Coronavirus im Norden: Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern wird verlängert

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.
Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5222 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3187 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 804 und in Niedersachsen 11.893. (Stand 6. Juli, 15.50 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 6. Juli, 20.51 Uhr: Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern verlängert

Eine Frau mit Mundschutz geht an einem Geschäft vorbei.
Eine Frau mit Mundschutz geht an einem Geschäft vorbei.  © Tom Weller/dpa

Schwerin - Die Maskenpflicht in Mecklenburg-Vorpommern wird verlängert. 

Regierungssprecher Andreas Timm teilte am Montagabend nach einer Beratung innerhalb der Landesregierung unter Beteiligung der Regierungsfraktionen mit: "Wir sind uns einig, dass die Maskenpflicht bei uns in Mecklenburg-Vorpommern wie geplant verlängert wird. Die entsprechende Verordnung wird morgen im Kabinett verabschiedet.»" 

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschafts- und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) hatte am Wochenende unter Hinweis auf das anhaltend geringe Infektionsgeschehen in dem Bundesland die Maskenpflicht im Handel in Frage gestellt und damit eine bundesweite Debatte ausgelöst. 

Aus der Politik kam vorwiegend Widerspruch.

Update, 6. Juli, 18.22 Uhr: Lehrerin im Kreis Segeberg mit Corona infiziert

Bad Segeberg - Bei einer Lehrerin in Bad Segeberg ist das Coronavirus nachgewiesen worden. 

Wie der Kreis Segeberg am Montag mitteilte, wurde die Infektion im Rahmen einer Prävalenztestung von Schulbeschäftigten ohne Krankheitssymptome festgestellt. 

Die Gesundheitsaufsicht habe mit der Frau unverzüglich Kontakt aufgenommen und die Kontaktpersonen ermittelt, sagte eine Kreissprecherin. 

Folgefälle seien der Gesundheitsaufsicht in den vergangenen zwei Wochen nicht bekannt geworden. Insgesamt hatten mehr als 500 Schulbeschäftigte im Kreis an dem Test teilgenommen.

Die Lehrerin war nach Angaben der Sprecherin bereits von Beginn der Sommerferien getestet worden und hatte erst einige Zeit nach ihrem Abstrich einen leichten Schnupfen entwickelt. 

Seit Montag werden im Kreis Segeberg auch mehr als 100 Personen ohne Krankheitssymptome aus Kindertagesstätten auf freiwilliger Basis auf das Coronavirus getestet.

An den Prävalenztestungen im Auftrag des Landes beteiligen sich verschiedene Kreise und kreisfreie Städte. Dabei geht es um einen Erkenntnisgewinn über unbemerkte Covid-19-Fälle in Bildungseinrichtungen.

Update, 6. Juli, 15.50 Uhr: Keine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Montag keine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle blieb bei 804 (Stand 14.51 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Montag mitteilte. Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

775 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag ebenfalls nicht.

Update, 6. Juli, 12.30 Uhr: Drei neue bestätigte Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg – In Hamburg ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Neuinfektionen um drei Fälle gestiegen. Damit liegt die Zahl der seit dem Ausbruch der Pandemie infizierten Hamburgerinnen und Hamburgern bei 5222, wie die Gesundheitsbehörde am Montag auf ihrer Homepage mitteilte. 4900 von ihnen werden nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen.

Die Zahl der Todesfälle in Hamburg stieg laut RKI um einen auf 261. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, das lediglich Fälle berücksichtigt, bei denen die Corona-Infektion laut Obduktion auch todesursächlich war, geht unverändert von 231 Toten aus.

Mit 1,2 Neuinfizierten pro 100.000 Menschen in Hamburg in den vergangenen sieben Tagen liegt der Wert derzeit weit unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste. Das wäre bei 900 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen nötig. In Hamburg sind in dieser Zeit 22 neue Fälle gezählt worden.

17 Corona-Infizierte aus der Stadt und dem Umland wurden am Sonntag stationär in Hamburger Krankenhäusern behandelt, davon unverändert 7 auf der Intensivstation. Am Montag lagen keine neuen Angaben zu den Krankenhausbehandlungen vor.

