Coronavirus im Norden: Ausbruch in Gefängnis, schon 23 Infizierte

Hamburg – Das Coronavirus hat das Land bald ein Jahr fest im Griff: Im Norden steigen die Infektionszahlen täglich weiter an, die Gesundheitsämter melden neue Rekordwerte.

Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.
Vor einer Apotheke im Stadtteil Eimsbüttel warten Menschen.  © Marcus Brandt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 43.335 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 31.826 Fälle bekannt, in Bremen 14.318, in Mecklenburg-Vorpommern 17.261 und in Niedersachsen 129.922 Covid-19-Fälle. (Stand 19. Januar, 19 Uhr)

Seit Mittwoch, 16. Dezember 2020, gilt ein erneuter bundesweiter Lockdown, der mit Ausnahmen über Weihnachten und Silvester inzwischen bis zum 31. Januar 2021 verlängert wurde. Nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs haben geöffnet, außerdem gibt es Kontaktbeschränkungen.

Weiterhin gilt eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften, im öffentlichen Nahverkehr und teilweise auf den Straßen und Plätzen. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 19. Januar, 21.21 Uhr: 451 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

Kiel – In Schleswig-Holstein sind innerhalb von 24 Stunden 451 neue Corona-Fälle registriert worden. Eine Woche zuvor hatte es 408 Neuinfektionen gegeben.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg am Dienstag leicht auf 89,3 (Montag: 87,3). Das geht aus Daten hervor, die das Gesundheitsministerium in Kiel am Dienstagabend veröffentlichte (Datenstand: 19.1.2021, 20.46 Uhr). Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um 16 auf 691.

457 Corona-Patienten sind den Angaben zufolge derzeit in Schleswig-Holstein in Krankenhäusern (Montag: 454). 83 werden intensivmedizinisch betreut (Montag: 77) - 47 mit Beatmung.

Die Zahl der Genesenen wird auf etwa 25.100 geschätzt. Bislang gibt es in dem Bundesland 31.826 nachgewiesene Corona-Infektionen.

Update, 19. Januar, 19.20 Uhr: Klinikum Nordfriesland: 142 Corona-Fälle durch Tests bestätigt

Husum - Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Mitarbeiter und Patienten am Klinikum Nordfriesland an den Standorten Husum und Niebüll hat sich auf 142 erhöht.

Das sind neun mehr als am Montag. Aktuell befänden sich 1308 Mitarbeiter und 852 Patienten in Quarantäne, teilte der Kreis Nordfriesland am Dienstag mit. Nach einem Corona-Ausbruch am Klinikum waren seit Samstag rund 1400 Mitarbeiter getestet worden. Der weitaus größte Teil der Ergebnisse liege inzwischen vor, sagte ein Kreissprecher.

Danach wurden in Husum 42 und in Niebüll 34 Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Einer davon wird im Krankenhaus behandelt, die übrigen befinden sich den Angaben zufolge in häuslicher Quarantäne. Von den Patienten wurden in Husum 44 und in Niebüll 22 positiv auf das Coronavirus getestet.

Wegen des Corona-Ausbruchs war für die Häuser in Husum und Niebüll am 17. Januar ein Aufnahmestopp verhängt worden. Das Klinikum und die Behörden arbeiteten zur Zeit daran, dass ab Freitag wieder Patienten aufgenommen werden könnten, sagte der Kreissprecher.

Update, 19. Januar, 19 Uhr: 365 neue Corona-Infektionen in MV nachgewiesen - 18 Tote

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern sind am Dienstag 18 weitere Tote im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet worden. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl auf 327, wie aus dem Lagebericht des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hervorgeht.

Es registrierte 365 neue Corona-Infektionen, das waren 68 weniger als vor einer Woche. Damit stieg die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungen seit März landesweit auf 17.261. Als genesen gelten mittlerweile 13 409 Betroffene.

