Corona in Baden-Württemberg: Über 17.300 neue Infektionen

Baden-Württemberg - Die Zügel werden für Ungeimpfte in Baden-Württemberg heftig angezogen! Doch auch für die Geimpften und Genesenen werden die Maßnahmen spürbar.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)
Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wird im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt. (Symbolbild)  © Georg Wendt/dpa

Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich mit empfindliche Beeinträchtigungen arrangieren.

Landesweit gilt ein Verbot für große öffentlicher Veranstaltungen.

Clubs und Diskotheken wurden geschlossen, Tanzveranstaltungen verboten. Sport-, Kultur- und vergleichbare Großveranstaltungen sollen ohne Zuschauer stattfinden.

Nix mit Januar: Novavax-Lieferungen kommen viel später
Coronavirus Nix mit Januar: Novavax-Lieferungen kommen viel später

Bereits unmittelbar nach den Feiertagen wurden Zusammenkünfte nur noch mit höchstens zehn Personen über 14 Jahre erlaubt.

Auch Geimpfte und Genesene müssen in Baden-Württemberg künftig für den Restaurantbesuch einen negativen Corona-Test vorweisen, wenn ihre Impfung länger als sechs Monate zurückliegt und sie keine Booster-Impfung erhalten haben.

Für Ungeimpfte gelten erhebliche Kontaktbeschränkungen, ihnen wurde im Weihnachtsgeschäft auch der Zutritt zu den meisten Läden verwehrt.

Mittlerweile gibt es 1.198.282 bestätigte Infektionen in Baden-Württemberg. 13.516 Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. (Stand: 22. Januar)

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Baden-Württemberg gibt es hier im Ticker. Ältere News könnt Ihr hier nachlesen.

Update, 22. Januar, 7 Uhr: Über 17.300 neue Infektionen

Das Landesgesundheitsamt meldet für den Freitag 17.301 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.198.282 Menschen angesteckt.

Auch wurden 19 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.516.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 734,3. Derzeit werden 296 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Freitag 734,3. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz betrug am Freitag 734,3. (Symbolbild)  © Marijan Murat/dpa

Update, 20. Januar, 18.55 Uhr: Omikron zeigt Wirkung, Inzidenz schnellt nach oben!

Omikron zeigt Wirkung: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen in Baden-Württemberg nähert sich schnell der 700er-Marke. Am Donnerstag (Stand 16 Uhr) vermeldete das Landesgesundheitsamt in Stuttgart, dass sich innerhalb der letzten sieben Tage 667,2 Menschen je 100.000 Einwohner nachweislich mit dem Coronavirus infiziert hätten. Das war ein Plus von 50,3. Erst am Mittwoch hatte der Wert die 600 überschritten.

Die Zahl der Covid-19-Patienten und -Patientinnen auf Intensivstationen sank hingegen um 29 auf 297. In der Vorwoche waren es 378 gewesen. 13,2 Prozent der betreibbaren Intensivbetten sind den Angaben zufolge mit Covid-Erkrankten belegt, minus 1,2 Prozent.

Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz stieg um 0,5 auf 4,0 an. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in Krankenhäuser gebracht werden.

Seit Beginn der Pandemie verzeichnete das Landesgesundheitsamt mittlerweile 1.180.981 bestätigte Infektionsfälle. Das waren 17.145 mehr als am Mittwoch. 13.497 Erkrankte starben laut Mitteilung an oder im Zusammenhang mit Sars-CoV-2. Das waren 17 mehr als am Vortag.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich. Bislang wurden 39.953 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt. Mittels variantenspezifischer PCR wurde Omikron bei 83,3 Prozent der Proben nachgewiesen. Da sich die Variante schnell ausbreitet, dürfte der aktuelle Anteil höher sein.

Als mindestens einmal geimpft gelten 8.086.402 Menschen im Südwesten. Das sind den Angaben zufolge 82,2 Prozent derjenigen, denen eine Impfung empfohlen wird. Auffrischimpfungen hätten 5.482.632 Leute erhalten, was 55,7 Prozent entspreche. Hier stieg die Zahl um 59.890.

Update, 20. Januar, 13.22 Uhr: Millionenschwere Stipendienrunde für freischaffende Künstler

Nach massenweisen, coronabedingten Ausfällen von Konzerten und Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und Tanzshows erhalten weitere mehr als 1500 freischaffende Künstlerinnen und Künstler ein Stipendium des Landes. Im Sommer waren bereits rund 6,7 Millionen Euro an etwa 1930 Kunstschaffende ausgeschüttet worden. In der zweiten Runde standen Mittel in Höhe von rund 5,5 Millionen Euro bereit, wie das Kunstministerium am Donnerstag mitteilte.

"Die insgesamt rund 3400 vergebenen Projektstipendien helfen Künstlerinnen und Künstlern in Baden-Württemberg ein Stück weit, ihre Arbeit fortzusetzen und einem Publikum zu präsentieren", sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski (Grüne).

