Coronavirus im Norden: Grundschüler kehren in Klassen zurück

Hamburg – Das Coronavirus hat das Land bald ein Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte.

Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.
Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.  © Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 42.879 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 31.156 Fälle bekannt, in Bremen 14.318, in Mecklenburg-Vorpommern 16.746 und in Niedersachsen 128.662 Covid-19-Fälle. (Stand 17. Januar, 22.19 Uhr)

Seit Mittwoch, 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit Ausnahmen über Weihnachten und Silvester inzwischen bis zum 31. Januar 2021 verlängert wurde. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, außerdem gibt es Kontaktbeschränkungen.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 18. Januar, 11.10 Uhr: Niedersachsen ist für Lockdown-Verlängerung bis Mitte Februar

Hannover - Vor dem Bund-Länder-Treffen zum Kurs in der Corona-Krise hat sich die niedersächsische Landesregierung für eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar ausgesprochen. Von einem weiter verschärften kompletten Lockdown halte das Bundesland indes gar nichts, sagte Staatssekretär Jörg Mielke am Montag in Hannover in einer Sondersitzung des Sozialausschusses.

"Wir werden keine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen vorschlagen." Wie Mielke sagte, drohten sonst Akzeptanzprobleme. "Wir stellen fest, wir sind dabei, die Schrauben zu fest zuzudrehen." Auch eine nächtliche Ausgangssperre finde keine Unterstützung aus Niedersachsen.

Bund und Länder beraten am Dienstag, ob der aktuelle bis Ende Januar geltende Lockdown verlängert oder noch verschärft werden muss. Das ursprünglich für den 25. Januar geplante Treffen war wegen der weiterhin angespannten Corona-Lage und der Sorge vor Virusmutationen vorgezogen worden.

Update, 18. Januar, 9.12 Uhr: Bremens Bürgermeister fordert Homeoffice und FFP2-Masken

Bremen - Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte hat ein Recht auf Homeoffice und FFP2-Masken im Kampf gegen die Corona-Pandemie gefordert.

"Wir sollten eine Regelung bekommen, dass überall da, wo es möglich ist, Homeoffice angeboten werden muss", sagte der SPD-Politiker am Montag im ARD-Morgenmagazin.

Die Mobilität der Bürger sei durch den Lockdown zwar gesunken, aber noch nicht ausreichend, mahnte Bovenschulte mit Blick auf die Bund-Länder-Beratungen am Dienstag.

Update, 18. Januar, 7 Uhr: Grundschüler kehren in geteilten Gruppen in Klassen zurück

Grundschüler in Niedersachsen haben ab Montag wieder Unterricht an der Schule. (Symbolbild)
Grundschüler in Niedersachsen haben ab Montag wieder Unterricht an der Schule. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Hannover - Trotz einer weiter angespannten Corona-Lage kehren die Grundschüler in Niedersachsen am Montag in geteilten Gruppen in die Klassen zurück.

Bis zum Halbjahresende erhalten sie Unterricht nach dem Szenario B - das bedeutet, dass jeweils eine Hälfte der Schüler zu Hause und die andere in der Klasse arbeitet.

Update, 18. Januar, 6.30 Uhr: Mehr als 1,5 Millionen Euro Corona-Bußgelder in Hamburg eingenommen

Hamburg - Die Stadt Hamburg hat bislang mehr als 1,5 Millionen Euro Corona-Bußgelder eingenommen.

Insgesamt wurden durch die Bußgeldstelle bis zum 8. Januar 13.726 Bußgeldbescheide erlassen.

Update, 17. Januar, 22.17 Uhr: 122 neue Corona-Infektionen in MV nachgewiesen

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern sind am Sonntag 122 neue Corona-Infektionen registriert worden. Das waren 33 gemeldete Neuinfektionen mehr als vor einer Woche, wie aus dem Lagebericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hervorgeht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Corona-Infektionen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, stieg von 118,7 am Samstag auf 121,4. Zehn weitere Menschen starben mit oder an dem Virus. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 seit Beginn der Pandemie auf 308.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Corona-Infektionen seit März stieg landesweit auf 16.746. Als genesen gelten mittlerweile 12.700 Betroffene.