Die Zahl der Ansteckungen in den vergangenen sieben Tagen je 100.000 Einwohner sank leicht auf 117,8. Das höchste Infektionsgeschehen wies der Landkreis Vorpommern-Greifswald mit einer Inzidenz von 199 auf. Bei über 100 lag dieser Wert auch an der Mecklenburgischen Seenplatte (191), Ludwigslust-Parchim (159,1) und in der Stadt Schwerin (112,9). Weniger als 50 Infizierte je 100.000 Einwohner hatte lediglich die Hansestadt Rostock mit 44,5

Die Zahl der in Kliniken behandelten Corona-Patienten wurde am Dienstag mit 375 (plus 25 zum Vortag) angegeben, diejenige der Corona-Patienten auf Intensivstationen stieg im selben Zeitraum um 9 auf 96.

Update, 19. Januar, 18.49 Uhr: Corona grassiert in Itzehoer Gefängnis - 23 Menschen betroffen

Ein Häftling steht in der Justizvollzugsanstalt an einem vergitterten Fenster in einer Zelle. (Symbolbild)
Ein Häftling steht in der Justizvollzugsanstalt an einem vergitterten Fenster in einer Zelle. (Symbolbild)  © Felix Kästle/dpa

Kiel/Itzehoe – In einem Gefängnis in Itzehoe grassiert das Coronavirus. Dort sind 16 Gefangene und 7 Justizmitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie das Justizministerium am Dienstag mitteilte.

Alle Gefangenen seien in Einzelzellen isoliert worden. Bei notwendigen Bewegungen würden sogenannte FFP2-Masken getragen. Die betroffenen Mitarbeiter befänden sich in häuslicher Quarantäne.

Der Betrieb der Justizvollzugsanstalt soll vorerst im Zwei-Schicht-Betrieb weitergehen. Laut Gesundheitsamt besteht der Verdacht, dass es sich aufgrund des hohen Infektionsgeschehens um ein mutiertes Virus handeln könnte.

Ende vergangener Woche war ein weiterer Gefangener in ein Gefängnis nach Kiel gebracht worden. Dort wurde er positiv getestet und umgehend in die Krankenstation in Neumünster verlegt. Schnelltests bei weiteren Gefangenen seiner Abteilung fielen negativ aus. 31 Gefangene wurden aber vorsorglich auf Quarantäne-Stationen in den Gefängnissen in Lübeck und Neumünster sowie Schleswig verlegt.

"Es wurden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um das Geschehen im Griff zu behalten und eine weitere Ausbreitung von Infektionen so gut wie möglich zu verhindern", sagte Justizminister Claus Christian Claussen (CDU). Der Vollzug in der Jugendarrestanstalt Moltsfelde in Neumünster wurde ausgesetzt, damit die Anstalt notfalls als Krankenstation dienen kann.

Update, 19. Januar, 18.47 Uhr: Fast 600 Menschen in Hamburg haben Zweitimpfung gegen Corona

Hamburg – Zum Schutz gegen Corona sind in Hamburg bislang 27.115 Impfdosen verabreicht worden. 598 Menschen erhielten bereits ihre Zweitimpfung, allein 174 am Montag, wie aus einer Statistik des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Sie müssten laut RKI ein bis zwei Wochen nach der zweiten Impfung zu über 90 Prozent gegen das Virus geschützt sein.

Gespritzt wurde fast immer der Impfstoff von Biontech/Pfizer, in 155 Fällen aber auch das Vakzin des Herstellers Moderna. Eine erste Lieferung von 1200 Dosen dieses Impfstoffs war in der vergangenen Woche an die Asklepios-Kliniken gegangen.

Die Impfquote entspricht in Hamburg mit 1,4 Prozent dem bundesweiten Durchschnitt. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegen mit Quoten von jeweils 2,4 Prozent im Ländervergleich an der Spitze.

Hamburg hatte am vergangenen Donnerstag über 80-Jährige aufgerufen, einen Impftermin zu vereinbaren. Nach der Vergabe von 20.000 Terminen stoppte die Gesundheitsbehörde das Verfahren, weil sich die angekündigten Impfstofflieferungen verzögern.