Laut Ministerium sind die Stipendien mit einer einmaligen Förderung von je 3500 Euro dotiert. Sie richten sich an alle, die in Baden-Württemberg leben, frei künstlerisch arbeiten und ein konkretes Projekt umsetzen wollen. Insgesamt hat das Ministerium nach eigenen Angaben seit Beginn der Pandemie und coronabedingt mehr als 200 Millionen Euro in die baden-württembergische Kunst- und Kulturszene investiert.

Insgesamt wurden rund 3400 vergebenen Projektstipendien vergeben.
Insgesamt wurden rund 3400 vergebenen Projektstipendien vergeben.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 20. Januar, 12.40 Uhr: Sechs von zehn Baden-Württemberger für allgemeine Impfpflicht

Die Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg spricht sich für eine allgemeine Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren aus. 59 Prozent sind dafür, 37 Prozent dagegen, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Umfrage von infratest dimap im Auftrag von SWR und Stuttgarter Zeitung ergab. Je älter die Menschen sind, desto höher ist die Zustimmung.

So sind 74 Prozent der über 65-Jährigen laut Umfrage dafür, bei den 40- bis 64-Jährigen sind es 57 Prozent. Von den Jüngeren bis 39 Jahre sind noch die Hälfte der Menschen für eine Impfpflicht gegen das Coronavirus.

Die seit Wochen laufenden Proteste von Gegnern der staatlichen Corona-Maßnahmen stoßen bei der großen Mehrheit der Menschen in Baden-Württemberg auf Ablehnung. Knapp drei Viertel (74 Prozent) der Befragten haben wenig oder gar kein Verständnis für die Demonstrationen, nur ein knappes Viertel äußert sehr großes oder großes Verständnis. Erwartungsgemäß haben zwei Drittel der AfD-Unterstützer viel Verständnis für die Proteste.

Update, 20. Januar, 10.46 Uhr: Europe-Cup-Spiel von Crailsheim in Italien abgesagt

Das Gruppenspiel der Hakro Merlins Crailsheim im FIBA Europe Cup am kommenden Mittwoch bei den Basketballern von Unahotels Reggio Emilia ist abgesagt worden. Ursache dafür seien mehrere Coronafälle im Team des italienischen Gegners.

Das habe der Verband FIBA mitgeteilt, gab der Bundesligist Crailsheim am Donnerstag bekannt. Ein Nachholtermin stehe noch nicht fest.

Update, 20. Januar, 10.40 Uhr: Landesregierung hält an 2G-Regel im Einzelhandel fest

Die baden-württembergische Landesregierung möchte auch nach dem Ende der 2G-Regelung im Einzelhandel in Bayern an ihren Maßnahmen festhalten. "Einen entsprechenden Eilantrag hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) erst am 12. Januar erneut zurückgewiesen und unsere Vorgaben für die 2G-Regel insofern bestätigt", sagte eine Sprecherin des Staatsministeriums der "Heilbronner Stimme" und dem "Südkurier" mit Blick auf die Vorgaben im Südwesten und die Überprüfung durch den VGH in Mannheim.

Die Entscheidung des bayerischen Gerichts, die 2G-Regel für den Einzelhandel vorläufig außer Kraft zu setzen, beruhe allein auf einer nicht hinreichend bestimmten Reichweite der angegriffenen Regelung in der Bayerische Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, erklärte die Sprecherin. In Bayern sei demnach nicht klar genug definiert worden, welche Ladengeschäfte unter die Zugangsbeschränkung nach Maßgabe der 2G-Regel fallen und welche dagegen als Ladengeschäfte zur Deckung des täglichen Bedarfs ausgenommen seien. Problem sei damit die konkrete Umsetzung der 2G-Regel. Das könne nicht ohne Weiteres auf die Corona-Verordnung in Baden-Württemberg übertragen werden.

Von der Wirtschaft im Südwesten kommt hingegen Druck, für einheitliche Regeln in Bayern und Baden-Württemberg zu sorgen und die 2G-Regel im Handel in Baden-Württemberg ebenfalls aufzuheben.

Im Südwesten gilt für den Einzelhandel derzeit 2G - Zutritt haben somit nur Geimpfte oder Genesene. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die sogenannte 2G-Regel im Einzelhandel am Mittwoch vorläufig außer Vollzug gesetzt, woraufhin Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) ankündigte, 2G im Handel komplett auszusetzen.

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim soll in Kürze über mehrere Anträge gegen das Abweichen von den bisherigen Schwellenwerten für Einschränkungen entscheiden. Davon wären unter Umständen auch 2G-Vorgaben im Handel und anderen Bereichen betroffen.

Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim soll in Kürze über mehrere Anträge entscheiden.
Der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof in Mannheim soll in Kürze über mehrere Anträge entscheiden.  © Demy Becker/dpa

Update, 19. Januar, 21.36 Uhr: Kammern für Ende von 2G im Einzelhandel im Südwesten

Nachdem der Bayerische Verwaltungsgerichtshof die 2G-Regel für den Einzelhandel im Freistaat außer Vollzug gesetzt hat, drängen die Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg auf das Ende dieser Regel auch im Südwesten.