Den höchsten Inzidenz-Wert weist mit 200,3 der Landkreis Vorpommern-Greifswald auf. Werte über 100 haben demnach die Mecklenburgische Seenplatte (194,1) Ludwigslust-Parchim (162,9) und die Stadt Schwerin (118,1). Weniger als 50 Infizierte je 100.000 Einwohner in sieben Tagen hat lediglich die Hansestadt Rostock mit 46,8.

Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten wurde am Sonntag mit 332 (minus 22 zum Vortag) angeben, die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen sank um 4 auf 88.

Update, 17. Januar, 22.15 Uhr: 215 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

Kiel – In Schleswig-Holstein sind innerhalb von 24 Stunden 215 neue Corona-Fälle registriert worden.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg leicht auf 88,6 (Samstag: 86,1). Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Sonntagabend veröffentlichte (Datenstand: 17.1.2021, 20.17 Uhr). Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um einen auf 652.

Bei den gemeldeten Corona-Zahlen am Wochenende ist zu berücksichtigen, dass weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

473 Corona-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern (Samstag: 426). 80 werden intensivmedizinisch betreut (Samstag: 70) - 48 mit Beatmung.

Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 24.200 geschätzt. Bislang gibt es in dem Bundesland 31.156 nachgewiesene Corona-Infektionen.

Update, 17. Januar, 18.47 Uhr: 1.250 neue Corona-Infektionen in Niedersachsen gemeldet

Polizisten stehen in der Innenstadt Hannovers und kontrollieren die Einhaltung der Corona-Verordnung.
Polizisten stehen in der Innenstadt Hannovers und kontrollieren die Einhaltung der Corona-Verordnung.  © Julian Stratenschulte/dpa

Hannover – Obwohl die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen hoch bleibt, ist der landesweite Inzidenzwert unter 100 gesunken.

Er ging auf 99,8 zurück - am Vortag lag er noch bei 102,7, wie aus den aktuellen Zahlen des Gesundheitsministeriums vom Sonntag hervorging. Die Sieben-Tages-Inzidenz gibt an, wie viele Menschen sich binnen sieben Tagen gerechnet auf 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert haben.

Es gab 1250 gemeldete Neuinfektionen und damit insgesamt 128.662 Fälle in Niedersachsen. Weitere elf Menschen starben. Genesen waren laut Hochrechnung 105.730 der gemeldeten laborbestätigten Fälle. Das entspreche einem Anteil von 82,2 Prozent.

Unter den niedersächsischen Landkreisen kam Peine mit 186,9 auf die höchste Sieben-Tages-Inzidenz, gefolgt vom Landkreis Gifhorn (173,9) und dem Landkreis Helmstedt (151,2). Vor allem der Landkreis Gifhorn war zuletzt stark betroffen.

Im kleinsten Bundesland Bremen stieg die Zahl der bestätigten Neuinfektionen um 37 auf inzwischen 14 939 Fälle, wie der Senat mitteilte. Ein weiterer Patient starb. Die Inzidenz lag in der Stadtgemeinde Bremen bei 82,8, in der Stadtgemeinde Bremerhaven bei 82,4.

Bei den gemeldeten Corona-Zahlen am Wochenende ist zu berücksichtigen, dass weniger getestet wird und nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln.

Update, 17. Januar, 14.30 Uhr: Fast 1400 Krankenhaus-Mitarbeiter nach Corona-Ausbruch getestet

Husum/Niebüll – Wegen eines Corona-Ausbruchs in den Krankenhäusern in Husum und Niebüll sind am Wochenende fast 1400 Klinikmitarbeiter getestet worden. Erste Ergebnisse lagen zunächst noch keine vor, wie ein Sprecher des Kreises Nordfriesland der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagmittag sagte. Insbesondere Mitarbeiter hatten sich den Angaben zufolge mit dem Virus infiziert. Betroffen seien lediglich diese beiden Standorte des Klinikums Nordfriesland, betonte ein Sprecher.

