Coronavirus: Mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch mehrere Monate in Atem halten. Abstand halten, Maskenpflicht, Hygiene-Regeln, Gebote. All das gehört zu unserem Alltag mittlerweile unabdingbar dazu. Die neuesten Informationen dazu >>>>hier.

Update, 6. November, 20.35 Uhr: Paderborns Co-Trainer positiv auf Coronavirus getestet

Co-Trainer Maniyel Nergiz vom SC Paderborn 07 ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das gab der Fußball-Zweitligist am Freitagabend bekannt. Nergiz zeige keine Symptome, werde sich aber "selbstverständlich in häusliche Quarantäne begeben", hieß es in einer Mitteilung. Es war der einzige positive Befund bei den Tests, die am Freitag durchgeführt worden waren.

"Aktuell gibt es keine Anzeichen, dass sich weitere Mitglieder des Trainer- und Funktionsteams oder Spieler angesteckt haben könnten", sagte Geschäftsführer Sport Fabian Wohlgemuth. Die Paderborner müssen am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) beim SV Darmstadt 98 spielen.

Update, 6. November, 20.30 Uhr: Mehr als 60.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat in den vergangenen 24 Stunden mehr als 60.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Das meldeten die französischen Gesundheitsbehörden am Freitagabend. Es handelt sich um einen Höchstwert seit Beginn der groß angelegten Tests. Innerhalb eines Tages sind zudem rund 400 Menschen in Krankenhäusern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Tote in Altenheimen und Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich erhoben.

Die Nachrichtenagentur AFP berichtete unter Berufung auf die nationale Gesundheitsbehörde, dass die Daten zu Neuinfektionen wegen einer technischen Panne in den letzten Tagen nicht vollständig gewesen seien. Es könnte demnach also durchaus noch zu Nachmeldungen kommen - die Zahl der Neuinfektionen dürfte also höher sein. Frankreich mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern hatte zuletzt pro Woche mehr als zwei Millionen Corona-Tests durchgeführt.

Demonstranten liegen bei einem Protest gegen die Schließung von "nicht notwendigen" Geschäften während der Corona-Pandemie auf dem Boden.
Demonstranten liegen bei einem Protest gegen die Schließung von "nicht notwendigen" Geschäften während der Corona-Pandemie auf dem Boden.  © Lionel Bonaventure/AFP/dpa

Update, 6. November, 20.10 Uhr: Gericht lehnt Eilanträge gegen Schließung von Tattoo-Studios ab

Vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg sind mehrere Betreiber von Tattoo-Studios mit dem Versuch gescheitert, gegen die Schließung wegen der Corona-Pandemie vorzugehen. 

Am Donnerstag wiesen die Richter zwei weitere Eilanträge ab, wie ein Gerichtssprecher am Freitag sagte. Bereits am Mittwoch hatten sie den Eilantrag eines Betreibers abgelehnt. Das Oberverwaltungsgericht wies auch die Eilanträge eines Nagel-, eines Kosmetik- sowie eines Massage-Studios zurück. Seit Montag gelten in Brandenburg verschärfte Beschränkungen.

Update, 6. November, 20 Uhr: Lettland ruft erneut Corona-Notstand aus

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus ruft Lettland zum zweiten Mal den Notstand aus. Die Regierung in Riga erklärte am Freitag einen rund einmonatigen Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land vom 9. November bis 6. Dezember. "Wenn wir nicht entschlossen und sofort handeln, besteht die Gefahr, dass wir jegliche Möglichkeit verlieren, die Pandemie zu kontrollieren", sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins.

Gastronomische Betriebe dürfen damit von Montag an nur noch außer Haus verkaufen, Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen ihre Türen weitgehend schließen und Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Bei privaten Veranstaltungen dürfen sich nur noch bis zu 10 Personen versammeln.

Kulturstätten und der Einzelhandel dürfen ihre Arbeit während des Notstands unter teils eingeschränkten Öffnungszeiten fortsetzen. Sie müssen dabei aber sicherstellen, dass für jeden Besucher eine Fläche von 10 Quadratmetern zur Verfügung steht und Abstandsregeln gelten. In Geschäften und an Verkaufsstellen gilt zudem eine Maskenpflicht.

Update, 6. November, 19.40 Uhr: Impfkommission: Corona-Herdenimmunität in 2021 ist unrealistisch

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hat Erwartungen an mögliche Impfungen gegen Corona im kommenden Jahr gedämpft. Er sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag), um eine Herdenimmunität zu erreichen, müssten mindestens 50 bis 60 Millionen Menschen geimpft sein, also rund 60 Prozent der Bevölkerung. 

"Es ist unrealistisch, das im kommenden Jahr zu schaffen." Er ergänzte: "Ich fürchte, dass nicht nur dieser, sondern auch der nächste Winter herausfordernd wird." Die Ständige Impfkommission ist ein Expertengremium, das Empfehlungen zum Impfen in Deutschland gibt.

Update, 6. November, 19.35 Uhr: Italiens Fußball-Nationaltrainer positiv auf Corona getestet

Der Trainer der italienischen Fußball-Nationalmannschaft, Roberto Mancini, ist bei einer regelmäßigen Kontrolle positiv auf das Coronavirus getestet worden. Mancini habe sich in häusliche Quarantäne begeben, teilte der italienische Fußball-Verband (FIGC) am Freitag mit.

Der 55-Jährige habe keine Symptome der Krankheit Covid-19 gezeigt. Der routinemäßige Corona-Test war den Angaben zufolge notwendig, da Italien am kommenden Mittwoch zu Hause im Freundschaftsspiel gegen Estland antritt und am 15. November in der UEFA Nations League gegen Polen spielt. Ob Mancini bei den Spielen dabei sein kann, teilte der Verband nicht mit.

Update, 6. November, 19.30 Uhr: Sanfter Corona-Lockdown in Italien - Widerstand in Roten Zonen

In Italien sorgen die verschärften Corona-Vorschriften für heftige Proteste, obwohl der Teil-Lockdown weniger streng ist als im Frühjahr. Regionalpolitiker von Nord bis Süd forderten am Freitag von der Mitte-Links-Regierung erneut Änderungen bei der Einteilung des Mittelmeerlandes in drei neue Risikozonen.

In vielen Städten traten Taxifahrer in einen mehrstündigen Streik, um unter anderem gegen die nächtliche Ausgangssperre im ganzen Land zu protestieren. Sie haben durch den Einbruch des Tourismus seit der ersten Corona-Welle vom Frühjahr große Einbußen erlitten.

Ministerpräsident Giuseppe Conte verteidigte die Verschärfung, die seit Freitag in Kraft ist. Rom habe im Oktober mehrfach neue Anti-Corona-Regeln erlassen. Darunter waren die Maskenpflicht und die Schließung der Lokale nach 18 Uhr. "Aber das Virus ist ein Zug, der rollt", sagte er bei einer Veranstaltung des "Corriere della Sera".

Für die 60 Millionen Bürger und Bürgerinnen gilt nun eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

Außerdem sind vier Regionen Rote Zonen mit einem Teil-Lockdown, der rund um die Uhr gilt. Betroffen sind im Norden die wirtschaftsstarke Lombardei, das Piemont und das Aostatal sowie Kalabrien im Süden. Insgesamt lebt damit rund ein Viertel der Italiener in den Hochrisikozonen.

Update, 6. November, 19.30 Uhr: Digitale Einreiseanmeldung kommt am 8. November

Wer aus einem ausländischen Corona-Risikogebiet kommt, muss sich ab Sonntag vor der Einreise nach Deutschland online registrieren. Die Seite www.einreiseanmeldung.de soll dann weltweit abrufbar sein, wie die Bundesministerien für Gesundheit und Inneres am Freitag mitteilten. Die neue Seite ersetzt die bisherigen Aussteigekarten in Papierform, die in Flugzeugen ausgegeben wurden.

Die Informationen gehen an die Gesundheitsämter am Zielort des Reisenden. So sollen sie kontrollieren können, ob jemand die Quarantänepflicht einhält. Bund und Länder hatten sich darauf verständigt, dass Reisende aus ausländischen Risikogebieten ohne triftigen Reisegrund zehn Tage lang in Quarantäne gehen müssen, mit Ausnahmen für notwendige Reisen und Pendler. Frühestens am fünften Tag nach der Einreise kann man einen Corona-Test machen - und die Quarantäne vorzeitig beenden, falls der Test negativ ausfällt. Die Umsetzung ist allerdings Ländersache.

Die Daten werden nach offiziellen Angaben verschlüsselt und nur dem zuständigen Gesundheitsamt zugänglich gemacht. 14 Tage nach der Einreise sollen sie automatisch wieder gelöscht werden.

Ein Flugzeug startet einen Tag nach der Eröffnung vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Richtung Malaga.
Ein Flugzeug startet einen Tag nach der Eröffnung vom neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Richtung Malaga.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 6. November, 19 Uhr: Wieder Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Italien

Die täglichen Corona-Neuinfektionen in Italien haben einen neuen Höchstwert erreicht. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden nach Angaben vom Freitag etwas mehr als 37.800 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl der Toten blieb im Vergleich zum Vortag mit 446 in etwa gleich. Insgesamt zählen die Behörden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern damit knapp 862.700 Corona-Fälle. Mehr als 40.500 Infizierte sind nach offiziellen Angaben bislang gestorben.

Seit Freitag versucht die Regierung in Rom, die Infektionen mit neuen Maßnahmen einzudämmen. Für die Bürger und Bürgerinnen gilt etwa eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr morgens. Ausnahmen sind für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen erlaubt. Im ganzen Land sind die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen. Die Bundesregierung stuft ganz Italien wegen des Anstiegs der Infektionszahlen von Sonntag an als Corona-Risikogebiet ein.

Update, 6. November, 18.50 Uhr: Erneut negativer Corona-Test: MotoGP-Pilot Rossi darf starten

 Italiens Motorrad-Star Valentino Rossi darf am Wochenende beim Grand Prix in Valencia starten. Der neunmalige Weltmeister sei am Freitag erneut negativ auf das Coronavirus getestet worden, teilte sein Rennstall Yamaha mit. Tags zuvor war der Test ebenfalls negativ ausgefallen.

Damit hat Rossi wieder Zutritt zum Fahrerlager und kann an den Trainings und Rennen teilnehmen. Der Italiener hatte die letzten beiden Grands Prix in Aragon verpasst, weil er sich auf der Heimreise vom Rennen in Le Mans infiziert hatte. Der 41-Jährige litt unter leichten Symptomen.

Update, 6. November, 18.10 Uhr: Oslo führt strengere Corona-Maßnahmen ein

Valentino Rossi aus Italien kommt auf dem Sepang International Circuit zu den Testfahrten vor dem Großen Preis von Malaysia.
Valentino Rossi aus Italien kommt auf dem Sepang International Circuit zu den Testfahrten vor dem Großen Preis von Malaysia.  © Izzuddin Abd Radzak/BERNAMA/dpa

Die norwegische Hauptstadt Oslo führt von Montag an strengere Maßnahmen ein, die eine weitere Verbreitung des Coronavirus stoppen sollen. Theater, Museen, Trainingsstudios und Schwimmbäder bleiben geschlossen. Private Versammlungen außerhalb der eigenen vier Wände werden verboten.

"Die Infektionsrate ist viel zu hoch", sagte Bürgermeister Raymond Johansen am Freitag. "Wir müssen tun, was wir können, um die Infektionen zu reduzieren." Wenn es gelingen solle, die soziale Aktivität auf ein Minimum zu beschränken, müssten die Orte geschlossen werden, an denen sich Menschen versammelten, so Johansen.

Restaurants und Bars können demnach geöffnet bleiben, dürfen aber keinen Alkohol mehr ausschenken. Im Oktober wurden in Oslo 1885 Neuinfektionen gemeldet. Im frühen Stadium der Pandemie im März waren es noch 1290.  

Update, 6. November, 18.05 Uhr: Slowakei testet Großteil der Bevölkerung ein zweites Mal auf Corona

Die Slowakei setzt an diesem Wochenende ihre landesweiten Corona-Massentests fort. Nach dem Plan der Regierung in Bratislava soll ein großer Teil der 5,5 Millionen Einwohner des Landes ein zweites Mal einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden. Zur Testung aufgerufen sind alle über zehn Jahre alten Bewohner, sowohl Inländer wie auch Ausländer.

Die Teilnahme an der beispiellosen Aktion ist formell freiwillig. Ab Montag fallen aber alle, die kein negatives Testergebnis vorweisen können, unter eine rigorose Ausgangssperre. Nicht einmal der Weg zur Arbeit ist ihnen erlaubt. Über 65 Jahre alten Personen empfiehlt die Regierung, nicht zum Test zu gehen, sondern für die Dauer der Pandemie lieber ganz zu Hause zu bleiben.

Update, 6. November, 18 Uhr: Rund 20.000 Menschen zu "Querdenken"-Demo in Leipzig erwartet

Rund 20.000 Menschen werden am Samstag in Leipzig zu einer Demonstration der Initiative "Querdenken" gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen erwartet. Zahlreiche Gegendemonstrationen sind angemeldet. Insgesamt sind für den Tag in der sächsischen Großstadt 27 Demonstrationen, Versammlungen und Kundgebungen angekündigt.

Die Polizei bereitet sich nach eigenen Angaben auf einen "sehr intensiven Einsatz vor, weil auf allen Seiten ein gewisses Radikalisierungspotenzial erkennbar ist". Unterstützt wird sie von der sächsischen Bereitschaftspolizei, von Einsatzkräften aus acht Bundesländern sowie der Bundespolizei und dem Landeskriminalamt unterstützt. Zudem werden Hubschrauber das Geschehen aus der Luft überwachen. Die Stadt empfahl den Bewohnern, wegen der zahlreichen Demo-Teilnehmer am Samstag die Innenstadt zu meiden.

Die Demo der Stuttgarter Initiative "Querdenken" war von der Versammlungsbehörde auf die Parkflächen der Neuen Messe verlegt worden. Ein geplanter Aufzug durch Teile der Innenstadt wurde untersagt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte die Demonstration mit der erwarteten Anzahl an Teilnehmern als "unkalkulierbares Risiko" bezeichnet.

Ein Teilnehmer der Demonstration hält ein Schild mit einem Coronavirus-Symbol auf dem "1.Welle, 2. Welle, Dauerwelle, Achtung Demowelle" steht.
Ein Teilnehmer der Demonstration hält ein Schild mit einem Coronavirus-Symbol auf dem "1.Welle, 2. Welle, Dauerwelle, Achtung Demowelle" steht.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 6. November, 17.50 Uhr: Merz warnt vor schwieriger Haushaltssituation wegen Corona-Pandemie

CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat vor einer angespannten Finanzlage für Bund, Länder und Kommunen als Folge der Corona-Pandemie gewarnt. "Wir werden uns auf ganz harte, schwierige Jahre einzustellen haben" - jedenfalls dann, wenn man am Ziel festhalte, zu ausgeglichenen Haushalten zurückzukehren, sagte der ehemalige Unionsfraktionschef am Freitag bei einem virtuellen Kongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU.

"Wir werden eine enorme Strapazierung der öffentlichen Haushalte auf beiden Seiten sehen. Explodierende Ausgaben und wegbrechende Einnahmen", sagte Merz voraus. Das werde Deutschland auf allen staatlichen Ebenen für Jahre beschäftigen. Niemand könne sagen, was zudem an Steuerausfällen und Ausfällen in den Sozialversicherungssystemen drohe. Der Bund und auch jene Länder, in denen dies vorgesehen sei, sollten so schnell wie möglich zur Schuldenbremse zurückkehren. Dies werde 2021 ziemlich sicher noch nicht gehen, dann aber doch von 2022 an.

Merz regte angesichts der in der Pandemie wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen an, grundsätzlich über das Thema Kommunalfinanzen zu diskutieren. "Wie schaffen wir es, stabile kommunale Finanzen nach Corona zu gewährleisten, die nicht ständig von Zuweisungen abhängig seien." 

Update, 6. November, 17.05 Uhr: Bundesregierung stuft ganz Italien als Risikogebiet ein

Wegen dramatisch steigender Infektionszahlen hat die Bundesregierung ganz Italien ab Sonntag als Corona-Risikogebiet eingestuft. 

Zudem wurden am Freitag das gesamte portugiesische Festland, fast ganz Schweden und Dänemark mit Ausnahme der Inseln Grönland und Färöer auf die vom Robert Koch-Institut geführte Risikoliste gesetzt.

Update, 6. November, 16.55 Uhr: Auch Litauen führt Corona-Warn-App ein

Litauen hat eine eigene Smartphone-App zur besseren Nachverfolgung von Corona-Infektionen eingeführt. Die Anwendung namens "Korona Stop LT" steht seit Freitag zum Download bereit, wie die Regierung in Vilnius mitteilte. Damit sollen in dem baltischen EU-Land Nutzer frühzeitig gewarnt werden, wenn sie sich in der Nähe von Menschen befunden haben, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Die App ist zunächst auf Litauisch und von kommender Woche an auch auf Englisch, Russisch und Polnisch verfügbar. Die Nutzung ist freiwillig. Aus Privatsphären- und Datenschutzgründen werden die Daten zu den Kontakten nicht zentral erfasst. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde in Vilnius wurde die App am ersten Tag bereits mehr als 10.000 Mal heruntergeladen. 

Update, 6. November, 16.55 Uhr: Handel mit gefälschten Corona-Tests: Festnahmen in Frankreich

Wegen des Handels mit gefälschten Corona-Tests sind in Frankreich sieben Personen vorläufig festgenommen worden. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, sollen die Festgenommenen gefälschte negative Testergebnisse am Flughafen Charles de Gaulle im Nordosten von Paris an Reisende verkauft haben. Für einen gefälschten Test sollen sie dabei zwischen 150 und 300 Euro einkassiert haben. Ermittler fanden auf ihren Handys mehr als 200 gefälschte Testergebnisse.

Wegen der Corona-Pandemie ist die Einreise in manche Länder teils nur mit negativem Corona-Test möglich gewesen. Seit September hatte es in dem Fall Untersuchungen der Grenzpolizei gegeben, nachdem ein Fluggast in Richtung der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mit einem gefälschten negativen Corona-Test erwischt worden war. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin bedankte sich nach der Festnahme bei den Beamten auf Twitter. Im März soll es zum Prozess gegen die vermuteten Fälscher kommen. Den sechs Männern und der Frau im Alter von 29 bis 52 Jahren drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe bis zu 375.000 Euro.

Update, 6. November, 16.45 Uhr: Erneut französische Corona-Patienten nach Deutschland verlegt

Erneut sind Covid-19-Patienten aus der französischen Grenzregion Grand Est nach Deutschland verlegt worden. Wie das Regionalkrankenhaus Metz-Thionville mitteilte, wurden am Donnerstag und Freitag Patienten im kritischen Zustand nach Saarbrücken und Völklingen im Saarland gebracht. Man wolle damit einer kompletten Auslastung der intensivmedizinischen Abteilungen zuvorkommen.

Der französische Abgeordnete Christophe Arend schrieb auf Twitter von insgesamt acht verlegten Patienten. Wie ein Sprecher des französischen Krankenhauses sagte, handle es sich dabei um die ersten Verlegungen aus der Region Grand Est ins Ausland seit Beginn der zweiten Corona-Welle in Frankreich.

Eine Krankenschwester in Schutzkleidung untersucht einen coronainfizierten Patienten in der Intensivstation des Joseph-Imbert-Krankenhauses.
Eine Krankenschwester in Schutzkleidung untersucht einen coronainfizierten Patienten in der Intensivstation des Joseph-Imbert-Krankenhauses.  © Daniel Cole/AP/dpa

Update, 6. November, 16.45 Uhr: Kinderturntag in Corona-Zeiten: Vereine laden zum Online-Turnen ein

Zum vierten Mal hat der Deutsche Turner-Bund (DTB) zum Tag des Kinderturnens eingeladen - diesmal wegen der bundesweit weitgehend geschlossenen Sporthallen nur online. "Wir möchten damit ein Zeichen setzen und den Kindern und deren Eltern signalisieren, dass wir weiterhin für sie da sind", sagte DTB-Präsident Alfons Hölzl am Freitag in einer Video-Pressekonferenz.

Gleichzeitig dankte Hölzl den vielen ehrenamtlichen Funktionsträgern und Übungsleitern "für ihr außerordentliches Engagement, ohne das wir diese schwierige Zeit nicht so gut überstanden hätten und hoffentlich auch werden".

Update, 6. November, 16.40 Uhr: Laschet: Zu früh für Bilanz zum Teil-Corona-Lockdown

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich zurückhaltend zur Frage geäußert, ob die seit Montag geltenden strikten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie wirken. Zwar verlangsame sich derzeit manche Zahl im Zusammenhang mit den Corona-Infektionen, "aber es ist zu früh für eine Endbilanz", sagte Laschet am Freitag bei einem virtuellen Kongress der Kommunalpolitischen Vereinigung von CDU und CSU. "Wir haben die große Hoffnung, dass wir die Welle brechen können." Man könne dies aber im Moment noch nicht so richtig absehen.

Ziel müsse es sein, auf Dauer mit dem Virus zu leben, erklärte Laschet. "Wir können nicht auf Dauer alle Lebensbereiche auf Null fahren und alles nur mit staatlichem Geld kompensieren." Es müsse ein Weg gefunden werden, wie das gesellschaftliche Leben aufrecht erhalten werden könne und zugleich das Gesundheitssystem so ausgestattet werde, dass man für den Krisenfall vorbereitet sei.

Armin Laschet (CDU, l), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Herbert Reul (CDU, r) , Innenminister von Nordrhein-Westfalen.
Armin Laschet (CDU, l), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Herbert Reul (CDU, r) , Innenminister von Nordrhein-Westfalen.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 6. November, 16.30 Uhr: 97-Jährige nach Covid-19-Erkrankung aus Berliner Klinik entlassen

Eine 97 Jahre alte Patientin mit mehreren Vorerkrankungen ist nach einer Covid-19-Erkrankung geheilt aus einer Berliner Klinik entlassen worden. Die Frau aus dem brandenburgischen Bernau durfte nach zehntägiger Behandlung und einem schließlich negativen Corona-Test am Donnerstag nach Hause, wie eine Sprecherin des Helios-Klinikums Berlin-Buch am Freitag sagte.

Die Seniorin wurde laut Klinikmitteilung als zu der Zeit älteste Covid-19-Patientin im Haus wegen einer Lungenentzündung mit Sauerstoffgaben behandelt, auf einer Intensivstation war sie nicht. Zunächst sei die 97-Jährige mit Verdacht auf einen Schlaganfall eingeliefert worden, es sei ihr insgesamt nicht so gut gegangen, hieß es. Mit Computertomographie (CT) entdeckten die Ärzte demnach Hinweise auf eine Lungenentzündung, ein Corona-Test fiel dann positiv aus.

Das Klinikum zitierte die 97-Jährige mit den Worten, sie freue sich auf ihr Zuhause und ihre Familie. "Aber eigentlich ist es auch schade, dass ich schon gehen muss." Allein im Zimmer sein zu müssen, habe sie nicht gestört.

Update, 6. November, 16.30 Uhr: DFB intensiviert Corona-Schutz für seine Nationalspieler

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) intensiviert noch einmal seine Corona-Maßnahmen zum Schutz der Nationalspieler bei den anstehenden Länderspielen. Zentrale Vorkehrungen sind nach Verbandsangaben vom Freitag eine engmaschige Testung der Mannschaft, der Sportlichen Leitung um Bundestrainer Joachim Löw sowie des Betreuerstabes. Zudem soll der DFB-Tross während der gesamten Länderspielphase mit den Partien in Leipzig gegen Tschechien und die Ukraine sowie zum Abschluss auswärts gegen Spanien isoliert werden.

Im Vergleich zu den Partien im Oktober werde die Zahl der Testungen nochmals erhöht. Besondere Vorgaben gibt es laut DFB für den kurzen Trip nach Sevilla. Spanien weist das Auswärtige Amt unverändert als Risikogebiet aus. Daher sei sowohl unmittelbar vor dem Abflug eine Testung vorgesehen als auch unmittelbar nach der Landung in Sevilla. So soll sichergestellt werden, dass alle Beteiligten die 48-Stunden-Frist wahren und sich bei negativen Testergebnissen nach der Rückkehr nach Deutschland nicht in Quarantäne begeben müssen.

Um Kontakte mit Personen außerhalb des DFB-Trosses so weit wie möglich zu reduzieren, wird die Mannschaft im Charterflieger am 16. November von Leipzig nach Sevilla reisen. Die Rückreise nach dem Spiel erfolgt ebenfalls in einem Sonderflieger, der via München nach Düsseldorf fliegen wird. Damit sollen die Reisewege der Profis und der Betreuer zu ihren Heimatvereinen größtenteils verkürzt werden.

Update, 6. November, 16 Uhr: Huml: Schnelltests in Bayern für alle Kreise und kreisfreien Städte

Die bayerische Staatsregierung will sämtliche 96 Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns mit Corona-Schnelltests beliefern. Bislang sind 464.000 Schnelltests an 67 Kommunen verteilt worden, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag mitteilte. Insgesamt hat die Staatsregierung demnach 10,5 Millionen der sogenannten Antigen-Schnelltests geordert, gedacht als Reserve bei hoher Nachfrage.

Antigen-Schnelltests liefern innerhalb von 15 bis 20 Minuten ein Ergebnis, diese sind ausschließlich zur Verwendung in Arztpraxen, Krankenhäusern und Altenheimen vorgesehen, nicht für Privateinkäufe. Anders als die Labortests weisen die Antigen-Schnelltests nicht den Erreger als solchen nach, sondern bestimmte Proteine, die an das Virus gebunden sind. Mehrere Pharmahersteller bieten Schnellteststreifen an, die ähnlich aussehen wie handelsübliche Schwangerschaftstests und auch ähnlich funktionieren: Bei positiver Probe verfärbt sich der Teststreifen.

Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus in einem Pflegeheim in den Händen.
Ein Mann hält einen Schnelltest zur Erkennung des Coronavirus in einem Pflegeheim in den Händen.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 6. November, 14.45 Uhr: Gericht: Gemeinde darf Eltern wegen Corona von Trauung ausschließen

Eine Gemeinde darf nach einem Gerichtsbeschluss zum Schutz vor dem Coronavirus Eltern und Trauzeugen von einer Trauung ausschließen. Das Hausrecht der Gemeinde decke einen solchen Ausschluss von Personen, die für die Eheschließung nicht erforderlich seien, entschied das Verwaltungsgericht Schleswig am Freitag. Die Richter lehnten es ab, die Gemeinde Rellingen im Landkreis Pinneberg zu verpflichten, Eltern und Trauzeugen eines Brautpaars die Teilnahme an einer Trauung im dortigen Standesamt zu ermöglichen (Az.: 3 B 132/20).

Die Gemeinde habe den mit dem Schutz vor Ansteckungen mit dem Coronavirus begründeten Ausschluss ihr bestehendes weites Ermessen nicht fehlerhaft ausgeübt, befand das Verwaltungsgericht. Die örtlichen Standesbeamten hätten in Abstimmung mit dem Bürgermeister entschieden, zu Eheschließungen im November nur noch den dafür gesetzlich notwendigen Personenkreis zuzulassen. Dies diene der Kontaktreduzierung. Das Gericht kam zu dem Ergebnis, diese Praxis sei nicht zu beanstanden. Das Hausrecht der Gemeinde umfasse insbesondere Maßnahmen, um die Sicherheit der Mitarbeiter und Besucher zu gewährleisten.

Update, 6. November, 14.20 Uhr: NRW-Ministerin warnt Kultur vor Öffnungsforderungen

Nordrhein-Westfalens Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) hat an die Kulturbranche appelliert, die harten Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Krise mitzutragen. "Die Kultur muss aufpassen, dass sie nicht immer eine Extrawurst brät", sagte die Ministerin am Freitag im Kulturausschuss des Landtags. 

Die Szene solle sich "nicht zu sehr aus dem gesellschaftlichen Konsens herausbewegen". Denn das könne der Kultur dauerhaft schaden. Pfeiffer-Poensgen reagierte damit auf Kritik aus der Szene, dass etwa Theater und Museen trotz strenger Hygiene-Konzepte ebenso im November schließen mussten wie auch Gastronomie und Freizeiteinrichtungen.

"Wir wissen alle, dass es schrecklich ist", sagte Pfeiffer-Poensgen. "Aber wir haben diese wahnsinnigen Infektionszahlen." Sie verwies auf die vom Bund beschlossenen zusätzlichen November-Überbrückungshilfen, die auch für Kulturbetriebe und Soloselbstständige gelten. Diese würden von Landesseite ergänzt.

Update, 6. November, 14.20 Uhr: WHO zu Nerz-Coronavirus in Dänemark: kein Hinweis auf erhöhtes Risiko

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht derzeit noch keine Hinweise auf erhöhte Risiken bei der in Dänemark von Nerzen übertragenen Variante des Coronavirus. 

Es habe bereits zahlreiche Mutationen von Sars-CoV-2 gegeben, sagte WHO-Chef-Wissenschaftlerin Soumya Swaminathan am Freitag in Genf. "Es ist zu früh dafür, voreilige Schlüsse zu ziehen, welche Folgen diese neue Mutation für die Übertragung, Schwere der Erkrankung, klinische Symptome, Immunantwort oder mögliche Impfstoff-Wirkung hat."

Der WHO seien bislang weltweit über 170.000 Gensequenzen des Virus bekannt, sagte Swaminathan. Ein Stab von Wissenschaftlers werte die Veränderungen des Erregers seit Beginn der Pandemie ständig aus.

Eine erste Risikobewertung der WHO zur Situation in Dänemark sei in Arbeit, im Laufe des Freitags wolle man mit den Mitgliedsstaaten kommunizieren, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. "Die Belege, die wir haben, weisen nicht darauf hin, dass diese Variante sich in irgendeiner Form anders verhält", so Ryan. Er betonte aber auch, es sei wichtig, der Übertragung durch Sicherheitsmaßnahmen in Tierbetrieben vorzusorgen.

In Dänemark haben sich laut Gesundheitsbehörden seit Juni mindestens 214 Menschen mit der ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Variante des Coronavirus infiziert. Die dänische Regierung hatte am Mittwoch angeordnet, dass alle Nerze im Land getötet werden sollen.

Update, 6. November, 14.15 Uhr: Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna positiv auf Coronavirus getestet

Zeitfahr-Weltmeister Filippo Ganna ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Dies teilte der italienische Radsportverband wenige Tage vor der Bahnrad-EM in Plowdiw in Bulgarien (11. bis 15. November) mit. Ganna, der in diesem Jahr in Imola das WM-Einzelzeitfahren und später auch beim Giro d'Italia vier Etappen gewann, wird damit bei den Titelkämpfen in Bulgarien nicht mit von der Partie sein. Er ist vom Trainingslager seines Teams nach Hause gereist und befindet sich nun in Quarantäne. 

Der 24-Jährige hatte sich in dieser Woche unwohl gefühlt und daraufhin einen Corona-Test machen lassen. Dieser fiel nun positiv aus.

Update, 6. November, 14.10 Uhr: Strobl will Quarantäneverweigerer in Klinik einweisen lassen

Baden-Württembergs Innenminister und CDU-Bundesvize Thomas Strobl will Quarantäneverweigerer zwangsweise in ein geschlossenes Krankenhaus einweisen lassen. 

Seit Mai werde im Ministerium diskutiert, ob Quarantäneverweigerer «vorübergehend zwangsweise untergebracht werden können», schreibt Strobl in einem Schreiben an den baden-württembergischen Sozialminister Manfred Lucha und Ministerpräsident Winfried Kretschmann (beide Grüne), das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Das Innenministerium sieht den Bedarf für ein solches geschlossenes Krankenhaus." Zunächst hatten "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" darüber berichtet. Die Ortspolizeibehörden sollten bereits nach dem ersten bekannten Quarantäne-Verstoß sofort das gerichtliche Verfahren zur "zwangsweisen Absonderung in einem geschlossenen Krankenhaus einleiten", fordert Strobl.

Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews.
Thomas Strobl (CDU), Minister für Inneres, Digitalisierung und Migration von Baden-Württemberg, spricht während eines Interviews.  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 6. November, 13.58 Uhr: Litauen mit Höchststand bei Corona-Neuinfektionen

In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen am Freitag mit 1656 Fällen binnen 24 Stunden einen Höchststand erreicht. Damit habe es seit Beginn der Pandemie im Frühjahr mehr als 20.000 erfasste Fälle in dem baltischen EU-Land gegeben, teilte die Gesundheitsbehörde in Vilnius mit. In dem Ostseestaat starben nach offiziellen Daten bislang 192 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

Litauen mit seinen knapp drei Millionen Einwohnern war von der ersten Corona-Welle im Frühjahr nur wenig betroffen, verzeichnete aber im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsraten. Seit Anfang Oktober gibt es ständig Rekordwerte. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Angesichts der steigenden Neuinfektionen schickt die Regierung in Vilnius das gesamte Land von Samstag an für zunächst drei Wochen in einen Teil-Lockdown.

Bedingt sind steigenden Corona-Zahlen teils auch durch mehr Tests. Nach Angaben der zuständigen staatlichen Behörde seien die Labors in Litauen an ihren Kapazitätsgrenzen angelangt. Sowohl die Ausrüstung als auch die Humanressourcen seien voll ausgelastet, sagte eine Vertreterin der Behörde am Freitag im litauischen Radio. Noch aber kämen die Labors mit dem Auswerten von Corona-Tests hinterher.

Update, 6. November, 13.30 Uhr: Mehr als 20.000 neue Coronafälle in Russland an einem Tag

In Russland sind erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus an einem Tag registriert worden. Damit habe es seit Beginn der Pandemie im Frühjahr mehr als 1,7 Millionen erfasste Fälle gegeben, teilten die Behörden am Freitag in Moskau mit. Seit Anfang Oktober gibt es in dem flächenmäßig größten Land der Erde beinahe täglich neue Höchstwerte.

Zum Vergleich: In Deutschland meldeten die Gesundheitsämter am Freitag mehr als 21.500 neue Infektionen binnen 24 Stunden. In Russland mit seinen 144 Millionen Einwohnern waren es 20 580. In dem Land starben nach offiziellen Daten bislang etwa 29.900 Menschen, mehr als 1,2 Millionen gelten als genesen. Experten rechnen bei den Infektionen in Russland allerdings mit einer hohen Dunkelziffer.

Am stärksten betroffen ist derzeit Europas größte Metropole Moskau. In der Hauptstadt wurden am Freitag 6000 Neuinfektionen bekannt. Groß ist die Sorge bei den Menschen, dass es einen Lockdown wie im Frühjahr geben könnte. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, angesichts weiter steigender Zahlen würden "zusätzliche Maßnahmen" ergriffen. Eine Quarantäne sei aber nicht geplant.

In Russland gilt eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes etwa in öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. In Moskau muss ein Drittel der Beschäftigten im Homeoffice arbeiten. Auch Schüler höherer Klassenstufen müssen zu Hause lernen. In einigen Regionen gibt es bereits Berichte über überfüllte Krankenhäuser.

Wladimir Putin, Präsident von Russland.
Wladimir Putin, Präsident von Russland.  © Alexei Nikolsky/POOL SPUTNIK KREMLIN/AP/dpa

Update, 6. November, 13.15 Uhr: Borussia Dortmund wegen Corona-Krise mit hohem Quartalsverlust

Der Fußballverein Borussia Dortmund hat wegen der Corona-Krise im ersten Geschäftsquartal (Ende September) unter dem Strich einen hohen Verlust verbucht. 

Der Fehlbetrag lag bei 35,8 Millionen Euro, wie der im Nebenwerteindex SDax notierte BVB am Freitag in Dortmund bei der Vorlage vorläufiger Zahlen mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte Borussia Dortmund beim Konzernergebnis noch ein minimales Plus erzielt.

Die Dortmunder verwiesen darauf, dass es im Zusammenhang mit der Pandemie zu deutlich späteren Starts der sportlichen Wettbewerbe gekommen sei. Zudem komme es im Zusammenhang mit Covid-19 zu einer Umstellung der Ausschüttung der TV-Entgelte der Bundesliga und daher im Vergleich zum Vorjahresquartal zu wesentlichen Erlös-Verschiebungen in die folgenden Quartale des Geschäftsjahres. Auch die fortwährenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens wegen Corona belasteten.

Im ersten Quartal sackte auch der Umsatz um rund die Hälfte auf 56,5 Millionen Euro, das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) lag bei minus 9,3 Millionen Euro nach plus 25 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Für das laufende zweite Jahresviertel rechnet Borussia Dortmund derzeit mit einem nahezu ausgeglichenen Quartalsergebnis. Eine konkrete Ergebnisprognose für das Geschäftsjahr 2020/2021 sei hingegen wegen der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Krise derzeit noch nicht möglich.

Seine vollständigen Zahlen will der BVB am 13. November veröffentlichen.

Die Dortmunder Thomas Meunier und Erling Braut Haaland (r).
Die Dortmunder Thomas Meunier und Erling Braut Haaland (r).  © Jasper Jacobs/BELGA/dpa

Update, 6. November, 12.50 Uhr: Boxweltmeister Charr spendet 200 000 Masken

Boxweltmeister Mahmoud Charr spendet der Stadt Köln 200.000 Mund-Nase-Masken. Das teilte das Boxunternehmen des Hamburger Promoters Erol Ceylan am Freitag mit. Ceylan beteiligt sich an der Aktion ebenso wie Charrs Berater Marco Schmidt. 

"Wir möchten unsere Unterstützung zur Eindämmung der Pandemie leisten. Das Erste, was dazu gehört, sind funktionierende Masken", sagte Schmidt.

Der in Köln lebende Syrer Charr wird immer noch als regulärer Schwergewichtsweltmeister der WBA geführt, obwohl er seit dem Titelgewinn im November 2017 nicht mehr im Ring stand. Grund sind juristische und organisatorische Probleme. "Dass ein Weltmeister so lange inaktiv ist, hat es in der Geschichte der WBA wohl noch nie gegeben", sagte Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB).

Sogenannter Superweltmeister der WBA im Schwergewicht ist der Brite Anthony Joshua, der zudem die Titel von IBF und WBO hält. WBC-Champion ist dessen Landsmann Tyson Fury.

Update, 6. November, 12.43 Uhr: Flick will Nationalspieler trotz Corona-Problematik reisen lassen

Trainer Hansi Flick möchte den beim FC Bayern München angestellten Fußball-Nationalspielern Reisen zu ihren Auswahlteams auch in Corona-Zeiten möglichst nicht verwehren. 

"Wir stehen der Sache offen und positiv gegenüber, weil jeder einzelne Spieler gerne zu seiner Nationalmannschaft geht und gerne für sein Land spielt", sagte der frühere Assistent von Bundestrainer Joachim Löw bei der DFB-Auswahl am Freitag in München mit Blick auf die nach dem Wochenende anstehende letzte Länderspielphase in diesem Jahr.

"Aktuell sieht es so aus, dass alle zu ihren Nationalmannschaften gehen werden", kündigte Flick an. "Wir sammeln aktuell Informationen und wägen ab", ergänzte der Bayern-Coach und nannte als Beispiel den Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting. Der 31-Jährige Nationalspieler aus Kamerun habe eine Einladung seines Verbandes vorliegen. 

"Da müssen wir noch mal gucken, wie alles geregelt ist und müssen uns das Go von den zuständigen Behörden geben lassen", bemerkte Flick.

Update, 6. November, 12.27 Uhr: Drittes Basketball-Spiel verlegt - Chemnitz in Quarantäne

In der Basketball Bundesliga ist zum Saisonstart bereits das dritte Spiel wegen der Coronavirus-Pandemie verlegt worden. Die Partie der Niners Chemnitz gegen die Hakro Merlins Crailsheim kann nicht wie geplant an diesem Samstag stattfinden, wie die Basketball Bundesliga (BBL) am Freitag bekanntgab. Die Niners müssen auf Anordnung des Gesundheitsamtes Chemnitz in Quarantäne.

Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Spieler der Chemnitzer bei den regelmäßig vorgeschriebenen Corona-Tests positiv waren und in Quarantäne gegangen waren, schickte das Gesundheitsamt am Freitag trotz mehrerer negativer Tests der übrigen Mannschaft das gesamte Team in Isolation. Noch Anfang der Woche hatte der Aufsteiger erklärt, dass trotz mehrerer Corona-Fälle im Kader und Betreuerstab der Saisonauftakt nicht gefährdet sei.

Zuvor waren bereits die Partien zwischen medi Bayreuth und den Telekom Baskets Bonn sowie zwischen den Gießen 46ers und Syntainics Mitteldeutscher BC wegen positiver Corona-Tests verlegt werden.

Update, 6. November, 12.19 Uhr: Katholische Bischöfe: Jeder sollte sich impfen lassen

Die Deutsche Bischofskonferenz sieht eine moralische Verpflichtung, sich impfen zu lassen, wenn ein Corona-Impfstoff verfügbar sein sollte. 

"Auch wenn die Impfung grundsätzlich freiwillig sein sollte, kann kein Zweifel daran bestehen, dass wir uns als Christen für ein solidarisches Miteinander einsetzen, in dem sich jeder Einzelne seiner Verpflichtung für den Schutz besonders vulnerabler Personen bewusst sein sollte", teilten die katholischen Bischöfe am Freitag in Bonn mit. "Die Bereitschaft zur eigenen Impfung ist konkreter Ausdruck dieser Solidarität."

Personen aus den Risikogruppen müssten als erstes geimpft werden, heißt es in der von Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, formulierten Erklärung. Auch Menschen wie Polizisten oder Pfleger, die beruflich häufig mit infizierten Personen in Kontakt kämen, sollten bei der Verteilung der Impfdosen vorrangig berücksichtigt werden.

Gleichzeitig bestehe die Verpflichtung, geeignete Impfstoffe weltweit zu vertretbaren Preisen zur Verfügung zu stellen. «Nationale Egoismen bei der Verteilung der Impfdosen sind hier ebenso kontraproduktiv wie Versuche der Hersteller, einen möglichst hohen Verkaufspreis durchzusetzen. Dies gilt umso mehr, als erhebliche öffentliche Mittel in die Entwicklung der Impfstoffe investiert worden sind.» Über mögliche Nebenwirkungen der Impfstoffe müsse offen informiert werden. 

"Niemand darf leichtfertig gefährdet werden", mahnte Fürst.

Ein Mann lässt sich gegen Grippe impfen.
Ein Mann lässt sich gegen Grippe impfen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 6. November, 12.05 Uhr: Zwei Minuten Stille - Prominente Musiker zeigen Flagge

"Ohne Kunst & Kultur wird's still": Prominente Musiker und Musikerinnen machen sich unter diesem Motto für ihre in der Corona-Pandemie leidende Branche stark. Am Freitag stellten sie als symbolisches Zeichen zwei Minuten Stille als Single ins Netz - zu verfolgen etwa auf den Spotify-Kanälen von Anne-Sophie Mutter, Sarah Connor, Nico Santos, Howard Carpendale und Wincent Weiss.

Die Aktion soll ein Bewusstsein für die Kunst- und Kulturszene schaffen, die aktuell fast komplett zum Stillstand gekommen ist, wie die Plattenfirma Universal erklärte. "Die Krise bedroht tausende Existenzen, Selbstständige und Firmen und die kulturelle Vielfalt im Land."

Während des Teil-Lockdowns in Deutschland sind Auftritte Kulturschaffender bis Ende November untersagt worden, der Konzertbetrieb ist in einer Zwangspause. Seitdem regt sich in der Szene viel Kritik. Orchester hatten beispielsweise mit 20 Minuten in Stille gegen ihre Schließung protestiert.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hatte am Mittwochabend mit den neuen Corona-Hilfen Unterstützung für Soloselbstständige auch aus der Kulturszene angekündigt. Direkt betroffene Soloselbstständige können 75 Prozent ihres Umsatzes aus einem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ansetzen. Andere staatliche Leistungen werden gegebenenfalls angerechnet.

Update, 6. November, 11.54 Uhr: Mehr Gewalt an Babys während Corona-Pandemie in England

In der Corona-Krise ist die Zahl vorsätzlich verletzter oder getöteter Babys in England offiziellen Statistiken zufolge um 20 Prozent gestiegen. 

Demnach wurden zwischen April und Oktober 64 Fälle bekannt, bei denen Kinder unter einem Jahr absichtlich verletzt worden waren - acht starben. Die starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei auf eine "toxische Mischung" von Isolation, Armut und psychischen Leiden zurückzuführen, teilte Amanda Spielman von der unabhängigen Behörde Ofsted am Freitag mit.

Die Pandemie bringe viel Stress mit sich, sagte Spielman anlässlich einer Konferenz. "Finanzielle Probleme, Arbeitslosigkeit, Isolation und die enge Nähe haben Familien, die bereits Probleme hatten, zusätzlich unter Druck gesetzt." Sozialarbeiter konnten während des ersten Lockdowns nicht regelmäßig die Betroffenen besuchen.

Auch die Zahl vermeidbarer Tragödien hat laut Spielman zugenommen: So hätten betrunkene Eltern ihre Babys direkt neben sich auf dem Sofa oder im Bett gelegt und im Schlaf erdrückt. Die Expertin forderte: Sozialarbeiter, Hebammen, Hausärzte und andere Experten müssten in der Corona-Krise stärker zusammenarbeiten, um Familien mit Problemen zu unterstützen und kleine Kinder so besser zu schützen.

Ofsted (Office for Standards in Education) berichtet direkt dem Parlament und ist unter anderem auch für Schulinspektionen zuständig.

Update, 6. November, 11.31 Uhr: Über 200 Menschen mit von Nerzen stammender Corona-Variante infiziert

In Dänemark haben sich seit Juni mindestens 214 Menschen mit einer ursprünglich bei Nerzen aufgetretenen Variante des Coronavirus infiziert. Das teilte das dänische Gesundheitsinstitut SSI am Freitag mit. 200 der Fälle wurden in der Region Nordjütland nachgewiesen. In dieser Region befinden sich besonders viele Nerzfarmen. Landesweit wurde Sars-CoV-2 bereits in 216 Zuchtanlagen gefunden.

Die dänische Regierung hatte am Mittwoch angeordnet, dass alle Nerze im Land - etwa 15 bis 17 Millionen Tiere - getötet werden sollen. Das sogenannte Cluster-5-Virus sei von den Tieren auf Menschen übertragbar, so das SSI. Es sei zwar wohl nicht gefährlicher, aber es bestehe das Risiko, dass die derzeit entwickelten Impfstoffe weniger gut gegen diese Variante wirken.

Die fortgesetzte Nerzzucht stelle während einer anhaltenden Corona-Pandemie ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit dar, warnte das Gesundheitsinstitut. Eine hohe Anzahl von Nerzfarmen habe mehr Infektionen beim Menschen zur Folge und eine hohe Zahl infizierter Nerze erhöhe das Risiko für Virusmutationen, gegen die die derzeit entwickelten Impfstoffe eventuell nicht schützten.

In sieben Regionen in Nordjütland sind die Menschen nun aufgefordert, in ihren Kommunen zu bleiben. Der öffentliche Nahverkehr wird ab Montag eingestellt. Restaurants, Schwimmbäder und Fitnessstudios müssen schließen. Betroffen von den Beschränkungen sind die Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø.

