Coronavirus im Norden: Rekordzahl! So viele Neuinfektionen wie noch nie

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an. Experten warnen vor einer zweiten Welle.

Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.
Menschen warten am Eingang des Corona-Testzentrums am Hamburger Hauptbahnhof.  © Markus Scholz/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 10.682 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 6148 Fälle bekannt, in Bremen 3375, in Mecklenburg-Vorpommern 1726 und in Niedersachsen 26.512. (Stand 22. Oktober, 11.52 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 22. Oktober, 16.19 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag von "Swingerclub" gegen Sperrstunde ab

Hamburg - Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einen Eilantrag des Betreibers eines sogenannten Swingerclubs gegen die Sperrstunde in der Hansestadt abgelehnt. 

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts erweise sich die Regelung nach der Prüfung als rechtmäßig, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Es sei auch nicht davon auszugehen, dass die Sperrstundenregelung gegen den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz verstoße. 

Nach Ansicht des Gerichts ist anzunehmen, dass es im Zusammenhang mit gastronomischen Betrieben insbesondere zur Nachtzeit "aufgrund von fortschreitenden sozialen Interaktionen und auch in Verbindung mit dem Konsum alkoholischer Getränke zu einer erheblichen Anzahl von Neuinfektionen" komme.

Zwar greife die Maßnahme in ganz erheblicher Weise in die Berufsausübungsfreiheit des Antragstellers ein und sei für diesen mit gravierenden Einbußen verbunden. 

Gleichwohl überwögen im Ergebnis die zu schützenden öffentlichen Interessen, namentlich diejenigen des Infektionsschutzes und des Schutzes von Leib und Leben der Bevölkerung. Maßgeblich sei auch das zuletzt insgesamt zunehmende Infektionsgeschehen.

Update, 22. Oktober, 15.50 Uhr: Schleswig-Holstein weitet Maskenpflicht aus

Kiel - Schleswig-Holsteins Landesregierung hat am Donnerstag die angekündigte Ausweitung der Maskenpflicht beschlossen. 

Demnach müssen Gäste und Beschäftigte in Gaststätten von diesem Samstag an durchweg eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ausgenommen ist nur der Aufenthalt der Gäste am Tisch. Dies gilt für drinnen und draußen. 

Für Beschäftigte im Handel wird die Maskenpflicht ebenso festgeschrieben wie für Marktbeschicker und Kunden auf Wochenmärkten.

Die Landesregierung entschied auch, dass das Tragen eines Kunststoffvisiers (sogenannte Face Shields) nicht mehr ausreicht, um die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung zu erfüllen. Die Änderung folge einer Empfehlung des Robert Koch-Instituts. 

Als Ausnahme dürfen Lehrer, bei denen die Erkennbarkeit der Mimik oder die unbeeinträchtigte sprachliche Verständlichkeit erforderlich sind, weiterhin Face Shields nutzen. 

Wer grundsätzlich von der Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung befreit ist, darf ebenfalls freiwillig Visiere verwenden.

Update, 22. Oktober, 15.35 Uhr: Hamburger Senat berät am Freitag erneut über Corona-Maßnahmen

Hamburg - Wegen der weiter steigenden Corona-Fallzahlen in Hamburg wird der rot-grüne Senat am Freitag zusammenkommen, um über weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu beraten. Dies teilte ein Senatssprecher am Donnerstag mit. 

Dabei soll es unter anderem um die Beschränkung der Zahl von Personen gehen, die bei privaten Feiern im eigenen Wohnraum zusammenkommen dürfen.

Zuvor waren in der Hansestadt so viele Corona-Neuinfektionen registriert worden wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstag 276 neue Fälle.

Die Behörde betonte: "Es ist sinnvoll, in diesem Stadium der Pandemie nicht nötige Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Lange Aufenthalte in schlecht zu lüftenden Innenräumen sollten gemieden werden". Die Situation Hamburgs sei aber weiter "vergleichsweise beherrschbar".

Update, 22. Oktober, 14.44 Uhr: Hamburger Tourismus leidet weiter unter Corona

Hamburg - Auch im August dieses Jahres kämpft die Hamburger Tourismusbranche mit den Auswirkungen der Corona-Krise. Die Zahl der Übernachtungen sank um etwa 36 Prozent auf 999.000 im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Nord am Donnerstag mitteilte. Im Juli hatte der Rückgang im Jahresvergleich noch 44 Prozent betragen.