Update, 6. Juli, 9 Uhr: Sechs weitere Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel – In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages sechs weitere Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, wurden alle neuen Fälle im Kreis Steinburg festgestellt. Damit stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Sonntagabend auf 3187. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. 

Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt fünf an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Update, 6. Juli, 7.02 Uhr: Millionen Fluggäste weniger

Fluggäste stehen mit ihrem Gepäck vor einem Check-in-Schalter in der Abflughalle des Flughafens Hannover.
Fluggäste stehen mit ihrem Gepäck vor einem Check-in-Schalter in der Abflughalle des Flughafens Hannover.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Hannover – Die Flughäfen in Niedersachsen und Bremen haben im ersten Halbjahr einen dramatischen Rückgang der Passagierzahlen erlitten. 

In der Corona-Krise wurde sowohl in Hannover als auch in Bremen und Münster-Osnabrück nur gut ein Drittel der Fluggäste des Vorjahres gezählt. Zusammengerechnet fiel der Wert um rund 2,9 Millionen auf knapp 1,4 Millionen Passagiere. Immerhin: Mittlerweile ist der Luftverkehr langsam wieder angelaufen.

In Hannover-Langenhagen - am größten Flughafen der Region - hoben in den ersten sechs Monaten rund 842.000 Passagiere ab, und damit fast zwei Millionen weniger als im Vorjahr. 

Ein Plus gab es dagegen bei der Luftfracht, die der Airport von 4200 auf fast 8800 Tonnen mehr als verdoppelte. "Vorsichtig optimistisch" zeigte sich Sprecher Sönke Jacobsen auch mit Blick auf den Wiederanlauf des Flugverkehrs, der in den vergangenen Tagen Stück für Stück ausgebaut wurde.

"Die Auslastung der Maschinen war gut, und man spürt die starke Nachfrage nach Mobilität, vor allem im touristischen Bereich", sagte er. "Unter diesen Voraussetzungen erwarten wir zirka zwei Millionen Fluggäste in diesem Jahr." Im Vorjahr waren insgesamt noch 6,32 Millionen Reisende am Flughafen HAJ, so viele wie nie zuvor.

In Bremen fiel die Zahl der Passagiere bis Ende Juni von mehr als einer Million auf gut 382 000. Für das Gesamtjahr rechnet der Flughafen nur noch mit gut 600.000 Reisenden. Das hat gravierende wirtschaftliche Folgen: Es sei von einem Umsatzverlust von rund 33 Millionen Euro in diesem Jahr auszugehen, sagte eine Sprecherin. Um überhaupt geschäftsfähig zu bleiben, werde der Flughafen bis Juni 2021 rund 28 Millionen Euro benötigen.

Auch am kleineren Flughafen Münster-Osnabrück brachen die Verkehrszahlen ein. Dabei hatte der Airport bei den Passagieren noch bis Mitte März ein Plus von rund 25 Prozent verzeichnet, wie ein Sprecher sagte. Aufs Halbjahr gesehen stürzte die Zahl allerdings von ungefähr 400.000 auf etwa 134.000 Fluggäste ab.

Einen Rückschluss auf die Zahl der Starts und Landungen ermöglicht die Flaute bei den Passagieren aber nur bedingt. So sank die Zahl der Flugbewegungen in Osnabrück nicht um 66 Prozent, wie bei den Passagieren, sondern nur um rund 25 Prozent. Das liege daran, dass der Verkehr mit Privat- und Businessflugzeugen "auf einem durchaus hohen Niveau" geblieben sei, erklärte der Sprecher.

Update, 6. Juli, 7 Uhr: Neue Corona-Regeln treten in Kraft

Wanderer sind in einer Gruppe unterwegs. (Symbolbild)
Wanderer sind in einer Gruppe unterwegs. (Symbolbild)  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Hannover – In Niedersachsen gelten ab Montag erneut einige neue Corona-Regeln. 

So wurde die Teilnehmergrenze für Veranstaltungen von 250 auf 500 Besucher angehoben. Außerdem sind Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball wieder in Mannschaftsstärke möglich - wenn auch nur im Rahmen von Trainingsspielen innerhalb eines Teams. 