Nerze stehen ihren Käfigen in einem Bauernhof in Gjoel in Nordjütland.
Nerze stehen ihren Käfigen in einem Bauernhof in Gjoel in Nordjütland.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Update, 6. November, 11.30 Uhr: Haseloff: Corona-Hilfen für Shutdown-Betroffene zeitlich begrenzt

Die Corona-Hilfen für Betroffene des Teil-Shutdowns können laut Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) nach November nicht unbegrenzt weiterlaufen. 

Da gebe es Grenzen im Haushalt, sagte er am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". "Wir müssen dann sicherlich auch konzeptionell nochmal nachdenken, ob durch Teil-Shutdowns überhaupt die Effekte erzielt werden." Auch andere Maßnahmen zur Senkung der Infektionszahlen müssten überprüft werden, sagte der neue Bundesratspräsident.

Mit Blick auf die zugesagten Hilfen sagte er: "Wir sind auf jeden Fall alle der Meinung, es muss das Versprechen eingehalten werden, dass im November das Geld auch fließt." Auch mit Blick auf den unklaren weiteren Verlauf der Pandemie und etwaige Maßnahmen zur Eindämmung dürfe man jetzt nicht das Vertrauen enttäuschen.

Die Bundesregierung hatte milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen beschlossen, die wegen des Teil-Shutdowns im November ihre Geschäfte dicht machen oder erhebliche Umsatzeinbußen erdulden müssen.

Update, 6. November, 11.15 Uhr: Kramp-Karrenbauer verbringt Corona-Quarantäne im Ministerium

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) verbringt ihre bis zum Wochenende vorsorglich angetretene Corona-Quarantäne im Büro. Die Ministerin nutze dafür ein Seitenzimmer für die Übernachtung und steuere ihr Ressort weiter vom nun isolierten Arbeitsplatz, berichtet der "Spiegel".

Ein Sprecher des Ministeriums sagte dazu am Freitag, Kramp-Karrenbauer wohne - wie ihre Vorgängerin Ursula von der Leyen - während der Zeit in Berlin im Ministerium. Sie sei in Berlin über einen Kontakt zu einem Infizierten informiert worden und habe deswegen auf eine Heimfahrt nach Saarbrücken verzichtet. Der Zeitschrift "Gala" hatte Kramp-Karrenbauer im September gesagt: "Ich habe ein Zimmer im Ministerium, das kleiner ist als früher mein Jugendzimmer, aber es reicht mir."

Das Ministerium hatte am Montag mitgeteilte, dass im privaten Umfeld der CDU-Politikerin eine Person positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, ein Test bei der Ministerin aber ein negatives Ergebnis gebracht habe. Den Kontakt habe es acht Tage zuvor gegeben.

Annegret Kramp-Karrenbauer (58,CDU), Verteidiungsministerin verfolgt mit Maske die Debatte nach der Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel zur Bewältigung der Corona-Pandemie.
Annegret Kramp-Karrenbauer (58,CDU), Verteidiungsministerin verfolgt mit Maske die Debatte nach der Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel zur Bewältigung der Corona-Pandemie.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 6. November, 11.10 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern: Corona-Impfzentren bis Mitte Dezember

Mecklenburg-Vorpommern plant, bis Mitte Dezember Corona-Impfzentren in Rostock und Greifswald aufzubauen. 

"Sollte ein Impfstoff kommen, müssen wir vorbereitet sein. Das hängt vom Verlauf der aktuellen Impfstudien und dem Zulassungsverfahren ab", sagte Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Freitag. 

In Rostock und Greifswald sind die beiden Unikliniken des Bundeslandes. Mecklenburg-Vorpommern bereite sich intensiv auf das Impfen vor. "Die Gespräche mit dem Bund laufen auf Hochtouren", sagte der Minister weiter. Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" (Freitag) über die Pläne berichtet.

Der Bund plant laut Landesgesundheitsministerium, die Impfstoffe in die Bundesländer zu liefern. Die Verteilung solle gemäß Bevölkerungsanteil erfolgen. Mecklenburg-Vorpommern habe eine erste Bestellung von Spritzen und Kanülen für rund 500.000 Impfdosen vorgenommen. Sollte jeder Einwohner des Bundeslandes zwei Mal geimpft werden, würden rund 3,2 Millionen Dosen benötigt.

Update, 6. November, 11 Uhr: Lufthansa übt Flüge mit Antigen-Schnelltests für alle Passagiere

Die Lufthansa startet erste Probeläufe, sämtliche Passagiere vor Flugantritt auf das Corona-Virus zu testen. Ab dem kommenden Donnerstag (12. November) sollen auf einzelnen Flügen zwischen München und Hamburg alle Passagiere einen für sie kostenfreien Antigen-Schnelltest ablegen, wie das Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte. 

Ersatzweise könnten die Fluggäste einen höchstens 48 Stunden alten negativen PCR-Test vorlegen oder sich kostenfrei auf einen anderen Flug umbuchen lassen. Die Testergebnisse sollen nach 30 bis 60 Minuten vorliegen.

Lufthansa hat nach Angaben ihres Vorstandschefs Carsten Spohr 250.000 Antigen-Tests erworben, um die Prozesse einzustudieren. Grundsätzlich erhofft sich die Airline, mit den Schnelltests wieder mehr Flugverbindungen insbesondere auch nach Übersee anbieten zu können. "Erfolgreiches Testen ganzer Flüge kann der Schlüssel zum Wiederbeleben des internationalen Flugverkehrs werden", sagte Vorstandsmitglied Christina Foerster. In der Lufthansa-Gruppe wurden die Schnelltests bereits bei Flügen der Tochter Austrian zwischen Berlin und Wien erprobt.

Die Antigen-Tests liefern schnellere, aber bislang noch ungenauere Ergebnisse als die PCR-Tests. Spohr versicherte, dass der Luftverkehr "niemandem etwas wegnehmen" wolle, insbesondere nicht Menschen im Gesundheits- und Bildungssystem. Er sei aber überzeugt, dass die Pharma-Industrie schnell wesentlich größere Mengen der Schnelltests liefern könne als bislang.

Ein Mann fotografiert am Flughafen Berlin-Tegel einen Airbus der Lufthansa mit der Aufschrift "Hauptstadtflieger".
Ein Mann fotografiert am Flughafen Berlin-Tegel einen Airbus der Lufthansa mit der Aufschrift "Hauptstadtflieger".  © Christoph Soeder/dpa

Update, 6. November, 10.56 Uhr: Vier positive Corona-Tests: Auch Heimspiel von Hansa Rostock abgesagt

Eine Serie von Corona-Fällen bringt den Spielplan in der 3. Fußball-Liga durcheinander. Am Freitag sagte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die für diesen Samstag geplante Begegnung FC Hansa Rostock gegen Türkgücü München und damit bereits die dritte Partie des 9. Spieltages ab. Grund ist, dass es beim planmäßigen Corona-Test der Rostocker vier positive Befunde gegeben hat.

Vereinsangaben zufolge geht es den Infizierten gut. Die Namen der positiv getesteten Teammitglieder wurden nicht genannt. Die Entscheidung des DFB sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt Rostock getroffen worden. Derzeit befinden sich Mannschaft und Betreuerstab in häuslicher Quarantäne.

Bereits am Donnerstag waren die am Wochenende geplanten Spiele des SV Meppen gegen Waldhof Mannheim und des SC Verl beim der SpVgg Unterhaching abgesagt worden. Beim SV Meppen hatte es zuletzt sieben positive Tests auf das Virus Sars-CoV-2 gegeben. Alle Spieler, Trainer und Betreuer sind in Quarantäne. Beim SC Verl hatten sich insgesamt fünf Personen mit dem Coronavirus angesteckt. 

Für die Mannschaft sowie einen Teil des Betreuerteams wurde häusliche Isolation angeordnet.

Update, 6. November, 10.46 Uhr: Corona-Lage in Österreich: Nur 27 Prozent der Fälle rückverfolgbar

In Österreich können nur noch 27 Prozent der Neuinfektionen mit dem Coronavirus auf eine Quelle zurückverfolgt werden. Dies liege an der Vielzahl der Fälle, sagte Daniela Schmied von der Corona-Kommission. 

Es sei wichtig, dass sich dieser Wert wieder steigern lasse, um die Pandemie besser in den Griff zu bekommen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) rief am Freitag die Bürger dazu auf, ehrlich und lückenlos ihre Kontakte anzugeben.

Gesundheitsexperten gehen davon aus, dass sich in den nächsten Tagen jeweils etwas mehr als 6000 Menschen nachweislich mit dem Virus anstecken werden. Nach einem Rekordwert von 7416 täglichen Neuinfektionen am Donnerstag ging diese Zahl laut Anschober am Freitag auf rund 6400 Fälle zurück. Die Regierung behalte sich vor, die Maßnahmen im teilweisen Lockdown, der seit Dienstag gilt, weiter zu verschärfen. 

Oberstes Ziel bleibe es, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Rudolf Anschober (Die Grüne,r), Gesundheitsminister von Österreich, und Daniela Schmid, Sprecherin der Ampelkomission, nehmen an der Pressekonferenz "Aktuelle Lage und erste Bilanz nach erneutem Lockdown in Österreich" teil.
Rudolf Anschober (Die Grüne,r), Gesundheitsminister von Österreich, und Daniela Schmid, Sprecherin der Ampelkomission, nehmen an der Pressekonferenz "Aktuelle Lage und erste Bilanz nach erneutem Lockdown in Österreich" teil.  © Herbert Neubauer/APA/dpa

Update, 6. November, 9.30 Uhr: Spahn: Erneut "bittere Medizin" im Kampf gegen Corona nötig

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat angesichts weiter stark zunehmender neuer Corona-Infektionen die bundesweiten Einschränkungen im November gerechtfertigt. 

Dies sei erneut "eine bittere Medizin", sagte der CDU-Politiker am Freitag im Bundestag. Sie bringe Härten und Verzicht für Hunderttausende Bürger. Wie in der ersten Phase der Pandemie im Frühjahr gelte es nun aber wieder, die Kurve abzuflachen und das Gesundheitssystem zu schützen. Wenn die Intensivstationen überfüllt seien, sei es zu spät. Spahn betonte, das Krisenmanagement orientiere sich nicht nur an den Infektionszahlen.

In Deutschland sind erstmals mehr als 20.000 Neuinfektionen innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter meldeten 21.506 neue Fälle, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekannt gab. Am Freitag vor einer Woche waren es noch 18.681 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gewesen.

Update, 6. November, 9.02 Uhr: Mehr als 100 Festnahmen bei Anti-Lockdown-Demo in London

Bei einer Anti-Lockdown-Demonstration in London hat die Polizei mehr als 100 Teilnehmer festgenommen. 

Es gebe keine Entschuldigung für Menschen, gegen Vorschriften zu verstoßen, die eine weitere Ausbreitung des Corona-Erregers verhindern sollen, teilte die Polizei in der Nacht zum Freitag mit. Die Demonstranten zogen am Donnerstagabend durch Straßen mitten in der Hauptstadt und riefen unter anderem "Freiheit". 

Seit Donnerstag gibt es in England einen Teil-Lockdown. Die Menschen dürfen vier Wochen lang nur aus triftigem Grund wie Arbeit oder Arztbesuche ihr Zuhause verlassen.

Update, 6. November, 8.50 Uhr: Nächster Corona-Rekord in den USA - fast 120.000 neue Fälle

Die USA haben am zweiten Tag in Folge eine Rekordzahl neuer Corona-Fälle verzeichnet. 

Am Donnerstag (Ortszeit) wurden 121.888 Neuinfektionen bekannt, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervorging. Erst am Vortag war mit 102.831 Fällen erstmals die Marke von 100.000 neu registrierten Infektionen innerhalb eines Tages überschritten worden. Am Donnerstag kamen den Zahlen zufolge 1210 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus hinzu.

Insgesamt haben sich in den USA mit ihren rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 9,6 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Nahezu 235.000 Menschen starben bislang - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Monaten im Wahlkampf um das Weiße Haus wiederholt gesagt, die USA würden in der Krise bald über den Berg sein. Er verwies dabei darauf, dass es bald Impfstoffe und neue Therapie-Mittel geben werde. Lockdowns lehnte Trump kategorisch ab.

Update, 6. November, 8.06 Uhr: Nächtliche Ausgangssperre und Teil-Lockdown in Italien in Kraft

Im Rahmen der Covid-19-Bekämpfung sind in Italien am Freitag verschärfte Corona-Schutzvorschriften in Kraft getreten. Die Regierung hat eine nächtliche Ausgangssperre für die 60 Millionen Bürger erlassen. 

In vier roten Regionen trat ein Teil-Lockdown in Kraft, der rund um die Uhr gilt. Darunter ist die wirtschaftsstarke Lombardei mit zehn Millionen Menschen. In den Roten Zonen müssen die Menschen weitgehend zu Hause bleiben, Ausnahmen gelten für den Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen. Bars, Restaurants und Geschäfte, die nichts Lebensnotwendiges verkaufen, sind zu.

Gegen die neuen Maßnahmen gab es schon im Vorfeld Proteste. Am Donnerstagabend demonstrierten in Bergamo in der Lombardei nach Medienberichten mehrere hundert Menschen. Bergamo war in der ersten Corona-Welle im Frühjahr schwer getroffen worden. In der aktuellen zweiten Welle sind die Fallzahlen in der Stadt weniger dramatisch.

In ganz Italien waren am Freitag Streiks der Taxifahrer angekündigt. Sie haben durch den Einbruch des Tourismus große Einbußen erlitten.

Die landesweite nächtliche Sperre gilt von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Für den Weg zur Arbeit oder aus medizinischen Gründen sind Ausnahmen erlaubt. Im ganzen Land sind zudem die Museen zu. Höhere Schulen und Universitäten müssen auf Online-Unterricht umstellen.

Insgesamt hat die Regierung das Land in drei Risikozonen eingeteilt: Es gibt rote, orangene und gelbe Gebiete. Zu den Roten Zonen gehören außer der Lombardei im Norden das Piemont und das Aostatal sowie im Süden Kalabrien.

In den Orangenen Zonen dürfen die Bürger ihr Haus zwar verlassen. Aber es ist verboten, in andere Orte oder Regionen zu fahren. Auch hier gelten Ausnahmen für Gründe wie für die Arbeit. Als orange stufte die Regierung die beliebten Urlauberziele Sizilien und Apulien ein. Der große Rest Italiens ist eine gelbe Zone mit moderaten Einschränkungen. Die Verschärfungen gelten zunächst bis zum 3. Dezember.

Giuseppe Conte, Premierminister von Italien spricht während einer Pressekonferenz.
Giuseppe Conte, Premierminister von Italien spricht während einer Pressekonferenz.  © Angelo Carconi/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 6. November, 7.46 Uhr: NFL bestraft Raiders und Trainer Gruden wegen Covid-19-Verstößen

Die nordamerikanische Football-Profiliga NFL hat die Las Vegas Raiders und Trainer Jon Gruden wegen wiederholten Verstößen gegen die geltenden Covid-19-Regeln der Liga bestraft. 

Nach Medienberichten wurden die Raiders mit einer Geldstrafe von 500.000 US-Dollar (ca. 424.000 Euro) belegt, Gruden allein noch einmal mit 150.000 US-Dollar (ca. 127.000 Euro). Zudem verlieren die Raiders als erstes NFL-Team einen Draft-Pick.

Die vor der Saison von Oakland nach Las Vegas umgezogenen Raiders mussten bereits einmal 250 000 US-Dollar und Gruden 100 000 US-Dollar Strafe zahlen, weil der Cheftrainer während einer Partie zu Beginn der Saison nicht wie vorgeschrieben einen Mund-Nase-Schutz trug. Auch mehrere Spieler wurden schon bestraft, etwa weil sie sich bei öffentlichen Veranstaltungen nicht an die Maskenpflicht hielten. Zudem hatte der positiv auf Corona getestete Right Tackle Trent Brown sein Gerät zur Nachverfolgung auf dem Teamgelände nicht getragen, weshalb zahlreiche weitere Spieler in Quarantäne mussten.

Sportlich sind die Raiders mit vier Siegen in den ersten sieben Saisonspielen gestartet. Sie stehen auf Platz zwei ihrer Division hinter Titelverteidiger Kansas City Chiefs.

Update, 6. November, 7 Uhr: Bremens Ex-Bürgermeister Scherf verzichtet auf das Umarmen

Henning Scherf (82), früher Bürgermeister von Bremen, verzichtet wegen Corona auf das Umarmen fremder Leute. "Das ist eine bittere Erfahrung", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der SPD-Regierungschef des Bundeslandes war bekannt dafür, dass er auch wildfremde Menschen freundlich in den Arm nahm. "Ich umarme gerne Menschen", sagt Scherf. "Aber das geht nun nicht, und ich halte es strikt ein."

Seiner Einschätzung nach sind alte Menschen in der zweiten Welle der Pandemie besser geschützt als in der ersten. Die Alten seien derzeit nicht die Hauptbetroffenen von Infektionen, sagt er. "Daraus schließe ich, dass alle, die mit Alten zu tun haben, sich darauf eingestellt haben und sorgfältig damit umgehen."

Scherf schreibt seit seinem Ausscheiden aus dem Amt 2005 Bücher über das Altwerden und die wichtige Rolle der alten Generation in der Gesellschaft. Er wirbt für ein gemeinschaftliches Altwerden. Er und seine Frau Luise leben seit über 30 Jahren mit Freunden in einer Senioren-Wohngemeinschaft in Bremen.

Henning Scherf (SPD), ehemaliger Bürgermeister von Bremen, sitzt in seinem Garten.
Henning Scherf (SPD), ehemaliger Bürgermeister von Bremen, sitzt in seinem Garten.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 6. November, 5.58 Uhr: Erstmals mehr als 20.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

Erstmals sind in Deutschland mehr als 20.000 neue Infektionen mit dem Coronavirus innerhalb eines einzigen Tages registriert worden. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.506 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Freitagmorgen hervor. Am Freitag vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 18.681 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 619.089 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 06. 11., 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 166 auf insgesamt 11.096. Das RKI schätzt, dass rund 402.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,79 (Vortag: 0,81). Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Um in eine kontrollierbare Lage zu kommen, müsste die Reproduktionszahl längere Zeit deutlich unter 1 liegen, bei 0,7 oder noch niedriger.

Das RKI gibt auch ein sogenanntes Sieben-Tage-R an, der das Geschehen von vor 8 bis 16 Tagen zeigt. Dieser Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen von Donnerstag liegt er bei 0,93, also ebenfalls leicht unter 1.

Update, 6. November, 5.30 Uhr: Corona-Infektion an der Sprache erkennen? Forscher feilen an App

Noch klingt es kurios: Eine App soll eine Corona-Infektion an der Stimme eines Erkrankten erkennen - zumindest, wenn es nach Forschern des Universitätsklinikums Augsburg geht. "Die App könnte in Echtzeit Daten über Bewegungs- und Ausbreitungsmuster von Corona-Infizierten darlegen", sagt Björn Schuller, Leiter der Studie an der Universität Augsburg.

Seit März arbeitet Schuller mit seinem Team an der Spracherkennungs-App und wertete zunächst Daten aus dem chinesischen Wuhan aus. Seitdem das Virus verstärkt auch Deutschland erreicht hat, sprechen auch Probanden aus Augsburg einen Text mit vielen Vokalen in ein Handy. Die Sprachmuster werden mit Stimm-Mustern von Personen mit und ohne Corona-Infektion mittels tiefer neuronaler Netze verglichen. "Die Sprache ist hier quasi das neue Blut - wir verwenden es zur Analyse, brauchen es aber auch dringend als Spende, um unsere Systeme für Alle verbessern zu können", sagt Schuller.

Im Moment komme die App nach Angaben der Universität und des Universitätsklinikums auf eine Trefferquote von über 80 Prozent. Dennoch wolle man zunächst weitere Daten sammeln. Ziel sei es, die Spracherkennungs-App auf den öffentlichen Markt zu bringen. "Natürlich steht die Privatsphäre und Ethik dabei stets an erster Stelle."

Bevor die Anwendung auf Endgeräten genutzt werden könne, gebe es aber noch Hürden zu überwinden: Pro Land sei nur eine offizielle App bei Anbietern wie Google Play erlaubt, erklärt Schuller. "Somit müssten wir es in der offiziellen App integrieren oder als allgemeinere Gesundheitsanalyse-Applikation bewerben."

Björn Schuller, Leiter der Studie Spracherkennungs-App für Corona-Infizierte, zeigt an der alten Universität auf einem Smartphone das negative Ergebnis eines Corona-Tests per Spracherkennung.
Björn Schuller, Leiter der Studie Spracherkennungs-App für Corona-Infizierte, zeigt an der alten Universität auf einem Smartphone das negative Ergebnis eines Corona-Tests per Spracherkennung.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Update, 6. November, 4.55 Uhr: Corona macht das Trauern schwerer

Das Trauern in Corona-Zeiten ist für viele Menschen einsamer als sonst. So ist wegen der Abstandsregeln die Zahl der Plätze in den Trauerhallen derzeit stark beschränkt. 

"Normal gehen in die Halle 130 Leute rein, momentan sind es nur 20 Personen", sagt zum Beispiel Fabian Rupprecht von Reber Bestattungen in Landau. Daher sei es bei ihnen schon vorgekommen, dass man Abschiedsfeiern aufgezeichnet habe, um daheimgebliebenen Angehörigen im Nachgang ein Video zur Verfügung stellen zu können.

Auch das Live-Streaming von Beisetzungen übers Internet, das bundesweit schon manche Bestatter anbieten, sei möglich - wurde aber bei den Rebers noch nicht angefragt. "Diese digitalen Möglichkeiten haben durch Corona in kurzer Zeit eine ganz neue Bedeutung erfahren", sagt der Kulturbeauftragte der Stiftung Deutsche Bestattungskultur, Simon J. Walter, in Düsseldorf. 

Sie machten Sinn, wenn Trauernde ausgeschlossen seien: Sie könnten sich das Video oder den Stream dann zuhause anschauen. Das Digitale könne aber immer nur "ein Behelf sein" und eine persönliche Abschiednahme nicht 1:1 ersetzen.

Update, 6. November, 4 Uhr: Geänderte Kriterien für Corona-Tests - Labore hoffen auf Entlastung

Besonderes Augenmerk liegt jetzt auf den Symptomen und deren Schwere: Mit den geänderten Empfehlungen für den Einsatz von Corona-Tests hoffen die bundesweit am Limit arbeitenden medizinischen Labore auf Entlastung. 

Man sei überzeugt, dass die aufgebauten Kapazitäten mit dem nun gewählten Fokus auf medizinisch begründete Tests ausreichen, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Verbands der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM), Jan Kramer, der Deutschen Presse-Agentur. Voraussetzung sei, dass die neuen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) an Ärzte eingehalten werden.

"Was wir nicht schaffen können in den medizinischen Laboren, ist, wenn jegliche Erkältungssymptomatik abgeklärt wird", sagte der Internist und Laborarzt. 

Kramer schilderte, dass Tests gemäß RKI-Empfehlung etwa angezeigt seien bei schweren Symptomen der Atemwege - bei akuter Bronchitis, Lungenentzündung, Atemnot und Fieber -, bei Störungen von Geruchs- und Geschmackssinn, bei Symptomen nach direktem Kontakt mit einem bestätigten Covid-19-Fall oder bei akuter Verschlechterung des Krankheitsbildes. 

Mit einem Test abgeklärt werden sollten demnach auch akute Atemwegsprobleme bei Risikogruppen und bei Menschen, die in medizinischen Einrichtungen und in der Pflege arbeiten.

Auch die Wahrscheinlichkeit, dem Virus ausgesetzt gewesen zu sein, spielt laut RKI eine Rolle. Im Sommer waren auch Reiserückkehrer auf Sars-CoV-2 getestet worden - viele Laborexperten werteten dies als anlasslos. RKI-Vizechef Lars Schaade sagte kürzlich, dass Menschen, die nun trotz Symptomen nicht getestet werden könnten, weitere Ansteckungen verhindern sollten: "Sie sollten sich bitte fünf Tage isolieren und ihre Isolation danach erst beenden, wenn sie weitere 48 Stunden ohne Symptome waren."

Im Fall einer Verschlechterung der Krankheitsanzeichen solle man sich testen lassen. Wie bisher sollen Menschen ohne Symptome laut Nationaler Teststrategie getestet werden, wenn sie zum Beispiel engen Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten.

Der Verband ALM hatte in dieser Woche auf Basis von Daten aus 162 Laboren berichtet, die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt. Bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung.

Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.
Proben für Corona-Tests werden für die weitere Untersuchung vorbereitet.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Update, 6. November, 3.41 Uhr: Corona-Aufschub für "Tod auf dem Nil" und "Free Guy"

Wegen der Coronavirus-Pandemie hat das Disney-Studio den für Dezember geplanten Kinostart der Filme "Free Guy" und "Tod auf dem Nil" verschoben. 

Die Action-Komödie "Free Guy" mit Ryan Ernolds sollte am 11. Dezember in die US-Kinos kommen, Kenneth Branaghs Agatha-Christie-Verfilmung kurz nach Weihnachten. Für "Tod auf dem Nil" ist dies schon der zweite Aufschub von dem ursprünglichen Kinostart im Oktober. Neue Termine seien noch nicht bekannt, berichteten die Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" am Donnerstag.

Hollywood zieht die Notbremse, denn viele Kinos in den USA und in Europa sind wegen der anhaltenden Corona-Pandemie entweder geschlossen oder dürfen nur mit geringer Auslastung öffnen. In den letzten Monaten sind zahlreiche Projekte auf 2021 verlegt worden, darunter der Superhelden-Streifen "Black Widow" mit Scarlett Johansson und Steven Spielbergs Neuverfilmung des Filmmusicals "West Side Story".

Zu den wenigen Filmen, die noch 2020 anlaufen sollen, gehört "Wonder Woman 1984". Der Film mit Gal Gadot als Amazonenkämpferin war seit Juni mehrfach verschoben worden, zuletzt auf den 25. Dezember. Branchenexperten rechnen mit einem weiteren Aufschub. 

Update, 6. November, 2 Uhr: FDP-Politiker will Veterinärlabore für Corona-Tests nutzen

Der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann schlägt vor, Corona-Tests auch in tierärztlichen Laboren auszuwerten. 

"Wir sollten auch Veterinärlabore für die Tests nutzen", sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. Der Infektiologe warf der Bundesregierung vor, zu spät auf die Krise reagiert zu haben. "Man hätte schon im Frühsommer die Systeme widerstandsfähig machen müssen." Es werde nur von Woche zu Woche geplant. "Es fehlt die Langzeitstrategie", sagte Ullmann. Dass es jetzt zu Engpässen komme, sei nicht überraschend.

Immer öfter kommen Corona-Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher. So meldeten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Kalenderwoche (bis 1.11.) 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98.931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20.799 abzuarbeitenden Proben.

Andrew Ullmann (57, FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages.
Andrew Ullmann (57, FDP), Mitglied des Deutschen Bundestages.  © Fabian Sommer/dpa

Update, 5. November, 22.49 Uhr: Slowenische Polizei löst gewalttätige Anti-Corona-Proteste auf

Mit Wasserwerfern hat die Polizei in Slowenien am Donnerstagabend eine Demonstration gegen die von der Regierung beschlossenen Corona-Beschränkungen aufgelöst. Zuvor hatten von linken Gruppen angeführte Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude in Ljubljana Pflastersteine und Leuchtraketen auf Polizisten geworfen und geschossen, wie die Nachrichtenagentur STA berichtete. 

Mindestens drei Menschen, darunter ein Polizist, wurden verletzt. Demonstriert hatten mehrere Hundert Menschen. Erstmals seit wegen Korruptionsvorwürfen ausgelösten Unruhen im Jahr 2012 wurden in Slowenien dem Bericht zufolge wieder Wasserwerfer eingesetzt.

Update, 5. November, 22.17 Uhr: Bundestag verschiebt Volkszählung auf übernächstes Jahr

Wegen der Corona-Pandemie wird die für das kommende Jahr geplante Volkszählung auf 2022 verschoben. Das beschloss der Bundestag am Donnerstagabend. 

Weil Personal zur Unterstützung der Gesundheitsämter abgezogen werden musste, hätten die Statistikämter den "Zensus 2021" nicht wie geplant vorbereiten können, hieß es zur Begründung. Zehn Jahre nach der letzten großen Volkszählung sollten zahlreiche Daten über Deutschland aktualisiert werden. Dabei wollten die Statistiker nicht nur Informationen über die Zahl der Menschen sammeln, sondern auch über deren Erwerbstätigkeit und Wohnsituation.

Update, 5. November, 20.52 Uhr: Beschränkungen in dänischer Region nach Corona-Mutation bei Nerzen

Aus Sorge vor einer Ausbreitung einer bei Nerzen aufgetretenen Mutation des Coronavirus erlässt die dänische Regierung weitreichende Beschränkungen in der Region Nordjütland. 

In sieben Kommunen wird der öffentliche Nahverkehr eingestellt, die knapp 280.000 Einwohner werden eindringlich aufgefordert, in ihrer jeweils eigenen Kommune zu bleiben. Schüler der fünften bis achten Klasse sollen ab Montag aus der Ferne unterrichtet werden, gleiches gilt für Studenten weiterführender Bildungseinrichtungen, wie die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstagabend bekanntgab.

Betroffen von den Beschränkungen sind die Kommunen Hjørring, Frederikshavn, Brønderslev, Jammerbugt, Thisted, Vesthimmerland und Læsø. Restaurants, Kneipen und andere Lokale müssen dort ab Samstag schließen, dürfen aber Essen zum Mitnehmen anbieten. Sporthallen, Schwimmbäder und Fitnessstudios werden ab Montag geschlossen.

Man könne von einem reellen Lockdown in Nordjütland sprechen, sagte Frederiksen. Dies sei notwendig, weil ein mutiertes Coronavirus das Risiko mit sich bringe, die Wirkung eines kommenden Impfstoffes zu beeinflussen. Alle Bürger in den betroffenen Kommunen werden aufgefordert, einen Corona-Test zu machen. Bislang ist das mutierte Virus bei zwölf Menschen in Dänemark festgestellt worden, darunter elf aus Nordjütland. 

Am Mittwoch wurde bekanntgegeben, dass das Coronavirus bei dänischen Nerzen mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Deshalb werden nun alle Nerze im Land getötet - es handelt sich um mehrere Millionen Tiere.
Am Mittwoch wurde bekanntgegeben, dass das Coronavirus bei dänischen Nerzen mutiert sei und sich auf den Menschen übertragen habe. Deshalb werden nun alle Nerze im Land getötet - es handelt sich um mehrere Millionen Tiere.  © Sergei Grits/AP/dpa

Update, 5. November, 20.50 Uhr: Studie: 1,8 Prozent der Münchner bei erster Corona-Welle infiziert

Eine großangelegte Münchner Antikörper-Studie hat eine hohe Dunkelziffer von Infizierten bei der ersten Corona-Welle entdeckt. Der Untersuchung mit rund 3000 Münchner Haushalten zufolge hatten bis Anfang Juni rund 1,8 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen das Virus entwickelt. 

Das sei viermal mehr als der Anteil der damals nachgewiesenen Infektionen, teilten die Forscher der Infektions- und Tropenmedi^zin der Uniklinik München am Donnerstag mit.

Update, 5. November, 20.43 Uhr: Mutter und zwei Söhne sterben nach Infektion mit Coronavirus

Gleich drei Mitglieder einer britischen Familie sind innerhalb von fünf Tagen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Das erste Opfer war die 74-jährige Gladys, danach starben die Söhne Dean (44) und Darren (42). 

Sie lebten nach einem BBC-Bericht vom Donnerstag in verschiedenen Wohnungen in einem Gebäude im walisischen Dorf Treorchy. Einer der beiden Söhne hatte demnach das Down-Syndrom. Der 81-jährige Vater sei am Boden zerstört, sagte Deans Witwe der BBC. Sie könne nicht nachvollziehen, wie die Familie sich infiziert hatte. Man habe sich vorsichtig in der Corona-Krise verhalten. Sie warnte ihre Landsleute davor, das Virus zu unterschätzen.

Update, 5. November, 20.42 Uhr: Ernste Corona-Lage in Frankreich

In Frankreich ist die Corona-Lage weiterhin extrem angespannt - der Druck auf die Intensivstationen wächst. Mehr als 58.000 Personen hätten am Vortag ein positives Ergebnis auf einen Corona-Test erhalten, sagte der Direktor der nationalen Gesundheitsbehörde, Jerôme Salomon, am Donnerstag. Das ist ein neuer Spitzenwert in dem Land mit 67 Millionen Einwohnern.

Innerhalb von 24 Stunden seien zuletzt außerdem fast 450 Menschen auf Intensivstationen eingewiesen worden, sagte er weiter. "Einer von vier Patienten, die auf die Intensivstation kommen, wird die kommenden Wochen nicht überleben", sagte er. 

Nach Angaben von Gesundheitsminister Olivier Véran entwickeln von 100 Personen, die positiv auf das Coronavirus getestet werden, 90 keine oder nur leichte Symptome und müssen nicht ins Krankenhaus. Rund acht Prozent würden mit schweren Verläufen ins Krankenhaus kommen, zwei weitere Prozent landeten mit heftigen Verläufen auf der Intensivstation.

Medizinische Mitarbeiter in Schutzkleidung trösten einen COVID-19-Patienten auf der Intensivstation des Joseph-Imbert-Krankenhauses in Arles.
Medizinische Mitarbeiter in Schutzkleidung trösten einen COVID-19-Patienten auf der Intensivstation des Joseph-Imbert-Krankenhauses in Arles.  © Daniel Cole/AP/dpa

Update, 5. November, 20.29 Uhr: Die aktuelle Corona-Lage in Deutschland

Kurz vor Ende der ersten Woche des Teil-Lockdowns im Kampf gegen das Coronavirus bleibt die Lage angespannt. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen innerhalb eines Tages stieg auf den neuen Höchstwert von 19.990, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Der Anstieg der Fallzahlen scheint sich aber etwas zu verlangsamen. 

Beim Auswerten der massenhaft ausgeweiteten Corona-Tests kommen Labore immer öfter nicht mehr hinterher - helfen soll auch eine stärkere Test-Konzentration. Bundestag und Bundesrat wollen an diesem Freitag über weitere Krisen-Regelungen beraten.

In Deutschland gibt es aktuell die meisten Corona-Fälle in Bremen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin.
In Deutschland gibt es aktuell die meisten Corona-Fälle in Bremen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Berlin.  © Montage: Grafik TAG24, 123rf.com/scyther5

Update, 5. November, 20.14 Uhr: Drehstopp für "Don't Worry, Darling" nach positivem Corona-Test

Die Dreharbeiten zum Psycho-Thriller "Don’t Worry, Darling" unter der Regie von Olivia Wilde sind wegen eines positiven Coronavirus-Tests am Set gestoppt worden. Das Studio New Line bestätigte einen Fall, machte aber keine Angaben zu der betroffenen Person, wie die US-Branchenblätter "Variety" und "Hollywood Reporter" am Donnerstag berichteten. 

Die Dreharbeiten mit Stars wie Harry Styles ("Dunkirk"), Florence Pugh ("Little Women") und Chris Pine ("Star Trek") waren im Oktober angelaufen. Der Film spielt in einer abgelegen Wüstengemeinde im Kalifornien der 1950er Jahre. Schauspielerin Olivia Wilde ("Her"), die damit nach "Booksmart" (2019) zum zweiten Mal Regie führt, will auch in einer Nebenrolle auftreten.

Die Coronavirus-Pandemie hatte im März zunächst Dreharbeiten in Hollywood lahmgelegt. In den vergangenen Monaten sind aber viele Projekte mit Schutzauflagen und Abstandsregeln wieder angelaufen. Wegen positiver Tests wurden Projekte auch vorübergehend wieder gestoppt, darunter "Jurassic World: Dominion" und "The Batman" mit Robert Pattinson.

Update, 5. November, 19.11 Uhr: Griechischer Lockdown betrifft auch internationale Flugverbindungen

Von dem landesweiten Corona-Lockdown in Griechenland ab diesem Samstag sind auch internationale Flugverbindungen betroffen. Flüge dürfen zwar weiterhin wie geplant stattfinden, sofern die Fluggesellschaften sie nicht absagen. Allerdings müssen Einreisende von Montag an einen negativen Corona-Test vorzeigen, der nicht älter als 48 Stunden ist, wie die Regierung am Donnerstag in Athen mitteilte.

Die Flughäfen im Land sollen demnach weiter operieren - bisher wurde nur der Flughafen der Hafenstadt Thessaloniki wegen der hohen Corona-Zahlen für Flüge von Privatpersonen gesperrt. Erlaubt sind dort bis auf Weiteres nur Transport- und Militärflüge.

Auch der Landweg nach Griechenland ist von den neuen Maßnahmen betroffen: Ab kommendem Dienstag gilt für die Einreise über Landrouten die Pflicht eines negativen Corona-Tests, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Die griechische Regierung verfügte am Donnerstag einen dreiwöchigen landesweiten Lockdown, der am Samstagmorgen um 6 Uhr in Kraft tritt. Alle Läden außer Supermärkten, Apotheken und anderen lebenswichtigen Geschäften müssen schließen. Außerdem gilt von 21 bis 5 Uhr eine Ausgangssperre sowie überall Maskenpflicht.

Seit Dienstag müssen die Menschen in Griechenland landesweit einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ab Samstag gilt ein Lockdown im ganzen Land.
Seit Dienstag müssen die Menschen in Griechenland landesweit einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ab Samstag gilt ein Lockdown im ganzen Land.  © Yorgos Karahalis/AP/dpa

Update, 5. November, 18.07 Uhr: Neuer Höchstwert bei den Neuinfektionen in Italien

In Italien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen auf einen neuen Höchstwert seit Beginn der Pandemie gestiegen. Die Gesundheitsbehörden registrierten am Donnerstag mehr als 34.500 neue Ansteckungen binnen 24 Stunden. 

Insgesamt zählten die Behörden in dem 60-Millionen-Einwohner-Land nun fast 825.000 Infektionen mit dem Virus. Die Zahl der neuen Covid-19-Todesfälle kletterte ebenfalls deutlich auf 445 Opfer innerhalb eines Tages. Im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 starben damit in Italien nach offiziellen Angaben seit Februar fast 40.200 Menschen. 

Um die Viruswelle in den Griff zu bekommen, soll in Italien am Freitag eine nächtliche Ausgangssperre starten. Für mehrere Regionen Italiens hat die Regierung in Rom einen Teil-Lockdown angeordnet.

In Rom sprechen Mitarbeiter des Gesundheitswesens über Telefone mit einem Mitarbeiter einer neuen Intensivstation.
In Rom sprechen Mitarbeiter des Gesundheitswesens über Telefone mit einem Mitarbeiter einer neuen Intensivstation.  © Cecilia Fabiano/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 5. November, 17.48 Uhr: Nach "unklaren Befunden": Alle Corona-Tests beim 1. FC Köln negativ

Mit etwas Verspätung sind alle Unklarheiten beseitigt: Alle Corona-Tests der Spieler, Trainer und des Staffs beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln vor dem Auswärtsspiel am Freitag bei Werder Bremen sind negativ ausgefallen. Das teilte der FC am Donnerstagabend mit.

Am Donnerstagmittag hatte es laut FC-Sportchef Horst Heldt zunächst einige "unklare Befunde" gegeben, die für Aufsehen gesorgt hatten. Die Kölner hatten ihr Training, die Pressekonferenz und sogar die Abreise nach Bremen verschoben. Um "kein Risiko" einzugehen, verzichtete der Verein schließlich zunächst auf Personen, für die noch kein Ergebnis vorlag. Beim zweiten Durchlauf waren die Ergebnisse nach Club-Angaben dann durchweg negativ. Der Austragung des Spiels in Bremen steht demnach nichts mehr im Wege.

Update, 5. November, 17.41 Uhr: Ministerium warnt vor Maskengegnern auf Schulweg - Aktion ein Fake?

Verwirrung um eine angebliche Aktion von Maskengegnern: Das nordrhein-westfälische Bildungsministerium hat die Schulen in dem Bundesland vor Aktionen am 9. November gewarnt. Es gebe Hinweise, dass die Initiative "Querdenken 711" deutschlandweit an 1000 Schulen "Aktionen gegen die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung durchführen will", so das Düsseldorfer Ministerium in einer Rundmail an alle Schulen. 

"Querdenken 711" teilte am Donnerstagnachmittag mit, die angebliche Aktion sei nur ein Test gewesen - um die interne Kommunikation auf Lecks zu überprüfen. Das Ministerium blieb dennoch bei seiner Warnung. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Das Düsseldorfer Ministerium warnt Eltern und Schüler vor Aktionen von Maskengegnern. (Symbolbild)
Das Düsseldorfer Ministerium warnt Eltern und Schüler vor Aktionen von Maskengegnern. (Symbolbild)  © Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. November, 17.32 Uhr: Estlands Regierung plant neue Corona-Einschränkungen

In Estland plant die Regierung angesichts steigender Corona-Infektionszahlen neue Schutzmaßnahmen. "Es wird mit Sicherheit bestimmte Einschränkungen geben", sagte Ministerpräsident Jüri Ratas am Donnerstag bei der Regierungspressekonferenz in Tallinn. 

Demnach sollten auf jeden Fall die Teilnehmergrenzen für Veranstaltungen überprüft werden und besser keine Weihnachtsfeiern abgehalten werden. Auch werde die Regierung die mögliche Einführung einer Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr diskutieren, sagte Ratas. Erörtert werden sollen die Maßnahmen in dieser und der kommenden Woche.

Der Baltenstaat zu den aktuell am wenigsten von Corona betroffenen Ländern in Europa und ist das einzige EU-Land, das auf der Corona-Risikoliste der Bundesregierung noch als "risikofrei" gilt.

Update, 5. November, 17.26 Uhr: Lettland mit Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen

In Lettland hat die Zahl an Corona-Neuinfektionen am zweiten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. In dem baltischen EU-Land wurden am Donnerstag 367 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Der bisherige Höchstwert vom Vortag lag bei 313. 

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 7 119 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 85 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus. Die täglichen Infektionszahlen hatten zuletzt klar zugenommen - es wurde aber auch mehr getestet. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Baltenstaat aktuell aber noch besser als in Deutschland.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen will die Regierung in Riga am Freitag über einen möglichen Corona-Notstand entscheiden.

Mit dem Slogan "Apturi Virusu ar Telefonu" (Stop den Virus mit dem Telefon) wird die lettische Corona-Warn-App beworben.
Mit dem Slogan "Apturi Virusu ar Telefonu" (Stop den Virus mit dem Telefon) wird die lettische Corona-Warn-App beworben.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 5. November, 17.13 Uhr: Sozialverband besorgt wegen Corona-Lage in Kitas

Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert mehr Unterstützung für Kitas im Umgang mit der Corona-Pandemie. In Briefen an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder, beklagt der Verband Probleme dabei, die Pandemieschutzregeln umzusetzen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Donnerstag. 

Bund und Länder hätten Kitas zwar eine hohe Priorität eingeräumt, bislang seien aber "keine tragfähigen Konzepte umgesetzt worden", schreibt der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands, Ulrich Schneider, nach Angaben des RND.

Neben klaren Regeln für den Umgang mit Corona-Fällen in Kitas fordert der Sozialverband eine bessere Unterstützung durch öffentliche Gesundheitsdienste, eine schnelle Finanzierung von Infektionsschutz-Maßnahmen und mehr Personal.

Update, 5. November, 16.43 Uhr: Verband hofft auf Öffnung von Musikschulen in allen Ländern

Der Verband Deutscher Musikschulen hofft darauf, dass bald wieder in allen Bundesländern die kommunalen und privaten Musikschulen öffnen dürfen. Bisher sei nur noch in Hessen und Sachsen der Unterricht verboten, sagte Bundesgeschäftsführer Matthias Pannes der Deutschen Presse-Agentur. 

Auch in Nordrhein-Westfalen waren die Musikschulen wegen des Teil-Lockdowns zunächst dicht. Jedoch änderte das Land seine Coronaschutzverordnung, so dass von diesem Donnerstag an Kinder wieder zu ihren Flöten-, Gitarren- oder Klavierstunden gehen konnten. Damit trage man dem Gedanken einer möglichst einheitlichen Umsetzung der Bund-Länder-Beschlüsse vom 28. Oktober Rechnung, erklärte das NRW-Kulturministerium am Mittwoch. Der Musikschulverband begrüßte das Umdenken.

Der Verband Deutscher Musikschulen hofft auf die baldige Öffnung aller Musikschulen.
Der Verband Deutscher Musikschulen hofft auf die baldige Öffnung aller Musikschulen.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 5. November, 16.39 Uhr: Profi vom FC Chelsea muss in Düsseldorf Corona-Bußgeld zahlen

Ein Profi des Londoner Fußballclubs FC Chelsea muss in Düsseldorf ein Corona-Bußgeld in Höhe von 400 Euro zahlen. Das Amtsgericht verwarf am Donnerstag den Einspruch des 18-Jährigen, nachdem dieser nicht zur mündlichen Verhandlung erschienen war (Az: 183 Owi 52/20).

Ende Mai war der Nachwuchs-Fußballer in einer Düsseldorfer Kö-Disco von der Polizei bei einer nicht genehmigten Veranstaltung erwischt worden. Der Sportler hatte seinen Einspruch gegen das Bußgeld damit begründet, er habe sich damals an alle Auflagen gehalten und auch nicht lange bleiben wollen.

Nach einem Hinweis aus der Bevölkerung auf laute Musik hatten Polizei und städtischer Ordnungsdienst den Club auf der Düsseldorfer Königsallee kontrolliert. Dabei trafen sie auf 40 Menschen, die sich weder an Abstandsregeln gehalten noch Masken getragen haben sollen.

Update, 5. November, 16.34 Uhr: Schweden: Insgesamt mehr als 6000 Tote in Zusammenhang mit Corona

In Schweden ist die Marke von 6000 Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten worden. Wie die Gesundheitsbehörde FOHM am Donnerstag mitteilte, ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen rasant angestiegen. Fast zehn Prozent der getesteten Menschen waren vergangene Woche positiv. Vor zwei Wochen waren es den Angaben zufolge noch 5,6 Prozent.

Am Donnerstag wurden insgesamt 141.764 Infizierte und 6002 Tote in der offiziellen Corona-Statistik ausgewiesen. Daraus gehen auch 314 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen hervor.

Schweden ist seit Beginn der Pandemie einen Sonderweg gegangen und setzt darauf, dass seine Einwohner freiwillig den Empfehlungen zur Ansteckungsvorbeugung folgen. In zehn Regionen sind die Menschen derzeit aufgefordert, so wenig sozialen Kontakt wie möglich zu haben und Einkaufszentren, Museen, Konzerte sowie den öffentlichen Nahverkehr zu meiden.

Ministerpräsident Stefan Löfven teilte am Donnerstag auf Facebook mit, dass er und seine Frau sich freiwillig in Quarantäne begeben haben. Jemand aus seinem Umkreis war in Kontakt mit einer Person, die positiv auf Corona getestet wurde.^

Update, 5. November, 15.50 Uhr: EU-Kommission fördert Corona-Forschung mit 128 Millionen Euro

Im Kampf gegen das Coronavirus unterstützt die EU-Kommission 23 Forschungsprojekte weltweit mit 128 Millionen Euro. "Eine globale Pandemie erfordert globale Anstrengungen", twitterte die Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen. Sie freue sich, dass Forscherinnen und Forscher über Grenzen hinweg zusammenarbeiteten.