Auch die Zahl der Gäste sank den Informationen zufolge im Vergleich zu 2019. Insgesamt 438.000 Gäste sind demnach im August 2020 in die Hansestadt gekommen - das ist ein Rückgang um mehr als 41 Prozent.

Grundlage für die Erhebung des Statistikamt Nord war nach eigenen Informationen 416 geöffnete Beherbergungsstätten mit 69-740 angebotenen Betten. Die durchschnittliche Bettenbelegung betrug demnach etwa 45 Prozent.

Update, 22. Oktober, 13.33 Uhr: Verzicht auf Corona-Tests bei Touristen erhöht Unsicherheit

Schwerin – Die gerichtliche Aufhebung der Testpflicht für Touristen aus deutschen Corona-Risikogebieten erschwert nach Ansicht von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) die Kontrolle über die Virus-Ausbreitung im Nordosten. 

Die Reisen Tausender Touristen aus Regionen mit teilweise sehr hohen Infektionszahlen nach Mecklenburg-Vorpommern würden unsicherer, weil keine Tests mehr verlangt werden können. "Das macht es in Zeiten, wo die Zahlen massiv ansteigen, wo wir den eigenen Bürgern hier vor Ort wieder Einschnitte zumuten müssen, nicht einfacher", sagte Schwesig am Donnerstag in Schwerin.

Am Dienstag hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) in Greifswald die umstrittenen Einreisevorschriften des Landes gekippt. Damit dürfen auch Urlaubsgäste aus Risikogebieten ohne vorherigen Corona-Test anreisen und müssen auch nicht mehr in die zuvor geforderte mehrtägige Quarantäne. 

Gegen diese, im Ländervergleich schärfsten Maßgaben hatten Hotelbetreiber geklagt und Recht bekommen.

Update, 22. Oktober, 13.30 Uhr: Hamburger SPD verschiebt Parteitag auf unbestimmte Zeit

Hamburg – Die Hamburger SPD hat ihren für Dezember geplanten Parteitag wegen der Corona-Epidemie auf unbestimmte Zeit verschoben.

"Ursprünglich hatten wir mit 350 Delegierten geplant», sagte ein Sprecher des Landesverbandes am Donnerstag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der steigenden Infektionszahlen in Hamburg sei das so nicht machbar. 

Damit bleibt der Vorstand bis auf Weiteres im Amt. Darunter auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard als Vorsitzende. Zuvor hatte der Newsletter "Elbvertiefung" der Wochenzeitung "Die Zeit" berichtet.

Der Parteitag der Hamburger SPD war laut dem Sprecher eigentlich bereits im Juni vorgesehen. Schon da habe man die Veranstaltung wegen der Coronakrise verschieben müssen. Digitale Abstimmungen seien per Wahlrecht nicht möglich.

Update, 22. Oktober, 11.52 Uhr: Rekordzahl von 276 Corona-Neuinfektionen in Hamburg

Hamburg – In Hamburg sind so viele Corona-Neuinfektionen registriert worden wie noch nie seit Ausbruch der Pandemie. Die Gesundheitsbehörde meldete am Donnerstag 276 neue Fälle. Der bisherige Rekordwert war am 24. März mit 248 Corona-Infektionen gemeldet worden.

Der Sieben-Tage-Wert kletterte auf 64,6 Infektionen je 100.000 Einwohner. Am Mittwoch hatte dieser Wert bei 58,9 gelegen. Am Montag hatte die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 9. April die kritische Marke von 50 knapp überschritten.

Das Robert Koch-Institut (RKI) gab diesen in rechtlicher Hinsicht maßgeblichen Wert am Donnerstag für Hamburg mit 46,5 an. Laut Gesundheitsbehörde liegt die Abweichung vor allem in einer verzögerten Erfassung der Daten begründet.

Auch bundesweit wurde am Donnerstag ein Rekordwert registriert. Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages überschritt erstmals den Wert von 10.000 Fällen. Die Gesundheitsämter meldeten nach Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen 11.287 Fälle binnen 24 Stunden.