Es gibt einen Aufnahmestopp für neue Patienten - zunächst bis zum 21. Januar. Behandlungen wurden nach Möglichkeit verschoben. Am Freitag hatte der Kreis mitgeteilt, dass sich 54 positiv getestete Mitarbeiter in häuslicher Isolierung befinden; 52 positiv getestete Patienten werden im Husumer Klinikum versorgt.

Das Gesundheitsamt des Kreises Nordfriesland ordnete Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter an, die in der Zeit vom 4. Januar bis zum 13. Januar in den Kliniken in Niebüll oder Husum arbeiteten. Es wurden den Angaben zufolge Quarantäne-ersetzende Maßnahmen verhängt.

Solange die Mitarbeiter keine Symptome zeigten, könnten sie mit entsprechenden Schutzmaßnahmen ihrer Arbeit weiterhin nachgehen. Jeder positiv Getestete müsse aber sofort zu Hause bleiben. Im privaten Bereich gibt es laut Kreis für sie ebenfalls strenge Auflagen.

Update, 17. Januar, 14.28 Uhr: 780 Linke starten Demo gegen Corona-Politik in Hamburger Schanze

Hamburg – Rund 780 Linke sind am Sonntag in Hamburg gegen die Corona-Politik auf die Straße gegangen. Sie versammelten sich nach Angaben eines Polizeisprechers vor der Roten Flora in der Hamburger Schanze, wo sie zum Auftakt mit Pyrotechnik begrüßt wurden. Anschließend zogen sie in vier Blöcken in Richtung des Neuen Pferdemarkts. Die Demonstration verlief zunächst friedlich, wie der Sprecher berichtete.

"Wir werden nicht zulassen, dass die Corona-Krise auf dem Rücken jener abgewälzt wird, die im Kapitalismus eh schon die Zeche zahlen: Frauen, Migranten, Arbeiter", sagte die Aktivistin der Roten Flora, Svenja Lorelai. Das linke Bündnis fordere, dass reiche Menschen für die Krise zahlen. Auch ein weltweit freier Zugang zu Medizin und weniger Rücksicht auf Profit standen im Fokus der Demo.

Auch Anhänger der "Querdenken"-Bewegung hatten für Sonntag eine Demonstration angekündigt. Die Polizei erwartete rund 300 Teilnehmer, die sich ab 14 Uhr in der Hafencity zu einem Schweigemarsch unter dem Motto "Frieden, Freiheit und Demokratie" versammeln wollten. Auch gegen die "Querdenker" demonstrierte das linke Bündnis.

"Wenn die Corona-Leugner glauben, sie könnten auf Hamburgs Straßen ungestört antisemitische Verschwörungstheorien verbreiten, sei ihnen versichert: Zieht euch warm an - auch unabhängig von den erwarteten Januar-Temperaturen", sagte Lorelai.

Update, 17. Januar, 14.23 Uhr: Corona-Schutzimpfung: Erstmals zweite Dosis in Hamburg geimpft

Hamburg – Erstmals sind in Hamburg Senioren mit einer zweiten Dosis des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer geimpft worden. Genau drei Wochen nach dem Start der Corona-Schutzimpfungen in der Hansestadt war es am Sonntagvormittag erneut eine 84-Jährige Bewohnerin der Pflegeeinrichtung Hospital zum Heiligen Geist in Poppenbüttel, die die erste Spritze erhielt.

Nach Angaben der Gesundheitsbehörde sollten in der Einrichtung 445 Menschen die zweite Impfung erhalten. Am Montag seien dann Bewohner der Einrichtung Pflegen und Wohnen Finkenau im Stadtteil Uhlenhorst an der Reihe.

Experten gingen davon aus, dass eine erste Impfung nur einen etwa 50-prozentigen Schutz bringe, sagte ein Behördensprecher. Erst mit der Verabreichung der zweiten Dosis werde laut Hersteller der angegebene Wirkungsgrad von über 90 Prozent erreicht.

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa

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