Mit dem Geld werden den Angaben zufolge 23 Projekte aus 39 Ländern, darunter Deutschland, unterstützt. Bekanntgegeben wurde dies bereits im August, am Donnerstag wurde nun die Vereinbarung unterzeichnet. Unter anderem soll erforscht werden, wie medizinische Ausrüstung schneller und besser hergestellt werden kann. Aber auch medizinische Produkte wie tragbare Diagnosesysteme zu entwickeln, werde gefördert, hieß es. Ebenfalls untersucht werde der sozio-ökonomische Einfluss der Pandemie auf die Gesellschaft, teilte die Kommission mit.

Update, 5. November, 15.41 Uhr: Teil-Lockdown: Bundesregierung zurrt milliardenschwere Nothilfen fest

Die Bundesregierung hat die milliardenschweren Nothilfen für Unternehmen festgezurrt, die wegen des Teil-Lockdowns im November ihre Geschäfte dicht machen müssen. Dies gilt etwa für Restaurants und Kneipen. Auch Soloselbstständige wie Künstler sollen Hilfen bekommen, ebenso wie Hotels.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will am späten Donnerstagnachmittag über die Einzelheiten des Programms informieren. Zuvor werden die Wirtschaftsminister der Länder informiert. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von "massiven, in dieser Größenordnung bisher unbekannten Unterstützungsleistungen". Insgesamt geht es um Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro für einen Monat.

Unterstützt werden sollen auch Betriebe, die indirekt von Schließungen betroffen sind - also etwa Lieferanten von Restaurants und Kneipen.

Eine Tafel mit der Aufschrift "Lockdown 'light' bis 30.11.20?" steht im Schaufenster einer Kneipe im Berliner Stadtteil Schöneberg zu Beginn des einmonatigen Teil-Lockdowns.
Eine Tafel mit der Aufschrift "Lockdown 'light' bis 30.11.20?" steht im Schaufenster einer Kneipe im Berliner Stadtteil Schöneberg zu Beginn des einmonatigen Teil-Lockdowns.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 5. November, 15.33 Uhr: Teil-Lockdown in Italien vor dem Start - Regionen protestieren

Kurz vor dem geplanten Start eines Teil-Lockdowns in Italien laufen mehrere Regionen Sturm gegen die Corona-Politik aus Rom. Die Mitte-Links-Regierung hatte vier der 20 Regionen in dem Mittelmeerland zu roten Zonen mit sehr hohem Risiko erklärt, darunter die wirtschaftsstarke Lombardei. 

Regionalpräsident Attilio Fontana aus Mailand wetterte über eine "Ohrfeige für die Lombardei". In den roten Zonen müssen die Menschen ab Freitag weitgehend zu Hause bleiben. Sie dürfen jedoch etwa zur Arbeit, zum Einkaufen und zum Arzt. Viele Läden machen zu. Außerdem soll am Freitag im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre starten. Sie gilt von 22 Uhr bis 5 Uhr früh. Auch dabei gibt es Ausnahmen für dringende Wege.

Im süditalienischen Kampanien wurden umgekehrte Klagen laut: Die Region war als "gelb" eingeordnet worden, Politiker dort hoffen auf Verschärfungen. "Die Krankenhäuser in Neapel und in Kampanien stehen vor dem Kollaps", zitierte die Nachrichtenagentur Ansa den Bürgermeister von Neapel, Luigi de Magistris. Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza sprach von "unnötigem Streit". Nach TV-Berichten könnte Rom die Einstufung noch kurzfristig ändern.

Die Terrasse eines Restaurants am Domplatz in Mailand ist menschenleer. Die italienische Region Lombardei hat wegen der stark steigenden Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote für die rund zehn Millionen Bürger erlassen.
Die Terrasse eines Restaurants am Domplatz in Mailand ist menschenleer. Die italienische Region Lombardei hat wegen der stark steigenden Corona-Zahlen nächtliche Ausgangsverbote für die rund zehn Millionen Bürger erlassen.  © Luca Bruno/AP/dpa

Update, 5. November, 15.19 Uhr: Tourismusverband: Teil-Lockdown reißt weitere Milliardenlöcher

Die Tourismusbranche in Deutschland schätzt die Umsatzeinbußen infolge des Teil-Lockdowns im November auf 10,2 Milliarden Euro. Von März bis August beläuft sich das Minus nach Berechnungen des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institutes für Fremdenverkehr durch die Corona-Krise auf etwa 46,6 Milliarden Euro, teilte der Deutsche Tourismusverband (DTV) am Donnerstag mit.

Die Corona-Pandemie habe ein Milliardenloch in die Kassen von Gastronomie- und Unterkunftsbetrieben, Veranstaltern sowie von Kultur- und Freizeiteinrichtungen gerissen, sagte DTV-Präsident Reinhard Meyer. "Selbst in den Sommermonaten konnten die Verluste nicht aufgeholt werden. Der November-Lockdown droht endgültig vielen Betrieben die wirtschaftliche Basis zu entziehen."

"Es ist ganz wichtig, dass die Betriebe jetzt zügig und unbürokratische Nothilfen bekommen", sagte Meyer. "Selbst gesunde Unternehmen sind finanziell längst am Limit und brauchen diese Hilfen." Zudem brauche die Branche Perspektiven darüber hinaus. Die bisherigen Überbrückungshilfen seien zu kompliziert und nicht zielgenau. Besonders hart hat die Corona-Krise den Angaben zufolge den Städtetourismus getroffen. Dort fehlen auch Geschäftsreisende sowie das Tagungs-, Kongress- und Veranstaltungsgeschäft. 

Update, 5. November, 15.16 Uhr: Cyberbunker-Prozess wegen Corona-Kontakt unterbrochen

Der so genannte Cyberbunker-Prozess vor dem Landgericht Trier muss pausieren. Ein Ergänzungsschöffe habe direkten Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt, teilte das Landgericht Trier am Donnerstag mit. Daher seien die Verhandlungen am Donnerstag und am Montag (9. November) abgesagt worden. Nach derzeitigem Stand solle das Verfahren am 12. November fortgesetzt werden.

Es handelt sich um einen der bundesweit größten Prozesse gegen Cybercrime. Acht Tatverdächtige sollen über Jahre in einem alten Bunker in Traben-Trarbach ein illegales Rechenzentrum für kriminelle Geschäfte im Darknet betrieben haben. Die Anklage wirft der mutmaßlichen Bande Beihilfe zu mehr als 249.000 Straftaten vor: Vor allem millionenschwere Drogendeals, aber auch Cyberangriffe und Falschgeldgeschäfte sollen über Server im Cyberbunker gelaufen sein.

Die unterirdische Anlage war Ende September 2019 in einer großen Aktion mit Hunderten Polizisten nach fünfjährigen Ermittlungen ausgehoben worden. In dem Prozess, der bis Ende 2021 terminiert ist, müssen sich vier Niederländer, drei Deutsche und ein Bulgare verantworten. Erstmals in Deutschland stehen mutmaßliche Betreiber krimineller Plattformen im Darknet vor Gericht.

Update, 5. November, 14.59 Uhr: Leichte Entspannung bei Corona-Zahlen in Madrid und Barcelona

In den spanischen Corona-Hotspots Madrid und Barcelona bleibt die Zahl der neuen Corona-Infektionen zwar hoch, hat sich aber zuletzt etwas entspannt. In der Hauptstadt Madrid, die in der zweiten Corona-Welle lange die mit Abstand höchste Zahl an Neuinfektionen des Landes aufwies, seien diese Werte inzwischen mehr als halbieren worden, schrieb die Zeitung "La Vanguardia" am Donnerstag. 

Die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner, die zeitweise bei rund 400 lag, ging nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Mittwoch auf etwa 157 zurück. Der Landesdurchschnitt liegt bei 236. Zum Vergleich: Dieser Wert beträgt in Deutschland 126,8.

Auch in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona ging die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen von bis zu 6000 vor zwei Wochen leicht auf nun um die 5000 zurück.

In beiden Städten werden die Einschränkungen des öffentlichen Lebens aber weiter aufrechterhalten. 

Bereitschaftspolizei in Barcelona bezieht Stellung bei einem Protest gegen die Ausgangssperre. Spanien ist eines der von der Corona-Krise am schwersten getroffenen Länder Westeuropas.
Bereitschaftspolizei in Barcelona bezieht Stellung bei einem Protest gegen die Ausgangssperre. Spanien ist eines der von der Corona-Krise am schwersten getroffenen Länder Westeuropas.  © Manu Fernandez/AP/dpa

Update, 5. November, 14.56 Uhr: China verschärft Einreise-Regelungen wegen Corona

Angesichts steigender Corona-Infektionen in vielen Ländern hat China seine Einreisebestimmungen auch für Deutschland verschärft. Es handele sich um eine vorübergehende Maßnahme, die China wegen der Pandemie ergreifen müsse, sagte der chinesische Außenamtssprecher Wang Wenbin am Donnerstag.

Von Freitag an müssen Reisende aus Deutschland sowie aus weiteren von der Pandemie besonders betroffenen Ländern Behördenangaben zufolge vor einem Flugantritt nach China zunächst einen negativen Corona- sowie Antikörper-Test vorweisen. 

Sie würden von der jeweiligen Botschaft oder dem jeweiligen Konsulat einen so genannten "grünen Gesundheitscode" erhalten, wie es unter anderem in einer Mitteilung der chinesischen Botschaft in Deutschland hieß. Einreisen aus dem Vereinigten Königreich wurden für nicht-chinesische Staatsbürger bis auf wenige Ausnahmen vorübergehend ausgesetzt.

Update, 5. November, 14.54 Uhr: Corona-Tests in der Fußball-Bundesliga "im Promillebereich"

Vor dem Hintergrund begrenzter Testkapazitäten stehen für die Fußball-Bundesliga mit ihren regelmäßigen Corona-Tests keine Engpässe im Raum. "Man muss schon sagen, dass wir im Promillebereich liegen für die Testungen, die für die Bundesligaspieler in den Laboren erfolgen", sagte Jan Kramer, Vorstand beim Verein Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. 

"Im Moment kann ich aus den mir bekannten Laboren, die solche Testungen durchführen, berichten, dass es im Promillebereich liegt und hierdurch keine Gefährdung der medizinischen Versorgung entsteht."

Der Anteil der Proben der Bundesliga an der Gesamtzahl aller Corona-Tests in Deutschland liegt unter einem Prozent. Der ALM, der Interessenverband der akkreditierten medizinischen Labore in Deutschland, wies zudem nochmals darauf hin, dass Tests denjenigen zuerst zur Verfügung gestellt würden, die es dringend brauchen würden, also symptomatischen Patienten.

Update, 5. November, 14.47 Uhr: Jäger werden Wildbret in Corona-Krise schwieriger los

Die Jäger in Deutschland haben so viele Wildschweine geschossen wie nie, werden das Fleisch inzwischen aber nicht mehr so leicht los. "Durch die coronabedingte Schließung der Gastronomie - Hauptabnehmer für Wildbret im Herbst - wird es in Kürze zu großen Mengen Wildbret am Markt kommen", teilte der Deutsche Jagdverband mit. 

Er fordert von Bund und Ländern eine Förderung etwa für die Kühlung und den Absatz des Fleisches sowie mehr Spielräume für die Direktvermarktung.

In der Ende März abgelaufenen Jagdsaison 2019/2020 haben Jäger mehr als 882.231 Wildschweine erlegt. Das waren gut fünf Prozent mehr als in der bisherigen Rekordsaison zwei Jahre zuvor.

Gaststätten waren bisher Hauptabnehmer der Wildhändler.
Gaststätten waren bisher Hauptabnehmer der Wildhändler.  © Stefan Sauer/dpa

Update, 5. November, 14.43 Uhr: Erneut Hunderttausende neue US-Anträge auf Arbeitslosenhilfe

Die Corona-Krise belastet den Jobmarkt in den USA weiter stark, erneut haben Hunderttausende Arbeitslosenhilfe beantragt. In der vergangenen Woche betrug die Zahl der Erstanträge 751.000, rund 7000 weniger als in der Vorwoche, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Experten hatten lediglich mit 735.000 neuen Anträgen gerechnet.

Die Daten deuten zwar auf eine anhaltende Erholung nach dem historischen Einbruch des Arbeitsmarkts zu Beginn der Pandemie hin, bleiben jedoch auf stark erhöhtem Niveau. Vor der Krise hatte die wöchentliche Zahl meist bei rund 200.000 gelegen. Ein umfassenderes Bild zur Beschäftigungslage in der weltgrößten Volkswirtschaft wird am Freitag der Arbeitsmarktbericht für den vergangenen Monat liefern.

Update, 5. November, 14.36 Uhr: 90 Prozent der Testlabore können Ergebnisse an Corona-App melden

Die Digitalisierung der Corona-Labore in Deutschland ist in den vergangenen drei Monaten ein großes Stück vorangekommen. Insgesamt melden 169 niedergelassene Labore ihre Testkapazitäten an das Robert Koch-Institut, teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage mit. 

An die Corona-Warn-App angeschlossen sind demnach inzwischen 152 niedergelassene Labore, sagte ein Sprecher. Das entspreche 90 Prozent der niedergelassenen Testkapazitäten. Im August waren nur rund die Hälfte der Labore in der Lage, die Testergebnisse digital an die Anwender der offiziellen Corona-Warn-App zu senden.

Neben den niedergelassenen Laboren seien auch elf Labore des Öffentlichen Gesundheitsdienstes und 15 Labore in Krankenhäusern angeschlossen. Durch die Labore seien bis zum Dienstag rund 2,8 Millionen Testergebnisse digital übermittelt worden.

152 Labore sind bereits an die Corona-Warn-App angeschlossen.
152 Labore sind bereits an die Corona-Warn-App angeschlossen.  © Oliver Berg/dpa

Update, 5. November, 14.32 Uhr: Trotz Corona: Geburtstagsparty in Stretch-Limousine

Mit Stretch-Limousine und Drogen hat ein Mann seinen 28. Geburtstag im bayerischen Himmelkron gefeiert. Der Mann mietete die Limousine samt Fahrer und lud zwei 24 bzw. 26 Jahre alte Freunde und eine 28-Jährige zur Feier am Mittwochabend ein, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

Alle fünf Anwesenden erhielten eine Anzeige, da sie sich nicht an die aktuell geltenden Corona-Verordnungen hielten. Bei der Kontrolle fanden die Beamten zudem eine geringe Menge an Betäubungsmittel. Die 28-Jährige muss sich wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten.

Update, 5. November, 14.19 Uhr: Verwaltungsgerichtshof lehnt Eilantrag gegen Corona-Maßnahmen ab

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat einen Eilantrag gegen die Schließung von Gaststätten und das Beherbergungsverbot für Touristen in der Corona-Krise abgelehnt. Die Regelungen seien "nicht offensichtlich rechtswidrig2, erklärte das Gericht am Donnerstag. Eine Hotelkette hatte gegen die jüngsten Corona-Maßnahmen geklagt.

Die Entscheidung bedeutet allerdings nicht, dass das Gericht den Maßnahmen insgesamt zustimmt. Vielmehr wiederholte der Senat auch Zweifel an der Grundlage für die jetzt beschlossenen Maßnahmen. Bei einem Eilverfahren müsse aber eine Folgenabwägung getroffen werden und dabei überwiege "im Hinblick auf die enorm steigenden Infektionszahlen das Schutzgut Leben und Gesundheit einer Vielzahl von Menschen die betroffene freie wirtschaftliche Betätigung." 

Die Maßnahmen seien nicht offensichtlich unverhältnismäßig - auch deswegen, weil für betroffene Betriebe Entschädigungen angekündigt worden seien.

Spaziergänger auf der Seebrücke des Ostseebades Wustrow auf der Halbinsel Fischland. Auch auf der Halbinsel gilt derzeit ein touristisches Beherbergungsverbot.
Spaziergänger auf der Seebrücke des Ostseebades Wustrow auf der Halbinsel Fischland. Auch auf der Halbinsel gilt derzeit ein touristisches Beherbergungsverbot.  © Bernd Wüstneck/dpa

Update, 5. November, 14.09 Uhr: Sieben positive Corona-Tests: Mannschaft des SV Meppen in Quarantäne

Alle Spieler des Fußball-Drittligisten SV Meppen und das Trainerteam um den früheren Nationalspieler Torsten Frings sind vom zuständigen Gesundheitsamt in eine 14-tägige häusliche Quarantäne geschickt worden. Das gab der Verein am Donnerstag bekannt. 

Auslöser dafür ist, dass bei einer der regelmäßigen Corona-Testreihen bei den Emsländern am Dienstag sieben positive Ergebnisse herauskamen. Ihr Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am Samstag können die Meppener unter diesen Umständen nicht austragen. Eine offizielle Absage der Partie liegt allerdings noch nicht vor.

Update, 5. November, 13.40 Uhr: Norwegen verschärft Einreisebestimmungen wegen Corona

Angesicht steigender Corona-Zahlen hat die norwegische Regierung am Donnerstag weitere Einschränkungen angekündigt. Einreisende aus Ländern mit hohen Infektionsraten müssen von Montag an einen negativen Corona-Test vorweisen und zehn Tage in Quarantäne gehen. 

Das gelte auch für Verwandtenbesuche, sagte Ministerpräsidentin Erna Solberg am Donnerstag. Sprich: Wenn die Oma aus Deutschland die Enkelkinder in Norwegen besuchen will, muss sie zuerst in ein Quarantänehotel. Ausgenommen sei, wer aus den Nachbarländern Schweden und Finnland zur Arbeit nach Norwegen pendelt.

In den vergangenen drei Wochen seien 6000 neue Corona-Fälle registriert worden, sagte Solberg. "Und die Kurve steigt von Woche zu Woche steiler." Die Gesundheitsbehörden rechneten damit, dass 60 Prozent der Fälle unentdeckt blieben. "Wir können nicht darauf warten, dass wir die Effekte der Maßnahmen von vergangener Woche sehen", so Solberg. "Die Zeit haben wir nicht."

Einschränkungen gibt es auch im Land. In den Restaurants soll nach Mitternacht kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden, nach 22 Uhr dürfen keine neuen Gäste eingelassen werden. Erna Solberg forderte die Norweger auf, zu Hause zu bleiben und ihre sozialen Kontakte zu begrenzen. Reisen im Inland sollten vermieden werden..

Update, 5. November, 13.30 Uhr: DIHK: Lage in Tourismusbranche und Gastgewerbe kritisch

Die Lage vieler Betriebe in der Tourismusbranche und dem Gastgewerbe ist nach Einschätzung des DIHK sehr kritisch. Schon vor den großen Einschränkungen im November, die erneut zu Schließungen zwingen, hätten die Firmen schwer zu kämpfen gehabt, hieß es in einem Papier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages am Donnerstag. 

So habe zu Herbstbeginn nur jeder zehnte Beherbergungsbetrieb auf Vorkrisenniveau gearbeitet. 94 Prozent der Firmen der Reisewirtschaft gaben nun an, dass sich die Geschäftslage verschlechtert haben. In keiner anderen Branche sei die Situation schlechter beurteilt worden, teilte der DIHK in Berlin mit.

Für die Umfrage aus dem Oktober wurden fast 30.000 Unternehmen aus der gesamten Wirtschaft befragt. Aus dem Gastgewerbe (Beherbergung und Gastronomie) nahmen 2224 Betriebe teil, aus der Tourismuswirtschaft insgesamt 494 Reisebüros und -Vermittler.

Zwar habe es nach der ersten Zwangsschließung im Frühjahr eine
Sommerbelebung gegeben, so der DIHK. Wegen der neuen Beschränkungen sei die kurz- und mittelfristige Entwicklung der Geschäftslage aber kritisch. Seit Anfang November bis Ende des Monats dürfen laut der neuen Corona-Verordnung Hotels keine Touristen mehr aufnehmen.

Die Lage vieler Betriebe in der Tourismusbranche und dem Gastgewerbe ist nach Einschätzung des DIHK sehr kritisch.
Die Lage vieler Betriebe in der Tourismusbranche und dem Gastgewerbe ist nach Einschätzung des DIHK sehr kritisch.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Die Aussichten seien düster, beklagte der DIHK. 90 Prozent der Firmen aus der Reisebranche erwarteten Umsatzrückgänge von 50 Prozent und mehr in diesem Jahr. Ein Drittel des Gastgewerbes rechne ebenfalls mit einem Umsatzrückgang um über die Hälfte. Ein weiteres Drittel der Restaurants und Kneipen taxiere die Einbußen auf 25 bis 50 Prozent. "Die Finanzierung wird bei mittlerweile dünnen oder aufgebrauchten Kapitaldecken schnell schwierig", warnte der DIHK.

Update, 5. November, 13.10 Uhr: Ärzteverband: Lage trotz Rekord bei Corona-Neuinfektionen beherrschbar

Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes hält die Lage der Corona-Neuinfektionen in Deutschland trotz der hohen Zahlen für beherrschbar. "Dass die Lage außer Kontrolle ist, würde ich nicht sagen", sagte die Verbandspräsidentin Ute Teichert am Donnerstag dem Südwestrundfunk (SWR). 

Es gebe zwar auch Infektionen, die man nicht direkt erfassen könne. "Aber es ist ja nicht so, als ob wir von einer großen Welle überrollt würden und gar nicht mehr wissen, wie wir damit umgehen." Teichert räumte aber ein, dass es den Gesundheitsämtern an Personal fehle. "Das wird auf jeden Fall zu einem Problem führen."

Mit 19 990 erfassten Neuinfektionen veröffentlichte das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Bereits am vergangenen Samstag hatte das RKI 19 059 neue Fälle gemeldet.

Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., Ute Teichert-Barthel.
Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes e.V., Ute Teichert-Barthel.  © Martin Schutt dpa/lth

Update, 5. November, 13 Uhr: Nach erneutem positiven Corona-Test: Bremer Agu bleibt in Quarantäne

Weil er weiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird Felix Agu dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen noch länger fehlen. Das Bremer Gesundheitsamt verlängerte die Quarantäne für den 21-Jährigen vorerst bis zum 10. November, wie der Club am Donnerstag mitteilte. 

"Felix geht es gut und wir hoffen natürlich, dass die nächsten Tests negativ sind und gehen davon aus, dass er dann in der Länderspielpause wieder ins Training einsteigen kann", sagte Bremens Geschäftsführer Frank Baumann. Agu war vor zwei Wochen positiv getestet worden, die Quarantänezeit wäre bei einem negativen Test an diesem Donnerstag abgelaufen.

Werders Felix Agu (r) und St. Paulis Maximilian Dittgen in Aktion. Weil er weiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird Felix Agu dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen noch länger fehlen.
Werders Felix Agu (r) und St. Paulis Maximilian Dittgen in Aktion. Weil er weiter positiv auf das Coronavirus getestet wurde, wird Felix Agu dem Fußball-Bundesligisten Werder Bremen noch länger fehlen.  © Carmen Jaspersen/dpa

Update, 5. November, 12.35 Uhr: Corona-Pandemie hat Verbrauch von Plastik angekurbelt

Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge nur kurzfristig positive Auswirkungen auf die Umwelt. 

Zwar sei in vielen europäischen Ländern die Luftqualität besser geworden, weil unter anderem weniger Auto gefahren wurde. Auf der anderen Seite sei aber der Verbrauch von Einwegkunststoff gestiegen, hieß es am Donnerstag in einer EEA-Mitteilung.

"Die Pandemie führte zu einem plötzlichen Anstieg der weltweiten Nachfrage nach persönlicher Schutzausrüstung (PSA) wie Masken, Handschuhen, Roben und Desinfektionsmitteln in Flaschen", so die EEA. Zudem hätten sich viele Restaurants in Europa auf Take-Away- und Lieferservices mit Einweg-Plastikbehältern umgestellt. Auch viele Produkte, die über den zunehmenden Online-Versandhandel verschickt würden, seien in Plastik verpackt. "Die Herstellung, der Verbrauch und die Entsorgung zusätzlicher Einwegkunststoffe werden größere Auswirkungen auf Umwelt und Klima haben", ist die EEA sicher. Die Folge seien ein Anstieg der Luftverschmutzung und der Treibhausgasemissionen sowie mehr Abfall.

Die Corona-Krise habe sich nicht nur in der EU, sondern global auf den Energieverbrauch und die Treibhausgas-Emissionen ausgewirkt, heißt es in dem Bericht.

Europaweit – so Schätzungen - ging der Personenverkehr um 57 Prozent und der Flugverkehr um 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In einigen Städten habe sich die Luftqualität dadurch "dramatisch verbessert", so die EEA. In Deutschland sei die Stickstoffdioxid-Konzentration in der Luft um knapp ein Drittel (31 Prozent) zurückgegangen. In vielen Teilen der Welt sei die Luftqualität aber wieder auf das alte Niveau zurückgekehrt, als die Corona-Maßnahmen gelockert wurden. 

Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge nur kurzfristig positive Auswirkungen auf die Umwelt.
Die Corona-Pandemie hat einem Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA zufolge nur kurzfristig positive Auswirkungen auf die Umwelt.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Update, 5. November, 12.20 Uhr: Aber nur ohne Quarantäne: VfB will Nationalspieler reisen lassen

Der VfB Stuttgart möchte seinen Spielern in der bevorstehenden Bundesliga-Pause trotz der derzeitigen Pandemielage die Reise zu ihren jeweiligen Nationalteams ermöglichen. 

"Wenn sie danach fünf bis 14 Tage in Quarantäne müssen und für unser nächstes Punktspiel gesperrt sind, geht das natürlich nicht", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo am Donnerstag. "Mein Verständnis ist: Wenn man danach in Quarantäne muss, gibt es keine Abstellungspflicht. Deshalb gilt es, eine gute Kommunikation mit den Gesundheitsämtern herzustellen. Wir sind mit allen in Kontakt." 

Er gehe davon aus, dass die Spieler reisen könnten. "Soweit ich weiß, gibt es nur noch einen oder zwei, bei denen wir Grünes Licht brauchen."

Über die Anzahl der endgültigen Nominierungen will der VfB nach dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) informieren. Zuletzt waren sieben Profis der Schwaben mit ihren Nationalteams unterwegs - darunter die Leistungsträger Wataru Endo (Japan), Sasa Kalajdzic (Österreich) und Orel Mangala (Belgien U21).

Update, 5. November, 12.13 Uhr: Erneut ein Corona-Höchstwert - aber der Anstieg scheint abzuflachen

Seit Wochen bringt der Donnerstag einen neuen Höchstwert an Corona-Infektionen in Deutschland. Das ist auch diesmal so. Dennoch gibt es Anzeichen, dass eine Trendumkehr bevorstehen könnte. Auf die Lage bei den Intensivstationen hat das zunächst keinen Einfluss.

Mit 19.990 erfassten Neuinfektionen hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag einen neuen Höchstwert gemeldet - der Anstieg der Fallzahlen scheint sich aber etwas abzuflachen. Sowohl die Rate bundesweiter Neuansteckungen als auch die R-Werte liefern Anzeichen dafür, dass möglicherweise eine Trendumkehr bevorstehen könnte. 

Den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie hatte das RKI am vergangenen Samstag mit 19.059 Fällen gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,81. Das heißt, dass zehn Infizierte im Mittel etwa acht weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Seit Wochen bringt der Donnerstag einen neuen Höchstwert an Corona-Infektionen in Deutschland.
Seit Wochen bringt der Donnerstag einen neuen Höchstwert an Corona-Infektionen in Deutschland.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 5. November, 12 Uhr: Verband fordert bundesweite Erlaubnis für Tennissport

Der Deutsche Tennis Bund hat von der Politik eine bundesweite Erlaubnis für den Tennissport in Corona-Zeiten gefordert. 

"Tennis zeichnet sich durch einen großen Abstand zwischen den Spielern aus und eignet sich in der aktuellen Situation besonders gut zum Sporttreiben - in der Halle und im Freien", hieß es am Donnerstag in einer Verbandsmitteilung.

Der den Verordnungen zugrunde liegende Beschluss der Bundesregierung vom 28. Oktober sehe zwar ein Verbot des Freizeit- und Amateursportbetriebs vor, "allerdings mit Ausnahme des Individualsports, allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen", hieß es in dem DTB-Schreiben. Trotz dieser Ausnahme war in einigen Bundesländern der Tennissport nicht gestattet worden.

Der Deutsche Tennis Bund hat von der Politik eine bundesweite Erlaubnis für den Tennissport in Corona-Zeiten gefordert.
Der Deutsche Tennis Bund hat von der Politik eine bundesweite Erlaubnis für den Tennissport in Corona-Zeiten gefordert.  © Sven Hoppe/dpa

Update, 5. November, 11.45 Uhr: Schwedens Regierungschef in Corona-Isolation

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben, nachdem jemand aus seinem Umkreis mit einer Person zusammen war, die positiv auf Covid-19 getestet wurde. Das teilte Löfven am Donnerstag auf seiner Facebook-Seite mit. 

Seine Kontaktperson sei negativ getestet worden, er und seine Frau hielten sich aber trotzdem auf Rat der Ärzte isoliert. Er habe keine Symptome und es gehe ihm gut, erklärte der Regierungschef.

Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben.
Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven hat sich freiwillig in Isolation begeben.  © Maxim Thore/Bildbyran via ZUMA Press/dpa

Update, 5. November, 11.30 Uhr: Belgien hat erstmals seit Wochen weniger Corona-Patienten im Krankenhaus

Im heftig von der Corona-Pandemie betroffenen Belgien ist die Zahl der Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern erstmals seit Wochen leicht zurückgegangen. Die Intensivstationen der Krankenhäuser des Landes mit elf Millionen Einwohnern werden jedoch weiterhin stärker ausgelastet, wie aus Daten der Gesundheitsbehörde Sciensano vom Donnerstag hervorgeht.

Von Dienstag auf Mittwoch ist die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus demnach um 1 Prozent auf 7405 zurückgegangen. Es war der erste Rückgang seit fast zwei Monaten. 1412 von ihnen wurden auf den Intensivstationen behandelt - ein Zuwachs um 4 Prozent. Damit nähert Belgien sich weiter der derzeitigen Maximal-Kapazität von rund 2000 Intensivbetten. Weil einige Krankenhäuser bereits überlastet waren, wurden Patienten zum Teil in andere Einrichtungen - auch über die Grenze nach Deutschland - gebracht.

Die Zahl jener Menschen, die mit oder an dem Coronavirus gestorben sind, steigt unterdessen weiter stark an. Im Wochenvergleich legte der Wert um 106 Prozent auf knapp 147 Todesfälle täglich zu.

Update, 5. November, 11.10 Uhr: Bundeswehr vergrößert Corona-Kontingent auf 16.000 Soldaten

Die Bundeswehr wird weitere 1000 Soldaten für Hilfseinsätze in der Corona-Krise bereithalten. Das Gesamtkontingent wachse damit bis spätestens Ende November auf 16.000 Männer und Frauen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis und Nationaler Territorialer Befehlshaber, am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. 

Geprüft werde derzeit auch, weitere Soldaten für den Notfall als Reserve - wohl einige Tausend mehr - einzuplanen.

"Die zweite Welle ist offenkundig über Deutschland und Europa massiver hereingebrochen als von vielen erwartet bzw. erhofft", sagte Schelleis. Inzwischen seien 5600 Soldaten in der Corona-Hilfe gebunden, davon 4366 in den Hilfseinsätzen direkt im Einsatz. Amtshilfe werde in allen Bundesländern geleistet, derzeit vor allem in 255 von bundesweit 375 Gesundheitsämtern, aber auch mit mobilen Abstrichteams. In Alten- und Pflegeheimen seien 88 Soldaten im Einsatz.

In der Corona-Hilfe sei deutlich geworden, dass viele Deutsche bisher offenbar keinen Kontakt zu Bundeswehrsoldaten hatten und - so höre er es - erstaunt über Hilfsbereitschaft und Empathie seien. Das erstaune wiederum ihn selbst, und er frage sich, welches Bild wohl vorher vorgeherrscht habe, sagte Schelleis. Der Inspekteur erwartet eine steigende Nachfrage nach Amtshilfe in Gesundheitsämtern. Die Bundeswehr sei auch darauf eingestellt, eine mögliche bundesweite Impfkampagne logistisch zu unterstützen.

Update, 5. November, 10.45 Uhr: Einzelhandel erwartet trotz Corona mehr Umsätze zu Weihnachten

Trotz Corona rechnet der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft. 

Insgesamt würden die Verbraucher in den Monaten November und Dezember voraussichtlich rund 104 Milliarden Euro ausgeben, prognostizierte am Donnerstag der Handelsverband Deutschland (HDE). Das entspräche einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Allerdings profitieren voraussichtlich längst nicht alle Branchen von der ungebrochenen Kauflust der Konsumentinnen und Konsumenten. "Die Kunden kaufen auch in der Corona-Krise Geschenke, sie shoppen, aber deutlich mehr online und gehen seltener in die Innenstädte", sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Im Onlinehandel erwartet der HDE deshalb im Weihnachtsgeschäft Umsatzsteigerungen um 19 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Deutliche Einbußen drohten dagegen dem Innenstadthandel, insbesondere den Bekleidungsgeschäften. Sie leiden angesichts des Teil-Lockdowns massiv unter sinkenden Kundenfrequenzen.

Trotz Corona rechnet der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft.
Trotz Corona rechnet der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen im wichtigen Weihnachtsgeschäft.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Der Handel in den Innenstädten darf zwar öffnen, gleichzeitig appelliert die Politik aber an die Kunden, zu Hause zu bleiben. In der Folge können die Geschäfte mit Blick auf extrem sinkende Kundenfrequenzen vielerorts wirtschaftlich nicht mehr überleben", warnte Genth. Er forderte deshalb die Bundesregierung auf, ihr aktuelles Nothilfeprogramm für wegen Corona-Pandemie geschlossene Betriebe auch für Einzelhändler zu öffnen.

Update, 5. November, 10.30 Uhr: Basketball-Bundesliga drohen erste Spielabsagen

Der Basketball-Bundesliga drohen bereits zum am ersten Spieltag die ersten Absagen. Nach dpa-Informationen sind die für Samstag geplanten Partien zwischen medi Bayreuth und den Telekom Baskets Bonn sowie Jobstairs Gießen 46ers gegen Syntainics Mitteldeutscher BC gefährdet, weil es in beteiligten Teams Corona-Fälle gibt oder gab. Zuerst hatte das Fachmagazin "BIG - Basketball in Deutschland" darüber berichtet. Die Liga will sich bis zum frühen Donnerstagnachmittag dazu äußern.

Das Team von medi Bayreuth befindet sich wegen positiver Corona-Fälle bereits seit zwei Wochen in häuslicher Quarantäne. Aus diesem Grund hatten auch schon zwei Pokalspiele der Franken verlegt werden müssen. 

Die Bayreuther sollen erst am Freitag wieder trainieren können. Das Drittliga-Team der Gießener befindet sich seit Montagabend nach einem positiven Test bei einem Spieler in Quarantäne.

Update, 5. November, 9.54 Uhr: Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge als erwartet

Die deutsche Industrie hat im September weniger Aufträge erhalten als erwartet. Der Auftragseingang legte im Vergleich zum Vormonat zwar um 0,5 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt aber mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet. 

Der Anstieg im Vormonat wurde auf 4,9 Prozent nach oben revidiert, zuvor waren 4,5 Prozent angenommen worden.

Besonders schlecht lief es für Großaufträge wie für schwere Maschinen oder Flugzeuge, hier kam es zu Rückgängen. Besonders die Luftfahrtindustrie wurde durch die Corona-Krise schwer getroffen. Sieht man von Großaufträgen ab, so lag der Auftragseingang im verarbeitenden Gewerbe jedoch auch im September deutlich über dem Vormonat, das Plus lag demnach bei 4,5 Prozent. Aufgrund des großen Einflusses auf den Gesamtindex gibt das Statistische Bundesamt seit April 2014 auch den Wert ohne Großaufträge an.

Update, 5. November, 9.30 Uhr: Maas' Corona-Kontakt hat keine Auswirkungen auf das Kabinett

Der Kontakt von Bundesaußenminister Heiko Maas zu einem Corona-Infizierten hat keine Auswirkungen auf andere Mitglieder der Bundesregierung. 

"Das Bundeskabinett tagt unter Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln. Eine Quarantäne anderer Teilnehmer ist nicht erforderlich", teilte ein Regierungssprecher am Donnerstag auf Anfrage mit.

Maas hatte sich am Mittwoch zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen in Quarantäne begeben. Der Kontakt erfolgte bereits am Montagabend mit einem "ausländischen Delegationsteilnehmer". Am Mittwoch hatte der SPD-Politiker noch an einer Kabinettssitzung teilgenommen, erst anschließend wurde er über den positiven Test der Kontaktperson informiert. Ein erster Test des Außenministers fiel negativ aus. Maas hatte sich erst Ende September für elf Tage in Quarantäne begeben, weil sich einer seiner Leibwächter infiziert hatte.

Der Kontakt von Bundesaußenminister Heiko Maas zu einem Corona-Infizierten hat keine Auswirkungen auf andere Mitglieder der Bundesregierung.
Der Kontakt von Bundesaußenminister Heiko Maas zu einem Corona-Infizierten hat keine Auswirkungen auf andere Mitglieder der Bundesregierung.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 5. November, 9 Uhr: Studie: Wohl geringes Infektionsrisiko in Kitas

Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko. 

Bei der "Safe-Kids-Studie" in Zusammenarbeit mit dem hessischen Sozialministerium waren über einen Zeitraum von zwölf Wochen 825 Kinder sowie 372 Mitarbeiterinnen in 50 Kitas in Hessen getestet worden, wie die Universität am Mittwoch mitteilte. Dabei seien nur zwei Probanden positiv getestet worden - in beiden Fällen Erzieherinnen. Zuerst hatte die Wochenzeitung "Die Zeit" darüber berichtet.

Im Untersuchungszeitraum (18. Juni bis 10. September) sei die Rate an Neuinfektionen landesweit allerdings als niedrig einzustufen gewesen, hieß es. Daher seien die Ergebnisse nicht ohne weiteres auf ein Umfeld mit hoher Inzidenz übertragbar. Im Studienzeitraum hätten jedoch auch die hessischen Sommerferien und die Wochen danach gelegen, in denen es reisebedingt zu einem Anstieg der Fallzahlen kam.

"In den zwölf Wochen Beobachtungszeitraum hat sich wohl keines der mehr als 800 untersuchten Kinder infiziert", sagte Studienleiterin Sandra Ciesek der Zeitung. 

Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko.
Bei kleinen Kita-Kindern besteht nach einer Studie der Universität Frankfurt wohl ein vergleichsweise geringes Corona-Ansteckungsrisiko.  © Monika Skolimowska/dpa

"Die Wahrscheinlichkeit scheint also extrem gering zu sein, dass sich Kinder anstecken." Überraschend sei dieser Befund insofern, als die meisten Infektionskrankheiten wie Erkältungen oder die saisonale Grippe sich sehr schnell in Kitas und Schulen verbreiteten, erklärte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt. "Ausgerechnet bei Sars-CoV-2 scheint das aber nicht so zu sein."

Bei der "Safe-Kids-Studie" hatten die Eltern und Mitarbeiter den Angaben zufolge einmal pro Woche einen Wangen- und einen Analabstrich bei ihren Kindern und sich selbst vorgenommen, um eine Ausscheidung von Sars-CoV-2 nachzuweisen.

Update, 5. November, 8.35 Uhr: Britische Notenbank lockert Geldpolitik in Corona-Krise

Die britische Notenbank hat ihre Geldpolitik inmitten der Corona-Krise weiter gelockert. Zur Konjunkturstützung will sie zusätzliche Staatsanleihen im Wert von 150 Milliarden Pfund (rund 166 Mrd Euro) erwerben, wie die Bank of England am Donnerstag in London mitteilte. Ihren Leitzins beließ die Zentralbank dagegen knapp über der Nulllinie bei 0,1 Prozent. Vor dem Zinsentscheid gab es Spekulationen und Presseberichte, wonach der Zins in den negativen Bereich abgesenkt werden könnte.

Update, 5. November, 8.20 Uhr: Teammanager Roggisch rechnet nicht mit Absage von Handball-WM

Ex-Weltmeister Oliver Roggisch geht trotz der Corona-Pandemie von der planmäßigen Austragung der Handball-Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten aus. 

"Die Ägypter sind sehr gut vorbereitet. Ich glaube, dass wir damit rechnen können, dass da alles glatt läuft", sagte der Teammanager (42) der deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag im "Morgenmagazin" des ZDF.

Bei der WM vom 13. bis 31. Januar kämpfen 32 Teams um die Medaillen, Deutschland trifft in der Gruppe A auf Ungarn, Uruguay und die Kapverden. "Natürlich ist es ein großes Turnier, aber für den Handball in Deutschland und ganz Europa ist es immens wichtig, dass wir Spiele haben, die auch live übertragen werden, dass wir einfach als Handball stattfinden. Das ist mal das Wichtigste, und von daher vertraue ich den Ägyptern, dass sie das gut hinkriegen", sagte der frühere Abwehrchef.

Ex-Weltmeister Oliver Roggisch geht trotz der Corona-Pandemie von der planmäßigen Austragung der Handball-Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten aus.
Ex-Weltmeister Oliver Roggisch geht trotz der Corona-Pandemie von der planmäßigen Austragung der Handball-Weltmeisterschaft im Januar in Ägypten aus.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 5. November, 7.35 Uhr: Werder Bremen stellt keine Nationalspieler ins Ausland ab

Fußball-Bundesligist Werder Bremen will nach Informationen des Fachmagazins "Kicker" (Donnerstag) keinen seiner Nationalspieler zu einem Länderspiel ins Ausland abstellen. Das würde Marco Friedl (Österreich), Milos Veljkovic (Serbien), Milot Rashica (Kosovo), Yuya Osako (Japan) oder Josh Sargent (USA) betreffen. Nur der tschechische Torhüter Jiri Pavlenka kann für das Länderspiel am kommenden Mittwoch gegen Deutschland zu seinem Auswahlteam reisen.

Die Bremer würden damit gegen keine Regeln verstoßen, denn nach dem vom Weltverband FIFA angepassten Reglement besteht mindestens bis zum Jahresende keine Abstellungspflicht für Partien in Corona-Risikogebieten, wenn einem Spieler nach der Rückkehr unabhängig vom Testergebnis eine fünftägige Quarantäne droht. 

Auf dieser vorsorglichen Isolation besteht aber das Bremer Gesundheitsamt.

Update, 5. November, 7.20 Uhr: Lufthansa noch tiefer im Minus als gedacht

Der Geschäftsrückgang in der Corona-Krise und die Stilllegung vieler Flugzeuge hat der Lufthansa im Sommer einen noch höheren Milliardenverlust eingebrockt als gedacht. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Minus von fast zwei Milliarden Euro, wie der MDax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. 

Während die Lufthansa im operativen Geschäft - wie bereits bekannt - einen Verlust (bereinigtes Ebit) von knapp 1,3 Milliarden Euro verzeichnete, zogen Abschreibungen auf stillgelegte Passagierjets und Finanzgeschäfte zur Absicherung der Treibstoffpreise das Nettoergebnis zusätzlich nach unten. Analysten hatten unter dem Strich im Schnitt mit einem Minus von rund 1,6 Milliarden Euro gerechnet.

Angesichts der schwachen Ticketnachfrage wegen der Corona-Pandemie will der Konzern im vierten Quartal weiterhin höchstens ein Viertel der Vorjahreskapazität anbieten. Der Vorstand um Lufthansa-Chef Carsten Spohr will den Mittelabfluss im operativen Geschäft im vierten Quartal auf 350 Millionen Euro begrenzen. Im Laufe des nächsten Jahres soll der operative Mittelzufluss wieder ins Positive drehen. 

Dazu müsse sich die Pandemie aber so entwickeln, dass der Konzern sein Flugangebot wieder auf rund 50 Prozent des Vorkrisenniveaus hochfahren kann, hieß es.

Der Geschäftsrückgang in der Corona-Krise und die Stilllegung vieler Flugzeuge hat der Lufthansa im Sommer einen noch höheren Milliardenverlust eingebrockt als gedacht.
Der Geschäftsrückgang in der Corona-Krise und die Stilllegung vieler Flugzeuge hat der Lufthansa im Sommer einen noch höheren Milliardenverlust eingebrockt als gedacht.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 5. November, 5.40 Uhr: Natalia Wörner sorgt sich in Corona-Krise um Künstler

Angesichts der Corona-Maßnahmen sorgt sich die Schauspielerin Natalia Wörner um die Kulturbranche. 

"Ich bin gespannt, wie die Hilfen für Solo-Selbständige und Künstler jetzt in der zweiten Welle greifen und umgesetzt werden und wie wir Künstler uns und unsere Familien weiter ernähren können", sagte die 53-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. 

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Angesichts der Corona-Maßnahmen sorgt sich die Schauspielerin Natalia Wörner um die Kulturbranche.
Angesichts der Corona-Maßnahmen sorgt sich die Schauspielerin Natalia Wörner um die Kulturbranche.  © Georg Wendt/dpa

Update, 5. November, 5 Uhr: Jeder Zweite erwartet ein Weihnachten in der Isolation

Die Hälfte der Bundesbürger rechnet mit einem Weihnachten in der Isolation. Konkret befürchten 52 Prozent, dass die Haushalte in Deutschland wegen der Corona-Krise diesmal getrennt feiern müssen, wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur ergab. Dass Restaurants, Kneipen und Cafés rund um die kommenden Feiertage geschlossen bleiben müssen, erwarten 53 Prozent.

Noch pessimistischer sind die Bundesbürger beim Thema Weihnachtsmärkte, Gottesdienste, Konzerte und Silvesterpartys: Hier rechnen zwei von drei Befragten damit, dass diese im Corona-Winter ausfallen müssen (68 Prozent). Wird dies alles dazu führen, dass sich mehr Menschen als gewöhnlich einsam fühlen? Ja, befürchten 62 Prozent.

Dass Weihnachten und Silvester in diesem Jahr überwiegend so ablaufen wie in jedem Jahr, erwarten noch 8 Prozent.

Die Hälfte der Bundesbürger rechnet mit einem Weihnachten in der Isolation.
Die Hälfte der Bundesbürger rechnet mit einem Weihnachten in der Isolation.  © Mascha Brichta/dpa-tmn/dpa

Update, 5. November, 4.50 Uhr: Lehrerverband: Versetzte Schulanfangszeiten keine grundlegende Lösung

Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch. Eine entsprechende Forderung hatte der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erhoben. 

"Das stößt sehr schnell an Grenzen", sagte hingegen Lehrerverband-Präsident Heinz-Peter Meidinger der Deutschen Presse-Agentur. Dies habe mehrere Gründe. Das Hauptargument aber sei: "Da ist dann zwar vielleicht ein bisschen weniger los in den Bussen und in den Pausen, aber am Grundproblem ändert sich nichts. Und das Grundproblem ist die volle Klasse. In der Schule haben sie trotzdem die vollen Klassenzimmer."