Bund und Länder hatten beschlossen, als erstes Pflegeheimbewohner, über 80-Jährige sowie Klinik- und Pflegepersonal zu impfen. Zu dieser Gruppe gehören in Hamburg fast 190.000 Menschen.

Update, 19. Januar, 15 Uhr: Hamburger Infektionszahlen weiterhin zu hoch

Mit Mund-Nasen-Schutz sind Fahrgäste am Hauptbahnhof auf einem S-Bahnsteig unterwegs.
Mit Mund-Nasen-Schutz sind Fahrgäste am Hauptbahnhof auf einem S-Bahnsteig unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg – Die im Wochenvergleich gesunkenen Corona-Infektionszahlen erlauben nach Einschätzung des Hamburger Senats noch keine Lockerung des Lockdowns.

"Die Lage stabilisiert sich", sagte Senatssprecher Marcel Schweitzer mit Blick auf die am Dienstag gemeldeten 251 Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz von 104,2. Der Sprecher fügte aber hinzu: "Diese Zahlen reichen leider noch nicht aus." Hamburg erwarte von der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel "vernünftige Entscheidungen". Diese müssten den Bürgern gut erklärt und im gesamten Bundesgebiet kontrolliert werden.

Auf die Frage nach neuen Erkenntnissen zu den Virus-Mutationen aus Großbritannien und Südafrika berichtete Schweitzer von der Beratung der Regierungschefs mit Wissenschaftlern am Montagabend: "Wirklich etwas Neues ist dort nicht vorgetragen worden." Es gebe eine Bandbreite an Informationen, wonach sich die britische Virusvariante schneller ausbreite. Zur Gefährlichkeit dieses Virustyps sei aber nicht viel gesagt worden.

Schweitzer bekräftigte, dass Hamburg die Unternehmen zu mehr Arbeit im Homeoffice drängen wollen. Rechtlich sei diese Frage jedoch höchst komplex. Im öffentlichen Nahverkehr plädiere Hamburg für das Tragen von Gesichtsmasken statt etwa Schals oder Halstüchern, aber nicht notwendigerweise FFP2-Masken.

Der Senat werde vermutlich am Mittwoch über die Verlängerung des Lockdowns beraten und die Ergebnisse am Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekannt geben.

Update, 19. Januar, 14.45 Uhr: Schon fast 30 Verdachtsfälle von Corona-Mutationen in Flensburg

Flensburg/Kiel – Die Zahl der Verdachtsfälle von mutierten Coronaviren in Flensburg ist inzwischen auf fast 30 gestiegen. Im Vergleich zum Vortag seien mehrere dazugekommen, sagte Stadtsprecher Clemens Teschendorf am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Es handle sich um Laborergebnisse, die an das nationale Konsiliarlabor für Coronaviren an der Charité in Berlin gingen zwecks Bestätigung und Feststellung, um welche Mutationen es sich genau handelt.

Ergebnisse aus Berlin zu den Flensburger Laborproben lagen laut Teschendorf am Dienstag noch nicht vor. Erst dann werde es Klarheit geben, ob es sich tatsächlich um die Variante handelt, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war.

Sie steht im Verdacht, besonders ansteckend zu sein.m Am Samstag hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde mitgeteilt, dass eine Coronavirus-Probe nach Angaben aus Berlin mit hoher Wahrscheinlichkeit Teil dieser Viruslinie sei.

Das Kieler Gesundheitsministerium hatte bereits am Vortag bekannt gegeben, dass die in Großbritannien verbreitete und auch in Dänemark nachgewiesene Mutation des Coronavirus mit hoher Wahrscheinlichkeit Schleswig-Holstein erreicht habe.

Mehrere Proben aus dem nördlichsten Bundesland seien zur Abklärung in Berlin. "Einzelne Nachweise sowie Hinweise auf eine hohe Wahrscheinlichkeit des Vorliegens der neuen Variante wurden bestätigt", hieß es.

