das Land übernimmt aber nur Teile der Kosten für die Tests. In der Altersgruppe für die Kinder ab drei Jahren ist die Übernahme von 30 Prozent der Kosten vorgesehen. Bei Kindern unter drei Jahren beteiligt sich das Land über die Betriebskosten, über die auch die Schnelltests mitfinanziert werden sollen.

Die Kosten für die Tests der Beschäftigten trägt das Land komplett. "Im Ergebnis beteiligt sich das Land damit zur Hälfte an den Kosten der Testungen an den Kitas und in der Kindertagespflege", teilte das Staatsministerium mit.

Land und Kommunen fordern auch den Bund auf, seinen Teil der Pandemiebekämpfung zu tragen und die Kosten zu übernehmen. Allerdings dränge die Zeit. Daher könnten die Kommunen nicht warten, bis auch diese finanzielle Frage geklärt sei, sagte Gemeindetagspräsident Steffen Jäger. "Die Vereinbarung mit dem Land ist jetzt zunächst der Startschuss, auf den die Kommunen und Träger gewartet haben."

Es sei allerdings eine Herausforderung, eine ausreichende Zahl an Testkits zu beschaffen. "Deshalb werden wir mit der neuen Testung sicher auch nicht überall gleich morgen beginnen können", sagte Jäger der dpa. "Denn man kann nur das beschaffen, was der Markt hergibt."

Steffen Jäger, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Gemeindetags.
Steffen Jäger, Hauptgeschäftsführer des baden-württembergischen Gemeindetags.  © Marijan Murat/dpa

Update, 8. April, 12.27 Uhr: Nach French-Open-Verschiebung: Stuttgart will an Termin festhalten

Trotz der Verlegung der French Open und der daraus resultierenden Überschneidung planen die Organisatoren des Herren-Tennisturniers in Stuttgart vorerst weiter mit ihrem ursprünglichen Termin. "Wir wollen trotzdem mit dem MercedesCup als Start der Rasensaison zum geplanten Termin vom 5. bis 13. Juni festhalten", sagte Turnierdirektor Edwin Weindorfer am Donnerstag.

Man sei "überrascht" von der Verlegung des Grand-Slam-Turniers in Paris um eine Woche auf den 30. Mai bis 13. Juni, teilten die Veranstalter mit. Die Ausrichter der French Open hätten die ATP "vor vollendete Tatsachen gestellt".

Dem Stuttgarter Rasen-Turnier, das der Vorbereitung auf Wimbledon dient, droht eine Auflage ohne Topstars. "In den kommenden Tagen" werde die neue Situation mit der ATP, dem TC Weissenhof sowie Partnern und Sponsoren bewertet werden, hieß es. Im vergangenen Jahr war das ATP-Turnier in Stuttgart wie die meisten deutschen Tennis-Events aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgefallen.

Update, 8. April, 12 Uhr: Deutliches Auftragsplus für Maschinenbau auch im Februar

Der Ende 2020 begonnene Aufwärtstrend im Maschinenbau hält an. Auch im Februar verbuchten die Unternehmen im Südwesten ein deutliches Auftragsplus, wie der Branchenverband VDMA am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gingen 17 Prozent mehr Bestellungen ein.

Getragen wird der Trend aber weiterhin fast ausschließlich vom Ausland. Während die Unternehmen dort einen Zuwachs von 26 Prozent verzeichneten, blieb das Auftragsplus im Inland mit einem Prozent minimal.

"Die Dynamik des Maschinenbaus gewinnt im ersten Quartal 2021 aufgrund von Impulsen aus dem Ausland an Fahrt", sagte der Geschäftsführer des VDMA Baden-Württemberg, Dietrich Birk. "Das ist ermutigend, sofern es pandemiebedingt nicht zu erneuten Rückschlägen kommt." Leider hinke das Inland deutlich hinterher.

Update, 8. April, 11.59 Uhr: Gewerkschaft Verdi fordert Testpflicht auch in Kindertagesstätten

An baden-württembergischen Kindertagesstätten muss es nach Ansicht der Gewerkschaft Verdi eine Testpflicht nach dem Vorbild der Schulen im Land geben. Es müssten umsetzbare und auch verpflichtende Konzepte erstellt werden für die zweimalige Testung von Kindern und Beschäftigten pro Woche, forderte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross, am Donnerstag in Stuttgart.