Auch auf einer ganz praktischen Ebene sei der Vorschlag, die Anfangszeiten des Unterrichts zu staffeln, vielerorts nicht umsetzbar. Zum einen beförderten die Schulbusse in vielen Landkreisen zugleich Berufspendler. 

Doch selbst wo es reine Schulbusse gebe, würden die Fahrzeuge außerhalb der Standard-Zeiten bereits zu anderen Zwecken eingesetzt, "so dass zusätzliche Kapazitäten wenn, dann nur in einzelnen Regionen, aber nicht flächendeckend realisiert werden können". Auch würden versetzte Zeiten neue Probleme etwa bei der Mittagsverpflegung bereiten, die dann ebenfalls zeitlich ausgedehnt werden müsste.

Dagegen setzen im Kampf gegen überfüllte Schulbusse erste Städte in Schleswig-Holstein jetzt auf eine Entzerrung der Schulanfangszeiten. In Flensburg etwa haben sich 15 weiterführende Schulen bereits im September auf gestaffelte Schulanfangszeiten verständigt. Nach langem Zögern will jetzt auch Lübeck einen Runden Tisch dazu einrichten.

Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch.
Versetzte Schulzeiten zur Entzerrung des Schülerverkehrs und damit zur Senkung der Infektionsgefahr beurteilt der Deutsche Lehrerverband skeptisch.  © Annette Riedl/dpa

Meidingers Gegenvorschlag dazu: "Wenn man wirklich bei stark steigenden Infektionszahlen wirksamen Gesundheitsschutz machen möchte, muss man tatsächlich wieder in den Wechselbetrieb gehen, das heißt, Klassen halbieren und die eine Hälfte in der einen Woche oder am einen Tag und die andere Hälfte in der anderen Woche oder am anderen Tag in der Schule unterrichten."

Den jetzigen Kurs der Politik kritisierte Meidinger, der bis zu den Sommerferien Direktor eines Gymnasiums im niederbayerischen Deggendorf war und die Pädagogen lange Jahre auch an der Spitze des Deutschen Philologenverbands vertrat: "Nichts zu tun und die Schulen auf Teufel komm raus offen zu halten, das versteht keiner mehr."

Die vorhandenen Stufenpläne müssten mit verbindlichen Inzidenz-Grenzwerten hinterlegt werden. "Bloß zu sagen: Wir haben einen Stufenplan, und egal welche Werte erreicht werden, wir handeln nicht - das ist grob fahrlässig."

Update, 5. November, 4.30 Uhr: England geht in den Teil-Lockdown

In England gilt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie seit diesem Donnerstag ein Teil-Lockdown mit weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, Schulen und Universitäten bleiben aber geöffnet. Anders als in Deutschland wird auch der Handel für einen Monat lang zu bleiben - abgesehen von Supermärkten und anderen als notwendig eingestuften Geschäften.

Die Engländer sollen ihre Wohnungen bis zum 2. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen - etwa zur Arbeit, zum Sport, zur Erholung oder zur Pflege Angehöriger. Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln zur Virus-Bekämpfung. Dort fuhr man bereits früher zeitlich begrenzt das öffentliche Leben weitgehend herunter.

Die Zahl der Todesfälle von Corona-Infizierten stieg in Großbritannien am Mittwoch mit fast 500 Toten innerhalb eines Tages auf den höchsten Stand seit Mai. In den vergangenen zwei Wochen zählte das Land mit seinen rund 68 Millionen Einwohnern laut EU-Seuchenbehörde ECDC rund 470 Fälle pro 100.000 Menschen.

Für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gilt zudem nun die höchste Warnstufe. Man steuere auf eine "ernste Situation" zu, sagte NHS-England-Chef Simon Stevens. Im Nordwesten des Landes habe im Oktober bereits ein Viertel der geplanten Operationen wegen Covid-19-Patienten verschoben werden müssen. 

Dies werde auch in anderen Regionen zunehmen. Mit aktuell knapp 11.000 Covid-Patienten in den englischen Krankenhäusern sehe man in vielen Regionen bereits mehr Menschen in den Krankenhäusern als in der ersten Welle im April, sagte Stevens in einem BBC-Interview. 

Die betroffen Covid-Patienten könnten gebündelt aktuell bereits 22 Krankenhäuser komplett füllen.

Passanten gehen an einem weihnachtlich dekorierten Schaufenster bei Selfridges in der Oxford Street vorbei. Ab diesem Donnerstag, den 05.11.2020, gilt in England zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown.
Passanten gehen an einem weihnachtlich dekorierten Schaufenster bei Selfridges in der Oxford Street vorbei. Ab diesem Donnerstag, den 05.11.2020, gilt in England zur Bekämpfung der Corona-Pandemie ein Teil-Lockdown.  © Alberto Pezzali/AP/dpa

20.000 Patienten in den Krankenhäusern gelten nach Angaben von NHS England als obere Belastungsgrenze. Diese könne innerhalb weniger Wochen erreicht sein, wenn die Infektionszahlen nicht drastisch sänken, warnen Gesundheitsexperten.

Premierminister Boris Johnson gestand am Mittwoch im Londoner Parlament, das über den Teil-Lockdown abstimmte, Mängel am britischen Testsystem und bei der Nachverfolgung ein. Seine Regierung setzt nun große Hoffnungen auf Schnelltests: So soll am Freitag in der besonders schwer betroffenen Stadt Liverpool ein Pilotprojekt starten, bei dem allen Bürgern Schnelltests angeboten werden sollen.

Update, 5. November, 1.30 Uhr: Deutlich größerer Anteil an Corona-Tests fällt positiv aus

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1.11.) etwa 7,3 Prozent der Tests an, wie das Robert Koch-Institut in seinem Lagebericht von Mittwochabend schreibt. In Kalenderwoche 35 (bis 30.8.) waren es noch rund 0,7 Prozent.

Die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests kletterte in den vergangenen zwei Monaten deutlich um mehr als 400 000. 191 Labore meldeten zuletzt rund 1,6 Millionen solcher Laboruntersuchungen in einer Woche. Die Entwicklung bei Positivenrate und Test-Anzahl spiegelt sich im über Wochen starken Anstieg bei den gemeldeten Neuinfektionen wieder.

Update, 4. November, 22.21 Uhr: Negativer Corona-Test bei dänischer Regierungschefin Frederiksen

Nach einer bestätigten Corona-Infektion in ihrem Kabinett ist die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen negativ auf das Coronavirus getestet worden. Wie ihr Büro am Mittwochabend mitteilte, kann die Regierungschefin damit auch wieder Termine wahrnehmen, die eine körperliche Anwesenheit erfordern. Sie werde jedoch so weit wie möglich virtuell arbeiten, ehe sie in zwei Tagen ein weiteres Mal getestet werde.

Zuvor hatte der dänische Justizminister Nick Hækkerup bekanntgegeben, positiv auf das Coronavirus getestet worden zu sein. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, hatte er in der Nacht zum Mittwoch auf Facebook geschrieben. Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Corona-Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Corona-Krise neben Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen.

Update, 4. November, 21.02 Uhr: Italien verschiebt neue Corona-Verschärfungen

Die Regierung in Rom verschiebt die jüngsten Verschärfungen zum Corona-Schutz in Italien kurzfristig um einen Tag. Das sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwochabend im Fernsehen. Der Beginn sei statt für Donnerstag jetzt für Freitag vorgesehen, sagte er. 

Die Regierung plant unter anderem nächtliche Ausgangssperren im ganzen Land sowie weitere Maßnahmen in Hochrisikozonen in bestimmten Regionen. Die Vorbereitung erfordere noch etwas Zeit.

Medizinisches Personal kümmert sich um Corona-Patienten auf der Intensivstation des Krankenhauses San Filippo Neri in Rom.
Medizinisches Personal kümmert sich um Corona-Patienten auf der Intensivstation des Krankenhauses San Filippo Neri in Rom.  © Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Update, 4. November, 20.39 Uhr: Fußball-Nationalspieler Havertz mit Coronavirus infiziert

Fußball-Nationalspieler Kai Havertz vom FC Chelsea ist mit dem Coronavirus infiziert. Das gab Trainer Frank Lampard am Mittwoch kurz vor dem Champions-League-Spiel des Premier-League-Clubs gegen Stade Rennes bekannt. 

Havertz sei positiv getestet worden, schrieb der Verein auf Twitter. Als Konsequenz habe sich der Spieler in Selbstisolation begeben. Ob der 21-Jährige Symptome auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gezeigt hat, gab der Club nicht bekannt. Havertz gehörte daher im Gegensatz zu Nationalstürmer Timo Werner auch nicht zum Aufgebot für die Partie gegen Rennes.

Update, 4. November, 20.34 Uhr: Slowakei verlängert Ausgangssperre - Einreisende im Dilemma

Die slowakische Regierung hat am Mittwoch die geltende landesweite Ausgangssperre bis zum 14. November verlängert. Wer keinen negativen Corona-Test vorweisen kann, darf seine Wohnung nicht einmal mehr für den Weg zur Arbeit verlassen. Erlaubt sind nur dringend notwendige Besorgungen und das Absolvieren eines Corona-Tests.

In ein besonderes Dilemma geraten Menschen, die aus dem Ausland einreisen. Nach einer Reihe widersprüchlicher Regierungsankündigungen der letzten Tage veröffentlichte das Außenministerium in Bratislava am Mittwoch eine Auslegung der aktuell gültigen Bestimmungen, die Klarheit schaffen sollte.

Aufgrund einer Regierungsverordnung darf man demnach zwar aus Deutschland oder einem anderen nicht als Risikoland qualifizierten Staat ungehindert einreisen, ohne einen negativen Corona-Test vorweisen oder eine Quarantäne antreten zu müssen. Aufgrund einer gleichzeitig geltenden anderen Vorschrift gilt aber auch für diese Einreisenden das Verbot, sich ohne negativen Corona-Test frei im Land zu bewegen.

Ein medizinischer Mitarbeiter wartet in einer Abnahmestelle für Corona-Tests ist Bratislava. In der Slowakei begann am vergangenen Wochenende die erste Runde landesweiter Corona-Massentests.
Ein medizinischer Mitarbeiter wartet in einer Abnahmestelle für Corona-Tests ist Bratislava. In der Slowakei begann am vergangenen Wochenende die erste Runde landesweiter Corona-Massentests.  © Michal Svítok/TASR/dpa

Update, 4. November, 20.10 Uhr: Künstler protestieren gegen Schließung von Kultur-Einrichtungen

Über hundert Mitglieder der Bayerischen Akademie der Schönen Künste haben sich gegen die Schließung von Kultur- und Bildungsstätten während des Teil-Lockdowns im November ausgesprochen. 

"Kultur als 'Unterhaltungs- und Freizeitgestaltung' abzuwerten, empfinden wir als erschreckenden Offenbarungseid mancher Volksvertreter", hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Mitteilung. Zu den Unterzeichnern gehören die Schauspieler Mario Adorf und Senta Berger sowie die Schriftsteller Lutz Seiler und Uwe Timm.

Mit weiteren namhaften Persönlichkeiten aus dem Kulturleben forderten sie die etablierten Parteien in Bund und Land auf, sich für die Belange der freischaffenden Künstler einzusetzen.

Update, 4. November, 19.21 Uhr: Berlins Regierender und Brandenburger Minister haben kein Corona

Nach der Corona-Infektion von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sind Tests bei anderen Politikern sowie bei Spitzenmanagern, die auch an der Eröffnung des Flughafens BER teilgenommen hatten, negativ ausgefallen. 

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und mehrere Brandenburger Minister seien negativ getestet worden, teilten die Senatskanzlei und der Sprecher der Brandenburger Regierung am Mittwoch mit. Müller werde seine freiwillige Quarantäne wieder verlassen, hieß es.

Michael Müller (55, SPD), Berlins Regierender Bürgermeister wurde negativ auf das Coronavirus getestet
Michael Müller (55, SPD), Berlins Regierender Bürgermeister wurde negativ auf das Coronavirus getestet  © Britta Pedersen/dpa

Update, 4. November, 18.59 Uhr: Bald 800.000 Corona-Fälle in Italien

In Italien haben die Gesundheitsbehörden am Mittwoch 30.550 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Die Zahl der neuen Ansteckungen mit dem Virus hatte Ende der vergangenen Woche schon etwas höher gelegen. Einige Experten sprachen deshalb von einem Anzeichen, dass sich dieser Wert auf hohem Niveau stabilisiert haben könnte. Giovanni Rezza, ein Fachmann des Gesundheitsministeriums, mahnte trotzdem vor zu schnellen Schlüssen. 

Die Regierung in Rom hatte im Oktober mehrfach die Schutzvorschriften gegen den Erreger Sars-CoV-2 verschärft. An diesem Donnerstag soll zudem eine nächtliche Ausgangssperre starten. Die Zahl der neuen Covid-19-Todesfälle blieb mit 352 Opfern innerhalb von 24 Stunden am Mittwoch weiter hoch. Das 60-Millionen-Einwohner-Land registrierte seit Februar insgesamt fast 800.000 Infektionsfälle. Im Zusammenhang mit dem Virus starben nach offiziellen Angaben bisher 39.764 Menschen.

Update, 4. November, 18.48 Uhr: Fast 500 Corona-Tote innerhalb eines Tages in Großbritannien

Mit fast 500 Toten innerhalb eines Tages hat Großbritannien den höchsten Stand an Todesfällen von Corona-Infizierten seit Mitte Mai erreicht. Die zuständige Statistikbehörde meldete am Mittwoch 492 Fälle, in denen die Patienten innerhalb von vier Wochen vor ihrem Tod positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. So hoch lag die Zahl der Todesfälle nicht mehr seit dem 19. Mai, als 500 Tote gezählt wurden. 

Mit mehreren Zehntausend Toten gilt Großbritannien als das bislang von der Pandemie am härtesten getroffene Land in Europa.

Canon Sarah Brown zündet eine Kerze am Hochaltar in der Peterborough Kathedrale an. Damit soll der "Covid-19: Alles, was wir verloren haben"-Gebetsweg eröffnet werden, der den Menschen die Möglichkeit geben soll, die verschiedenen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr Leben zu reflektieren.
Canon Sarah Brown zündet eine Kerze am Hochaltar in der Peterborough Kathedrale an. Damit soll der "Covid-19: Alles, was wir verloren haben"-Gebetsweg eröffnet werden, der den Menschen die Möglichkeit geben soll, die verschiedenen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihr Leben zu reflektieren.  © Joe Giddens/PA Wire/dpa

Update, 4. November, 18.41 Uhr: Gericht lehnt Eilantrag von Tattoo-Studio gegen Corona-Schließung ab

Ein Tattoo-Studio aus Brandenburg ist mit dem Versuch gescheitert, die Schließung wegen der Corona-Krise zu stoppen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies am Mittwoch einen Eilantrag ab, das Verbot körpernaher Dienstleistungen in der Corona-Verordnung - in diesem Fall Tätowieren - vorläufig auszusetzen (OVG 11 S 94/20). 

Die Regelung sei geeignet, erforderlich und angemessen, erklärten die Richter. Der Betreiber hatte vor erheblichen Einnahmeverlusten gewarnt und eine Ungleichbehandlung gesehen, weil Friseure und Einzelhandel noch öffnen dürften. Seit Montag gelten bundesweit verschärfte Beschränkungen wegen der hohen Zahl der Corona-Neuinfektionen.

Update, 4. November, 18.32 Uhr: Tuifly und Piloten brechen Krisengespräche ab

Tuifly und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben im Streit über drohende Kündigungen bei der angeschlagenen Tui-Konzern-Airline ihre Krisengespräche abgebrochen. Dabei sahen die Verhandlungspartner am Mittwoch die Schuld auf der jeweils anderen Seite. 

Wegen der Folgen der Corona-Krise, die Luftverkehr und Tourismus besonders hart treffen, soll es in der deutschen Tuifly-Flotte künftig nur noch 17 Maschinen geben. Die Schrumpfung um mehr als die Hälfte hat entsprechende Konsequenzen für Jobs und Standorte. Bei wieder besserer Auftragslage will das Unternehmen nötigenfalls von anderen Anbietern Kapazitäten dazu chartern. Bei Betriebsräten stößt das aber auf heftige Kritik, zumal der Tui-Konzern derzeit mit staatlichen Milliardenkrediten gestützt wird.

Insgesamt sollen in der Firmengruppe rund 8000 Jobs gestrichen werden, vor allem im Ausland. Betriebsbedingte Kündigungen sind in den deutschen Konzerngesellschaften frühestens Ende 2021 möglich.

Update, 4. November, 18.31 Uhr: Antragsfrist für Corona-Hilfen im Profisport um zehn Tage verlängert

Die Antragsfrist von Corona-Finanzhilfen für den Profisport ist um zehn Tage bis zum 21. November verlängert worden. Dies habe Bundesinnenminister Horst Seehofer entschieden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. 

Dies erfolge "als Reaktion auf die geänderten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie", hieß es in einer Mitteilung. Zudem werde die Frist für die notwendige Registrierung von bevollmächtigten Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern, vereidigten Buchprüfern oder Rechtsanwälten bis zum 13. November (ursprünglich 31. Oktober) ausgeweitet.

Horst Seehofer (71, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.
Horst Seehofer (71, CSU), Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat.  © Kay Nietfeld/dpa Pool/dpa

Update, 4. November, 18.23 Uhr: Litauen verhängt landesweite Quarantäne

Litauen geht im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus für zunächst drei Wochen in eine landesweite Quarantäne. Angesichts rasant steigender Neuinfektionen beschloss die Regierung in Vilnius am Mittwoch, das baltische EU-Land vom 7. November an in einen Teil-Lockdown zu schicken. 

Gastronomische Betriebe dürfen bis 29. November nur noch außer Haus verkaufen, Freizeit-, Kultur-, Unterhaltungs- und Sportstätten müssen weitestgehend dicht machen und Veranstaltungen und Versammlungen an öffentlichen Orten sind untersagt. Weiter gilt eine Maskenpflicht in fast allen öffentlichen Räumen. Bei privaten Veranstaltungen sollen sich nur noch bis zu zehn Personen versammeln und Reisen innerhalb des Landes nach Möglichkeit vermieden werden.

Geschäfte, Supermärkte und auch verschiedene andere Einzelhändler und Dienstleistungsbetriebe dürfen weiterarbeiten. Sie müssen dabei aber sicherstellen, dass für jeden Kunden eine Fläche von zehn Quadratmetern zur Verfügung steht oder immer nur eine Person zugleich bedient wird.

Update, 4. November, 18.12 Uhr: Hilfe für Soloselbstständige in Kultur bis zu 5000 Euro

Mit den neuen Corona-Hilfen soll es Unterstützung für Soloselbstständige auch aus der Kulturszene geben. Darauf hat sich die Bundesregierung nach Angaben von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verständigt. 

"Es ist ein sehr wichtiges Signal, dass die Soloselbstständigen jetzt eine eigene Förderung bis zu einem Höchstsatz von 5000 Euro bekommen», sagte Grütters. Zudem sollten auch indirekt Betroffene Überbrückungshilfe bekommen können. 

Nach Angaben von Grütters geht es im Kultur- und Kreativbereich um die Existenz von mehr als 1,5 Millionen Menschen, die mehr als 100 Milliarden Euro zum Bruttoinlandsprodukt an Wertschöpfung beitragen.

Update, 4. November, 18.05 Uhr: Maas zum zweiten Mal in Quarantäne - Kontakt zu Infiziertem

Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen wegen eines Kontakts mit einem Corona-Infizierten in Quarantäne begeben. Ein erster Corona-Test sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit. Maas werde sich erneut in einem Haus in Brandenburg isolieren.

Der Kontakt fand bereits am Montagabend mit einem «ausländischen Delegationsteilnehmer» statt. Staatsminister Michael Roth sei auch dabei gewesen. Von dem positiven Test der Kontaktperson sei das Auswärtige Amt erst am Mittwoch informiert worden. Am Mittwochmorgen nahm Maas noch an einer Kabinettssitzung teil. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Außenminister Heiko Maas (54, SPD).
Außenminister Heiko Maas (54, SPD).  © Odd Andersen/AFP-POOL/dpa

Update, 4. November, 18 Uhr: Polens Präsident Duda bedankt sich für Steinmeiers Genesungswünsche

Polens Staatschef Andrzej Duda (48) hat sich nach dem Ende seiner Covid-19-Erkrankung bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (64) für dessen Genesungswünsche und das Angebot medizinischer Hilfe bedankt. 

"Ich freue mich, dir mitteilen zu können, dass ich den Kampf mit dem Virus gerade beendet habe. Der Brief an dich ist die erste Angelegenheit, mit der ich nach der Rückkehr aus der Quarantäne meine Büro-Aktivitäten beginne", heißt es in dem Schreiben, dass die Präsidialverwaltung in Warschau am Mittwoch veröffentlichte. Steinmeier hatte in der vergangenen Woche einen handschriftlichen Brief an Duda gerichtet, nachdem die Erkrankung des 48-Jährigen bekannt geworden war.

Update, 4. November, 17.44 Uhr: Corona-Beschränkungen in Polen, "kleiner Grenzverkehr" weiter möglich

Polen fährt das öffentliche Leben angesichts eines massiven Anstiegs neuer Corona-Infektionen ab Samstag stärker herunter. Brandenburger können weiter im Rahmen des "kleinen Grenzverkehrs" ins Nachbarland reisen und umgekehrt. Die Landesregierung verwies am Mittwoch auf die Quarantäne-Verordnung, die ab Montag in Kraft tritt. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Regierungschef Mateusz Morawiecki (52) kündigte an, dass Polen das öffentliche Leben ab Samstag stärker herunterfährt.
Regierungschef Mateusz Morawiecki (52) kündigte an, dass Polen das öffentliche Leben ab Samstag stärker herunterfährt.  © dpa/Pawel Supernak/PAP

Update, 4. November, 17.39 Uhr: Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Luxemburg auf 750

In Luxemburg ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der vergangenen Woche weiter stark gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche wuchs sie um 39 Prozent auf 4701 Fälle, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Die so genannte Inzidenzrate, also die Zahl der Neuinfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner, stieg auf 750 (26. Oktober bis 1. November). Das Durchschnittsalter der Neuinfizierten kletterte von 40,3 auf 41,2 Jahre.

Seit vergangenem Freitag gilt in Luxemburg eine nächtliche Ausgangssperre von 23 bis 6 Uhr und eine verstärkte Maskenpflicht - immer dort, wo mehr als vier Personen zusammentreffen. 

Update, 4. November, 17.34 Uhr: England geht in den Teil-Lockdown

In England tritt zur Bekämpfung der Corona-Pandemie am Donnerstag ein Teil-Lockdown mit ähnlichen Regeln wie in Deutschland in Kraft. Gastronomie, Kulturstätten, Sportzentren und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, Schulen und Unis bleiben geöffnet. Anders als in Deutschland wird jedoch auch der Handel - abgesehen von Supermärkten und einer Reihe anderer als notwendig eingestufte Geschäfte - für einen Monat lang zu bleiben.

Die Engländer sollen ihre Wohnungen bis zum 2. Dezember nur noch aus triftigem Grund verlassen - etwa zur Arbeit, zum Sport, zur Erholung oder zur Pflege Angehöriger. Schottland, Wales und Nordirland machen ihre eigenen Regeln zur Virus-Bekämpfung.

Für den staatlichen Gesundheitsdienst NHS gilt ab Donnerstag zudem die höchste Warnstufe. Man steuere auf eine "ernste Situation" zu, sagte NHS-Chef Simon Stevens am Mittwoch.

Passanten gehen in der Northumberland Street in Newcastle vor erneut strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab dem 5. November bleiben in England nur noch Schulen, Universitäten und notwendige Geschäfte geöffnet.
Passanten gehen in der Northumberland Street in Newcastle vor erneut strikten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Ab dem 5. November bleiben in England nur noch Schulen, Universitäten und notwendige Geschäfte geöffnet.  © Owen Humphreys/PA Wire/dpa

Update, 4. November, 17.23 Uhr: Dänemark tötet aus Corona-Sorge alle Nerze

Aus Sorge vor den Folgen für kommende Impfstoffe gegen das Coronavirus werden in Dänemark alle Nerze getötet. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Dabei geht es um Millionen von Tieren. Das Fell der Nerze ist unter anderem für Pelzmäntel beliebt.

Das Virus sei unter Nerzen mutiert und wurde auf den Menschen übertragen, sagte die Regierungschefin. Das Problem daran sei, dass diese Mutation dafür sorgen könnte, dass ein künftiger Impftoff nicht seine erhoffte Wirkung entfalte.

Bei zwölf Menschen im Norden Jütlands sei bereits eine mutierte Version des Coronavirus Sars-CoV-2 festgestellt worden, sagte Frederiksen. Zugleich warnte sie davor, dass die Mutation sich nicht nur auf weitere Teile Dänemarks, sondern auch im Rest der Welt ausbreiten könnte. Die Nerzzüchter werden entschädigt, wie Lebensmittelminister Mogens Jensen sagte.

In Dänemark werden Millionen Nerze getötet, weil das Virus unter den Tieren mutiert sei.
In Dänemark werden Millionen Nerze getötet, weil das Virus unter den Tieren mutiert sei.  © Sergei Grits/AP/dpa

Update, 4. November, 17 Uhr: Bundesweit 41 Gesundheitsämter melden aktuell Corona-Engpässe

Wegen aktueller oder drohender Engpässe beim Kampf gegen die Corona-Pandemie liegen dem Robert Koch-Institut (RKI) derzeit 41 Meldungen von Gesundheitsämtern vor. Dabei geht es in 34 Fällen darum, dass Infektionsschutzmaßnahmen nicht mehr voll vorgenommen werden können, wie das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch in Berlin mitteilte. In sieben Fällen wurde gemeldet, dass dies in den nächsten Tagen nicht mehr sichergestellt werden könne.

Der Bund bietet bei Kapazitätsengpässen etwa beim Nachverfolgen von Kontaktpersonen infizierter Menschen Unterstützung an. Neben Helfern des RKI sind derzeit 5350 Soldaten etwa in Gesundheitsämtern oder bei Tests im Einsatz. Der bundesweite Teil-Lockdown mit zahlreichen Schließungen im November zielt ebenfalls darauf, dass die rund 375 Gesundheitsämter die Lage wieder besser unter Kontrolle bekommen.

Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. Die Gesundheitsämter in Niedersachsen arbeiten nach Angaben des Landkreistages an der Belastungsgrenze. Personelle Unterstützung wird dringend benötigt, um die Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen.
Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. Die Gesundheitsämter in Niedersachsen arbeiten nach Angaben des Landkreistages an der Belastungsgrenze. Personelle Unterstützung wird dringend benötigt, um die Kontakte von Corona-Infizierten nachzuverfolgen.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 4. November, 16.51 Uhr: Jazzfest Berlin nur online

Das Jazzfest Berlin ist in diesem Jahr nur als Online-Festival zu erleben. Im Mittelpunkt der 57. Ausgabe stehen von diesem Donnerstag an die Avantgarde-Szenen aus New York und Berlin, wie die Berliner Festspiele am Mittwoch mitteilten. 

An den vier Festivaltagen werden bis Sonntag mehr als 24 Stunden Konzerte >>> hier im Livestream auf der Plattform Arte Concert gezeigt. Alle 27 Auftritte werden als Video und teilweise auch live im Rundfunk übertragen. In Zusammenarbeit mit ARD und Deutschlandfunk Kultur zeigt das Festival erstmals Studio-Konzerte aus acht Funkhäusern.

Update, 4. November, 16.49 Uhr: Nach Klagen: Allianz stellt Verträge zu Betriebsschließungen um

Nach zahlreichen Klagen zu den Kosten von Schließungen während der Corona-Pandemie will die Allianz ihre Verträge umstellen. Die Versicherung will die Bedingungen so ändern, dass künftig Fälle wie die generellen Schließungen während der Pandemie eindeutig ausgeschlossen sind, wie ein Sprecher am Mittwoch bestätigte. 

Seit dem 15. Oktober werden Kunden die neuen Verträge angeboten. Stimmen sie nicht zu, werden die laufenden Kontrakte zum Ende der Laufzeit gekündigt. "Wir kündigen nicht außerordentlich", betonte der Sprecher. Zuvor hatten verschiedene Fachmedien berichtet.

Update, 4. November, 16.47 Uhr: Dieter Hallervorden geht gegen Theaterschließung vor

Der Kabarettist Dieter Hallervorden (85) geht juristisch gegen die vorübergehende Schließung seines Berliner Theaters vor. Wegen der Corona-Pandemie muss auch das Schlosspark Theater bis Monatsende schließen. Er habe einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht eingereicht, erklärte Hallervorden am Mittwoch. Zuvor hatte die "FAZ" darüber berichtet.

"Ich möchte damit eine politische Entscheidung korrigieren, weil ich sie für unverhältnismäßig und in Teilen für rechtswidrig halte", teilte Hallervorden der Deutschen Presse-Agentur mit. Er berufe sich dabei auf die Freiheit der Kunst, die im Gegensatz zur Freiheit der Berufsausübung keine Einschränkungen kenne.

Das Berliner Verwaltungsgericht bestätigte, dass ein Eilantrag eingegangen ist. Wann das Gericht entscheidet, ist noch unklar. 

Update, 4. November, 16.41 Uhr: Mehr schwere Corona-Fälle

In der zweiten Corona-Welle in Deutschland nehmen schwere Fälle zu. Die Zahl der registrierten Toten im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich innerhalb eines Tages deutlich um 151 auf nun insgesamt 10.812, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch mitteilte. Das ist nach RKI-Angaben der höchste Anstieg binnen 24 Stunden seit dem 6. Mai. 

Auch in Intensivstationen der Krankenhäuser werden - wie befürchtet - zusehends mehr Corona-Patienten behandelt. Die Zahl neuer Infektionen bleibt vorerst hoch. Politik und Mediziner diskutieren über mehr Schutz für das Gesundheitspersonal und Risikogruppen.

Die Zahl gemeldeter neuer Corona-Fälle stieg laut RKI binnen eines Tages um 17.214. Insgesamt sei aktuell "eine zunehmende Beschleunigung der Übertragungen" in der Bevölkerung zu beobachten, hieß es im Lagebericht am Dienstagabend. 

Update, 4. November, 16.38 Uhr: Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Lettland und Estland

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Lettland und Estland haben Rekordwerte erreicht. In beiden baltischen Staaten wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörden in Riga und Tallinn am Mittwoch so viele neue Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. In Lettland wurden demnach 313 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, in Estland waren es 208. Die bisherigen Höchstwerte lagen bei 284 und 134.

Angesichts der steigenden Infektionszahlen erwägt die Regierung in Riga, erneut einen Corona-Notstand in Lettland zu verhängen. Damit würde das Kabinett rechtlich mehr Vollmachten erlangen, um Maßnahmen gegen die Ausbreitung ergreifen zu können. Eine Entscheidung soll am Freitag getroffen werden.

In Estland will die Regierung am Donnerstag mögliche Einschränkungen diskutieren. Die Ausrufung eines Ausnahmezustands liege aber noch nicht auf dem Tisch, sagte Regierungschef Jüri Ratas im Rundfunk.

Update, 4. November, 16.32 Uhr: Herbert Grönemeyer will Geld reicher Menschen für Kultur

Der Musiker Herbert Grönemeyer (64, "Mensch") hat zur Stützung der coronabedingt darbenden Kulturszene mehr Einsatz von Wohlhabenden gefordert. In der "Zeit" sprach sich der 64-Jährige für eine "Kultur der gemeinsamen Verantwortung und des Mitgefühls" aus. "Wäre die Zeit nicht günstig für eine Solidaritätssonderzahlung der Vermögendsten", fragte Grönemeyer.

Sie könnten mit Sonderzahlungen die Not im Kreativbereich lindern: "Wenn sich die Wohlhabendsten bereit erklären würden zu einer zweimaligen Sonderzahlung von zum Beispiel 50.000 bis 150.000 Euro, jeweils in diesem wie auch im nächsten Jahr, stünden ad hoc circa 200 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung, um Existenzen zu sichern, Pleiten aufzufangen und Ängste zu mildern", sagte Grönemeyer. Er bezog sich dabei auf "circa 1,8 Millionen Millionäre", die es in Deutschland gebe.

Eine Gesellschaft sei wie eine Familie. Es sei an der Zeit, dass die reichsten Familienmitglieder den Ärmeren helfen. "Nicht nur die Regierung, auch eine Gesellschaft, eine Familie muss sich bewegen und handeln und tun, was sie kann."

Der Musiker Herbert Grönemeyer (64) spricht im September bei der Demonstration "Existenzkrise in der Veranstaltungswirtschaft" des Bündnisses #AlarmstufeRot vor dem Brandenburger Tor in Berlin.
Der Musiker Herbert Grönemeyer (64) spricht im September bei der Demonstration "Existenzkrise in der Veranstaltungswirtschaft" des Bündnisses #AlarmstufeRot vor dem Brandenburger Tor in Berlin.  © Britta Pedersen/dpa

Update, 4. November, 16.26 Uhr: Kreuzfahrten von und nach Kiel wegen Corona untersagt

Im Rahmen der Corona-Eindämmung hat Schleswig-Holstein Kreuzfahrten von und nach Kiel untersagt. Es wäre nicht vermittelbar, dass Touristen am Montag aus den Hotels in Schleswig-Holstein abreisen mussten und am Donnerstag Tausende nach Kiel kämen, um mit einem Kreuzfahrtschiff abzulegen, sagte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) am Mittwoch in Kiel. 

Die nach den Bund-Länder-Beschlüssen am 2. November in Kraft getretene Landesverordnung sehe vor, dass bis Ende November "touristische Themen nicht mehr stattzufinden haben".

Am Donnerstag hätte eine Kreuzfahrt mit "Mein Schiff 1" in Kiel ablegen sollen. Die Reederei Tui Cruises war davon ausgegangen, Kreuzfahrten fielen nicht unter die strengen Corona-Vorgaben der Landesverordnung, da die Reisen überwiegend in internationalen Gewässern erfolgten, wie eine Sprecherin den "Kieler Nachrichten" sagte. Tui Cruises habe deshalb noch versucht, das Schiff in einen anderen Abfahrtshafen umzuleiten. Rostock oder Hamburg wären als Ausweichhäfen für Kiel denkbar gewesen.

Von und nach Kiel dürfen derzeit wegen der verschärften Coronaregeln keine Kreuzfahrten stattfinden. Auf dem Foto ist die "Mein Schiff 3" zu sehen.
Von und nach Kiel dürfen derzeit wegen der verschärften Coronaregeln keine Kreuzfahrten stattfinden. Auf dem Foto ist die "Mein Schiff 3" zu sehen.  © Sina Schuldt/dpa

Update, 4. November, 16.20 Uhr: Slowakischer Regierungschef Matovic in Corona-Quarantäne

Der slowakische Regierungschef Igor Matovic hat sich am Mittwoch in präventive Corona-Quarantäne begeben. "Die Regeln müssen für alle gleich gelten. Da ich in Kontakt mit einem positiv Getesteten war, verkünde ich hiermit meinen Gang in die Heimquarantäne", schrieb der Gründer der populistisch-konservativen Bewegung Gewöhnliche Leute OLaNO auf Facebook. 

Nähere Informationen zu seiner Kontaktperson gab er nicht, warb aber zugleich für seine Idee einer Massentestung der gesamten Bevölkerung auf das Coronavirus.

Die erstmals am vergangenen Wochenende erfolgte und für das kommende Wochenende zum zweiten Mal geplante Testung eines Großteils der slowakischen Bevölkerung bezeichnete Matovic als "unsere eigene, slowakische und mittlerweile schon ausprobierte Atombombe gegen Covid". Die beispiellose Aktion ist im Land wegen ihres großen Aufwands, chaotischer Vorbereitung und einander widersprechender Regierungs-Anweisungen umstritten. Mehrere Bürgermeister drohten bereits einen Boykott der zweiten Testrunde am Samstag und Sonntag an.

Update, 4. November, 16.04 Uhr: Engpässe wegen Corona: Bulgarien reorganisiert Kliniken

Bulgariens Regierungschef Boiko Borissow hat angesichts stark steigender Corona-Neuinfektionen die Einrichtung von Covid-19-Stationen an allen großen Kliniken angeordnet. In dem südöstlichen EU-Land mit 6,9 Millionen Einwohnern übertrafen die Corona-Neuansteckungen binnen 24 Stunden erstmals die 4000er-Marke. Mehr als 1600 der bis Mittwoch verzeichneten 4041 Neuinfektionen wurden in der Hauptstadt Sofia registriert - dem Corona-Hotspot des Landes.

Hintergrund sind besorgniserregende Fälle, in denen schwerkranke, coronainfizierte Bulgaren nicht in Kliniken aufgenommen werden konnten. Ein Mann mit Covid-19 starb im Krankenwagen, da ihn kein Krankenhaus aufnehmen konnte oder wollte. Ein weiterer Erkrankter wurde in eine nicht angemessen ausgestattete Klinik gebracht, wo er dann starb. An vielen Krankenhäusern herrscht Personalmangel. Freiwillige Helfer werden gesucht.

Bojko Borissow (61), Ministerpräsident von Bulgarien.
Bojko Borissow (61), Ministerpräsident von Bulgarien.  © Olivier Hoslet/EPA Pool/AP/dpa

Update, 4. November, 16.02 Uhr: Corona-Sperren: Vatikanische Museen machen zu

Im Zuge der Schließung der Museen in ganz Italien macht auch der Vatikan seine Ausstellungen zu. Das betrifft unter anderem die Sixtinische Kapelle mit ihren berühmten Wand- und Deckengemälden in den Vatikanischen Museen. Das teilte der katholische Kirchenstaat am Mittwoch mit. 

Die italienische Regierung verschärft ab Donnerstag ihre Corona-Schutz-Beschränkungen. Dann müssen alle Museen und Ausstellungen im Land zumachen. Die Vorschrift gilt zunächst für vier Wochen bis zum 3. Dezember. Die Theater und Kinos in Italien sind schon etwas länger zu. Der kleine Kirchenstaat liegt im Zentrum Roms. Im Frühjahr hatten die Vatikanischen Museen wegen der ersten Welle der Corona-Pandemie schon einmal für mehrere Monate ihre Türen geschlossen.

Update, 4. November, 15.38 Uhr: Belgien: Corona-Zahl geht im Wochenvergleich leicht zurück

Erstmals seit zwei Monaten ist die Anzahl der registrierten Corona-Infektionen im heftig von der Pandemie getroffenen Belgien im Wochenvergleich zurückgegangen. Zugleich liegt die Belegung von Krankenhaus- und Intensivstationen auf Rekordhoch, wie aus Daten der nationalen Gesundheitsagentur Sciensano vom Mittwoch hervorgeht.

Zwischen dem 25. und 31. Oktober wurden in dem Land mit elf Millionen Einwohnern demnach täglich im Schnitt 14.272,7 Infektionen registriert. Das sind fünf Prozent weniger als in den vorangegangenen sieben Tagen. Am stärksten - um gut 26 Prozent - sank die Infektionszahl in der Hauptstadt Brüssel. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Für die Tage nach dem 31. Oktober liegen noch keine konsolidierten Fallzahlen vor.

Mitarbeiter transportieren einen Patienten, der von einem Krankenhaus in ein Genesungszentrum im belgischen Spa gebracht wird. Die wallonische Regierung hat beschlossen, mehr Plätze für Corona-Patienten zu schaffen, die das Krankenhaus verlassen können, aber immer noch Pflege benötigen, um den Druck auf die Krankenhäuser zu verringern.
Mitarbeiter transportieren einen Patienten, der von einem Krankenhaus in ein Genesungszentrum im belgischen Spa gebracht wird. Die wallonische Regierung hat beschlossen, mehr Plätze für Corona-Patienten zu schaffen, die das Krankenhaus verlassen können, aber immer noch Pflege benötigen, um den Druck auf die Krankenhäuser zu verringern.  © Virginie Lefour/BELGA/dpa

Update, 4. November, 15.34 Uhr: Kabinett beschließt Corona-Sonderzahlungen für Beamte und Soldaten

Die Bundesregierung hat eine einmalige Corona-Sonderzahlung für Soldaten und Bundesbeamte in Höhe von bis zu 600 Euro bewilligt. Das Geld soll noch vor Ende dieses Jahres überwiesen werden, wie das Kabinett am Mittwoch in Berlin entschied.

Zur Begründung hieß es, ebenso wie die Tarifbeschäftigten seien auch die Beamten und Wehrsoldempfänger durch die Pandemie in diesem Jahr einer "zusätzlichen Belastung" ausgesetzt. Die Sonderzahlung sei gedacht, um diese Belastung "abzumildern".

Update, 4. November, 15.31 Uhr: Polen nur einen Schritt vom kompletten Lockdown entfernt

Angesichts eines massiven Anstiegs der Zahl der Corona-Neuinfektionen führt Polen weitere Beschränkungen des öffentlichen Lebens wieder ein. Das Land sei nur einen Schritt entfernt von einer "nationalen Quarantäne" und einem kompletten Lockdown, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki am Mittwoch in Warschau. "Wir müssen unser Gesundheitssystem schützen, damit wir die Menschen schützen können."

Ab Samstag werden Kultureinrichtungen, Kinos und Theater geschlossen. Das gleiche gilt für Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken. Hotels dürfen nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. In den Schulen soll landesweit Fernunterricht nun auch für die Schüler der ersten bis dritten Klassen gelten, für alle anderen wird der Fernunterricht verlängert. Die Einschränkungen sollen bis zum 29. November gelten.

Update, 4. November, 15.26 Uhr: Staatlicher Lockdown-Lohn für Kulturschaffende

Um die Einnahmeausfälle der Kultur- und Veranstaltungsbranche auszugleichen, sollen die Betroffenen während des Teil-Lockdowns im November vom Staat einen "fiktiven Unternehmerlohn" erhalten. 

Regierungssprecher Steffen Seibert kündigte am Mittwoch in Berlin an, Kulturunternehmen bekämen im November 75 Prozent ihres Umsatzes als direkte Hilfe. Solo-Selbstständige könnten dabei wahlweise den Umsatz des Novembers 2019 oder ihren monatlichen Durchschnittsverdienst des Vorjahres zugrunde legen. Es entspreche der Lebensrealität vieler Kreativer und Kulturschaffender, dass es "auch mal einen Monat geben kann, in dem es keinen Umsatz gab".

Seibert betonte, staatliche Hilfen gebe es auch für jene, die indirekt von den coronabedingten Schließungen betroffen sind. Anspruchsberechtigt seien alle Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit den jetzt geschlossenen Einrichtungen erzielen. Das sei für die Kultur sehr wichtig, weil eine Vielzahl an Gewerken hinter der Bühne - ohne dass der Zuschauer es sehe - erbracht werde.

Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" erinnern in München Künstler an die schwierigen Lebenssituationen, die aus der Coronakrise für viele Kulturschaffende entstanden sind.
Unter dem Motto "Aufstehen für die Kultur" erinnern in München Künstler an die schwierigen Lebenssituationen, die aus der Coronakrise für viele Kulturschaffende entstanden sind.  © Lino Mirgeler/dpa

Update, 4. November, 15.22 Uhr: #UnitedWeStream aus geschlossenen Berliner Clubs wieder online

Parallel zu den jüngsten coronabedingten Einschränkungen auch für die Kulturszene meldet sich #UnitedWeStream mit täglichen Musikübertragungen aus den coronabedingt geschlossenen Clubs zurück. 

Bis zum 1. Dezember werde es wieder einen täglichen Stream geben, kündigte die Clubcommission in Berlin an. In Kooperation mit Arte Concert war die erste Übertragung am Mittwoch aus dem Atelier im Aufbauhaus mit Sets der DJs Lucia Lu, Roman Flügel und Sally C vorgesehen.

Mit der Aktion soll auf die Menschen auf und hinter den Bühnen hingewiesen werden, "die das Nachtleben mit Leidenschaft zu dem machen, was es ist und Clubkultur überhaupt erst ermöglichen".

Update, 4. November, 15.14 Uhr: Mehr als 91.500 Corona-Neuinfektionen in den USA

"Die USA verzeichneten am Dienstag mehr als 91.500 neue Covid-19-Infektionen", meldet CNN bei Twitter.

Update, 4. November, 15.01 Uhr: Bundesregierung lädt zum digitalen Tag der offenen Tür

Trotz Corona-Pandemie findet an diesem Sonntag wieder der Tag der offenen Tür bei der Bundesregierung statt - diesmal allerdings in digitaler Form. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch mitteilte, wird Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Bürgerfragen in diesem Jahr per Video beantworten. 

Darüber hinaus stehen Einblicke in die Arbeit der Ministerinnen und Minister auf dem Plan. Über Live-Formate auf bundesregierung.de stellen die Ministerien am Sonntag ab 8 Uhr ihre Arbeit vor. Regierungssprecher Seibert selbst will sich bei einer Online-Pressekonferenz den Fragen von Kindern stellen.

Update, 4. November, 14.37 Uhr: Bremen will kostenlose FFP2-Masken an Risikogruppen verteilen

Zum besseren Schutz vor dem Coronavirus sollen Risikogruppen im Bundesland Bremen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. "Gedacht sind die Masken für ältere Bürgerinnen und Bürger, also ab 65 Jahre aufwärts, und für Menschen mit Vorerkrankungen", sagte der Sprecher des Senats, Christian Dohle, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. 

"Wir wollen den bürokratischen Aufwand dabei so gering wie möglich halten. Erforderlich sind kein Attest und kein Rezept. Es reicht, den Anspruch glaubhaft vorzutragen." FFP2-Masken schützen wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Virus als eine einfache OP-Maske oder eine Alltagsmaske aus Stoff. Über den Plan des Senats hatte zunächst der "Weser Kurier" berichtet.

Im Bundesland Bremen sollen Risikogruppen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. Der Senat stellt dafür zunächst zwei Millionen Euro bereit. Einem Sprecher zufolge reicht das für rund eine Million Masken. Das Land Bremen hat rund 680.000 Einwohner.
Im Bundesland Bremen sollen Risikogruppen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. Der Senat stellt dafür zunächst zwei Millionen Euro bereit. Einem Sprecher zufolge reicht das für rund eine Million Masken. Das Land Bremen hat rund 680.000 Einwohner.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 4. November, 14.32 Uhr: Mini-Jobber gehören zu den Corona-Verlierern

Mini-Jobber gehören zu den größten Verlierern der Corona-Pandemie. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach lag die Zahl der Mini-Jobber im Juni 2020 um 850.000 oder 12 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs ging im gleichen Zeitraum nur um 0,2 Prozent zurück.

Die Mini-Jobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, was zu einer schnelleren Entlassung führe. In den besonders coronageplagten Branchen Gastronomie und Veranstaltungen gibt es überdurchschnittlich viele Mini-Jobs. Von den Menschen, die 2019 ausschließlich einem Mini-Job nachgegangen sind, hatte rund die Hälfte im Frühjahr 2020 gar keine bezahlte Arbeit mehr.

Update, 4. November, 14.17 Uhr: Ministerium: Keine Corona-Infektionen bei Häftlingen

Laut Justizministerium haben sich in Mecklenburg-Vorpommern bislang keine Häftlinge mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert. Dagegen hätten sich schon zwei Bedienstete der Vollzugsverwaltung angesteckt, teilte das Justizministerium in Schwerin am Mittwoch auf Anfrage mit.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es laut Ministerium vier Gefängnisse; dort saßen zu Beginn des Jahres rund 1070 Menschen in Haft. Die größte ist demnach in Bützow (Landkreis Rostock).