Die Zehn-Personen-Regel, nach der maximal zehn Menschen ohne Einhaltung des Mindestabstands zusammen unterwegs sein dürfen, wird auf touristische Schiffsfahrten, Kutschfahrten und Stadtführungen ausgeweitet. 

Am Freitag will die Landesregierung zudem eine komplette Neufassung des Regelwerks vorlegen, das kompakter und leichter verständlich sein soll.

Update, 6. Juli, 6.50 Uhr: Schiffsverkehr im Nord-Ostsee-Kanal eingebrochen

Blick auf die Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal.
Blick auf die Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal.  © Carsten Rehder/dpa

Kiel – Auf dem Nord-Ostsee-Kanal sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie deutlich weniger Schiffe unterwegs. Am größten war der Einbruch im Vorjahresvergleich nach Angaben der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt im Mai mit minus 30,3 Prozent (1730 Schiffe). 

Aber auch im Juni waren zwischen Kiel und Brunsbüttel ein Viertel Schiffe weniger unterwegs als im Juni 2019 (1706 Schiffe, minus 26,6 Prozent). Im April war die Zahl der Schiffe um 25 Prozent auf 1749 gesunken.

Von Januar bis Juni brach der Schiffsverkehr auf der künstlichen Wasserstraße im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15,8 Prozent ein. 12 341 Schiffe befuhren den Kanal in dieser Zeit. Im ersten Halbjahr 2019 waren es noch 14 662 Schiffe. Von Januar bis März hatte es im Vorjahresvergleich bereits einen Rückgang um 4,65 Prozent auf 7156 Schiffe gegeben.

Geringfügig niedriger fiel der Einbruch in den ersten sechs Monaten des Jahres mit minus 14,6 Prozent bei der transportierten Ladung aus. Die Schiffe im Kanal hatten insgesamt knapp 36,5 Millionen Tonnen geladen, im ersten Halbjahr 2019 waren es gut 42,7 Millionen Tonnen gewesen. 

Von Januar bis März hatte es zwar auch einen Rückgang der Ladungsmengen gegeben. Dieser war mit minus 3,58 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aber deutlich geringer ausgefallen.

Der Bund hat bereits reagiert. Er will den Kanal durch Aussetzen der Befahrungsabgaben bis Jahresende stützen. Zur Kompensation der Einnahmeausfälle der Lotsen sollen acht Millionen Euro fließen.

Update, 5. Juli, 16.28 Uhr: Keine Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock – In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit dem Coronavirus am Wochenende nicht erhöht. 

Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle blieb am Sonntag unverändert bei 804, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales mitteilte. Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

775 der Infizierten galten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - am Sonntag als genesen, drei mehr als am Tag zuvor. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 von ihnen auf Intensivstationen.

Update, 5. Juli, 15.55 Uhr: Keine weiteren Corona-Infektionen nach Familienfeier in Kiel

Kiel – Nach der Infektion von sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus bei einer Familienfeier in Kiel hat sich die Zahl der Infizierten bis Sonntag nicht weiter erhöht. 

Es habe über das Wochenende keine Änderung der Infiziertenzahl gegeben, teilte die Stadt am Sonntagnachmittag mit. Die Ergebnisse der 70 Abstriche am Freitag in einer Kieler Kindertageseinrichtung waren demnach allesamt negativ. Damit sind den Angaben zufolge weiterhin insgesamt 13 Kieler infiziert. Die anderen Fälle haben nichts mit der Feier zu tun.

Auf der im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubten Feier im Freien am vergangenen Wochenende hatten sich mindestens sechs Erwachsene und ein Kind angesteckt. Nach Angaben der Stadt arbeiten drei Infizierte der Familienfeier in Einrichtungen der Altenhilfe. Diese sind nicht geschlossen worden. Ein sechs Jahre altes Kind besucht eine Kita im Stadtteil Mettenhof. Dort waren Kinder sowie Eltern und Erzieher am Freitag auf das Virus getestet worden.

In Schleswig-Holstein waren mit Stand Samstagabend 3181 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. 

Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. In Krankenhäusern wurden zuletzt fünf an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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