Update, 19. Januar, 13.45 Uhr: Höchstwert bei Corona-Todesfällen in Niedersachsen

Hannover - Die Zahl der an einem Tag erfassten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus hat in Niedersachsen einen Höchststand erreicht. Das Landesgesundheitsamt registrierte am Dienstag 83 Tote mehr als am Vortag.

Der bisherige Rekordwert lag bei 80 gemeldeten Todesfällen am 29. Dezember. Das Gesundheitsamt weist allerdings darauf hin, dass die Fälle nicht alle am Vortag aufgetreten sein müssen, sondern wegen eines Melde- oder Übermittlungsverzugs zeitlich länger zurückliegen können.

Die nachgewiesenen Infektionen stiegen um 598 auf 129.922 in Niedersachsen. Der landesweite Sieben-Tage-Wert der Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner betrug 102,3.

Die Auslastung der Krankenhäuser sei weiter "auf hohem Niveau", sagte die Vize-Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder.

Update, 19. Januar, 13.36 Uhr: Niedersachsen bestätigt Systemrelevanz der Medien in Corona-Krise

Hannover - Die niedersächsische Landesregierung hat auf Drängen der Zeitungsverlage die Systemrelevanz der Medien mit Blick auf mögliche Corona-Einschränkungen festgestellt.

Journalisten und Zeitungszusteller dürften "auch im unwahrscheinlichen Fall einer Ausgangssperre" dienstlich unterwegs sein, heißt es in einem Schreiben der Staatskanzlei an den Verband Nordwestdeutscher Zeitungsverlage (VNZV) vom Dienstag. Die Ausnahme gelte für die Mitarbeiter "aus Redaktionen, Produktion, Druckereien, Speditionen und Vertriebsabteilungen der Medienhäuser und Zeitungsverlage".

Der VNZV hatte die Regierung um die Feststellung der Systemrelevanz gebeten, weil viele Verlage unsicher seien, ob sie gegen Corona-Auflagen verstoßen könnten und ein Bußgeld riskierten.

Für den Zugang zur Notbetreuung in Kitas und Schulen hatte die Regierung die Systemrelevanz der Medien schon vorher ausdrücklich anerkannt. In dem Schreiben vom Dienstag heißt es nun generell, dass Medienhäuser und Zeitungsverlage "kritische Infrastrukturen, also Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen" seien.

Update, 19. Januar, 13.32 Uhr: 251 neue Corona-Infektionen in Hamburg - Inzidenz weiter gesunken

Hamburg - Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Neuinfektionen fällt im Wochenvergleich weiter. Am Dienstag wurden 251 neue Fälle gemeldet. Das sind zwar 46 mehr als am Montag aber 139 weniger als am Dienstag vor einer Woche, wie die Gesundheitsbehörde mitteilte (Stand: 12 Uhr).

Die Inzidenz sank von 111,5 auf 104,2. Vor einer Woche hatte dieser Wert noch bei 146,2 gelegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab am Dienstag eine Sieben-Tage-Inzidenz von 93,3 für Hamburg an. Von den Bundesländern haben zurzeit nur Bremen und Schleswig-Holstein niedrigere Werte.

Den RKI-Angaben zufolge stieg die Zahl der Toten im Zusammenhang mit dem Coronavirus seit Montag um 11 auf 917. Insgesamt haben sich laut Hamburger Gesundheitsbehörde seit Ausbruch der Pandemie in der Hansestadt 43.335 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Von ihnen gelten nach RKI-Schätzungen 35.100 als genesen.

In Hamburger Krankenhäusern wurden am Montag nach Angaben der Gesundheitsbehörde 514 Corona-Patienten stationär behandelt, 9 weniger als am Freitag. 95 der Erkrankten - darunter 81 Hamburger - lagen auf Intensivstationen. Das sind 3 mehr als am Freitag.

Titelfoto: Felix Kästle/dpa

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