Update, 4. November, 14.09 Uhr: Gericht entscheidet ab Freitag über Anträge gegen Corona-Verordnung

Vom Berufsmusiker über ein Bordell bis zu einem Hotelgast: Knapp 30 Verfahren gegen die Regelungen der jüngsten Corona-Verordnung sind am Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim eingegangen.

Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, wird es über erste Eilanträge voraussichtlich am Freitag entscheiden. Antragsteller sind auch Hotels, Spielhallen, Restaurants, Fitnessstudios, Kosmetikstudios, ein Tattoostudio, eine Tanzschule, eine Wettannahmestelle und Privatpersonen.

Auch die vorhergehende Corona-Verordnung hatte aufsehenerregende Entscheidungen des VGH ausgelöst. So kippten die Richter Mitte Oktober das Beherbergungsverbot für Hotels und Pensionen. Dieses galt damals für Gäste aus deutschen Regionen, in denen 50 oder mehr neue Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen registriert wurden.

Im Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim entscheiden am Freitag über etliche Verfahren wegen der neuen Corona-Verordnungen.
Im Verwaltungsgerichtshof (VGH) in Mannheim entscheiden am Freitag über etliche Verfahren wegen der neuen Corona-Verordnungen.  © Uwe Anspach/dpa

Update, 4. November, 14.05 Uhr: Bundesbank: Corona-Krise trifft Einkommen vieler Verbraucher

Die Corona-Krise hat laut einer Studie der Bundesbank das Portemonnaie vieler Menschen in Deutschland belastet. Mehr als 40 Prozent erlitten Einkommenseinbußen oder sonstige Verluste wegen der Pandemie oder den Maßnahmen zur ihrer Bekämpfung, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage, an der rund 2000 Menschen im Mai teilnahmen. Erwerbspersonen seien mit 46 Prozent wesentlich stärker betroffen waren als Nichterwerbspersonen (28 Prozent), zu den hauptsächlich Rentner und Pensionäre gehören.

Die Befragten rechneten in der Anfangsphase der Corona-Krise damit, dass ihr monatliches Nettoeinkommen in den kommenden zwölf Monaten im Schnitt um 64 Euro sinkt, so die Bundesbank. Die Unterschiede waren aber groß: 40 Prozent gingen davon aus, dass ihr Einkommen um mehr als 500 Euro pro Monat fällt, 8 Prozent erwarteten keine Veränderung. Gut die Hälfte (52 Prozent) rechneten mit einem Plus um etwa 290 Euro - vor allem Angestellte sowie Rentner und Pensionäre, die erwarten, dass sie ihren Job behalten bzw. Altersbezüge weiter fließen.

"Die Menschen mit den niedrigsten Einkommen rechneten mit den größten Einkommensverlusten", erklärten die Autoren. Vermutlich seien sie oft in unsicheren Jobs beschäftigt. Als ermutigend für die Konjunktur werteten die Experten, dass die meisten Befragten planten, auf Sicht von einem Jahr ebenso viel Geld auszugeben wie in den zwölf Monaten davor. Zudem sei die Bereitschaft hoch, eine fiktive unerwartete Einmalzahlung zum Konsum zu verwenden.

Die Laune auf üppigere Käufe nach dem Lockdown aber schwand: Gemessen an Befragungen im Mai 2019 gaben weniger Menschen an, mehr Geld ausgeben zu wollen. Zugleich wollen diejenigen, die nun mehr sparen, das an vielen Stellen tun. Auf der Kürzungsliste standen in erster Linie Reisen und Urlaub sowie Freizeitaktivitäten.

Update, 4. November, 14.02 Uhr: Rekordwerte bei Corona-Neuinfektionen in Österreich und der Schweiz

Die Corona-Pandemie hat Österreich und die Schweiz weiterhin fest im Griff. In beiden Ländern gab es binnen 24 Stunden so viele Neuinfektionen wie noch nie. Österreich verzeichnete 6211 Fälle, wie das Innenministerium am Mittwoch mitteilte. Insgesamt waren über 2500 Infizierte im Krankenhaus, 383 davon auf einer Intensivstation.

In der Schweiz und Liechtenstein gab es binnen 24 Stunden 10.073 neu bestätigte Corona-Infektionen, wie das Bundesamt für Gesundheit bekanntgab. Das bedeutet eine deutliche Steigerung im Vergleich zum Vortag, als über 6100 bestätigte positive Corona-Fälle gemeldet wurden. Zudem sind 73 Patienten an oder mit dem Virus verstorben.

Um eine Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern, herrscht in Österreich seit Dienstag für zumindest vier Wochen ein teilweiser Lockdown. Die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot wurden geschlossen. Zwischen 20 Uhr und 6 Uhr darf die Wohnung nur noch mit gutem Grund verlassen werden. Der Handel und auch die meisten Schulen blieben bislang aber offen.

In der Schweiz müssen Bars und Restaurant abends um 23 Uhr schließen. Es gilt eine ausgedehnte Maskenpflicht. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt. Tanzlokale wurden völlig geschlossen. Einzelne Kanton haben noch strengere Maßnahmen getroffen.

In der Schweiz wurden zuletzt mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.
In der Schweiz wurden zuletzt mehr als 10.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.  © Alessandro Crinari/Ti-Press/KEYSTONE/dpa

Update, 4. November, 13.57 Uhr: Wegen Corona: Topathleten beklagen sechs Millionen Euro Umsatzverlust

Für Deutschlands Spitzenathleten hat die Corona-Pandemie empfindliche finanzielle Folgen. Mit einem Umsatzverlust von rund sechs Millionen Euro in diesem Jahr trifft es die aktuell 466 Mitglieder der Olympia- und Paralympics-Kader laut einer am Mittwoch veröffentlichten Studie der Deutschen Sporthochschule Köln am härtesten. Ihre monatlichen Einnahmen werden um 25 Prozent auf 1287 Euro zurückgehen.

Insgesamt sind die Bruttoeinnahmen im Schnitt bei Nachwuchs- und Topathleten im Vergleich zu 2019 um 335 Euro pro Monat (minus 17 Prozent) gesunken, heißt es in der von der Deutschen Sporthilfe und dem Bundesinstituts für Sportwissenschaften in Auftrag gegebenen Befragung.

Für 2021 Jahr würden die Athleten der Olympia- und Paralympics-Kader im Schnitt von einem zusätzlichen Einnahmerückgang um weitere 600 Euro pro Monat ausgehen. Über 12 Monate seien dies Mindereinnahmen von 22.700 Euro pro Athlet beziehungsweise knapp 10,6 Millionen Euro für die gesamte Athletengruppe im Vergleich zu 2019.

Besonders bei den Einnahmen aus dem Wettkampfbetrieb, wie Antritts- und Preisgelder, beklagten 32 Prozent aller Kaderathleten einen Einnahmenrückgang, dies gelte sogar für 46 Prozent der Olympia- und Paralympics-Kader. Die Einkünfte aus Sponsorenverträgen reduzierten sich laut Studie für 22 Prozent aller Kaderathleten, beziehungsweise für 38 Prozent der Olympia- und Paralympics-Kader.

Update, 4. November, 13.55 Uhr: Bayern etabliert System zur Koordinierung von Intensivbetten

Bayern hat auf der Grundlage einer Allgemeinverfügung ein System zur Aussteuerung der Belegung von Intensivbetten während der Corona-Pandemie etabliert. Damit soll gewährleistet werden, dass Überlastungsspitzen in einzelnen Krankenhäusern abgefedert werden und die Verteilung der Patienten möglichst optimal gewährleistet wird.

"Es ist wichtig, die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Mittwoch in München. Die ärztlichen Leiter als Koordinatoren werden bei den 26 Rettungsleitstellen angesiedelt.

Nach ihrer Darstellung werden in bayerischen Kliniken derzeit 1698 mit dem Coronvirus infizierte Patienten behandelt, davon 302 auf einer Intensivstation. Die meisten Intensivpatienten würden auch beatmet. Die Zahlen bedeuten noch einmal einen deutlichen Anstieg gegenüber der vergangenen Woche. Allein in den Städten München und Augsburg liegen derzeit 90 Intensivpatienten mit Covid-19.

Bayern startet ein neues System zur Aussteuerung der Belegung von Intensivbetten.
Bayern startet ein neues System zur Aussteuerung der Belegung von Intensivbetten.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. November, 13.53 Uhr: Corona-Virus in Frankfurter Gefängnis nachgewiesen

In einer Frankfurter Justizvollzugsanstalt sind mehrere Bedienstete und Insassen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Insgesamt gelte dies für 28 Personen, 26 Gefangene und zwei Bedienstete, wie das Justizministerium am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Zunächst sei am Montag ein Gefangener der JVA Frankfurt IV wegen leichter Erkältungssymptome auf Corona getestet worden. Er befinde sich dort seit Ende September im geschlossenen Vollzug.

Vorsorglich seien Gefangene und Bedienstete derselben Station getestet worden, die Ergebnisse stammten vom Dienstagabend. Weitere stünden noch aus. Insgesamt sollen 140 Personen getestet werden. Schwere Symptome von Covid-19 seien bisher nicht festgestellt worden.

Update, 4. November, 13.46 Uhr: Söder und tschechischer Premierminister: Grenzen bleiben offen

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und der tschechische Premierminister Andrej Babiš wollen die Grenze auch bei weiter steigenden Infektionszahlen geöffnet lassen. "Ein Schließen der Grenzen würde keinen großen Gewinn bringen zur Bekämpfung der Pandemie, würde aber erhebliche andere negative Folgen haben", sagte Söder am Mittwoch in München nach einer Videoschalte mit Babiš.

Beidseits der Grenze gälten inzwischen die gleichen Schutzmaßnahmen wie Alltagsmasken und Mindestabstände, so dass Grenzschließungen vor allem den Wirtschafts-, Dienstleistungs- und Warenverkehr behindern würden.

Auch die medizinische Versorgung wäre dadurch beeinträchtigt, argumentierte Söder - in Bayern arbeiten gerade im Pflegebereich zahlreiche tschechische Berufspendler. Um dem Nachbarland, das von der zweiten Pandemiewelle besonders stark betroffen ist, zur Seite zu stehen, erneuerte Söder das Angebot, bis zu 100 Betten für die Versorgung von Corona-Patienten zur Verfügung zu stellen.

Vom Bund forderte Söder, dass die Auszahlung der Corona-Hilfen noch im November beginnen müssten. "Kultur, Gastro und Solo-Selbstständige brauchen dringend Unterstützung." Zudem müsse das Bundes-Infektionsschutzgesetz schnell erweitert werden, um Klarheit und Rechtssicherheit zu schaffen.

Auch Babiš betonte die Bedeutung der hiesigen Corona-Hilfen: "Wenn die deutsche Wirtschaft kaputtgeht, geht auch unsere Wirtschaft kaputt." Die beiden Politiker sprachen deshalb auch über grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte wie einen 5G-Mobilfunk-Korridor zwischen Prag und München und den Ausbau von Eisenbahnstrecken.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach per Video-Konferenz mit dem tschechische Premierminister Andrej Babiš.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach per Video-Konferenz mit dem tschechische Premierminister Andrej Babiš.  © Matthias Balk/dpa Pool/dpa

Update, 4. November, 13.42 Uhr: Laumann: Generelle Maskenpflicht in Düsseldorf sei "nicht zu kritisieren"

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) respektiert nach eigenen Worten die Entscheidung der Stadt Düsseldorf, eine generelle Maskenpflicht in der Stadt einzuführen. Dies sei eine "kommunale Entscheidung", die durch die Coronaschutz-Verordnung möglich sei.

"Ich bin ein großer Befürworter, Maske zu tragen, wo man den Mindestabstand nicht einhalten kann", sagte Laumann: Wenn es in Düsseldorf viele Räume gebe, wo dies der Fall sei, sei diese Entscheidung "nicht zu kritisieren."

Zudem sagte Laumann, dass eine Vereinbarung mit den Apotheken abgeschlossen wurde, wodurch Altenheime in NRW an erster Stelle mit jetzt verfügbaren Corona-Schnelltests beliefert werden. Es seien genug Kapazitäten auf dem Markt vorhanden, so solle aber eventuellen Engpässen vorgebeugt werden.

Das Personal in den Heimen soll die Tests - nach Schulung durch Ärzte - selbst vornehmen. Das Land übernimmt die Kosten von bis zu 20 Tests im Monat pro Bewohner. Die Tests sollen laut der entsprechenden Allgemeinverfügung am 9. November starten.

Karl-Josef Laumann (CDU) ist der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.
Karl-Josef Laumann (CDU) ist der Gesundheitsminister von Nordrhein-Westfalen.  © Rolf Vennenbernd/dpa pool/dpa

Update, 4. November, 13.22 Uhr: Ärztekammer will Diskussion über Corona-Zweifler in eigenen Reihen

Wie mit Ärzten umgehen, die anderen Medizinern den Kampf gegen die Pandemie erschweren? Darüber will die Ärztekammer Schleswig-Holstein in den kommenden Wochen verstärkt diskutieren.

Nach ihren Angaben beschäftigt das Thema viele in der schleswig-holsteinischen Ärzteschaft. Um einen Impuls für die Diskussion zu setzen, haben sich nun Vertreter der Kammer und anderer ärztlicher Institutionen sowie der Wissenschaft zusammengesetzt, um gemeinsame Lösungen im Umgang mit Skeptikern und Leugnern zu finden. 

98,5 Prozent der Ärzte verhielten sich in der Corona-Pandemie gut und gäben den Patienten die Sicherheit, die nötig sei, sagte der Kammer-Präsident Henrik Herrmann in einem Podcast des Schleswig-Holsteinischen Ärzteblattes. "Wir sprechen von sehr wenigen Kollegen, die aber sehr laut sind, sich bemerkbar machen, auch in der Öffentlichkeit, in den sozialen Medien."

Nach Ansicht der Ärztekammer sollten andersdenkende Ärzte nicht ausgegrenzt, gefährliches ärztliches Handeln aber nicht toleriert werden. Neben berufsrechtlichen Maßnahmen, die in jedem Einzelfall geprüft werden müssen, kann eine Ärztekammer versuchen, auf die öffentliche und die innerärztliche Meinung Einfluss zu nehmen.

Herrmann betonte, auch Ärzte dürften als Bürger selbstverständlich ihre Meinung äußern - "auch wenn diese vom anerkannten Stand der Wissenschaft abweicht". Es brauche aber eine "unabdingbare Trennung zwischen einer persönlichen Meinungsäußerung und einer Äußerung, die vom Patienten als Empfehlung aus der ärztlich-professionellen Ebene empfunden wird".

Update, 4. November, 13.19 Uhr: Zwei Corona-Fälle: Dynamo Dresden sagt Training am Mittwoch ab

Fußball-Drittligist Dynamo Dresden hat das Mannschaftstraining am Mittwoch nach zwei positiven Corona-Tests kurzfristig abgesagt.

Wie der Verein mitteilte, gibt es zwei positive Fälle bei den insgesamt 45 Proben nach der planmäßigen Testreihe am Dienstag beim kompletten Drittliga-Kader samt Trainer- und Betreuerstab. Die Betroffenen sind nach Club-Angaben derzeit symptomfrei.

Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zum Corona-Schock bei Dynamo.

Update, 4. November, 13.16 Uhr: SPD dringt auf sicheren Corona-Schutz für Gesundheitspersonal

Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle dringt die SPD auf einen sicheren Schutz der Mitarbeiter im Gesundheitswesen. "Wir müssen verhindern, dass das Gesundheitssystem dadurch zusammenbricht, dass das Personal der Gesundheitsämter, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser ausfällt", sagte Fraktionsvize Bärbel Bas am Mittwoch.

Mit steigenden Infektionszahlen erhöhten sich die Gefahren, dass dortige Mitarbeiter erkrankten. Notfallkonzepte müssten daher einen Schwerpunkt auf den Schutz des Personals legen.

Nötig sei auch eine schnelle Unterstützung für besonders belastete Krankenhäuser, sagte Bas. Dabei sei eine reine "Bettenpauschale" für frei gehaltene Intensivkapazitäten ungeeignet. Gebraucht würden vielmehr differenzierte und zielgenaue Prämien, mit denen etwa auch Universitätskliniken auskommen könnten. Krankenhäuser und Mediziner fordern erneute "Freihaltepauschalen", die es bis Ende September gab.

Update, 4. November, 13.08 Uhr: FDP wertet Gesetzesgrundlage für Corona-Maßnahmen als "Feigenblatt"

Der Versuch der Koalitionsfraktionen, die gesetzliche Grundlage für die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu präzisieren, ist aus FDP-Sicht gründlich schief gegangen. 

Der geplante neue Paragraf 28a im Infektionsschutzgesetz sei handwerklich "schlampig gemacht" und habe nur einen "Feigenblattcharakter", sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, am Mittwoch in Berlin. "Was uns da vorgelegt worden ist, ist besser als nichts. Aber es wird den verfassungsrechtlichen Anforderungen für eine solche Grundlage nicht genügen."

Paragraf 28a enthält eine Liste von Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung wie Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, Schließung von Freizeiteinrichtungen, Reisebeschränkungen und Veranstaltungsverbote. Es handelt sich im wesentlichen um die Maßnahmen, die während des großen Lockdowns im Frühjahr ergriffen wurden und vielfach nun auch während des Teil-Lockdowns im November gelten.

"Schwerwiegende Schutzmaßnahmen kommen insbesondere bei Überschreitung eines Schwellenwertes von über 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen in Betracht", heißt es darin weiter. Ab einem 35er Wert kämen "stark einschränkende Schutzmaßnahmen" in Betracht.

Buschmann kritisierte, es bleibe völlig offen, was der Unterschied zwischen "schwerwiegend" und "stark" sei und welche der aufgelisteten Maßnahmen in welche der beiden Kategorien fielen. "Oberhalb eines Sieben-Tage-Inzidenzwertes von 50 ist diese Norm ein vollständiger Blankoscheck." Schon oberhalb von 35 Neuinfektionen sei nicht klar, welche Maßnahmen zulässig sein sollen. "Das bedeutet, dass die Anforderungen des Bestimmtheitsgebotes unserer Meinung nach nicht erfüllt sind." Die eigentlich angestrebte Rechtssicherheit für das Ergreifen von Maßnahmen in der Pandemie werde damit nicht geschaffen.

Marco Buschmann ist der erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP,.
Marco Buschmann ist der erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP,.  © Johannes Neudecker/dpa

Update, 4. November, 13.05 Uhr: Chef des Karlsruher Gesundheitsamts: Arbeiten bis zum Anschlag

Trotz Unterstützung der Bundeswehr kann das Gesundheitsamt Karlsruhe nur noch bei etwa zwei von drei Coronainfektionen die Quelle ausmachen. Er glaube aber trotz dieser Zahlen nicht, "dass der Kampf verloren ist", sagte Landrat Christoph Schnaudigel am Mittwoch.

Es stelle sich die Frage, was die Alternative sei. "Deshalb glaube ich wirklich, dass wir versuchen müssen, die Infektionsketten zu unterbrechen." Der Leiter des Karlsruher Gesundheitsamts, Peter Friebel, berichtete, dass die Mitarbeiter an den Rand ihrer Belastbarkeit kämen.

Die Bundeswehr stockt ihre Unterstützung für die Behörde bei der Nachverfolgung künftig auf 16 Soldaten auf. Der Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg, Oberst Thomas Köhring, machte Hoffnung, dass die Unterstützung bei Bedarf noch ausgeweitet werden könne.

Update, 4. November, 13.01 Uhr: Stadtkämmerer sieht Frankfurt stark von Pandemie betroffen

Der Frankfurter Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) blickt mit Sorge auf die Folgen der Corona-Pandemie. "Die Stadt Frankfurt am Main mit ihren Gesellschaften und Betrieben ist enorm von den Folgen der Pandemie betroffen", erklärte Becker am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresabschlusses 2019.

Der CDU-Politiker nannte den Flughafen, die Messe, den öffentlichen Nahverkehr, den Kulturbereich und die Kernverwaltung, die neben vielen weiteren Bereichen in der Stadt unter erheblichen Ertragseinbußen und zusätzlichen Kosten litten.

Das Jahr 2019 habe die Stadt mit einem Konzernjahresüberschuss von rund 235 Millionen Euro abgeschlossen, 46 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Wesentlich gehe das positive Ergebnis auf die städtischen Beteiligungen zurück, darunter der Flughafenbetreiber Fraport und die Messe.

Die Kernverwaltung kam auf ein Minus von rund 101 Millionen Euro. Die Finanzplanung sei schon vor Corona bis zum Jahr 2023 von jährlichen Defiziten in dreistelliger Millionenhöhe in dem Bereich ausgegangen, erklärte Becker. Die Pandemie werde dies nun noch verstärken. Ähnliches gelte für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Die Stadt wolle in den kommenden Jahren vor allem in den Neubau und die Sanierung von Schulen und Kitas, den Verkehrssektor sowie den Wohnungsbau investieren.

Laut Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) setzt die Corona-Pandemie Frankfurt schwer zu.
Laut Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) setzt die Corona-Pandemie Frankfurt schwer zu.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 4. November, 12.57 Uhr: 388 neue Corona-Infektionen in Hamburg - 222 Patienten in Kliniken

Die Zahl der in Hamburg bestätigten Corona-Infektionen hat sich am Mittwoch um 388 Fälle erhöht. Der Sieben-Tage-Wert sank im Vergleich zum Vortag leicht von 136,4 auf 135,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner, wie die Behörde im Internet (Stand: 12.30 Uhr) mitteilte.

Der Warnwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner war bereits Mitte Oktober überschritten worden. Am Dienstag waren 456 neue Fälle gemeldet worden - dies war der bislang größte Zuwachs innerhalb eines Tages.

Seit Ausbruch der Pandemie haben sich in Hamburg demnach 15 130 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Rund 9300 von ihnen gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen. In Hamburger Kliniken werden - mit Stand Dienstag - 222 an Covid-19 erkrankte Patienten behandelt. Auf Intensivstationen liegen 51 Patienten.

Seit Beginn der Pandemie starben nach amtlich Angaben 256 Menschen in Hamburg an einer Covid-19-Erkrankung; zuletzt waren 241 gemeldet worden. Das RKI zählt für die Hansestadt 294 Tote, das sind drei mehr als am Vortag.

Update, 4. November, 12.53 Uhr: Streeck: Für US-Präsident muss Schutz von Leben im Vordergrund stehen

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat angesichts des zunächst unsicheren Ausgangs der US-Präsidentenwahl die zentrale Rolle der USA für die weitere Pandemiebekämpfung betont. Für "jeden" US-Präsidenten müsse der Schutz des Lebens im Vordergrund stehen, sagte Streeck am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.

Die USA seien über Jahrzehnte Spitzenreiter in der Entwicklung von Impfstoffen, Heilmitteln und im technischen Fortschritt gewesen. "Diese Vormachtstellung ist nicht nur ein Privileg, aber auch eine Pflicht, die Weltgemeinschaft in diesem Kampf zu vereinen."

Streeck kennt das Land sehr gut, von 2006 bis 2015 lebte er in den Vereinigten Staaten. Unter anderem war er an der Harvard Medical School in Boston tätig. Aktuell gehört er zu den bekanntesten Experten, wenn es um die Corona-Pandemie geht.

Unter US-Präsident Donald Trump haben die USA ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eingereicht, der im Juli 2021 wirksam wird. Trump warf der Organisation vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben. Streeck sagte nun: "Bei aller Kritik, die man gegen die WHO vorbringen mag, wir brauchen eine starke WHO und eine, die durch die Vereinigten Staaten gestützt wird."

Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.
Hendrik Streeck ist der Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 4. November, 12.43 Uhr: Valentino Rossi erneut positiv auf Corona getestet

Motorrad-Ikone Valentino Rossi ist erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Infektion bei dem 41-Jährigen wurde bereits am Dienstag festgestellt, wie die MotoGP und sein Team Yamaha am Mittwoch mitteilten.

Rossi droht damit ein Startverbot beim bevorstehenden Rennen in Valencia, denn vor einem Renn-Wochenende muss ein Fahrer zwei negative PCR-Tests vorweisen.

Rossi hätte dafür nur noch bis Donnerstag Zeit, denn ab Freitag wird in Spanien bereits gefahren. Der 41-Jährige verpasste bereits die beiden vergangenen Rennen in Aragon, weil er nach der Rückreise aus Le Mans erstmals positiv auf das Virus getestet worden war.

Update, 4. November, 12.38 Uhr: Modder will Corona-Warn-App an Gesundheitsämter koppeln

Niedersachsens SPD-Fraktionschefin Johanne Modder hat angesichts weiter steigender nfektionszahlen eine Koppelung der Corona-Warn-App an die Gesundheitsämter gefordert. Ein Problem sei, das bisher 75 bis 80 Prozent der Infektionen nicht zurückverfolgt werden könnten, sagte Modder am Mittwoch in Hannover.

Die Frage sei, ob der Datenschutz über den Belangen der Pandemieverfolgung stehe. "Wir wären schneller, wenn wir die App an die Gesundheitsämter koppeln." Bisher müssen positiv getestete Nutzer ihren Befund für Warnungen durch die App selber weitermelden. "Wir müssen mit Datenschützern reden, ob die Variante möglich ist, dass der Befund automatisch versendet wird, es sei denn, der Betroffene widerspricht."

Auch andere Politiker hatten bereits ein Aufrüsten der Corona-Warn-App mit zusätzlichen Funktionen gefordert. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sprach sich für ein automatisches Weiterleiten von Risikokontakten mit einer Widerspruchsoption aus. Auch das Teilen von Ort und Datum des
Risikokontakts könnten hilfreich sein, müssten aber auf freiwilliger Basis erhoben werden.

Johanne Modder ist die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag.
Johanne Modder ist die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag.  © Moritz Frankenberg/dpa

Update, 4. November, 12.34 Uhr: USA am Wahltag mit zweithöchstem Wert bei Corona-Neuinfektionen

Die USA haben am Dienstag - dem Tag der Wahl - mit mehr als 91.000 Corona-Neuinfektionen den bislang zweithöchsten Tageswert seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Das geht aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Mittwoch hervor.

Der bislang höchste Wert war am vergangenen Freitag registriert worden, als mehr als 99.000 Ansteckungen registriert wurden. In den USA sind bislang mehr als 232.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben.

Update, 4. November, 12.31 Uhr: Deutscher Filmpreis auf Herbst 2021 verschoben

Der Deutsche Filmpreis soll im nächsten Jahr nicht wie gewohnt im Frühjahr, sondern erst im Herbst verliehen werden. Die Deutsche Filmakademie begründet die Verschiebung mit den Auswirkungen der Pandemie.

"Die Kinos mussten erneut schließen, Filmstarts verschoben und Produktionen unterbrochen werden", teilte Akademiepräsident Ulrich Matthes am Mittwoch mit. Sie wollten mit der Verlegung auf den 1. Oktober mehr Flexibilität für Verleiher und Produzenten schaffen "und natürlich hoffen wir auf Fortschritte in der Wissenschaft", sagte Matthes laut Mitteilung.

Der Deutsche Filmpreis gilt als wichtigste nationale Auszeichnung in der Branche. Die rund 2000 Mitglieder der Deutschen Filmakademie stimmen über viele Gewinner ab. Die Preise sind mit insgesamt rund drei Millionen Euro für neue Projekte dotiert, das Geld kommt aus dem Haus von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Update, 4. November, 12.28 Uhr: Belgien: Corona-Zahl geht im Wochenvergleich leicht zurück

Erstmals seit zwei Monaten ist die Anzahl der registrierten Corona-Infektionen im heftig von der Pandemie getroffenen Belgien im Wochenvergleich zurückgegangen. Zugleich liegt die Belegung von Krankenhaus- und Intensivstationen auf Rekordhoch, wie aus Daten der nationalen Gesundheitsagentur Sciensano vom Mittwoch hervorgeht.

Zwischen dem 25. und 31. Oktober wurden in dem Land mit 11 Millionen Einwohnern demnach täglich im Schnitt 14.235 Infektionen registriert. Das sind 4 Prozent weniger als in den vorangegangenen 7 Tagen. Am stärksten - um gut 26 Prozent - sank die Infektionszahl in der Hauptstadt Brüssel. Belgien zählt zu den am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Für die Tage nach dem 31. Oktober liegen noch keine konsolidierten Fallzahlen vor.

Die Anzahl der Einweisungen ins Krankenhaus legte im gleichen Zeitraum hingegen um 26 Prozent zu. Zuletzt lagen 7485 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in belgischen Krankenhäusern - 1351 von ihnen auf den Intensivstationen. Beides sind Höchstwerte in der Pandemie. Allerdings stieg die Zahl der Krankenhaus-Patienten zuletzt weniger schnell. 

Update, 4. November, 12.22 Uhr: Woidkes Kontaktpersonen in Regierung nicht mit Corona infiziert

In Brandenburgs Landesregierung ist außer Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kein weiteres Regierungsmitglied mit dem Coronavirus infiziert. "Alle Testergebnisse zu weiteren Mitgliedern des Kabinetts (...) sind negativ", teilte Regierungssprecher Florian Engels am Mittwoch in Potsdam mit.

Darunter seien Innenminister Michael Stübgen (CDU), Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), Staatskanzleichefin Kathrin Schneider, Finanzministerin Katrin Lange und Wissenschaftsministerin Manja Schüle (alle SPD). Engels selbst hat nach eigenen Angaben ebenfalls ein negatives Testergebnis.

Der Ministerpräsident habe nur geringe Symptome mit abnehmender Tendenz, sagte der Regierungssprecher. Woidke bleibe - wie nach Positivtests vorgegeben - 14 Tage in häuslicher Quarantäne und führe von dort seine Amtsgeschäfte. Dazu zählten mehrere Telefonkonferenzen am Mittwoch.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass sich Woidke mit dem Coronavirus angesteckt hat. Das hatte auch für Unruhe gesorgt, weil er noch am Samstag an der Eröffnung des Berliner Flughafens BER teilgenommen hatte, wo mehrere hochrangige Politiker und Spitzenmanager mit ihm auf einem Podium im Flughafengebäude gestanden hatten.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, 3.v.r.) hat offenbar niemanden aus seiner Regierung mit Corona angesteckt.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD, 3.v.r.) hat offenbar niemanden aus seiner Regierung mit Corona angesteckt.  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Update, 4. November, 12.15 Uhr: Corona-Test bei Berlins Regierungschef Müller ist negativ

Ein Corona-Test bei Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist negativ ausgefallen. Das teilte eine Sprecherin des Senats am Mittwoch mit.

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit dem Coronavirus infiziert hat. Müller hatte mit Woidke zusammen am Samstag an der Eröffnung des neuen Hauptstadt-Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen.

Update, 4. November, 12.13 Uhr: Parlamentsmitsprache bei Corona-Regeln: Koalition stellt Gesetz vor

In der Debatte um eine stärkere Einbindung der Parlamente in die Entscheidungen über Corona-Regeln haben die hessischen Regierungsfraktionen von CDU und Grünen einen Gesetzentwurf vorgelegt. Kernpunkt sei, dass der Landtag über alle Maßnahmen umgehend informiert werden und jede neue Regel im Plenum zur Diskussion gestellt werden muss, erläuterten die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen, Ines Claus und Mathias Wagner, am Mittwoch in Wiesbaden.

Schon bislang sei das Parlament regelmäßig über die Corona-Verordnungen der Landesregierung unterrichtet worden, betonte Claus. Dies sei aber nicht gesetzlich geregelt gewesen. Wagner ergänzte: "Je länger die Krise dauert, umso stärker müssen Parlamente eingebunden sein." Sollte der Landtag allerdings eine Maßnahme ablehnen - dann müsse es Alternativvorschläge geben, betonte der Grünen-Fraktionschef.

Laut Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen müssen Rechtsverordnungen zu Corona-Maßnahmen unverzüglich dem Landtag zugeleitet werden - spätestens 24 Stunden nach der Beschlussfassung. Die Regeln sollen dann bei den Plenarsitzungen beraten werden.

Die oppositionellen Fraktionen von SPD und FDP hatten am Dienstag einen eigenen Gesetzentwurf zur Beteiligung des Parlaments an den Corona-Verordnungen vorgestellt. Er sieht unter anderem vor, dass sich der Landtag nach Möglichkeit mit Corona-Verordnungen befassen soll, bevor sie in Kraft treten.

Update, 4. November, 12.01 Uhr: Dozenten der Uni Hamburg fordern trotz Corona Präsenzlehre

Mehr als 30 Dozenten verschiedener Fakultäten der Universität Hamburg haben sich gegen ein coronabedingt fast ausschließlich digitales Wintersemester ausgesprochen. In einem am Mittwoch verbreiteten offenen Brief forderten sie das Präsidium der Uni auf, "die geplanten Präsenzveranstaltungen im vollen Umfang zu ermöglichen". Dies müsse "selbstverständlich auf Grundlage der entwickelten Schutzkonzepte" geschehen.

In den letzten Monaten sei viel Arbeit in die Erstellung von Hygienekonzepten investiert worden, schreiben die Lehrenden, die ihrer Forderung auch mit einer Online-Petition Nachdruck verleihen wollen. "So sind für Seminare mit 20-30 Teilnehmern Hörsäle mit mehreren Hundert Sitzplätzen beplant worden." Zudem seien Begegnungen das beste Mittel gegen Vereinsamung, Frustration und Stress.

Am Montag hatte Uni-Präsident Dieter Lenzen mitgeteilt, dass Vorlesungen und Seminare im Wintersemester digital stattfinden müssen. Auch der Sportbetrieb werde eingestellt; Botanischer Garten, Museen, Sammlungen und Archive würden geschlossen. Nur die Bibliotheken sollen geöffnet bleiben und Studierenden in begrenztem Umfang Arbeitsplätze bieten.

Mehrere Dozenten der Hamburger Universität wollen unbedingt wieder Studenten in ihren Hörsälen sehen.
Mehrere Dozenten der Hamburger Universität wollen unbedingt wieder Studenten in ihren Hörsälen sehen.  © Ulrich Perrey/dpa

Update, 4. November, 11.57 Uhr: Wieder deutlich mehr Corona-Infektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen ist in Brandenburg in die Höhe geschnellt. Von Dienstag auf Mittwoch seien 362 neue Fälle bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Potsdam mit. Nur Ende Oktober waren die Zahlen höher, der bisherige Rekordwert lag bei 422 neuen Infektionen am 30. Oktober.

Auch die Zahlen neuer Infektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche steigen - der Kreis Elbe-Elster kam am Mittwoch auf 164. Cottbus erreichte mit 137,4 den zweithöchsten Inzidenzwert, die Stadt gab allerdings bereits eine aktuelle höhere Zahl von 160 an. Dagegen fiel Brandenburg/Havel in der Auflistung des Ministeriums unter die 50er-Marke. Ganz Brandenburg liegt bei 86,2 neuen Ansteckungen je 100.000 Einwohner in einer Woche - das ist ein neuer Spitzenwert.

Update, 4. November, 11.54 Uhr: Spürbarer Anstieg von Covid-19-Patienten auf Intensivstationen

In Thüringen steigt die Zahl der auf Intensivstationen von Krankenhäusern behandelten Menschen mit einer Covid-19-Erkrankung stetig an. Mit Stand Mittwochvormittag waren es 39, wie aus dem Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI)hervorgeht.

12 Erkrankte mussten invasiv beatmet werden. Vor zwei Wochen waren noch 22 Erkrankte auf Intensivstationen behandelt worden. In Thüringen stehen nach DIVI-Zahlen insgesamt 934 Intensivbetten zur Verfügung, die Kapazität kann bei Bedarf innerhalb von sieben Tagen um 455 aufgestockt werden. Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Thüringen hatte am Mittwoch erneut die Marke von 300 übertroffen.

Das Gesundheitsministerium meldete unter Berufung auf Zahlen des Berliner Robert-Koch-Instituts am Mittwoch 305 neue Fälle. 13 der 23 Landkreise und kreisfreien Städte sind offiziell als Risikogebiet eingestuft. Darunter ist die Landeshauptstadt Erfurt, wo nach Angaben der Stadtverwaltung derzeit 315 Menschen mit dem Sars-CoV2-Virus infiziert sind.

Bezogen auf 100.000 Einwohner wurden dort laut Stadt in den zurückliegenden sieben Tagen gut 83 neue Fälle gemeldet. Wegen Verzögerung bei der elektronischen Übermittlung der Daten an das RKI kann es zu Abweichungen zwischen den vom Land und den Kommunen veröffentlichten Zahlen kommen. Seit Pandemiebeginn sind in Thüringen 212 Menschen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion gestorben.

In Thüringen werden derzeit 39 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt.
In Thüringen werden derzeit 39 Corona-Patienten auf Intensivstationen behandelt.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 4. November, 11.42 Uhr: Zweite Corona-Welle drückt die Stimmung in der NRW-Wirtschaft

Die drastisch steigenden Infektionszahlen in der Corona-Pandemie drücken die Stimmung in der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Erstmals seit fünf Monaten blicken die Unternehmen im bevölkerungsreichsten Bundesland wieder skeptischer in die Zukunft, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten NRW.Bank.ifo-Geschäftsklima hervorgeht.

"Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in der Wirtschaft der Optimismus der Vormonate wieder verflogen", sagte Eckhard Forst, Vorsitzender des Vorstands der NRW.Bank. Die seit Mai zu beobachtende Erholung der Konjunktur gerate ins Stocken. Dabei spiegele sich der für November beschlossene Teil-Lockdown in der aktuellen Befragung noch nicht wider. Es sei davon auszugehen, dass dieser die Stimmung weiter drücken werde, sagte Forst.

Während der Blick in die Zukunft sich verdüsterte, wurde die aktuelle Geschäftssituation von vielen Unternehmen im Oktober noch deutlich besser bewertetet als in den Vormonaten. Dadurch lag das Geschäftsklima sogar erstmals seit Februar wieder leicht im positiven Bereich.

Update, 4. November, 11.38 Uhr: Mehrere Eilverfahren gegen den Thüringer Teil-Lockdown

Ein Hotel und zwei Fitnessstudios wehren sich juristisch mit Eilverfahren gegen den seit Montag geltenden Teil-Lockdown in Thüringen.

Insgesamt lägen Anträge auf drei Eilverfahren sowie eine Klage vor, sagte eine Sprecherin des Thüringer Oberverwaltungsgerichts (OVG) in Weimar am Mittwoch auf Anfrage. Wann mit Entscheidungen zu rechnen ist, sei noch unklar.

Klagen gegen Verordnungen im Normenkontrollverfahren gelten als aufwendig und langwierig. Eilverfahren führen in der Regel deutlich schneller zu Entscheidungen. Allerdings muss auch hier dem Antragssteller und dem Antragsgegner jeweils Zeit für Stellungnahmen gegeben werden.

Update, 4. November, 11.35 Uhr: Ungarns Außenminister Szijjarto positiv auf Corona getestet

Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto ist während einer Asien-Reise positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Der Politiker sei vorerst ohne Symptome und warte in einem Krankenhaus in der thailändischen Hauptstadt Bangkok auf seine Heimreise, erklärte ein Sprecher des Ministers am Mittwoch der amtlichen Nachrichtenagentur MTI.

Szijjarto war von Kambodscha kommend in Thailand eingetroffen. Vor seiner Abreise aus Budapest sei ein Corona-Test bei ihm negativ ausgefallen, sagte der Sprecher.

Peter Szijjarto, der Außenminister von Ungarn, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Peter Szijjarto, der Außenminister von Ungarn, hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Update, 4. November, 11.32 Uhr: Neue Gesetzesbasis für Anti-Corona-Maßnahmen sollen schnell kommen

Die Menschen in Deutschland sollen nach Angaben der SPD künftig darauf vertrauen können, dass Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eine fundierte rechtliche Grundlage haben. So eine Grundlage sei nötig und werde zügig kommen, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Carsten Schneider, am Mittwoch in Berlin. Er bekräftigte, dass Vorgaben wie das Tragen von Masken nun im Infektionsschutzgesetz benannt werden sollen.

"Unsere Aufgabe als Gesetzgeber ist nicht, über einzelne Maßnahmen zu entscheiden", sagte Schneider. Aber es werde ein Katalog an Maßnahmen erstellt. "Wir können uns darüber hinausgehend weitere Schritte vorstellen", sagte Schneider im Namen der SPD. Dies könne ein Zustimmungsvorbehalt für das Parlament und das Recht sein, Verordnungen per Bundesgesetz wieder aufzuheben. Darüber habe man sich in der Kürze der bisherigen Beratungszeit noch nicht mit der Union einigen können. Die neue gesetzliche Grundlage beziehe sich nur auf Covid 19, nicht auf mögliche weitere Pandemien.

Energisch wies Schneider Kritik der FDP zurück. FDP-Chef Christian Lindner argumentiere in Richtung der Corona-Skeptiker. Vorwürfe, das Parlament sei nicht genügend einbezogen worden, ließ Schneider nicht gelten. Lindner habe seine Rechte wohl nicht gekannt. Ein Antrag sei von der FDP einmal zur Pandemie gestellt worden, nämlich jener, die Maßnahmen aufzuheben. "Da sage ich: Guten Morgen, gut, dass wir das nicht gemacht haben."

Update, 4. November, 11.28 Uhr: Polen registriert mehr als 24.000 Corona-Neuinfektionen

In Polen hat die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus erstmals die Marke von 24.000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 24.692 neue Fälle hinzu, die meisten davon (rund 3952) in der Region Großpolen im Westen das Landes, wie das polnische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Im gleichen Zeitraum starben 373 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus - soviele wie noch nie zuvor. Der bisherige Rekordwert an Neuinfektionen war mit 21897 Fällen erst am Samstag erreicht worden. Seit Beginn der Pandemie gab es in Polen 6475 Todesfälle in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner. Deutschland hat Polen als Risikogebiet eingestuft.

Regierungschef Mateusz Morawiecki will am Nachmittag über weitere Schritte im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus informieren.

Während die Infizierten-Zahlen in Polen weiter steigen, protestieren Gastronomen und Catering-Mitarbeiter gegen die neuen Corona-Maßnahmen.
Während die Infizierten-Zahlen in Polen weiter steigen, protestieren Gastronomen und Catering-Mitarbeiter gegen die neuen Corona-Maßnahmen.  © Tomasz Waszczuk/PAP/dpa

Update, 4. November, 11.22 Uhr: Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen steigt weiter - Inzidenzwert erreicht 100

Die Zahl der Corona-Fälle in Niedersachsen steigt weiter deutlich. Am Mittwoch meldeten die Gesundheitsämter 1301 mehr bestätigte Infektionen als am Vortag, wie das Gesundheitsministerium in Hannover auf seiner Internetseite (Stand: 9.00 Uhr) mitteilte.

Der landesweite Inzidenzwert erreichte erstmals den Wert von 100 - so viele Menschen pro 100.000 Einwohner haben sich in den vergangenen sieben Tagen angesteckt. Ab einer Inzidenz von 50 gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt als Corona-Risikogebiet. Inzwischen hat die große Mehrheit diese Marke überschritten.

Die meisten Infektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen verzeichnete der Landkreis Cloppenburg mit 305,8, gefolgt vom Kreis Vechta (267,5) und von der Stadt Delmenhorst (193,4).

Landesweit zählen die Behörden inzwischen 40.820 Corona-Fälle; 25.633 Menschen gelten als genesen; 790 Infizierte starben im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus. In der vergangenen Woche wurden Infektionen vor allem bei Menschen im Alter von unter 60 Jahren gemeldet.

Update, 4. November, 11.16 Uhr: Fußball-Regionalliga Südwest setzt Spiele bis Ende November ab

Die Fußball-Regionalliga Südwest hat sämtliche bis zum 30. November angesetzten Spiele abgesetzt. Außerdem werde der Spielbetrieb ab dem 1. Dezember nur dann wieder aufgenommen, wenn in den Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland ab spätestens 17. November ein Mannschaftstraining unter Wettkampfbedingungen zulässig ist, teilte die Liga am Mittwoch mit.

In Baden-Württemberg und Hessen ist den Regionalliga-Teams gemäß der jeweiligen Corona-Verordnungen ihres Landes der Trainings- und Wettkampfbetrieb im November weiterhin gestattet. Im Saarland können die Clubs in begründeten Einzelfällen ausnahmsweise die Erlaubnis zum Betrieb und zur Nutzung von Sportstätten durch die zuständige Ortspolizeibehörde erhalten. In Rheinland-Pfalz hingegen ist der Trainings- und Wettkampfbetrieb im Amateur- und Freizeitsport in Mannschaftssportarten in diesem Monat untersagt.

Nach dem von der Politik verhängten Teil-Lockdown hatte die Liga zunächst nur den für Dienstag und diesen Mittwoch geplanten 13. Spieltag abgesagt und eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen für diese Woche angekündigt. Die Kickers Offenbach hatten sich daraufhin für eine Fortsetzung der Saison ausgesprochen, Bayern Alzenau dagegen.

In der Regionalliga Südwest herrscht erstmal Stillstand. Wegen der Corona-Pandemie wurden im November alle Spiele ausgesetzt.
In der Regionalliga Südwest herrscht erstmal Stillstand. Wegen der Corona-Pandemie wurden im November alle Spiele ausgesetzt.  © Scheiber/Jan Huebner/dpa

Update, 4. November, 11.07 Uhr: Alba-Coach Reneses: "Haben keine acht einsatzfähigen Spieler"

Alba Berlins Trainer Aito Garcia Reneses ist sich noch nicht sicher, ob seine Mannschaft am Donnerstag zum Euroleague-Spiel gegen den FC Barcelona antreten kann. "Die Regeln der Euroleague schreiben vor, dass wir mindestens acht einsatzfähige Spieler haben müssen. Die haben wir im Moment nicht", sagte der Coach des deutschen Basketball-Meisters in einem Interview der "Berliner Morgenpost" (Mittwochausgabe).

Nach insgesamt sieben positiven Corona-Fällen im Team und dessen Umfeld konnten die Berliner nach zweiwöchiger Quarantäne erst am Montag erstmals wieder trainieren. Dabei hatte der 73 Jahre alte Spanier nach eigenen Angaben nur sieben Spieler zur Verfügung.

"Ich weiß jetzt nicht, was passiert und ob wir spielen oder nicht", sagte Aito. "Das ist im Moment auch nicht das Wichtigste, sondern dass die Spieler wieder ganz okay sind", sagte der Alba-Coach. "Nach so einer langen Pause ist es schwierig zu beginnen und dann womöglich sogar wettbewerbsfähig zu sein." Am Sonntag steht für die Berliner gegen die Fraport Skyliners Frankfurt auch das erste Spiel in der Bundesliga auf dem Programm.

Update, 4. November, 11 Uhr: Corona und US-Wahl: Internetknoten meldet Rekord bei Datenverkehr

Die Corona-Pandemie und die US-Wahl haben dem Internet-Knoten in Frankfurt am Main einen Rekord beim Datenverkehr gebracht. Zu den Gründen des Anstiegs zählten Arbeitnehmer im Home-Office, aber auch mehr Datenverkehr durch die Nutzung von Filmen und Computerspielen über das Internet, erklärte DE-CIX, der Betreiber des Knotens, am Mittwoch. Hinzu kämen zusätzliche Auswirkungen der US-Wahl auf den Datenverkehr.

Am Dienstagabend um kurz nach 20 Uhr sei der bisher höchste Wert von 10 Terabit pro Sekunde erreicht worden. Dies entspreche der Übertragung von über 2,2 Millionen Videos in HD-Qualität gleichzeitig oder einer Datenmenge von rund 2,2 Milliarden beschriebenen DIN A-4- Seiten.

Der Knoten liege damit mehr als 40 Prozent über dem Vorjahreszeitraum, als 7,1 Terabit erreicht worden waren, erklärte der Betreiber. Normal sei eine jährliche Steigerung von im Schnitt rund zehn Prozent. Der Frankfurter Knoten zähle damit zu den größten weltweit. Auch andere Standorte von DE-CIX in New York, Madrid, Marseille, Istanbul und Dubai hätten beim Datendurchsatz Spitzenwerte erreicht.

Beim Internet-Knotenpunkt in Frankfurt liefen am Dienstagabend bis zu 10 Terabit pro Sekunde durch die Kabel.
Beim Internet-Knotenpunkt in Frankfurt liefen am Dienstagabend bis zu 10 Terabit pro Sekunde durch die Kabel.  © Boris Roessler/dpa

Update, 4. November, 10.41 Uhr: Bundesverfassungsgericht: Bearbeitung von Eilanträgen gesichert

Das Bundesverfassungsgericht sieht die zügige Bearbeitung von Eilanträgen trotz der vielen Einschränkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus und den Teil-Lockdown sichergestellt. Man sei weiterhin vollständig arbeitsfähig, teilte das höchste deutsche Gericht in Karlsruhe am Mittwoch mit. Die Richterinnen und Richter könnten auch vom heimischen Computer aus arbeiten.

Noch hat die Klagewelle wegen der seit Montag verschärften Corona-Beschränkungen das Gericht nicht erreicht. Aktuell gebe es einen Eilantrag gegen die bayerischen Bestimmungen, sagte ein Gerichtssprecher. Der oder die Kläger hätten sich allerdings direkt an das Bundesverfassungsgericht gewandt und nicht vorher an die Verwaltungsgerichte. Solche Eilanträge sind in den meisten Fällen unzulässig, weil der Rechtsweg nicht eingehalten wurde.

Das Gericht arbeitet ab sofort wieder in zwei Schichten für den Fall, dass Mitarbeiter erkranken oder in Quarantäne müssen, wie es hieß. Auslandsreisen und der Empfang ausländischer Delegationen entfielen. Besuchergruppen dürfen schon seit März nicht mehr ins Haus.

Update, 4. November, 10.36 Uhr: Plenarsitzung soll trotz des Corona-Tests für Müller stattfinden

Die Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses am Donnerstag soll unabhängig vom Ergebnis des Corona-Tests für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) wie geplant stattfinden. Das teilte ein Sprecher des Parlaments am Mittwoch mit.

Müller hatte sich am Dienstag in Selbstisolation begeben und auf Corona testen lassen, nachdem das positive Testergebnis bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bekannt geworden war. Beide hatten am Samstag an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen. Woidke hatte das Testergebnis am Dienstagmorgen erhalten.

Der Abgeordnetenhaus-Sprecher sagte am Mittwoch, Müller sei am Sonntag bei einer Sondersitzung anwesend gewesen und habe im Plenum eine Regierungserklärung abgegeben. Im Abgeordnetenhaus seien allerdings die Abstandsregeln zu beachten. "Die Sitzung am Donnerstag wird - Stand jetzt - stattfinden." Das Testergebnis für den Regierenden Bürgermeister wurde laut Senatskanzlei noch für Mittwoch erwartet.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wartet zurzeit noch auf das Ergebnis seines Corona-Tests.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wartet zurzeit noch auf das Ergebnis seines Corona-Tests.  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Update, 4. November, 10.12 Uhr: Bundeswehr hilft mit 60 Männern und Frauen bei Gesundheitsämtern

Die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt werden bei der Bewältigung der Corona-Pandemie derzeit von 60 Soldatinnen und Soldaten unterstützt. Die Helfer sind in elf der 14 Kreise und kreisfreien Städte eingesetzt, wie ein Sprecher des Landeskommandos am Mittwoch mitteilte. 

Ein Großteil der Soldatinnen und Soldaten helfe bei der Verwaltungsarbeit. Rund 20 Männer und Frauen aus dem Sanitätsregiment seien im Einsatz, um bei Abstrichen für Corona-Tests zu helfen. Die Kommunen können die Unterstützung bei der Bundeswehr beantragen. Bereits im August halfen 20 Soldatinnen und Soldaten in den Gesundheitsämtern, im Oktober waren es doppelt so viele.

Die derzeitigen Einsätze seien zunächst bis höchstens Anfang Dezember geplant, teilte die Bundeswehr weiter mit. Die Bundeswehr ist derzeit überall im Einsatz außer in Magdeburg, im Burgenlandkreis und im Altmarkkreis Salzwedel.

Die Gesundheitsämter müssen aufgrund der zuletzt deutlich gestiegenen Zahl an Neuinfektionen viele Aufgaben bewältigen, etwa Kontakte von Infizierten finden, Tests und Quarantäne anordnen. Der Landkreistag hatte daher zuletzt mehr personelle Unterstützung gefordert. Dem Spitzenverband der Kreise schwebte vor allem Verwaltungspersonal des Landes vor, das kurzfristig in den Kommunen aushelfen soll.

Update, 4. November, 10.03 Uhr: Maschinenbauer schöpfen Hoffnung - Steigende Inlandsaufträge

Der Maschinenbau in Deutschland erholt sich schrittweise von den Folgen der Corona-Krise. Nach einem Rückschlag im August gab es bei den Auftragseingängen im September Hoffnungszeichen. Zwar wurde das Vorjahresniveau preisbereinigt um 10 Prozent verfehlt, wie der Branchenverband VDMA am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

"Die Inlandsorders verzeichneten jedoch erstmals seit Januar dieses Jahres wieder einen Zuwachs", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. Das Plus bei den Bestellungen von 4 Prozent aus Deutschland hänge aber auch mit einem schwachen Vorjahresmonat zusammen. Die Auftragseingänge aus dem Ausland fielen derweil im September kräftig um 16 Prozent zum Vorjahresmonat.

Der Maschinen- und Anlagenbau leidet auch unter der Abschottung internationaler Handelsmärkte und dem Umbruch in der Autoindustrie. Im gesamten dritten Quartal sank der Auftragseingang preisbereinigt um 14 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal hatte es in der Corona-Krise noch einen Einbruch von 30 Prozent gegeben.

"Die Unternehmen kämpfen um jeden Auftrag. Der Tiefpunkt wurde im dritten Quartal eindeutig überwunden – vorerst", sagte Wiechers. Rückschläge seien nicht auszuschließen, da steigende Corona-Infektionszahlen Investoren verunsicherten.

Die Corona-Krise macht dem Maschinenbau in Deutschland schwer zu schaffen.
Die Corona-Krise macht dem Maschinenbau in Deutschland schwer zu schaffen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 4. November, 9.55 Uhr: Corona-Infektionen in Brandenburg: Landtagsausschüsse werden verschoben

Nach den Corona-Infektionen von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Landtagsvizepräsident Andreas Galau sind die Tagungen der Fachausschüsse im Brandenburger Landtag am Mittwoch abgesagt worden.

Wegen der bekannt gewordenen Infektionen hätten sich zahlreiche Kontaktpersonen im Landtag auf das Coronavirus testen lassen, sagte Landtagssprecher Gerold Büchner. "Nun sollen zunächst die Ergebnisse abgewartet werden." Daher würden die Beratungen der Ausschüsse auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die Plenarsitzungen in der kommenden Woche sollen jedoch am Mittwoch und Donnerstag stattfinden, wie Büchner erklärte.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke habe den Vorsitzenden der Fachausschüsse in einem Schreiben dringend empfohlen, bis Ende des Jahres nur noch per Videokonferenz oder allenfalls in sogenannten Hybridsitzungen zu tagen, teilte der Landtag mit. Dazu solle die Geschäftsordnung geändert werden, um die Beschlussfähigkeit und die Durchführung von Abstimmungen auch bei Online-Sitzungen sicherzustellen, erklärte Liedtke.

Update, 4. November, 9.48 Uhr: Europaratsgeneralsekretärin: Grundwerte müssen in Krisenzeiten leiten

Die Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejčinović Burić, hat die Bedeutung der Europäischen Menschenrechtskonvention in der Corona-Pandemie hervorgehoben. "Gerade in Krisenzeiten müssen es unsere Grundwerte sein, die uns leiten", sagte sie am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der Unterzeichnung der Konvention vor 70 Jahren.

Die Pandemie zeige, dass das Abkommen wertvoller denn je sei, sagte Pejčinović Burić. Am Abend sollte der Gedenktag mit einem Festakt in Athen begangen werden. "Die Konvention ist ausreichend stark und flexibel, damit wir durch diesen Sturm navigieren und gleichzeitig unseren Schlüsselwerten treu bleiben können", ergänzte Pejčinović Burić. Wahre man die dort verankerten Grundwerte, könnten Mitgliedstaaten des Europarats auch künftige Schwierigkeiten besser bewältigen.

Die Europäische Menschenrechtskonvention wurde vom Europarat erarbeitet und am 4. November 1950 in Rom unterschrieben. Darin enthalten sind etwa die Religionsfreiheit, die Meinungsfreiheit und der Schutz vor Folter und Misshandlung. Alle Bürgerinnen und Bürger der 47 Mitgliedstaaten des Europarats können vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auf dieser Grundlage Beschwerde gegen ein Mitgliedsland einlegen.

Marija Pejcinovic-Buric ist die Generalsekretärin des Europarats.
Marija Pejcinovic-Buric ist die Generalsekretärin des Europarats.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 4. November, 9.44 Uhr: Nach Corona-Chaos: Heidenheim leitet keine rechtlichen Schritte ein

Fußball-Zweitligist 1. FC Heidenheim wird nach der Verwirrung um mehrere Corona-Tests vor knapp zwei Wochen keine rechtlichen Schritte gegen das zuständige Labor einleiten.

"Der Vorfall ist in der Zwischenzeit von der Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb der DFL aufgearbeitet worden. Das für die falschen Testergebnisse verantwortliche Labor hat der DFL gegenüber Fehler eingeräumt", sagte der Vorstandsvorsitzende des Clubs, Holger Sanwald, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir haben daraufhin einen Laborwechsel geprüft, was nicht möglich gewesen ist. Daher haben wir uns mit dem zuständigen Labor auf einen verbesserten Prozess beim Ablauf der Testungen verständigt."

Im Vorfeld des Heimspiels gegen den VfL Osnabrück (1:1) am 25. Oktober waren vier Spieler und ein Mitglied des Trainer- und Funktionsteams der Heidenheimer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der Verein ließ daraufhin zwei weitere Testreihen durch das Klinikum Heidenheim durchführen, die allesamt alle negativ waren. Letztlich konnten alle Profis in der Partie eingesetzt werden. Die Vorbereitung sei aber "empfindlich gestört" worden, sagte Sanwald.

Update, 4. November, 9.32 Uhr: BER-Chef Lütke Daldrup negativ auf Corona getestet

Der Corona-Test des Hauptstadtflughafen-Chefs Engelbert Lütke Daldrup ist negativ ausgefallen. Das teilte die Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg am Dienstag auf Twitter mit.

Am Vortag war Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) positiv getestet worden, nachdem er am Samstag als Ehrengast bei der Eröffnung des Hauptstadtflughafens (BER) dabei war. Das Testergebnis von Berlins Regierendem Bürgermeister, Michael Müller (SPD), der ebenfalls dabei war, stand am Dienstagmorgen noch aus. Wo und wann Woidke sich infiziert hatte, war zunächst unklar.

Ebenfalls anwesend bei der Eröffnung waren Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sowie die Chefs der Fluggesellschaften Lufthansa und Easyjet, Carsten Spohr und Johan Lundgren. Ein Schnelltest bei Scheuer fiel am Dienstag ebenfalls negativ aus, er gehe aber nach Absprache mit Ärzten in Selbstisolation, sagte eine Sprecherin.

Lütke Daldrup hatte am Dienstag betont, es sei bei der Veranstaltung sehr genau darauf geachtet worden, dass Abstände eingehalten werden und alle Maske tragen. Zudem sei ein sogenannter Hygienewächter dabei gewesen, der auf Fehlverhalten achten sollte.

Update, 4. November, 9.27 Uhr: Corona-Krise: Nächtliche Ausgangssperren und rote Zonen in Italien

Italiens Regierungschef Giuseppe Conte hat nach Medienberichten in der Nacht zum Mittwoch ein Dekret mit neuen Restriktionen im Anti-Corona-Kampf unterzeichnet. Demnach müssen die 60 Millionen Italiener nun wegen einer nächtlichen Ausgangssperre von 22.00 Uhr abends bis um 5.00 Uhr morgens zu Hause bleiben.

Ausnahmen gibt es nur für dringende Wege wie etwa zur Arbeit oder zum Arzt. In Hochrisikozonen sind noch schärfere Teil-Lockdowns vorgesehen. Dort müssen viele Läden schließen und es gibt Reiseverbote, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Ansa am Mittwoch schrieb. Außerdem werden alle Museen des Landes geschlossen.

Die Verschärfung der Regeln soll am Donnerstag starten und zunächst vier Wochen lang bis zum 3. Dezember gelten. Die Regierung wollte das Dekret im Laufe des Tages veröffentlichen. Italien hatte am Dienstag rund 28.250 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Diese Zahl lag unter den Höchstwerten der Vorwoche von mehr als 30.000 Fällen am Tag.

Zu den Maßnahmen gehört demnach auch ein neues Prinzip der Gefahrenbewertung, das Italien in drei Risiko-Zonen teilt. So will Rom gezielter auf regionale Unterschiede bei der Corona-Entwicklung eingehen. In den roten Zonen mit sehr hohem Corona-Risiko gehen die Verbote deutlich über die landesweiten Regeln hinaus. Nach ersten Berichten dürften die Lombardei und das Piemont im Norden sowie wohl Kalabrien im Süden zu solchen Hoch-Risiko-Zonen erklärt werden, schrieb die Zeitung "La Repubblica".

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat neue Corona-Maßnahmen für sein Land erlassen.
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat neue Corona-Maßnahmen für sein Land erlassen.  © Lapresse / Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 4. November, 9.19 Uhr: NRW: SPD-Landtagsfraktion fordert mehr Corona-Tests und Testgipfel

Angesichts der stark steigenden Corona-Zahlen fordert die SPD-Landtagsfraktion eine deutliche Ausweitung von Test-Kapazitäten in NRW und einen "Testgipfel" mit allen Fachleuten zum Thema.

Ein entsprechender SPD-Antrag soll kommende Woche ins Parlament eingebracht werden, teilte die Fraktion am Mittwoch mit. Die versprochenen Schnelltests für Pflegeangehörige seien bis Ende Oktober nicht verfügbar gewesen, heißt es in dem Antrag. Außerdem sei die große Gruppe der pflegenden Angehörigen nicht berücksichtigt worden. Mit einem Testgipfel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie solle der "Flickenteppich" bei den Corona-Tests beendet werden.

Update, 4. November, 9.13 Uhr: Weitere Grundschulen in Niedersachsen vom Coronavirus betroffen

In weiteren Grundschulen in Niedersachsen hat es Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Wie der Landkreis Lüneburg am Mittwoch mitteilte, werden die Grundschulen Barendorf und Wendisch Evern komplett unter Quarantäne gestellt.

In Barendorf war bereits seit Freitag der erste Jahrgang betroffen. Schon am Montag waren in Niedersachsen vier Grundschulen sowie eine Grund- und Hauptschule wegen Infektionsfällen geschlossen worden.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont teilte am Dienstagabend mit, dass für die Grundschule Tündern ab diesem Mittwoch das Szenario B gelte. Bei diesem Wechselmodell werden die Klassen geteilt und abwechselnd in der Schule und zu Hause unterrichtet.

Vorgesehen ist das Szenario B in Regionen ab 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen, wenn an der jeweiligen Schule außerdem von den Behörden eine Infektionsschutzmaßnahme wie Quarantäne etwa für eine Klasse verordnet wurde.

Update, 4. November, 9.02 Uhr: Studie: Mini-Jobber gehören zu den Corona-Verlierern

Mini-Jobber gehören zu den größten Verlierern der Corona-Pandemie. Zu diesem Schluss kommt eine am Mittwoch in Berlin veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach lag die Zahl der Mini-Jobber im Juni 2020 um 850.000 oder 12 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Jobs ging im gleichen Zeitraum nur um 0,2 Prozent zurück.

"Gerade in einer Rezession wie derzeit werden Minijobberinnen und Minijobber schnell vor die Tür gesetzt", sagte der Wissenschaftler Markus Grabka. Die Mini-Jobber haben keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, was zu einer schnelleren Entlassung führe. In den besonders coronageplagten Branchen Gastronomie und Veranstaltungen gibt es überdurchschnittlich viele Mini-Jobs. Von den Menschen, die 2019 ausschließlich einem Mini-Job nachgegangen sind, hatte rund die Hälfte im Frühjahr 2020 gar keine bezahlte Arbeit mehr.

Auch unabhängig von der Corona-Krise sei eine Reform der Minijobs überfällig, sagte Grabka. "Der Bereich der geringfügigen Beschäftigung ist in den vergangenen Jahren sehr groß geworden, und gleichzeitig hat sich oftmals die Hoffnung, Minijobs könnten eine Brücke in normale sozialversicherungspflichtige Jobs sein, nicht erfüllt."

Von 2003 bis 2019 sei die Zahl der Minijobber um 43 Prozent auf 7,6 Millionen angewachsen. Das entsprach fast einem Fünftel (19 Prozent) aller Arbeitnehmer. Das DIW schlägt vor, die Minijob-Schwelle von 450 auf 300 Euro im Monat abzusenken und möglichst viele Tätigkeiten in sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse zu überführen. Nebenjobs sollten nicht mehr von den Sozialabgaben befreit werden.

In corona-geplagten Branchen wie der Gastronomie gibt es überdurchschnittlich viele Mini-Jobs, viele Stellen fallen während der aktuellen Krise allerdings weg.
In corona-geplagten Branchen wie der Gastronomie gibt es überdurchschnittlich viele Mini-Jobs, viele Stellen fallen während der aktuellen Krise allerdings weg.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. November, 8.54 Uhr: Landtagspräsidentin Aras: Zwangsgeld für Maskenverweigerer im Landtag

Landtagspräsidentin Muhterem Aras (Grüne) möchte notfalls mit Geldstrafen gegen Maskenverweigerer im Landtag vorgehen. "Außerhalb des Saals kann ich ein Zwangsgeld von 250 Euro verhängen, in Wiederholungsfällen bis zu 800 Euro", sagte Aras mehreren Medien am Mittwoch. Bei Verstößen innerhalb des Plenarsaals habe sie dagegen das Mittel der Ordnungsrufe, bis hin zum Ausschluss von einer Sitzung.

Die meisten Abgeordneten halten sich laut Aras aber an die seit rund zwei Wochen geltende Maskenpflicht im Landtag, sechs Abgeordnete seien davon befreit. Es gebe jedoch "einige wenige, die sich nicht gut an die Maskenpflicht halten." Namentlich nannte die Landtagspräsidentin die beiden ehemaligen AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon und Heinrich Fiechtner. Diese würden im Landtag wiederholt mit Provokationen auffallen.

Die fraktionslosen Politiker sollen zudem im Landtag Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben. Es könne strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn jemand ein Attest wissentlich unrichtig ausstellen würde und dieses Attest dann einer Behörde vorgelegt werde, sagte Aras. Zudem würden berufsrechtliche Konsequenzen drohen.

Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen) ist die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.
Muhterem Aras (Bündnis 90/Die Grünen) ist die Präsidentin des Landtags von Baden-Württemberg.  © Marijan Murat/dpa

Update, 4. November, 8.47 Uhr: RKI korrigiert neue Zahlen: 17.214 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 17.214 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervor. Ursprünglich wurden 16.498 neue Fälle gemeldet, nach einer Behebung eines technischen Problems wurde die Zahl nun aber nachträglich nach oben korrigiert.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 577.593 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 04.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 151 auf insgesamt 10.812Das RKI schätzte am Dienstag, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind - die Angabe für Mittwoch fehlte zunächst noch.

Update, 4. November, 8.38 Uhr: Zahl der Corona-Infektionen in NRW steigt weiter

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt in Nordrhein-Westfalen weiter deutlich an. Landesweit seien bis Mittwoch (Stand 00:00 Uhr) 148.696 bestätigte Covid-19-Fälle gemeldet worden - gut 4500 mehr als am Vortag, teilte das Landeszentrum für Gesundheit am Mittwoch auf seiner Homepage mit.

Der Wert pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen liegt landesweit bei 167,3 (plus 4,9) und damit weit jenseits der Warnschwellen von 35 und 50. Solingen bleibt nach der Aufstellung mit einem Sieben-Tages-Wert von 226,1 unter den stark betroffenen Kommunen. Noch höhere Werte haben NRW-weit nur Herne, Duisburg, Hagen, Remscheid und Gelsenkirchen.

Die Situation in den Krankenhäusern in Nordrhein-Westfalen wird durch die vielen neuen Corona-Fälle allmählich schwieriger. Der Kreis Gütersloh meldete bereits, dass seine Krankenhäuser an der Kapazitätsgrenze angekommen seien. Am Dienstag wurden nach Angaben der Landesregierung rund 650 Patienten mit Covid-19 auf den Intensivstationen der NRW-Kliniken behandelt - das sind fast so viele wie beim bisherigen Höhepunkt der Pandemie Mitte April. Rund 390 Patienten mussten beatmet werden. Insgesamt werden in NRW-Kliniken im Moment rund 3000 Patienten mit Covid-19 behandelt.

Welche weiteren Maßnahmen die Landesregierung in der Corona-Pandemie ergreift, darüber will NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) an diesem Mittwoch (13.00 Uhr) informieren.

Eine Schutzmaske auf dem Bürgersteig einer Düsseldorfer Straße: In NRW hören die Corona-Zahlen einfach nicht auf, zu steigen.
Eine Schutzmaske auf dem Bürgersteig einer Düsseldorfer Straße: In NRW hören die Corona-Zahlen einfach nicht auf, zu steigen.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 4. November, 8.14 Uhr: Verbindungstechnik-Spezialist Norma zurück in schwarzen Zahlen

Der Verbindungstechnikspezialist Norma ist nach einem verlustreichen ersten Halbjahr im dritten Quartal unter dem Strich in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Überschuss brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum allerdings um rund 30 Prozent auf 11,4 Millionen Euro ein, wie der im Nebenwerteindex SDax notierte Autozulieferer am Mittwoch im hessischen Maintal bei der Vorlage ausführlicher Quartalszahlen mitteilte.

Wie bereits bekannt, bekam Norma die Folgen der Corona-Pandemie trotz einer Erholung im dritten Jahresviertel erneut zu spüren. Auch Währungseffekte machten sich negativ bemerkbar. Die Erlöse gingen um rund 10 Prozent auf 245,9 Millionen Euro zurück. Aus eigener Kraft waren die Umsätze rund 7,5 Prozent rückläufig. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sackte um rund ein Viertel auf 28,7 Millionen Euro ab, dabei belasteten auch Kosten für das laufende Umbauprogramm. Die entsprechende Marge ging auf 11,7 Prozent zurück nach zuvor 14,1 Prozent.

Update, 4. November, 8.05 Uhr: Stinkefinger in Teig: Wut-Krapfen gegen Corona-Maßnahmen

Der Konditormeister Jakob Neumeier und sein Bruder Xaver aus Bayerisch Gmain machen ihrem Ärger über die Corona-Auflagen in Krapfenform Luft.

Die beiden haben einen "Frustfinger" - eine Faust mit gestrecktem Mittelfinger - aus dem Frittierfett gehoben. Der Grund für die mit süßer Aprikosenmarmelade gefüllte, politisch aber eher bittere Krapfen-Kreation: Die beiden erwarten 50 Prozent Umsatzeinbußen. "Der zweite Lockdown zerstört uns das Geschäft."

Mehr dazu lest Ihr im TAG24-Artikel zu den Stinkefinger-Krapfen.

Zwei Konditoren aus Bayerisch Gmain backen aus Protest gegen die Corona-Auflagen Stinkefinger-Krapfen.
Zwei Konditoren aus Bayerisch Gmain backen aus Protest gegen die Corona-Auflagen Stinkefinger-Krapfen.  © Kilian Pfeiffer/dpa

Update, 4. November, 7.58 Uhr: BMW erholt sich vom Corona-Schock

Der Autobauer BMW hat im dritten Quartal wie auch andere Autobauer nach dem Corona-Schock im Frühjahr wieder Boden gut gemacht.

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern lag zwischen Juli und Ende September bei gut 1,92 Milliarden Euro und damit knapp 16 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in München mitteilte. Damit traf BMW die Analystenerwartungen.

Im zweiten Quartal hatte BMW hier ein deutliches Minus verzeichnet. Das Unternehmen hatte bereits mitgeteilt, dass es die Fixkosten gesenkt und Investitionsausgaben gekürzt hatte.

Update, 4. November, 7.54 Uhr: OVG-Präsident: Entscheidung zu Schließungen nicht einfach für Richter

Der Ausgang der juristischen Verfahren gegen coronabedingte Schließungen ist laut Niedersächsischem Oberverwaltungsgericht (OVG) noch offen. "Die Zahlen steigen exponentiell, und dass das Land darauf reagieren muss, steht außer Frage", sagte OVG-Präsident Thomas Smollich der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch).

"Welche Entscheidung aber unser zuständiger Senat nun zu der Frage trifft, ob etwa das Schließen von Restaurants ein verhältnismäßiges Mittel ist, um Kontakte zu reduzieren, vermag ich nicht zu sagen." Es gelte, richterliche Unabhängigkeit zu wahren.

Bei 24 Verfahren in nur zwei Tagen könne durchaus von einer Welle gesprochen werden. Die Entscheidungen seien nicht leicht, sagte Schmollich dem Blatt. "Aber auch unsere Richter stehen im Leben, beobachten die Entwicklung und haben den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit abzuwägen." Bereits im März und April hatten die niedersächsischen Verwaltungsgerichte mit 250 solcher Verfahren zu tun.

Update, 4. November, 7.51 Uhr: Trend zum Online-Kauf in der Corona-Krise hält Zalando in Schwung

Die Corona-Pandemie beschert Zalando weiterhin schwungvolle Geschäfte. Im dritten Quartal konnte der Internethändler seinen Umsatz um fast 22 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro steigern, wie der MDax-Konzern am Mittwoch in Berlin zur Vorstellung seiner endgültigen Zahlen mitteilte.

Neben der steigenden Nachfrage der Kunden nach Digitalangeboten im Zuge der Corona-Krise profitiert das Unternehmen auch von der guten Entwicklung der Partnerprogramme - hier verdient Zalando mit, wenn Händler auf seiner Internetplattform Waren verkaufen.

Online-Händler Zalando steigert seinen Umsatz während der Corona-Pandemie.
Online-Händler Zalando steigert seinen Umsatz während der Corona-Pandemie.  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Update, 4. November, 7.49 Uhr: Dänischer Justizminister positiv auf Coronavirus getestet

Der dänische Justizminister Nick Hækkerup ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde sich deshalb in der nächsten Zeit zu Hause isolieren, teilte der Minister in der Nacht zum Mittwoch auf Facebook mit.

Hækkerup hatte wegen Krankheitssymptomen am Montag einen Corona-Test gemacht und sich seitdem zu Hause aufgehalten. Er zählt in der Corona-Krise neben Regierungschefin Mette Frederiksen und Gesundheitsminister Magnus Heunicke zu den wichtigsten Akteuren der sozialdemokratischen Regierung in Kopenhagen. Weitere Kabinettsmitglieder haben sich nach einer Coronavirus-Infektion in ihrem Umfeld am Dienstag in Quarantäne begeben.

Update, 4. November, 7.36 Uhr: Flughafenbetreiber Fraport wegen Corona tief in der Verlustzone

Der Einbruch des Passagierverkehrs in der Corona-Krise und der geplante Stellenabbau haben den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport im Sommer noch tiefer in die roten Zahlen gerissen als befürchtet. 

Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Verlust von 304 Millionen Euro nach einem Gewinn von 222 Millionen Euro ein Jahr zuvor, wie das im MDax gelistete Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Damit verfehlte Fraport die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Allein die Aufwendungen für den geplanten Abbau tausender Arbeitsplätze belasteten das Unternehmen mit 280 Millionen Euro.

Fraport-Chef Stefan Schulte zeichnete für das laufende und das kommende Jahr ein düsteres Bild. So werde die Zahl der Fluggäste 2020 am Frankfurter Flughafen mit 18 bis 19 Millionen voraussichtlich mehr als 70 Prozent unter dem Vorjahresniveau liegen. Für 2021 geht er von nur 35 bis 45 Prozent des Passagieraufkommens von 2019 aus.

Update, 4. November, 7.08 Uhr: Stegner fordert Ende der Fallpauschalen für Krankenhäuser

Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner hat als Konsequenz aus der Corona-Pandemie das Ende der Fallpauschalen für einen Teil der Krankenhausleistungen gefordert. "Corona zeigt uns überdeutlich, dass die Ökonomisierung des Gesundheitssystems ungeeignet ist, ausreichend Vorsorge für Katastrophensituationen zu treffen", sagte der ehemalige SPD-Bundesvize der Deutschen Presse-Agentur.

Das System der Fallpauschale reiche nur für die Normalität. Für Infektionskrankheiten mit unvorhersehbaren Wellenbewegungen sei es genauso ungeeignet wie für die Kinderheilkunde und die Geburtshilfe.

"Neoliberale haben die wenigen Reservekapazitäten stets als Überversorgung gegeißelt", sagte Stegner. Glücklicherweise hätten sie sich damit nicht vollständig durchgesetzt, so dass es in Deutschland noch drei bis vier Mal so viele Intensivbetten wie in Italien oder Spanien gebe. "Die Lehre aus Corona kann nur sein, den Ausstattungsgrad zu verbessern und nicht weiter abzubauen."

Krankenhausleistungen werden in Deutschland seit 2004 mit Fallpauschalen je nach Art und Schwere sowie der Behandlungsmethode, unabhängig von der Länge des Krankenhausaufenthaltes vergütet.

Ralf Stegner ist der SPD-Fraktionschef von Schleswig-Holstein.
Ralf Stegner ist der SPD-Fraktionschef von Schleswig-Holstein.  © Frank Molter/dpa

Update, 4. November, 6.51 Uhr: 16.498 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.498 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Dies geht aus Angaben des RKI vom Mittwochmorgen hervor. Am Mittwoch vor einer Woche hatte die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 14.964 gelegen - das waren beinahe doppelt so viele wie am Mittwoch der Woche davor.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 560.379 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert (Stand: 04.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Mittwoch um 143 auf insgesamt 10.661Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Laut den Statistiken der Johns Hopkins Universität in Baltimore fallen die Zahlen sogar noch etwas höher aus. Demnach gab es hierzulande bereits 577.131 Corona-Infektionen und 10.717 Todesfälle in Folge einer Covid-19-Erkrankung.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 0,98 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Laut dem RKI haben sich in Deutschland bislang 560.379 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, laut der Johns Hopkins Universität in Baltimore sind es sogar 577.131.
Laut dem RKI haben sich in Deutschland bislang 560.379 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, laut der Johns Hopkins Universität in Baltimore sind es sogar 577.131.  © Marius Becker/dpa

Update, 4. November, 6.31 Uhr: Bislang rund 550.000 Corona-Abstrichtests in Mecklenburg-Vorpommern

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Mecklenburg-Vorpommern rund 550.000 Abstrichtests auf das Sars-CoV-2-Virus vorgenommen worden.

Dabei entfielen auf die zehn Labore, die in Mecklenburg-Vorpommern die Proben untersuchen, bis Ende vergangener Woche knapp 340.000 Tests, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilte. Das Rostocker Biotech-Unternehmen Centogene untersuchte zudem mit weit mehr als 200.000 Tests, ob eine Infektion vorlag.

Dabei würden allerdings viele Personen mehrfach getestet. "Die Schüler des Gymnasiums in Neustrelitz werden beispielsweise seit Mai dieses Jahres mehrfach pro Woche getestet", sagte eine Sprecherin. Auch in Altenheimen seien Bewohner und Mitarbeiter mehrfach getestet worden. Das gelte auch für die eigenen Centogene-Mitarbeiter, die seit März mehrfach überprüft werden.

Update, 4. November, 6.17 Uhr: DOSB-Chef Hörmann begrüßt "praxisbezogene Regelungen" im Lockdown

Alfons Hörmann freut sich als Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) über jede Abmilderung der Corona-Maßnahmen beim Teil-Lockdown.

"Für Millionen Sporttreibende und Verantwortungsträger stellt der aktuelle Lockdown einen schweren Eingriff in die persönliche Freiheit dar. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass bei der konkreten Umsetzung zumindest in einigen Bundesländern und Kommunen praxisbezogene Regelungen absehbar werden", sagte Hörmann der Deutschen Presse-Agentur.

Seit Montag gilt der Teil-Lockdown auch für viele Bereiche des Amateursports. Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt. Es gibt aber in manchen Bundesländern Ausnahmeregelungen, vor allem bei Kindern und Jugendlichen. "Das schafft erste Perspektiven der Hoffnung für die Sportlerinnen und Sportler wie auch für die im Haupt- und Ehrenamt engagierten Betreuerinnen und Betreuer", ergänzte der DOSB-Chef.

Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 4. November, 6.05 Uhr: Mehr als 750.000 Corona-Tests im Norden

Über eine Dreiviertelmillion Tests auf das neue Coronavirus haben Labore seit Beginn der Corona-Pandemie im März in Schleswig-Holstein vorgenommen. 

Bis Ende vergangener Woche führten die an der Auswertung des Berufsverbandes Akkreditierte Labore in der Medizin beteiligten Labore insgesamt 774.100 Tests durch, wie die Kassenärztliche Vereinigung der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte. In der Zahl seien die allermeisten Tests enthalten, sagte ein Sprecher. Es fehlten nur die Werte einiger weniger Labore, die sich nicht beteiligten.

Für die vergangene Woche stieg die Zahl der erfassten Tests auf die Rekordzahl von 47.700. Das waren gut 7000 Tests mehr als in der Vorwoche und 13.000 mehr als in der Woche davor. In der ersten "Corona-Woche" im März waren es noch 537 Tests. Dann wurde die Zahl sehr schnell fünfstellig.

Bei den Tests in der vergangenen Woche fiel das Ergebnis in 6,6 Prozent der Fälle positiv aus. Die Quote war seit September kontinuierlich gestiegen, zuletzt sehr stark. In der Woche vom 5. bis 11. Oktober lag sie noch bei 1,7 Prozent. Im Bundesdurchschnitt betrug sie zuletzt 7,3 Prozent.

Update, 4. November, 6.05 Uhr: Corona-Hilfe: Künstler unterzeichnen Grünen-Appell an Bundesregierung

Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden am Mittwoch haben zahlreiche Künstler einen Aufruf für mehr Corona-Hilfen von Selbstständigen unterzeichnet. In dem von der Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt initiierten Appell wird die Bundesregierung aufgefordert, die "Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler endlich ernst zu nehmen und sie auch auf höchster Ebene gleichberechtigt mit anderen Wirtschaftsverbänden bei der Ausgestaltung und Nachbesserung von Hilfsprogrammen zu konsultieren."

Zu den Unterzeichnen zählen die Musiker Udo Lindenberg und Till Brönner sowie die Autorin Carolin Emcke - nebst weiteren Grünen-Politikern und Verbänden. Die bestehenden Überbrückungshilfen sollten "unverzüglich" entbürokratisiert und wie auch die Notfallhilfen für mehr Betroffene zugänglich gemacht werden. Zudem fordern die über 140 Erst-Unterzeichner, den Weg für einen Unternehmerlohn frei zu machen.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft sich am Mittwoch mit Mitgliedern des gemeinsamen Präsidiums der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände und des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, um sich über aktuelle wirtschaftspolitische Themen rund um die Corona-Pandemie auszutauschen.

Obwohl mehr als zwei Millionen Menschen in Deutschland als Solo-Selbstständige tätig seien und Freiberufler 2015 Einkünfte in Höhe von 77,7 Milliarden Euro erwirtschafteten, seien Vertreter von Selbstständigen, Freiberuflern oder aus Kunst- und Kultur erneut nicht eingeladen, heißt es in dem Aufruf.

Udo Lindenberg und viele weitere Künstler und Musiker fordern, dass die Bundesregierung die "Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler" in der Corona-Krise ernster nehmen solle.
Udo Lindenberg und viele weitere Künstler und Musiker fordern, dass die Bundesregierung die "Belange der Solo-Selbstständigen und Freiberufler" in der Corona-Krise ernster nehmen solle.  © Axel Heimken/dpa

Update, 4. November, 5.47 Uhr: Gesundheitsämter in Niedersachsen hart an Belastungsgrenze

Die Gesundheitsämter in Niedersachsen arbeiten bei der Bewältigung der Corona-Krise nach Angaben des Landkreistages hart an der Belastungsgrenze und brauchen dringend personelle Hilfe. Unterstützung wird vor allem für die Kontaktnachverfolgung gebraucht, die als wichtigste Maßnahme gilt, um die Pandemie einzudämmen.

"Die Infektionszahlen steigen täglich und die seit Montag geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden bestenfalls in einer Woche spürbar werden", sagte Hauptgeschäftsführer Hubert Meyer der Deutschen Presse-Agentur. "Umso wichtiger ist es, dass schnell personelle Unterstützung von außen kommt." Teams von Hilfsorganisationen seien genauso notwendig wie die Zuweisung von Landespersonal, sagte Meyer.

Das Land Niedersachsen will bis zu 1400 Landesbeamte in die kommunalen Gesundheitsämter ausleihen, um bei der Kontaktnachverfolgung zu unterstützen. Die zusätzlichen Kräfte sollen den Gesundheitsämtern aber erst vom kommenden Montag an schrittweise zur Verfügung stehen, um Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bekommen, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD).

Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. Die Gesundheitsämter in Niedersachsen arbeiten nach Angaben des Landkreistages an der Belastungsgrenze.
Soldaten der Bundeswehr helfen der Region Hannover bei der Nachverfolgung von Infektionsketten von dem Coronavirus. Die Gesundheitsämter in Niedersachsen arbeiten nach Angaben des Landkreistages an der Belastungsgrenze.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 4. November, 5.32 Uhr: Corona-Pandemie: Häftlinge müssen "nachsitzen"

Um in den NRW-Gefängnissen Platz für Quarantänemaßnahmen zu schaffen, waren zu Beginn der Corona-Pandemie mehr als 1000 Straftäter von der Haft vorübergehend verschont worden. Inzwischen hätten etliche von ihnen ihre Strafe bereits "nachsitzen" müssen, berichtete NRW-Justizminister Peter Biesenbach (CDU) an den Rechtsausschuss des Landtags.

In 82 Fällen seien Straftäter wieder hinter Gittern gelandet. In 32 Fällen sei anstelle von Gefängnis wegen nicht gezahlter Geldstrafen eine Ratenzahlung bewilligt worden. 31 Reststrafen seien zur Bewährung ausgesetzt und 15 Geldstrafen doch noch bezahlt worden, so dass sich die Haft erübrigt habe.

Die Auslastungsquote der NRW-Gefängnisse war von fast 90 Prozent Ende Februar auf knapp 80 Prozent Ende Juli und Ende September gesenkt worden. Von größeren Ausbrüchen des Coronavirus blieb der NRW-Strafvollzug bislang verschont. Vor wenigen Tagen war die Zahl der bislang infizierten Gefangenen mit 26 angegeben worden.

Die Haft war für minder schwere Fälle mit Strafen bis eineinhalb Jahren Gefängnis unterbrochen werden, wenn sie ohnehin bis Ende Juli verbüßt wären. Dies galt nicht für Sexualstraftäter und Gewalttäter sowie Abschiebe-Kandidaten. Einen Corona-Rabatt gebe es aber nicht, hatte Biesenbach betont. Es gehe lediglich um eine Unterbrechung oder einen Aufschub der Haft.

Update, 4. November, 5.16 Uhr: Krankenhausgesellschaft fordert Rettungsschirm für Betten-Freihaltung

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat vom Bund einen erneuten Rettungsschirm gefordert, um freie Betten für Corona-Patienten sicherstellen zu können. "Der Rettungsschirm sollte dringend wieder aufgespannt werden", sagte Präsident Gerald Gaß der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch).

Mit finanziellen Hilfen, wie es sie bereits im Frühjahr gab, könnten die Kliniken Personal umschichten und wären in der Lage, alle Intensivbetten zu versorgen. "Wenn wir unsere Intensivkapazitäten voll auslasten müssen, weil die Not so groß ist, werden wir die Regelversorgung für Nicht-Corona-Patienten wieder deutlich zurückführen müssen, wie wir es im Frühjahr bereits gemacht haben", sagte Gaß.

Die Zahl der Intensivpatienten sei zuletzt sprunghaft angestiegen. "Wir werden den bisherigen Höchststand von 2800 noch in dieser Woche erreichen. Noch im November werden wir die Verdopplung dieser Zahl erleben", sagte Gaß. Die Notwendigkeit zusätzlicher Notkrankenhäuser sehe er aber nicht. "Die Infrastruktur wird ausreichen, aber wir müssen den Regelbetrieb einschränken, um das Personal für die Behandlung von Covid-Patienten einsetzen zu können."

Seit dem Frühjahr wird in Hannover für den Fall hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus ein Behelfskrankenhaus mit über 400 Betten vorgehalten.
Seit dem Frühjahr wird in Hannover für den Fall hoher Infektionszahlen mit dem Coronavirus ein Behelfskrankenhaus mit über 400 Betten vorgehalten.  © Julian Stratenschulte/dpa

Update, 4. November, 5 Uhr: AfD prüft Klage gegen Zwangsgeld bei Verstoß gegen Maskenpflicht im Landtag

Ab Donnerstag soll im Düsseldorfer Landtag eine neue Maskenpflicht gelten. Bei Verstößen soll dann ein Zwangsgeld drohen. Den entsprechenden Beschluss soll der Ältestenrat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am heutigen Mittwoch offiziell absegnen. Die AfD-Fraktion prüft nach eigenen Angaben rechtliche Schritte gegen die Maskenpflicht.

Bislang galt in den Gängen des Landtags nur die "dringende Bitte", eine Maske zu tragen. Der Parlamentarische Krisenstab Pandemie hatte sich vergangene Woche auf die Pflicht verständigt. Sie wird nicht im Plenum oder großen Ausschuss-Sälen gelten, wo die Abgeordneten in halboffenen Acrylglas-Kabinen sitzen. "Die Rednerinnen und Redner im Plenarsaal dürfen die Mund-Nasen-Bedeckung zudem am Redepult ablegen", heißt es in dem Beschluss für den Ältestenrat, der der dpa vorliegt.

Über die Einführung der Maskenpflicht angesichts der zuletzt stark steigenden Anzahl von Infektionen in NRW sind sich die Fraktionen mit Ausnahme der AfD einig. "Die AfD-Fraktion wird der Beschlussvorlage hinsichtlich Maskenpflicht und Zwangsgeld nicht zustimmen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Andreas Keith der dpa. Rechtliche Schritte gegen den voraussichtlich dennoch kommenden Beschluss würden in der Fraktion beraten, so Keith.

Update, 4. November, 4.36 Uhr: Generelle Maskenpflicht: Bis zu 25.000 Euro Bußgeld in Düsseldorf

Wer gegen die neue praktisch stadtweite Maskenpflicht in Düsseldorf verstößt, kann mit einer Geldbuße in Höhe von bis zu 25.000 Euro belegt werden. Das geht aus der Allgemeinverfügung vor, die Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt am Dienstagabend veröffentlicht hat.

Bislang galt die Maskenpflicht - wie in anderen Städten - in Düsseldorf nur für belebte Wege und Plätze. Die jetzt generelle Maskenpflicht, von der unter anderem Friedhöfe, Wälder und Parkanlagen sowie Rad- und Autofahrer ausgenommen sind, wird mit dem hohen Infektionsgeschehen begründet.

Mit Bezug auf das Infektionsschutzgesetz heißt es in der Verfügung, dass das vorsätzliche oder fahrlässige Weglassen einer Mund-Nasen-Bedeckung "mit einer Geldbuße bis zu fünfundzwanzigtausend Euro geahndet werden" könne. In NRW kostet es bisher 150 Euro, wenn man zum Beispiel im Bus keine Mund-Nasen-Abdeckung trägt.

Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht kann in Düsseldorf extrem teuer werden.
Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht kann in Düsseldorf extrem teuer werden.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 4. November, 4.19 Uhr: "Querdenken"-Demo in Leipzig: Polizei rechnet mit intensivem Einsatz

Bei einer Demonstration gegen die von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Maßnahmen werden am Samstag in Leipzig mehr als 20.000 Menschen aus verschiedenen Bundesländern erwartet. Anmelder ist die Stuttgarter Initiative "Querdenken", wie die Stadt Leipzig mitteilte.

Zudem gibt es rund ein halbes Dutzend Gegendemonstrationen. "Wir bereiten uns auf einen sehr intensiven Einsatz vor, weil auf allen Seiten ein gewisses Radikalisierungspotenzial erkennbar ist", sagte der Sprecher der Polizeidirektion Leipzig, Olaf Hoppe, auf Anfrage. Kompliziert sei die Lageeinschätzung auch wegen der sehr hohen Mobilisierung sämtlicher Lager in den sozialen Medien.

In der internen Planung wird laut Hoppe von allen Varianten ausgegangen, wie sich die Demonstranten verhalten könnten: "Von friedlich bis gewaltsam". Noch sei unklar, wie viele Einsatzkräfte die Demonstrationen begleiten werden. "Wir haben Hilfe aus anderen Bundesländern, von der Bereitschaftspolizei und der Bundespolizei angefordert", erläuterte Hoppe.

Update, 4. November, 4.11 Uhr: Nach Corona-Infektion bei Woidke weitere Test-Ergebnisse erwartet

Nach Bekanntwerden der Corona-Infektion von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) werden weitere Ergebnisse von Corona-Tests bei Kontaktpersonen erwartet. Mehrere Mitglieder der Landesregierung gingen in Quarantäne und ließen untersuchen, ob sie möglicherweise ebenfalls infiziert sind.

Auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der die Amtsgeschäfte von zuhause aus führen wollte, unterzog sich einem Corona-Test. Dessen Ergebnis sollte laut Senatskanzlei vom Dienstag spätestens am heutigen Mittwoch vorliegen.

Müller war wie Woidke bei der Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER am vergangenen Samstag dabei. Dort traten neben Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup auch Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), Lufthansa-Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr und Easyjet-Geschäftsführer Johan Lundgren auf. Die Infektion Woidkes zog auch bei diesen Teilnehmern an der BER-Eröffnung Tests nach sich.

Woidke ist der erste Politiker der Brandenburger Landesregierung, bei dem ein positives Testergebnis auf das Coronavirus bekannt wurde. Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hätten sich dann vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben und sich testen lassen, teilten ihre Ministeriumssprecher am Dienstag mit. Ein erster Schnelltest bei Nonnemacher sei negativ gewesen, ein weiteres Testergebnis wurde erwartet. Auch mehrere Abgeordnete wollten untersuchen lassen, ob sie mit dem Coronavirus infiziert sind.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. November, 4.02 Uhr: Weniger Schulklassen wegen Corona nur digital unterrichtet

Nach den Herbstferien ist die Zahl der wegen Corona-Infektionen nur digital unterrichteten Schulklassen im Südwesten deutlich zurückgegangen. 347 (Stand Dienstag) Klassen oder Gruppen an 250 Schulen waren aufgrund von Infektionsfällen oder wegen des Verdachts auf Ansteckung vorübergehend aus dem Präsenzbetrieb herausgenommen. Das Kultusministerium teilte unter Berufung auf die Regierungspräsidien weiter mit, dass vor den Herbstferien 1022 Klassen an 473 Schulen ausschließlich virtuellen Unterricht erhielten. Somit ging die Zahl der betroffenen Klassen innerhalb einer guten Woche um rund zwei Drittel zurück.

Derzeit sind an 35 der 250 Schulen mit Corona-(Verdachts)fällen lediglich einzelne Schüler in Quarantäne. Zwei Schulen sind vollständig geschlossen, das entspricht einem Anteil von 0,04 Prozent der etwa 4500 Schulen mit ihren rund 67 500 Klassen im Land. Vor den Herbstferien waren es noch 15 geschlossene Schulen - und damit 0,3 Prozent aller Schulen.

Update, 4. November, 3.47 Uhr: Landtag debattiert über Corona-Pandemie - Erklärung von Kretschmer

Sachsens Landtag will am Mittwoch (ab 10.00) über die Corona-Pandemie und damit einhergehende Beschränkungen beraten. Zunächst gibt Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) eine Regierungserklärung ab. Danach folgt eine Aussprache mit verlängerten Redezeiten für die Fraktionen.

Der Landtag hat die Sitzungen am Mittwoch und Donnerstag aber wegen der Pandemie insgesamt gestrafft. In der Debatte soll es auch um eine stärkere Einbindung des Parlamentes in Beschlüsse der Regierung zu Corona-Maßnahmen gehen. Nicht nur die Opposition aus Linken und AfD hält das für dringend erforderlich. Auch der grüne Koalitionspartner der sächsischen Kenia-Koalition pocht auf eine Mitbestimmung des Parlamentes.

Michael Kretschmer (CDU), der Ministerpräsident von Sachsen, debattiert am Mittwoch mit dem Landtag über eine stärkere Einbindung des Parlamentes in Beschlüsse der Regierung zu Corona-Maßnahmen.
Michael Kretschmer (CDU), der Ministerpräsident von Sachsen, debattiert am Mittwoch mit dem Landtag über eine stärkere Einbindung des Parlamentes in Beschlüsse der Regierung zu Corona-Maßnahmen.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 4. November, 3.30 Uhr: Verbände fordern Amnestie bei Schwarzarbeit in häuslicher Pflege

Wohlfahrtsverbände, Politik und Gewerkschaften fordern mehr Arbeitnehmerschutz für Zehntausende osteuropäische Pflegekräfte, die in deutschen Privathaushalten alte und kranke Menschen pflegen. Pflegebedürftige, ihre Familien und auch die Beschäftigten bräuchten Rechtssicherheit, damit es in der Corona-Pandemie nicht zu einem Versorgungsengpass in der häuslichen Pflege komme, heißt es in einem Antrag der SPD für eine Expertenanhörung des Arbeits- und Gesundheitsausschusses im Landtag am Mittwoch.

Die SPD fordert eine Amnestieregelung. Damit solle es ermöglicht werden, Pflegekräfte zu einem bestimmten Stichtag offiziell anzumelden, ohne mit Strafverfolgung rechnen zu müssen. Rund 400.000 Pflegekräfte aus dem Ausland sind nach Schätzungen des des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung illegal in Deutschland beschäftigt. Der Sozialverband VdK schätzt die Zahl auf 300.000 bis 500.000.

Familien, die Beschäftigte aus dem Ausland nicht ordnungsgemäß anmeldeten, dürfen nicht kriminalisiert werden, so die SPD. Denn auch die Angehörigen seien oft in einer Notlage. Häufig reiche es nicht aus, wenn der ambulante Pflegedienst zwei Mal am Tag für eine halbe Stunde komme. Eine legale Ganztagesbeschäftigung von Pflegekräften sei für viele aber zu teuer.

Auch das Unternehmen "CariFair" vom Caritasverband für das Erzbistum Paderborn hält eine Kriminalisierung der Beteiligten "für unangemessen", da die Beschäftigungsverhältnisse aufgrund einer Notlage auf beiden Seiten eingegangen würden.

Update, 4. November, 2.21 Uhr: Lungenarzt fordert Personaluntergrenzen in Pflege erneut auszusetzen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hat eine erneute Aussetzung der Personaluntergrenzen in der Pflege gefordert. "Schaffen wir die Grundversorgung nicht mehr, dann können ganz viele andere Fälle nicht länger optimal behandelt werden", sagte DGP-Präsident Michael Pfeifer der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch).

"Ein limitierender Faktor, um aus der Personalfalle herauszukommen, ist die Pflege-Untergrenze, die wir grundsätzlich für richtig und gut halten." In der aktuellen Lage verschärfe sie allerdings die Situation.

Im Frühjahr hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die festen Personaluntergrenzen für bestimmte Stationen bis auf weiteres außer Kraft. Kliniken konnten so vorübergehend von Vorgaben zur Mindestbesetzung mit Pflegekräften abweichen.

Der Anstieg von Corona-Patienten sei "rasant und bedrohlich", sagte Pfeifer weiter. Dabei fehle es nicht an Beatmungsgeräten und Betten, sondern an Personal. "Das Gesamtpersonal wird es nicht schaffen, noch einmal wie im Frühjahr so eine enorme Kraftanstrengung zu erbringen, und schon gar nicht über fünf Monate."

In Zeiten der Corona-Pandemie brauchen Krankenhäuser vor allem genügend Personal. "Schaffen wir die Grundversorgung nicht mehr, dann können ganz viele andere Fälle nicht länger optimal behandelt werden", sagte Lungenarzt Michael Pfeifer.
In Zeiten der Corona-Pandemie brauchen Krankenhäuser vor allem genügend Personal. "Schaffen wir die Grundversorgung nicht mehr, dann können ganz viele andere Fälle nicht länger optimal behandelt werden", sagte Lungenarzt Michael Pfeifer.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 4. November, 1.12 Uhr: Städtetag fordert Finanzhilfe für Zoos, Museen und Theater

Angesichts der Schließung der Kultur- und Freizeiteinrichtungen wegen der Corona-Pandemie fordert der Deutsche Städtetag finanzielle Unterstützung für kommunale Unternehmen wie Theater, Zoos und Museen.

"Auch die kommunalen Unternehmen und Kultureinrichtungen müssen von den kurzfristigen Wirtschaftshilfen für den November profitieren, die der Bund jetzt zeitnah auflegt", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Der Leipziger Oberbürgermeister nannte als weitere Beispiele Messen, Kongresszentren oder kommunale Konzerthäuser. Die Betriebe und Einrichtungen hätten viel in Hygienestandards investiert, um trotz Corona ihre Dienstleistungen anzubieten. Nun müssten ihnen entfallende Umsätze zumindest in Teilen ausgeglichen werden.

Die verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie nannte Jung zwar notwendig. "Aber die wirtschaftlichen Folgen dieser Zwangspause müssen auch für kommunale Unternehmen abgefedert werden", sagte der SPD-Politiker.

Update, 3. November, 22.01 Uhr: Corona-Pandemie laut AP-Umfrage das wichtigste Thema für US-Wähler

Die Corona-Pandemie und die Wirtschaftslage waren nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur AP die beiden wichtigsten Themen bei der Stimmabgabe für die US-Präsidentschaftswahl am Dienstag. Vier von zehn Wählern beschäftigte demnach die Pandemie am meisten, drei die Wirtschaft.

Auf den weiteren Plätzen folgten das Gesundheitssystem, Rassismus, Strafvollzug, Einwanderung und Klimakrise. AP befragte nach eigenen Angaben landesweit mehr als 106.000 Wähler, die statistische Fehlerquote wurde mit plus/minus 0,4 Prozentpunkten angegeben.

Allerdings sah eine Umfrage des TV-Senders CNN nach der Stimmabgabe die Wirtschaft an erster Stelle mit 34 Prozent vor rassistischer Benachteiligung (21 Prozent) und der Corona-Pandemie (18 Prozent).

Zu Corona gaben in der AP-Umfrage sechs von zehn befragten Wählern an, das Land gehe ihrer Meinung nach in eine falsche Richtung. Nach Auffassung etwa der Hälfte der Wähler ist die Corona-Situation in den USA außer Kontrolle. Zur persönlichen Wirtschaftslage erklärten sieben von zehn Wählern, ihre Finanzen seien stabil. Etwa 20 Prozent erklärten, sie hätten zuletzt Einbußen erlitten.

Nahezu zwei Drittel der Wähler gaben laut AP an, dass sie ihre Stimmabgabe als Votum über US-Präsident Donald Trump betrachteten - entweder für oder gegen ihn. Drei Viertel der Wähler erklärten, ihre Wahlentscheidung stehe schon länger fest.

Die US-Wahlen entscheiden auch darüber, wie die Vereinigten Staaten künftig mit dem Coronavirus umgehen.
Die US-Wahlen entscheiden auch darüber, wie die Vereinigten Staaten künftig mit dem Coronavirus umgehen.  © Nati Harnik/AP/dpa

Update, 3. November, 22.01 Uhr: "Charlie-Hebdo"-Prozess wegen Corona-Infektionen unterbrochen

Wegen mehrerer Corona-Infektionen wird der Prozess um den islamistischen Terroranschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" frühestens Ende kommender Woche fortgesetzt. 

Drei Angeklagte seien positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit. Der Gerichtspräsident hat demnach erklärt, dass die negativ getesteten Angeklagten, die vor dem Gericht erschienen waren, erneut am Donnerstag getestet werden.

Update, 3. November, 21.37 Uhr: Hertha-Profi Torunarigha positiv auf Coronavirus getestet

Abwehrspieler Jordan Torunarigha von Hertha BSC ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Berliner Fußball-Bundesligist am Dienstag mitteilte, ist der 23-Jährige symptomfrei und hat sich in Quarantäne begeben. 

Da Torunarigha wegen einer Knöchelverletzung derzeit nicht mit der Mannschaft trainieren kann, bleibt die Vorbereitung der Hertha auf das Auswärtsspiel beim FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) unbeeinflusst.

Torunarigha ist nicht der erste Hertha-Profi, der positiv getestet wurde. Im Oktober wurde das Virus beim französischen Neuzugang Mattéo Guendouzi nachgewiesen. 

Nach einer elftägigen Auszeit feierte der 21-Jährige am Sonntag sein Debüt beim 1:1 gegen Wolfsburg. Bereits im Frühjahr hatte Maximilian Mittelstädt einen positiven Coronatest und musste in Quarantäne.

Abwehrspieler Jordan Torunarigha von Hertha BSC.
Abwehrspieler Jordan Torunarigha von Hertha BSC.  © Soeren Stache/dpa

Update, 3. November, 20.47 Uhr: Ungarn verhängt Notstand und nächtliche Ausgangssperre

Wegen der zunehmenden Zahl von Ansteckungen mit dem Coronavirus verhängt Ungarn den Gefahrennotstand und eine nächtliche Ausgangssperre. 

Gaststätten und Clubs müssen schließen, Theater, Kinos und andere Veranstalter dürfen nur ein Drittel der verfügbaren Plätze vergeben, gab Ministerpräsident Viktor Orban in einem Video bekannt, das am Dienstagabend auf seiner Facebook-Seite erschien.

"Die Ausbreitung der Pandemie hat sich beschleunigt", sagte Orban. "Es ist an der Zeit, dass wir neue Schritte setzen, mit denen wir die Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser und das Leben der älteren Mitbürger schützen." Die Ausgangssperre gelte jeweils von 0 bis 5 Uhr.

Der Gefahrennotstand erlaubt es der Regierung, außerordentliche Maßnahmen auf dem Verordnungsweg zu erlassen. Er tritt am Mittwoch 0 Uhr in Kraft und gilt zunächst für 15 Tage. Er kann vom Parlament um weitere 90 Tage verlängert werden.

Im letzten Frühjahr hatte Orban zu Beginn der Pandemie im In- und Ausland Kritik auf sich gezogen, weil er sich vom Parlament mit unbefristeten Sondervollmachten ausstatten ließ. Diese gab er aber im Juni nach Abklingen der ersten Pandemie-Welle wieder ab.

Inzwischen hat das Coronavirus Ungarn - wie auch andere Länder Europas - stärker im Griff als damals. Am Dienstag meldeten die Behörden 3989 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 in den letzten 24 Stunden, das die Krankheit Covid-19 auslösen kann. 84 Menschen starben im selben Zeitraum.

Insgesamt haben sich in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land seit Ausbruch der Pandemie im März 86.769 Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Die Zahl der akuten Fälle wurde mit 63.940 angegeben, das sind 654 pro 100.000 Einwohner. Bislang wurden 1973 Tote gemeldet.

Update, 3. November, 20.44 Uhr: Wieder mehr als 400 Corona-Todesfälle in Krankenhäusern in Frankreich

In Frankreich steigt die Zahl der täglich gemeldeten Corona-Todesfälle weiter an. Innerhalb von 24 Stunden wurden erneut mehr als 400 Tote im Zusammenhang mit Covid-19 in den Krankenhäusern gemeldet, wie die Behörden am Dienstag mitteilten.

Hinzu kommen noch einmal mehr als 400 Todesfälle in Altenheimen und anderen Pflegeeinrichtungen. Diese Zahl wird allerdings nicht täglich aktualisiert. Frankreich zählt mehr als 38.000 Tote seit Beginn der Epidemie.

Das Land mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern zählte außerdem mehr als 36.300 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Am Tag zuvor war ein Höchstwert von mehr als 52.500 registrierten Fällen erreicht worden. Fast 3900 Menschen werden im ganzen Land auf Intensivstationen behandelt. Sorge herrscht besonders in der Hauptstadt Paris über die Auslastung der Intensivbetten.

Seit vergangenem Freitag herrschen im ganzen Land wieder Ausgangsbeschränkungen, die deutlich strenger sind als in Deutschland. 

Die Menschen dürfen nur mit einem triftigen Grund vor die Tür und müssen diesen mit einem Formular nachweisen. Alle nicht lebensnotwendigen Geschäfte haben geschlossen.

Straßburg: Medizinisches Personal betreut einen von Covid-19 betroffenen Patienten im Krankenhaus "Nouvel Hôpital Civil".
Straßburg: Medizinisches Personal betreut einen von Covid-19 betroffenen Patienten im Krankenhaus "Nouvel Hôpital Civil".  © Jean-Francois Badias/AP/dpa

Update, 3. November, 20.41 Uhr: 15.352 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die lokalen Behörden in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 15.352 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche hatte die Zahl bei 11 409 gelegen. Mit 19.059 Neuinfektionen war am Samstag ein neuer Höchstwert seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland erreicht worden.

Insgesamt haben sich seit Beginn der Corona-Krise 560.379 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Dienstagmorgen meldete (Datenstand 03.11., 00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Dienstag um 131 auf insgesamt 10.661. Das RKI schätzt, dass rund 371.500 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,94 (Vortag: 1,07). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel knapp einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Dienstag bei 0,98 (Vortag: 1,04). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update, 3. November, 20.40 Uhr: Trotz Corona-Krise: Rio erlaubt wieder Verbleib am Strand

Inmitten der Corona-Krise hat Brasiliens Metropole Rio de Janeiro den Verbleib an seinen berühmten Stränden wieder erlaubt. 

Das berichtete das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Stadtverwaltung am Dienstag. Demnach gehört dazu die Möglichkeit, Strandstühle und Sonnenschirme zu mieten und Verkaufsbuden aufzustellen, solange der Abstand von 1,5 Meter eingehalten wird. 

Fliegende Händler dürften wieder alkoholische Getränke wie Caipirinha verkaufen. Rio tritt damit in die letzte Phase der Flexibilisierung ein, in der etwa auch Tanzflächen wieder betrieben werden dürfen. 

Bürgermeister Marcelo Crivella wies laut G1 darauf hin, dass die Ansteckungskurve in der Stadt unter Kontrolle sei. "Unter den gegenwärtigen Bedingungen ist die Chance einer zweiten Welle gering", wurde Crivella zitiert.

Marcelo Crivella, Bürgermeister von Rio de Janeiro.
Marcelo Crivella, Bürgermeister von Rio de Janeiro.  © Tania Rego/Agencia Brazil/dpa

Update, 3. November, 20.10 Uhr: Niederlande: Teil-Lockdown wird langsam ein Voll-Lockdown

Die Niederlande haben die Maßnahmen im Teil-Lockdown weiter drastisch verschärft. "Bleiben Sie so viel wie möglich zu Hause", mahnte der niederländische Premier Mark Rutte (53) am Dienstagabend in Den Haag. 

Bewegungen im Land müssten möglichst reduziert werden. "Gehen Sie nicht zum Spaß shoppen", sagte Rutte. Alle öffentlichen Gebäude werden geschlossen. Außerdem sollen Bürger bis Mitte Januar nicht ins Ausland reisen. 

Deutschland wurde zum Risikogebiet erklärt und von nicht dringend notwendigen Reisen abgeraten. Reisende aus Deutschland müssen nach ihrer Heimkehr für zehn Tage in Heim-Quarantäne.

Seit drei Wochen gilt bereits der Teil-Lockdown. Nun werden nach den Gaststätten auch Museen, Theater, Schwimmbäder, Vergnügungsparks und Zoos geschlossen. Auch der persönliche Kontakt wird stark reduziert. 

In der Öffentlichkeit sind nur noch Treffen von maximal zwei Personen erlaubt, bisher waren das noch vier. Auch privat sollen nur noch zwei Gäste am Tag empfangen werden. Die Verschärfungen sollen vorerst zwei Wochen gelten.

Mark Rutte (53), Premierminister der Niederlande.
Mark Rutte (53), Premierminister der Niederlande.  © Stephanie Lecocq/EPA Pool/AP/dpa

Bei der Bekämpfung der Pandemie gebe es zwar vorsichtige positive Tendenzen, sagte der Premier. "Aber das ist sicher noch nicht genug."

Am Dienstag war die Zahl der Neuinfektionen erstmals seit knapp drei Wochen unter 8000 gesunken. Bei den Behörden wurden 7776 Fälle in 24 Stunden gemeldet, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mitteilte.

Das sind 529 Fälle weniger als am Vortag. Zum Vergleich: In Deutschland mit etwa fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt 15.352 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Doch der Druck auf die Krankenhäuser nimmt nach Angaben der Behörden weiter zu. Die Zahl der Patienten auch auf Intensivstationen stieg stark an, so dass Krankenhäuser bereits ihre Operationssäle schlossen und einen Aufnahmestopp verhängten.

Die medizinische Versorgung neben der für Covid-19-Patienten wurde stark reduziert.

Update, 3. November, 20.04 Uhr: Isländischer Präsident muss wegen Corona-Fall in Quarantäne

Islands Präsident Gudni Jóhannesson (52) begibt sich bis zum kommenden Montag in häusliche Quarantäne. 

Grund dafür ist, dass bei einem Mitarbeiter des präsidialen Amtssitzes Bessastadir das Coronavirus festgestellt wurde. Seine Familie muss dagegen nicht in Quarantäne, wie das Präsidentenbüro am Dienstagabend mitteilte.

Nachdem das Infektionsgeschehen auf Island im Sommer fast zum Erliegen gekommen war, hat sich die Corona-Lage auf der Nordatlantik-Insel zuletzt wieder verschärft. 

In den vergangenen beiden Wochen lag die Zahl der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner gerechnet minimal höher als in Deutschland.

Islands Präsident Gudni Jóhannesson (52).
Islands Präsident Gudni Jóhannesson (52).  © Jussi Nukari/Lehtikuva/dpa

Update, 3. November, 19.50 Uhr: Neueste Grafik für Deutschland

Das sind die bestätigten Fälle in Deutschland in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.
Das sind die bestätigten Fälle in Deutschland in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner.  © TAG24

Update, 3. November, 19.20 Uhr: Virologin: Nur Risikogruppen zu schützen nicht machbar

Nur Risikogruppen vor dem Coronavirus zu schützen, ist aus Sicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek weder möglich noch machbar. 

Das Robert Koch-Institut liste Vorerkrankungen auf, die ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf haben. Lege man diese Liste zugrunde, seien das 21,9 Millionen Menschen, sagte Ciesek im NDR-Podcast "Coronavirus-Update" am Dienstag. 

Über ein Viertel der Deutschen hatte demnach mindestens eine der berücksichtigten Vorerkrankungen und somit ein Risiko für einen besonders schweren Verlauf.

"Wenn man sich jetzt mal überlegt was das bedeutet: 21,9 Millionen Menschen sollen geschützt werden vor den restlichen 60 Millionen, dann glaube ich merkt man, wie irrsinnig und wie schwierig das ist." 

Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek.
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Zur Risikogruppe gehörten nicht nur alte Menschen im Pflegeheim, "das ist einfach nicht der Fall". Ein Drittel - 7,3 Millionen Menschen - dieser knapp 22 Millionen seien unter 60 Jahre.

Die Strategie, nur die Risikogruppen zu schützen, hält Ciesek daher für nicht durchdacht: "Wie das gehen soll, das stelle ich mir extrem schwierig vor."

Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt wechselt sich mit dem Berliner Virologen Christian Drosten wochenweise ab.

Update, 3. November, 18.51 Uhr: Maskenpflicht soll in Düsseldorf fast überfall gelten

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf weitet die Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus ab Mittwoch fast auf das gesamte Stadtgebiet aus. 

Nur in nicht bebauten Gegenden wie Parks und Grünanlagen müssen Fußgänger dann keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, wie die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt am Dienstag mitteilte. 

Wörtlich heißt es in der Verfügung, dass auf öffentlichen Straßen und Wegen innerhalb bebauter Flächen immer dann eine Maske zu tragen sei, solange nicht "aufgrund von Tageszeit, räumlicher Situation und Passantenfrequenz objektiv ausgeschlossen ist, dass es zu Begegnungen mit anderen Personen kommen kann, bei denen ein Abstand von fünf Metern unterschritten wird". 

Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU).
Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU).  © Jonas Güttler/dpa

Die Maskenpflicht gelte nicht für Radfahrer oder Menschen in Autos. Zuvor hatte es in Düsseldorf eine Maskenpflicht auf mehreren Straßen gegeben.

In Düsseldorf liegt die Zahl der registrierten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei mehr als 200. Das gilt inzwischen für mehrere NRW-Kommunen wie auch Köln und Duisburg.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hatte zuletzt auch der Hamburger Senat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum für die Stadt ausgeweitet.

Update, 3. November, 18.28 Uhr: Untersuchungen bei Lazio Rom wegen möglicher Corona-Verstöße

Der italienische Fußball-Dachverband (FIGC) hat eine Untersuchung gegen den Erstliga-Club Lazio Rom wegen möglicher Verletzungen der Corona-Auflagen eingeleitet. 

Es ginge um Verstöße gegen die vom FIGC genehmigten Gesundheitsprotokolle zur Eindämmung der Corona-Pandemie, wie der Verband am Dienstag mitteilte.

Als die ersten Informationen über positiv getestete Spieler in der vergangenen Woche aufgetaucht waren, wurde demnach das Sportzentrum des Clubs durchsucht. 

Dabei seien Vereinspräsident Claudio Lotito sowie der Teamarzt Ivo Pulcini befragt und die Berichte über die durchgeführten Corona-Tests im Vorfeld der Spiele Lazios gegen den FC Brügge in der Champions-League und dem FC Turin in der Serie A eingesammelt worden.

Lazios Stürmer Ciro Immobile soll nicht dabei sein.
Lazios Stürmer Ciro Immobile soll nicht dabei sein.  © Cesar Luis de Luca/dpa

Zudem seien die Berichte der Corona-Tests angefordert worden, die vor der an diesem Mittwoch geplanten Partie in der Königsklasse gegen Zenit Sankt Petersburg entnommen wurden. 

Unterdessen berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa, dass Lazios Stürmer Ciro Immobile für das Auswärtsspiel in Russland nicht zur Verfügung stehe.

Bei der Abreise der Mannschaft in Richtung Russland habe er nicht im Teambus gesessen sondern eigenständig das Sportzentrum verlassen.

Update, 3. November, 18.20 Uhr: Wieder EU-Videogipfel zu Corona am 19. November

Über die Zuspitzung der Corona-Pandemie beraten am 19. November erneut die EU-Staats- und Regierungschefs. 

EU-Ratschef Charles Michel habe eine weitere Videokonferenz einberufen, teilte ein Sprecher am Dienstag auf Twitter mit. Die 27 Staatenlenker hatten verabredet, die Entwicklung der Pandemie und mögliche gemeinsame Gegenmaßnahmen regelmäßig zu besprechen. 

Vorige Woche hatten sie bei einer ersten Videokonferenz eine enge Abstimmung der Strategien beim Testen, bei der Kontaktverfolgung und beim Impfen vereinbart.

Update, 3. November, 18.18 Uhr: EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handballer soll stattfinden

Das EM-Qualifikationsspiel der deutschen Handballer gegen Bosnien-Herzegowina soll stattfinden. 

Obwohl die Bosnier eine Verlegung der für diesen Donnerstag (16.15 Uhr/ZDF) in Düsseldorf geplanten Partie beantragt hatten, bestätigte ein Sprecher der Europäischen Handball-Föderation (EHF) am Dienstagabend die Ansetzung. Zuvor hatte bereits sportschau.de darüber berichtet. 

Damit wird der neue Bundestrainer Alfred Gislason wohl sein Debüt geben können.  

Update, 3. November, 18.16 Uhr: Ärger in Frankreich wegen Ladenschließungen und Verkaufsverboten

In Frankreich sorgt die Schließung des Einzelhandels während der strengen Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen Corona weiter für Ärger. 

In der schwersten Gesundheitskrise seit Jahrzehnten dürften Bürgermeister nicht dazu aufgerufen werden, die Gesetze der Republik zu verletzen, monierte Premier Jean Castex am Dienstag in der Pariser Nationalversammlung.

Er spielte dabei darauf an, dass einige Bürgermeister im Land die von der Regierung verordnete Schließung des Einzelhandels nicht akzeptieren wollen. Die Ausgangsbeschränkungen dienten dazu, dass ein Maximum der Menschen zu Hause bleibe, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, sagte Castex.

Die Regierung hatte auf den Ärger des Einzelhandels über die Schließung am Wochenende reagiert. Doch statt die Läden wieder zu öffnen, hatte sie großen Supermärkten verboten, nicht lebensnotwendige Produkte wie Bücher, Textilien, Möbel, Dekoartikel oder Schmuck zu verkaufen. 

Jean Castex, Premierminister von Frankreich.
Jean Castex, Premierminister von Frankreich.  © Ian Langsdon/EPA POOL/AP/dpa

Die neue Regel, mit der ein Ausgleich zwischen Einzel- und Großhandel geschaffen werden soll, soll nun vollständig ab Mittwoch in Kraft treten.

Neben Lebensmitteln, Presseprodukten und anderen Artikeln wie Tierfutter gelten einem Dekret der Regierung zufolge auch Toilettenartikel, Hygiene-, Reinigungs- und Kinderpflegeprodukte als lebensnotwendig und dürfen somit weiter in Supermärkten verkauft werden.

Die Regierung ermutigt Einzelhändler nun, ein Online-Bestellsystem für ihre Produkte einzuführen und Kundinnen und Kunden so die Möglichkeit zu bieten, ihre Einkäufe beim Händler ihres Vertrauens im Netz zu erledigen.

"Wir müssen aufhören zu versuchen, alles online zu erledigen, nichts geht über die menschlichen Beziehungen", kritisierte der Präsident der Vereinigung kleiner Unternehmen, Jean-François Ferrando, in der Zeitung Le Figaro den Aufruf.

Viele fürchten, dass am Ende lediglich große Online-Händler wie Amazon von den Maßnahmen profitieren.

Update, 3. November, 18.09 Uhr: Slowakei verlangt Corona-Test vor Einreise

Wer in die Slowakei einreisen will, muss künftig einen negativen Corona-Test nachweisen oder direkt an der Grenze einen Schnelltest absolvieren. Das sagte Gesundheitsminister Marek Krajci am Dienstag in einem Interview des TV-Nachrichtensenders TA3. Anders als bisher angekündigt, soll die Vorschrift allerdings erst ab 15. November in Kraft treten. 

Bis dahin sollen an allen größeren Grenzübergängen Teststationen entstehen, einige kleinere werden geschlossen.

Update, 3. November, 18.08 Uhr: Reiseveranstalter FTI erhält Millionenhilfen und schrumpft

Europas drittgrößter Reiseveranstalter FTI steckt wegen der Corona-Krise in Geldnot, bekommt jetzt Staatshilfe und gibt einen großen Teil seiner Geschäfte auf. 

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, erhält es 235 Millionen Euro aus dem Rettungsfonds des Bundeswirtschaftsministeriums. Zuvor hatte das Wirtschaftsmagazin Business Insider darüber berichtet.

Die FTI-Gruppe mit Sitz in München beschäftigte bisher weltweit 12.000 Mitarbeiter und hat im vergangenen Jahr mit 8 Millionen Gästen gut 4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet. 

FTI gehört seit April zu 75 Prozent dem ägyptischen Investor Samih Sawiris.

Update, 3. November, 18.06 Uhr: Altmaier: Bei Unternehmenshilfe vor Ende November Abschlagszahlungen

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU) hat rasche Hilfen für die vom Corona-Teil-Lockdown betroffenen Unternehmen noch bis Ende des Monats angekündigt. 

Sein Ziel sei es, dass vor Ende November mindestens Abschlagzahlungen gemacht werden könnten, sagte Altmaier nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur von Teilnehmern am Dienstag in einer Online-Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag. 

Dazu werde man notfalls auch neue Wege etwa über die Sparkassen- und Volksbanken gehen, damit das Geld rasch verfügbar sei. Viele Unternehmen hätten keine Reserven mehr. Die entsprechenden Verhandlungen mit dem Bundesfinanzministerium seien bereits sehr weit fortgeschritten, sagte Altmaier demnach weiter. 

Neben den in dem Beschluss der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) erwähnten Branchen, für die es Hilfe geben werde, solle die Regelung auch für Hotels gelten, die dort nicht gesondert erwähnt worden seien. 

Die Hotels würden zwar nicht geschlossen, aber so gut wie keinen Umsatz mehr haben, da an die Bürger appelliert worden sei, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten und es auch weniger Geschäftsreisen geben werde.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).
Wirtschaftsminister Peter Altmaier (62, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

Im Zusammenhang mit indirekt vom Teil-Lockdown betroffenen Unternehmen sei mit dem Finanzministerium geklärt worden, dass in diesen Bereich solche Firmen fallen würden, die 80 Prozent ihres Umsatzes mit Unternehmen gemacht hätten, die geschlossen hätten, sagte Altmaier demnach.

Wenn ein Reinigungsunternehmen etwa vor allem in Restaurants und Hotels gereinigt habe und nun keinen Umsatz mehr habe, solle es so behandelt werden, wie seine Kunden. Damit sei relativ klar festgelegt, wie der Kreis der Berechtigten aussehe.

Auch jeder Solo-Selbstständige, der unter diese Regelung falle, solle in vollem Umfang berücksichtigt werden, sagte Altmaier weiter. Dies betreffe auch viele, die im Kunst- und Kulturbereich arbeiteten.

Die Beihilfe werde pauschal gewährt, so dass der Solo-Selbstständige sie auch für seinen persönlichen Lebensunterhalt verwenden könne. Angerechnet werde die Überbrückungshilfe II - die für den Zeitraum von September bis Dezember beantragt werden kann - und Kurzarbeitergeld für die betreffende Zeit.

Bei den Überbrückungshilfen würden bis Dezember zwei bis drei Milliarden Euro mehr abfließen als geplant, sagte der Minister. In den Innenstadtlagen gebe es etwa Einzelhändler und andere, die weniger Umsatz hätten, weil soziale Kontakte zurückgingen und die Menschen weniger einkauften.

Die Überbrückungshilfen sollten von Januar an noch wesentlich günstiger ausgestaltet werden. Mit dem Finanzministerium werde derzeit noch darüber verhandelt, was in diesem Bereich als Kosten angerechnet werden könne. Hier gehe es vor allem um die Kreativen, Kunst, Kultur und Theater.

Update, 3. November, 17.54 Uhr: Weitere Corona-Fälle beim SC DHfK Leipzig - Zwei Spiele verlegt

Aufgrund von mittlerweile neun Coronavirus-Fällen bei den Handballern des SC DHfK Leipzig sind zwei Bundesliga-Spiele verlegt worden. Wie der Club am Dienstag mitteilte, können die Spiele gegen Aufsteiger Tusem Essen (12. November) und bei Balingen-Weilstetten (14. November) nicht wie geplant stattfinden. Ausweichtermine stehen noch nicht fest. Das Spiel am 22. November gegen Lemgo soll planmäßig ausgetragen werden.

Update, 3. November, 17.45 Uhr: Lockdown light: Bundespolizei ermahnt fast 3000 Bürger wegen Verstößen

Die Bundespolizei hat am ersten Tag der neuen Kontaktbeschränkungen 2989 Bürger wegen Verstößen gegen die Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus ermahnt. 

Wie das Bundespolizeipräsidium in Potsdam am Dienstag mitteilte, informierten die Einsatzkräfte am Montag bundesweit in 26 Fällen die örtlichen Gesundheitsämter, um ein Bußgeldverfahren einzuleiten. 

Insgesamt seien rund 6000 Bundespolizisten unterwegs gewesen, um an den Landesgrenzen, in Zügen, in Bahnhöfen und auf Flughäfen auf Quarantänevorschriften hinzuweisen und Menschen ohne Mund-Nase-Schutz anzusprechen.

In Offenburg gerieten sie dabei den Angaben zufolge an einen 51 Jahre alten Mann aus der Reichsbürger-Szene. Der einschlägig vorbestrafte Mann weigerte sich demnach vehement, im Zug eine Alltagsmaske aufzusetzen. 

Immer mehr Zankapfel: Der Nasen-Mund-Schutz.
Immer mehr Zankapfel: Der Nasen-Mund-Schutz.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Als er daraufhin gezwungen wurde, den Zug zu verlassen, schrie er laut Bundespolizei auf dem Bahnsteig und versuchte, die Einsatzkräfte zu schlagen und zu treten.

Die Polizei habe daraufhin Pfefferspray eingesetzt und ihn gefesselt zur Wache gebracht. In Dortmund fiel laut Polizei ein 21 Jahre alter Nigerianer auf. Nachdem er sich konsequent geweigert habe, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen sei bei der Feststellung seiner Personalien aufgefallen, dass der in Italien gemeldete Mann keine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland habe.

Seit Montag gelten in Deutschland neue Kontaktbeschränkungen, die noch bis Monatsende andauern sollen. Die Verordnungen der einzelnen Bundesländer dazu sind unterschiedlich, zielen aber alle darauf ab, vor allem Kontakte im privaten Umfeld zu reduzieren, um damit eine schnelle Verbreitung des Virus zu vermeiden.

Update, 3. November, 17.23 Uhr: Italien vor ersten Teil-Lockdowns

Italien steht im Anti-Corona-Kampf vor Teil-Lockdowns in mehreren Regionen. 

Nach gleichlautenden Medienberichten vom Dienstag könnten unter anderem die Lombardei und das Piemont im Norden zu sogenannten roten Zonen mit besonders hohem Risiko erklärt werden. Die autonome Provinz Südtirol nahm erhebliche Verschärfungen bereits vorweg und macht viele Läden ab Mittwoch dicht.

Ministerpräsident Giuseppe Conte (56) hatte am Montag in Rom ein Dekret angekündigt, wonach der Corona-Schutz in bestimmten Stark-Risiko-Zonen hochgefahren werden soll. Außerdem plant Rom landesweite nächtliche Ausgangssperren. Die letzten Verhandlungen mit den 20 Regionen und mit Experten zu dem Dekret liefen am Dienstag noch. Der Erlass wurde für den Abend oder für Mittwoch erwartet.

In der Provinz Südtirol gilt bereits ab Mittwoch eine Ausgangssperre von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens. Die Vorschrift gelte zunächst bis zum 22. November, teilten die Verantwortlichen in Bozen am Montag mit. 

Hotels dürfen keine neuen Touristen mehr aufnehmen, sondern nur Gäste auf Arbeitsreisen. Einzelhandelsgeschäfte - mit Ausnahme für Lebensmittel und den täglichen Bedarf - werden geschlossen.

Die Regierung in Rom hatte ihre Maßnahmen zum Corona-Schutz bereits im Laufe des Oktobers mehrfach verschärft. Sie will aber einen strengen nationalen Lockdown wie im Frühjahr bei der ersten Virus-Welle vermeiden. 

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Montag rund 22.250 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. In Italien steckten sich im Schnitt Ende Oktober in einer Woche bezogen auf 100.000 Einwohner etwa 167 Menschen mit dem Virus an.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (56).
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte (56).  © Lapresse / Roberto Monaldo/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Update, 3. November, 17.17 Uhr: Ungewöhnliches Urteil in Dortmund: Corona-Regeln ohne Gesetz ungültig

Ein ungewöhnliches Urteil am Amtsgericht Dortmund sorgt für Debatten im Internet: Ein Richter hat am Montag drei Männer freigesprochen, die im Frühjahr gegen die damals geltenden Kontaktbeschränkungen verstoßen haben sollen. 

Seine Begründung: Ein derart gravierender Grundrechtseingriff bedürfe eines förmlichen Gesetzes durch das Parlament - und nicht nur einer Verordnung durch die Regierung.

Das Urteil (Az. 733 Owi 64/20) ist noch nicht rechtskräftig. Laut Amtsgericht hat die Staatsanwaltschaft bereits Beschwerde eingelegt, über die jetzt das Oberlandesgericht Hamm entscheiden muss. Das Urteil wurde laut Amtsgericht von dem Kollegen "ausführlich begründet" und soll zeitnah veröffentlicht werden.

In Foren von Coronaschutz-Gegnern wurde der Richterspruch als bahnbrechend bewertet.

Update, 3. November, 17.11 Uhr: Aussage von BKA-Ermittler im Halle-Prozess fällt wegen Corona aus

Ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) kann am Mittwoch nicht wie geplant im Prozess zum rechtsterroristischen Anschlag von Halle aussagen. 

Der BKA-Computer-Experte sei in Quarantäne, weil sich ein Kollege mit dem neuartigen Coronavirus infiziert habe, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Mertens am Dienstag. Die Ermittlungsergebnisse des Mannes lägen jedoch schriftlich vor, die Vernehmung soll daher nicht nachgeholt werden.

Mertens kündigte am Dienstag an, die Beweisaufnahme beim übernächsten Termin am 17. November zu schließen, sollten bis dahin keine neuen Beweisanträge gestellt werden. Dann könnten Bundesanwälte, Verteidigung und die Anwälte der Nebenklage ihre Plädoyers halten. 

Magdeburg: Der angeklagte Stephan Balliet sitzt zu Beginn des 18. Prozesstages im Landgericht.
Magdeburg: Der angeklagte Stephan Balliet sitzt zu Beginn des 18. Prozesstages im Landgericht.  © Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa

Da die Nebenklage mit über 20 Anwälten am Verfahren beteiligt ist, von denen jeder plädieren kann, erwartet das Gericht, dass sich die Schlussvorträge über mehrere Tage ziehen. Ein Urteil könnte dann am 11. Dezember gesprochen werden, prognostizierte Mertens vorsichtig.

Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Mann versucht, die Synagoge von Halle zu stürmen, um dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Massaker anzurichten. Nachdem er nicht in das Gotteshaus gelangte, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin und kurz darauf einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

Der 28 Jahre alte Deutsche Stephan Balliet hat die Taten gestanden und mit antisemitischen, rassistischen Verschwörungstheorien begründet. Der Prozess läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg, findet aus Platzgründen aber in Magdeburg statt.

Update, 3. November, 17.08 Uhr: Merkel: Schnelle Hilfe für Firmen bei Umsatzausfällen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat das Ziel einer raschen Hilfe für Unternehmen bekräftigt, die wegen Schließungen in der Corona-Krise Umsatzeinbußen haben. 

Man wolle nicht missbrauchsanfällige, pragmatische und schnelle Lösungen finden, sagte Merkel am Dienstag nach Angaben von Teilnehmern in einer virtuellen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag in Berlin.

Bei den entsprechenden Verhandlungen zwischen dem SPD-geführten Finanz- und dem CDU-geführten Wirtschaftsministerium gibt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur noch einige offene Punkte.

Merkel sagte demnach, man arbeite mit Hochdruck am Ausgleich für jene, die wegen der staatlichen Anordnung ihre geschäftliche Tätigkeit einstellen mussten. Aus eigenen Kontakten wisse sie, dass es dort schnellstmöglich Klarheit geben müsse. Da dies allerdings nicht einfach sei, müsse man sich ein paar Tage Zeit dafür lassen.

Die Kanzlerin betonte angesichts der weiter drastisch steigenden Zahlen von Corona-Infektionen, es müsse jetzt vor allem auf die Zunahme der Belegung von Intensivbetten geachtet werden, die exponentiell ansteige. 

Sie hoffe, "dass wir doch noch einigermaßen durchkommen", was die Kapazitäten angehe, wurde Merkel zitiert. Es dürfe dabei nicht vergessen werden, dass es auch schwere Verläufe bei jüngeren Menschen gebe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Hannibal Hanschke/Reuters Pool/dpa

Update, 3. November, 16.48 Uhr: Quarantäneregeln für Einreisende in Berlin leicht entschärft

Die Berliner Quarantäneregeln für Einreisende aus Corona-Risikogebieten im Ausland werden leicht entschärft. In Zukunft müssen Betroffene nur noch 10 statt bisher 14 Tage in häusliche Isolation. 

Zudem endet die Quarantäne ab dem fünften Tag vorzeitig, wenn ein Test zu dem Zeitpunkt negativ ausfällt. Die neue Regelung sieht eine Reihe von Ausnahmen vor, etwa für Menschen, die aus beruflichen Gründen reisen. In Kraft tritt sie voraussichtlich am kommenden Samstag, wie die Gesundheitsverwaltung mitteilte.

Update, 3. November, 16.31 Uhr: Kretschmann: "Damit haben wir nicht gerechnet"

Die politischen Entscheidungsträger sind aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72) von der Wucht der zweiten Pandemiewelle überrollt worden. 

"Damit haben wir nicht gerechnet, das muss man schon ehrlicherweise sagen", räumte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart mit Blick auf die rasant steigenden Infektionszahlen ein. Es habe aber auch keine Anzeichen dafür gegeben, dass das mit der Geschwindigkeit so hochgehe. 

Es gebe immer Leute, die warnten, sagte Kretschmann. Man hätte "extremer vorsorgen" können, aber damit verwirke man die Akzeptanz in der Bevölkerung. 

Man sei schon relativ schnell gewesen in der Reaktion auf die Entwicklung der Pandemie. Der Virus und seine Aggressivität diktierten letztendlich das Geschehen.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72).
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (72).  © Sebastian Gollnow/dpa

Update, 3. November, 16.17 Uhr: Bahrain gibt Corona-Impfstoff zum Notfallgebrauch für Helfer frei

Der Golfstaat Bahrain hat den eingeschränkten Einsatz eines Impfstoffs gegen das Coronavirus für Mitarbeiter des Gesundheitswesens zugelassen. 

Der Impfstoff solle in dringenden Fällen diejenigen "beim Erfüllen ihrer Pflichten vor Risiken schützen", die am stärksten Kontakt zu Corona-Patienten haben, sagte Gesundheitsministerin Fika al-Salih am Dienstag. Der Impfstoff stehe ab sofort zur Verfügung, seine Nutzung sei freiwillig.

Das Königreich am Persischen Golf hatte vergangene Woche eine klinische Studie für einen Impfstoff des chinesischen Pharmaunternehmens Sinopharm abgeschlossen. Rund 7700 Freiwillige hatten teilgenommen. In Bahrain wurden bisher mehr als 82.000 Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet.

Die Studien finden in Zusammenarbeit mit einer Firma in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Das Land hat mit Sinopharm Verträge über Herstellung und Vertrieb des Impfstoffs abgeschlossen. Auch der Emir von Dubai, Scheich Mohammed bin Raschid Al Maktum, erklärte am Dienstag auf Twitter, er sei gegen Corona geimpft worden.

Bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bisher rund 200 Impfstoffprojekte weltweit erfasst, zu 47 Impfstoff-Kandidaten laufen bereits klinische Studien. Entscheidende Phase-III-Studien gibt es demnach zu etwa einem Dutzend Impfstoff-Kandidaten.

In China und in Russland sind bereits Impfstoffe zum Schutz bestimmter Bevölkerungsgruppen zugelassen und im Einsatz. Experten kritisieren dabei allerdings die mangelhafte Datenbasis, die Wirksamkeit und das Risiko für Nebenwirkungen sei kaum abzuschätzen.

Update, 3. November, 15.51 Uhr: Brinkhaus: Sprechen mit SPD über Änderungen für digitale Parteitage

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU) hat sich zurückhaltend zu einer raschen Einigung im Bundestag über gesetzliche Änderungen für die Möglichkeit von komplett digitalen Parteitagen geäußert. 

Wie weit es gesetzlicher Änderungen bedürfe, werde derzeit mit dem Koalitionspartner SPD und im Bundestag besprochen, sagte Brinkhaus am Dienstag vor einer digitalen Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag in Berlin. 

Man müsse im 21. Jahrhundert lernen, Parteitage komplett digital abhalten zu können. Daran werde gearbeitet. Es gebe sicherlich an der einen oder anderen Stelle gesetzlichen Nachbesserungsbedarf, ergänzte Brinkhaus.

Hintergrund der Diskussion über digitale Parteitage und digitale Abstimmungen ist, dass die Corona-Pandemie Präsenzparteitage immer schwerer macht. Das Problem betrifft momentan besonders die CDU. Sie hat ihren Bundesparteitag mit der Entscheidung über ihren neuen Vorsitz schon von Anfang Dezember auf Mitte Januar verschoben. 

Niemand weiß aber, ob das Infektionsgeschehen dann einen Parteitag mit 1000 Delegierten zulässt. Dasselbe Problem hat die Linkspartei, die ihren Bundesparteitag mit der Wahl einer neuen Parteispitze Ende Oktober coronabedingt ebenfalls kurzfristig abgesagt hat.

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU).
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (52, CDU).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 3. November, 15.46 Uhr: Infektionszahl in Niederlanden sinkt unter 8000 innerhalb eines Tages

In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages erstmals seit knapp drei Wochen unter 8000 gesunken. 

Bei den Behörden wurden 7776 Fälle in 24 Stunden gemeldet, wie das Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM am Dienstag in Bilthoven bei Utrecht mitteilte. Das sind 529 Fälle weniger als am Vortag. Damit bestätigt sich nach Angaben des RIVM der positive Trend der vergangenen Tage.

Die Tendenz zeige sich auch im Wochenvergleich. In den vergangenen sieben Tagen waren etwa fünf Prozent weniger Infektionen gemeldet worden als in der Vorwoche. Zum Vergleich: In Deutschland mit etwa fünfmal so vielen Einwohnern waren zuletzt 15.352 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden.

Entwarnung geben die niederländischen Behörden jedoch noch nicht. Der Druck auf die Krankenhäuser nehme weiter zu. In den vergangenen 24 Stunden waren 364 neue Patienten aufgenommen worden, 125 mehr als am Vortag.

Am Abend wollte Ministerpräsident Mark Rutte (53) neue Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie bekannt geben, vor allem um den Druck auf die Krankenhäuser zu senken. Seit dem 13. Oktober gilt ein Teil-Lockdown in den Niederlanden.

Hollands Ministerpräsident Mark Rutte (53).
Hollands Ministerpräsident Mark Rutte (53).  © Olivier Hoslet/EPA Pool/dpa

Update, 3. November, 15.44 Uhr: Litauen erwägt landesweite Quarantäne

Im Kampf gegen die Ausbreitung das Coronavirus erwägt Litauen, erneut das gesamte Land für mindestens drei Wochen unter Quarantäne zu stellen. Nach Angaben von Ministerpräsident Saulius Skvernelis werde diese Maßnahme am Mittwoch der Regierung des baltischen EU-Landes vorgeschlagen. Dies sagte er nach Angaben der Agentur BNS am Dienstag nach einer Sitzung des Corona-Krisenstabs in Vilnius.

Update, 3. November, 15.42 Uhr: Tourismusverbände: Corona-Hilfen für November sofort auszahlen

Die Tourismusbranche verlangt sofortige Abschlagszahlungen von der Bundesregierung für die von Schließungen im November betroffenen Betriebe. 

Die Unternehmen benötigten die angekündigten außerordentlichen Corona-Wirtschaftshilfen "nicht morgen oder übermorgen, sondern sofort", hieß es am Dienstag in einem Appell des Deutschen Tourismusverbands (DTV), des Deutschen Reiseverbands (DRV) und des Internationalen Bustouristik-Verbands (RDA). 

Geschehe das nicht, seien "viele Betriebe in ihrer Existenz gefährdet, weil für sie die Insolvenzanmeldepflicht wegen Zahlungsunfähigkeit seit dem 1.10.2020 wieder verpflichtend ist".

Bund und Länder hatten sich am 28. Oktober auf weitgehende Beschränkungen für das Gastgewerbe sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen verständigt. Restaurants dürfen im November nur noch Speisen außer Haus verkaufen, Hotels lediglich Geschäftsreisende beherbergen. 

Die betroffenen Firmen, Selbstständigen, Vereine und Einrichtungen sollen entschädigt werden. Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern bekommen 75 Prozent des Umsatzes erstattet, den sie im November 2019 erwirtschafteten. Größere Firmen sollen rund 70 Prozent bekommen. Details müssen noch geklärt werden.

Sommer, Sonne, Urlaub und Meer. Momentan für die meisten nur ein entfernter Traum (Symbolbild).
Sommer, Sonne, Urlaub und Meer. Momentan für die meisten nur ein entfernter Traum (Symbolbild).  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. November, 15.29 Uhr: Scheuer will milliardenschweres Rettungspaket für Flughäfen

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (46, CSU) strebt angesichts der angespannten Lage von Flughäfen in der Corona-Krise ein milliardenschweres Rettungspaket an. 

Scheuer sagte am Dienstag vor Journalisten, es gehe um eine Summe von rund einer Milliarde Euro. Es müssten Strukturen erhalten werden. Scheuer sprach wenige Tage vor einem "Luftverkehrsgipfel" am Freitag von dramatischen Zahlen bei Flughäfen, die unter einem massiv gesunkenen Passagieraufkommen leiden. 

Er sei zu den Nothilfen im Gespräch mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, SPD). Ziel sei es, bis zum Freitag eine Lösung zu finden. "Die Zeit drängt", sagte Scheuer.

Scheuer an Halloween auf der BER-Eröffnung.
Scheuer an Halloween auf der BER-Eröffnung.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 3. November, 15.22 Uhr: Ramelow ruft zur Einhaltung der Corona-Regeln auf

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) hat die Menschen im Freistaat aufgerufen, die neuen Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie einzuhalten. 

"Die Wirkung des Wellenbrechers, der seit Montag in Kraft ist, wird davon abhängen, dass wir alle dazu beitragen", sagte Ramelow am Dienstag in Erfurt in einer Sondersitzung des Parlaments zur Corona-Pandemie.

Die Sondersitzung des Parlaments war von der oppositionellen CDU-Fraktion beantragt worden, die ein stärkeres Mitwirkungsrecht des Parlaments bei den Entscheidungen über die Corona-Regeln verlangt. 

Der Teil-Lockdown seit Montag mit der Schließung von Gastronomie, vielen Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Sportstätten erfolgte per Verordnung der Landesregierung.

Ramelow machte deutlich, dass der Landtag an Entscheidungen beteiligt werden müsse. Je länger eine Krise anhalte, "umso wichtiger ist es, die verfassungsmäßigen Wirkungsprozesse zwischen der Regierung und dem Parlament wieder in den Normalzustand zurückzuführen", sagte er. 

Ramelow war in der vergangenen Woche für seinen Zick-Zack-Kurs bei der Entscheidung über ein erneutes Herunterfahren des öffentlichen Lebens auch von seinem Koalitionspartner SPD kritisiert worden.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke).  © Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. November, 15.13 Uhr: Biathlon-Weltcups in Oberhof ohne Zuschauer

Die beiden Biathlon-Weltcups vom 4. bis 17. Januar 2021 in Oberhof finden wegen der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt. Darauf verständigte sich das Präsidium des Wintersportfördervereines (WSRO) nach Abstimmung mit den lokalen Gesundheitsbehörden und dem Freistaat Thüringen, wie die Organisatoren am Dienstag mitteilten. 

Update, 3. November, 15.12 Uhr: Länder sollen laut Scheuer Sonntagsfahrverbot für Lastwagen lockern

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (46, CSU) hat die Länder aufgefordert, wegen des Teil-Lockdowns in der Corona-Krise erneut das Lkw-Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen zu lockern. 

Er werde dazu auf die Länder zugehen, sagte Scheuer am Dienstag in Berlin. Es gebe keine Lieferengpässe, sondern es gehe um mehr Flexibilität bei der Versorgung mit Waren. Scheuer hatte sich zuvor mit der Verkehrs- und Logistikbranche beraten. 

Ein einheitliches Vorgehen der Länder wäre demnach sinnvoll. Es komme darauf an, Deutschland am "Laufen" zu halten. Dabei könne man auf Erfahrungen des Lockdowns im Frühjahr zurückgreifen. Für Hamsterkäufe gebe es keinen Anlass.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (46, CSU).
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (46, CSU).  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Im Frühjahr hatten die Länder auch wegen drohender Versorgungsengpässe bei bestimmten Waren in der Corona-Krise das Fahrverbot für Sonn- und Feiertage für Lastwagen gelockert. Seit Montag gilt bis Ende November ein Teil-Lockdown in Deutschland. So mussten Gastronomiebetriebe schließen, Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Nach der Straßenverkehrsordnung dürfen an Sonn- und Feiertagen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 Tonnen nicht fahren. Das Verbot gilt nicht für den Transport frischer Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Fisch und leicht verderblichem Obst und Gemüse.

Für die Überwachung der Straßenverkehrsordnung sind allein die Länder zuständig. Die Straßenverkehrsbehörden der Länder können laut Ministerium in bestimmten Einzelfällen oder allgemein für bestimmte Antragsteller Ausnahmen vom Lkw-Sonn- und Feiertagsfahrverbot erteilen.

Update, 3. November, 15 Uhr: Nur noch acht Menschen am selben Tisch in schwedischen Restaurants

In Restaurants und Kneipen in Schweden dürfen wegen der steigenden Corona-Zahlen von nun an nur noch maximal acht Personen am selben Tisch sitzen. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven (63) am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. 

Update, 3. November, 14.58 Uhr: Virologin für Masken und Lüften im Unterricht

Masken im Unterricht und regelmäßiges Lüften sind nach Angaben einer Virologin zentral für die Vermeidung von Corona-Infektionen an Schulen. 

"Die Frage ist: Kommt es dort zu sehr vielen Ansteckungen?", sagte die Virologin Melanie Brinkmann (46) am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU). 

Eindringlich sprach sich die Expertin am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung für Masken im Unterricht aus. Die Kombination aus dieser Maßnahme und dem Lüften könne das Infektionsrisiko deutlich vermindern. 

"Die Maske kann dieses Risiko, dass ich meinen Nachbarn anstecke, deutlich reduzieren", sagte Brinkmann. Wenn in der Atemluft Viren enthalten seien, dann hingen sie an Tröpfchen. 

Diese könnten durch Masken in weiten Teilen zurückgehalten werden. So sinke die Virenlast in der Luft stark. Spahn sagte über das Schulwesen: "Es ist nicht der Infektionstreiber, aber es ist Bestandteil des Infektionsgeschehens."

Virologin Melanie Brinkmann (46).
Virologin Melanie Brinkmann (46).  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 3. November, 14.55 Uhr: Zeitschriftenpreise laut Umfrage in Corona-Krise weitgehend stabil

Die Preise für Zeitschriften sind in der Corona-Krise einer Befragung zufolge in vielen Verlagshäusern in Deutschland stabil geblieben. 

71 Prozent planten keine Anpassung von Preisen zur Bewältigung der Krise, wie aus einer am Dienstag vorgestellten Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zu Verlagstrends hervorgeht. Sie entstand in Kooperation mit der Beratungsgesellschaft KPMG und der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Bei der Online-Befragung im März und Juni machten insgesamt 116 Verlage mit. Sie stehen für Publikumszeitschriften (48 Prozent), Fachzeitschriften (21 Prozent), Zeitungen (9 Prozent) sowie sonstige Produkte wie Anzeigenblätter und Bücher (22 Prozent).

12 Prozent der befragten Verlage gaben an, Preisanpassungen eingeleitet zu haben und 15 Prozent planten solche Schritte für die Folgemonate.

Zeitschriften halten überwiegend ihre Preise (Symbolbild).
Zeitschriften halten überwiegend ihre Preise (Symbolbild).  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. November, 14.39 Uhr: Fans können aufatmen: Schalker Pokalspiel findet statt

Das Nachholspiel im DFB-Pokal zwischen dem Viertligisten 1. FC Schweinfurt 05 und dem Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 kann am (heutigen) Dienstag wie geplant um 16.30 Uhr stattfinden. 

Das Gesundheitsamt Gelsenkirchen gab grünes Licht, nachdem erst am Montagabend ein positiver Coronafall im Profikader des Bundesligisten publik geworden war. Die teilte der Verein über den Nachrichtenkanal Twitter mit. Der betroffene Schalker Spieler, der bislang beschwerde- und symptomfrei sei, befinde sich seit seinem positiven Testergebnis in Quarantäne.

Ursprünglich sollte das Erstrundenspiel bereits Mitte September stattfinden. Damals hatte Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München aber eine Einstweilige Verfügung gegen das Startrecht der Schweinfurter erwirkt. 

In der vergangenen Woche erst gab dann das Schiedsgericht des Bayerischen Fußball-Verbandes Grünes Licht für einen Start Schweinfurts.

Update, 3. November, 14.36 Uhr: Gesetzliche Grundlage für Corona-Maßnahmen wird laut Mützenich präzisiert

Die gesetzliche Grundlage für Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern soll nach Angaben von SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (61) präzisiert werden. 

Die SPD habe sich mit CDU und CSU auf eine Überarbeitung dieser Grundlagen geeinigt, sagte Mützenich am Dienstag vor der Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin. 

Bereits in dieser Woche solle das entsprechende Gesetz im Bundestag in die erste Lesung gehen. "Wir können dann ganz schnell in die Anhörung gehen und in der nächsten Sitzungswoche Mitte November dann auch die entsprechenden Entscheidungen treffen."

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (61).
SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich (61).  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Es gehe darum, sehr allgemeine Formulierungen im Infektionsschutzgesetz zu konkretisieren, die für Schutzmaßnahmen wie die Schließung von Gaststätten oder Verhaltensregeln maßgeblich sind. "Durch die jetzige Konkretisierung sind wir auch der Auffassung, dass es zu einer bundeseinheitlicheren Regelung kommt", sagte Mützenich.

Richter hatten angezweifelt, dass das Infektionsschutzgesetz in seiner aktuellen Form die weitreichenden Eingriffe in Grundrechte bei der Corona-Bekämpfung rechtfertigt.

Auch Rufe nach einer stärkeren Beteiligung des Bundestags und der Länderparlamente an den Beschlüssen zur Bekämpfung der Pandemie hatten zuletzt zugenommen.

Update, 3. November, 14.25 Uhr: "Kann nicht sagen, wo ich mich infiziert habe"

Wie die meisten anderen Corona-Infizierten in Deutschland kennt auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) nach eigener Angabe die Quelle seiner eigenen Infektion nicht. 

"Ich wäre einer von diesen 75 Prozent, die nicht sagen können, wo es passiert ist", sagte Spahn am Dienstag in Berlin. Es sei für die Betroffenen ja gerade das Tückische an dem Corona-Virus, dass für die meisten Infektionsfälle im Nachhinein gelte: "Es ist passiert, ohne dass man es gemerkt hat" Am 21. Oktober war bekannt geworden, dass Spahn positiv auf Corona getestet worden war.

Spahn sagte, die eigene Erfahrung habe seine Sicht auf die Corona-Krise auch noch einmal beeinflusst. So habe er selbst gespürt, dass Isolation und Quarantäne verbunden mit der Sorge um den weiteren Verlauf belastend sein könnten. Er sei demütig und dankbar, dass seine Erkrankung gut verlaufen sei und er sich wie die anderen Bürger auf das Gesundheitswesen habe verlassen können.

Update, 3. November, 14.11 Uhr: Französische Bahngesellschaft schraubt Angebot im Lockdown runter

Angesichts der weitreichenden landesweiten Ausgangsbeschränkungen in Frankreich fährt die Bahngesellschaft SNCF ihr Zugaufgebot deutlich zurück. 

Ab Donnerstag sollen nur noch 30 Prozent aller Schnellzüge fahren, bei Fernzügen soll der Zugverkehr sogar auf 15 Prozent zusammen schrumpfen, wie die SNCF am Dienstag mitteilte. Auch internationale Züge seien von den Einschränkungen betroffen. Noch stehe nicht fest, ob in manchen Regionen auch im Nahverkehr künftig weniger Züge fahren sollen.

Am Freitag sind in Frankreich neue Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Kraft getreten. Sie gelten zunächst bis zum 1. Dezember. Das Haus zu verlassen, ist nun nur noch eingeschränkt möglich - etwa um einkaufen zu gehen oder einen Arzt aufzusuchen. Wer die öffentlichen Transportmittel benutzen möchte, muss dafür eine Ausnahmegenehmigung zum Entfernen vom Wohnort vorweisen.

Fahrgäste stehen auf einem Bahnhof und warten auf einen TGV.
Fahrgäste stehen auf einem Bahnhof und warten auf einen TGV.  © Bob Edme/AP/dpa

Update, 3. November, 14 Uhr: Maskenpflicht auf 15 weiteren Straßen und Plätzen in Hamburg

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Hamburger Senat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum ausgeweitet. 

So müsse bereits seit Montag auf 15 weiteren Plätzen und Straßenabschnitten in jeweils definierten Zeiträumen eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden, sagte die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag. Die neu hinzugekommenen Abschnitte befinden sich vor allem im Bereich des Altonaer und des Hauptbahnhofs. 

Zuvor waren bereits 14 Straßen, Plätze und Bereiche als Orte mit Maskenpflicht festgelegt worden.

Update, 3. November, 13.30 Uhr: Spahn sagt Gesundheitswesen umfassende Unterstützung zu

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dem Gesundheitsbereich in der Corona-Krise umfassende Unterstützung zugesichert. 

"Keine Klinik soll wegen Corona wirtschaftlich benachteiligt sein", sagte Spahn am Dienstag in Berlin. "Diese Jahrhundertpandemie erfordert besonders in einem Bereich eine nationale Kraftanstrengung", sagte Spahn mit Blick auf das Gesundheitswesen. "Die Lage ist ernst", so der Minister. Denn die Zahl der Infektionen steige exponentiell an. "Die Zahl derjenigen, die beatmet werden müssen, steigt stark, zu stark." Spahn nannte die Pflegerinnen und Pfleger, die Reinigungskräfte und Ärzte - er sagte: "Sie alle sind die Helden unserer Zeit."

Spahn sagte: "Wir sind in einer entscheidenden Phase." Kritik daran, dass die Anti-Corona-Politik immer wieder geändert wird, wies Spahn zurück. "Dieses Virus ist tückisch, es lässt keine einfachen Antworten dazu", sagte er. "In einer dynamischen Lage gehört das Anpassen der Lage zur Strategie." Der November mit seinem Teil-Lockdown könne helfen, das Virus besser in den Griff zu bekommen.

Update, 3. November, 13.19 Uhr: Menschen in Pflegeheimen bewegen sich wegen Corona-Regeln zu wenig

Körperliche Aktivitäten von Pflegeheimbewohnern sind wegen der coronabedingten Kontaktbeschränkungen laut einer Studie der Universität Tübingen zu kurz gekommen. 

"Die Bewegungsförderung in den Heimen wurde erheblich behindert", erklärte Annika Frahsa vom Institut für Sportwissenschaft in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Das Problem sei, dass die Förderung von Bewegung in den internen Leitlinien der untersuchten Heime nicht vorgesehen sei.

Die Aufgaben - dazu zählen beispielsweise Gleichgewichtsübungen und Training des Reaktionsvermögens - würden großenteils von externen Dienstleistern erfüllt, die während des sogenannten Lockdowns im Frühjahr keinen Zutritt zu den Heimen hatten. Das Forschungsteam will nun neue Konzepte entwickeln, um die Pflegebedürftigen mobil zu halten.

Zwar sahen die Führungskräfte der Heime laut der Studie Bewegungsangebote und -anreize auch in Zeiten der Pandemie als wichtig an. "Doch ist das in Heimen wenig institutionalisiert. Durch den eingeschränkten Zugang konnte die Bewegungsförderung nicht wie üblich an externe Dienstleister delegiert werden", erklärte Frahsas Kollege Ansgar Thiel. Die Aufgabe sei daher in diesem Bereich an wenig qualifizierte, interne Mitarbeiter übertragen worden. Da die Arbeitskapazität des Pflegepersonals durch die Pandemie selbst überbeansprucht gewesen sei, sei die Bewegungsförderung in vielen Fällen zurückgefahren worden.

Das Forschungsprojekt BaSAlt des Tübinger Forschungsteams lief bereits vor der Corona-Pandemie. Erforscht wird, wie Gesundheit und Lebenszufriedenheit von Menschen in Pflegeheimen optimal gefördert werden können. Die Teilstudie über die Bedingungen im Corona-Lockdown wurde aktuell eingeschoben. Acht Heime in den Stadt- und Landkreisen Tübingen, Reutlingen und Esslingen waren einbezogen.

Eine Arbeiterin steht hinter einer Bewohnerin, die in sicherem Abstand mit ihren Familienangehörigen am Eingang eines Pflegeheims spricht.
Eine Arbeiterin steht hinter einer Bewohnerin, die in sicherem Abstand mit ihren Familienangehörigen am Eingang eines Pflegeheims spricht.  © Eduardo Sanz/Europa Press/dpa

Update, 3. November, 13 Uhr: Wegen Geisterspielen: Drittligist Halle führt wieder Kurzarbeit ein

Fußball-Drittligist Hallescher FC will für Mitarbeiter in allen Bereichen aufgrund der im November anstehenden Geisterspiele Kurzarbeit beantragen. 

Wie der HFC am Dienstag mitteilte, betreffe dies «vor allem große Teile der Geschäftsstelle des Clubs ebenso wie das Nachwuchszentrum, in dem der Spiel- und Trainingsbetrieb bis auf Weiteres komplett ruht». Als Proficlub darf Halle zwar seine Spiele in der 3. Liga weiterhin austragen, jedoch sind Zuschauer aufgrund der gestiegenen Coronavirus-Infektionen nicht zugelassen.

Der HFC versicherte, dass trotz der erneuten Maßnahmen die Bereiche Mitgliederwesen, Sponsorenbetreuung und Kommunikation abgesichert seien. Bereits während des Lockdowns im Frühjahr hatte der Club seine Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Damals betraf dies auch den Profi-Kader.

Update, 3. November, 12.39 Uhr: Mehrere dänische Kabinettsmitglieder wegen Corona-Fall in Quarantäne

Mehrere Mitglieder der dänischen Regierung haben sich wegen einer bestätigten Coronavirus-Infektion in ihrem Umfeld in häusliche Quarantäne begeben. 

Dazu zählten Umweltministerin Lea Wermelin, Bildungsministerin Pernille Rosenkrantz-Theil, Forschungsministerin Ane Halsboe-Jørgensen, Lebensmittelminister Mogens Jensen und Arbeitsminister Peter Hummelgaard. Sie alle schrieben am Dienstag in den sozialen Netzwerken, dass sie zuletzt Kontakt zu einem Kollegen gehabt hätten, der positiv getestet worden sei. Sie isolierten sich nun und arbeiteten weitgehend online.

Alle von ihnen gehören den Sozialdemokraten an, die in Dänemark eine Minderheitsregierung bilden. Das Fraktionsmitglied Jeppe Bruus hatte am späten Montagabend per Facebook mitgeteilt, dass bei ihm das Coronavirus nachgewiesen worden sei. Zuvor hatte Justizminister Nick Hækkerup am Montag gemeldet, dass er einen Corona-Test gemacht habe und sich bis auf Weiteres zu Hause aufhalte, weil er krank sei und Symptome zeige. Sein Testergebnis stand am Dienstag ebenso wie diejenigen der weiteren Minister noch aus.

Darüber hinaus wurde mit Ex-Justizminister Søren Pape Poulsen erstmals ein dänischer Parteichef positiv auf Corona getestet. Es gehe im glücklicherweise gut, schrieb der Vorsitzende der Konservativen Volkspartei auf Facebook. Dennoch befolge er alle Verhaltensregeln und arbeite von zu Hause aus.

Update, 3. November, 11.45 Uhr: Scholz: Corona-Milliardenhilfen jetzt schnell auf den Weg bringen

Angesichts der neuen Corona-Welle fordert Bundesfinanzminister Olaf Scholz, die vereinbarten europäischen Milliardenhilfen jetzt rasch unter Dach und Fach zu bringen. "Hier ist jetzt Pragmatismus gefragt, wir müssen jetzt ganz schnell in die Pötte kommen", sagte der SPD-Politiker am Dienstag vor Beratungen der Euro-Finanzminister.

Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten im Juli einen neuen siebenjährigen Haushaltsrahmen von 1074 Milliarden Euro und zusätzlich ein schuldenfinanziertes Corona-Hilfsprogramm von 750 Milliarden Euro vereinbart. Noch wird jedoch mit dem Europaparlament über Einzelheiten verhandelt.

Scholz sagte, die Bürger erwarteten zu recht, dass den Ankündigungen nun Taten folgten und die Mittel nächstes Jahr wirklich zur Verfügung stünden. Die wirtschaftliche Entwicklung sei zwar mit einem Plus von 12,7 Prozent in der Eurozone dritten Quartal gut gewesen. Aber wegen der hohen Infektionszahlen und der nötigen drastischen Einschränkungen sei die Lage unverändert sehr ernst. Skeptisch zeigte sich der Minister über Forderungen, die EU-Hilfen wegen der zweiten Welle schon jetzt nachzubessern.

Die Wirtschafts- und Finanzminister der 19 Staaten der Gemeinschaftswährung wollten die Lage in der Pandemie am Dienstag nachmittag in einer Online-Konferenz mit der Chefin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, Andrea Ammon, beraten. Zweites wichtiges Thema der Minister ist eine Grundsatzdebatte über eine mögliche Euro-Digitalwährung.

Scholz sagte, die Bedeutung digitaler Zahlungsmöglichkeiten nehme zu, und Länder wie China und die USA befassten sich aktiv damit. "Wir dürfen nicht hinterherhinken", sagte der Minister. Dabei gehe es nicht um eine Abschaffung des Bargelds, sondern um eine Ergänzung in digitaler Form. Entscheidungen stünden noch nicht an, aber bald.

Update, 3. November, 11.30 Uhr: Verkehrsminister Scheuer geht in Quarantäne

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) geht nach dem Corona-Fall bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) in Quarantäne. 

Ein Schnelltest bei Scheuer sei negativ gewesen, er gehe aber nach Absprache mit Ärzten in Quarantäne, sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Woidke war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er hatte am Samstag an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilgenommen. Dort waren unter anderem auch Scheuer, Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu Gast. Sie standen auf einem Podium mit Woidke.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).  © Tobias Schwarz/POOL/AFP/dpa

Update, 3. November, 11.16 Uhr: Labore warnen vor Überlastung durch immer mehr Corona-Tests

Angesichts stark steigender Infektionszahlen warnen Labore vor einer Überlastung beim Auswerten von Corona-Tests. Die Testkapazität sei bundesweit erstmalig zu 100 Prozent ausgereizt, teilte der Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin am Dienstag auf Basis von Daten aus 162 Laboren mit. 

Inzwischen sei "die rote Ampel überfahren" worden. Bei Fortsetzung einer solchen Überflutung mit Proben oder einem möglichen Geräte- oder Personalausfall drohe ein Zusammenbruch der Versorgung. Nötig sei, die Testkapazitäten deutlich stärker auf besonders dringliche Fälle zu konzentrieren.

Verbandschef Michael Müller sprach von "gefährlichen und so nicht mehr akzeptablen Zuständen". Wie für die Kliniken brauche es auch für fachärztliche Labore Mechanismen gegen solche Überlastungsszenarien. "Denn in den Laboren werden auch alle anderen Untersuchungen für die allgemeine Versorgung der Bevölkerung durchgeführt. Bei weiterer Überlastung wird es schwer, leistungsfähig zu bleiben."

Der Verband kritisierte, immer noch würden zu viele PCR-Tests auch ohne Symptome gemacht und damit Personen mit sehr niedriger Priorität getestet. Für zusätzliche ungezielte Testkonzepte auf Landesebene gebe es keinen Spielraum mehr. In erster Linie seien medizinische Tests zur Diagnose von Infektionen da - und in der Pandemie auch dazu, die Ausbreitung zu verhindern und Risikogruppen zu schützen.

In der vergangenen Woche wurden nach Daten der 162 erfasste Labore insgesamt 1,4 Millionen PCR-Tests gemacht. Der Anteil positiver Tests stieg auf 7,3 Prozent nach 5,7 Prozent in der Woche zuvor - das entsprach demnach 104.663 positiven Tests. Der Rückstau von Proben, die noch aus der Vorwoche stammten und am Montagmorgen ohne Befund waren, habe sich auf 98.310 vergrößert.

Wenn sich die Zeit bis zum Ergebnis verlängere, erhöhe sich aber auch das Risiko, dass Infizierte zu lange ohne Befund bleiben, warnte der Verband. Zugleich bleibe kein Puffer, um auch auf größere regionale Ausbrüche schnell reagieren zu können.

Update, 3. November, 10.46 Uhr: Seilbahnen setzen auf Winterbetrieb mit strengem Hygienekonzept

Die Seilbahnen in den deutschen Ausflugs- und Wintersportgebieten setzen nach dem Teil-Lockdown auf eine Saison unter Corona-Hygieneregeln. 

Die Seilbahnen seien für den Winter gut vorbereitet und rechneten derzeit mit einem regulären Start bis Mitte Dezember, teilte der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte am Dienstag mit. Die Vorbereitungen liefen ganz regulär. Auch mit der Beschneiung der Pisten soll wie jedes Jahr begonnen werden, sobald es die Temperaturen zulassen.

Bis Ende des Monats dürfen Seilbahnen und Lifte wegen des partiellen Lockdowns nicht fahren. Jedoch finden bei den meisten Bahnen im November ohnehin turnusmäßig Revisionsarbeiten statt.

Die Betreiber hätten im Sommer gezeigt, dass die Hygienekonzepte ohne Probleme umgesetzt werden konnten, erläuterte der Verband. In den Wartebereichen und während der Fahrt mussten die Gäste Abstand halten und Masken tragen. Die Kabinenbahnen fuhren laut Verband nur mit 60 bis zu 80 Prozent der Gäste. Die Kabinen seien gut durchlüftet, die Gäste hielten sich nur für einen kurzen Zeitraum darin auf - und Skifahren und Winterwanderungen fänden ohnehin im Freien mit viel frischer Luft und Platz statt, hieß es weiter.

Verschoben ist bisher nur der Saisonstart an der Zugspitze. An Deutschlands höchstem Berg sollte es bereits am 13. November losgehen. Doch auch hier ruht der Betrieb bis zum 30. November.

Eine Kabine der Seilbahnen Thale schwebt über die herbstlich verfärbten Baumkronen am Hexentanzplatz.
Eine Kabine der Seilbahnen Thale schwebt über die herbstlich verfärbten Baumkronen am Hexentanzplatz.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. November, 10.22 Uhr: Massentests auf Coronavirus in Liverpool sollen starten

In Liverpool sollen mit Schnelltests ab kommenden Freitag massenweise Bürger auf das Coronavirus getestet werden. "Jeder, der in Liverpool lebt oder arbeitet, kann sich testen lassen - ob mit Symptomen oder ohne", teilte die britische Regierung am Dienstag mit. 

Mit Hunderttausenden Tests, die unter einer Stunde ein Ergebnis liefern, wolle man mehr Infizierte entdecken und Infektionsketten unterbrechen, hieß es.

Die Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter funktioniert in Großbritannien bereits seit Wochen kaum noch. Vielerorts ist es außerdem kaum möglich, reguläre Corona-Tests zu bekommen. Ab Donnerstag gilt in England ein strenger Teil-Lockdown ähnlich dem in Deutschland.

Die Stadt Liverpool im Norden Englands ist die mit am schwersten von Corona gebeutelte Region des Landes. Ende Oktober zählte die Stadt 410 Fälle pro 100.000 Einwohner. "Je nach Erfolg in Liverpool wollen wir bis Weihnachten Millionen von Schnelltests in lokalen Gemeinden durchführen, um die Verbreitung des Virus zu mindern", sagte Premier Boris Johnson.

Update, 3. November, 10.13 Uhr: Verwirrung um zusätzliche nächtliche Ausgangssperre in Paris

Frankreichs Regierung hat zusätzlich zu den strikten Lockdown-Regeln eine nächtliche Ausgangssperre in Paris im Kampf gegen Corona ins Spiel gebracht und für Verwirrung gesorgt. 

Diese werde voraussichtlich ab 21 Uhr gelten und solle vielleicht auch für den Großraum der französischen Hauptstadt gelten, kündigte Regierungssprecher Gabriel Attal am Dienstagmorgen im Sender BFM TV an. Die Präfekten anderer Region können eine solche nächtliche Ausgangssperre ebenfalls einführen. Im Laufe des Tages sollte ein entsprechendes Dekret für Paris erlassen werden, sagte Attal.

Kurze Zeit später berichteten französische Medien unter Berufung auf Regierungsquellen, dass zum jetzigen Zeitpunkt nichts beschlossen sei. Eine Entscheidung solle erst in den kommenden Tagen getroffen werden - es ginge vorrangig um die Schließzeiten bestimmter Läden in der Hauptstadt, so der TV-Sender BFM. Die große Mehrheit der Franzosen akzeptiere die Regeln, hatte Attal zuvor im TV gesagt. Es sei aber unhaltbar für diese Menschen, dass sich einige Menschen nicht an die Regeln hielten.

Bereits vor einem Lockdown, der seit vergangenem Freitag gilt, galt in weiten Teilen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre. Die Corona-Lage im Land ist dramatisch. Erst am Montagabend wurde mit mehr als 52.500 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden ein neuer Spitzenwert gemeldet. Außerdem starben innerhalb eines Tages mehr als 400 Menschen in Krankenhäusern. In Frankreich leben rund 67 Millionen Menschen.

Die Menschen in Frankreich dürfen derzeit nur mit einem triftigen Grund überhaupt vor die Tür - dazu zählen einkaufen, der Weg zur Arbeit oder Arztbesuche. Spaziergänge oder Sport an der frischen Luft sind nur eine Stunde im Radius eines Kilometers zur Wohnung erlaubt. Die Menschen müssen immer ein entsprechendes neu ausgefüllte Formular mit sich führen, auf dem der Grund nachgewiesen wird. Alle Läden, die keine lebensnotwendigen Produkte verkaufen, haben geschlossen, ebenso Gastronomie oder Kultureinrichtungen.

Die Champs Elysees liegt menschenleer da.
Die Champs Elysees liegt menschenleer da.  © Lewis Joly/AP/dpa

Update, 3. November, 10 Uhr: Erster lokaler Corona-Fall in Neuseeland seit zehn Tagen

Neuseeland hat zum ersten Mal seit zehn Tagen wieder eine lokale Neuinfektion mit dem Coronavirus verzeichnet. 

Es handle sich um einen Gesundheitsmitarbeiter aus einer staatlichen Quarantäneeinrichtung in Christchurch, sagte der Chef der Gesundheitsbehörden, Ashley Bloomfield, am Dienstag. Die Einrichtung werde ausschließlich von Seeleuten aus Russland und der Ukraine genutzt, die auf Charterflügen von Fischereifirmen eingeflogen würden. Sie müssten nun 24 Stunden länger als ursprünglich geplant in Quarantäne bleiben.

Wo der Mann sich angesteckt habe, sei bisher unklar. Er sei regelmäßig auf das Virus getestet worden, habe dann aber am Samstag Krankheitssymptome gezeigt. Gleichzeitig meldete Neuseeland vier neue importierte Fälle.

Das Land im Südpazifik mit seinen fast fünf Millionen Einwohnern ist bisher ausgesprochen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Bis heute wurden weniger als 2000 Infektionen verzeichnet, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. 

Neuseeland hatte das Virus mit sehr strikten Maßnahmen relativ schnell unter Kontrolle gebracht. Die Menschen sind dort zu einer relativen Normalität zurückgekehrt - selbst Großveranstaltungen ohne Maskenpflicht sind wieder erlaubt.

Update, 3. November, 9.54 Uhr: Brandenburgs Regierungschef Woidke mit Corona infiziert

Brandenburgs Regierungschef Woidke hat das Coronavirus. Mehr dazu >> hier

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, hat während einer Pressekonferenz über die vom Kabinett zvor beschlossenen neuen Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie die Mund-Nase-Bedeckung aufgesetzt.
Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, hat während einer Pressekonferenz über die vom Kabinett zvor beschlossenen neuen Verordnungen zum Umgang mit der Corona-Pandemie die Mund-Nase-Bedeckung aufgesetzt.  © Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 3. November, 9.24 Uhr: Intensivmediziner: Mehr Junge schwer an Corona erkrankt

Der Direktor der Intensivmedizin am Hamburger Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE), Stefan Kluge, berichtet von immer mehr jungen Corona-Patienten auf der Intensivstation. 

Anders als bei der ersten Welle der Virusausbreitung im Frühjahr seien dieses Mal viele Jüngere betroffen, sagte der Professor am Dienstag dem Radiosender Bayern 2. "Wir betreuen mehrere Patienten deutlich unter 50 Jahren und teilweise ohne Vorerkrankungen."

Kluge, der auch Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist, wies darauf hin, dass die Entwicklung bei der Zahl der Intensivpatienten der der Infizierten um mehrere Tage hinterherläuft: "In wenigen Tagen werden wir, was die Zahl der Krankenhauspatienten angeht, die erste Welle übertreffen. Und das ist besorgniserregend."

Update, 3. November, 8 Uhr: Scholz zu Corona-Hilfen: "Es wird schon an alle gedacht."

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat bekräftigt, dass die Corona-Hilfen im Zusammenhang mit dem Teil-Lockdown im November möglichst vielen Betroffenen zugute kommen sollen. "Es wird schon an alle gedacht", sagte er am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Er verwies auf flexible Regelungen etwa für Solo-Selbstständige mit schwankendem Einkommen. Sie sollen auch ihren durchschnittlichen Jahresumsatz zugrunde legen können. Menschen, die ihr Geschäft erst später gegründet haben, sollen statt des Novembers 2019 auch einen Bezugsmonat aus dem laufenden Jahr festlegen können.

Ab wann die Hilfen zur Verfügung stehen werden, konkretisierte er nicht. "Wir versuchen, alle Klärungen in dieser Woche zustande zu kriegen." Anschließend müssten die Programme entwickelt werden, damit die Hilfen über eine Internetplattform beantragt werden können.

Die Bundesregierung will Firmen helfen, die im November wegen der Corona-Beschränkungen schließen müssen oder hohe Ausfälle haben. Insgesamt geht es um Finanzhilfen von bis zu zehn Milliarden Euro - für einen Monat.

Mit Blick auf die Zeit nach November sagte Scholz, dass Überbrückungshilfen weiterentwickelt werden sollen. Man wolle auch bestimmten Branchen besser helfen, als das bisher der Fall sei. Er nannte die Veranstaltungs- und Schausteller-Branche als Beispiele. "Wir haben die Kraft für dieses Jahr und auch für das nächste Jahr, um die Wirtschaft, die Arbeitsplätze zu stabilisieren", sagte Scholz.

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, kommt zum Treffen der Eurogruppe und dem Informellen Rat der EU-Wirtschafts- und Finanzminister mit einem Mund-Nasen-Schutz.
Olaf Scholz (SPD), Bundesminister der Finanzen, kommt zum Treffen der Eurogruppe und dem Informellen Rat der EU-Wirtschafts- und Finanzminister mit einem Mund-Nasen-Schutz.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 3. November, 7.15 Uhr: Dresdner Fotograf erkrankte an Covid-19: Mein Horrortrip mit Corona

Matthias Creutziger hatte monatelang mit Corona zu kämpfen. 

Von seinem Horrortrip mit dem Virus erzählt er >> hier.

Matthias Creutziger hatte Corona.
Matthias Creutziger hatte Corona.  © Eric Münch

Update, 3. November, 7 Uhr: So protestieren Deutschlands Musiker im Netz gegen das Corona-Bühnen-Verbot

Ob bei den Münchner Philharmonikern oder der Band Culcha Candela: Die Bühnen-Musik ist wegen der Corona-Pandemie deutschlandweit verstummt. 

Mehr dazu >> hier.

Update, 3. November, 5.20 Uhr: Ärztepräsident: "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen"

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen der steigenden Corona-Zahlen vor einer Überlastung des Gesundheitswesens gewarnt. "Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen, damit die Dynamik der Neuinfektionen nachlässt", sagte Reinhardt der "Passauer Neue Presse" (Dienstag). "Tun wir das nicht, droht eine Überlastung unseres Gesundheitswesens."

Insbesondere die steigende Zahl an Corona-Patienten auf den Intensivstationen sei besorgniserregend, sagte Reinhardt weiter. Die Zahl habe sich in den vergangenen zwei Wochen fast verdreifacht. Auch der Anteil der älteren Patienten habe wieder zugenommen. "Damit werden wir auch wieder mehr schwerere Verläufe und Todesfälle haben."

Zudem fehle es an ausreichend Personal, um alle freien Intensivbetten vollumfänglich zu betreuen, sagte Reinhardt. Im Notfall müsse Personal aus anderen Bereichen der Kliniken herangezogen werden. "Davon sind wir aber noch ein ganzes Stück entfernt."

In etwa vier Wochen werde man wissen, ob die neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gegriffen haben oder ob man nachjustieren müsse. "Aktuell geht es darum, die Pandemie unter Kontrolle zu halten. Dafür sind die beschlossenen Maßnahmen angemessen und richtig."

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer zu Beginn eines dpa-Interviews.
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer zu Beginn eines dpa-Interviews.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 3. November, 5 Uhr: Palmer steht zu Bitte an Senioren - Virus ist "altersdiskriminierend"

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat seinen Corona-Appell an ältere Menschen verteidigt und sieht darin keine Ausgrenzung von Senioren. 

"Wir müssen uns einfach klar machen: Bei Menschen über 80 gab es 500 mal mehr Todesfälle als bei denen unter 40. Dieses Virus ist extrem altersdiskriminierend. Darüber klagen nutzt nichts", sagte der Grünen-Politiker der "Passauer Neuen Presse" (Dienstag). Man müsse die Chance nutzen, die Intensivstationen vor Überlastung zu bewahren, indem man vor allem den Älteren dabei helfe, sich vor Corona zu schützen. "Appelle und Angebote isolieren niemanden", betonte Palmer.

In seinem "Tübinger Appell" hatte Palmer Senioren gebeten, angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen den Stadtbus nicht zu nutzen und aufs Fahrrad oder auf das bereits seit April zur Verfügung stehende Anrufsammeltaxi zum Stadtbus-Preis umzusteigen. Zudem wurden junge Menschen gebeten, zwischen 9.30 und 11 Uhr nicht einkaufen zu gehen und diese Zeit den Senioren überlassen. Außerdem sollen alle über 65-Jährigen in Tübingen kostenlos mit hochwertigen FFP2-Masken versorgt werden. Beim Landesseniorenrat war Palmers Appell zum Bus-Verzicht auf Kritik gestoßen.

Palmer sprach sich zugleich dafür aus, die Corona-Warn-App auszubauen. Die Gesundheitsämter könnten Infektionsketten kaum nachverfolgen. "Die ganze Zettelwirtschaft ist an sich zu langsam. Wir brauchen dringend Lösungen wie in Taiwan
oder Südkorea", sagte der Grünen-Politiker. 

Dort würden Daten genutzt, um die Kontakte zu verfolgen und zu isolieren. Beide Länder seien schneller als das Virus. Deshalb rate er, "unsere Warn-App möglichst schnell in diese Richtung auszubauen, sonst kommen wir aus dem Lockdown in diesem Winter kaum heraus".

Update, 3. November, 4.50 Uhr: Trotz Corona: Kinder können an den Nikolaus schreiben

Auch wenn in der Corona-Pandemie einiges Vorweihnachtliches wie der Besuch von Weihnachtsmärkten wegfällt - an den Nikolaus können die Kinder auch in diesem Jahr schreiben: "Daran ändert sich gar nichts", sagte der Vorsitzende vom Festausschuss St. Nikolaus, Peter Gerecke, im saarländischen St. Nikolaus der Deutschen Presse-Agentur. Die Post von Tausenden von Kindern aus aller Welt werde beim Nikolauspostamt wie auch sonst von den freiwilligen Helfern des Nikolauses beantwortet.

Es seien bereits rund 2000 Briefe von Kindern an den Nikolaus eingegangen, sagte Sabine Gerecke als Leiterin der Kinderbriefaktion in St. Nikolaus. Die Corona-Pandemie sei in den Schreiben auch Thema: Manche Kinder fragten, wie es dem Nikolaus gehe und wünschten ihm, dass er gesund bleibe, erzählte sie. Andere berichteten, dass es wegen Corona nicht so ein tolles Jahr gewesen sei.

Seit mehr als 50 Jahren schreiben Kinder «An den Nikolaus» in dem kleinen Ort in der Gemeinde Großrosseln nahe der französischen Grenze. Nach Angaben der Deutschen Post ist es das älteste Nikolauspostamt in Deutschland. Die Partnerschaft zwischen dem Festausschuss und der Post besteht seit 1967. In Deutschland gibt es sieben Weihnachtspostfilialen, an die Kinder ihre Briefe an Weihnachtsmann, Christkind oder Nikolaus schicken können.

Die Kinderbriefaktion startet offiziell Mitte November, die Briefe würden zum Nikolaustag am 6. Dezember beantwortet. 2019 hatte das Nikolaus-Team auf 26.568 Schreiben von Kindern aus insgesamt 41 Ländern geantwortet - so viele wie nie zuvor.

Zudem geht das Bild vom Nikolaus aus dem Saarland seit dieser Woche als Maschinenstempel bei mehr als einer Million Briefe vom Briefzentrum Saarbrücken in alle Welt. "Dadurch wird unser Ort, unser Nikolaus, in der ganzen Welt bekannt", sagte Peter Gerecke.

An den Nikolaus adressierte Briefe liegen im Nikolaus-Postamt.
An den Nikolaus adressierte Briefe liegen im Nikolaus-Postamt.  © Nikolauspostamt/dpa

Update, 3. November, 4 Uhr: Organspende trotz Corona-Pandemie stabil

 Trotz Corona-Pandemie hat es in Deutschland bisher keinen Einbruch bei den Organspenden gegeben. "Im Gegensatz zu vielen Nachbarländern sind wir sehr gut durch die erste Welle gekommen", sagte der Medizinische Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), Axel Rahmel, der Deutschen Presse-Agentur. Ob das auch für die zweite Welle gilt, hänge vor allem von den Intensiv-Kapazitäten ab.

Bis Ende Oktober gab es laut DSO in Deutschland 793 postmortale Organspender - das waren 2,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Das sind stabile Zahlen, mit denen wir ganz gut dastehen", sagte Rahmel. "In vielen Ländern gab es einen dramatischen Einbruch." In Spanien etwa seien die Spenderzahlen während der ersten Welle um rund 70 Prozent zurückgegangen. Wegen der vielen Covid-19-Fälle und überlasteter Intensivstationen hätten Mediziner einfach keine Kapazitäten für dieses "herausfordernde Thema" gehabt.

Dass das in Deutschland bisher nicht so war, lag Rahmel zufolge vor allem an zwei Faktoren: Weil es mehr Kapazitäten auf Intensivstationen gebe, hätten Mediziner weiterhin ausreichend Zeit gehabt, mögliche Organspender zu identifizieren, mit Angehörigen zu sprechen oder überhaupt zu transplantieren. Und man habe frühzeitig viel getestet; damit habe man auch Sorgen zerstreut, Spender könnten infiziert sein und das Virus an die Empfänger weitergeben.

Am Dienstag beginnt der 16. Jahreskongress der DSO. Wegen der Pandemie findet er vom 3. bis 5. November nur online statt - mit 50 Prozent mehr Teilnehmern als in Jahren, wo der Kongress in Frankfurt live stattfand. "Das macht uns extrem viel Mut", sagte Rahmel: "Das Thema Organspende ist trotz Covid-19 nicht vom Radar verschwunden." Laut Eurotransplant warten in Deutschland aktuell 9081 Menschen auf ein Spender-Organ.

Update, 3. November, 1.15 Uhr: Maradona für Tests ins Krankenhaus gebracht

Wenige Tage nach seinem 60. Geburtstag ist die argentinische Fußballlegende Diego Maradona in ein Krankenhaus gebracht worden. 

"Es war emotional eine etwas schwierige Woche für ihn. Es stand unter großem Druck. Das hat ihm psychisch sehr zugesetzt", sagte sein Leibarzt Leopoldo Luque am Montag im Fernsehsender TyC Sports. Im Sanatorium Ipensa in La Plata würden nun einige Test durchgeführt. Maradona habe zuletzt schlecht gegessen. Er solle nun in der Klinik bleiben, bis es ihm besser gehe, sagte Luque.

Titelfoto: Elko Hirsch/dpa

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