Seit Beginn der Pandemie infizierten sich in Hamburg 10.682 Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2. Rund 8000 gelten nach Schätzung des RKI als genesen, 100 mehr als am Vortag. In Hamburger Kliniken wurden am Donnerstag 79 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt, sieben mehr als am Vortag. Auf Intensivstationen lagen insgesamt 27 Menschen, zwei mehr als am Montag. Von den Patienten auf Intensivstationen kommen 20 aus Hamburg.

Bislang starben nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) 241 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung. Diese Zahl ist seit dem 2. Oktober unverändert. Das RKI zählte für Hamburg insgesamt 282 Tote.

Update, 22. Oktober, 9.18 Uhr: Gastronomen in Bremen wollen gegen Sperrstunde klagen

Bremen – Gastronomen in Bremen wollen einem Zeitungsbericht zufolge gegen die Corona-Sperrstunde für Restaurants und Kneipen klagen. 

Sieben Mitgliedsbetriebe der Bremer-Gastro-Gemeinschaft (BGG) haben demnach angekündigt, einen Eilantrag gegen die Maßnahme des Senats am Verwaltungsgericht einzureichen. Das berichtete der "Weser-Kurier" am Donnerstag. Die Bremer Wirte folgen damit dem Vorbild von Berliner Kollegen. Diese haben vor Gericht erreicht, dass sie wieder öffnen dürfen.

Für die Stadt Bremen hat der Senat wegen der hohen Infektionszahlen verfügt, dass gastronomische Betriebe zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen bleiben müssen. Die Sperrstunde soll gelten, bis die Zahl der Infektionen auf 100.000 Einwohner in einer Woche dauerhaft wieder unter 50 liegt. 

Am Mittwoch stieg diese Inzidenz in Bremen aber auf 99,99. Es gab 142 bestätigte neue Infektionen. Die Gesamtzahl stieg auf 3866 Fälle seit Ausbruch der Pandemie.

Update, 22. Oktober, 9.17 Uhr: Strengere Corona-Regeln für Heide

Kiel – Seit Donnerstag gelten in der Stadt Heide (Kreis Dithmarschen) strengere Corona-Regeln. Eine entsprechende Allgemeinverfügung gilt zunächst bis kommenden Mittwoch (28. Oktober). Der Kreis Dithmarschen hatte am Mittwoch zum zweiten Mal in Folge den Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen überschritten. 

Der Wert betrug am Mittwoch 39,79. Da die Überschreitung des Schwellenwertes nach Angaben des Kreises aber vor allem auf ein regional eingrenzbares Ausbruchsgeschehen auf dem Gebiet der Stadt Heide zurückzuführen ist, wurde die Allgemeinverfügung auf das Gebiet der Stadt Heide beschränkt.

Unter anderem muss in bestimmten Bereichen der Heider Innenstadt eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Zudem gilt eine Sperrstunde für Gastronomiebetriebe von 23 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag sowie eine Begrenzung der Teilnehmerzahlen für Veranstaltungen im öffentlichen und privaten Raum sowie für die Sportausübung innerhalb und außerhalb von Sportanlagen.

Der Kreis Dithmarschen hatte am Mittwoch nach eigenen Angaben 316 Corona-Infektionen registriert und damit zehn mehr als am Vortag. 240 Personen gelten als genesen. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorbenen Menschen erhöhte sich auf 6 (+1 zum Vortag).

In den am späten Mittwochabend von der Landesregierung mitgeteilten Zahlen, sind für Dithmarschen hingegen nur sieben Neuinfektionen ausgewiesen. Auch der zusätzliche Todesfall im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion taucht in den Zahlen noch nicht auf.

Der Landesregierung zufolge hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten in Schleswig-Holstein um 160 erhöht. Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 6148 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Mittwochabend mitteilte.

Update, 22. Oktober, 7.48 Uhr: 160 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein registriert

Kiel – In Schleswig-Holstein hat sich die Zahl der gemeldeten Corona-Infizierten um weitere 160 erhöht. 

Seit Beginn der Pandemie im Norden haben sich damit bislang 6148 Menschen nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 angesteckt, wie die Landesregierung mit Stand Mittwochabend mitteilte. 

Am Vortag waren 111 Neuinfektionen gemeldet worden. Als Genesen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 5000 Menschen.

Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb weiter bei 163. In Krankenhäusern werden den Angaben zufolge 36 Covid-19-Patienten behandelt, fünf mehr als am Vortag.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa

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