Allerdings dürften die Betreuerinnen und Erzieher nicht zusätzlich belastet werden. Es müsse zudem eine ausreichende Zahl von Test-Kits kostenlos angeboten werden. "Wir wollen einen möglichst sicheren Betrieb in den Kitas haben", sagte er.

Die Stimmung in den Kitas werde angesichts der unsicheren und risikoreichen Lage zunehmend schlechter, auch der Fachkräftemangel werde nach der Pandemie stärker, sagte Gross. "Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich in den Einrichtungen alleine gelassen", kritisierte er.

Die Landesregierung will dem Vernehmen nach am Donnerstag weitere Entscheidungen zur Strategie in den Kitas bekanntgeben. Dabei könnte es auch um eine Testpflicht oder ein Testangebot für Kinder gehen.

Update, 8. April, 6.51 Uhr: Kritik der Gewerkschaft: "Kita-Personal fühlt sich alleine gelassen"

Nach den Elternvertretern fordern auch die baden-württembergischen Erzieherinnen und Kita-Betreuer Klarheit über das weitere Vorgehen bei der Öffnung von Kindertageseinrichtungen. "Die Kolleginnen und Kollegen fühlen sich in den Einrichtungen alleine gelassen", kritisierte der Landesbezirksleiter der Gewerkschaft Verdi, Martin Gross.

Für die Schulen habe es bereits ein Spitzengespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gegeben. Dagegen fehlten für den viel riskanteren Kita-Betrieb teilweise immer noch verbindliche und sichere Konzepte, sagte er der dpa.

Die Landesregierung will am Donnerstag weitere Entscheidungen zur Strategie in den Kitas bekanntgeben. Dabei könnte es auch um eine Testpflicht oder ein Testangebot für Kinder gehen, wie es der Kreis Böblingen in Eigeninitiative derzeit organisiert und wie es Gewerkschaften fordern. Dort werden Jungen und Mädchen ähnlich wie in den Schulen zwei Mal in der Woche getestet, bevor sie die Kitas betreten. Nach Ablauf des Projekts sollen die Erfahrungen ausgewertet und entschieden werden, wie sich ein Modell auf Kreisebene weiter finanzieren lassen könnte.

Verdi-Landesbezirksleiter Gross forderte landesweite Rahmenbedingungen, damit Kommunen und Träger die pädagogische Arbeit organisieren könnten. Es sei wichtig, dass die Beschäftigten nicht jeden Morgen am Kita-Tor neue Regeln durchsetzen müssten. "Pädagogische Fachkräfte sind für die Kinder verantwortlich und keine Türsteher der sich ständig ändernden Corona-Politik des Landes", sagt Gross. Die Gewerkschaft will ihre konkreten Forderungen an die Landesregierung am Donnerstag (10 Uhr) veröffentlichen.

Zuvor hatten bereits die Eltern moniert, der Wechsel zum Fernunterricht nach den Osterferien sorge bei den Eltern mit Kindern in Kitas und Kindertagespflege für akute Verunsicherung. Sie beobachteten mit Unruhe, dass sich die Landesregierung bisher noch nicht zum Verfahren in den Kitas geäußert habe, teilte ein Sprecher der Landeselternvertretung baden-württembergischer Kindertageseinrichtungen (LEBK-BW) mit.

Die Elternvertreter sprechen sich grundsätzlich für offene Kitas aus und verweisen dabei auch auf aktuelle Daten des Landesgesundheitsamt, wonach vor allem Arbeitsstätten und der private Bereich für den Großteil der Corona-Neuinfektionen verantwortlich seien.

Das Kita-Personal fühle sich alleine gelassen.
Das Kita-Personal fühle sich alleine gelassen.  © DPA / Uwe Aspach

Update, 7. April, 17.16 Uhr: 3109 Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in Baden-Württemberg

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilte mit, dass am Mittwoch weitere 3109 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet wurden. Somit stieg die Anzahl der seit Pandemie-Beginn Infizierten auf 377.111. Davon sind inzwischen 337.872 genesen. Im Zusammenhang mit Covid-19 starben bisher 8831 Menschen, das waren 36 Todesfälle mehr als zum Vortag. Die 7-Tagesinzidenz lag bei 101,1.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa

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