"Auch in Baden-Württemberg muss diese umsatzhemmende 2G-Regelung dringend abgeschafft werden", forderte Anje Gering, Hauptgeschäftsführerin der IHK Bodensee-Oberschwaben am Mittwoch. Sie sieht nach der Entscheidung des Bayerischen Gerichts auch die baden-württembergische Landesregierung unter Zugzwang, da sonst in den Grenzregionen ein wettbewerbsverzerrender Einkaufstourismus zu befürchten sei.

2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt haben. Bayerns Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) hatte nach dem Urteil gesagt, 2G im Handel werde komplett ausgesetzt. Bayern sei mit der Zugangsbeschränkung einem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz gefolgt. Aber wegen der Abgrenzungsschwierigkeiten sei "nun die Regelung wie in den Supermärkten die einfachere Alternative". Herrmann betonte: "Die FFP2-Maskenpflicht im Handel gilt weiterhin und bietet Schutz."

Bund und Länder hatten die 2G-Regeln für den Einzelhandel Anfang Dezember bundesweit vereinbart. Für Niedersachsen kippte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Regeln bereits Mitte Dezember, weil sie aus Sicht der Richter zur weiteren Eindämmung der Corona-Pandemie nicht notwendig und auch nicht mit dem allgemeinen Gleichheitsgrundsatz vereinbar seien.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, sagte: "Bayern und Niedersachsen geben den Weg für die anderen Bundesländer vor. 2G im Einzelhandel macht keinen Sinn und muss rasch wieder abgeschafft werden."

Der Lebensmittelhandel zeige seit Beginn der Pandemie, dass der Einkauf mit Maske, Abstand und Hygienekonzept sicher sei. "Die politischen Entscheidungsträger in allen Bundesländern und im Bund müssen sich korrigieren und 2G beim Einkaufen rasch außer Kraft setzen."

Update, 19. Januar, 19.05 Uhr: Rund 16.900 neue Infektionen, Inzidenz knackt 600er-Grenze

Das Landesgesundheitsamt meldet am Mittwoch 16.890 neue Corona-Infektionen. Damit haben sich inzwischen 1.163.836 Menschen angesteckt.

Auch wurden 17 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger bekannt, die Gesamtzahl der Verstorbenen steigt damit auf 13.480.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt nun 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. Derzeit werden 326 Covid-Patienten auf Intensivstationen behandelt.

Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Mittwoch 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. (Symbolbild)
Die 7-Tage-Inzidenz beträgt am Mittwoch 616,9. Am Vortag lag der Wert bei 575,6. (Symbolbild)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 19. Januar, 17.08 Uhr: Mehrere Corona-Fälle im Mannschaftsumfeld: KSC setzt Training ab

Nach mehreren Corona-Fällen rund um sein Profiteam wird der Karlsruher SC vorerst nicht weiter trainieren.

Das Training am Donnerstag werde "vorsorglich ausgesetzt" teilte der Fußball-Zweitligist am Mittwoch mit. "Stattdessen werden bei Mannschaft, Betreuerstab und weiteren Kontaktpersonen am Donnerstag PCR-Tests vorgenommen." Namen der Betroffenen nannte der Club, der durch ein 1:0 (0:0) beim Drittligisten TSV 1860 München am Dienstag ins DFB-Pokal-Viertelfinale eingezogen war, nicht.

Auf Basis der PCR-Testergebnisse werde mit dem Gesundheitsamt Karlsruhe dann über die weitere Vorgehensweise entschieden. Ob und wie das Liga-Spiel gegen den SV Sandhausen am kommenden Sonntag (13.30 Uhr) von der aktuellen Situation betroffen sein könnte, stehe derzeit noch nicht fest.

Hierzu befinde sich der KSC auch im engen Austausch mit der Deutschen Fußball Liga (DFL).

KSC-Trainer Christian Eichner. Nach mehreren Corona-Fällen wird seine Mannschaft nicht mehr trainieren.
KSC-Trainer Christian Eichner. Nach mehreren Corona-Fällen wird seine Mannschaft nicht mehr trainieren.  © Uli Deck/dpa

Update, 18. Januar, 19.27 Uhr: Omikron für Großteil der neuen Infektionen verantwortlich

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist die Omikron-Variante seit der ersten Januarwoche für den Großteil der neuen Infektionsfälle im Südwesten verantwortlich.

In der zweiten Kalenderwoche lag der Anteil der mittels variantenspezifischem PCR-Test untersuchten Proben bei mehr als 83 Prozent, wie das aus den Zahlen des Landesgesundheitsamts hervorgeht.

Da sich die Variante schnell ausbreitet, dürfte der aktuelle Anteil noch höher sein. Bislang wurden 35.450 Fälle der Omikron-Variante aus Baden-Württemberg an das Landesgesundheitsamt übermittelt.

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: