"Maximale Alarmstufe": Paris vor neuen Corona-Einschränkungen

Deutschland - Das Coronavirus hält die Welt in Atem. Spätestens seit März 2020 ist in Deutschland alles anders. Mund- und Nasenschutz sowie 1,5 Meter Abstand begleiten uns im Alltag. TAG24 berichtet im Ticker über Neuigkeiten rund um das Coronavirus. 

Update, 4. Oktober, 23.32 Uhr: "Maximale Alarmstufe": Paris vor neuen Corona-Einschränkungen

Wegen der sehr angespannten Corona-Lage soll in Paris und der direkten Umgebung am Montag die "maximale Alarmstufe" ausgerufen werden.

Neue Sicherheitsmaßnahmen könnten unter anderem die Schließung von Cafés auslösen, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am späten Sonntagabend unter Berufung auf das Amt des französischen Regierungschefs Jean Castex. Restaurants könnten mit verstärkten Corona-Vorsichtsmaßnahmen hingegen offen bleiben.

Überraschend kommt der Schritt nicht. Gesundheitsminister Olivier Véran hatte bereits Ende der zurückliegenden Woche gesagt, dass sich die Lage in der Hauptstadt und den Vorstädten zuletzt rapide verschlechtert habe.

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie gilt die "maximale Alarmstufe" bisher im französischen Überseegebiet Guadeloupe und in Marseille. In der südfranzösischen Hafenstadt mussten die Restaurants und Bars daher bereits schließen - dagegen hatte es massiven Protest gegeben. In Paris müssen Bars bisher um 22 Uhr schließen, Restaurants dürfen auch länger geöffnet bleiben. Allerdings dürfen sie Alkohol nur im Zusammenhang mit einer Mahlzeit ausschenken.

Die neuen Maßnahmen sollen am Montag von der Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo vorgestellt werden und zunächst 15 Tage gelten, berichtete die Agentur.

Frankreich registrierte im ganzen Land innerhalb von 24 Stunden 12.565 Corona-Neuinfektionen, wie die Behörden am Abend mitteilten. Einen Tag zuvor waren es 16.972 Neuinfektionen gewesen, also deutlich mehr. Frankreich ist von der Covid-19-Pandemie schwer getroffen, über 32.000 Menschen starben bisher.

Restaurantbesitzer schlagen mit Löffeln Kasserollen bei einer Demonstration gegen Restaurant- und Barschließungen in Marseille.
Restaurantbesitzer schlagen mit Löffeln Kasserollen bei einer Demonstration gegen Restaurant- und Barschließungen in Marseille.  © Daniel Cole/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 22.23 Uhr: Trump-Fans zeigen Unterstützung mit Autokorso in New York

Mit einem Autokorso haben Anhänger der Republikaner am Sonntag in New York ihre Unterstützung für den an Covid-19 erkrankten US-Präsidenten Donald Trump gezeigt. 

Auf Bildern des TV-Senders "ABC" war zu sehen, wie die Wagen vorübergehend die Fünfte Straße vor dem Trump Tower in der Nähe des Central Parks blockierten. Ihre Fahrer schwenkten amerikanische Flaggen und wünschten dem Präsidenten eine schnelle Genesung. Viele skandierten in der Hoffnung auf eine zweite Amtszeit Trumps "four more years" - vier weitere Jahre.

Die Kolonne aus rund 100 Autos kam dem Bericht zufolge aus Suffolk County, einem östlich von New York gelegenen Bezirk, in dem Trump sehr beliebt ist. Auf den TV-Bildern waren nur wenige Menschen mit Masken zu erkennen. Die Blockade vor dem Trump Tower – früherer Wohnort des Präsidenten und Sitz seines Firmenimperiums – dauerte etwa eine halbe Stunde.

Trump wird seit Freitagabend wegen einer Corona-Infektion im Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington behandelt. Am Sonntag sagten seine Ärzte, der Präsident könne womöglich schon bald ins Weiße Haus zurückkehren.

Update, 4. Oktober, 22.21 Uhr: "Querdenken"-Demo in Leipzig geplant - und an Silvester in Berlin

Die nächsten beiden größeren Demonstrationen der Stuttgarter Initiative "Querdenken" gegen die Corona-Politik der Bundesregierung sollen in Leipzig und Berlin stattfinden. 

In der Hauptstadt soll an Silvester demonstriert werden, kündigte "Querdenken 711"-Gründer Michael Ballweg am Sonntag auf einer Kundgebung in Konstanz an. Angemeldet sei die Veranstaltung schon. In Leipzig wollen die "Querdenker" am 7. November auf die Straße gehen.

Am Bodensee hatte ein lokaler Ableger der Initiative am Samstag und Sonntag ein Protestwochenende mit einer Menschenkette organisiert, zu der mehrere Tausend Teilnehmer gekommen waren. Erwartet wurden Zehntausende. Zeitgleich hatten sich auch Gegendemonstrationen für Maskenpflicht und Abstandsregeln formiert.

Update, 4. Oktober, 21.47 Uhr: 28 Corona-Infizierte in Seniorenwohn- und Pflegeheim - ein Todesfall

In einem Seniorenwohn- und Pflegeheim in Marxzell (Kreis Karlsruhe) haben sich 18 Bewohner und zehn Mitarbeiter nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. 

Einer der Bewohner sei gestorben, teilte der Kreis Karlsruhe am Sonntagabend mit. Nun würden alle weiteren Bewohner und Mitarbeiter getestet. "Das Infektionsgeschehen beschränkt sich bisher auf einen Wohnbereich, in dem 20 Seniorinnen und Senioren leben. Hinweise, dass sich die Infektion weiter in dem Heim verbreitet, gibt es bislang nicht", sagte der stellvertretende Leiter des Gesundheitsamtes, Ulrich Wagner. Es müsse aber mit weiteren schweren Krankheitsverläufen gerechnet werden.

Update, 4. Oktober, 18.24 Uhr: Trump kann womöglich schon bald zurück ins Weiße Haus

Nach seiner Coronavirus-Infektion könnte US-Präsident Donald Trump nach Angaben von Ärzten womöglich schon bald aus dem Krankenhaus entlassen werden. 

Der Arzt Brian Garibaldi sagte vor dem Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington, sollte es Trump weiter so gut gehen wie am Sonntag, hoffe man, ihn womöglich bereits an diesem Montag entlassen zu können. Die Behandlung könnte dann im Weißen Haus fortgesetzt werden.

Trumps Leibarzt Sean Conley hatte unmittelbar zuvor gesagt, Trumps Gesundheitszustand habe sich weiter verbessert. Wie bei jeder Krankheit gebe es aber Höhen und Tiefen. Trump (74) war am Freitagabend nach seiner Infektion mit dem Coronavirus in das Krankenhaus gebracht worden. Am Samstagabend hatte Conley erklärt, die Ärzte seien vorsichtig optimistisch. Trump sei aber noch nicht über den Berg.

Update, 4. Oktober, 17.56 Uhr: Trumps Gesundheitszustand verbessert sich weiter

Der Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump hat sich nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley weiter verbessert. 

Wie bei jeder Krankheit gebe es aber Höhen und Tiefen, sagte Conley am Sonntag vor dem Walter-Reed-Krankenhaus in Bethesda bei Washington. Trump (74) war am Freitagabend nach seiner Infektion mit dem Coronavirus in das Krankenhaus gebracht worden. Am Samstagabend hatte Conley erklärt, die Ärzte seien vorsichtig optimistisch. Trump sei aber noch nicht über den Berg.

Dr. Sean Conley (m.), Arzt von US-Präsident Trump, informiert die Journalisten vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda über den Zustand des Präsidenten. Der Gesundheitszustand von US-Präsident Trump hat sich nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley weiter verbessert.
Dr. Sean Conley (m.), Arzt von US-Präsident Trump, informiert die Journalisten vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda über den Zustand des Präsidenten. Der Gesundheitszustand von US-Präsident Trump hat sich nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley weiter verbessert.  © Jacquelyn Martin/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 17.10 Uhr: Laumann unterstützt Spahns Vorschläge für Pflegereform

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die Vorschläge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) zur weiteren Verbesserung der Bedingungen in der Pflege nachdrücklich begrüßt. 

"Mehrere hunderttausend Pflegekräfte könnten uns in Deutschland bereits in zehn Jahren fehlen. Dem müssen wir dringend gegensteuern", erklärte Laumann am Sonntag.

"Nur faire Rahmenbedingungen tragen der schweren Tätigkeit der Pflegekräfte, die der gesamten Gesellschaft zugutekommt, auf Dauer Rechnung", argumentierte der CDU-Politiker und fügte hinzu: "Hierzu zählt für mich eine verbesserte, allgemeinverbindlich tariflich verankerte Vergütung der Pflegekräfte. Deshalb fordere ich schon seit Jahren einen Tarifvertrag für die Pflege. Der Vorschlag, dass Einrichtungen Kosten nur mit der Pflegeversicherung abrechnen dürfen, wenn sie die Beschäftigten nach Tarif bezahlen, begrüße ich daher."

Der CDU-Politiker stelle sich auch hinter die Idee, "für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege ein Jahresbudget von 3330 Euro einzuführen und das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen zukünftig jährlich zu dynamisieren". Drei Viertel aller Pflegebedürftigen würden zu Hause gepflegt. "Viele Angehörige gehen dabei bis an ihre Grenzen und leider auch oft darüber hinaus. Insbesondere in Zeiten von Corona. Auch diese Menschen dürfen wir nicht aus dem Blick verlieren."

Spahn will mit einer Pflegereform Pflegebedürftige und ihre Angehörigen finanziell entlasten und für Pflegekräfte Tariflöhne durchsetzen. "Mein Vorschlag ist, dass Heimbewohner für die stationäre Pflege künftig für längstens 36 Monate maximal 700 Euro pro Monat zahlen", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". "Das wären maximal 25 200 Euro. Zwar bleibt die Pflegeversicherung auch dann eine Teilkaskoversicherung. Aber der Eigenanteil wird berechenbar."

Update, 4. Oktober, 16.35 Uhr: Kirgistan wählt mitten in Corona-Pandemie neues Parlament

In der zentralasiatischen Republik Kirgistan ist trotz der dort wütenden Corona-Pandemie ein neues Parlament gewählt worden. Rund 3,5 Millionen Menschen waren in dem Land an der Grenze zu China am Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen. Den Ausgang der Abstimmung sahen Beobachter mit Spannung entgegen, weil die Wähler die Regierung für ihren Umgang mit dem Coronavirus abstrafen könnten.

Mehr als 47 000 Menschen haben sich offiziellen Angaben zufolge mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Neuinfektionen war zuletzt stark gestiegen, weshalb umstritten war, die Menschen überhaupt zum Urnengang aufzurufen. In den Wahllokalen galten kirgisischen Medienberichten zufolge Hygienevorschriften. Es sei auch die Körpertemperatur der Wähler gemessen worden.

16 Parteien kämpften um die 120 Sitze in der Volksvertretung. Für einen Einzug mussten sie mehr als sieben Prozent der Wählerstimmen erhalten. Das war anders als bei der Wahl vor fünf Jahren. Nach vorläufigen Angaben der Wahlkommission werden vier Parteien im neuen Parlament vertreten sein. Nach vorläufigen Ergebnissen lagen kirgisischen Medienberichten zufolge zwei Parteien mit großem Abstand vorn: die regierungsnahe Birimdik (Einheit) und die erst 2015 gegründete Partei Mekenim Kirgistan (Mein Vaterland Kirgistan), die als liberal gilt.

Nach Ansicht der Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit könnte die Abstimmung Veränderungen in der politischen Landschaft mit sich bringen. Zwei bislang im Parlament vertretene Parteien traten nicht mehr an.

Die Ex-Sowjetrepublik galt lange als Insel der Demokratie inmitten autoritärer Staaten in Zentralasien. Zuletzt gab es bei der Entwicklung einer Demokratie aber auch Rückschläge. Korruption etwa gilt weiter als großes Problem. Zudem ist die Unzufriedenheit wegen der schwierigen Wirtschaftslage groß.

In den vergangenen Jahrzehnten hat es auch immer wieder politische Umwälzungen in dem Hochgebirgsland gegeben. Die ersten beiden Präsidenten des seit 1991 unabhängigen Landes wurden durch Proteste aus dem Amt geworfen. Der erste friedliche Machtwechsel erfolgte 2017, als Sooronbaj Dscheenbekow den Sozialdemokraten Almasbek Atambajew ablöste. Der wurde inzwischen wegen Korruption zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Oppositionsparteien hatten im Wahlkampf vor allem eine allzu große Nähe Kirgistans zu Russland kritisiert. Der Präsident warnte kürzlich vor Versuchen, einen "Keil zwischen die Beziehungen" zu treiben. Russland sei für Kirgistan wichtig. Beide Länder sind Mitglied in der Eurasischen Wirtschaftsunion.

Update, 4. Oktober, 16.15 Uhr: Airbus-Manager zuversichtlich für deutsche Standorte

Beim angekündigten Abbau von weltweit 15 000 Stellen des europäischen Flugzeugherstellers Airbus ist derzeit kein Aus für Standorte in Deutschland geplant. 

"In der Substanz sehe ich im Moment keine deutschen Standorte gefährdet", sagte Airbus-Produktionschef Michael Schöllhorn dem "Handelsblatt". Das Risiko betreffe aber mehrere Länder, auch wenn es noch zu früh sei, über Schließungen zu sprechen.

Die Aussichten für die Luftfahrtindustrie hätten sich wegen der erneut aufflammenden Corona-Epidemie und staatlicher Reisebeschränkungen verschlechtert. Die Lage sei im Frühherbst schlechter, "als wir das im Sommer erwartet haben", sagte der Manager dem Blatt.

Airbus-Chef Guillaume Faury hatte die Belegschaft Berichten zufolge bereits vor einer schwereren und länger als erwartet andauernden Krise gewarnt. Es sei "unwahrscheinlich, dass das freiwillige Ausscheiden aus dem Unternehmen" ausreiche, um 15 000 Arbeitsplätze abzubauen. Auch mehrere Tausend Stellen in Deutschland sind von dem Sparplan betroffen.

Michael Schöllhorn, Chief Operating Officer (COO) Airbus Commercial Aircraft, spricht auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Strukturmontage der Airbus A320 Familie im Airbus Werk in Finkenwerder.
Michael Schöllhorn, Chief Operating Officer (COO) Airbus Commercial Aircraft, spricht auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der neuen Strukturmontage der Airbus A320 Familie im Airbus Werk in Finkenwerder.  © Christian Charisius/dpa

Update, 4. Oktober, 16.06 Uhr: Slowakei registriert so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie

Die Slowakei hat zum dritten Mal in drei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. 

Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Fälle lag bei 818, wie das Nationale Gesundheits-Informationszentrum am Sonntag mitteilte. Dies war der höchste Wert sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 704 Fälle.

Dem Land stünden im Zusammenhang mit der zweiten Corona-Welle schwierige Tage bevor, sagte Regierungschef Igor Matovic laut Agentur Tasr. Die Zahl der Neuinfektionen werde rapide ansteigen, die Kapazitäten des Gesundheitssystems könnten an ihre Grenzen kommen. Er appellierte an die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen gegen eine Ansteckung einzuhalten. "Bitte, wenn es möglich ist, gehen Sie nicht zu Massenveranstaltungen von Sport, Kultur oder Kirche."

In der Slowakei haben sich nach offiziellen Angaben bislang 13 139 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 55 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft.

Im Nachbarland Tschechien soll ab Mitternacht in der Nacht zum Montag erneut ein nationaler Notstand in Kraft treten. Die Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis hatte die Ausrufung des Ausnahmezustands wegen eines "raketenhaften Anstiegs" bei den Corona-Zahlen beschlossen. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit einzuschränken und Maßnahmen ohne Zustimmung des Parlaments zu treffen. 

Zuletzt war in Tschechien am Freitag mit 3792 Fällen ein neuer Höchststand bei den täglichen Corona-Neuinfektionen erreicht worden.

Update, 4. Oktober, 15.51 Uhr: So gefährlich ist ein Mund-Nasen-Schutz für Kinder wirklich

In Corona-Zeiten ist die Maske für viele Schulkinder in Deutschland ein treuer Begleiter. Die Maskenpflicht gefährde aber die Kinder, heißt es vielfach in sozialen Netzwerken. Stimmt das?

Behauptung:

Das Tragen einer Maske stellt eine Gefahr für das Wohl des Kindes dar und kann sogar zum Tod führen.

Bewertung:

Das ist falsch. Wenn es sich um eine luftdurchlässige Community-Maske handelt, besteht für das Kind keine Gefahr.

Ihr wollt wissen, warum das so ist? Mehr zu den Fakten erfahrt ihr >> hier.

Experten stellen klar: Der Mund-Nasen-Schutz ist keine lebensbedrohende Gefahr für Kinder (Symbolfoto).
Experten stellen klar: Der Mund-Nasen-Schutz ist keine lebensbedrohende Gefahr für Kinder (Symbolfoto).  © Brynn Anderson/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 15.38 Uhr: DFB vergibt Freikarten für nächstmögliche Partie

Der Deutsche Fußball-Bund will beim nächstmöglichen Heimspiel der Nationalmannschaft mit Zuschauern ausschließlich Freikarten verteilen. Diese sollen bestmöglich an Menschen gehen, die sich "in der Corona-Pandemie für andere eingesetzt" haben. 

Ob die Aktion beim Testspiel gegen die Türkei am Mittwoch in Köln umgesetzt wird, hängt davon ab, ob die Gesundheitsbehörden der Stadt für die Partie Fans zulassen.

Um Karten können sich alle Fans unter den bekannten Vorbehalten von Montag, 12.00 Uhr, an im DFB-Ticketshop online bewerben.

Sollten auch am Mittwoch keine Fans zugelassen sein, soll die Aktion des DFB entweder am 13. Oktober im Nations-League-Spiel gegen die Schweiz ebenfalls in Köln oder bei einem der weiteren Heimspiele in diesem Jahr am 11. November gegen Tschechien oder 14. November gegen die Ukraine jeweils in Leipzig nachgeholt werden.

Mehr erfahrt Ihr >> hier.

Der DFB will beim nächstmöglichen Heimspiel der Nationalmannschaft mit Zuschauern ausschließlich Freikarten verteilen.
Der DFB will beim nächstmöglichen Heimspiel der Nationalmannschaft mit Zuschauern ausschließlich Freikarten verteilen.  © Christian Charisius/dpa

Update, 4. Oktober, 15.11 Uhr: 36 Polizisten bei Demos am Wochenende in Berlin verletzt - 150 Festnahmen

Bei Demonstrationen am Tag der Deutschen Einheit sind in Berlin 150 Menschen von der Polizei festgenommen worden. Die meisten Festnahmen standen im Zusammenhang mit einem Aufmarsch der rechtsextremen Partei "Der III. Weg" in Hohenschönhausen und Gegendemonstrationen gegen die Neonazi-Kundgebung, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Demnach wurden unter anderem Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, Widerstands, tätlichen Angriffs und Sachbeschädigungen eingeleitet.

Mehr als 1500 Menschen hatten am Samstag nach Polizeiangaben unter anderem mit einer Sitzblockade und Pyrotechnik versucht, die Demonstration zu verhindern. "Es sind vereinzelt Steine und Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden", sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Insgesamt wurden 36 Polizisten bei verschiedenen Demonstrationen verletzt.

In der Hauptstadt waren am Tag der Deutschen Einheit Demonstrationen von Rechten, Linken und Gegnern der Corona-Maßnahmen angemeldet. Die Polizei war mit rund 2700 Polizisten im gesamten Stadtgebiet im Einsatz.

Update, 4. Oktober, 14.10 Uhr: Neue Corona-Beschränkungen auf Island - Bars werden geschlossen

Die Menschen auf Island müssen sich wegen steigender Infektionszahlen auf neue Corona-Beschränkungen einstellen. Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird die Teilnehmergrenze für öffentliche Versammlungen ab Montag auf maximal 20 Personen herabgesetzt. Ausnahmen davon gelten etwa für Hochschulen und auf Beerdigungen.

Außerdem werden Bars, Nachtclubs und Fitnessstudios geschlossen, wie die isländische Regierung am späten Samstagabend mitteilte. Damit folgte Gesundheitsministerin Svandís Svavarsdóttir einem Vorschlag des isländischen Chefepidemiologen Thórólfur Gudnason. Schulen und Kindergärten bleiben offen.

Island mit seinen gut 360.000 Einwohnern hat seit Beginn der Corona-Krise knapp 2900 Infektionen verzeichnet und ist insgesamt bislang verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen. Zehn Erkrankte sind bislang gestorben, der letzte dieses Todesfälle ist aber bereits Monate her. Im Sommer hatte es kaum noch aktive Fälle gegeben, seit Ende Juli nehmen die Infektionszahlen aber wieder zu.

Update, 4. Oktober, 13.34 Uhr: Krankmeldungen nehmen während Corona-Krise deutlich ab

Während der Corona-Krise haben sich nach Angaben der AOK deutlich weniger Arbeitnehmer krank gemeldet als in den Vorjahren. Vor allem zwischen Mai und August sank die Zahl der Krankmeldungen teilweise deutlich, wie eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts (Wido) der Krankenkasse ergibt, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Zuvor hatte die "Welt am Sonntag" darüber berichtet. Demnach lagen auch bei der Techniker Krankenkasse (TK) die Krankmeldungen auf einem "unterdurchschnittlichen Niveau".

Der Chef des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, vermutet mehrere Gründe hinter dem Rückgang. "Zum einen dürften viele Beschäftigte Arztpraxen aus Angst vor Ansteckung meiden", sagte er. "Zum anderen ist es wahrscheinlich, dass die Pandemie das Infektionsrisiko insgesamt eher absenkt."

Mehr Menschen arbeiteten im Homeoffice, dadurch sinke das Ansteckungsrisiko auf dem Arbeitsweg und im Büro. Außerdem würden Arbeitnehmer bei leichten Erkrankungen wie einer Erkältung eher im Homeoffice bleiben und auf eine Krankschreibung verzichten.

Litsch verwies darauf, dass es seit Mai deutlich weniger Krankschreibungen aufgrund von "Akuten Infektionen der oberen Atemwege" gegeben habe. "Offensichtlich wurde die Empfehlung ernst genommen, auch bei leichten Erkältungssymptomen das Büro zu meiden."

Und bereits vor der Pandemie sei die Tendenz erkennbar gewesen, "dass Beschäftigte im Homeoffice generell weniger Fehltage aufweisen". Litsch warnte aber, dass die Möglichkeit zur Heimarbeit die Tendenz fördere, trotz Erkrankung zu arbeiten. "Wer krank ist, sollte in jedem Fall beruflich pausieren. Halbkrank gibt es nicht", sagte er.

Dem Wido zufolge betrug der Krankenstand im Mai 4,4 Prozent, nach 5,2 Prozent im Vorjahresmonat und 4,7 Prozent im Mai 2018. Im Juni meldeten sich 4,5 Prozent krank (2019: 4,8, 2018: 5,0 Prozent), im Juli 4,8 Prozent (2019: 5,0, 2018: 4,9 Prozent) und im August 4,4 Prozent (2018 und 2019 je 4,7 Prozent).

Laut "WamS" deuten auch Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums auf diesen Trend hin. Einer monatlichen Stichprobe zufolge seien in den ersten neun Monaten 4,22 Prozent der Beschäftigten krankgeschrieben gewesen, das sei der niedrigste Neun-Monats-Wert seit 2017.

Die Zahl der Krankschreibungen ging laut Wido bei Männern wie bei Frauen teils deutlich zurück. So waren etwa im Mai 4,4 Prozent der männlichen Beschäftigten krankgeschrieben sowie 4,5 Prozent der weiblichen. Im Vorjahresmonat waren es noch 5,1 Prozent der Männer und 5,3 Prozent der Frauen.

Ein Patient sitzt im Wartezimmer einer Gemeinschaftspraxis.
Ein Patient sitzt im Wartezimmer einer Gemeinschaftspraxis.  © Frank Molter/dpa

Update, 4. Oktober, 12.50 Uhr: Cineworld schließt alle Kinos in Großbritannien und Irland

Aufgrund der Corona-Pandemie will die Kinokette Cineworld britischen Medienberichten zufolge alle ihre Häuser in Großbritannien und Irland vorerst schließen. Die 128 Kinos sollten bereits in dieser Woche geschlossen werden, wie britische Medien am Sonntag übereinstimmend berichten. Etwa 5500 Jobs seien in Gefahr.

Kurz zuvor hatten die Macher des neuen James-Bond-Blockbusters "No Time to Die" eine erneute Verschiebung des Filmstarts angekündigt. Statt noch in diesem Jahr soll der Film nun erst im Frühjahr auf die Leinwand kommen.

Für die Kinos, die mit diesem Filmstart Hoffnungen auf höhere Besucherzahlen verbanden, ist das eine dramatische Nachricht. In den vergangenen Wochen wurden bereits unter anderem die Starttermine für die Hollywood-Streifen "Wonder Woman 1984", "Top Gun Maverick", "Black Widow" und "The King's Man" verlegt.

Den Berichten zufolge sollen die Verantwortlichen von Cineworld einen Brief an Premier Boris Johnson und Kulturminister Oliver Dowden geschrieben haben, in dem sie auf die "nicht überlebensfähige" Lage der Branche aufmerksam machen. Die Kinokette, die insgesamt in zehn Ländern vertreten ist, hatte zuletzt Halbjahresverluste in Höhe von knapp 1,6 Milliarden US-Dollar (1,37 Mrd Euro) gemeldet.

Update, 4. Oktober, 12.42 Uhr: Polizei löst Party im James-Simon-Park in Berlin auf

Die Berliner Polizei hat in der Nacht zu Sonntag erneut den James-Simon-Park in Mitte geräumt. "Es gab Beschwerden wegen zu lauter Musik", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag.

Demnach war eine Ansammlung von 200 bis 300 Menschen in dem Park. Die Polizei entschied, den Park zu räumen und die Feiernden gegen 22.30 Uhr nach Hause zu schicken, hieß es weiter. Zunächst hatte die "B.Z." über die Feiernden berichtet.

In Berlin sind Zusammenkünfte im Freien mit mehr als 50 Menschen laut der seit Samstag geltenden Corona-Infektionsschutzverordnung verboten. Der Senat hatte damit auf die zuletzt gestiegenen Corona- Infektionszahlen in Berlin reagiert.

Die Polizei machte am Sonntag keine Angaben zu der Zahl und der Art weiterer Verstöße gegen die Corona-Regeln wie die Nicht-Einhaltung von Abständen. Immer wieder löst die Polizei in der Hauptstadt Partys im Freien wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln auf.

Update, 4. Oktober, 12.34 Uhr: Papst fordert die Politik in Sozial-Enzyklika zu mehr Solidarität auf

Papst Franziskus hat in einer neuen Enzyklika seine Vision von einer besseren Politik und einer solidarischen Gesellschaft nach der Corona-Pandemie vorgelegt. 

Der Vatikan veröffentlichte das Grundsatzdokument am Sonntag. Es trägt den Namen "Fratelli tutti - Über die Geschwisterlichkeit und die soziale Freundschaft". Es ist die dritte Enzyklika des 83 Jahre alten katholischen Kirchenoberhaupts in seiner Amtszeit seit 2013. Der Papst wendet sich gegen "wütende und aggressive Nationalismen". Er hatte das rund 150-seitige Schreiben am Samstag in der Pilgerstadt Assisi in Umbrien nach einer Messe unterzeichnet.

"Jahrzehntelang schien es, dass die Welt aus so vielen Kriegen und Katastrophen gelernt hätte und sich langsam auf verschiedene Formen der Integration hinbewegen würde", schrieb der Papst. Doch nun sieht er Hinweise auf Rückschritte: "Unzeitgemäße Konflikte brechen aus, die man überwunden glaubte. Verbohrte, übertriebene, wütende und aggressive Nationalismen leben wieder auf."

Als Ziel der Enzyklika benannte der Argentinier, er wolle "bei allen ein weltweites Streben nach Geschwisterlichkeit zum Leben erwecken". Er forderte mehr Gerechtigkeit und Ethik in der Politik und unter den Menschen. Ausdrücklich nannte er Migranten und Ältere als Gruppen, die nicht benachteiligt werden dürften. Zwischen den Religionen müsse mehr Dialog herrschen.

Corona sieht er als globale Tragödie. Sie habe jedoch das Bewusstsein geweckt, dass die Welt in einem Boot sitze. Er habe mit der Arbeit an seiner Enzyklika zwar vorher begonnen, doch die Pandemie mache manches deutlicher.

Nach gut fünf Jahren Pause gibt es mit "Fratelli tutti" erstmals wieder eine Enzyklika von Franziskus. Das Rundschreiben gilt als zentrale Botschaft an die 1,3 Milliarden Katholiken weltweit und an die Kirchenoberen. Franziskus hat bisher zwei Enzykliken verfasst: 2013 ("Lumen fidei - Licht des Glaubens») und 2015 die "Umwelt-Enzyklika" zum Klimaschutz ("Laudato si - Über die Sorge für das gemeinsame Haus").

Papst Franziskus bei seiner Ankunft in der Basilika des heiligen Franz zur Unterzeichnung einer neuen Enzyklika.
Papst Franziskus bei seiner Ankunft in der Basilika des heiligen Franz zur Unterzeichnung einer neuen Enzyklika.  © Gregorio Borgia/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 12.22 Uhr: Mehr als 30.000 Corona-Bußgeldverfahren in großen Städten

In den sieben einwohnerstärksten Städten in Deutschland sind laut einer Umfrage der "Welt am Sonntag" deutlich mehr als 30.000 Corona-Bußgeldverfahren eingeleitet worden.

In München seien demnach bis Ende September gut 9100 Verfahren durchgeführt worden, heißt es unter Berufung auf einen Sprecher des örtlichen Kreisverwaltungsreferats. Knapp davor liege Hamburg mit rund 11.000 Verfahren.

In Stuttgart wurden dem Bericht zufolge seit April 4745 Bußgeldverfahren bearbeitet. Frankfurt am Main habe rund 3100 Verfahren eingeleitet, heißt es weiter, Düsseldorf 1200. In Berlin seien die einzelnen Bezirke zuständig, wo es laut Bericht 4400 Verfahren gebe - allerdings hätten nicht in allen Bezirken aktuelle Zahlen vorgelegen.

Damit ergibt sich eine Gesamtsumme von gut 33.500 verzeichneten Bußgeldverfahren. Dabei fehlen Angaben aus Köln, wo nur Schätzungen vorliegen, mit wie vielen Einnahmen zu rechnen ist.

Die Rheinmetropole prognostiziert diese demnach auf rund 430.000 Euro und liegt im Vergleich der befragten Städte im Mittelfeld. Für München werden in dem Bericht 1,2 Millionen Euro Einnahmen genannt, Hamburg liege knapp unter einer Million.

Berliner Bezirke beziffern die Einnahmen demnach auf mindestens 120.000 Euro, wie es in dem Bericht heißt. Für Frankfurt und Düsseldorf werden die Einnahmen mit 275.000 und 112.000 Euro angegeben. Stuttgart hatte als einzige der angefragten Städte keine Angaben zu den Einnahmen gemacht.

Update, 4. Oktober, 12.06 Uhr: Saudi-Arabien: Pilger besuchen Mekka zur kleinen Wallfahrt

Nach einer mehr als halbjährigen Unterbrechung wegen des Coronavirus haben muslimische Pilger wieder mit der kleinern Wallfahrt in Saudi-Arabien begonnen.

 Die Regierung hatte diese auch Umrah genannte Wallfahrt im März ausgesetzt und im Juli nur einer begrenzten Zahl an Pilgern erlaubt, die sogenannte große Wallfahrt Hadsch zu vollziehen. Der von Saudi-Arabien finanzierte Nachrichtenkanal Al-Arabija zeigte am Sonntag Bilder von Pilgern mit Mundschutz, die mit Abstand zueinander die würfelförmige Kaaba im Hof der Großen Moschee umkreisen.

Derzeit dürfen täglich rund 6000 in Saudi-Arabien lebende Pilger die heiligen Stätten von Mekka betreten. In zwei Wochen sollen bis zu 15.000 Pilger täglich zugelassen werden.

Saudi-Arabien, wo sich nach offiziellen Angaben 336.000 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert haben, wurde im Vergleich zu anderen Ländern in der Region stark von der Pandemie getroffen. In vergangenen Wochen war die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Land aber rückläufig.

Ab 1. November sollen auch Muslime aus dem Ausland wieder zur Umrah nach Saudi-Arabien reisen dürfen. Nach jetzigen Plänen werden dann bis zu 20 000 Pilger täglich zugelassen. Vor einer Woche hatte das für die Wallfahrt zuständige Ministerium auch eine neue App vorgestellt, mit der Pilger sich für den Besuch anmelden können. 108.000 Menschen haben die App nach offiziellen Angaben bereits genutzt.

Saudi-Arabien, Mecca: Ein Pilger posiert für ein Foto vor der Kaaba in der Heiligen Moschee, während der kleinen Pilgerfahrt, bekannt als Umrah.
Saudi-Arabien, Mecca: Ein Pilger posiert für ein Foto vor der Kaaba in der Heiligen Moschee, während der kleinen Pilgerfahrt, bekannt als Umrah.  © Amr Nabil/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 12 Uhr: Nach Corona-Erkrankung: Premier Boris Johnson fühlt sich fit

Der im Frühjahr schwer an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson spürt nach eigenen Angaben keine Spätfolgen der Krankheit.

"Ich bin fitter als mehrere Metzgerhunde", sagte Johnson am Sonntag in London in einem BBC-Interview. Die Formulierung "as fit as a butcher's dog" heißt wörtlich übersetzt "so fit wie ein Metzgerhund", kommt sinngemäß aber der deutschen Formulierung "fit wie ein Turnschuh" am nächsten. Gerüchte, er wirke nach seiner Corona-Infektion noch immer nicht ganz erholt, bezeichnete der Premier als "Unsinn". Dem erkrankten US-Präsidenten Donald Trump wünschte Johnson erneut eine schnelle Genesung. Er selbst hatte im Frühjahr zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden müssen.

Update, 4. Oktober, 11.59 Uhr: Initiative "Querdenken" setzt Protest gegen Corona-Politik fort

Mit einem Gottesdienst hat die Initiative "Querdenken" ihren Protest gegen die Corona-Politik der Bundesregierung am Sonntagmorgen in Konstanz fortgesetzt. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Karoline Preisler, FDP-Politikerin aus Mecklenburg-Vorpommern, steht mit einem Schild "Ich hatte Covid 19 und mache mir Sorgen um Euch" am Rande des Gottesdienstes der "Querdenker", der am Ufer des Bodensees gefeiert wird.
Karoline Preisler, FDP-Politikerin aus Mecklenburg-Vorpommern, steht mit einem Schild "Ich hatte Covid 19 und mache mir Sorgen um Euch" am Rande des Gottesdienstes der "Querdenker", der am Ufer des Bodensees gefeiert wird.  © Felix Kästle/dpa

Update, 4. Oktober, 10.53 Uhr: Männer greifen Busfahrer nach Streit um Corona-Masken an

 Im Zuge eines Streits um Corona-Masken haben mehrere Männer einen Busfahrer im niederbayerischen Spiegelau angegriffen. Der Busfahrer hatte die Männer zuvor aufgefordert, wegen des Coronavirus einen Mund-Nasen-Schutz im Bus zu tragen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Da sich einige der Männer weigerten, warf der Fahrer die Gruppe aus dem Bus.

Daraufhin kam es zu einem Handgemenge: Zwei bis drei Männer griffen nach Polizeiangaben den Busfahrer an und versuchten, ihn aus dem Fenster der Fahrertüre nach draußen zu ziehen. Dieser Versuch scheiterte jedoch - die Männer flüchteten. Der Fahrer erlitt bei dem Vorfall vom Samstag leichte Verletzungen, der Bus wurde beschädigt. Es wurden Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Sachbeschädigung und Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz eingeleitet.

Update, 4. Oktober, 10.51 Uhr: US-Wahl 2020: Biden macht Ergebnisse von Corona-Tests öffentlich

Als Zeichen der Transparenz will der Herausforderer bei der US-Wahl, Joe Biden, die Ergebnisse seiner Corona-Tests künftig veröffentlichen. Der ehemalige Vizepräsident reagierte damit auf widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump, der wegen einer Corona-Infektion seit Freitag in einem Militärkrankenhaus behandelt wird.

"Vizepräsident Biden wird regelmäßig getestet, und er wird das Ergebnis eines jeden Tests veröffentlichen", erklärte ein Sprecher von Bidens Wahlkampfteam, Andrew Bates, am Samstag (Ortszeit). Der 77-Jährige war zuletzt am Freitag negativ getestet worden. Ein weiterer Corona-Test ist nach Angaben des Senders CNN am Sonntagvormittag (Ortszeit) geplant.

Nach der Infektion Trumps verzichtet das Wahlkampfteam von Biden auf negative Werbespots, die Trump in ein schlechtes Licht rücken. Auf die Frage, wie er mit Covid-19 umgehen würde, antwortete Biden am Samstag: "Ich bin hier ein bisschen in einer schwierigen Situation. Ich möchte den Präsidenten und die First Lady nicht angreifen (...) Jill (Ehefrau von Biden) und ich beten für ihre schnelle und vollständige Genesung."

Anders als Trump rief Biden erneut dazu auf, einen Mund-und-Nasen-Schutz zu tragen. "Es ist ein patriotischer Akt, eine Maske zu tragen. Ihr schützt euch nicht nur selbst, sondern schützt euch gegenseitig."

Aufgrund von Trumps Behandlung im Krankenhaus ist derzeit nicht absehbar, ob eine zweite Fernsehdebatte der beiden Präsidentschaftskandidaten wie geplant am 16. Oktober in Miami (Florida) möglich ist. Biden sagte, er sei aus zwei Gründen für die beiden noch ausstehenden TV-Duelle: "Erstens, das bedeutet, dass der Präsident es kann, dass er gesund ist und dass er zu einer Debatte in der Lage ist. Und zweitens, weil ich es gern möchte. Ich denke, es ist wichtig, dass wir unsere Argumente liefern, warum ich zum nächsten Präsidenten gewählt werden sollte."

Update, 4. Oktober, 10.21 Uhr: Britische Regierung gibt Fehler bei Zählung der Corona-Infektionen zu

Bei der Zählung der Corona-Neuinfektionen in den vergangenen Tagen hat es der britischen Regierung zufolge Fehler gegeben.

Die zuständige Regierungsbehörde meldete am Samstagabend 12.872 Neuinfektionen innerhalb eines Tages, was einen drastischen Sprung und den höchsten bisherigen Wert seit Beginn der Pandemie darstellt. In den Tagen zuvor hatte die Zahl der Neuinfektionen jeweils um rund 7000 gelegen.

In einer Erklärung zu den Zahlen hieß es jedoch, es habe in den Vortagen Verzögerungen bei der Übermittlung von Fallzahlen in England gegeben. Der Fehler sei nun behoben, führe allerdings dazu, dass die Fallzahlen der kommenden Tage noch Fälle enthalten dürften, die eigentlich schon aus der Zeit vom 24. September bis zum 1. Oktober stammten. Welchen Anteil diese Fälle an der hohen Gesamtzahl ausmachen, blieb jedoch völlig unklar.

Oppositionsführer Keir Starmer warf der Regierung vor, die Kontrolle über das Virus verloren zu haben. Premier Boris Johnson steht zunehmend in der Kritik, sogar in den eigenen Reihen. In mehreren Interviews konnte der Regierungschef in dieser Woche wiederholt Fragen auf regional geltende Corona-Regeln nicht korrekt beantworten.

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, gestikuliert mit seinen Händen und trägt Schutzkleidung und Maske,
Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, gestikuliert mit seinen Händen und trägt Schutzkleidung und Maske,  © Kirsty Wigglesworth/AP POOL/dpa

Update, 4. Oktober, 10.13 Uhr: AfD lehnt Kalayci-Vorstoß für Alkoholverbot ab

Berlins AfD-Fraktion lehnt den Vorstoß von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) für ein nächtliches Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol zur Eindämmung der Corona- Pandemie ab.

"Die Pläne der Senatorin sind völlig übertrieben. Wer soll das durchsetzen", erklärte der Sprecher für Gesundheit der Fraktion, Herbert Mohr, am Sonntag. Zudem sei die Idee wirtschaftsfeindlich. "So werden Tausende Jobs in Berlin verloren gehen." Eindämmende Corona-Maßnahmen müssten verhältnismäßig bleiben. "Es ist daher völlig ausreichend, wenn die Gastronomie die bestehenden Corona-Schutzmaßnahmen umsetzt", so Mohr.

Angesichts eines rasanten Anstiegs der Corona-Infektionszahlen hatte sich Kalayci am Samstag ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23.00 bis 06.00 Uhr gefordert. Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit reichlich Alkoholkonsum.

Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin, während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses.
Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin, während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 4. Oktober, 10.12 Uhr: Polizei löst Party mit 100 Teilnehmern in Flüchtlingsheim auf

In einem Flüchtlingsheim in Landshut hat die Polizei eine Feier mit etwa 100 Menschen beendet. Die Polizei löste aufgrund der geltenden Hygienevorschriften und zum Schutz der Bewohner die Versammlung am Samstag auf, wie ein Sprecher sagte.

Es sei mit lauter Musik und viel Alkohol gefeiert worden. Ein Mann sei infolge seiner starken Alkoholisierung bewusstlos gewesen, ein Notarzt habe ihn versorgt. 20 Menschen seien aus dem Gebäude verwiesen worden. Da sie nicht in dieser Unterkunft wohnten, sei der Aufenthalt verboten - sie sollen wegen Hausfriedensbruch angezeigt werden.

Update, 4. Oktober, 9.09 Uhr: Trump soll vor der Einlieferung ins Krankenhaus gezögert haben

US-Präsident Donald Trump hat nach Informationen des Senders CNN am Freitag zunächst gezögert, sich im Krankenhaus wegen seiner Corona-Infektion behandeln zu lassen.

Unter Berufung auf informierte Kreise berichtete der Sender in der Nacht zum Sonntag, Trumps Berater mussten den 74-Jährigen im Weißen Haus erst davon überzeugen, an Bord des Hubschraubers Marine One zu steigen. Der Helikopter habe bereits auf dem Südrasen des Amtssitzes gewartet. Trump wurde letztendlich in das Walter-Reed-Militärkrankenhaus nördlich von Washington geflogen, in dem er seither behandelt wird.

Trotz Symptomen und einer bereits begonnen Therapie habe Trump zunächst nicht ins Krankenhaus gebracht werden wollen, hieß es weiter. Er habe vermeiden wollen, ernsthaft krank zu erscheinen. Dem Präsidenten sei gesagt worden, ein Aufenthalt in der Klinik sei besser für ihn, falls sich sein Zustand verschlechtern sollte. Hochrangige Regierungsmitarbeiter entschieden den Angaben zufolge, Trump erst nach Börsenschluss ins Krankenhaus einweisen zu lassen, um einen Absturz der Aktienkurse zu vermeiden.

Bevor Trump ins Krankenhaus gebracht wurde, soll ihm Medienberichten zufolge am Freitag im Weißen Haus zusätzlicher Sauerstoff zugeführt worden sein. Mit Blick auf den Freitag sagte Stabschef Mark Meadows am Wochenende im TV-Sender Fox News: "Gestern waren wir wirklich besorgt."

Trump habe Fieber gehabt und die Sauerstoffsättigung seines Bluts sei rapide gefallen. Dagegen hatte Trumps Leibarzt Sean Conley zuvor noch ein positives Bild vom Gesundheitszustand des Präsidenten gezeichnet.

Am Samstag veröffentlichte Trump eine Videobotschaft aus der Klinik. "Als ich hierher kam, fühlte ich mich nicht so gut. Jetzt fühle ich mich viel besser", sagte er darin. In den nächsten Tagen komme "die wahre Prüfung", sagte der Präsident weiter, fügte aber hinzu: "Ich denke, ich werde bald zurück sein."

Donald Trump, Präsident der USA, arbeitet in der Präsidenten Suite des Militärkrankenhauses Walter Reed in Bethesda.
Donald Trump, Präsident der USA, arbeitet in der Präsidenten Suite des Militärkrankenhauses Walter Reed in Bethesda.  © Joyce N. Boghosian/The White House/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 7.22 Uhr: Forscher: Frühes, koordiniertes Handeln hilft bei Pandemie-Bekämpfung

Ein koordiniertes Vorgehen von Regierungen und Gesundheitsbehörden ist einer Studie zufolge ein wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Dort, wo Regierungen und Behörden auf regionaler und nationaler Ebene zur Eindämmung von Corona-Ausbrüchen gut zusammengearbeitet hätten, sei die Bekämpfung am effektivsten gewesen, wie Forscher der Kingston University in London herausfanden.

Deutschland schnitt in der Beurteilung der Forscher positiv ab. Die Politik habe früh reagiert und auf verschiedenen Ebenen mit unterschiedlichen Experten zusammengearbeitet. Als Folge sei die Zahl der Todesfälle - wenngleich sie in den Tausenden liege - deutlich kleiner als etwa in Großbritannien.

Für ihren Bericht hatten die Forscher verglichen, wie die Regierungen in acht verschiedenen demokratischen Ländern - darunter Großbritannien, die USA und Deutschland - auf den Ausbruch der Corona-Pandemie reagiert haben, also etwa welche politischen Entscheidungen getroffen oder nicht getroffen wurden und wie dies den weiteren Verlauf der Pandemie beeinflusst hat.

Länder wie Taiwan, das durch das Sars-Virus bereits Erfahrungen mit Epidemien hatte, hätten durch gezielte Maßnahmen recht erfolgreich reagiert, so ein weiteres Ergebnis der Analyse. Ähnliches gilt für Bulgarien, wo bereits bei Grippeausbrüchen in den vergangenen Jahren zeitweise Schulen geschlossen wurden.

Die Bundesrepublik habe von ihrem robusten Gesundheitssystem und einem frühen Einschreiten profitiert. So seien etwa rechtzeitig Tests entwickelt und gelagert worden. "Als die ersten Ausbrüche auftraten, waren die Regierung und die Gesundheitsbehörden direkt in der Lage, Tests durchzuführen", sagte der Politologe und Projektleiter Peter Finn über Deutschland.

Für die beginnende zweite Welle riet Finn Entscheidungsträgern daher, sich gut abzustimmen und klar zu kommunizieren: "Ohne koordinierte Reaktionen von Entscheidern auf verschiedenen Ebenen und einer Öffentlichkeit, die zuhört, wachsen die Fallzahlen exponentiell."

Konstanz: Menschen laufen in einem Demonstrationszug am Ufer des Bodensees entlang. Die Demonstranten protestierten für die Einhaltung der Corona-Massnahmen.
Konstanz: Menschen laufen in einem Demonstrationszug am Ufer des Bodensees entlang. Die Demonstranten protestierten für die Einhaltung der Corona-Massnahmen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 4. Oktober, 7.20 Uhr: Wenige Covid-Tote in Afrika: Wissenschaftler erforschen Gründe

Die junge Bevölkerung in Afrika ist Wissenschaftlern zufolge ein Grund für den bislang relativ milden Verlauf der Corona-Pandemie auf dem Kontinent.

"Ich glaube, die Demografie ist sehr wichtig und ein großer Faktor", sagte Maria Yazdanbakhsh von der Universität Leiden (Niederlande) der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Kontinent liegt das Durchschnittsalter bei etwas über 19 Jahren.

Afrika hat bisher rund 1,48 Millionen Corona-Fälle verzeichnet. Die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein, dennoch hat das Coronavirus den Kontinent mit bislang rund 36.200 Todesfällen weniger schwer getroffen als zuvor befürchtet.

Neben der jungen Bevölkerung könnte dies Forschern zufolge auch an genetischen Faktoren, der Mobilität der Bevölkerung und den Immunsystemen der Menschen liegen. Diese seien in Afrika sehr anders als in Europa oder den USA, weil die Menschen ganz anderen Mikroorganismen und Parasiten ausgesetzt seien, sagte Yazdanbakhsh.

Update, 4. Oktober, 5.07 Uhr: 2279 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag eine vergleichsweise etwas niedrigere Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 2279 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 299.237 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 4.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9529. Seit dem Vortag wurden 2 Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,13 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 4. Oktober, 4.45 Uhr: Brysch: Effiziente Teststrategie des Gesundheitsministers überfällig

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hält es für überfällig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine effiziente Corona-Teststrategie für die Altenpflege vorlegt. Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Über die Hälfte der Corona-Toten lebten in einem Pflegeheim. Hier wohnt die Risikogruppe auf engstem Raum zusammen. Deshalb ist es überfällig, dass der Gesundheitsminister eine effiziente Teststrategie für die Altenpflege auf den Weg bringt." Auch sei es gut, Pflegekräfte und Angehörige in das Konzept einzuschließen.

In Deutschland gibt es nach seinen Angaben vier Millionen pflegebedürftigen Menschen, 900.000 leben in Heimen. "Doch Corona-Tests schützen nicht vor dem Virus. So sind weiterhin ein Hygienegrundschutz und eine funktionierende Kontaktdokumentation notwendig. Nur so ist jederzeit nachvollziehbar, wer mit wem zu tun hatte", forderte Brysch. Das gelte für Pflegebedürftige genauso wie für Pflegekräfte. Schließlich hätten sich die meisten Mitarbeiter untereinander angesteckt und nicht an Pflegebedürftigen.

Spahn sei gefordert, über das Robert Koch-Institut (RKI) verbindliche Leitlinien auf den Weg zu bringen. "Denn der Infektionsgrundschutz und die Freiheitsrechte der Heimbewohner müssen in Einklang gebracht werden." Den Betreibern zu viel Spielraum zu geben, führe oft zu Grundrechtseinschränkungen in den 12.000 Heimen. "Pflegebedürftige einzusperren ist kein Konzept."

Alten- und Pflegeheime sollen ab dem 15. Oktober flächendeckend Coronatests durchführen, um Bewohner, Personal und Besucher besser vor dem Virus zu schützen. Das geht aus einem Referenten-Entwurf für eine Nationale Teststrategie hervor, mit dem Spahn den Einsatz von Corona-Tests in Deutschland regeln will. Der 23-seitige Entwurf, der dem "Spiegel" vorliegt, sieht ähnliche Regelungen für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor.

Werde in solchen Einrichtungen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt, habe jeder, der in den vorangegangenen zehn Tagen dort anwesend gewesen sei, Anspruch auf einen Test. Ziel sei es, besonders gefährdete Personen besser zu schützen, heißt es in dem Entwurf.

Eugen Brysch, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Patientenschutz, hält es für überfällig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine effiziente Corona-Teststrategie für die Altenpflege vorlegt.
Eugen Brysch, Vorsitzender der Deutschen Stiftung Patientenschutz, hält es für überfällig, dass Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) eine effiziente Corona-Teststrategie für die Altenpflege vorlegt.  © -/Deutsche Stiftung Patientenschutz/dpa

Update, 4. Oktober, 4.40 Uhr: Unionsfraktionsvize fordert Einigung bei EU-Wiederaufbaufonds

Die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Katja Leikert, hat EU-Mitgliedsstaaten und Europaparlament aufgerufen, ihre Differenzen über das Corona-Hilfspaket umgehend auszuräumen. Wenn sich die beiden Seiten "nicht umgehend auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, werden die Finanzmittel aus dem Wiederaufbaufonds nicht vor dem Sommer 2021 abrufbar sein", sagte Leikert der Deutschen Presse-Agentur.

"Der Fonds ist eine Nothilfe – insbesondere die von der Wirtschaftskrise stark Betroffenen benötigen dringend die Gelder in Höhe von insgesamt 750 Milliarden Euro", sagte die CDU-Politikerin und erinnerte daran, dass die 27 nationalen und weitere regionale Parlamente allesamt der Einigung aus Brüssel zustimmen müssten.

Die langwierigen Verhandlungen zum Wiederaufbauinstrument zwischen den EU-Staaten und dem Europäischen Parlament gefährden den Zeitplan der Auszahlung. Die nächsten Verhandlungsrunden stehen am 5. und 8. Oktober an.

"Wir dürfen die Solidarität, die wir in der EU in den schwersten Monaten seit ihrer Gründung gelebt haben, nicht aufs Spiel setzen", warnte Leikert. "Wir können in Europa nur gemeinsam gestärkt aus der Krise kommen." Alle beteiligten Akteure müssten ihre Haltungen kritisch überdenken und Blockaden lösen. "Die Bürger erwarten zu Recht ein handlungsfähiges Europa, das gerade in Krisenzeiten wie diesen, schnell reagiert."

Berlin: Katja Leikert, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich vor der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag.
Berlin: Katja Leikert, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, äußert sich vor der Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion im Deutschen Bundestag.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Update, 4. Oktober, 4 Uhr: Kirgistan wählt mitten in Corona-Pandemie neues Parlament

In der zentralasiatischen Republik Kirgistan wird an diesem Sonntag ein neues Parlament gewählt. Mehr als drei Millionen Menschen in dem Land an der Grenze zu China sind bis 16.00 Uhr MESZ zur Stimmabgabe aufgerufen. Den Ausgang der Abstimmung sehen Beobachter mit Spannung entgegen, weil die Menschen die Regierung für ihren Umgang mit der Corona-Pandemie abstrafen könnten.

Mehr als 45.000 Menschen haben sich offiziellen Angaben zufolge mit dem Virus infiziert. Deshalb ist umstritten, dass die Abstimmung überhaupt abgehalten wird. Zudem ist die Unzufriedenheit wegen der schwierigen Wirtschaftslage groß.

16 Parteien kämpfen um die 120 Sitze in der Volksvertretung. Für einen Einzug müssen sie mehr als sieben Prozent der Wählerstimmen erhalten. Das ist anders als bei der Wahl vor fünf Jahren. Mit aussagekräftigen Ergebnissen wird erst am Montag gerechnet.

Die Ex-Sowjetrepublik galt lange als Insel der Demokratie inmitten autoritärer Staaten in Zentralasien. Zuletzt gab es bei der Entwicklung einer Demokratie aber auch Rückschläge. Korruption etwa gilt weiter als großes Problem.

In den vergangenen Jahrzehnten hat es auch immer wieder politische Umwälzungen in dem Hochgebirgsland gegeben. Die ersten beiden Präsidenten des seit 1991 unabhängigen Landes wurden durch Proteste aus dem Amt geworfen. Der erste friedliche Machtwechsel erfolgte 2017, als Sooronbaj Dscheenbekow den Sozialdemokraten Almasbek Atambajew ablöste. Der wurde inzwischen wegen Korruption zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.

Bei der Wahl treten zwei bislang im Parlament vertretene Parteien nicht mehr an. Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit sprachen von großen Veränderungen in der politischen Landschaft. Die Abstimmung könnte deshalb einen politischen Umbruch bringen. Oppositionsparteien hatten im Wahlkampf vor allem eine allzu große Nähe Kirgistans zu Russland kritisiert. Der Präsident warnte kürzlich vor Versuchen, einen "Keil zwischen die Beziehungen" zu treiben. Russland sei für Kirgistan wichtig.

Kirgistan, Bischkek: Sooronbaj Dscheenbekow, Präsident von Kirgistan, gibt im einem Wahllokal seine Stimme ab. Sein Gesicht ist mit einer Mund-Nasen-Schutzmaske bedeckt.
Kirgistan, Bischkek: Sooronbaj Dscheenbekow, Präsident von Kirgistan, gibt im einem Wahllokal seine Stimme ab. Sein Gesicht ist mit einer Mund-Nasen-Schutzmaske bedeckt.  © Vladimir Voronin/AP/dpa

Update, 4. Oktober, 2.30 Uhr: Arzt: Trump noch nicht über den Berg - "vorsichtig optimistisch"

Der Leibarzt von Donald Trump gibt keine Entwarnung für den Gesundheitszustand des US-Präsidenten trotz "erheblicher" Fortschritte seit der Corona-Diagnose.

"Während er noch nicht über den Berg ist, bleibt das Team vorsichtig optimistisch", erklärte der Arzt Sean Conley in einem in der Nacht zum Sonntag veröffentlichten Update. Trump habe weiterhin kein Fieber und brauche keinen zusätzlichen Sauerstoff. Er habe am Samstag gearbeitet und sich ohne Schwierigkeiten in seinem Quartier im Krankenhaus bewegt.

Die Sauerstoffsättigung von Trumps Blut habe bei 96 bis 98 Prozent gelegen, teilte Conley mit. Das ist ein wichtiger Wert: Wenn Covid-19 die Lunge angreift, wird der Körper schlechter mit Sauerstoff versorgt.

Trump habe auch ohne Komplikationen eine zweite Dosis des Medikaments Remdesivir erhalten. Es hemmt ein Enzym der Viren, das für deren Vermehrung nötig ist. Die Arzt hatte zuvor eine fünftägige Behandlung Trumps mit Remdesivir in Aussicht gestellt. Am Sonntag werde man seinen Zustand beobachten, erklärte Conley.

USA, Bethesda: Ein junger Mann hält ein Schild "Do you believe in Science now" (Glaubst du jetzt an die Wissenschaft) vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda, in dem US-Präsident Trump nach einer Corona-Infektion behandelt wird.
USA, Bethesda: Ein junger Mann hält ein Schild "Do you believe in Science now" (Glaubst du jetzt an die Wissenschaft) vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda, in dem US-Präsident Trump nach einer Corona-Infektion behandelt wird.  © Christopher Levy/ZUMA Wire/dpa

Update, 4. Oktober, 0.01 Uhr: Spahn kündigt Corona-Schnelltests für Pflegeheime und Kliniken an

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Corona-Schnelltests für Krankenhäuser und Pflegeheime angekündigt. 

"Schnelltests kommen vor allem für Besucher, Beschäftigte, Bewohner und Patienten von Pflegeheimen und Krankenhäusern in Betracht", sagte Spahn der "Bild am Sonntag". "Damit können wir verhindern, dass sich alte und kranke Mitbürgerinnen und Mitbürger anstecken. Für sie ist die Gefahr von schwerwiegenden Folgen einer Infektion am größten." Die Frage, wann und unter welchen Bedingungen die Schnelltests von den Krankenkassen bezahlt würden, werde zum 15. Oktober geregelt.

Update, 3. Oktober, 22.30 Uhr: Auch Berlin-Neukölln gilt in Schleswig-Holstein nun als Risikogebiet

Schleswig-Holstein hat nach dem Bezirk Berlin-Mitte auch Berlin-Neukölln wegen der hohen Corona-Infektionszahlen als Risikogebiet im Inland ausgewiesen. 

Das sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Samstag in Kiel. Für Urlauber oder Urlaubs-Rückkehrer hat das zur Folge, dass sie sich sofort 14 Tage in Quarantäne begeben oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen müssten. Auch die Städte Hamm und Remscheid - beide in Nordrhein-Westfalen - gelten in Schleswig-Holstein als Risikogebiete.

Als Grundlage für die Einstufung als ein solches Gebiet dient die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung lag sie am Samstag für Berlin-Mitte bei 61,7 und in Berlin-Neukölln bei 56,7. Für die Stadt Hamm lag der Wert am Freitag laut Robert Koch-Instituts bei 94,4, in Remscheid bei 50,5.

Bereits seit Ende Juni weist das nördliche Bundesland auch Regionen innerhalb Deutschlands als Risikogebiete aus.

Update, 3. Oktober, 22.07 Uhr: Fast 17.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich

Frankreich hat mit 16 972 Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden einen Tagesrekord erzielt. 

Wie die Behörden am Samstagabend mitteilten, wurde damit der bisherige Höchstwert von 16.096 neuen Fällen vom 24. September überschritten. Die Corona-Lage in Frankreich ist sehr angespannt. Bis auf die an Deutschland grenzende Region Grand Est gilt für Frankreich eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts.

Bisher starben in der Covid-19-Pandemie rund 32.000 Menschen. In vielen Städten Frankreichs gilt die Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. In der Hafenstadt Marseille haben Bars und Restaurants komplett geschlossen. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage ebenfalls ihre Schließung.

Update, 3. Oktober, 21.44 Uhr: Nach Corona-Infektionen: Keine Senatssitzungen für zwei Wochen

Der US-Senat setzt nach Corona-Infektionen von mindestens drei Mitgliedern für zwei Wochen seine Plenarsitzungen aus. 

Zugleich solle der Justizausschuss trotzdem mit den Anhörungen der Kandidatin der das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, fortfahren, betonte der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell am Samstag. Die Demokraten kritisierten diese Entscheidung.

Seit Freitag hatten drei Senatoren - die Republikaner Mike Lee, Thom Tillis und Ron Johnson - positive Corona-Tests bekanntgegeben. Lee und Tillis sind auch Mitglieder im Justizausschuss. Präsident Donald Trump und die Republikaner im Senat wollen Barrett noch vor der Präsidentenwahl am 3. November ins Amt bringen.

Mit Barrett bekämen die Konservativen eine dominierende Mehrheit von sechs zu drei Stimmen im Obersten Gericht, das immer wieder wichtige Weichen für die US-Gesellschaft stellt, etwa bei Einwanderung, Gesundheitsversorgung oder dem Recht auf Abtreibung. Die Demokraten fordern, dass erst der Sieger der Präsidentenwahl über die Besetzung des Postens der jüngst verstorbenen liberalen Richterin Ruth Bader Ginsburg entscheiden sollte.

Die demokratischen Mitglieder im Justizausschuss kritisierten am Samstag, die Fortsetzung der Arbeit gefährde die Gesundheit der Beteiligten. McConnell hatte zuvor betont, die Senatoren könnten auch per Videokonferenz an den Sitzungen teilnehmen. Die mehrtätige Anhörung Barretts soll am 12. Oktober beginnen.

Update, 3. Oktober, 20.59 Uhr: 2563 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 2563 neue Corona-Infektionen gemeldet. Damit bleibt der Wert nun schon zum dritten Mal in Folge über der Schwelle von 2500 Fällen pro Tag.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 296 958 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 3.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9527. Seit dem Vortag wurden 19 Todesfälle mehr gemeldet.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 0,97). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Freitag bei 1,13 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

Update, 3. Oktober, 20.53 Uhr: Behörden blockieren Neapel-Flug nach Turin nach Corona-Ausbruch

Dem Topspiel der italienischen Serie A zwischen Titelverteidiger Juventus Turin und dem SSC Neapel drohen Komplikationen. 

Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Samstag berichtete, wurde die Fußball-Mannschaft von Neapel, der auch der ehemalige Leipziger Diego Demme angehört, von den lokalen Gesundheitsbehörden gestoppt. Sprich: Der Flug soll blockiert worden sein. Angesetzt ist die Partie für diesen Sonntag (20.45 Uhr). Grund für die Maßnahme der Behörde sind die positiven Corona-Fälle beim SSC. Zwei Spieler und ein Manager sind demnach positiv getestet worden.

Update, 3. Oktober, 20.50 Uhr: Nach drittem negativen Test beendet Maas Quarantäne am Sonntag

Nach einem dritten negativen Corona-Test wird Bundesaußenminister Heiko Maas seine Quarantäne am Sonntag beenden. 

Das sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Der SPD-Politiker hatte sich am 23. September in Selbstisolation begeben, nachdem ein Leibwächter sich infiziert hatte.

Heiko Maas (54), Außenminister von Deutschland, spricht im Auswärtigen Amt.
Heiko Maas (54), Außenminister von Deutschland, spricht im Auswärtigen Amt.  © Stefanie Loos/AFP Pool/dp

Update, 3. Oktober, 19.05 Uhr: NFL: Quarterback Newton positiv auf Corona - Patriots-Spiel verlegt

Star-Quarterback Cam Newton von den New England Patriots ist nach NFL-Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Da es auch bei den Kansas City Chiefs bei einem Spieler einen positiven Test gab, wird die für Sonntag geplante Partie von Ex-Meister New England beim aktuellen Champion Kansas City Chiefs nicht wie geplant stattfinden, wie die National Football League am Samstag weiter mitteilte. Das American-Football-Spiel solle demnach am Montag oder Dienstag ausgetragen werden. Bis dahin sollen weitere Kontakte ausgewertet und zusätzliche Tests gemacht werden.

Die Verlegung ist bereits die zweite in dieser Saison. Auch das ebenfalls für Sonntag angesetzte Spiel zwischen den Tennessee Titans und den Pittsburgh Steelers ist wegen mehrerer Corona-Fälle im Team der Titans verschoben worden. Die Partie ist nun für den 25. Oktober terminiert. Die Zahl der inzwischen positiv getesteten Spieler und Team-Mitglieder bei den Titans stieg am Samstag einem Bericht der Nachrichtenagentur AP zufolge auf 18. Damit droht der NFL-Spielplan weiter beeinflusst zu werden.

Welche Spieler der Patriots und der Chiefs positiv getestet wurden, machte die NFL nicht öffentlich. Laut einer Mitteilung der Patriots ist ein Spieler der Mannschaft infiziert und hat sich sofort in Quarantäne begeben. Weitere Spieler, die mit ihm in Kontakt gewesen seien, seien negativ getestet worden.

In der NFL sind die Spieler und Trainer nicht abgeschottet, sondern leben normal in ihren Wohnungen und Häusern. Bei Spielen und in den Club-Gebäuden gelten Hygiene- und Gesundheitsvorschriften zum Schutz vor Auswirkungen der Pandemie.

Update, 3. Oktober, 18.49 Uhr: Unterschiedliche Angaben zu Trumps Gesundheitszustand nach Infektion

Nach seiner ersten Nacht im Militärkrankenhaus Walter Reed wegen einer Coronavirus-Infektion gibt es unterschiedliche Angaben zum Gesundheitszustand von US-Präsident Donald Trump. 

Trumps Leibarzt Sean Conley sagte am Samstag: "Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut." Reporter, die den Präsidenten normalerweise begleiten, zitierten allerdings eine informierte Quelle, wonach die Werte des Präsidenten in den vergangenen 24 Stunden "sehr besorgniserregend" gewesen seien. Die nächsten 48 Stunden seien entscheidend. "Wir befinden uns noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollständigen Genesung."

Conley sagte am Samstag vor Journalisten am Krankenhaus in Bethesda nördlich von Washington, das Ärzteteam sei "extrem zufrieden mit dem Fortschritt, den der Präsident gemacht hat". Trump habe am Donnerstag und Freitag Fieber gehabt, sei inzwischen aber seit 24 Stunden fieberfrei. Trump habe unter leichtem Husten, Nasenverstopfung und Müdigkeit gelitten. Diese Symptome besserten sich nun aber. Conley wich der Frage aus, ob Trump im gesamten Verlauf der Infektion keinen zusätzlichen Sauerstoff bekommen habe. Derzeit erhalte Trump keinen zusätzlichen Sauerstoff, sagte der Arzt. Conley wollte kein Datum für eine Entlassung Trumps aus dem Krankenhaus angeben.

Trump (74) war am Freitagabend (Ortszeit) per Hubschrauber in das Krankenhaus geflogen worden. Das Weiße Haus sprach von einer Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte.

Update, 3. Oktober, 18.21 Uhr: Republikaner Chris Christie mit Corona infiziert

Auch der frühere Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. 

Das teilte Christie am Samstag auf Twitter mit. Der Republikaner hatte am Dienstag an der Vorbereitung Donald Trumps für die TV-Debatte mit dem demokratischen Herausforderer Joe Biden teilgenommen. Dem Sender ABC sagte der 58-Jährige dazu: "Niemand im Raum hat Masken getragen."

US-Präsident Trump war wegen seiner Coronavirus-Infektion bereits am Freitagabend (Ortszeit) ins Krankenhaus geflogen worden. Am Samstag erklärte sein Leibarzt, Sean Conley: "Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut". Die Ärzte seien sehr zufrieden mit den Fortschritten bei der Behandlung.

Aus Trumps Umfeld wurden in den vergangenen Stunden immer mehr Infektionen bekannt - darunter die frühere Trump-Beraterin Kellyanne Conway sowie die Senatoren Mike Lee, Thom Tillis und Ron Johnson.

Chris Christie (58) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.
Chris Christie (58) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden.  © Julio Cortez/AP/dpa

Update, 3. Oktober, 18.15 Uhr: "Querdenker" wollen in Konstanz gegen Corona-Maßnahmen demonstrieren

Die Initiative "Querdenken" will am Sonntag (9.00 Uhr) in Konstanz gegen die Corona-Politik demonstrieren. 

Laut Stadt wurden 4500 Teilnehmer für die Kundgebung in der Nähe des Bodenseeufers angemeldet. Bereits am Samstag hatten sich Hunderte Gegner der Corona-Maßnahmen in Konstanz zu einer Menschenkette versammelt. Begleitet wurden sie von Gegendemonstranten, die die Corona-Maßnahmen verteidigten. Die Proteste verliefen laut Polizei friedlich. Auch für Sonntag sind Gegenproteste geplant.

Zwölf Versammlungen sind für Sonntag in Konstanz angemeldet. Bei den Kundgebungen sind "Reichsflaggen, Kaiserrechtsflaggen und Zeichen, die einen deutlichen Bezug zur Zeit oder zu den Verbrechen des Nationalsozialismus herstellen und eine Verbindung zu der aktuellen Corona-Pandemie herstellen" von der Stadt verboten worden.

Ende August waren bei einer Corona-Demo am Berliner Reichstag Flaggen des deutschen Kaiserreichs geschwenkt worden. Demonstranten hatten Absperrungen durchbrochen.

Update, 3. Oktober, 17.45 Uhr: Trumps Arzt berichtet, dass es dem Präsidenten es "sehr gut" geht

Nach der Infektion mit dem Coronavirus ist US-Präsident Donald Trump nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley wohlauf. 

"Heute Morgen geht es dem Präsidenten sehr gut", sagte Conley am Samstag vor Journalisten am Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington. Die Ärzte seien sehr zufrieden mit den Fortschritten bei Trumps Behandlung. Der Arzt Sean Dooley sagte, der Präsident müsse nicht beatmet werden.

Trump (74) war am Freitagabend (Ortszeit) per Hubschrauber in das Krankenhaus geflogen worden. Das Weiße Haus sprach von einer Vorsichtsmaßnahme auf Empfehlung der Ärzte. Conley wollte kein Datum für eine Entlassung Trumps aus dem Krankenhaus angeben

Dr. Sean Conley, Arzt von US-Präsident Trump, informiert Journalisten vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda. Nach der Corona-Infektion ist US-Präsident Trump nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley wohlauf.
Dr. Sean Conley, Arzt von US-Präsident Trump, informiert Journalisten vor dem Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda. Nach der Corona-Infektion ist US-Präsident Trump nach Angaben seines Leibarztes Sean Conley wohlauf.  © Susan Walsh/AP/dpa

Update, 3. Oktober, 17.39 Uhr: Demonstranten an Brandenburger Tor ignorieren Corona-Regeln

Viele Teilnehmer einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin haben am Samstag gegen die Maskenpflicht verstoßen und Abstandsregeln nicht eingehalten. 

"Trotz mehrfacher Lautsprecherdurchsagen halten sich viele Demonstranten nicht an die Regeln. Es werden nun ihre Personalien aufgenommen", sagte ein Sprecher der Polizei. Rund 300 Demonstranten haben sich nach Angaben der Polizei auf dem Platz des 18. März am Brandenburger Tor unter dem Motto "Frieden, Meinungsfreiheit und Demokratie" versammelt.

Bereits am Freitag hatten die Teilnehmer einer Demonstration auf dem Platz der Republik vor dem Reichstagsgebäude gegen die Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie verstoßen. Der Veranstalter löste die Versammlung auf, bevor die Polizei dies tat, hieß es in einem Tweet der Polizei.

Update, 3.Oktober, 16.47 Uhr: Weiterer republikanischer Senator mit Coronavirus infiziert

In den USA hat sich ein weiterer Senator mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher des Republikaners Ron Johnson teilte am Samstag mit, der Senator habe sich am Vortag testen lassen. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen. 

"Senator Johnson fühlt sich gesund und zeigt keine Symptome. Er wird so lange isoliert bleiben, bis sein Arzt Entwarnung gibt." Der Senator sei mit einer infizierten Person in Kontakt gekommen. Johnson sei in den vergangenen Wochen nicht im Weißen Haus gewesen.

Nach einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses am Samstag vor einer Woche hatten die republikanischen Senatoren Mike Lee und Thom Tillis am Freitag mitgeteilt, sie seien positiv auf das Coronavirus getestet worden. US-Präsident Donald Trump wird wegen einer Infektion mit dem Coronavirus seit Freitagabend im Militärkrankenhaus Walter Reed bei Washington behandelt. Trump hatte bei der Veranstaltung im Rosengarten seine Kandidatin für die freie Stelle im Supreme Court, Amy Coney Barrett, vorgestellt.

Sollten die drei infizierten Senatoren über eine längere Zeit ausfallen, könnte das Auswirkungen auf die Bestätigung Barretts durch den Senat haben, die Trump vor der Präsidentschaftswahl am 3. November anstrebt. Der Justizausschuss des Senats will am 12. Oktober mit Barretts Anhörung beginnen.

Trumps Republikaner haben eine Mehrheit von 53 der 100 Sitze im Senat. Für eine Bestätigung Barretts ist eine Mehrheit von 51 Stimmen notwendig. Für die Abstimmung müssen die Senatoren persönlich anwesend sein. Zwei republikanische Senatorinnen - Susan Collins und Lisa Murkowski - gelten als Wackelkandidatinnen. Die Demokraten fordern, dass erst der Sieger der Wahl über die Nachfolge der verstorbenen Richterin Ruth Bader Ginsburg entscheidet.

Der Mehrheitsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, hatte am Freitag mitgeteilt, der Prozess zur Bestätigung Barretts laufe mit "voller Kraft" weiter. Der Vorsitzende des Justizausschusses im Senat, der Republikaner Lindsey Graham, schrieb auf Twitter, er freue sich auf den Beginn der Anhörung am 12. Oktober. Senatoren könnten daran auch online teilnehmen.

Ein Sprecher des Republikaners Ron Johnson (65) teilte am Samstag mit, der Senator habe sich am Vortag einem Corona-Test unterzogen. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen.
Ein Sprecher des Republikaners Ron Johnson (65) teilte am Samstag mit, der Senator habe sich am Vortag einem Corona-Test unterzogen. Das Ergebnis sei positiv ausgefallen.  © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Update, 3.Oktober, 16.36 Uhr: Wieder Rekord bei Neuinfektionen in der Slowakei

Die Slowakei hat zum zweiten Mal in zwei Tagen einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen gemeldet. 

Die Zahl der innerhalb von 24 Stunden registrierten Fälle lag bei 704, teilte das Nationale Gesundheits-Informationszentrum am Samstag mit. Dies war der höchste Wert sei dem Ausbruch der Pandemie im März. Der bisherige Höchstwert wurde einen Tag zuvor erfasst, er betrug 679 Fälle.

In der Slowakei haben sich nach offiziellen Angaben bislang 12 321 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 54 Menschen starben demnach im Zusammenhang mit dem Virus. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft.

Update, 3. Oktober, 16.21 Uhr: Demonstranten für und gegen Corona-Regeln versammeln sich am Bodensee

Zu einer sogenannten Friedensmenschenkette haben sich am Samstag Hunderte entlang des Konstanzer Hafens verbunden. Die Veranstalter wollten damit unter anderem ein Zeichen gegen die Corona-Politik setzen. 

Die Polizei zählte mehr als 1000 Teilnehmer, an der Insel Mainau seien es zusätzlich zwischen 500 und 1000 gewesen. Zahlen von den Veranstaltern gab es zunächst nicht. Die Menschenkette sollte um den Bodensee herum führen und damit vier Länder miteinander verbinden - Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz.

Ziel der Aktion sei es, Menschen zusammenzubringen, die sich in Corona-Zeiten entzweit hätten, sagte einer der Mitveranstalter, Gerry Mayr. Der Unternehmer veranstaltet am Sonntag in Konstanz auch eine Querdenken-Demonstration gegen Corona-Maßnahmen, zu der 4500 Menschen angemeldet sind.

"Aus polizeilicher Sicht verlief der Samstagvormittag bis in den frühen Nachmittag sehr ruhig", hieß es. Unter den gemeldeten Vorfällen waren etwa zwei "Querdenker", die ohne Maske in eine Gaststätte wollten, aber des Hauses verwiesen wurden. Auch die Verkehrsbeeinträchtigungen hielten sich zunächst in Grenzen.

Für das gesamte Wochenende sind in der Bodensee-Stadt 29 Versammlungen und Demonstrationen angemeldet. Rund 30.000 Menschen werden insgesamt erwartet.

Menschen bilden eine sogenannte Friedensmenschenkette, die durch Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz rund um den Bodensee führen soll, während links Befürworter zur Einhaltung der Corona-Massnahmen daran vorbei laufen.
Menschen bilden eine sogenannte Friedensmenschenkette, die durch Deutschland, Österreich, Liechtenstein und die Schweiz rund um den Bodensee führen soll, während links Befürworter zur Einhaltung der Corona-Massnahmen daran vorbei laufen.  © Felix Kästle/dpa

Update, 3. Oktober, 16.00 Uhr: Chinas Präsident wünscht Trump schnelle Genesung

Der chinesische Präsident Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania eine schnelle Genesung gewünscht. 

Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Samstag. Am Freitag war bekannt geworden, dass sich Trump und seine Frau mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Der US-Präsident wird derzeit im Militärkrankenhaus Walter Reed nördlich von Washington behandelt. Ihm geht es "sehr gut", wie am Freitagabend aus einem Schreiben seines Leibarztes Sean Conley hervorging. Der Präsident werde unter anderem mit dem Medikament Remdesivir behandelt, er benötige keine Sauerstoffzufuhr, schrieb der Arzt wenige Stunden nachdem Trump mit einem Hubschrauber ins Militärkrankenhaus geflogen worden war.

Der chinesische Präsident Xi Jinping (67) bei einer einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsidenten Michel im September.
Der chinesische Präsident Xi Jinping (67) bei einer einer Videokonferenz mit Bundeskanzlerin Merkel, EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und EU-Ratspräsidenten Michel im September.  © Li Tao/XinHua/dpa

Update, 3. Oktober, 15.55 Uhr: Corona-Fall bei Gosens-Club Atalanta Bergamo

Die Corona-Situation im italienischen Profifußball spitzt sich weiter zu und betrifft neben dem Nationalteam nun auch den Club des deutschen Profis Robin Gosens. 

Ein Team-Mitglied sei positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, teilte Atalanta Bergamo am Samstag mit. Der ungenannte Betroffene zeige keine Krankheitssymptome, hieß es weiter. Defensivspieler Gosens war von Joachim Löw für die anstehenden Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft nominiert worden.

Einem Bericht der Nachrichtenagentur ANSA zufolge sagte Atalanta-Trainer Gian Piero Gasperini daraufhin die für Samstag geplante Pressekonferenz ab. Am Sonntag soll Bergamo in der Serie A Cagliari Calcio empfangen.

Italiens Nationaltrainer Roberto Mancini verzichtete am Samstag im Kader der Squadra Azzurra für die anstehenden Länderspiele vorerst auf Spieler des SSC Neapel, nachdem der Pole Piotr Zielinski von den Süditalienern positiv auf das Coronavirus getestet worden war.

Neapel hatte vor einer Woche mit 6:0 gegen CFC Genua gewonnen - bei dem Club aus Ligurien stieg die Zahl der positiv getesteten Spieler am Samstag inzwischen sogar auf 17. Wegen dieses Ausbruchs war bereits zuletzt das für Samstag geplante Serie-A-Spiel gegen den FC Turin verlegt worden. Da auch weitere Vereine betroffen waren, wurde in Italien zuletzt auch eine Pause bei den gesamten Spielen der Serie A diskutiert.

Update, 3. Oktober, 15.51 Uhr: Ex-Präsident der Ukraine Poroschenko mit Coronavirus infiziert

Der frühere Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. 

Der 55-Jährige ist in ein Krankenhaus gebracht worden, er habe eine beidseitige Lungenentzündung, teilte seine Frau Marina am Samstag in sozialen Netzwerken mit. Eine der beiden Töchter sei ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der prowestliche Politiker hatte den osteuropäischen Staat von 2014 bis 2019 regiert. Im August war bereits Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko an Covid-19 erkrankt. Auch sie wurde in einer Klinik behandelt, die sie inzwischen aber wieder verlassen hat.

In dem verarmten Land steigen die Infektionszahlen seit Wochen rapide an. Mit 92 Toten und 4661 Neuinfektionen hatten die Behörden am Samstag Rekordwerte gemeldet.

Petro Poroschenko (55) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.
Petro Poroschenko (55) hat sich mit dem Coronavirus infiziert.  © -/Ukrinform/dpa

Update, 3. Oktober, 15.44 Uhr: Spahn plant massenhaft Coronatests in Pflegeheimen

Alten- und Pflegeheime sollen ab dem 15. Oktober flächendeckend Coronatests durchführen, um Bewohner, Personal und Besucher besser vor dem Virus zu schützen. 

Das geht aus einem Referenten-Entwurf für eine Nationale Teststrategie hervor, mit dem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Einsatz von Coronatests in Deutschland regeln will. Der 23-seitige Entwurf, der dem "Spiegel" vorliegt, sieht ähnliche Regelungen für Krankenhäuser, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Dialyseeinrichtungen, Praxen humanmedizinischer Heilberufe sowie ambulante Pflegedienste vor.

Werde in solchen Einrichtungen eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt, habe jeder, der in den vorangegangenen zehn Tagen dort anwesend gewesen sei, Anspruch auf einen Test. Ziel sei es, besonders gefährdete Personen besser zu schützen, heißt es in dem Entwurf.

Pflegeheime sollen nach dem Willen des Gesundheitsministeriums zum Beispiel ein monatliches Kontingent für sogenannte Antigen-Schnelltests zur Verfügung gestellt bekommen. Geplant seien bis zu 50 Tests pro Bewohner. Eine Einrichtung mit 80 Bewohnern könnte also bis zu 4000 Tests im Monat nutzen. Bezahlt werden sollen die Schnelltests über den Gesundheitsfonds, aus dem gesetzliche Krankenkassen ihre Mittel erhalten. Das Ministerium veranschlagt dafür einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag, abhängig von der Entwicklung des Testgeschehens.

In einzelnen Einrichtungen hatten sich immer wieder viele ältere Menschen infiziert.

Jens Spahn (40), Bundesgesundheitsminister, plant massenhaft Coronatests im Pflegeheimen.
Jens Spahn (40), Bundesgesundheitsminister, plant massenhaft Coronatests im Pflegeheimen.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 3. Oktober, 14.48 Uhr: "Einheits-Expo" in Potsdam trotz Maskenpflicht Besuchermagnet

Bei strahlendem Sonnenschein haben Tausende am Tag der Deutschen Einheit einen Ausflug zur Freiluft-Schau in Potsdam unternommen. Viele Familien zogen durch die Stadt und besuchten die "Einheits-Expo", auf der sich die Bundesländer sowie Bundesrat, Bundestag, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht präsentieren. Wegen der Corona-Pandemie ist seit 5. September bis zu diesem Sonntag statt eines großen Bürgerfestes eine Meile mit Glaspavillons zu sehen.

Per Livechat konnte ein Landwirt aus Oberbayern zu seinem Alltag befragt werden, die Bremer präsentierten die berühmte Geschichte von den Bremer Stadtmusikanten als Puppenspiel. Am Pavillon von Mecklenburg-Vorpommern war lautes Möwenkreischen zu hören und Hamburg warb für einen Besuch der Stadt mit den beiden Matrosenfiguren "John" und "Hannes". Das Gastgeberland Brandenburg präsentierte sich als Land der Seen, aber auch von Wissenschaft und Wirtschaft. Vor dem Potsdamer Landtag bildete sich zeitweise eine kleine Schlange von Besuchern, die in das Parlament wollten, das geöffnet hatte.

Der Alte Kanal in Potsdam war mit roten, schwarzen und goldenen Fahnentüchern geschmückt. Zahlreiche Gäste verfolgten auf einer Videoleinwand den live übertragenen Festakt der Einheitsfeier in der Metropolishalle.

Update, 3. Oktober, 12.36 Uhr: Neue Formel-1-Saison beginnt in Melbourne

Die nächste Formel-1-Saison soll nach Angaben der australischen Veranstalter erneut im März in Melbourne beginnen. Das Rennen im Albert Park werde wieder an seinem gewohnten Platz sein, wenn der neue Kalender für das WM-Jahr 2021 veröffentlicht werde, sagte Renn-Geschäftsführer Andrew Westacott dem Fachportal Speedcafe. Es sei damit zu rechnen, dass der vorläufige Grand-Prix-Kalender Mitte oder Ende Oktober feststehe. Noch vor Jahresende müsse die Formel 1 dann endgültig festlegen, ob das Rennen wirklich in Australien gefahren werden könne. "Es hat niemand ein Interesse an einer erneuten Absage wie dieses Jahr", sagte Westacott.

Trotz der Corona-Pandemie war der Formel-1-Zirkus im vergangenen März nach Melbourne gereist. Nach einem Coronafall beim McLaren-Team wurde der Grand Prix kurz vor Beginn des Freitagstrainings abgesagt. Danach musste die Rennserie eine Zwangspause bis Anfang Juli einlegen, ehe vor zunächst leeren Tribünen wieder gefahren werden konnte. "Ich bin optimistisch, dass wir Ende März wieder Zuschauer im Albert Park haben können", sagte Westacott.

Dafür benötigen die Renn-Organisatoren aber zunächst die Zustimmung der Behörden. Derzeit gelten für Australien und besonders für die Region um Melbourne noch strikte Einschränkungen bei der Einreise. Westacott verwies darauf, dass die Tourismus-Wirtschaft in Melbourne wiederbelebt werden müsse und Veranstalter Vertrauen bekommen sollten. Das Konzept für einen Grand Prix werde flexibel, schnell änderbar und "sehr, sehr sicher" sein.

Formel-1-Weltmeisterschaft, Großer Preis von Russland, Rennen: Drittplatzierte Lewis Hamilton aus Großbritannien von Team Mercedes feiert auf dem Podium.
Formel-1-Weltmeisterschaft, Großer Preis von Russland, Rennen: Drittplatzierte Lewis Hamilton aus Großbritannien von Team Mercedes feiert auf dem Podium.  © Maxim Shemetov/Pool Reuters/dpa

Update, 3. Oktober, 11.55 Uhr: Polen verzeichnet erneut Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den dritten Tag in Folge einen Rekordwert erreicht. Am Samstag verzeichneten die Behörden 2367 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt lag mit 290 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (277) und Pommern im Westen (244) waren stark betroffen. Erst am Freitag wurde der bisherige Rekordwert seit Beginn der Pandemie erfasst, er lag bei 2292 Neuinfektionen.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 98.140 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2604 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert Koch-Institut bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

Mateusz Morawiecki, Premierminister von Polen, trägt einen Mund-Nasen-Schutz während er zum Sondergipfel im Gebäude des Europäischen Rates eintrifft.
Mateusz Morawiecki, Premierminister von Polen, trägt einen Mund-Nasen-Schutz während er zum Sondergipfel im Gebäude des Europäischen Rates eintrifft.  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 3. Oktober, 11.44 Uhr: Zahl der Infektionen im Landkreis Vechta übersteigt kritischen Wert

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen im niedersächsischen Landkreis Vechta ist über den als kritisch betrachteten Wert von 50 pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche gestiegen. Dies war nach einem Ausbruch in einem Alten- und Pflegeheim erwartet worden. Nach Daten des Landesgesundheitsamtes sind es nun 51,8. Im Landkreis Vechta waren insgesamt 727 Fälle gemeldet, 46 mehr als am Vortag (Stand: 3. Oktober, 9.00 Uhr).

Das Robert Koch-Institut weist für den Landkreis nur 19,8 neue Fälle auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen aus. Insgesamt hat das RKI dort 681 Fälle registriert. Wenn Zahlen in der Statistik des RKI abweichen, seien das "in der Regel Meldeverzögerungen", sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums. Beim Landesgesundheitsamt hätten die infektionsschützenden Maßnahmen erst mal Priorität, anschließend würden die Zahlen dem RKI übermittelt.

Am Freitag hatte die niedersächsische Kommune mitgeteilte, dass in einem Heim 31 Bewohner und 19 Mitarbeiter positiv getestet worden waren. Ein für den 4. Oktober geplanter verkaufsoffener Sonntag in Vechta fällt aus. Laut RKI liegen derzeit deutschlandweit zwei Berliner Bezirke und die kreisfreie Städte Hamm und Remscheid in Nordrhein-Westfalen über dem 50er-Grenzwert (Stand: 3. Oktober 0.00 Uhr).

Update, 3. Oktober, 11.40 Uhr: Berlins Gesundheitssenatorin fordert wegen Corona-Lage Alkoholverbot

Angesichts eines rasanten Anstiegs der Corona- Infektionszahlen fordert Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci für die Hauptstadt ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol von 23.00 bis 06.00 Uhr. Dieses müsse für Restaurants, Bars, Clubs und Spätverkaufsstellen gelten, sagte die SPD-Politikerin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig erneuerte sie ihre Forderung nach weitergehenden Kontaktbeschränkungen: Begegnungen sollten auf zwei Haushalte oder fünf Personen begrenzt werden. Es sei Zeit für rasches Handeln. "Wir haben nicht die Zeit zu sagen, wir gucken mal. Die Uhr tickt", sagte sie. Unterschiedliche Beschränkungen des Alkoholverkaufs gibt es auch schon in anderen Städten.

Zuletzt breitete sich das Coronavirus in Berlin stark aus. Die offizielle Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen lag zuletzt bei 34,5 und damit über dem Berliner Alarmwert von 30. In fünf von zwölf Bezirken lag sie über 40. Spitzenreiter ist Mitte (59,6), auch Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln liegen über 50.

Kalayci sagte, bei nur noch 20 Prozent der Infektionen sei der Ausbruch klar lokalisierbar. Für einen solchen Fall habe sich die Ministerpräsidentenkonferenz auf konsequente lokale Beschränkungen verständigt. "Das müssen wir in Berlin jetzt umsetzen." Als Infektionsherde sehen die Behörden nicht zuletzt illegale Partys und private Feiern mit enthemmendem Alkoholkonsum.

Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin, unterhält sich während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses in einer aktuellen Stunde zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit mit einer Abgeordneten.
Dilek Kalayci (SPD), Gesundheitssenatorin, unterhält sich während der Plenarsitzung des Berliner Abgeordnetenhauses in einer aktuellen Stunde zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit mit einer Abgeordneten.  © Wolfgang Kumm/dpa

Update, 3. Oktober, 11.39 Uhr: Lettland lockert Corona-Einreisebeschränkungen

Lettland hat die coronabedingten Einreisebeschränkungen gelockert. Die Quarantänepflicht gilt von Samstag an nur noch für Einreisende aus Ländern mit mehr als 25 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen zwei Wochen. Bislang lag die Grenze für die Einreise in das baltische EU-Land bei 16 Fällen.

Wer aus anderen Ländern mit einer Rate von mehr als 25 Fällen nach Lettland einreist, muss sich weiterhin für zehn Tage in Quarantäne begeben. Es besteht zudem eine Registrierungspflicht bei der Ankunft in dem Baltenstaat. Nach der von der Gesundheitsbehörde in Riga am Freitagabend veröffentlichten Liste liegen neben Lettland selbst nur vier weitere Staaten unter der 25er-Marke: Finnland, Zypern, Liechtenstein und der Vatikan. Auf der Liste werden fast ausschließlich europäische Staaten aufgeführt. Für Deutschland wurde ein Wert von 32,1 angegeben.

Lettland mit seinen 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 2019 bestätigte Infektionen und 38 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. Damit gehört der Baltenstaat zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern in Europa. Wie in vielen anderen EU-Staaten nahmen die Infektionszahlen zuletzt aber wieder zu.

Update, 3. Oktober, 11.34 Uhr: Mehr als 100.000 Tote in Indien im Zusammenhang mit Coronavirus

Indien hat die Marke von 100.000 Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten. Das ging am Samstag aus Regierungsdaten hervor. Demnach waren am Freitag 1069 Tote hinzugekommen, womit 100.842 gestorbene Menschen in der Statistik geführt werden. 

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Indien weltweit die drittmeisten registrierten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt verzeichnete das Land rund 6,4 Millionen Corona-Fälle - das ist der zweithöchste Wert weltweit. Im vergangenen Monat sind WHO-Angaben zufolge zwischen 70.000 und knapp 100.000 Infektionen pro Tag registriert worden.

Update, 3. Oktober, 10.22 Uhr: Zentrale Einheitsfeier hat in Potsdam unter Corona-Auflagen begonnen

In Potsdam hat die zentrale Feier zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit begonnen. Dazu kamen unter anderen die Spitzen des Staates zusammen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als amtierender Bundesratspräsident, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Stephan Harbarth. 

Sie feierten mit Vertretern von Bürgerdelegationen der Länder in der katholischen Kirche St. Peter und Paul einen ökumenischen Gottesdienst, bevor es zum Festakt gehen sollte. Mehrere Demonstrationen waren angekündigt.

Am Freitagabend hatten sich Steinmeier, Merkel, Woidke, Schäuble, Harbarth und mehrere Ministerpräsidenten bereits zu einem Empfang im Hasso-Plattner-Institut getroffen. Wegen der Corona-Krise ist in diesem Jahr fast alles anders. Beim Gottesdienst können nur 130 Gäste dabei sein. In Teilen der Potsdamer Innenstadt gilt eine Maskenpflicht zum Schutz vor dem Coronavirus. 

Beim Festakt in der Metropolishalle werden nur 230 Gäste erwartet. Steinmeier hält die Hauptrede. Das ZDF überträgt den Gottesdienst live, die ARD den Festakt. Auch in anderen Orten Deutschlands wird an die Wiedervereinigung erinnert.

Update, 3. Oktober, 9 Uhr: Überwiegende Zahl der Schulen trotz Corona in Betrieb

Der überwiegende Teil der Schulen in Deutschland hat bis zum Start der ersten Bundesländer in die Herbstferien den Betrieb trotz Corona wie geplant aufrechterhalten können. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei den Kultusministerien der Länder und eine Auswertung aktuell zugänglicher Meldungen der Ministerien ergab, kommt es vereinzelt zwar zu deutlichen Einschränkungen für Tausende Schüler und Lehrer. Mit Blick auf die Gesamtzahl von rund 40.000 Schulen mit 11 Millionen Schülern und rund 800.000 Lehrern, sind die Zahlen dennoch vergleichsweise überschaubar.

Nach den aktuellsten zum Ende der Woche vorliegenden Daten der zuständigen Landesbehörden oder Kultusministerien der Länder, waren zuletzt knapp 40.000 Schüler und fast 4000 Lehrer wegen Infektionsfällen, Verdachtsfällen oder eigener Infektion in Quarantäne oder als Vorsichtsmaßnahme im Fernunterricht. Daneben meldeten Bundesländer, die keine Einzelzahlen zu Schülern veröffentlichen, insgesamt rund 700 Klassen oder Lerngruppen, die zuletzt nicht in der Schule waren. Komplett geschlossen waren den aktuellen Zahlen zufolge 21 Schulen.

Die Bundesländer erheben die Daten ganz unterschiedlich. Manche zählen Schüler und Lehrer in Quarantäne, manche erfassen die Zahl der Klassen oder Lerngruppen, die zu Hause unterrichtet werden, manche nur die Zahl der positiv Getesteten. Zudem werden die Daten in unterschiedlichem zeitlichen Abstand und zu verschiedenen Zeitpunkten erhoben. Daher können bundesweit nur sehr grobe Aussagen getroffen werden.

In einer Schule Karlsruhe findet bei geöffnetem Fenster eine Unterrichtsstunde statt.
In einer Schule Karlsruhe findet bei geöffnetem Fenster eine Unterrichtsstunde statt.  © Uli Deck/dpa

Update, 3. Oktober, 8.18 Uhr: Neuer Corona-Höchststand in Tschechien - Wahlen fortgesetzt

Überschattet von der Corona-Krise sind in Tschechien am Samstagmorgen die zweitägigen Regional- und Senatswahlen fortgesetzt worden. Die Bürger können ihre Stimme noch bis 14.00 Uhr abgeben. Sie sind angehalten, dabei eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sich die Hände zu desinfizieren und Abstand zu halten. Gewählt werden die Vertreter in 13 Verwaltungsregionen außerhalb Prags. Abgestimmt wird zudem über ein Drittel der Sitze im Senat, dem Oberhaus des Parlaments.

Derweil musste das EU-Land einen Rekord bei den täglichen Corona-Neuinfektionen verzeichnen. Am Freitag wurden 3793 bestätigte Fälle verzeichnet - so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie. Die Gesamtzahl der jemals Infizierten stieg damit auf mehr als 78 000. Knapp 700 Menschen starben in Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung in Tschechien.

Innenminister Jan Hamacek erklärte, die Wahlen seien sicher. Man habe alle denkbar möglichen Hygienemaßnahmen ergriffen. Auch Präsident Milos Zeman rief die Menschen zur Teilnahme auf. Jede demokratische Wahl sei wichtig, sagte der 76-Jährige. Favorit für den Wahlsieg ist nach Umfragen die populistische ANO von Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis. Der Multimilliardär geriet zuletzt allerdings wegen seines zögerlichen Corona-Krisenmanagements unter Druck.

Andrej Babis, Premierminister von Tschechien, gibt in einem Wahllokal seinen Stimmzettel für die Regional- und Senatswahlen ab.
Andrej Babis, Premierminister von Tschechien, gibt in einem Wahllokal seinen Stimmzettel für die Regional- und Senatswahlen ab.  © Kateøina Šulová/CTK/dpa

Update, 3. Oktober, 6.59 Uhr: Trumps Wahlkampfchef positiv auf Corona getestet

Einen Monat vor der US-Wahl ist auch der Wahlkampfchef von Präsident Donald Trump, Bill Stepien, positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Wahlkampfteam bestätigte einen Bericht des Magazins Politico vom späten Freitagabend (Ortszeit). Stepien habe seine Diagnose am Freitagabend erhalten und habe leichte, grippeähnliche Symptome. Er halte aus dem Home-Office weiter die Kontrolle über die Kampagne.

Früher am Tag war bekannt geworden, dass sich auch die republikanische Parteivorsitzende Ronna McDaniel mit dem Virus angesteckt hatte. Der positive Test von Trumps enger Beraterin Hope Hicks am Donnerstag hatte zahlreiche weitere Tests im Umfeld des Präsidenten nach sich gezogen. Auch Trump selbst und Ehefrau Melania haben sich angesteckt.

Update, 3. Oktober, 5.54 Uhr: Trump wird wegen Corona-Infektion mit Remdesivir behandelt

US-Präsident Donald Trump wird wegen seiner Infektion mit dem Coronavirus mit dem Medikament Remdesivir behandelt. Das ging am Freitagabend aus einem Schreiben seines Leibarztes Sean Conley hervor, wenige Stunden nachdem Trump ins Militärkrankenhaus Walter Reed in Bethesda nördlich von Washington gebracht worden war. Trump gehe es "sehr gut", er benötige keine Sauerstoffzufuhr, schrieb sein Arzt. Er habe die Therapie mit dem Mittel Remdesivir begonnen, eine erste Dosis eingenommen und ruhe sich aus.

Trump meldete sich annähernd zeitgleich mit einem Tweet aus dem Krankenhaus. "Es läuft gut, denke ich! Ich danke euch allen. Liebe!!!!" Ärzte sehen Remdesivir, das ursprünglich zur Behandlung von Ebola entwickelt wurde, nicht als Allheilmittel bei einer Covid-19-Erkrankung, oft aber als hilfreich. Nach Angaben des Herstellers kann die Arznei das Sterberisiko bei einem schweren Verlauf der Corona-Krankheit Covid-19 deutlich vermindern.

Trump hatte am Freitag kurz nach Mitternacht bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus angesteckt habe. Die Verlegung ins Krankenhaus nannte das Weiße Haus eine Vorsichtsmaßnahme. Leibarzt Conley schrieb, er habe dies in Rücksprache mit Spezialisten des Walter-Reed-Krankenhauses und von der Johns-Hopkins-Universität empfohlen. Trump gehört mit seinen 74 Jahren zur Risikogruppe.

Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch.
Eine Ampulle des Medikamentes Remdesivir liegt während einer Pressekonferenz am Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) auf dem Tisch.  © Ulrich Perrey/dpa-POOL/dpa

Update, 3. Oktober, 5.47 Uhr: Weniger Spielertransfers wegen Corona

Wegen der Corona-Krise hat es nach Meinung des Transfer-Experten Alexander Binder in dieser Periode deutlich weniger Wechsel im Fußball gegeben. Die Zahl der Transfers teurer Spieler, die 20 Millionen Euro oder mehr kosteten, werde im Vergleich zum Sommer 2019 deutlich zurückgehen, mutmaßte der Chefredakteur des Portals transfermarkt.de aus Hamburg. Viele Clubs würden vorsichtiger agieren und arbeiteten mehr mit Leihen plus Kaufoptionen. "Das sorgt dafür, dass weniger Geld im Umlauf ist", erklärte Binder.

Die Plattform transfermarkt.de habe für seine Rankings daher einen so genannten Corona-Cut vorgenommen, meinte Gründer und Geschäftsführer Matthias Seidel. "Das heißt, wir haben Marktwerte pauschal weltweit um zwanzig, bei den jüngeren Spielern um zehn Prozent, abgesenkt." Bestätigt darin fühle er sich beispielsweise durch den Transfer von Timo Werner zum FC Chelsea. Ohne Corona wäre Werner seiner Ansicht nach nicht für 50 Millionen, sondern für 80 Millionen Euro gewechselt.

Die Bundesliga lobte der transfermarkt.de-Chef für ihren Umgang mit Corona. "Wir waren hier die Ersten, die wieder den Spielbetrieb aufgenommen haben", sagte Seidel. Das habe die Attraktivität der Bundesliga im internationalen Vergleich gesteigert. "Das müsste ja eigentlich Anreiz genug sein, um in der Bundesliga zu bleiben", meinte er mit Blick auf die Spieler.

Update, 3. Oktober, 5.32 Uhr: Trump reiste viel vor positivem Corona-Test

US-Präsident Donald Trump ist in den Tagen vor seinem positiven Corona-Test viel gereist und war dabei in der Nähe Dutzender Menschen. Unklar ist, wie lange Trump in dieser Zeit bereits ansteckend gewesen sein könnte. Für Aufsehen sorgte die Entscheidung, am Donnerstagnachmittag noch zu einem Treffen mit Spendern in New Jersey zu fahren, nachdem im Weißen Haus bereits der positive Test von Trumps Beraterin Hope Hicks bekannt war. Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany sagte auf Anfrage von Journalisten nicht, wer dies entschieden hatte. Nach Medienberichten war das Treffen in Trumps Golfclub in Bedminster nicht nur unter freiem Himmel - sondern es gab laut Teilnehmern auch ein Treffen im engeren Kreis mit besonders großzügigen Spendern.

Auch am Mittwoch hatte sich Trump bei einer Reise in den Bundesstaat Minnesota mit Spendern getroffen. Bisher wurde nicht bekannt, wie viele Personen an der Veranstaltung in einem Privathaus teilnahmen. Am Abend hielt er noch eine seiner Wahlkampf-Reden am Flughafen der Stadt Duluth - die aber deutlich kürzer ausfiel als vorherige Ansprachen.

Am Dienstagabend stand Trump auf der Bühne in Cleveland bei der ersten TV-Debatte mit seinem Herausforderer Joe Biden. Trumps Familienmitglieder waren unter den wenigen Dutzend Zuschauern, sie nahmen entgegen den Vorgaben der Veranstalter die Masken ab, sobald sie an ihren Plätzen waren. Bei Biden, der mehrere Meter von Trump entfernt stand, fielen am Freitag zwei Corona-Tests negativ aus.

Am Montag sah sich Trump einen Elektro-Pickup neben dem Weißen Haus an und sprach über ein Coronavirus-Testprogramm. Am Sonntag spielte er Golf und gab eine Pressekonferenz im Weißen Haus.

Unter verstärkte Aufmerksamkeit gerät die Vorstellung von Trumps Kandidatin für das Oberste Gericht der USA, Amy Coney Barrett, am Samstag im Garten des Weißen Hauses. Dort versammelten sich auf engem Raum mehr als 100 Personen, auf Fotos und Videoaufnahmen ist zu sehen, dass viele keine Masken trugen und keinen Abstand hielten. Bei mindestens sechs der Anwesenden fielen seitdem Corona-Tests positiv aus: Neben Trump und seiner Frau Melania sind das die Senatoren Mike Lee und Thom Tillis, die ehemalige Präsidentenberaterin Kellyanne Conway und der Präsident der katholischen Universität Notre Dame, John Jenkins.

US-Präsident Donald Trump (r.) sitzt ohne Schutzmaske an Bord des Hubschraubers Marine One mit Mitgliedern seines Stabes, darunter Dan Scavino (l.), Direktor für soziale Medien im Weißen Haus, während der Helikopter im Garten des Weißen Hauses landet.
US-Präsident Donald Trump (r.) sitzt ohne Schutzmaske an Bord des Hubschraubers Marine One mit Mitgliedern seines Stabes, darunter Dan Scavino (l.), Direktor für soziale Medien im Weißen Haus, während der Helikopter im Garten des Weißen Hauses landet.  © Carolyn Kaster/AP/dpa

Update, 3. Oktober, 5.05 Uhr: Studenten nehmen in Krise fast eine Milliarde Euro Schulden auf

In den vergangenen fünf Monaten haben Zehntausende Studenten Kredite in Höhe von insgesamt fast einer Milliarde Euro bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. Das geht aus einem Schreiben des Bundesbildungsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach wurden von Mai bis September rund 30.800 Anträge auf einen KfW-Studienkredit in einer Gesamthöhe von 919,6 Millionen Euro gestellt.

Das sind fast vier mal so viele Anträge wie im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Von Mai bis September 2019 wurden nach Angaben einer KfW-Sprecherin 8500 Anträge auf einen KfW-Studienkredit gestellt mit einem Gesamtvolumen von 315 Millionen Euro. Die Sprecherin bezeichnete 2019 als durchschnittliches Jahr. Die Vertragsabschlüsse liegen demnach sonst im Jahresschnitt bei gut 23.000.

Update, 3. Oktober, 4.40 Uhr: Ehemalige Trump-Beraterin Conway hat ebenfalls Coronavirus

Die frühere hochrangige Beraterin von US-Präsident Donald Trump, Kellyanne Conway, hat sich mit dem Coronavirus angesteckt. Sie sei am Freitagabend positiv auf das Coronavirus getestet worden, schrieb Conway auf Twitter. Sie habe milde Symptome - einen leichten Husten - und fühle sich gut. Sie habe in Rücksprache mit Ärzten die Quarantäne begonnen.

Conway, die Ende August überraschend ihren Rückzug aus dem Weißen Haus angekündigt hatte, nahm am vergangenen Samstag an einer Veranstaltung im Weißen Haus teil. Bei dem Event im Rosengarten hatte Trump die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Obersten Gericht der USA vorgestellt. Conway war auf Fotos ohne Masken und in engem Kontakt mit anderen Gästen, darunter an der Seite von Justizminister William Barr, zu sehen.

Am Freitag hatten bereits die Ansteckungen zweier Republikaner im US-Senat die Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung gelenkt. Die Veranstaltung war zwar unter freiem Himmel im Garten des Weißen Hauses, es war aber gut zu sehen, dass viele Teilnehmer keine Masken trugen und keinen Abstand hielten. Auch der Präsident der katholischen Universität Notre Dame, der anwesend war, teilte am Freitag mit, dass sein Corona-Test positiv ausgefallen sei.

Kellyanne Conway, damalige Beraterin des US-Präsidenten Trump, spricht zu Reportern.
Kellyanne Conway, damalige Beraterin des US-Präsidenten Trump, spricht zu Reportern.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 3. Oktober, 4.23 Uhr: Japans Premier wünscht Trump schnelle Genesung

Der japanische Regierungschef Yoshihide Suga hat US-Präsident Donald Trump eine schnelle Genesung gewünscht. Er habe Trumps Tweet, in dem dieser von seiner Infizierung mit dem Coronavirus berichtet hatte, mit Sorge gelesen, schrieb Suga am Samstag auf Twitter. 

"Ich bete nun aufrichtig für ihre baldige Genesung und hoffe, dass sie und Madam First Lady bald zu einem normalen Leben zurückkehren." Trump hatte tags zuvor getwittert, dass er und seine Frau Melania positiv auf Covid-19 getestet worden seien.

Update, 3. Oktober, 3.20 Uhr: Weiterer US-Senator mit positivem Corona-Test

Ein zweiter Republikaner im US-Senat ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe keine Symptome und fühle sich gut, teilte Thom Tillis am Freitag mit. Zugleich lenkt seine Infektion weiter die Aufmerksamkeit auf die Veranstaltung im Weißen Haus am vergangenen Samstag, bei der die konservative Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für den freien Posten am Obersten Gericht der USA vorgestellt wurde.

Tillis war dort - genauso wie der zweite infizierte republikanische Senator Mike Lee. Auf Bildern von dem Event war zu sehen, wie Lee sich ohne Maske mit anderen Gästen unterhielt und Hände schüttelte. Die Veranstaltung war zwar unter freiem Himmel im Garten des Weißen Hauses, es war aber gut zu sehen, dass viele Teilnehmer keine Masken trugen und keinen Abstand hielten. Auch der Präsident der katholischen Universität Notre Dame, der anwesend war, teilte am Freitag mit, dass sein Corona-Test positiv ausgefallen sei.

Lee und Tillis sind beide Mitglieder im Justizausschuss des Senats, der am 12. Oktober mit der Anhörung Barretts beginnen soll. Präsident Donald Trump und die republikanische Mehrheit im Senat wollen sie noch vor der Präsidentenwahl am 3. November ins Amt bringen.

Update, 3. Oktober, 2.34 Uhr: Twitter wird Todeswünsche an Trump löschen

Twitter wird alle Tweets löschen, in denen dem US-Präsidenten Donald Trump nach seiner Corona-Infektion der Tod gewünscht wird. Der Kurznachrichtendienst verwies in der Nacht zum Samstag nach einem Medienbericht auf seine geltenden Hausregeln. 

Demnach darf niemandem Tod, ernsthafter körperlicher Schaden oder eine tödliche Krankheit gewünscht werden. Zugleich schränkte Twitter ein, dass dies nicht automatisch eine Sperrung des Accounts der betroffenen Nutzer bedeuten müsse. Nachdem die Corona-Infektion Trumps bekanntgeworden war, hatte es bei Twitter viele Reaktionen darauf gegeben.

Update, 3. Oktober, 2.17 Uhr: Barack und Michelle Obama senden Genesungswünsche an Trumps

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat Genesungswünsche an Amtsinhaber Donald Trump und First Lady Melania gesendet, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. "Michelle und ich hoffen, dass der Präsident, die First Lady und alle vom Coronavirus betroffenen Menschen im ganzen Land auf dem Weg zur raschen Genesung die Behandlung bekommen, die sie brauchen", schrieb Obama am Freitag auch im Namen seiner Ehefrau auf Twitter. 

Offenbar im Hinblick auf die Wahl in einem Monat schrieb Obama, Amerika befinde sich derzeit in einer "großen politischen Schlacht". "Obwohl viel auf dem Spiel steht, sollten wir nicht vergessen, dass wir alle Amerikaner sind. Wir sind alle Menschen. Und wir wollen, dass jeder gesund ist, unabhängig von unserer Partei."

Update, 3. Oktober, 1.09 Uhr: Hollywood-Stern von Donald Trump erneut demoliert

Donald Trumps Stern auf dem berühmten "Walk of Fame" in Hollywood ist erneut schwer beschädigt worden. Am frühen Freitagmorgen (Ortszeit) sei die Plakette mit einer Spitzhacke zertrümmert worden, teilte ein Polizeisprecher der Los Angeles Times mit. Der Täter habe eine Verkleidung im Stil der Marvel-Figur Hulk getragen, gaben Augenzeugen an. Zunächst wurde niemand festgenommen. US-Präsident Trump hatte in der Nacht zum Freitag bekanntgegeben, dass er und First Lady Melania sich mit dem Coronavirus angesteckt haben.

Der Internet-Dienst TMZ veröffentlichten Fotos von dem demolierten Stern. An der fünfzackigen Plakette aus Marmor und Bronze sei ein Schaden in Höhe von mehr als 3000 Dollar entstanden, sagte eine Sprecherin der Handelskammer von Hollywood der Los Angeles Times. Jede beschädigte Plakette werde ersetzt, egal wer der Preisträger sei, hieß es in einer Mitteilung.

Trump war 2007 für seine Fernsehsendungen ausgezeichnet worden. Seine Plakette wurde wiederholt zur Zielscheibe für Vandalismus und Protestaktionen. Im Oktober 2016, kurz vor Trumps Wahlsieg, wurde der Stern mit einem Vorschlaghammer und einer Spitzhacke demoliert. Der Täter erklärte, dass er aus Wut darüber gehandelt habe, wie Trump Frauen und Minderheiten behandelt. Zuletzt war der Stern im Juni bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd schwarz übersprüht worden.

Der Walk of Fame mit mehr als 2700 Sternen ehrt Verdienste im Showgeschäft. Er verläuft mitten durch das Zentrum von Hollywood. 

Der Stern von US-Präsident Trump auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood wurde bereits bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd schwarz übersprüht.
Der Stern von US-Präsident Trump auf dem berühmten Walk of Fame in Hollywood wurde bereits bei Protesten nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd schwarz übersprüht.  © Sarah Reingewirtz/Orange County Register via ZUMA/dpa

Update, 3. Oktober, 0.47 Uhr: Nordkoreas Machthaber Kim wünscht Trump baldige Genesung

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat US-Präsident Donald Trump baldige Genesung von seiner Corona-Infektion gewünscht und sein Mitgefühl bekundet. Er wünsche ihm und der First Lady "von Herzen" eine baldige, vollständige Genesung, heißt es in dem von der Staatsagentur KCNA verbreiteten Schreiben. 

Er äußerte die Hoffnung, dass die beiden es "bald überstehen". Kim schloss sein Schreiben mit "herzlichen Grüßen". Trump und Kim haben zwei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi in den Jahren 2018 und 2019 abgehalten und sich ein drittes Mal an der koreanischen Demarkationslinie getroffen.

Donald Trump (l), Präsident der USA, und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen sich in der entmilitarisierten Zone (DMZ) an der innerkoreanischen Grenze im nördlichen Teil von Panmunjom.
Donald Trump (l), Präsident der USA, und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un treffen sich in der entmilitarisierten Zone (DMZ) an der innerkoreanischen Grenze im nördlichen Teil von Panmunjom.  © -/YNA/dpa

Update, 3. Oktober, 0.45 Uhr: Trump in kurzem Video - "Ich denke, es geht mir sehr gut"

US-Präsident Donald Trump hat vor seinem Abflug ins Krankenhaus eine kurze Videobotschaft im Weißen Haus aufgenommen. "Ich denke, es geht mir sehr gut", sagte Trump in dem am Freitag bei Twitter veröffentlichten, 18 Sekunden langen Video. Er gehe aber trotzdem zur Sicherheit ins Krankenhaus. Der First Lady Melania gehe es "sehr gut".

Trump bedankte sich für die Unterstützung, die ihm zuteil geworden sei. "Das werde ich nie vergessen." Der Präsident trug Anzug und Krawatte. Das Video wurde veröffentlicht als sein Helikopter im Walter-Reed-Krankenhaus in einem Vorort von Washington landete.

Update, 3. Oktober, 0.43 Uhr: Venezuela erhält Charge von russischem Corona-Impfstoff

Venezuela hat nach eigenen Angaben als erstes Land Lateinamerikas und der Karibik den neuen russischen Corona- Impfstoff mit dem Namen "Sputnik V" erhalten. "Es ist ein historischer Moment für das Vaterland! Heute haben wir die erste Charge des Impfstoffs Sputnik V für die Phase 3 der klinischen Studie gegen Covid-19 bekommen", schrieb Vize-Präsidentin Delcy Rodríguez auf Twitter am Freitag.

Die Tests mit 2000 Personen sollen diesen Monat in der Hauptstadt Caracas beginnen, wie der staatliche Fernsehsender Venezolana de Televisión unter Berufung auf Gesundheitsminister Carlos Alvarado berichtete.

Nachdem Russland im August einen Corona-Wirkstoff zugelassen hatte, kündigte der venezolanische Präsident Nicolás Maduro an, dass Venezuela an der Studie teilnehmen werde. Russland ist einer der Verbündeten der autoritären Maduro-Regierung. Die Zulassung erfolgte jedoch vor Abschluss wichtiger Tests. Zuletzt hagelte es nach der Veröffentlichung einer Studie im medizinischen Fachblatt The Lancet internationale Kritik.

In Venezuela haben sich nach offiziellen Angaben mehr als 76.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 630 Patienten sind gestorben. Die tatsächlichen Zahlen in dem südamerikanischen Krisenstaat dürften wegen fehlender Tests und mangelnder Information weit höher liegen.

Update, 2. Oktober, 23.37 Uhr: Trump wird nach Corona-Infektion in Militärkrankenhaus gebracht

Keine 24 Stunden ist bekannt, dass US-Präsident Trump sich mit dem Coronavirus angesteckt hat - dann wird er in ein Militärkrankenhaus gebracht. Das Weiße Haus spricht von einer Vorsichtsmaßnahme. Weitere Informationen erhaltet Ihr >>> hier.

US-Präsident Donald Trump hält während der ersten Präsidentschaftsdebatte an der Case Western University und der Cleveland Clinic seine Schutzmaske.
US-Präsident Donald Trump hält während der ersten Präsidentschaftsdebatte an der Case Western University und der Cleveland Clinic seine Schutzmaske.  © Julio Cortez/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 23.27 Uhr: Nach Feier in Berliner Festsaal gut 30 Corona-Infizierte

Bei einer Feier mit Hunderten Gästen im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg haben sich nach Angaben der Senatsgesundheitsverwaltung gut 30 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl schwanke zwischen 31 und 33 Infizierten, sagte ihr Sprecher Moritz Quiske am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die Berliner Morgenpost berichtet. Noch ist unklar, ob es sich um eine Hochzeitsfeier handelte. Dazu sagte Quiske: "Das ist noch nicht gesichert."

Die Feier fand dem Sprecher zufolge bereits am 21. September statt. Da die Infektionen im Bezirk Neukölln gemeldet worden seien, sei anzunehmen, dass die Teilnehmer der Feier vor allem dort wohnen. Das zuständige Gesundheitsamt des Bezirks habe eine Teilnehmerliste übermittelt bekommen. Ob sie allerdings vollständig ist, blieb zunächst offen. Da die Feier inzwischen fast 14 Tage zurückliegt, ist die Quarantänezeit fast abgelaufen.

Neukölln weist nach dem aktuellen Corona-Lagebericht (Freitag, 12.00 Uhr) der Gesundheitsverwaltung mit insgesamt 1978 Corona-Infizierten seit Beginn der Pandemie die zweithöchste Zahl nach dem Bezirk Mitte (2455) auf.

Update, 2. Oktober, 23.04 Uhr: Laut Biden ist Trumps Corona-Infektion Mahnung, Virus ernstzunehmen

Die Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump ist nach Ansicht seines Herausforderers Joe Biden eine Mahnung, das Virus ernstzunehmen. "Es wird nicht automatisch verschwinden", sagte Biden am Freitag bei einem Wahlkampfauftritt in Grand Rapids im US-Bundesstaat Michigan, bei dem er eine Maske trug. Er sagte, er bete für Trump und seine Ehefrau Melania, die sich auch mit dem Virus angesteckt hat. Biden rief dazu auf, in der Pandemie auf Wissenschaftler zu hören, Masken zu tragen, Abstand zu halten und regelmäßig die Hände zu waschen. "Es geht nicht darum ein harter Kerl zu sein", sagte der 77-jährige Demokrat. Es gehe darum, seinen Beitrag zu leisten. "Wir als Nation müssen besser mit dieser Pandemie umgehen", mahnte er.

Biden griff Trump nicht direkt an - seine Worte waren aber auch als Anspielung auf dessen Umgang mit dem Coronavirus zu verstehen. Trump hatte mehrfach gesagt, das Virus werde einfach verschwinden, und Biden für seine Vorsicht in der Pandemie verspottet. Trump zog zudem öffentlich die Einschätzungen seiner Experten in Zweifel.

Der republikanische Amtsinhaber und sein Herausforderer standen noch am Dienstagabend 90 Minuten lang auf einer Bühne bei ihrem ersten Fernsehduell. Biden sagte am Freitag, er habe zwei Corona-Tests gemacht, die beide negativ ausgefallen seien.

Die USA haben die Corona-Pandemie noch immer nicht unter Kontrolle gebracht. Mehr als 208 000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben, mehr als 7,3 Millionen Ansteckungen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden.

Joe Biden, demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur und ehemaliger US-Vizepräsident, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.
Joe Biden, demokratischer Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur und ehemaliger US-Vizepräsident, spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 22.41 Uhr: Trump bekommt Antikörper-Cocktail - ermüdet, aber "frohen Mutes"

 Im Zuge seiner Corona-Infektion hat US-Präsident Donald Trump eine Infusion mit Antikörpern verabreicht bekommen. Die Infusion sei ohne Probleme verlaufen, erklärte Trumps Leibarzt Sean Conley am Freitag. Der Präsident weise Ermüdungserscheinungen auf, sei aber "frohen Mutes". Nähere Angaben machte der Arzt nicht zu Trumps Symptomen. Zu First Lady Melania dagegen hieß es, ihr gehe es weiterhin gut und sie habe lediglich einen leichten Husten und Kopfschmerzen.

Trump sei von einem Expertenteam untersucht worden, mit denen auch das weitere Prozedere abgestimmt werde, erklärte Conley. Trump bekommt demnach derzeit Zink, Vitamin D, das Magenmittel Famotidin, das Schlafhormon Melatonin und Aspirin verabreicht. Mit seinen 74 Jahren gehört Trump zu einer Corona-Risikogruppe.

Update, 2. Oktober, 22.28 Uhr: Verluste nach Trumps Corona-Infektion an Wall Street

Die Wall Street hat nach zwei Gewinntagen in Folge wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Unter Druck gerieten am Freitag insbesondere die als sehr konjunktursensibel geltenden Technologiewerte. Börsianer verwiesen als Belastung auf die Corona-Infektion von Präsident Donald Trump. Zudem belegte der Arbeitsmarktbericht für September einen überraschend geringen Stellenzuwachs, was zusätzlich auf die Stimmung drückte.

Der US-Leitindex Dow Jones Industrial bewegte sich überwiegend in der Verlustzone und stand am Ende 0,48 Prozent tiefer bei 27.682,81 Punkten. Auf Wochensicht ergibt sich damit gleichwohl ein Plus von 1,87 Prozent. Der marktbreite S&P 500 verlor am Freitag 0,96 Prozent auf 3348,42 Punkte.

Der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 2,83 Prozent auf 11.255,69 Zähler ab. Die zuletzt gesehene enorme Outperformance der Tech-Aktien, die zu den sogenannten Wachstumswerten und auch zu den sogenannten Momentumwerten (also Aktien mit zuletzt hoher Kursdynamik) zählen, habe bei vielen Anlegern Begehrlichkeiten geweckt, schrieben die Experten der Quirin Privatbank. Ihrer Meinung nach bleiben Technologieaktien zwar grundsätzlich aussichtsreich, andererseits hätten sie aber bereits viel Positives in den aktuellen Kursen vorweggenommen.

Update, 2. Oktober, 22.28 Uhr: Slowakischer Gesundheitsminister unter Druck

Die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen in der Slowakei haben den Druck auf Gesundheitsminister Marek Krajci erhöht. Er bleibe nur im Amt, weil er noch die Unterstützung von Regierungschef Igor Matovic spüre. Andernfalls wäre er bereits "an der Kippe" zum Rücktritt, sagte der Minister am Freitag auf Journalistenfragen.

Schon Anfang der Woche hatte ihm die Ärztekammer schwere Managementfehler vorgeworfen. Statt Lehren aus der ersten Infektionswelle im Frühling zu ziehen und die Gesundheitseinrichtungen auf eine erwartbare zweite Welle vorzubereiten, habe Krajcis Ministerium die vergangenen Monate ungenützt verstreichen lassen, kritisierte die Standesvertretung der Ärzte. Sie reagierte damit auf Krajcis Warnung, die Notbetten in den Krankenhäusern könnten bei weiter steigenden Infektionszahlen zu knapp werden.

Auch in den Medien hagelte es Kritik an der Regierung. Statt Vorkehrungen zu treffen, habe man nur Sündenböcke gesucht. Ministerpräsident Matovic habe wiederholt die "Disziplinlosigkeit" der Bevölkerung für die steigenden Infektionszahlen verantwortlich gemacht, anstatt Konzepte für eine Krisenbewältigung vorzulegen. Die Zahl der Infektionen und Corona-Toten in der Slowakei gehört gemessen an der Bevölkerungszahl noch immer zu den niedrigsten aller EU-Länder. Experten weisen aber schon lange darauf hin, dass das slowakische Gesundheitswesen aufgrund einer jahrelangen Unterfinanzierung nicht krisenfest sei.

Bis Freitag verzeichnete die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei 11.617 bestätigte Corona-Infektionsfälle. Die Zahl von 54 coronabedingten Todesopfern ist zwar im EU-Vergleich noch immer gering, aber bereits doppelt so hoch wie im Sommer.

Eduard Heger (l-r), Finanzminister, Igor Matovic, neuer Regierungschef der Slowakei, und Marek Krajci, Gesundheitsminister, gehen zusammen einen Flur entlang.
Eduard Heger (l-r), Finanzminister, Igor Matovic, neuer Regierungschef der Slowakei, und Marek Krajci, Gesundheitsminister, gehen zusammen einen Flur entlang.  © Martin Baumann/TASR/dpa

Update, 2. Oktober, 22.27 Uhr: Corona-Hotspot Madrid abgeriegelt

Der spanische und europäische Corona-Hotspot Madrid ist seit Freitagabend zur Eindämmung der Pandemie abgeriegelt. Nur wider Willen setzte Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso um 22 Uhr eine entsprechende, äußerst umstrittene Anordnung der spanischen Zentralregierung in Kraft. 

Neben der Hauptstadt wurden neun weitere Gemeinden des Großraums Madrid abgesperrt. Man darf diese Städte nur noch mit triftigem Grund betreten oder verlassen - etwa, um zur Arbeit zu fahren oder einen Arzt aufzusuchen. Betroffen ist die große Mehrheit der 6,6 Millionen Einwohner der "Comunidad Autónoma". Die Maßnahmen sollen zunächst für zwei Wochen gelten. 

Madrid ist seit Freitagabend abgeriegelt.
Madrid ist seit Freitagabend abgeriegelt.  © Diego Radamã©s/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Update, 2. Oktober, 21.24 Uhr: Trump-Sprecherin: Noch keine Entscheidung über weitere TV-Debatten

Das Weiße Haus hat nach dem positiven Corona-Test von Präsident Donald Trump noch keine Entscheidung über die zwei verbliebenen Debatten mit seinem Herausforderer Joe Biden getroffen. "Wir sind noch nicht soweit gekommen", weil man sich zunächst auf den Präsidenten fokussiere, sagte Trumps Sprecherin Kayleigh McEnany am Freitag.

Nach dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Kandidaten am vergangenen Dienstag sind noch Debatten am 15. und 22. Oktober angesetzt. Nach Bekanntwerden von Trumps Corona-Infektion wurde spekuliert, dass sie abgesagt, verschoben oder via Internet abgehalten werden könnten.

Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden (r), Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte im TV.
Donald Trump (l), Präsident der USA, und Joe Biden (r), Präsidentschaftskandidat der Demokraten, während der ersten Präsidentschaftsdebatte im TV.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 21.03 Uhr: Trump flog zum Treffen mit Spendern nach positivem Test von Beraterin

US-Präsident Donald Trump ist am Donnerstag zu einem Treffen mit Spendern geflogen, obwohl das Weiße Haus bereits vom positiven Corona-Test einer engen Beraterin wusste.

Die größere Frage ist allerdings angesichts des positiven Corona-Tests von Trump, ob er selbst eine Gefahr für die Teilnehmer des Treffens darstellte. McEnany sagte nichts dazu, ob dies auch berücksichtigt worden sei.

Das Weiße Haus erfuhr vom positiven Test seiner Beraterin Hope Hicks als Trumps Hubschrauber sich in Washington auf den Weg zum Flugplatz Joint Base Andrews machte, wo er ins Präsidentenflugzeug umstieg.

Das Treffen mit Spendern in Trumps Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Es war ein Event im Freien", sagte McEnany. Die Website "Politico" berichtete allerdings unter Berufung auf einen Teilnehmer, es habe auch ein Treffen im engeren Kreis mit Spendern, die besonders viel Geld bereitgestellt hätten, gegeben. 

McEnany gab keine Antwort auf die Frage, wer genau entschieden habe, dass Trumps Reise zu den Spendern stattfinden könne. Sie sagte lediglich, das seien die "White House operations" gewesen.

Update, 2. Oktober, 20.19 Uhr: Trump setzt persönliche Wahlkampfauftritte nach Corona-Infektion aus

Nach einer Infektion mit dem Coronavirus setzt US-Präsident Donald Trump persönliche Wahlkampfauftritte aus. Trumps Wahlkampfchef Bill Stepien teilte am Freitag mit, alle bereits angekündigten Wahlkampfveranstaltungen unter Teilnahme des Präsidenten würden entweder verschoben oder online abgehalten. 

Veranstaltungen mit Mitgliedern der Trump-Familie würden ebenfalls verschoben. Bei allen anderen Veranstaltungen werde im Einzelfall entschieden, ob sie stattfinden. Vizepräsident Mike Pence plane, seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufzunehmen. Die Wahl findet am 3. November statt.

Update, 2. Oktober, 20.03 Uhr: Auch die WHO wünscht den Trumps gute Besserung

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dem an Covid-19 erkrankten US-Präsidenten Donald Trump und seiner Frau Melania gute Besserung gewünscht. "Ich möchte heute damit beginnen, den beiden eine vollständige und rasche Genesung zu wünschen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag bei einer Pressekonferenz in Genf.

Unter Trump hatte die US-Regierung im Juli mitten in der Corona-Pandemie ihren Austritt aus der WHO angekündigt. Zuletzt warf Trump ihr bei der UN-Generalversammlung im September erneut vor, "praktisch von China kontrolliert" zu werden.

Die WHO empfehle jedem Einzelnen, durch Händewaschen, Abstand, das Vermeiden von Menschenmengen und das Tragen von Masken sich selbst und andere zu schützen. 

Tedros Adhanom Ghebreyesus (55), Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO.
Tedros Adhanom Ghebreyesus (55), Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO.  © Zhang Cheng/XinHua/dpa

Update, 2. Oktober, 19.28 Uhr: Mehr als 2600 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2673 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Zuvor hatte der Wert binnen weniger Tage schon zweimal die Schwelle von 2500 überschritten.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 294.395 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 2.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9508. Das sind acht mehr als am Vortag. Rund 259.500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Ein Mitarbeiter stellt im neuen Covid-19 Testzentrum am Flughafen einen Coronatest in ein Behältnis. Ein Testergebnis soll innerhalb von 24 Stunden vorliegen und über eine webbasierte Lösung zu erhalten sein. Die Preise beginnen bei 59 Euro.
Ein Mitarbeiter stellt im neuen Covid-19 Testzentrum am Flughafen einen Coronatest in ein Behältnis. Ein Testergebnis soll innerhalb von 24 Stunden vorliegen und über eine webbasierte Lösung zu erhalten sein. Die Preise beginnen bei 59 Euro.  © Rolf Vennenbernd/dpa

Update, 2. Oktober, 19.26 Uhr: Positiver Corona-Test bei wichtigem Senator der US-Republikaner

Ein positiver Coronavirus-Test bei einem Senator könnte die Nachbesetzung des freien Postens am Obersten Gericht der USA verzögern. Der Republikaner Mike Lee, der ein Mitglied im zuständigen Rechtsausschuss des Senats ist, gab am Freitag seine Infektion bekannt. 

Der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, rief das Gremium umgehend auf, das Verfahren zur Ernennung der Kandidatin Amy Coney Barrett auszusetzen, bis das Ausmaß der Corona-Ausbreitung unter den Senatoren klar wird.

Update, 2. Oktober, 19.08 Uhr: Eisbären Berlin wegen Corona-Falls in Quarantäne - Kein Test-Turnier

Spieler, Trainer und Betreuer der Eisbären Berlin haben sich wegen eines Corona-Falls im Umfeld der Mannschaft vorläufig in häusliche Quarantäne begeben. Wie der Club aus der Deutschen Eishockey Liga am Freitag zudem mitteilte, wurde die Teilnahme an einem Testturnier am Wochenende in Dresden abgesagt.

"Im ersten Augenblick war der Befund natürlich ein Schock. Allerdings zeigt dieser auch, dass es richtig und wichtig ist, diese Tests durchzuführen. Der positiv getesteten Person geht es gut, sie zeigt keine Symptome, wird aber die kommenden 14 Tage in Quarantäne bleiben", sagte Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee. Bei allen anderen Akteuren werden die Testergebnisse abgewartet.

Die Eisbären hätten am Samstag beim am "So geht sächsisch"-Cup gegen den EHC Red Bull München spielen sollen. Am Sonntag hätte ein weiterer Test entweder im Spiel um Platz drei oder im Finale gegen die Dresdner Eislöwen oder Lausitzer Füchse angestanden.

Die Eisbären Berlin sind in Corona-Quarantäne.
Die Eisbären Berlin sind in Corona-Quarantäne.  © Oliver Mehlis/dpa

Update, 2. Oktober, 18.45 Uhr: Positiver Corona-Test: Wolfsburgs Steffen in häuslicher Quarantäne

Fußball-Profi Renato Steffen vom VfL Wolfsburg ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte der Bundesligist am Freitagabend auf seiner Homepage mit.

Der 28 Jahre alte Mittelfeldspieler aus der Schweiz befindet sich bereits in häuslicher Quarantäne, Steffen steht den Wolfsburgern somit unter anderem am Sonntag im Heimspiel gegen den FC Augsburg nicht zur Verfügung. Er sei "aktuell symptomfrei, hieß es in der Mitteilung.

Zum weiteren Vorgehen sei der Verein im engen Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt. Steffen wird auch der Schweizer Nationalmannschaft in den kommenden Spielen gegen Kroatien, Spanien und Deutschland fehlen.

Update, 2. Oktober, 18.35 Uhr: Mehr als 40 Prozent Corona-Infizierte in der Provinz Bergamo

In der von der Corona-Pandemie im Frühjahr besonders hart getroffenen Provinz Bergamo in Italien haben sich mehr als 42 Prozent der Bevölkerung mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt. 

Das ergab eine Studie mit fast 21.500 Menschen aus der Region Val Seriana - mehr als ein Viertel der dortigen erwachsenen Bevölkerung, wie die örtlichen Gesundheitsbehörden mitteilten. Bei etwa 9000 Menschen ließ sich die Infektion demnach im Blut nachweisen. Bei den allermeisten davon war sie zum Untersuchungszeitpunkt im Juli bereits abgeklungen, bei 154 Personen ließ sich das Virus noch im Nasen-Rachen-Abstrich nachweisen.

Update, 2. Oktober, 18.27 Uhr: Negativer Corona-Test für Biden

Der Coronavirus-Test beim demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden ist am Freitag negativ gewesen. Das teilte sein Arzt Kevin O'Connor mit. Das sei auch bei seiner Ehefrau Jill Biden der Fall. Biden und der infizierte Amtsinhaber Donald Trump standen am vergangenen Dienstag in ihrer ersten TV-Debatte auf einer Bühne.

Die beiden Kontrahenten standen dabei zwar stets auf einem deutlichen Abstand voneinander entfernt - laut Medienberichten waren es knapp vier Meter. Aber sie trugen in der zum Teil sehr hitzig und laut geführten Diskussion keine Masken. Trump könnte bereits in den Tagen vor seinem positiven Corona-Test ansteckend gewesen sein.

Unklar blieb auch, ob die Kandidaten sich hinter den Kulissen in unmittelbarer Nähe aufgehalten haben könnten. Trump ist 74 Jahre alt, Biden 77 Jahre. Sie gehören damit eher zu einer Corona-Risikogruppe.

Joe Biden (30), Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Sein Coronatest fiel negativ aus.
Joe Biden (30), Präsidentschaftskandidat der Demokraten. Sein Coronatest fiel negativ aus.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 18.15 Uhr: Teile der Niederlande und Schottland zu Corona-Risikogebieten erklärt

Die Bundesregierung hat ganz Schottland sowie Teile Englands und weite Teile der Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt. Die Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) wurde am Freitag entsprechend aktualisiert. Es wird erwartet, dass das Auswärtige Amt für alle diese Gebiete noch im Laufe des Abends eine Reisewarnung ausspricht.

Nach Angaben des RKI ist nach dem neuesten Stand die gesamte Niederlande mit Ausnahme der Provinzen Zeeland und Limburg betroffen. In England sind die Regionen North West, North East und Yorkshire and the Humbers nun aus deutscher Sicht Risikogebiete.

Zudem gelten in Österreich das Kleinwalsertal und die Gemeinde Jungholz nicht mehr als Corona-Risikogebiete. Die Enklaven, die nur von Bayern aus erreichbar sind, meldeten in den vergangenen Tagen keine einzige neue Corona-Infektion. Eine Online-Petition mit mehr als 10.500 Unterstützern hatte deshalb Ausnahmeregeln gefordert.

Die Bundesregierung hat ganz Schottland sowie Teile Englands und weite Teile der Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt.
Die Bundesregierung hat ganz Schottland sowie Teile Englands und weite Teile der Niederlande zu Corona-Risikogebieten erklärt.  © Jane Barlow/PA Wire/Dpa

Update, 2. Oktober, 17.54 Uhr: Menschenkette um den Bodensee geplant

Zu einer Menschenkette um den Bodensee sollen sich Tausende Menschen am Samstag (15 Uhr) verbinden. Die Kette soll durch Liechtenstein, Österreich, die Schweiz und Deutschland führen. 

Der Organisator auf der deutschen Seite, Gerry Mayr, und seine Mitveranstalter hoffen, dass 250.000 Menschen zusammenkommen. So viele seien nötig, um den See zu umrunden. Laut den auf deutscher Seite zuständigen Polizeipräsidien in Konstanz und Ravensburg ist schwer zu beurteilen, wie viele Menschen sich tatsächlich versammeln könnten. Bisher gebe es einige Tausend Anmeldungen. Weitere Informationen erhaltet Ihr >>> hier.

Update, 2. Oktober, 17.48 Uhr: Französische Gastwirte gehen mit Kochtöpfen auf die Straße

Nach der coronabedingten Schließung von Restaurants und Bars in Marseille haben Gastwirte in ganz Frankreich lautstark mit ihren Kochtöpfen protestiert. Aufgerufen zu der Straßenaktion hatte der bekannte Sternekoch Philippe Etchebest aus Bordeaux, wie französische Medien am Freitag berichteten. Sein Motto laute: "Lärm machen, um nicht in Stille zu sterben".

Schon die monatelange Ausgangssperre und Schließungen von Restaurants im Frühjahr hatten das Gaststättengewerbe des Landes erheblich unter Druck gesetzt. In Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage die neuerliche Schließung von Lokalen. 

Die Gastronomie ist ein besonderes Aushängeschild Frankreichs und beschäftigt viele Menschen. Allein 29 Spitzenlokale tragen drei Sterne - die Topnote der Feinschmeckerbibel Guide Michelin.

Update, 2. Oktober, 17.46 Uhr: Einheitsfeier mit Corona-Auflagen - Zentraler Festakt in Potsdam

Die zentrale Feier zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit in Potsdam steht in diesem Jahr im Zeichen der Corona-Pandemie. Tausende Gäste werden am Samstag erwartet, wegen der Hygiene- und Abstandsregeln können aber nur 130 Gäste beim ökumenischen Gottesdienst und 230 Gäste beim anschließenden Festakt dabei sein. 

Dort werden unter anderem die Spitzen des Staates und Ehrenamtler erwartet, die zu Bürgerdelegationen der Länder gehören.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird beim Festakt die Hauptansprache halten. Gastgeber ist Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), der als amtierender Präsident des Bundesrates ebenfalls eine Rede hält. 

Am Samstag wird in Potsdam gefeiert.
Am Samstag wird in Potsdam gefeiert.  © dpa/Soeren Stache

Update, 2. Oktober, 17.42 Uhr: Melania Trump hat ebenfalls leichte Corona-Symptome

Auch Präsidentengattin Melania Trump weist nach der Infektion mit dem Coronavirus leichte Symptome einer Erkrankung auf. Insgesamt gehe es ihr aber gut, schrieb die First Lady am Freitag bei Twitter. Sie stelle sich auf eine rasche Genesung ein.

Zuvor hatte das Weiße Haus bestätigt, dass Präsident Donald Trump leichte Erkrankungssymptome zeige. Trumps Stabschef Mark Meadows machte dabei keine Angaben zur Art der Symptome. 

Update, 2. Oktober, 17.36 Uhr: Viele trauen Trump ein falsches Spiel mit Corona-Ansteckung zu

Donald Trump (74) ist in den vergangenen vier Jahren häufig mit Dingen an die Öffentlichkeit getreten, die nicht oder zumindest nicht vollends der Wahrheit entsprachen. Jetzt hat er seine Ansteckung mit dem Coronavirus publik gemacht. 

Und auch diesmal glauben ihm viele nicht - obwohl es diesmal bisher keinerlei Anlass gibt, der die Annahme einer öffentlichen Lüge des US-Präsidenten stützen würde. 

Trump wisse, dass es Sympathien bringe könne, wenn man krank sei. "Dies als Waffe einzusetzen, da steht er nicht drüber", schrieb etwa der Filmemacher Michael Moore. Mehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 2. Oktober, 17.31 Uhr: Corona-Anstieg in Österreich ausgebremst

Der Anstieg der Corona-Fälle in Österreich hat sich deutlich ausgebremst. Nachdem sich die Ansteckungszahlen vor rund einem Monat schlagartig etwa verdoppelt hatten, blieben sie seit Mitte September weitgehend konstant. 

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sprach am Freitag in Wien von einer "Stabilisierung mit deutlich zu hohen Zahlen". Er strebe eine Halbierung in den nächsten ein bis zwei Monaten an. Aktuell gelten rund 8400 Menschen in Österreich als aktiv mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert.

Update, 2. Oktober, 17.26 Uhr: Video: Busfahrer fordert zu Maskenverzicht auf - Polizei warnt

Die Polizei hat vor einem Video gewarnt, in dem ein Busfahrer Schüler auffordert, ihre Mund-Nasen-Bedeckungen abzulegen. "Wir haben das Video gesichert und an unsere Kriminalpolizei weitergegeben", twitterte die Polizei in Dortmund. 

Eine Sprecherin sagte am Freitag, an welchem Ort sich der Vorfall mit dem Busfahrer abgespielt habe, sei unklar. Hinweise seien offenbar an Polizeidienststellen in mehreren Städten gegangen. ;ehr dazu lest Ihr >>> hier.

Update, 2. Oktober, 17.04 Uhr: Corona-Folgen: EU-Kommission will Beihilferegeln noch länger lockern

Wegen der Corona-Krise will die EU-Kommission die Regeln für staatliche Beihilfen bis zur Mitte des kommenden Jahres gelockert lassen. Dazu sandte die Brüsseler Behörde einen entsprechenden Vorschlag an die Mitgliedstaaten, wie sie am Freitag mitteilte. 

Anpassungen bei den sonst strengen Vorschriften zu Subventionen der EU-Länder für Firmen oder Forschungseinrichtungen sollen dazu beitragen, solche Hilfen im aktuellen Wirtschaftsabschwung zu erleichtern. Ursprünglich hätten die Sonderregelungen zum Jahresende auslaufen sollen - sie sollen nach Vorstellung der Kommission nun noch bis Ende Juni 2021 gelten.

Neben der zeitlichen Ausweitung könnte auch der Umfang der zulässigen Beihilfen erhöht werden. So sollen EU-Länder bestimmte Kosten von Betrieben mit abdecken dürfen, in denen es Umsatzeinbrüche gibt und die weitere Finanzierung angesichts der "anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit" gefährdet ist. Damit sollen auch Jobs gesichert werden. Außerdem geht es um Regeln für die staatliche Beteiligung an Firmen. 

Update, 2. Oktober, 16.57 Uhr: Stabschef bestätigt: Trump hat leichte Corona-Symptome

US-Präsident Donald Trump zeigt nach seiner Infektion mit dem Coronavirus leichte Erkrankungssymptome. Das bestätigte sein Stabschef Mark Meadows am Freitag.

Jetzt hat es auch US-Präsident Donald Trump (74) erwischt: Er ist mit dem Coronavirus infiziert.
Jetzt hat es auch US-Präsident Donald Trump (74) erwischt: Er ist mit dem Coronavirus infiziert.  © Julio Cortez/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 16.55 Uhr: Wall Street mit Verlusten - Trumps Corona-Infektion belastet

Der Dow Jones Industrial hat nach zwei Gewinntagen in Folge wieder nachgegeben. Der US-Leitindex fiel am Freitag um 0,91 Prozent auf 27 563,80 Punkte. Börsianer verwiesen als Belastung auf die Corona-Infektion von Präsident Donald Trump. 

Zudem belegte der Arbeitsmarktbericht für September einen überraschend geringen Stellenzuwachs, was zusätzlich auf die Stimmung drückte.

Der marktbreite S&P 500 verlor 0,88 Prozent auf 3350,95 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 büßte 1,39 Prozent auf 11 421,64 Zähler ein.

Update, 2. Oktober, 16.51 Uhr: Türkei verbietet zeitweise Versammlungen

In der Türkei dürfen verschiedene Zusammenschlüsse vorerst keine Veranstaltung mehr abhalten. Die Anordnung diene zur Eindämmung der Corona-Pandemie und gelte bis zum 1. Dezember etwa für Nichtregierungsorganisationen, Berufsverbände, Gewerkschaften und Genossenschaften, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag. 

Mehr dazu lest Ihr >>> hier. 

Das neue Versammlungsverbot in der Türkei soll helfen, das Coronavirus im Land zu bekämpfen.
Das neue Versammlungsverbot in der Türkei soll helfen, das Coronavirus im Land zu bekämpfen.  © Yasin Akgul/dpa

Update, 2. Oktober, 16.37 Uhr: Parteichefin der US-Republikaner positiv auf Corona getestet

Auch die republikanische Parteivorsitzende Ronna McDaniel ist mit dem Coronavirus infiziert. Allerdings hielt sie sich bereits seit Samstag zu Hause im Bundesstaat Michigan und nicht in Washington auf, wie ein Sprecher am Freitag mitteilte. 

Sie habe sich nach der Infektion eines Familienmitglieds testen lassen, am Mittwochnachmittag habe sie die Informationen bekommen, dass auch ihr Testergebnis positiv sei. Am Donnerstag sprach sie mit dem Sender Fox News per Videokonferenz über die TV-Debatten zwischen Trump und Herausforderer Joe Biden - erwähnte dabei aber ihren Corona-Test nicht.

Update, 2. Oktober, 16.33 Uhr: Afghanistans Präsident Ghani besorgt über Trumps Infizierung

Afghanistans Präsident Ashraf Ghani hat seine besten Wünsche und Gebete an US-Präsident Donald Trump und dessen Frau übermittelt. 

"Der Präsident der Islamischen Republik Afghanistan ist betrübt und äußerte seine Besorgnis über die Nachricht der positiven Covid-19 Tests für US-Präsident Donald Trump und die First Lady der USA", hieß es in einer Mitteilung des Präsidentenpalasts am Freitag.

Update, 2. Oktober, 16.12 Uhr: Corona-Hotspot Madrid wehrt sich juristisch gegen Abriegelung

Der Streit um die richtige Strategie zur Bekämpfung der Pandemie im Corona-Hotspot Madrid wird nun vor Gericht ausgetragen: Die konservative Regionalregierung legte nach eigenen Angaben am Freitag beim Staatsgerichtshof Einspruch gegen die Entscheidung der linken Zentralregierung ein, Madrid und weitere neun Gemeinden im Großraum der Hauptstadt abzuriegeln. 

Die "Comunidad Autónoma" forderte bis zur endgültigen Entscheidung die vorläufige Aussetzung der Verordnung des Gesundheitsministeriums. Es ist ein Rennen gegen die Uhr, denn laut Verordnung müssen die Absperrungen spätestens an diesem Samstag in Kraft treten.

Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso hält eine weitgehende Absperrung der Hauptstadt trotz der höchsten Infektionszahlen in ganz Westeuropa für unverhältnismäßig. Sie befürchtet unter anderem schlimme wirtschaftliche Konsequenzen. 

Sie teilte am Freitag auf Twitter mit, die Zahlen seien in den vergangenen Tagen in ihrer Region deutlich besser geworden. Ayuso betonte allerdings auch, bis zu einer Entscheidung der Justiz werde man die Anordnung von Gesundheitsminister Salvador Illa notgedrungen umsetzen.

Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Antigen-Schnelltest in Madrid. Madrid und seine Vororte sind die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Teile Spaniens und bereiten sich auf eine weiche Sperre vor, die Reisen in die und aus der Hauptstadt einschränkt.
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einer Frau einen Abstrich für einen Corona-Antigen-Schnelltest in Madrid. Madrid und seine Vororte sind die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffenen Teile Spaniens und bereiten sich auf eine weiche Sperre vor, die Reisen in die und aus der Hauptstadt einschränkt.  © Bernat Armangue/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 15.53 Uhr: Österreichs Kanzler Kurz wünscht den Trumps rasche Genesung

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hat Genesungswünsche an den mit dem Coronavirus infizierten US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania gerichtet. 

Er wünsche ihnen eine vollständige und rasche Erholung, schrieb er am Freitag auf Twitter. 

Update, 2. Oktober, 15.50 Uhr: "New York Times": Trump hat leichte Corona-Symptome

US-Präsident Donald Trump zeigt nach Informationen der "New York Times" nach seiner Infektion mit dem Coronavirus leichte Erkrankungssymptome. Die Zeitung bezog sich dabei am Freitagmorgen (Ortszeit) auf zwei Personen, die über Trumps Zustand unterrichtet seien. 

Laut einer von ihnen handelt es sich dabei um Erkältungssymptome. Am Donnerstagabend sei noch über einen Behandlungsplan für den Präsidenten diskutiert worden.

Das Weiße Haus hatte zunächst nur mitgeteilt, dass es Trump und seiner Ehefrau Melania gut gehe - aber nichts dazu gesagt, ob sie Symptome aufwiesen.

Update, 2. Oktober, 15.47 Uhr: Rom verschärft Anti-Coronamaßnahmen, Maskenpflicht im Freien

Angesichts landesweit steigender Zahlen von Corona-Neuinfektion führen die italienische Region Latium samt der Hauptstadt Rom eine Maskenpflicht im Freien ein. 

"Wir müssen das Maß an Wachsamkeit und Prävention erhöhen", schrieb der Regionalpräsident Nicola Zingaretti am Freitag bei Twitter nach einem Beschluss der Region, zu der auch die italienische Hauptstadt gehört.

Die Vorsichtsmaßnahme gegen Corona-Ansteckungen tritt einem entsprechendem Dekret zufolge am Samstag in Kraft. Ausgenommen seien Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen, die draußen Sport treiben würden. Ähnliche Vorschriften gelten bereits in den süditalienischen Regionen Kampanien, Kalabrien und Sizilien.

Update, 2. Oktober, 15.28 Uhr: Zahl der neuen Corona-Fälle steigt in Emiraten auf Höchststand

Die Zahl der täglichen Corona-Infizierungen ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einen Höchststand gestiegen. Das Gesundheitsministerium in Abu Dhabi meldete am Freitag 1181 neue Fälle. Damit stieg die Gesamtzahl der bislang registrierten Corona-Infizierungen auf mehr als 96.000. Die Emirate haben zudem 424 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gemeldet.

Die Zahl der täglichen Corona-Infizierungen war in dem Golfstaat nach einem Höchststand im Mai bis Anfang August auf unter 200 gesunken und danach wieder gestiegen. Die VAE haben zugleich weltweit eine der höchsten Testraten. Das Land mit fast zehn Millionen Einwohnern kommt bislang auf etwa ebenso viele Tests.

Update, 2. Oktober, 15.27 Uhr: 150 Euro Buße für Falschangaben in Hamburg - Glühwein nur im Sitzen

Wer sich in Hamburger Bars und Restaurants mit falschen Kontaktdaten in die Corona-Gästelisten einträgt, muss künftig mit 150 Euro Bußgeld rechnen. Außerdem sei in einer neuen Verordnung klargestellt worden, dass Wirte und Betreiber die Daten auf Vollständigkeit und Plausibilität überprüfen müssen, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde am Freitag.

"Wer als Wirt ein Kontaktformular entgegennimmt, auf dem Benjamin Blümchen eingetragen ist, der muss künftig die Bewirtung verweigern." Wer nicht genau prüfe, erhebe keine Kontaktdaten, erklärte der Sprecher. Und das sei auch bisher schon eine Ordnungswidrigkeit, die mit 1000 Euro geahndet werde.

Neu in der Verordnung sind auch Planungen zum Ausschank von Alkohol auf Weihnachtsmärkten. Wenn das Infektionsgeschehen solche Märkte zulasse, sei Alkohol nur in abgetrennten Bereichen erlaubt, in denen die Gäste sitzen, sagte der Sprecher. 

Update, 2. Oktober, 15.16 Uhr: Bundespolizei meldet 658 Maskenverweigerer an Gesundheitsämter

Die Bundespolizei hat innerhalb von knapp drei Wochen fast 49.000 Reisende ermahnt, die ohne Mund-Nase-Schutz in Bahnhöfen oder Zügen unterwegs waren. 

Wie das Bundespolizeipräsidium am Freitag in Potsdam mitteilte, wurden zwischen dem 12. September und dem 1. Oktober bundesweit 658 "Uneinsichtige" an das örtlich zuständige Gesundheitsamt gemeldet, um Bußgelder nach den Landesverordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu verhängen.

Dass die Ermahnung von Fahrgästen ohne Alltagsmaske auch andere Folgen haben kann, zeigen zwei Beispiele. In Osnabrück hatte sich laut Bundespolizei am vergangenen Mittwoch ein 37-Jähriger geweigert, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Bei der anschließenden Übermittlung seiner Identität an das Gesundheitsamt sei dann aufgefallen, dass gegen ihn ein Haftbefehl wegen Körperverletzung vorlag. 

Reisenden, die sich weigern, eine Mund-Nase-Maske zu tragen, droht ein Bußgeld.
Reisenden, die sich weigern, eine Mund-Nase-Maske zu tragen, droht ein Bußgeld.  © 123rf.com/Aleksandra Konoplya

Update, 2. Oktober, 15.12 Uhr: Olaf Scholz will nach Corona-Krise als Erstes wieder Freunde treffen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will nach dem Ende der Corona-Krise als Erstes Freunde und Verwandte wiedersehen. Es sei wohl die persönliche Begegnung, die den Menschen während der Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie am meisten fehlen würde, sagte der Vizekanzler dem Radiosender RPR1, wie dieser am Freitag mitteilte. 

"Und das würden dann wahrscheinlich alle erstmal nachholen. Ich auch", sagte Scholz im Interview. "Es muss ja nicht gleich eine große Party sein." Der Bundesfinanzminister bat aber gleichzeitig um Geduld bei der Aufhebung von Kontaktbeschränkungen: "Von einem auf den anderen Tag wird das nicht der Fall sein."

Update, 2. Oktober, 15.01 Uhr: Berliner Bezirk lehnt trotz Infektionen Bundeswehr-Hilfe weiter ab

Ungeachtet deutlicher Kritik der Bundesregierung darf die Bundeswehr weiterhin nicht bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg helfen. 

Das Bezirksparlament lehnte es am späten Donnerstagabend ab, zwei Anträge von SPD und CDU zur Zulassung der Bundeswehr zu beschließen. Als einziger von zwölf Berliner Bezirken lässt er keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zu, etwa bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) hatten das kritisiert und ideologische Gründe dahinter vermutet.

Friedrichshain-Kreuzberg hat eine der höchsten Infektionsraten auch innerhalb der rot-rot-grün regierten Hauptstadt, in der die Zahl der Corona-Fälle zuletzt ohnehin stark zunahm. 

Die grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann plädierte für mehr Gelassenheit. "Wir haben das Personal mit zivilen Kräften aufgestockt", sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Hier geht es nur um eine ideologische Debatte. Oder meint eine Bundesministerin ernsthaft, Deutschland geht wegen Friedrichshain-Kreuzberg verloren?" 

Monika Herrmann (56) grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, plädierte trotz steigender Corona-Fälle für mehr Gelassenheit.
Monika Herrmann (56) grüne Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, plädierte trotz steigender Corona-Fälle für mehr Gelassenheit.  © Christoph Soeder/dpa

Update, 2. Oktober, 14.59 Uhr: Tesla bleibt auch in Corona-Krise stramm auf Wachstumskurs

Während die Corona-Pandemie den Automarkt insgesamt ausbremst, legt Tesla weiter kräftig zu. Der US-Elektroautobauer von Starunternehmer Elon Musk brachte im dritten Quartal 139.300 Fahrzeuge an die Kundschaft, wie er am Freitag am Firmensitz im kalifornischen Palo Alto mitteilte. 

Damit stellte Tesla einen neuen Rekord auf und übertraf sowohl den Wert aus dem Vorjahr von 97. Autos als auch den aus dem Vorquartal von 90.650 bei Weitem. Analysten hatten mit rund 137.000 Auslieferungen gerechnet. Die Aktie blieb jedoch vorbörslich im negativen Gesamtmarkt unter Druck.

Update, 2. Oktober, 14.54 Uhr: Tourismus-Einbruch setzt sich in Spanien wegen Corona fort

Im vom Reiseverkehr stark abhängigen Spanien hat sich der coronabedingte Einbruch des Tourismus fortgesetzt. Im August fiel die Zahl der ausländischen Besucher im Vergleich zum Vorjahresmonat um 75,9 Prozent auf gut 2,4 Millionen, wie die spanische Statistikbehörde INE am Freitag mitteilte. 

Auf den Balearen mit Mallorca - der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen - betrug der Rückgang demnach sogar 79,9 Prozent. Die Region empfing im August nur noch gut 450.000 ausländische Touristen.

In den ersten acht Monaten 2020 wurde Spanien von insgesamt 15,7 Millionen Touristen aus dem Ausland besucht. Das sind fast vier Mal weniger (minus 73 Prozent) als im Zeitraum des Vorjahres, als gut 58 Millionen gezählt wurden. 

Die Balearen erlitten im bisherigen Jahresverlauf einen dramatischen Rückgang um 85,4 Prozent auf knapp 1,5 Millionen. So schlimm erwischte es keine andere Region. Auf Platz zwei folgt Katalonien mit einem Minus von 76,5 Prozent.

Die Tourismusindustrie erlebt eine nie da gewesene Krise.
Die Tourismusindustrie erlebt eine nie da gewesene Krise.  © picture alliance / dpa

Update, 2. Oktober, 14.49 Uhr: Arbeitslosenquote in den USA sinkt stärker als erwartet

Am US-Arbeitsmarkt setzt sich die Erholung von dem schweren Einbruch in der Corona-Krise fort. Die Arbeitslosenquote fiel im September von 8,4 Prozent im Vormonat auf 7,9 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte.

In der Corona-Krise war die Arbeitslosenquote auf den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen gesprungen. Seither ist sie wieder spürbar gesunken. Sie liegt aber immer noch deutlich höher als vor der Krise.

Die Corona-Krise hatte in den USA weite Teile des Wirtschaftslebens stillgelegt. Im April war die Arbeitslosenquote daher auf mehr als 14 Prozent geklettert. Im Mai fiel sie auf 13,3 Prozent, im Juni dann überraschend deutlich auf 11,1 Prozent. Im Juli lag die Quote bei 10,2 Prozent.

Update, 2. Oktober, 14.40 Uhr: Scholz verteidigt Milliardenschulden

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat die Aufnahme neuer Milliardenschulden verteidigt. Scholz sagte am Freitag zum Abschluss der Haushaltswoche im Bundestag, die großen Kreditmittel dienten dazu, dass Deutschland besser aus der Krise komme. Es gehe darum, die Wirtschaft zu stabilisieren und in die Zukunft zu investieren.

Er verwies außerdem erneut auf die Zeit nach der Bundestagswahl im kommenden Herbst. Es komme auf ein leistungsfähiges Gemeinwesen und einen guten Sozialstaat an. Scholz hatte für den Fall eines Wahlsiegs bereits Steuererhöhungen für Besserverdienende angekündigt.

Scholz plant im kommenden Jahr vor dem Hintergrund der Corona-Krise mit einer Neuverschuldung von 96,2 Milliarden Euro. Hauptgrund sind milliardenschwere Programme, um die Folgen der Krise abzufedern, sowie Investitionen in Zukunftstechnologien.

Olaf Scholz (62, SPD), Bundesminister der Finanzen.
Olaf Scholz (62, SPD), Bundesminister der Finanzen.  © Kay Nietfeld/dpa

Update, 2. Oktober, 14.06 Uhr: US-Vizepräsident Pence ist negativ

Nach Bekanntwerden der Corona-Infektion von US-Präsident Donald Trump ist ein Test bei dessen Vize Mike Pence negativ ausgefallen. Pence werde seit Monaten täglich auf das Coronavirus getestet, erklärte sein Sprecher Devin O'Malley am Freitag auf Twitter. Der 61-Jährige sei guter Gesundheit. Auch der Test seiner Frau Karen sei negativ gewesen. Offen ließ O'Malley, ob Pence und seine Ehefrau sich vorsorglich in Quarantäne begeben würden.

Pence müsste einspringen, sollte Trump seine Amtsgeschäfte nicht ausüben können. Der Leibarzt des Präsidenten hatte Freitagnacht mitgeteilt, dass er erwarte, dass Trump seinen Pflichten trotz der Infektion ohne Unterbrechung nachkommen könne. Allerdings ist Trump mit seinen 74 Jahren Risikopatient. Es war zunächst unklar, ob er Symptome zeigte.

Nancy Pelosi (r), demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, zerreißt das Manuskript der Rede zur Nation von US-Präsident Donald Trump (vorne), nachdem dieser seine Ansprache gehalten hat. Vizepräsident Mike Pence (hinten, l) steht neben ihr.
Nancy Pelosi (r), demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, zerreißt das Manuskript der Rede zur Nation von US-Präsident Donald Trump (vorne), nachdem dieser seine Ansprache gehalten hat. Vizepräsident Mike Pence (hinten, l) steht neben ihr.  © Patrick Semansky/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 13.51 Uhr: EU-Staaten geloben engere Zusammenarbeit

In der Corona-Krise haben die EU-Staaten noch einmal gelobt, enger zusammenzuarbeiten. "Wir müssen unsere Koordination im Umgang mit Covid-19 insgesamt verstärken", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel am Freitag zum Abschluss des zweitägigen EU-Gipfels in Brüssel. Zusammenarbeit der 27 sei der einzige Weg, die Pandemie zu überwinden, betonte auch Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Wichtig sei, dass es nicht wieder zu einer Situation wie im Frühjahr komme.

Während der ersten Corona-Welle hatten viele EU-Staaten ihre Grenzkontrollen verstärkt, so dass vor allem Warentransporte im Binnenmarkt gelähmt wurden. Auch bei Reisebeschränkungen und Teststrategien verfuhren die Staaten sehr unterschiedlich. Eine gemeinsame Strategie verfolgt die EU jedoch bei den erhofften Impfstoffen, wie von der Leyen bekräftigte. Zwei Verträge mit möglichen Herstellern seien bereits geschlossen, mit fünf weiteren sei man im Gespräch.

Update, 2. Oktober, 13.13 Uhr: 50 Corona-Infektionen in Pflegeheim in Vechta

In einem Alten- und Pflegeheim im niedersächsischen Vechta haben sich Dutzende Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Es gebe 50 bestätigte Fälle, sagte Landrat Herbert Winkel am Freitag. Betroffen seien 31 Bewohner und 19 Mitarbeiter. Weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Region seien zurzeit aber nicht geplant, da sich der Corona-Ausbruch klar verorten lasse.

Das Land Niedersachsen gab die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche im Kreis Vechta am Freitagvormittag mit 23,8 an. Mit dem neuen Ausbruch dürfte der Wert aber deutlich in Richtung des Schwellenwertes von 50 steigen, der als Indikator für eine mögliche Ausweitung von Schutzmaßnahmen vereinbart wurde.

Update, 2. Oktober, 13.10 Uhr: Weiterer deutscher Corona-Impfstoff darf an Menschen getestet werden

In Deutschland darf ein Corona-Impfstoff an Menschen getestet werden, der auf einem Impfstoff gegen Pocken basiert. Das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hat die Studie genehmigt. Es handelt sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff, mit dem genetisches Material des Covid-19-Erregers in den Körper eingeschleust wird, wie das PEI am Freitag im hessischen Langen mitteilte. Er wurde vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und der IDT Biologika GmbH in Dessau entwickelt. Beteiligt sind auch die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Bei dem Vektorimpfstoff wurde die genetische Information für ein Oberflächenprotein von Sars-CoV-2 in ein abgewandeltes Pockenvirus eingebaut ist. Das Ausgangsvirus wurde schon vor mehr als 30 Jahren hergestellt und auch für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Mers verwendet. Der Vektor kann sich nicht vermehren, aber die eingeschleuste DNA-Sequenz kann eine Infektion simulieren und die Produktion von Antikörpern und T-Zellen auslösen.

Update, 2. Oktober, 13 Uhr: Laschet wird laut Merz für Corona-Maßnahmen manchmal zu sehr kritisiert

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird nach Ansicht seines Kontrahenten um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, manchmal etwas zu sehr für seine Corona-Maßnahmen kritisiert. Merz sagte am Freitag im TV-Sender Welt auf die Frage, ob Laschet oder Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) der bessere Krisenmanager sei, dass alle Ministerpräsidenten das gut machten. "Jeder macht in einer solchen Krisenbewältigung Fehler. Das bleibt überhaupt nicht aus. Das gilt auch für Markus Söder."

Er lebe in Nordrhein-Westfalen, und er könne aus seiner Erfahrung sagen, "das ist gut gelaufen", sagte Merz, der selbst mit dem Coronavirus infiziert war. Das gelte auch für seine Erfahrungen mit den Gesundheitsbehörden vor Ort.

Er würde jedenfalls zurzeit in keinem Land der Welt lieber leben wollen als in Deutschland, unterstrich der frühere Unionsfraktionsvorsitzende. Der Föderalismus in Deutschland bewähre sich gerade, bei allen Schwächen hie und da. "Insgesamt, finde ich, gibt es keinen Grund zu einer fundamentalen Kritik an unserer Politik."

Der Bund könne in solchen Situationen in der Regel nur appellieren. Und das mache Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sehr gut, wenn sie etwa den Menschen sage, sie sollten Acht geben, die Pandemie sei noch nicht vorbei. Hier zeige der Föderalismus auch bis zu einem gewissen Maß Schwächen. "Ja, es gibt Fehler, ohne Zweifel, aber im Großen und Ganzen sind die Maßnahmen angemessen und richtig gewesen."

Update, 2. Oktober, 12.56 Uhr: Athener Filmfestival behauptet sich gegen Corona

Das Athener Filmfestival hat es trotz Corona geschafft, sein gesamtes Programm zu zeigen - dank der vielen Freilichtkinos in der griechischen Hauptstadt und dem gewohnt guten Wetter. "Dieses Jahr haben wir einen Kampf gewonnen", sagte der Kulturdirektor des Festivals, Loukas Katsikas, der Deutschen Presse-Agentur kurz vor Abschluss des zweiwöchigen Events am Donnerstagabend. "Nicht vielen Festivals weltweit ist das gelungen."

Nur wenige Tage vor Beginn der Veranstaltung am 23. September waren in Griechenland wegen steigender Corona-Zahlen alle Kinosäle geschlossen worden. So wich das Festival kurzerhand auf die Freilichtkinos aus. Dort gab es strenge Sicherheitsmaßnahmen, um die rund 90 Filme aus aller Herren Länder zu sehen. Die Filmfans kamen den Veranstaltern zufolge trotzdem zu Tausenden. Und sie genossen ein atmosphärisches Plus: Abendlichen Temperaturen von über 25 Grad, die eine oder andere streunende Katze als Sitznachbar sowie den intensiven Duft des Nacht-Jasmins, der in vielen der Kinos blüht.

Die Eingangskontrollen, darunter Maskenpflicht und Fiebermessen, ließen die Menschen geduldig über sich ergehen. Die Kinos durften zu zweit besucht werden, zwischen den Gästen blieben je zwei Plätze frei. Pausen waren verboten, auch das Aufstehen oder Herumlaufen. "Und keine Küsse zur Begrüßung, wenn Sie einen alten Freund treffen!", warnte ein Filmspot zu Beginn eines jeden Kinoabends.

Gäste sitzen im Freiluftkino "Riviera" beim Athener Filmfestival und halten Abstand.
Gäste sitzen im Freiluftkino "Riviera" beim Athener Filmfestival und halten Abstand.  © Vaiva Bauze/dpa

Update, 2. Oktober, 12.27 Uhr: Laut Bürgermeisterin Streit um Corona-Hilfe der Bundeswehr "ideologisch"

Im Streit um die Ablehnung von Bundeswehr-Hilfe bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg plädiert Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann für mehr Gelassenheit. "Wir haben das Personal mit zivilen Kräften aufgestockt", sagte die Grünen-Politikerin am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Hier geht es nur um eine ideologische Debatte. Oder meint eine Bundesministerin ernsthaft, Deutschland geht wegen Friedrichshain-Kreuzberg verloren?" Der Bezirk erfülle - etwa bei der Nachverfolgung von Infektionsketten - alle geforderten Standards. "Und nur darum sollte es gehen."

Das grün-linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg lässt als einziger von zwölf Berliner Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zu. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) hatten das kritisiert und ideologische Gründe hinter diesem Vorgehen vermutet. Ungeachtet der Kritik lehnte es das Bezirksparlament am späten Donnerstagabend mit breiter Mehrheit der Anwesenden ab, zwei Anträge von SPD und CDU zur Zulassung der Bundeswehr zu beschließen. Sie sollen zunächst im Sozialausschuss weiter diskutiert werden.

Update, 2. Oktober, 12.25 Uhr: Führender Rabbiner in Israel positiv auf Coronavirus getestet

Ein einflussreicher Rabbiner innerhalb der strengreligiösen Gemeinschaft in Israel ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte die Familie von Chaim Kanievsky am Freitag nach Medienberichten mit. Dem Rabbi gehe es gut, er setze seine Studien unter medizinischer Beobachtung fort. Präsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wünschten via Twitter eine rasche und vollständige Genesung.

Kanievsky hatte jüdische Religionsstudenten vor wenigen Wochen dazu aufgerufen, sich nicht auf das Coronavirus testen zu lassen. Als Grund sagte er, eine Corona-Quarantäne gefährde die religiösen Studien. Einem Bericht der Zeitung Haaretz zufolge forderte Kanievsky Gläubige zuletzt aber anlässlich des am Freitagabend beginnenden jüdischen Laubhüttenfestes dazu auf, im Freien zu beten und Masken zu tragen.

Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern steckt inmitten einer zweiten Corona-Welle. Im September nahmen die Fallzahlen stark zu. Es gilt ein landesweiter Lockdown mit strengen Regeln. Innerhalb der strengreligiösen Gemeinschaft werden derzeit viele Neuinfektionen verzeichnet. In ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele strengreligiöse Juden fühlten sich zudem schon vor Beginn der Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Freitag wurden für den Vortag in Israel 7643 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Am Mittwoch hatten sie mit etwas mehr als 9000 einen Rekordwert erreicht.

Der Rabbiner Ezra Trab erklärt während eines Kurses wie man das Musikinstrument Schofar bläst.
Der Rabbiner Ezra Trab erklärt während eines Kurses wie man das Musikinstrument Schofar bläst.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 12.15 Uhr: Laut Merz Erkrankung Trumps "fast eine kleine Ironie der Geschichte"

Die Corona-Erkrankung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump wird nach den Worten des Bewerbers um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, den US-Wahlkampf stark beeinflussen. Die Wahlen seien in einem Monat, die Hälfte der verbleibenden Wahlkampfzeit werde folglich "unter völlig anderen Bedingungen ausgetragen werden", sagte Merz am Freitag dem TV-Sender welt-tv.

Man müsse auch abwarten, wie stark der Präsident infiziert sei. Und man müsse abwarten, was mit dem Mitbewerber Joe Biden geschehe. Beide seien ja längere Zeit in einem TV-Duell beisammen gewesen.

Es sei "fast eine kleine Ironie der Geschichte", dass der Mann, der das Virus am längsten geleugnet habe, jetzt selber betroffen sei, sagte Merz, der vor einiger Zeit ebenfalls coronainfiziert war. Er wünsche Trump trotz aller Meinungsverschiedenheiten bei Stil und Umgang miteinander gute Besserung - und ebenso seiner Frau Melania. Man denke in solch einer Zeit über manches nach und werde demütiger. Für Trump und seine Frau sei zu hoffen, dass sie die Erkrankung ernst nehmen und entsprechend Konsequenzen ziehen im Umgang mit Corona und der Versorgung der Bevölkerung.

Man könne froh sein, dass Deutschland mit der Pandemie anders umgegangen sei, sagte Merz. "Ich finde, dass die deutsche Bundesregierung, dass die Bundeskanzlerin uns bis jetzt hier gut durch die Krise geführt hat." Dass dabei in Deutschland die meisten Entscheidungen bei den Ländern lägen, mache die Sache manchmal schwieriger. Der Kurs von Regierung und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) "hat immer meine persönliche Zustimmung und Unterstützung erfahren, und dabei bleib' ich auch", so der CDU-Politiker.

Update, 2. Oktober, 12.10 Uhr: Rheinderby ohne Zuschauer

Das Rheinderby der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach findet am Samstag zum zweiten Mal in diesem Jahr ohne Zuschauer statt. Grund dafür ist der zu hohe Wert an Corona-Neuinfektionen in Köln in den vergangenen sieben Tagen. Schon am Donnerstag hatte sich dies angekündigt, da der entsprechende Wert über die kritische Marke von über 35 pro 100 000 Einwohner gesprungen war. Am Freitag stieg der Wert noch einmal leicht auf 36,9 an. Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung müssen am Tag vor einem Spiel damit Zuschauer untersagt werden.

Aus demselben Grund musste bereits das erste Saison-Heimspiel der Kölner gegen 1899 Hoffenheim ohne Zuschauer stattfinden. Das bislang letzte Derby im März im Borussia-Park zu Beginn der Corona-Krise war das erste Bundesliga-Spiel überhaupt, das ohne Zuschauer stattgefunden hatte. Nach Monaten, in denen erst gar nicht und dann nur ohne Zuschauer gespielt werden konnte, sind inzwischen zumindest teilweise wieder Zuschauer in den Stadien zugelassen - wenn der Neuinfektionswert am Tag vor einem Spiel in der entsprechenden Stadt oder im entsprechenden Landkreis nicht über 35 liegt.

Update, 2. Oktober, 11.56 Uhr: Merkel wünscht Trump gute Besserung

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat dem mit Corona infizierten US-Präsidenten Donald Trump baldige Genesung gewünscht. "Kanzlerin Merkel: Ich sende Donald und Melania Trump all meine guten Wünsche", hieß es in einem Tweet, den Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag über Twitter verbreitete. "Ich hoffe, dass sie ihre Corona-Infektion gut überstehen und bald wieder ganz gesund sind", wurde die Kanzlerin weiter zitiert.

Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte auf Fragen, sie könne nicht von einem direkten Kontakt der Kanzlerin mit Trump berichten. Nach öffentlich zugänglichen Quellen sei der US-Präsident voll arbeitsfähig. Die Bundesregierung wünsche ihm, "dass er die Infektion möglichst gut und ohne Folgen übersteht".

Angela Merkel, Bundeskanzlerin, trägt beim Eintreffen im Europäischen Rat einen Mund-Nasen-Schutz.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin, trägt beim Eintreffen im Europäischen Rat einen Mund-Nasen-Schutz.  © Olivier Matthys/AP Pool/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 11.50 Uhr: Polen verzeichnet erneut so viele Corona-Neuinfektionen wie noch nie

Den zweiten Tag in Folge hat Polen so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 2292 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt lag mit 282 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (246) und Pommern im Westen (228) waren stark betroffen. Erst am Donnerstag wurde der bisherige Rekortwert erfasst, er betrug 1967 Neuinfektionen.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 95 773 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2570 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das Land wird vom Robert Koch-Institut bislang nicht als Risikogebiet eingestuft.

Update, 2. Oktober, 11.49 Uhr: Ungarn verzeichnet Rekord an Corona-Neuinfektionen

In Ungarn haben die Behörden am Freitag einen Rekordwert an neuen Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. In den vergangenen 24 Stunden sei bei 1322 Menschen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden, teilte der Krisenstab der ungarischen Regierung mit. Seit mehr als zwei Wochen wurden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land täglich jeweils zwischen 700 und 1000 Neuinfektionen registriert.

Auch die Zahl der Patienten, die im Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung sterben, steigt. Am Freitag wurden in den vergangenen 24 Stunden 17, am Donnerstag 16 Tote verzeichnet. Insgesamt wird die Zahl der Todesopfer infolge der Corona-Pandemie mit 798 angegeben. 740 Patienten werden derzeit in Krankenhäusern behandelt, 47 von ihnen müssen künstlich beatmet werden.

Experten zeigen sich besorgt darüber, dass verhältnismäßig wenig getestet wird. In den letzten 24 Stunden gab es 12 394 Tests. Mehr als zehn Prozent davon waren positiv. Der Anteil der positiv Getesteten an einem gegebenen Tag beträgt seit gut einem Monat zwischen sechs und zwölf Prozent. Laut Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte die Rate der positiv Getesteten fünf Prozent nicht übersteigen, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten.

Update, 2. Oktober, 11.46 Uhr: Deutschen Marinesoldaten droht Isolation bis vor Weihnachten

Wegen der Corona-Pandemie werden die zur Überwachung des Waffenembargos gegen Libyen eingesetzten deutschen Soldaten vermutlich bis kurz vor Weihnachten keinen physischen Kontakt zu anderen Menschen haben dürfen. Angesichts der anhaltenden Pandemie sei nicht damit zu rechnen, dass es bei Hafenaufenthalten der Fregatte "Hamburg" normale Landgänge geben könne, sagte Kommandant Jan Fitschen der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir nach einem Hafenaufenthalt einen Corona-Fall hätten, würde das dazu führen, dass das komplette Kontingent nicht mehr einsatzfähig wäre."

Die rund 240 deutschen Soldaten an Bord der "Hamburg" kontrollieren seit August im Rahmen der EU-Operation Irini Frachtschiffe, die im Mittelmeer in Richtung Libyen unterwegs sind. Ziel des Einsatzes ist die Stabilisierung des nordafrikanischen Bürgerkriegslandes sowie die Unterstützung des UN-geführten politischen Friedensprozesses. Neben Waffenschmuggel soll er auch Öl- und Kraftstoffschmuggel verhindern. Zurück in ihrem Heimathafen Wilhelmshaven werden die Soldaten erst am 20. Dezember erwartet.

An Bord eines italienischen Kriegsschiffes, das ebenfalls an der EU-Operation beteiligt ist, waren zuletzt Dutzende Besatzungsmitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ob die "ITS Margottini" weiter im Einsatz bleiben kann, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Ein U-Boot der Klasse HDW 209/1400mod der Ägyptischen Marine liegt vor der Taufe auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS).
Ein U-Boot der Klasse HDW 209/1400mod der Ägyptischen Marine liegt vor der Taufe auf der Werft von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS).  © Christian Charisius/dpa

Update, 2. Oktober, 11.42 Uhr: Paul-Ehrlich-Institut genehmigt neue Impfstofftests

Das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat erste Tests mit einem Covid-19-Impfstoff genehmigt, der auf einem Impfstoff gegen Pocken basiert. Antragsteller ist das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), an dem unter anderem die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg, das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und das Pharmaunternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau beteiligt sind.

In der ersten Phase der klinischen Prüfung wird der Impfstoff auf Sicherheit, Verträglichkeit und auf seine spezifische Immunantwort gegen den Erreger untersucht. Die klinische Studie soll Anfang Oktober "mit der Rekrutierung der ersten der insgesamt 30 Studienteilnehmer im medizinischen Auftragsinstitut CTC North am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) starten", wie das UKE Hamburg mitteilte. Es gibt bereits etliche Impfstoffe, die in der entscheidenden dritten Phase der klinischen Prüfung sind.

Bei dem neuen Impfstoff handelt es sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2, bei dem die genetische Information für ein Oberflächenprotein von Sars-CoV-2 in ein abgewandeltes und damit harmloses Pockenvirus (MVA) eingebaut ist. Das Ausgangsvirus wurde schon vor mehr als 30 Jahren gegen Pocken generiert und bereits auch für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Mers-Virus verwendet.

Update, 2. Oktober, 11.35 Uhr: Löw plant für Türkei-Spiel separates Team

Joachim Löw will das Testspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft am kommenden Mittwoch gegen die Türkei mit einer separaten Mannschaft angehen. "Wir lassen die Spieler in zwei Etappen anreisen und planen im Grunde mit zwei unterschiedlichen Aufgeboten", erklärte der Bundestrainer nach der Nominierung seines 29-köpfigen Aufgebots am Freitag. Alle Spieler des FC Bayern und von RB Leipzig sowie Toni Kroos von Real Madrid, der sich noch mit einem Muskelfaserriss im Gesäßbereich quält, werden erst am Dienstag in Köln anreisen und dann Mittwoch trainieren. "Mit ihnen plane ich nicht für das Spiel gegen die Türkei", sagte Löw.

Im Anschluss an das Testspiel will der 60-Jährige dann entscheiden, wer die Reise zum Spiel gegen die Ukraine ins Corona-Risikogebiet Kiew mit antreten wird. "Das Reglement sieht für die UEFA-Spiele ja ohnehin maximal 23 Spieler vor", bemerkte Löw auf der DFB-Homepage: "Und was die Pandemie angeht, werden wir wieder penibel sämtliche Maßnahmen ergreifen, um das Risiko, sich zu infizieren, so gering wie möglich zu halten."

Löw will die Belastung für jeden Spieler dosieren. "Es wird im Rahmen dieses intensiven Zeitraums bei der Nationalmannschaft für jeden Phasen der Anspannung, aber auch der Entspannung geben. Deshalb haben wir einen erweiterten Kader berufen, der uns genügend Optionen für die drei Spiele gibt", sagte der DFB-Chefcoach. In der Nations League tritt die Nationalelf nach der Partie am 10. Oktober in der Ukraine drei Tage später in Köln noch gegen die Schweiz an. "Mit Blick auf die individuelle Belastungssteuerung der Spieler ist das eine Herausforderung", erklärte Löw.

Joachim Löw, Bundestrainer von Deutschland, steht vor dem Spiel am Platz.
Joachim Löw, Bundestrainer von Deutschland, steht vor dem Spiel am Platz.  © Christian Charisius/dpa

Update, 2. Oktober, 11.11 Uhr: Australien will quarantänefreies Reisen mit Neuseeland starten

Australien will in den nächsten Wochen erstmals wieder quarantänefreie Reisen für Touristen aus dem Nachbarland Neuseeland ermöglichen. Neuseeländer aus Corona-freien Landesteilen dürften ab dem 16. Oktober in die australischen Bundesstaaten New South Wales mit der Metropole Sydney und Northern Territory mit dem berühmten Uluru (Ayers Rock) reisen, kündigte Australiens Vize-Premierminister Michael McCormack am Freitag an. Voraussetzung sei, dass sich die Besucher in den 14 Tagen zuvor nicht in einem Covid-19-Hotspot in ihrer Heimat aufgehalten hätten.

Umgekehrt soll die Regel allerdings nicht gelten: Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hält Reisen ohne jegliche Isolation weiter für zu risikoreich. "Aus unserer Sicht sind wir noch nicht bereit, quarantänefreies Reisen mit Australien zu starten. Sie verfolgen eine ganz andere Strategie als wir und haben diese Entscheidung getroffen", sagte Ardern, deren erfolgreicher Umgang mit der Pandemie weltweit Beachtung fand. Neuseeländer, die nach Australien reisten, müssten bei ihrer Heimkehr weiterhin in Quarantäne, betonte die Regierung.

Neuseeland und Australien hatten im März ihre Grenzen geschlossen. In dem Pazifikstaat mit seinen knapp fünf Millionen Einwohnern wurden bislang weniger als 1900 Fälle registriert, 25 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Australien (25 Millionen Einwohner) hat rund 27 000 Infektionen verzeichnet, es gab 888 Todesfälle.

Update, 2. Oktober, 11.08 Uhr: "Vorbehalte" in Corona-Zeit? Derby in Hannover noch nicht ausverkauft

Hannover 96 gegen Eintracht Braunschweig - in normalen Zeiten wäre das Stadion bei diesem emotionsgeladenen Fußball-Derby in Niedersachsen schon lange im voraus ausverkauft gewesen. Diesmal allerdings wurden bis zwei Tage vor dem Anpfiff (Samstag, 13.00 Uhr/Sky) wegen der Corona-Krise und eines viel kritisierten Vorverkauf-Modells in Hannover erst 7000 der überhaupt nur verfügbaren 9800 Tickets für dieses Zweitliga-Duell verkauft. "Es scheint Vorbehalte zu geben, in Corona-Zeiten ins Stadion zu gehen", sagte 96-Geschäftsführer Martin Kind dem Sportbuzzer (Freitag).

Der Club hatte im Vorfeld entschieden, dass nur eine Eintrittskarte für das Derby erhält, wer eine sogenannte "Testphasendauerkarte" für die Heimspiele gegen Braunschweig und Fortuna Düsseldorf (24. Oktober) erwirbt. Dauerkarten-Inhaber der vergangenen Saison erhielten ein Vorkaufsrecht. Am Stadion selbst besteht am Samstag keine Möglichkeit mehr, Tickets zu kaufen - selbst wenn das Spiel bis dahin nicht ausverkauft sein sollte. Denn Tageskassen dürfen während der Corona-Zeit in Hannover nicht geöffnet werden.

Hannovers Fans zünden nach dem Sieg Bengalische Feuer.
Hannovers Fans zünden nach dem Sieg Bengalische Feuer.  © picture alliance / Carmen Jaspersen/dpa

Update, 2. Oktober, 10.28 Uhr: Linke mahnt unter Hinweis auf Trump: "Masken schützen!"

Die Linke hat Genesungswünsche für den mit dem Coronavirus infizierten US-Präsidenten Donald Trump mit einer Mahnung verbunden. "Gilt auch für Präsidenten: Masken schützen!", hieß es am Freitag in einer über Twitter verbreiteten Reaktion. 

"Einen MundNasenSchutz (richtig) zu tragen, schützt alle vor dem Corona-Virus. Gute Besserung, Mr. President und allen anderen, die daran erkrankt sind. Gilt auch für Maskenmuffel und Maskenverweigerer." Trump hatte es in der Vergangenheit immer wieder abgelehnt, eine Maske zu tragen.

Update, 2. Oktober, 9.26 Uhr: Passagierzahlen bei Ryanair sinken wieder stärker

Bei der Billigfluggesellschaft Ryanair haben sich die Passagierzahlen im September wieder stärker reduziert. Die Airline beförderte rund 5,1 Millionen Passagiere, das waren 64 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie Ryanair am Freitag in Dublin mitteilte. 

Im August lag der Rückgang bei 53 Prozent. Im September habe etwa die Hälfte der üblich durchgeführten Flüge zu dieser Zeit stattgefunden. Die Auslastung liege bei 71 Prozent. Auch Ryanair streicht angesichts der Corona-Krise sein Flugangebot zusammen.

Update, 2. Oktober, 9.11 Uhr: Dax start mit Minus - Trumps Corona-Infektion beunruhigt Anleger

Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Freitag beunruhigt auf die Nachricht reagiert, wonach sich US-Präsident Donald Trump mit dem Coronavirus angesteckt hat. Die Auswirkungen auf die US-Politik - vor allem bei den Verhandlungen des nächsten Corona-Konjunkturpakets - sowie auf den US-Wahlkampf könnten immens sein, warnte Analyst Thomas Altmann von QC Partners.

Der Dax fiel in den ersten Handelsminuten um 1,34 Prozent auf 12 560,00 Punkte. Dank der hohen Gewinne vom Montag deutet sich für den deutschen Leitindex damit ein Wochenplus von rund 0,7 Prozent an. Der MDax der 60 mittelgroßen Börsentitel verlor am Freitagmorgen 1,09 Prozent auf 27 051,16 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte rund 1,3 Prozent ein.

Update, 2. Oktober, 8.25 Uhr: Pence wünscht Trump rasche Genesung

US-Vizepräsident Mike Pence hat Präsident Donald Trump nach dessen Corona-Diagnose rasche Genesung gewünscht. "Karen und ich senden unsere Liebe und Gebete an unsere lieben Freunde Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump", schrieb Pence auch im Namen seiner Ehefrau Karen am Freitag auf Twitter. "Wir schließen uns den Millionen quer durch Amerika an, die für die volle und schnelle Genesung beten. Gott segne Sie, Präsident Trump & unsere wundervolle First Lady Melania", schrieb Pence.

Das positive Corona-Testergebnis für Trump und seine Ehefrau Melania war am Freitagmorgen bekannt geworden.

Mike Pence, Vizepräsident der USA, spricht bei einer Veranstaltung der Family Leader Foundation.
Mike Pence, Vizepräsident der USA, spricht bei einer Veranstaltung der Family Leader Foundation.  © Charlie Neibergall/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 8.15 Uhr: Trump-Sprecherin nach Corona-Diagnose - Amerika steht vereint

Nach der Corona-Diagnose für US-Präsident Donald Trump hat die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, den Zusammenhalt der Nation beschworen. "Amerika steht vereint", schrieb sie am Freitag auf Twitter. Die Kraft des ganzen Landes sei mit Präsident Trump und der First Lady, betonte sie. "Euer Präsident wird weiterhin das Volk an die erste Stelle stellen", schrieb McEnany.

Das positive Corona-Testergebnis für Trump und seine Ehefrau Melania war am Freitagmorgen bekannt geworden.

Update, 2. Oktober, 7.55 Uhr: Melania Trump - "Es geht uns gut"

US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau sind nach Aussage von First Lady Melania nach ihrer Corona-Diagnose wohlauf. "Wie viel zu viele andere Amerikaner in diesem Jahr sind der Präsident der Vereinigten Staaten und ich in häuslicher Quarantäne, nachdem wir positiv auf Covid-19 getestet wurden. Es geht uns gut, und ich habe alle bevorstehenden Verpflichtungen abgesagt", schrieb Melania Trump am Freitag auf Twitter. "Passt bitte auf euch auf, und wir werden alle gemeinsam da durchkommen", schrieb sie weiter.

Die USA befinden sich auf der Zielgeraden zur Wahl am 3. November, bei der sich Trump um eine zweite Amtszeit bewirbt. Mehr als als 7,2 Millionen Corona-Infektionen sind in dem Land seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207 000 Menschen starben.

Update, 2. Oktober, 7.30 Uhr: Schulstart in Syriens Rebellengebieten trotz steigender Corona-Zahlen

Trotz steigender Zahlen von Corona-Fällen haben in den Rebellengebieten im Nordwesten Syriens die Schulen wieder geöffnet. Es gehe darum, die Bildungslücken auszugleichen, die bei vielen Kindern im vergangenen Schuljahr wegen Bombardierungen und Vertreibungen entstanden seien, sagte der Leiter der Bildungsbehörde in der Provinz Idlib, Mustafa al-Hadsch Ali.

Damit sich das Coronavirus nicht verbreite, seien die Klassen in mehrere Gruppen aufgeteilt worden, erklärte er weiter. Schüler müssten Masken tragen, die Klassenräume würden desinfiziert.

Viele Kinder in Vertriebenenlagern erhalten das erste Mal seit langer Zeit wieder Unterricht. Die Schulbildung dort habe sich wegen der schwierigen Umstände im Allgemeinen verschlechtert, sagte Schams al-Din Ibrahim, Lehrer in einem Lager in dem Ort Batanta nordwestlich der Rebellenhochburg Idlib. Es fehlen Unterrichtsmaterial und Mobiliar. "Aber wir hoffen, dass wir mit unseren Bemühungen diese Generation retten und die Bildungslücken schließen können."

Unterrichtet werden die Kinder in den Lagern häufig in Zelten, wo sie kaum Sicherheitsabstände einhalten können. Viele von ihnen tragen zum Schutz Masken. Die meisten der Kinder waren vor mehreren Monaten mit ihren Familien vor Kämpfen, Bombardierungen und den heranrückenden Truppen der syrischen Regierung geflohen.

In den Rebellengebieten im Nordwesten Syriens ist die Zahl der Corona-Fälle in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen. In der Region leben nach Angaben der Vereinten Nationen rund vier Millionen Menschen, mehr als die Hälfte davon Vertriebene. Viele von ihnen sind in überfüllten Lagern untergekommen.

Passagiere tragen Schutzmasken und stehen auf dem Internationalen Flughafen in Damaskus.
Passagiere tragen Schutzmasken und stehen auf dem Internationalen Flughafen in Damaskus.  © Ammar Safarjalani/XinHua/dpa

Update, 2. Oktober, 7.29 Uhr: Trumps Leibarzt - Präsident kann Amtsgeschäfte weiterführen

Der Leibarzt des US-Präsidenten erwartet, dass Donald Trump trotz seiner Corona-Infektion die Amtsgeschäfte "ohne Unterbrechung" weiterführen kann. Sean Conley erklärte in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung, Trump und seiner Ehefrau Melania gehe es gut und die beiden würden während ihrer Genesung im Weißen Haus bleiben. "Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der Präsident während der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird", erklärte Conley.

Er und das medizinische Team des Weißen Hauses würden wachsam sein. Conley machte deutlich, dass dem Präsidenten und der First Lady die Unterstützung einiger der "großartigsten" medizinischen Experten und Institutionen des Landes zur Verfügung stünden.

Trump hatte kurz zuvor auf Twitter bekannt gegeben, dass er und seine Frau positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Wenige Stunden vorher war bekannt geworden, dass sich Trumps enge Beraterin Hope Hicks angesteckt hatte. Trump ist 74 Jahre alt.

Update, 2. Oktober, 7 Uhr: US-Präsident Trump und First Lady positiv auf Coronavirus getestet

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Das teilte Trump in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) auf Twitter mit. Mehr Infos dazu >>>>hier.

Donald Trump, Präsident der USA, und Melania Trump, First Lady der USA, stehen auf dem Südrasen des Weißen Hauses.
Donald Trump, Präsident der USA, und Melania Trump, First Lady der USA, stehen auf dem Südrasen des Weißen Hauses.  © Evan Vucci/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 6.14 Uhr: Nur jeder Fünfte will im Herbst oder Winter verreisen

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und zahlreicher Reisewarnungen will nur jeder fünfte Deutsche im kommenden Herbst oder Winter verreisen. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur planen acht Prozent eine Reise ins Ausland, zwölf Prozent wollen im Inland Urlaub machen. 66 Prozent haben sich bereits entschieden, den ganzen Herbst und Winter zu Hause zu bleiben. Acht Prozent sind noch unentschlossen, fünf Prozent machten keine Angaben.

Zum Vergleich: Im vergangenen Herbst und Winter sind noch 41 Prozent der Befragten verreist - 23 Prozent ins Ausland und 18 Prozent innerhalb Deutschlands. 55 verzichteten auf eine Urlaubsreise, vier Prozent machten keine Angaben.

Am kommenden Montag beginnen in den ersten Bundesländern die Herbstferien. Sowohl dafür als auch für die Winterferien hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen von Auslandsreisen abgeraten. "Man kann ja auch Urlaub im Inland machen", sagte der CDU-Politiker kürzlich im ZDF. Es habe sich in der Corona-Pandemie immer wieder gezeigt, dass Reiserückkehrer verstärkt das Virus einschleppten. "Ich finde, für Herbst-, Winter-, Weihnachtsurlaub sollten wir daraus gemeinsam lernen", sagte Spahn. Das sei zwar hart für die Reiseveranstalter, aber in der derzeitigen Lage nicht zu ändern.

Update, 2. Oktober, 6 Uhr: Stiftung Patientenschutz gegen Corona-Impfungen in Messehallen

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Überlegungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zu Corona-Impfungen in Messehallen kritisiert. "Pflegebedürftige in Messehallen zu karren, kann nicht die Lösung sein", sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Die 900 000 Heimbewohner gehören zur Hochrisikogruppe", sagte Brysch. "Diese Menschen müssen als erste die Chance bekommen, vor Covid-19 geschützt zu werden." Ohne Zweifel werde das eine logistische Herausforderung. "Deshalb gilt es, zügig an einer aufsuchenden Impfstrategie zu arbeiten."

Spahn hatte am Donnerstag gesagt, er glaube, dass die Impfungen in Zentren gestartet werden müssten, wenn es einen Impfstoff gebe. "Das sind aus meiner Sicht eher keine Turnhallen, sondern eher Messehallen", sagte Spahn. "Da sind wir jetzt in der Diskussion auch mit den Ländern." Die Vorsitzende des Krankenkassen-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, hatte die Frage aufgeworfen, ob Turnhallen gemietet werden sollten, durch die Menschen in Reihenimpfungen geschleust werden. Spahn nannte zur Frage, wer bei zuerst begrenzten Impfstoffmengen als erstes geimpft wird, als Beispiele die Beschäftigten des Gesundheitswesens oder bestimmte Risikogruppen.

Brysch forderte eine Bestandsaufnahme, welche der 12 000 Heime die Bedingungen für die Lagerung des Impfstoffes erfüllen. "Denn nicht alle Einrichtungen haben eine geeignete Kühlkammer." Wo das nicht der Fall sei, müssten mobile Teams mit Tiefkühl-Fahrzeugen zum Einsatz kommen.

Als einen Grund dafür, dass wahrscheinlich große Impfzentren eingerichtet werden, hatte Spahn die Beschaffenheit der erwarteten Stoffe genannt. "Die Impfstoffe werden wahrscheinlich (...) bei Minusgraden - und zwar nicht bei minus 2, sondern eher bei minus 20 bis minus 70 Grad - transportiert werden und gelagert werden müssen. Sie werden wahrscheinlich in größeren Gebinden kommen."

Brysch sagte: "Schon heute weiß der Gesundheitsminister, welche technischen Anforderungen zu erfüllen sind." Also müsse Spahn mit Experten eine Vertriebsstrategie erarbeiten. "Schließlich liefern Bofrost oder Eismann täglich Tiefkühl-Produkte mit Kleinfahrzeugen an deutsche Haushalte. Das muss auch bei der Verteilung des Impfstoffes für Pflegeheime möglich sein." Pflegekräfte, die die Schutzimpfung vornehmen könnten, gebe es dort genügend.

Schutzausrüstung wird in Messehallen gelagert.
Schutzausrüstung wird in Messehallen gelagert.  © Marcel Kusch/dpa

Update, 2. Oktober, 5.59 Uhr: Mehr als 2600 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat den höchsten Wert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2673 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitagmorgen bekanntgab. Zuvor hatte der Wert binnen weniger Tage schon zweimal die Schwelle von 2500 überschritten. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Ein Anstieg zeichnet sich inzwischen auch bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht werden derzeit (01.10.2020, 12:15 Uhr) 362 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 193 davon werden beatmet. Eine Woche zuvor waren es noch 296 Infizierte (166 beatmet) und eine Woche davor 238 Infizierte (135 beatmet). Rund 8700 der rund 30 540 registrierten Intensivbetten sind in den deutschen Kliniken derzeit noch frei.

Das RKI verwies in seinem Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag nochmals auf die Genauigkeit der Corona-Tests. Es komme äußerst selten vor, dass ein nichtinfizierter Mensch ein positives Testergebnis erhalte (falsch-positives Ergebnis). Wegen der hohen Qualitätsanforderungen liege die sogenannte analytische Spezifität bei nahezu 100 Prozent. Zudem würden die Ergebnisse fachkundig überprüft. Bei nicht plausiblen Befunden gebe es eine Wiederholung oder ein zusätzliches Testverfahren. Die Zahl der falsch-positiven Befunde sei daher so klein, dass sie die Einschätzung der Lage nicht verfälsche.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Donnerstag bei 0,90 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Update, 2. Oktober, 5.05 Uhr: Corona-Einschränkungen erinnern Merkel an DDR

Die Zeit der starken Corona-Einschränkungen im Frühjahr hat Bundeskanzlerin Angela Merkel an ihr Leben in der DDR erinnert. "Meine Kindheit und Jugend waren mir in diesem Moment sehr präsent", sagte die CDU-Politikerin im Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). Die Politik habe im März sehr stark in die Freiheitsrechte der Menschen eingreifen müssen. "Dass ich den Menschen sagen musste, dass man nur als ein Haushalt oder zu zweit auf der Straße sein durfte, dass keine Veranstaltungen stattfinden durften, dass Kinder ihre Eltern im Seniorenheim nicht besuchen durften - das waren gravierende Einschränkungen."

Zu den Vorteilen einer ostdeutschen Vergangenheit sagte die Regierungschefin: "Wir haben gelernt zu improvisieren, und wir haben uns angesichts vieler Mängel immer gut organisiert. Das sind Fähigkeiten, die einem auch heute helfen." Sie sehe "große Fortschritte bei der Angleichung des Lebensstandards" in Ost und West.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (M, CDU) verlässt den EU-Sondergipfel.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (M, CDU) verlässt den EU-Sondergipfel.  © Olivier Matthys/AP Pool/dpa

Update, 2. Oktober, 5 Uhr: Corona beschäftigt viele Menschen in Alpträumen

 Die Corona-Krise verfolgt Schlaf- und Traumforschern zufolge viele Menschen auch nachts. Die Pandemie beeinflusst sowohl den Schlafrhythmus als auch den Inhalt von Träumen, wie unter anderem eine Studie aus Finnland belegt, die in der Fachzeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlicht wurde.

Für die Studie beschrieben mehrere Hundert Freiwillige, die sich Ende April auf einen Zeitungsartikel hin meldeten, dem Forscherteam von der Universität Helsinki den Inhalt ihrer Träume. Verlorene Pässe kamen dort ebenso vor wie Umarmungen, die wegen der Abstandsregeln als Fehlverhalten empfunden wurden. Über 4000 Finnen beschrieben außerdem, wie sich die Corona-Beschränkungen auf ihren Schlaf auswirkten. Mehr als ein Viertel gab an, häufiger Alpträume gehabt zu haben als zuvor. Rund ein Drittel wachte häufiger auf. Andererseits schlief mehr als die Hälfte insgesamt länger.

Verallgemeinern kann man die Zahlen der Studie aus Sicht anderer Experten allerdings nicht. Die Zahlen der Studie zu Alpträumen kämen ihr "sehr, sehr hoch" vor, sagte die Wiener Psychologin und Traumforscherin Brigitte Holzinger. "Aber tendenziell würde man das erwarten und das würde sich auch mit unseren Beobachtungen decken."

Die Füße einer Frau ragen am unter einer Bettdecke hervor.
Die Füße einer Frau ragen am unter einer Bettdecke hervor.  © picture alliance / dpa

Update, 2. Oktober, 4.46 Uhr: Trump will sich nach Corona-Infektion von Beraterin vorerst isolieren

Nach der bestätigten Corona-Infektion einer engen Beraterin will US-Präsident Donald Trump sich mit First Lady Melania vorerst isolieren. "Die First Lady und ich warten auf unsere Testergebnisse. In der Zwischenzeit werden wir unseren Quarantäne-Prozess beginnen", schrieb Trump am Donnerstagabend auf Twitter. 

Das Weiße Haus hatte kurz zuvor noch den Terminplan von Trump für Freitag veröffentlicht, auf dem mehrere Termine standen. Trump ließ offen, ob er sich wegen der Inkubationszeit weiter isolieren werde, wenn das erste Testergebnis negativ ausfällt. Trump hatte am Donnerstagabend bestätigt, dass seine Beraterin Hope Hicks positiv auf Corona getestet wurde. "Furchtbar!", schrieb Trump auf Twitter.

Update, 2. Oktober, 4.15 Uhr: Kühltransporter sollen Corona-Impfstoff transportieren

Bei den erwarteten Massenimpfungen gegen Corona sollen nach Ansicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz Kühltransporter wie bei Tiefkühlkost oder Speiseeis eingesetzt werden. Vorstand Eugen Brysch sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: "Schließlich liefern Bofrost oder Eismann täglich Tiefkühl-Produkte mit Kleinfahrzeugen an deutsche Haushalte. Das muss auch bei der Verteilung des Impfstoffes für Pflegeheime möglich sein." Corona-Impfungen in Messehallen lehnte Brysch ab. "Pflegebedürftige in Messehallen zu karren, kann nicht die Lösung sein."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Donnerstag gesagt, er glaube, dass die Impfungen in Zentren gestartet werden müssten, wenn es einen Impfstoff gebe. "Das sind aus meiner Sicht eher keine Turnhallen, sondern eher Messehallen." Als einen Grund dafür, dass wahrscheinlich große Impfzentren eingerichtet werden müssten, hatte Spahn auch die Notwendigkeit genannt, die erwarteten Impfstoffe bei sehr tiefen Temperaturen zu transportieren und zu lagern.

Update, 2. Oktober, 4 Uhr: Mittelstandsverband - Weihnachtsfeiern stärken Wir-Gefühl in Pandemie

Trotz der Corona-Krise spricht sich der Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft dafür aus, an Weihnachtsfeiern in Unternehmen festzuhalten - sofern die Hygieneregeln dies zulassen. "Gerade nach den corona-bedingten Einschränkungen, beispielsweise durch Homeoffice, ist es wichtig, das Wir-Gefühl im Betrieb wieder zu stärken", sagte Mittelstandspräsident Mario Ohoven der Deutschen Presse-Agentur. Das gehe nicht digital. "Gemeinsame Weihnachtsfeiern können hierzu beitragen", sagte Ohoven.

Mittelständische Unternehmen zeichneten sich durch eine familiäre Atmosphäre aus. "Die Firmeninhaber kennen ihre Mitarbeiter und teilweise auch deren Familien persönlich - und umgekehrt", sagte Ohoven. Der Verband plädiere daher für Weihnachtsfeiern - unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. "Und wenn es im eigenen Betrieb nicht möglich ist, bleibt als bewährte Alternative die Weihnachtsfeier in einem Restaurant", so der Verbandpräsident.

Knapp drei Monate vor dem Fest rechnet die Veranstaltungsbranche angesichts der Corona-Pandemie allerdings mit massiven Einbußen im Weihnachtsgeschäft. In größeren und mittelständischen Unternehmen seien bislang nur wenige Weihnachtsfeiern geplant, beklagte der Verband der Veranstaltungsorganisatoren (VDVO). "In diesem Jahr geht die Zahl der Weihnachtsfeiern in den meisten Unternehmen gegen Null", sagt der VDVO-Vorstandsvorsitzende Bernd Fritzges. Viele Firmen hätten Buchungen storniert oder von vornerein auf Feiern verzichtet. Auch Catering-Betriebe melden einen Einbruch beim Weihnachtsgeschäft.

Ein Nadelbaum ist mit zahlreichen Christbaumkugeln und Lichterketten weihnachtlich geschmückt. Weihnachtsfeiern gehören in Unternehmen traditionell zur Adventszeit, doch in der Corona-Krise ist bei größeren Menschenansammlungen Vorsicht geboten.
Ein Nadelbaum ist mit zahlreichen Christbaumkugeln und Lichterketten weihnachtlich geschmückt. Weihnachtsfeiern gehören in Unternehmen traditionell zur Adventszeit, doch in der Corona-Krise ist bei größeren Menschenansammlungen Vorsicht geboten.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Update, 2. Oktober, 3.19 Uhr: Beraterin Trumps mit Coronavirus infiziert

Eine Beraterin von US-Präsident Donald Trump soll übereinstimmenden US-Medienberichten zufolge positiv auf das Coronavirus getestet worden sein. Hope Hicks sei noch am Dienstag mit Trump in der Präsidentenmaschine Air Force One zur TV-Debatte nach Cleveland gereist und sei auch am Mittwoch mit ihm unterwegs gewesen, berichteten der TV-Sender ABC News, die Webseite The Hill und die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstagabend (Ortszeit). Es gab zunächst keine Hinweise, dass sich der Präsident angesteckt hätte.

Ein Sprecher des Weißen Hauses bestätigte die Infektion auf Anfrage am Donnerstag (Ortszeit) nicht. Er teilte lediglich mit: "Der Präsident nimmt die Gesundheit und Sicherheit von sich selbst und allen, die für ihn und das amerikanische Volk arbeiten, sehr ernst." Sowohl auf Reisen als auch im Weißen Haus würden die aktuellen Richtlinien der Gesundheitsbehörde CDC und bewährte Maßnahmen zur Minderung des Risikos einer Ansteckung befolgt, ging aus dem Statement hervor.

Im Umfeld des Präsidenten hat es bereits Corona-Infektionen gegeben. Anfang Mai war bekannt geworden, dass sich die Pressesprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, angesteckt hatte. Ende Juli wurde der Nationale Sicherheitsberater Robert O'Brien positiv getestet.

Donald Trump, Präsident der USA, und Hope Hicks, damalige Kommunikationschefin des US-Präsidenten, stehen auf dem Südrasen des Weißen Hauses.
Donald Trump, Präsident der USA, und Hope Hicks, damalige Kommunikationschefin des US-Präsidenten, stehen auf dem Südrasen des Weißen Hauses.  © Andrew Harnik/AP/dpa

Update, 2. Oktober, 1 Uhr: New Yorker Guggenheim Museum öffnet nach Pause in Corona-Krise wieder

 Als letztes der großen New Yorker Ausstellungshäuser will am Samstag auch das Guggenheim Museum nach fast siebenmonatiger Corona-Pause seine Türen wieder für Besucher öffnen. Zum Neustart zeigt das Museum am Central Park in Manhattan unter anderem eine Schau mit abstrakt-expressionistischen Werken sowie eine Ausstellung über ein Wandbild des US-Künstlers Jackson Pollock (1912-1956). Außerdem ist in der berühmten Rotunde des Museums die unter anderem vom niederländischen Star-Architekt Rem Kolhaas konzipierte Schau "Countryside, the Future", die im Februar eröffnet hatte, bis Februar 2021 verlängert worden.

Tickets für das Guggenheim Museum müssen vorab online gebucht werden, außerdem werden weniger Menschen gleichzeitig in die Ausstellungsräume hineingelassen - und es gelten Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln.

Seit Ende August dürfen Museen in New York, die fast alle seit März geschlossen hatten, offiziell unter strengen Auflagen wieder öffnen. Unter anderem das Metropolitan Museum, das Whitney Museum und das Museum of Modern Art (MoMA) haben das bereits getan. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Stadt, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Epidemie war, seit Monaten hart.

In der Rotunde des Guggenheim Museums ist die vom niederländischen Star-Architekt Rem Kolhaas konzipierte Schau "Countryside, the Future" zu sehen.
In der Rotunde des Guggenheim Museums ist die vom niederländischen Star-Architekt Rem Kolhaas konzipierte Schau "Countryside, the Future" zu sehen.  © Christina Horsten/dpa

Update, 2. Oktober, 0.50 Uhr: VW verkauft deutlich weniger auf US-Automarkt

Die Corona-Pandemie hat den US-Automarkt im dritten Quartal weiter belastet - auch bei Volkswagen gab es abermals einen Absatzdämpfer. In den drei Monaten bis Ende September wurden 86 446 Neuwagen mit dem VW-Logo verkauft, wie das Unternehmen am Donnerstag am US-Hauptsitz in Herndon mitteilte. Damit wurde VW 7,6 Prozent weniger Fahrzeuge los als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Im Jahresverlauf gab es einen Verkaufsrückgang um knapp 17 Prozent.

Volkswagens Premium-Tochter Audi brachte im dritten Quartal mit 47 893 Autos 16 Prozent weniger an die US-Kundschaft als im Vorjahr. Von Anfang Januar bis Ende September ging der Absatz um 22 Prozent zurück. Der ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche verbuchte im jüngsten Quartal hingegen einen Verkaufsanstieg um 5,0 Prozent auf 15 548 Neuwagen und schaffte damit die ersten drei Monate mit einer positiven Absatzentwicklung im laufenden Jahr.

Der deutsche Autobauer BMW verzeichnete auf Quartalssicht ein Minus von 16,2 Prozent bei seiner Hauptmarke. Der Absatz der Tochter Mini sank um 11,9 Prozent. Auch die bisherige Jahresbilanz fällt deutlich schlechter aus als bei den Wolfsburgern. Während die Marke BMW um 24,1 Prozent absackte, fielen die Mini-Verkäufe um 28,5 Prozent. Der deutsche Oberklasse-Rivale Daimler legt seine Zahlen erst später vor.

Dem Rest der Branche erging es nicht besser. Der größte US-Autobauer General Motors erlitt im dritten Quartal ein Minus von 9,9 Prozent, bei Fiat Chrysler waren es 10 Prozent. Hoffnung machte immerhin, dass es im September schon eine deutliche Erholung gab und Analysten mit noch schwächeren Ergebnissen gerechnet hatten. Der zweitgrößte US-Hersteller Ford will seine Zahlen erst am Freitag vorlegen.

Die US-Fahne spiegelt sich in Logo und Kühlergrill eines Volkswagen-Fahrzeugs.
Die US-Fahne spiegelt sich in Logo und Kühlergrill eines Volkswagen-Fahrzeugs.  © Friso Gentsch/dpa

Update, 2. Oktober, 2 Uhr: Kein grünes Licht für Corona-Hilfe der Bundeswehr in Kreuzberg

Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg darf die Bundeswehr vorerst weiterhin nicht helfen. Die Bezirksverordnetenversammlung entschied am späten Donnerstagabend mit breiter Mehrheit, zwei entsprechende Anträge von SPD und CDU zunächst im Sozialausschuss weiter zu diskutieren.

Das grün-linksalternativ geprägte Friedrichshain-Kreuzberg lässt als einziger von zwölf Berliner Bezirken keine Corona-Hilfe der Bundeswehr zu, etwa bei der Nachverfolgung von Infektionsketten. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Gesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) hatten dies kritisiert.

Update, 2. Oktober, 1.10 Uhr: USA - Erneut beantragen Hunderttausende Arbeitslosenhilfe

In der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA haben erneut mehr als 800.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt. In der Woche bis zum 26. September lag die Zahl bei 837.000, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Das war ein Minus von 36.000 zur Vorwoche. Im August hatte es zum Teil noch mehr als eine Million Neuanträge pro Woche gegeben.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote sank zuletzt von historisch hohen 10,2 Prozent auf 8,4 Prozent für August. An diesem Freitag veröffentlicht die US-Regierung die Arbeitslosenquote für September.

US-Präsident Donald Trump hat im Wahlkampf eine Erholung der Wirtschaft versprochen. Der Republikaner Trump tritt bei der Präsidentschaftswahl am 3. November gegen Joe Biden an, den die US-Demokraten nominiert haben.

Die Coronavirus-Pandemie ist in den USA weiterhin nicht unter Kontrolle. Seit deren Beginn haben sich mehr als 7,2 Millionen der 330 Millionen Amerikaner mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesopfer in dem Land liegt bei rund 207.000.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auch deswegen von Bedeutung, weil sich Republikaner und Demokraten noch immer nicht auf einen Ersatz für die ausgelaufene zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar pro Woche aus einem Corona-Hilfspaket vom März geeinigt haben.

Westwood: Passanten gehen mit Mund-Nasen-Schutz an einem Hinweisschild mit der Aufschrift "we are hiring" (Wir stellen ein) vorbei, als sie ein Target-Einzelhandelsgeschäft betreten.
Westwood: Passanten gehen mit Mund-Nasen-Schutz an einem Hinweisschild mit der Aufschrift "we are hiring" (Wir stellen ein) vorbei, als sie ein Target-Einzelhandelsgeschäft betreten.  © Steven Senne/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 21.02 Uhr: Spahn: "AHA"-Formel ist schärfste Waffe gegen Corona

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat erneut eindringlich dafür geworben, die Vorschriften zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu befolgen. Gerade mit Blick auf Herbst und Winter müsse man weiter "aufeinander aufpassen", sagte Spahn am Donnerstag bei den Haushaltsberatungen im Bundestag.

Die sogenannte "AHA"-Formel - also die Mischung aus Abstand, Hygiene und Alltagsmasken - sei dabei "die schärfste Waffe, die wir haben", sagte Spahn und wies gleichzeitig die Kritik am Tragen von Schutzmasken zurück: Freiheit bedeute auch, die Freiheit und Gesundheit des Anderen zu achten.

Berlin: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht im Deutschen Bundestag mit einem Manuskript in der Hand und verfolgt eine Debatte.
Berlin: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) steht im Deutschen Bundestag mit einem Manuskript in der Hand und verfolgt eine Debatte.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 1. Oktober, 20.25 Uhr: Corona-Hilfe - Bundeswehr unterstützt aktuell mit 1350 Soldaten

Die Bundeswehr unterstützt derzeit mit rund 1350 Soldaten verschiedene Corona-Hilfsmaßnahmen. Davon seien "rund 160 Soldatinnen und Soldaten des Sanitätsdienstes im Rahmen der Hilfeleistungen im Einsatz", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Demnach sind derzeit rund 320 Soldaten in zwölf Bundesländern unter anderem mit mobilen Teststationen im Einsatz. Um die Gesundheitsämter zu entlasten, würden darüber hinaus 426 Soldaten in 33 örtlichen Ämtern bei der Nachverfolgung von Infektionsketten helfen. Insgesamt stehe ein Kontingent von bis zu 15.000 Soldaten kurzfristig für die Hilfe bereit.

Deutschlandweit habe die Bundeswehr bislang mehr als 950 Unterstützungsanfragen aus allen Bundesländern und von der Bundesregierung erhalten. Bislang seien mehr als 635 Hilfeleistungen gebilligt worden - davon seien noch rund 130 in der Durchführung. 463 Hilfeleistungen seien bereits abgeschlossen, weitere 49 befänden sich derzeit in der Planung.

In Berlin hatte es zuletzt Diskussionen über einen Corona-Einsatz der Bundeswehr gegeben, da der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zunächst keine solche Hilfe annehmen. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) hatten sich verwundert darüber gezeigt.

Update, 1. Oktober, 19.46 Uhr: Paris droht wegen Corona-Pandemie Schließung von Bars und Restaurants

Paris droht wegen der angespannten Corona-Lage die Schließung aller Bars und Restaurants.

In der französischen Hauptstadt und den Vorstädten habe sich die Situation zuletzt rapide verschlechtert, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Donnerstag. Sollte sich diese Dynamik bestätigen, werde dort am Montag die "maximale Alarmstufe" ausgerufen. "Wir werden die Indikatoren am Sonntag mit der Pariser Bürgermeisterin und allen gewählten Vertretern überprüfen."

Bisher gilt die "maximale Alarmstufe" im französischen Überseegebiet Guadeloupe und in Marseille. In der südfranzösischen Hafenstadt mussten die Restaurants und Bars daher bereits schließen - dagegen hatte es massiven Protest gegeben. In Paris müssen Bars bisher um 22 Uhr schließen, Restaurants dürfen auch länger geöffnet bleiben. Allerdings dürfen sie Alkohol nur im Zusammenhang mit einer Mahlzeit ausschenken.

Es gebe eine "sehr besorgniserregende" Entwicklung in mehreren großen Städten, so Véran. Dazu zählten etwa Lille, Lyon oder Grenoble. Auch hier könnte bald die "maximale Alarmstufe" ausgerufen werden. Frankreich ist von der Pandemie schwer getroffen, mehr als 30.000 Menschen sind bisher gestorben.

Frankreich, Marseille: Blick auf ein leeres Restaurant.
Frankreich, Marseille: Blick auf ein leeres Restaurant.  © Yannick Neve/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

Update, 1. Oktober, 18.44 Uhr: UN-Chef - Corona zeigt "Verweigerung von Frauenrechten"

Die Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von UN-Generalsekretär António Guterres rund um den Globus eine "anhaltende Verweigerung von Frauenrechten" offen gelegt. Frauen bekämen die Auswirkungen des Virus deutlich stärker zu spüren als Männer, sagte Guterres am Donnerstag in New York anlässlich des 25. Jahrestags einer UN-Weltfrauenkonferenz in Peking. Sie litten unter einer "Schatten-Pandemie von geschlechtsbasierter Gewalt".

Der UN-Chef rief die internationale Gemeinschaft auf, sich deutlich stärker für Gleichberechtigung einzusetzen. Sie habe ihre "ehrgeizigen Visionen" bislang nicht erfüllt. So erlebe eine von drei Frauen weltweit in ihrer Lebenszeit Gewalt. 12 Millionen minderjährige Mädchen würden jedes Jahr verheiratet. Frauen hätten global nur 75 Prozent der gesetzlich festgelegten Rechte, die Männer haben.

Kolumbien, Bogotá: Frauen bilden während einer Demonstration für ein Recht auf Abtreibung mit ihren Händen ein Dreieck.
Kolumbien, Bogotá: Frauen bilden während einer Demonstration für ein Recht auf Abtreibung mit ihren Händen ein Dreieck.  © Camila Diaz/colprensa/dpa

Update, 1. Oktober, 18.16 Uhr: Tschechischer Premier vermisst Pandemie-Bekämpfung auf Gipfel-Agenda

Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis hat kritisiert, dass sich der EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs nicht ausreichend mit der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie beschäftigt. "Wir haben viele wichtige Themen auf dem Programm, aber wir haben vergessen, das wichtigste auf das Programm zu setzen. Für mich ist das die Covid-19-Pandemie", sagte er am Donnerstag in Brüssel.

Die Kooperation innerhalb Europas funktioniert nach Babis Ansicht bei diesem Thema nicht. "Während der ersten Welle haben wir versprochen, auf die Zusammenarbeit bei der Herstellung von Masken, Beatmungsgeräten und Medikamenten zurückzukommen. Jetzt stehen unsere Länder vor der zweiten Welle." Daher solle darüber gesprochen werden - auch, um ein erneutes Herunterfahren der Wirtschaft zu vermeiden.

Wegen rapide steigender Corona-Ansteckungen in den vergangenen Wochen gilt von Montag an in Tschechien landesweit der nationale Notstand. Die Gesamtzahl der seit Beginn der Pandemie Infizierten wuchs inzwischen auf knapp 67.850. In Verbindung mit einer Covid-19-Erkrankung starben dort mehr als 630 Menschen. Tschechien wurde vor einer Woche von der Bundesregierung zum Corona-Risikogebiet erklärt.

Update, 1. Oktober, 17.14 Uhr: Rekord an Corona-Neuinfektionen in Israel - Mehr als 8900 neue Fälle

Knapp zwei Wochen nach Beginn eines Lockdowns hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel einen Rekord erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 8919 neue Fälle registriert worden. Von allen Tests fielen 13,6 Prozent positiv aus. Mit 124 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gab es nach palästinensischen Angaben auch im Gazastreifen einen Rekord.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein Lockdown mit Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen; am vergangenen Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. In der Nacht zum Donnerstag beschloss das Coronavirus-Kabinett, den Lockdown um drei Tage bis zum 14. Oktober zu verlängern.

Am stärksten betroffen von der Zunahme der Fallzahlen waren zuletzt arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel, in denen häufig größere Familien auf engem Raum zusammen leben. Der Coronavirus-Beauftragte der Regierung, Ronni Gamzu, sagte nach übereinstimmenden Berichten, 40 Prozent der zuletzt positiv getesteten Menschen entstammten der ultraorthodoxen Gemeinschaft.

Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates.

Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag wurden in der Stadt Bnei Brak, in der viele Ultraorthodoxe leben, drei Synagogen geschlossen, weil sich dort viele Menschen entgegen der Corona-Regeln aufhielten. Berichten zufolge hatten sich auch an den zurückliegenden Festtagen viele Strengreligiöse nicht an Corona-Vorschriften gehalten.

Jerusalem: Ein ultra-orthodoxer jüdischer Mann betet unter Einhaltung eines Mindestabstands und mit einem Mund-Nasen-Schutz nahe eines israelischen Soldaten vor dem jüdischen Vergebungstag Jom Kippur.
Jerusalem: Ein ultra-orthodoxer jüdischer Mann betet unter Einhaltung eines Mindestabstands und mit einem Mund-Nasen-Schutz nahe eines israelischen Soldaten vor dem jüdischen Vergebungstag Jom Kippur.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 17.03 Uhr: Neuer Corona-Höchstwert in Polen - Regionale Einschränkungen geplant

Angesichts eines Rekords von Corona-Neuinfektionen will Polen in mehreren Regionen weitere Einschränkungen verhängen. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1967 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. So viele waren es noch nie. Der Schwerpunkt lag mit 285 Fällen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (268) und Pommern im Westen (180) waren stark betroffen.

Wie aus dem Entwurf eines Regierungsbeschlusses hervorgeht, plant Warschau die erneute Einführung von Restriktionen auf regionaler Ebene. Großstädte wie Danzig (Gdansk), Gdingen (Gdynia) und Stettin (Szczecin) sollen künftig als "gelbe Zonen" gelten. Dies bedeutet Auflagen für Feiern, Gastronomiebetriebe und Fitnessstudios. Außerdem soll es dort demnächst auch auf der Straße eine Maskenpflicht geben.

Die Zahl der "roten Zonen" wird dem Entwurf zufolge von derzeit zwei auf 17 ausgeweitet. Darunter fällt auch der Ostsee-Kurort Zoppot (Sopot) bei Danzig sowie der Wintersportort Zakopane. In "roten Zonen" gilt bereits jetzt eine Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Restaurants und Bars dürfen künftig nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben.

Auch die Hauptstadt Warschau könnte demnächst als "gelbe" oder "rote Zone" eingestuft werden, sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska. Die vorgesehenen Verschärfungen sollten Mitte Oktober in Kraft treten, könnten aber vorgezogen werden.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 93.481 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2543 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das EU-Partnerland wird vom Robert Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft.

Update, 1. Oktober, 16.17 Uhr: Ärztevereinigung - Türkische Regierung gesteht Manipulation bei Corona

Die türkische Ärztevereinigung hat scharfe Kritik an der Erfassung von offiziellen Corona-Fällen im Land geäußert. "Die Regierung hat in Sachen Transparenz versagt und manipuliert Covid-19-Statistiken", sagte Sinan Adiyaman von der Vereinigung am Donnerstag. Gesundheitsminister Fahrettin Koca hatte am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz gesagt, seit dem 29. Juli veröffentliche man täglich die Zahl der Corona-Kranken. Kranke seien Menschen mit Symptomen.

Koca habe damit zugegeben, nur Patienten mit Symptomen in die Fallzahlen aufzunehmen, sagte Adiyaman. "Das ist die Anerkennung von dem, was Ärzte seit Monaten sagen." Die Ärztevereinigung hatte die offiziellen Zahlen in der Vergangenheit immer wieder kritisiert und geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt.

In den täglich veröffentlichten offiziellen Zahlen änderte sich zum 29. Juli die Bezeichnung: Die Kategorie "neue Fallzahl" wurde in "neue Krankenzahl" umbenannt. Dennoch: Die offiziellen Zahlen gingen daraufhin nicht zurück. Die Regierung habe die Zahlen bereits vor der Änderung der Methodologie manipuliert, erklärte Adiyaman.

Der Abgeordnete der oppositionellen CHP, Murat Emir, hatte auf Twitter eine Liste veröffentlicht, laut der es an einem Tag im September allein fast 30.000 neue Fälle gegeben habe. Die Ärztevereinigung hält die Zahl für realistisch. Minister Koca kommentierte, das "sogenannte Dokument" sei nicht offiziell.

In der Türkei gab es am 30. September laut offiziellen Angaben 1391 neue Fälle von Kranken und 65 Corona-Tote.

Update, 1. Oktober, 15.06 Uhr: Boris Johnsons Vater beim Einkaufen ohne Maske erwischt

Während der britische Premierminister Boris Johnson die Nation zu mehr Corona-Disziplin ermahnt, ist sein Vater ohne Mund-Nasen-Schutz von einem Fotografen im Supermarkt erwischt worden. Ein Foto vom vergangenen Dienstag, das das Boulevardblatt "Daily Mirror" veröffentlichte, zeigt den 80-jährigen Stanley Johnson ohne Maske vor einem Regal.

Johnson senior gab den Fehler zu. Er sagte dem "Mirror", es tue ihm "extrem leid". Nach drei Wochen im Ausland sei er noch nicht "100-prozentig auf der Höhe" der in England geltenden Regeln. Das sei jedoch keine Rechtfertigung für seinen Fehler. In Großbritannien gilt in Geschäften Maskenpflicht - zuletzt wurden sogar die Geldstrafen bei Missachtung erhöht.

Update, 1. Oktober, 14.55 Uhr: EU-Kommissionsvize Dombrovskis verlässt Corona-Quarantäne

Der Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, hat nach zwei negativen Corona-Tests seine Quarantäne verlassen. Auch bei einer zweiten Untersuchung sei keine Infektion festgestellt worden, sagte eine Beraterin des ehemaligen lettischen Ministerpräsidenten am Donnerstag der Nachrichtenagentur Leta. Der designierte neue EU-Handelskommissar werde daher persönlich an seiner Anhörung am Freitag im Europäischen Parlament teilnehmen.

Dombrovskis hatte sich vor etwa einer Woche in Corona-Quarantäne begeben und von zu Hause aus gearbeitet, nachdem eine Kontaktperson positiv getestet worden war. Auf Twitter schrieb er damals, dass er selbst keine Symptome habe und sich gut fühle. Auch seien während des Treffens die Abstandsregeln beachtet worden.

Der aus Lettland stammende Dombrovskis war im September nach dem Rücktritt des Iren Phil Hogans von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als neuer EU-Handelskommissar nominiert worden. Neues irisches Kommissionsmitglied und zuständig für Finanzmarktpolitik soll Mairead McGuinness werden. Beide müssen noch vom Europäischen Parlaments angehört und bestätigt werden.

Update, 1. Oktober, 14.34 Uhr: Schausteller wollen sich gegen coronabedingte Einschränkungen wehren

Schausteller wollen sich juristisch gegen die coronabedingten Einschränkungen bei Jahrmärkten und Kirmes-Veranstaltungen wehren. Die Interessengemeinschaft deutscher Schausteller (IGDS) werde "in allen 16 Bundesländern gegen unzulässige und unverhältnismäßige Einschränkungen mit Normenkontrollverfahren und gegebenenfalls mit Normenkontrollklagen vorgehen", kündigte der von der IGDS beauftraqte Rechtsanwalt Peter-Michael Diestel am Donnerstag in Köln an.

Während in der Fußball-Bundesliga Zuschauer längst wieder zugelassen seien, liege das Schaustellergewerbe weiterhin praktisch brach. Dadurch seien weit mehr als 100.000 Existenzen bedroht, erläuterte Diestel.

Erste Schausteller hatten bereits Anfang April juristische Schritte gegen die Einschränkung ihrer Berufsausübung prüfen lassen. Daraus ging nach eigenen Angaben die Interessengemeinschaft hervor.

Update, 1. Oktober, 14.32 Uhr: Drosten, Hitzlsperger und Hüller mit Verdienstorden ausgezeichnet

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Tag der Deutschen Einheit 15 Männer und Frauen für ihre Verdienste um das Land ausgezeichnet - darunter den Virologen Christian Drosten, Ex-Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger und die Schauspielerin Sandra Hüller. Sie erhielten am Donnerstag den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland im Schloss Bellevue.

Die acht Männer und sieben Frauen seien ganz unterschiedliche Menschen, sagte Steinmeier. "Einige sind einem Millionenpublikum bekannt, andere spielen eine wichtige Rolle in ihrer Region." Sie alle spiegelten die Vielfalt des Engagements in unserem Land wider.

Das Motto der Verleihung, "Vereint und füreinander da", passe gut in dieses Jahr, "in dem wir nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie enger zusammengerückt sind und doch - trotz Nähe - Abstand halten müssen", sagte Steinmeier. Er wolle einige von denen ehren, die mit ihrem Wissen, ihrem Können, ihrer Leidenschaft und ihren Ideen besonders dazu beigetragen hätten, das Virus gemeinsam einzudämmen. "Sie alle sind viel mehr als systemrelevant. Sie sind das Herz unserer Gesellschaft."

Unter den Geehrten war auch der Pianist Igor Levit, der wegen der Corona-Einschränkungen Hauskonzerte streamte sowie die Chemikerin und Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim, die mit ihrem Youtube-Kanal einem Millionenpublikum wissenschaftliche Zusammenhänge erklärt.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) applaudiert dem Virologen Christian Drosten, den er im Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet hat.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l) applaudiert dem Virologen Christian Drosten, den er im Schloss Bellevue mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet hat.  © Michael Sohn/POOL AP/dpa

Update, 1. Oktober, 14.30 Uhr: Belgische Grenzregion enttäuscht über deutsche Reisewarnung

Angesichts der deutschen Reisewarnung für ganz Belgien herrscht in der belgischen Grenzregion zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Unverständnis. Er bedaure, dass ganz Belgien zur roten Zone erklärt worden sei, sagte der Ministerpräsident der deutschsprachigen Gemeinschaft, Oliver Paasch, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Man habe offensichtlich immer noch nicht verstanden, dass Grenzbeschränkungen kein wirksames Instrument gegen Covid-19 seien.

Wegen hoher Corona-Infektionszahlen hatte Deutschland am Mittwochabend ganz Belgien zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen. Bislang galt diese nur für die Hauptstadt Brüssel. Eine Reisewarnung erfolgt, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Sie ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung speziell für Touristen haben. Für Gesamt-Belgien lag die Infektionszahl pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen zwei Wochen mit 183 deutlich über dem deutschen Grenzwert.

"Der europäische Alltag hier in der Grenzregion wurde massiv eingeschränkt", sagte Paasch nach der deutschen Entscheidung. Für die Bürger gebe es im Alltag nun ganz konkrete Probleme. Freunde treffen, einkaufen oder ein Restaurantbesuch auf der anderen Seite der Grenze sei nun nicht mehr ohne weiteres möglich. Die "europäische Selbstverständlichkeit" sei eingegrenzt worden. Man fühle sich in die "unselige Zeit" zwischen März und Mitte Juni zurückversetzt.

Dabei sei das Risiko für einen Aachener, der nach Berlin reise, viel größer als bei einem Ausflug ins ostbelgische Eupen. In der ostbelgischen Gemeinschaft habe es in den vergangenen zwei Wochen gerade mal 38 Infektionen auf 100 000 Einwohner gegeben, sagte Paasch. "In Wahrheit gibt es in Belgien eine ganze Reihe an grünen Zonen, zu denen auch das Grenzgebiet gehört."

Zugleich betonte Paasch, dass es einen engen Austausch mit den Landesregierungen von NRW und Rheinland-Pfalz gebe. Beide Länder seien bemüht, Ausnahmeregeln zu beschließen.

Belgien, Brüssel: Ingenieursabsolventen der "Université Libre de Bruxelles" werfen bei ihrer Abschlussfeier ihre Doktorhüte in die Luft. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden wichtige Prüfungen vom Juni auf Folgemonate verschoben.
Belgien, Brüssel: Ingenieursabsolventen der "Université Libre de Bruxelles" werfen bei ihrer Abschlussfeier ihre Doktorhüte in die Luft. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden wichtige Prüfungen vom Juni auf Folgemonate verschoben.  © Virginia Mayo/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 14.08 Uhr: Bundesweite Antikörper-Studie des Robert Koch-Instituts startet

 Um mehr darüber herauszufinden, wie viele Menschen in Deutschland schon eine Corona-Infektion durchgemacht haben, startet das Robert Koch-Institut (RKI) eine bundesweite Antikörper-Studie. Für die Analyse "Leben in Deutschland – Corona-Monitoring" seien 34.000 Erwachsene zur Teilnahme aufgefordert worden, teilte das RKI am Donnerstag in Berlin mit. Von Anfang Oktober bis voraussichtlich Ende Dezember würden Proben und Forschungsdaten erhoben. "Damit werden erstmals aussagekräftige Ergebnisse zum Antikörperstatus für ganz Deutschland vorliegen", hieß es.

An der Studie ist auch das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) beteiligt. Sie werde das Bild vom bisherigen Sars-CoV-2-Geschehen in Deutschland weiter vervollständigen, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Ermöglicht werde etwa eine Einschätzung dazu, wie soziale Lage und Lebensbedingungen der Menschen mit dem Corona-Infektionsrisiko zusammenhängen. Auch die langfristigen Folgen des Corona-Geschehens ließen sich im Rahmen der Studie erfassen, ergänzte Stefan Liebig, Leiter des SOEP am DIW Berlin.

Für die Studie werden jeweils ein Mund-Nase-Abstrich und Blut aus einem Finger genommen. "Die Teilnehmenden erhalten dazu per Post entsprechende Testmaterialien", hieß es. Sowohl akute Infektionen als auch überstandene sollen nachgewiesen werden. Zudem gibt es einen Fragenkatalog.

Der Oberbürgermeister von Straubing, Markus Pannermayr (CSU, r), lässt sich eine Blutprobe entnehmen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im niederbayerischen Straubing eine dritte Antikörper-Studie zum Coronavirus gestartet.
Der Oberbürgermeister von Straubing, Markus Pannermayr (CSU, r), lässt sich eine Blutprobe entnehmen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im niederbayerischen Straubing eine dritte Antikörper-Studie zum Coronavirus gestartet.  © Ute Wessels/dpa

Update, 1. Oktober, 14.03 Uhr: Verstöße gegen Corona-Auflagen - Hochzeitsfeier beendet

Wegen anhaltender Verstöße gegen die Hygiene- und Abstandsregeln zum Schutz vor Corona-Infektionen ist in Bremen eine Hochzeitsfeier mit rund 400 Gästen vorzeitig abgebrochen worden. Die Polizei war am späten Dienstagabend von einem Anrufer informiert worden und stellte vor Ort fest, dass in dem Lokal die laut Corona-Rechtsverordnung erlaubte Zahl von 250 Menschen deutlich überschritten wurde.

Zudem habe ein Großteil der Feiernden die Abstandsregeln nicht eingehalten und keinen Mund-Nasen-Schutz getragen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Der Gäste hätten sich trotz mehrfacher Ansprachen uneinsichtig gezeigt, so dass der Veranstalter die Feier schließlich beendet habe. Die Polizei habe die Verstöße dokumentiert und mehrere Anzeigen angefertigt.

Update, 1. Oktober, 13.58 Uhr: Hessischer Gesundheitsamtsleiter fordert, die Corona-Strategie zu überdenken

Der Leiter des Frankfurter Gesundheitsamts, Prof. René Gottschalk, sieht die politischen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisch. In einem Beitrag für das "Hessische Ärzteblatt" (10/2020) listen Gottschalk und seine ehemalige Stellvertreterin Ursel Heudorf ihre bisherigen Erfahrungen auf und formulieren Empfehlungen für die Zukunft. Ihrer Ansicht nach "bedarf es dringend einer breiten öffentlichen Diskussion zu den Zielen und Mitteln der Pandemie-Bekämpfung".

Die Maßnahmen seien "von politisch Verantwortlichen angeordnet, ohne dass die Erfahrungen früherer Pandemien ausreichend berücksichtigt wurden", schreiben Gottschalk und Heudorf. "Ein Problem hierbei war (und ist), dass überwiegend virologische Fachexpertise zur Beratung genutzt wurde, um die Maßnahmen zu beschließen; Fachärzte für Öffentliches Gesundheitswesen, die für solche Situationen eine lange aufwendige Weiterbildung absolvieren müssen, waren nur selten involviert." Das Bundesland Hessen sei eine positive Ausnahme.

Von den drei Strategien im Umgang mit der Pandemie - "Containment" (Eindämmung), "Protection" (Schutz für Risikogruppen) und "Mitigation" (Folgenminderung) - werde ausschließlich "Containment" betrieben, "was angesichts der Fallzahlen dringend überdacht werden sollte". Dass die Zahlen vergleichsweise niedrig sind, habe man der schnellen Isolierung von Kranken und der Quarantäne für Kontaktpersonen zu verdanken. "Ob dies bei einer Erkrankung, die zum weitaus größten Teil bei den Patienten leicht oder gar asymptomatisch verläuft, sinnvoll ist, muss bezweifelt werden".

Die Diskussion der Übertragungsmöglichkeit durch Aerosole sei "von der Realität weit entfernt: Wäre dies ein wichtiger Übertragungsweg, hätten wir eine gänzlich andere epidemiologische Ausbreitung." Die Schule sei "kein "Hochrisikoarbeitsplatz". Das Warten auf den Impfstoff sei "leider in der näheren Zukunft nicht zielführend": Bis alle geimpft seien, werde es Jahre dauern.

Kai Klose (Grüne, M), Minister für Soziales und Integration in Hessen, antwortet bei einem Pressegespräch auf Fragen der Journalisten neben Rene Gottschalk (l), Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, und Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Frankfurt am Main.
Kai Klose (Grüne, M), Minister für Soziales und Integration in Hessen, antwortet bei einem Pressegespräch auf Fragen der Journalisten neben Rene Gottschalk (l), Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, und Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Virologie der Universitätsklinik Frankfurt am Main.  © Frank Rumpenhorst/dpa

Update, 1. Oktober, 13.46 Uhr: Generalbevollmächtigter: Galeria Karstadt Kaufhof ist gut aufgestellt

 Der scheidende Generalbevollmächtigte von Galeria Karstadt Kaufhof, Arndt Geiwitz, sieht die Warenhauskette nach dem Ende des Insolvenzverfahrens gut vorbereitet, um mit möglichen weiteren Herausforderungen in der Corona-Krise fertig zu werden. Da das Unternehmen kaum noch Schulden habe, könne es selbst einen weiteren Lockdown ohne erneutes Insolvenzverfahren überstehen, sagte Geiwitz dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "Galeria hat eine sehr gute Ausgangslage und ich habe keine Angst, dass das Unternehmen sofort wieder in Nöte kommt, wenn das Geschäft nicht ganz so anläuft wie erwartet."

Laut Geiwitz hat Galeria-Gesellschafter René Benko die Warenhauskette mit insgesamt mehr als 300 Millionen Euro ausgestattet. Dieses Geld brauche man jetzt, um zahlungsfähig zu sein, bis wieder Gewinne erzielt würden. "Das wird voraussichtlich ab 2022 der Fall sein", sagte der Manager. "Galeria hat Verkaufsflächen in den Zentren, Parkplätze, Logistikkonzepte und eine sehr gut ausgebildete Verkaufsmannschaft. Daraus muss sich doch etwas machen lassen", sagte er.

Update, 1. Oktober, 13.45 Uhr: Altmaier verteidigt Corona-Maßnahmen: AfD-Kritik "unpatriotisch"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat an die AfD appelliert, die Risiken der Corona-Pandemie nicht weiter herunterzuspielen. Bei den Haushaltsberatungen im Bundestag warf er der AfD vor: "Sie gefährden nicht nur die Gesundheit von Millionen von Menschen, Sie gefährden auch die Existenz von vielen Mittelständlern." Deren wirtschaftlicher Erfolg sei davon abhängig, dass man die Pandemie bekämpfe und die Infektionszahlen im Griff habe, betonte Altmaier. Das Verhalten der AfD sei deshalb unpatriotisch und unverantwortlich.

Der AfD-Haushaltspolitiker Volker Münz ließ in der Debatte jedoch keine Bereitschaft zum Einlenken erkennen. Er bezeichnete die ergriffenen Maßnahmen als unverhältnismäßig und warf der Bundesregierung vor, den Wirtschaftseinbruch verursacht zu haben. Altmaier gab den Unternehmen hingegen ausdrücklich eine Garantie, dass sich die Bundesregierung in den kommenden Monaten für einen wirtschaftlichen Aufschwung einsetze: "Wir werden alles tun, um erneute Schließungen und Einschränkungen bei Geschäften, bei Unternehmen, bei Fabriken zu verhindern."

Update, 1. Oktober, 13.21 Uhr: Niedrige Wahlbeteiligung in Tschechien wegen Corona erwartet

Die Regional- und Senatswahlen in Tschechien an diesem Freitag und Samstag werden von der Corona-Pandemie überschattet. Beobachter rechnen mit einer Beteiligung lediglich zwischen 30 und 35 Prozent. Vor allem ältere Leute könnten der Abstimmung aus Angst vor einer Ansteckung fernbleiben, sagte der Meinungsforscher Jan Herzmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Besonders die Senatswahl sei aus Sicht der Bevölkerung "nicht so wichtig". Wegen rapide steigender Corona-Zahlen gilt von Montag an in dem EU-Partnerland landesweit der Notstand.

Gewählt wird in 13 Verwaltungsregionen außerhalb der Hauptstadt Prag. Zudem werden in einem Drittel der Wahlkreise die Sitze im Senat, dem Oberhaus des Parlaments, neu bestimmt. Die Stichwahl zum Senat findet eine Woche später statt. Zu einem Wechsel könnte es in der Aussiger Region (Ustecky Kraj) im Nordwesten Tschechiens kommen. Der als beliebt geltende kommunistische Regionspräsident Oldrich Bubenicek tritt nicht erneut an. Das größte Wahlpotenzial hat nach Umfragen in der Mehrzahl der Regionen die populistische ANO von Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis.

Update, 1. Oktober, 13.14 Uhr: Spahn erwartet erste Impfungen gegen das Coronavirus in Messehallen

In Deutschland könnten Beschäftigte des Gesundheitswesens, Ältere und Kranke ab dem Winter als Erste zentral in Messehallen gegen eine Corona-Infektion geimpft werden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Donnerstag in Berlin, er glaube, Impfungen müssten in wenigen großen Zentren, etwa Messehallen, starten, sobald es sichere Impfstoffe gebe.

Spahn sprach im Einklang mit Angaben des Robert Koch-Instituts von "Dezember, Januar, Februar, März" als möglichen Zeitraum dafür. Da die Impfstoffe anfangs wohl nicht für jeden zur Verfügung stünden, entstehe voraussichtlich die Notwendigkeit einer Priorisierung, so Spahn. Es könne also sein, dass "zum Beispiel erst die Beschäftigten des Gesundheitswesens, bestimmte Risikogruppen" geimpft würden.

Zu Personengruppen, die nach bisherigen Erkenntnissen ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf haben, zählt das Robert Koch-Institut unter anderem Menschen ab 50 bis 60 Jahren, Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, mit Diabetes oder Erkrankungen des Atmungssystems sowie Patienten mit unterdrücktem Immunsystem. Das Risiko steige bei mehreren dieser Merkmale.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), spricht mit Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, im Bundestag vor Beginn der Debatte in der Haushaltswoche am 29. September.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), spricht mit Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, im Bundestag vor Beginn der Debatte in der Haushaltswoche am 29. September.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 1. Oktober, 13.15 Uhr: Neuer Corona-Höchstwert in Polen - Regionale Einschränkungen geplant

Angesichts eines Rekords von Corona-Neuinfektionen will Polen in mehreren Regionen weitere Einschränkungen verhängen. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1967 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. So viele waren es noch nie. Der Schwerpunkt lag mit 285 Fällen im Süden des Landes, aber auch die Region um die Hauptstadt Warschau (268) und Pommern im Westen (180) waren stark betroffen.

Wie aus dem Entwurf eines Regierungsbeschlusses hervorgeht, plant Warschau die erneute Einführung von Restriktionen auf regionaler Ebene. Großstädte wie Danzig (Gdansk), Gdingen (Gdynia) und Stettin (Szczecin) sollen künftig als "gelbe Zonen" gelten. Dies bedeutet Auflagen für Feiern, Gastronomiebetriebe und Fitnessstudios. Außerdem soll es dort demnächst auch auf der Straße eine Maskenpflicht geben.

Die Zahl der "roten Zonen" wird dem Entwurf zufolge von derzeit zwei auf 17 ausgeweitet. Darunter fällt auch der Ostsee-Kurort Zoppot (Sopot) bei Danzig. In "roten Zonen" gilt bereits jetzt eine Maskenpflicht auch unter freiem Himmel. Restaurants und Bars dürfen künftig nur bis 22 Uhr geöffnet bleiben.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 93 481 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 2543 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. Das EU-Partnerland wird vom Robert Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft.

ine Frau aus Polen schaut über die geschlossen Grenze noch Deutschland.
ine Frau aus Polen schaut über die geschlossen Grenze noch Deutschland.  © Stefan Sauer/dpa

Update, 1. Oktober, 13.11 Uhr: 400.000. Besucherin bei Landesgartenschau - "Erfolg trotz Corona"

 Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort hat in dieser Woche die 400.000. Besucherin begrüßt - eine 36-jährige Dauerkartenbesitzerin mit ihren zwei Söhnen. "Es ist ein riesiger Erfolg", sagte der Kamp-Lintforter Bürgermeister Christoph Landscheidt. Die Ausstellung auf dem Gelände der früheren Zeche Bergwerk West war um zwei Wochen bis zum 25. Oktober verlängert worden. Sie hatte zuvor wegen der Corona-Pandemie erst mit Verspätung Anfang Mai öffnen können.

Vor der Pandemie hatten die Veranstalter mit 560.000 Besuchern gerechnet, danach war angesichts der Einschränkungen im öffentlichen Leben lange unklar, wie viele Menschen kommen würden. "Jetzt sind wir schon sehr zufrieden", sagte eine Sprecherin. "Viele, die nicht in den Urlaub konnten, haben bei uns einen oder mehrere schöne Tage verbracht."

Update, 1. Oktober, 13.08 Uhr: Hamburg bei Corona-Überbrückungshilfe bundesweit Schlusslicht

Kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen aus Hamburg haben während der Corona-Pandemie bisher rund 3900 Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt. Insgesamt wurden bis Ende September Hilfen von rund 59,2 Millionen Euro beantragt, wie aus einer Übersicht des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht. Die durchschnittliche Höhe der beantragten Förderung betrage etwa 15.200 Euro.

Bundesweit seien gut 103.000 Anträge mit einem Volumen von rund 1,35 Milliarden Euro gestellt worden. Die durchschnittliche Höhe pro Antrag liege bei 13 400 Euro.

In Hamburg lag der Anteil der bewilligten Anträge demnach bei nur 1800 oder 45,1 Prozent (bundesweit: 60,3 Prozent). Die Hansestadt liegt damit zusammen mit Berlin bundesweit auf dem letzten Platz. Die bisher bewilligte Gesamtsumme für Unternehmen aus Hamburg lag bei 29,1 Millionen Euro.

Das Programm, für das der Bund insgesamt 25 Milliarden Euro eingeplant hat, wird damit bisher nur zu einem kleinen Teil genutzt. Die Auszahlung der Gelder über die Länder lief zuletzt schleppend, auch weil das Verfahren komplex ist. Wegen der nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen hatte die Bundesregierung Mitte September nachgebessert.

Bis zum 29. September wurden von den insgesamt rund 103.600 Anträgen etwa 62.500 bewilligt mit einem Fördervolumen von fast 871 Millionen Euro, wie aus der Übersicht hervorgeht. Sie lag dpa vor, zuvor hatte das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Sie sollen die wirtschaftliche Existenz betroffener Unternehmen, Soloselbstständiger sowie von Freiberuflern sichern. Die Bundesregierung hatte kürzlich diese Zuschüsse bis Jahresende verlängert sowie erhöht und die Zugangsbedingungen vereinfacht.

Eine Mund-Nase-Bedeckung mit Hamburg-Logo liegt auf einer Dokumentenmappe bei einer Pressekonferenz in einer Grundschule.
Eine Mund-Nase-Bedeckung mit Hamburg-Logo liegt auf einer Dokumentenmappe bei einer Pressekonferenz in einer Grundschule.  © Christian Charisius/dpa

Update, 1. Oktober, 13.03 Uhr: Pandemie führt zu Anstieg von Kinderehen und Zwangsheiraten

Die Corona-Pandemie und die dadurch hervorgerufene Notlage vieler Familien führen einem Bericht zufolge zu einem deutlichen Anstieg von Kinderehen und Zwangsheiraten. Allein in diesem Jahr würden eine halbe Million Mädchen mehr zwangsverheiratet, heißt es in dem Report der Kinderrechtsorganisation Save the Children. In den kommenden fünf Jahren könnte die Zahl der Kinderehen weltweit um bis zu 2,5 Millionen ansteigen. Vor Beginn der Pandemie wurden den Angaben zufolge jährlich rund zwei Millionen von insgesamt zwölf Millionen Mädchen vor ihrem 15. Geburtstag verheiratet.

Mit Kinderehen einher gingen oft Schulabbrüche und Teenager-Schwangerschaften, warnt Save the Children. Eine Million minderjährige Frauen mehr könnten nun laut Bericht schwanger werden. Für viele der Mädchen sei eine Geburt mit erhöhten Risiken verbunden - etwa, weil sie an Mangelernährung und Blutarmut litten.

Die Pandemie habe etliche Familien in Armut gestürzt, sagte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland. Das verschärfe den Druck auf die minderjährigen Frauen. Viele Mädchen müssten arbeiten oder kranke Angehörige pflegen, erklärte Krüger. "Und vielen Eltern bleibt kaum etwas anderes übrig als ihre Töchter zur Heirat mit häufig viel älteren Männern zu zwingen." Damit würden 25 Jahre Fortschritt zunichte gemacht, in denen die Zahl der Kinderehen kontinuierlich sank, heißt es in dem Bericht.

Eine Mitarbeiterin des niedersächsischen Krisentelefons führt ein Telefongespräch. Im Hintergrund sieht man das Plakat mit der Aufschirft: "Kein Mädchen, keine Frau darf zur Ehe gezwungen werden!"
Eine Mitarbeiterin des niedersächsischen Krisentelefons führt ein Telefongespräch. Im Hintergrund sieht man das Plakat mit der Aufschirft: "Kein Mädchen, keine Frau darf zur Ehe gezwungen werden!"  © Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Update, 1. Oktober, 12.57 Uhr: Polizei warnt vor Falschmeldung über angeblichen Tod durch Maske

Die Polizei warnt vor einer Falschmeldung über ein sechsjähriges Mädchen aus Schweinfurt, das angeblich durch das Tragen einer Maske gestorben sei soll. "Das sind Internetmärchen, die seit Dienstag auf verschiedenen Social-Media-Kanälen in der Region verbreitet werden", warnte eine Sprecherin der Polizei in Unterfranken am Donnerstag. "Das ist tatsächlich falsch". 

Weder in Schweinfurt, noch in der Umgebung sei eine Sechsjährige deshalb erkrankt oder gar ums Leben gekommen. Inzwischen hätten sich schon mehrere besorgte Bürger in dem Regierungsbezirk im Norden Bayerns bei der Polizei gemeldet. "Die Kripo versucht gerade herauszufinden, wer das gestreut hat", fügte die Sprecherin hinzu.

Update, 1. Oktober, 12.04 Uhr: Tui fährt Angebot im kommenden Jahr etwas runter

Der von der Coronakrise schwer getroffene Reisekonzern Tui will im kommenden Jahr ein reduziertes Urlaubsangebot vermarkten. Mit einem Umfang von rund 80 Prozent des Vorkrisenniveaus könne man die Reisen zu profitablen Preisen verkaufen, sagte Konzernchef Fritz Joussen am Mittwochabend beim Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. Bei einer schnellen Erholung der Nachfrage bestehe dann allerdings die Gefahr, Marktanteile zu verlieren. Ein "normales Buchungsjahr" erwarte er für 2022.

"Der Spaß am Urlaub ist eigentlich da", sagte Joussen. Das belegten die hohen Vorbuchungen der Kunden für den Sommer 2021. Ende August habe man ein Plus von 84 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr verzeichnet, was allerdings teilweise auf den sofortigen Wiedereinsatz von Reisegutscheinen zurückzuführen sei. Über die Entwicklung des Reisejahres 2021 entscheiden laut Joussen die Buchungen in den Monaten Januar bis März. Grundsätzlich positiv sollte sich für den Marktführer das Ausscheiden des insolventen Konkurrenten Thomas Cook auswirken.

Joussen sprach sich erneut dafür aus, staatliche Reisewarnungen kleinteiliger für einzelne Regionen und nicht für ganze Länder auszusprechen. Auch sollten für Reisende Corona-Schnelltests zugelassen werden und an die Stelle langer Quarantänezeiten treten. Den "großen Wurf" erwarte er aber durch die bald anstehende Zulassung von Impfstoffen.

In der Krise will sich der mit 3 Milliarden Euro staatlich gestützte Konzern zu einer digitalen Plattform wandeln, sagte Joussen. Er will jährliche Kosten von bis zu 400 Millionen Euro einsparen und rund 8000 Stellen abbauen. Unter anderem soll dazu die konzerneigene deutsche Fluggesellschaft Tuifly von 39 auf 17 Maschinen verkleinert werden. Er rechne nach der Krise mit einem großen Angebot an Hotels und Flügen, so dass man Sitzplätze besser einkaufen könne als sie selbst vorzuhalten.

Spanien, Tenerife: Touristen mit Mund-Nasen-Schutz gehen über eine Straße nahe des lokalen Flughafens.
Spanien, Tenerife: Touristen mit Mund-Nasen-Schutz gehen über eine Straße nahe des lokalen Flughafens.  © Arturo Jimenez/dpa

Update, 1. Oktober, 11.53 Uhr: Medizintechnik erwartet wegen Pandemie Einbußen

Von Verbandszeug über Röntgengeräte bis zum Implantat: Die deutsche Medizintechnikbranche hatte jahrelanges Wachstum hinter sich - bis die Coronakrise kam. Denn obwohl Produkte wie Schutzkleidung und Atemschutzmasken gefragt sind, ist die Branche insgesamt in Schwierigkeiten geraten, wie der Bundesverband Medizintechnologie am Donnerstag in Berlin mitteilte. "Unsere Unternehmen leiden vor allem unter der Verschiebung planbarer Operationen, unter weniger Arztbesuchen und damit auch weniger Verordnungen", sagte Vorstandschef Meinrad Lugan.

Nach einer Branchenumfrage rechnet gut jedes zweite von 118 befragten Mitgliedsunternehmen damit, dass die Geschäfte dieses Jahr schlechter laufen. 2019 hatte der Umsatz noch den Rekord von 33,4 Milliarden Euro erreicht. Nun sei ein Minus von 4,9 Prozent zu erwarten. Die meist mittelständischen Unternehmen mit branchenweit gut 215.000 Beschäftigten wollen ihr Personal demnach aber halten.

Die Branche hofft, durch die Corona-Krise mehr Beachtung durch die Politik zu erhalten. Der Verband warnt davor, weltweite Lieferketten für Produkte zur Seuchenbekämpfung zu unterbrechen - etwa wenn Staaten versuchten, sie sich durch Ausfuhrbeschränkungen zu sichern.

Gegen Lieferengpässe für Medizinprodukte und Pharmazeutika zur Intensivbehandlung wird stattdessen eine digitale Bestandsplattform vorgeschlagen. "Für weniger als 20 Prozent relevanter Produkte ist ein Krisenlager oder Krisen-Produktionskapazität erforderlich", hieß es. Meist gebe es nur ein Verteilungsproblem.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sitzt bei einem Besuch des Werkes des Medizintechnik-Herstellers Dräger zwischen Intensiv-Beatmungsgeräten.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sitzt bei einem Besuch des Werkes des Medizintechnik-Herstellers Dräger zwischen Intensiv-Beatmungsgeräten.  © Carsten Rehder/dpa

Update, 1. Oktober, 11.37 Uhr: Heidi Klums Topmodels müssen in Europa bleiben

Keine Villa in Los Angeles, keine Gala in New York: Heidi Klums Nachwuchsmodels dürfen in der nächsten Ausgabe der Casting-Show nicht in die USA. Wegen der Corona-Seuche wird die 16. Staffel von "Germany's Next Topmodel" komplett in Europa produziert, wie ProSieben am Donnerstag in Unterföhring bei München mitteilte. "Von hier aus können wir schnell auf die aktuelle Lage reagieren", sagte Senderchef Daniel Rosemann. Die Gesundheit und Sicherheit der Kandidatinnen stehe an erster Stelle.

"Auch wenn 2020 ein Jahr mit extrem vielen Hindernissen ist, finde ich es toll, dass unsere Topmodel-Fans mich wieder auf meiner Reise bis hin zur Gewinnerin begleiten können", sagte Klum laut Mitteilung. Die 47-Jährige wird nach Senderangaben zu den Dreharbeiten, die im Herbst starten sollen, nach Europa reisen und nicht - wie bei der Corona-Notlösung zum Finale der vergangenen Staffel - per Video aus den USA zugeschaltet werden. "Gemeinsam mit meinem Topmodel-Team werde ich natürlich alles dafür tun, damit die Reise sicher aber natürlich auch unterhaltsam wird", zitiert der Sender Klum.

Die Einschränkungen bei den Locations sollen nicht das einzige Neue an der Show sein: "In diesem Jahr habe ich das veraltete Schönheitsideal komplett über den Haufen geworfen und allen Mädchen - ob groß oder klein, jung oder alt - die Chance gegeben, sich bei mir vorzustellen", sagte Klum.

Heidi Klum kommt zur Präsentation der amerikanischen Talentshow "America's Got Talent" im Pasadena Civic Auditorium.
Heidi Klum kommt zur Präsentation der amerikanischen Talentshow "America's Got Talent" im Pasadena Civic Auditorium.  © Richard Shotwell/Invision/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 11.34 Uhr: Trotz Corona: Keine generelle Aufhebung der FIFA-Abstellungspflicht

Die FIFA plant trotz der steigenden Corona-Zahlen für die anstehenden Fußball-Länderspiele im Gegensatz zu den Partien im September keine generelle Aufhebung der Abstellungspflicht für Nationalspieler. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Weltverbandes erfuhr, soll stattdessen noch am Donnerstag ein umfassendes Protokoll für die Organisation der Partien in allen Konföderationen als Leitfaden veröffentlicht werden.

Im September hatte die FIFA den Clubs erlaubt, Spieler nicht zu ihren Nationalteams zu schicken. Zuletzt hatten sich Bundesliga-Vertreter mehrfach besorgt über drohende Quarantäne-Regelungen für ihre Profis nach der Rückkehr aus Corona-Risikogebieten geäußert.

"Für mich ist es ein Unding, Spieler in Risiko-Gebiete zu schicken. Es ist Aufgabe der FIFA, diese Partien entweder zu verlegen oder sicherzustellen, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen", sagte Manager Stefan Reuter vom FC Augsburg dem "Kicker".

Sportdirektor Michael Zorc von Borussia Dortmund hatte in der Vorwoche angedroht, Spieler nicht freizustellen, sollten sie nach der Rückkehr von ihren Nationalteams "sogar ein Pflichtspiel verpassen". Hierfür würde nach der jüngsten FIFA-Entscheidung die rechtliche Grundlage fehlen. Ausnahmen müssten durch nationale Gesundheitsbehörden beschlossen werden.

Das rund 150 Seiten umfassende FIFA-Protokoll gleicht vom Grundsatz den erprobten Hygieneregeln der Bundesliga und dem Protokoll der UEFA. Im Gegensatz zum September, als nur in Europa gespielt wurde, stehen im Oktober unter anderem auch WM-Qualifikationsspiele in Südamerika an, wodurch diesmal ein FIFA-Wettbewerb von einer Aufhebung der Abstellungspflicht betroffen wäre.

Stefan Reuter, Manager vom FC Augsburg, steht vor Spielbeginn beim Interview.
Stefan Reuter, Manager vom FC Augsburg, steht vor Spielbeginn beim Interview.  © Carmen Jaspersen/dpa

Update, 1. Oktober, 11.29 Uhr: Firmen beantragten bisher 1,35 Milliarden Corona-Überbrückungshilfe

Kriselnde Kleinunternehmen und mittelständische Firmen haben während der Corona-Pandemie bisher gut 103.000 Anträge auf Überbrückungshilfe gestellt. Insgesamt wurden bis dato Hilfen von rund 1,35 Milliarden Euro beantragt, wie aus einer Übersicht des Bundeswirtschaftsministeriums hervorgeht. Die durchschnittliche Höhe der beantragten Förderung betrage etwa 13.400 Euro.

Damit wird das Programm, für das der Bund insgesamt 25 Milliarden Euro eingeplant hat, bisher nur zu einem kleinen Teil genutzt. Die Auszahlung der Gelder über die Länder lief zuletzt schleppend, auch weil das Verfahren komplex ist. Wegen der nur spärlich abfließenden Überbrückungshilfen hatte die Bundesregierung Mitte September nachgebessert. Bis zum 29. September wurden von den insgesamt rund 103 600 Anträgen etwa 62 500 bewilligt mit einem Fördervolumen von fast 871 Millionen Euro, wie aus der Übersicht hervorgeht. Sie lag dpa vor, zuvor hatte das Nachrichtenportal "The Pioneer" berichtet.

Die Überbrückungshilfen sind Zuschüsse zu den Fixkosten der Unternehmen, die sich an der Höhe des Umsatzrückgangs bemessen. Sie sollen die wirtschaftliche Existenz betroffener Unternehmen, Soloselbstständiger sowie von Freiberuflern sichern. Die Bundesregierung hatte kürzlich diese Zuschüsse bis Jahresende verlängert sowie erhöht und die Zugangsbedingungen vereinfacht.

Demnach können Unternehmen je nach Höhe der Fixkosten für die Monate September bis Dezember bis zu 200 000 Euro an Förderung erhalten. Bisher wurden für die Monate Juni bis August fixe Betriebskosten wie Mieten von insgesamt bis zu 150 000 Euro erstattet, wenn Firmen erhebliche Umsatzausfälle nachweisen konnten. Zudem werden bis zu 90 Prozent der Fixkosten erstattet statt bisher 80 Prozent.

Die Überbrückungshilfe ist neben der seit Juli geltenden, befristeten Mehrwertsteuersenkung ein Eckpfeiler des 130 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets. Bis Ende September hat der Bund insgesamt 70 Milliarden Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen bewilligt, wie es in der Übersicht heißt. Der größte Teil entfiel mit 45,3 Milliarden Euro auf Kredite aus dem Sonderprogramm der staatlichen Förderbank KfW.

Ein Stift liegt auf einem Antrag auf einen Corona-Soforthilfe-Zuschuss der Sächsischen Aufbaubank.
Ein Stift liegt auf einem Antrag auf einen Corona-Soforthilfe-Zuschuss der Sächsischen Aufbaubank.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. Oktober, 11.10 Uhr: Arbeitslosenquote im Euroraum weiter gestiegen

In der Eurozone ist die Arbeitslosenquote im August den fünften Monat in Folge gestiegen und hat den höchsten Stand seit Juli 2018 erreicht. Die Quote habe um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent zugelegt, teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit. Zudem wurde die Quote für Juli nach oben revidiert, von zuvor 7,9 Prozent auf 8,0 Prozent.

Im März hatte die Quote bei 7,2 Prozent einen Tiefstand erreicht und ist dann in der Corona-Krise gestiegen. Zuvor hatte es einen kontinuierlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Eurozone gegeben. Seit dem Rekordhoch von mehr als 12 Prozent im Jahr 2013 hatte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt bis zur Corona-Krise stetig verbessert.

Im Euroraum waren laut Eurostat im August 13 188 Millionen Menschen arbeitslos. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um 251 000. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg hierbei überdurchschnittlich stark an. Im Euroraum lag die Arbeitslosenquote von Personen im Alter von unter 25 Jahren im August bei 18,1 Prozent, nach 17,8 Prozent im Juli.

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben zu einem starken Anstieg der Zahl der Anträge auf Arbeitslosenunterstützung geführt. Gleichzeitig suchte ein erheblicher Teil derjenigen, die sich bei Arbeitsämtern angemeldet hatten, nicht mehr aktiv nach einem Arbeitsplatz oder war nicht mehr verfügbar, beispielsweise wegen Kinderbetreuung. Dies führt zu Abweichungen bei der Zahl der registrierten Arbeitslosen und derjenigen, die gemäß der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) als arbeitslos eingestuft werden.

Die Arbeitsmarktdaten von Eurostat basieren auf Erhebungsmethoden der Internationalen Arbeitsorganisation und können nicht mit nationalen Daten der deutschen Bundesagentur für Arbeit verglichen werden.

Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.
Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. Oktober, 11.06 Uhr: Schweiz erlaubt wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen

Seit Donnerstag sind in der Schweiz wieder Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern erlaubt. Davon profitieren unter anderem Sportvereine, die nun mehr Fans in die Stadien lassen dürfen. Die Regierung verlangt allerdings strikte Hygienekonzepte. In allen Stadien sind nur Sitzplätze erlaubt, die Fans müssen Masken tragen und es dürfen höchstens Zweidrittel der Plätze besetzt werden. Bei Freiluftveranstaltungen wie Ski-, Langlauf- oder Radrennen sowie Dorffesten im freien Gelände sind auch Stehplätze erlaubt.

Bewilligungen für Veranstaltungen erteilen die Kantone, die je nach Infektionsgeschehen eigene Auflagen machen können. Die Schweiz hatte Messen, Konzerte und andere Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wegen der Corona-Pandemie als eines der ersten Länder Europas Ende Februar verboten.

Als erstes profitiert die Eishockey-Liga von der Lockerung. Sie wollte am Donnerstagabend in die neue Saison starten. Antreten sollte unter anderem Titelfavorit ZSC Lions gegen den Verein aus Lugano.

Update, 1. Oktober, 10.22 Uhr: Minister Spahn kritisiert Berliner Bezirk, der keine Hilfe von der Bundeswehr annimmt

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Weigerung des Berliner Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert, in der Pandemie Hilfe von der Bundeswehr anzunehmen.

In den Gesundheitsämtern kämen bei steigenden Infektionszahlen die Beschäftigten irgendwann an ihre Belastungsgrenzen. "Deswegen unterstützen wir auch seitens des Bundes zum Beispiel mit Bundeswehrsoldaten, zum Beispiel vonseiten des Robert Koch-Instituts", sagte Spahn in der ARD-Sendung "Extra" zur Corona-Lage am Mittwochabend. "Übrigens wundert es da schon, wenn hier in Berlin-Friedrichshain dann ein Gesundheitsamt aus ideologischen Gründen mitten in der Pandemie keine Hilfe von der Bundeswehr will."

In elf Berliner Bezirken kommen bereits Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten oder in Teams für Tests eingesetzt werden. Zu den bisher 60 Soldatinnen und Soldaten sollen noch einmal 180 dazukommen.

Nur der linksalternative Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geht einen anderen Weg. Eine Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung lehne die Bundeswehrhilfe ab, sagte eine Sprecherin des Bezirksamts am Donnerstag. Da die Bundeswehrsoldaten zudem nur wenige Wochen vor Ort seien, wolle der Bezirk lieber neue Mitarbeiter befristet für ein ganzes Jahr einstellen. Inzwischen arbeiteten bereits 71 Beschäftigte in der sogenannten Kontaktnachverfolgung. 72 seien vorgegeben.

In dem Bezirk mit rund 290.400 Einwohnern gibt es bisher 1395 bestätigte Corona-Infektionen. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner an den vergangenen sieben Tagen liegt knapp unter dem kritischen Wert 50.

Zuvor hatte bereits Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) das Vorgehen kritisiert. "Mir fehlt jedes Verständnis, dass Rot-Rot-Grün es eher riskiert, dass es rasant steigende Infektionen gibt, dass Infektionsketten nicht nachverfolgt oder nicht eingedämmt werden können, als sich von der Bundeswehr helfen zu lassen", sagte sie.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt nach der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder einer Pressekonferenz.
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt nach der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder einer Pressekonferenz.  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 1. Oktober, 10.12 Uhr: Corona-Pandemie vermindert Zuwanderung nach Deutschland

Die Corona-Reisebeschränkungen haben die Zuwanderung nach Deutschland gedrosselt. Nach vorläufigen Zahlen gab es im ersten Halbjahr 2020 rund 529.000 Zuzüge und 455.000 Fortzüge über die Grenzen Deutschlands, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Die Zuzüge gingen demnach im Vorjahresvergleich um 29 Prozent und die Wegzüge um 22 Prozent zurück. Unter dem Strich seien 74.000 Personen mehr gekommen, als weggezogen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres belief sich die sogenannte Nettozuwanderung noch auf 167.000 Personen.

Während es im Januar und Februar nur geringe Unterschiede gab, lag die Zahl der Zuzüge zwischen März und Juni 2020 um 42 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zudem zogen 32 Prozent weniger Menschen fort. Neben den eingeschränkten Reisemöglichkeiten könnten auch wirtschaftliche Auswirkungen der Pandemie dazu geführt haben, dass geplante Zu- oder Abwanderungen verhindert oder verschoben wurden, erklärte das Bundesamt. Zugleich hinke möglicherweise die Erfassung hinterher, da auch Einwohnermeldebehörden Beschränkungen unterlagen.

Die meisten der Zugezogenen kamen im ersten Halbjahr aus dem europäischen Ausland, vor allem aus der EU. Mit deutlichen Abstand folgten Asien und Amerika. Europa war auch das häufigste Ziel der Auswanderer, es folgten auch hier Asien und Amerika.

Zudem wechselten weniger Menschen ihren Wohnort innerhalb Deutschlands: Im ersten Halbjahr 2020 wurden 435.000 Wanderungen über die Grenzen der Bundesländer registriert, zehn Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die größte Abnahme registrierte das Bundesamt im März und April. Im Mai und Juni wurden dagegen die Vorjahreswerte fast wieder erreicht.

Update, 1. Oktober, 10.09 Uhr: MV Werften können mit Überbrückungshilfen des Bundes rechnen

Die zum asiatischen Genting-Konzern gehörende Schiffbaugruppe MV Werften kann mit Überbrückungshilfen des Bundes rechnen. Der Bund habe sich grundsätzlich bereit erklärt, den Werften in Wismar, Rostock und Stralsund in Mecklenburg-Vorpommern einen Überbrückungskredit über 190 Millionen Euro zu gewähren und damit die Finanzierung bis zum Jahresende sicherzustellen, hieß es am Donnerstag in Schwerin aus dem Finanzministerium des Landes.

Gespräche dazu seien zuvor in Berlin geführt und bis auf wenige Details auch erfolgreich abgeschlossen worden. Zuvor hatte die "Ostsee-Zeitung" über die bevorstehende Kreditgewährung berichtet.

Der Löwenanteil des Geldes soll dem Vernehmen nach für die Fertigstellung des in Stralsund gebauten eisgängigen Expeditions-Kreuzfahrtschiffes "Endeavor" eingesetzt werden. Das 164 Meter lange Schiff der Luxusklasse soll dem Kreditgeber als Sicherheit dienen.

Ziel der Landesregierung ist es, die Werften mit ihren mehr als 3000 Beschäftigten unter den Rettungsschirm des Bundes zu bringen. Mit Hilfe von Krediten und Bürgschaften über etwa 500 Millionen Euro sollen die Schiffbaubetriebe über die Corona-Krise gerettet werden. Der Großteil der Werftarbeiter ist seit Monaten in Kurzarbeit.

Laufkatzen hängen am Bockkran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde.
Laufkatzen hängen am Bockkran der MV-Werft in Rostock-Warnemünde.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Updatem 1. Oktober, 9.44 Uhr: Corona-Pandemie lässt Defizit der Kommunen sprunghaft steigen

Weggebrochene Einnahmen wegen der Corona-Pandemie belasten die Finanzen der Kommunen in Deutschland. Im ersten Halbjahr betrug das Finanzierungsdefizit der Gemeinden und Gemeindeverbände 9,7 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Im ersten Halbjahr des Vorjahres war das Defizit mit knapp 0,3 Milliarden Euro noch deutlich geringer. Ausschlaggebend war vor allem das von den Corona-Beschränkungen geprägte zweite Quartal.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer brachen im April, Mai und Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,5 Milliarden auf 7,0 Milliarden Euro ein. Da kommunale Einrichtungen wie Bürgerämter zeitweise schließen mussten, gingen die Verwaltungs- und Benutzungsgebühren um 1,4 Milliarden Euro auf 7,1 Milliarden Euro zurück. Vorgezogene Zahlungen der Bundesländer hätten ein noch größeres Minus verhindert, berichtete das Bundesamt. Das Konjunkturpaket des Bundes mit dem kommunalen Solidarpakt werde erst im zweiten Halbjahr wirksam.

Im ersten Halbjahr 2020 gingen die gesamten bereinigten Einnahmen der Kommunen im Vorjahresvergleich um 1,1 Prozent auf 127,4 Milliarden Euro zurück. Die Steuereinnahmen nahmen mit 10,6 Prozent auf 39,6 Milliarden Euro deutlich ab.

Zugleich stiegen die Ausgaben im gleichen Zeitraum um rund sechs Prozent auf 137,1 Milliarden Euro. Besonders stark erhöhten sich den Angaben zufolge die Sachinvestitionen, zu denen vor allem Baumaßnahmen, aber auch Ausgaben für Ausrüstungsgüter gehören. Wie viel davon etwa in medizinische Ausrüstung floss, könne allerdings nicht gesondert ausgewiesen werden, erklärte die Behörde. Die laufenden Sachaufwendungen der Kommunen stiegen um knapp drei Prozent, dazu gehört die Anschaffung medizinischer Geräte und Laborausstattungen.

Update, 1. Oktober, 9.40 Uhr: H&M will trotz Erholung von Corona-Krise Filialnetz reduzieren

er von der Corona-Krise getroffene schwedische Modehändler Hennes & Mauritz (H&M) will sein Filialnetz ausdünnen. Im kommenden Jahr soll die Zahl der Geschäfte unter dem Strich um rund 250 schrumpfen, wie das Unternehmen am Donnerstag zur Vorlage seiner endgültigen Zahlen für das bis Ende August gelaufene dritte Geschäftsquartal bekanntgab.

Die Erholung des Konzerns von der Krise setzt sich fort. Wie bereits bekannt, war dem Einzelhändler im Sommerquartal die Rückkehr in die schwarzen Zahlen gelungen, nachdem H&M in dem besonders von der Pandemie betroffenen zweiten Quartal Verluste geschrieben hatte.

"Obwohl die Herausforderungen an uns noch bei weitem nicht vorbei sind, dürfte das Schlimmste hinter uns liegen", sagte Konzernchefin Helena Helmersson. Die Erholung der Geschäfte laufe schneller als gedacht. "Wir haben ein starkes und profitables Wachstum im Online-Geschäft erzielt, und mehr und mehr Geschäfte haben inzwischen wieder geöffnet."

Aktuell seien noch 166 der insgesamt rund 5000 H&M-Filialen geschlossen, hieß es. Zu Quartalsende hatten noch mehr als 200 Geschäfte den Betrieb noch nicht wieder aufgenommen. Die Pandemie hatte aber auch das dritte Quartal noch stark belastet. Wie ebenfalls bereits bekannt, hatte der Konzern im Berichtszeitraum rund 50,9 Milliarden schwedische Kronen (rund 4,83 Mrd Euro) umgesetzt, gerechnet in den jeweiligen Länderwährungen war das ein Rückgang von 16 Prozent. Nach Steuern hat sich der Gewinn auf 1,82 Milliarden Kronen mehr als halbiert. Für September meldete H&M nunmehr einen Rückgang der Erlöse um noch 5 Prozent.

Hannover: Ein Polizeifahrzeug fährt entlang geschlossener Bekleidungsgeschäfte.
Hannover: Ein Polizeifahrzeug fährt entlang geschlossener Bekleidungsgeschäfte.  © Peter Steffen/dpa

Update, 1. Oktober, 9.32 Uhr: Strenge Anti-Corona-Maßnahmen in Havanna gelockert

Der sozialistisch regierte Karibikstaat Kuba hat die strengen Anti-Corona-Maßnahmen in der Hauptstadt Havanna gelockert. Die seit September geltende Ausgangssperre zwischen 19 und 5 Uhr (Ortszeit) werde aufgehoben, teilte Havannas Gouverneur Reinaldo García Zapata am Mittwoch (Ortszeit) im Staatsfernsehen mit.

Unter Auflagen seien nun Strände und Schwimmbäder wieder offen, der öffentliche Nahverkehr dürfe den Betrieb aufnehmen. Grund für die Lockerungen sei die schwächelnde Wirtschaft. Auch Geschäfte durften demnach die bisher eingeschränkten Ladenöffnungszeiten ausweiten.

Geschlossen blieben dagegen zunächst der Flughafen sowie Bars und Diskotheken. Zudem müssten Ein- und Ausreisen zwischen der Hauptstadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern und dem Rest des Landes weiterhin genehmigt werden. In dem Karibikstaat mit insgesamt etwas mehr als elf Millionen Einwohnern wurden bislang 5597 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 122 Todesfälle nach einer Covid-19-Erkrankung registriert. Nach einem alarmierenden Anstieg der Infektionszahlen in Havanna hatten Behörden vor knapp einem Monat strenge Sicherheitsmaßnahmen verhängt.

Havanna: Menschen mit Mundschutz gehen auf einer Straße und schütteln andere, die auf einem Bürgersteig Schach spielen, die Hand.
Havanna: Menschen mit Mundschutz gehen auf einer Straße und schütteln andere, die auf einem Bürgersteig Schach spielen, die Hand.  © Ramon Espinosa/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 9.11 Uhr: Über 300.000 Minijobs allein im Gastgewerbe weggebrochen

Mit den Einschränkungen in der Corona-Krise vor allem Frühjahr ist die Zahl geringfügig Beschäftigter deutlich zurückgegangen. Minijobs sind oft die ersten, die in der Krise wegbrechen. In bestimmten Branchen sind es besonders viele.

Mehr Informationen dazu >>>>hier. 

Update, 1. Oktober, 9.07 Uhr: Studie: Deutschland verliert Boden bei digitaler Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland verliert bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit laut einer neuen Studie an Boden. Die Bundesrepublik fiel in einer renommierten Rangliste auf den 18. Platz unter 63 Ländern zurück. 2016 lag sie noch auf Platz 15, wie die private Wirtschaftshochschule IMD in Lausanne in der Schweiz am Donnerstag berichtete.

Die Ökonomen untersuchen, wie stark Länder auf digitale Technologien setzen. Das könne ein wichtiger Indikator dafür sein, wie gut Länder durch die Corona-Pandemie kommen, so die Hochschule. Auf den ersten Plätzen standen die USA, Singapur und Dänemark, das den Platz mit Schweden tauschte.

"Deutschland hat zwar eine exzellente Forschung und gute Talente, aber es kommt bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit nicht richtig in die Gänge", sagte IMD-Chefvolkswirt Christos Cabolis der Deutschen Presse-Agentur. "Es hapert zum Beispiel an der technologischen Infrastruktur und an Investitionen in die Telekommunikation. Aber zu viele Deutsche kennen sich auch im digitalen Raum zu wenig aus. Da haben die Bildungsmaßnahmen bisher noch nicht genug gebracht."

Entsprechend landete Deutschland etwa bei den digitalen Fähigkeiten, der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien, der Verfügbarkeit drahtlosen Breitbandinternets und elektronischen Lösungen für die Bürgerinnen und Bürger auf den hinteren Plätzen. Unter den ersten zehn sind neben den vier genannten Ländern auch Hongkong, Schweiz, die Niederlande, Südkorea, Norwegen und Finnland. Es waren dieselben Top 10 wie im vergangenen Jahr, mit leichten Platzverschiebungen.

Update, 1. Oktober, 9.04 Uhr: Tiefkühlpizza boomt im Corona-Jahr

Beim Pizzaverbrauch erwartet die Tiefkühlindustrie im Corona-Jahr 2020 einen Rekord. "Der Absatz von Tiefkühlpizza wird dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen", teilte der Branchenverband Deutsches Tiefkühlinstitut in Berlin der Deutschen Presse-Agentur mit. 

"Jeder Bundesbürger isst durchschnittlich 13 Tiefkühlpizzen pro Jahr - Tendenz steigend." Vor zehn Jahren waren es demnach erst zehn, vor 20 Jahren fünf und vor 30 Jahren nur drei.

Laut Tiefkühlinstitut haben sich die Deutschen seit der Corona-Krise Ende Februar stärker mit TK-Lebensmitteln versorgt - vor allem mit Tiefkühlpizzen. "Die Verbraucher versorgen sich mit Tiefkühlkost einerseits zum sofortigen Verzehr, aber auch zur Bevorratung."

Die Nachfrage nach Tiefkühlkost im Lebensmittelhandel sei seit der elften Kalenderwoche (9. bis 15. März) zweistellig gewachsen, hieß es weiter. In der ersten Jahreshälfte 2020 habe die Warengruppe Tiefkühlpizza den Umsatz um sieben Prozent gesteigert.

Dagegen brach der Konsum außer Haus durch den sogenannten Lockdown drastisch ein. "Das trifft auch die TK-Hersteller hart, die für die Gastronomie produzieren. Da wichtige Absatzmärkte wie die Betriebsgastronomie und die Ausbildungsplatzverpflegung auch weiterhin stark unter dem normalen Niveau arbeiten."

Vergangenes Jahr wurden in Deutschland mehr als eine Milliarde TK-Pizzen verbraucht - das waren etwa 360.000 Tonnen.

Die erste Tiefkühlpizza kam vor 50 Jahren in den deutschen Handel. Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker brachte sie 1970 auf den Markt. Die Sorte hieß "Pizza alla Romana" und war unter anderem mit Tomaten, Paprika, Mortadella und Mozzarella belegt. "Für zwei Personen sollte sie reichen und war mit 2,95 DM nicht gerade günstig in einer Zeit, in der der durchschnittliche Arbeitnehmer 1100 DM im Monat verdiente", heißt es dazu von Dr. Oetker in Bielefeld.

Mitarbeiterinnen kontrollieren im Pizzawerk der Firma Dr. Oetker in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) die gleichmässige Verteilung des Belags auf Pizzen.
Mitarbeiterinnen kontrollieren im Pizzawerk der Firma Dr. Oetker in Wittenburg (Mecklenburg-Vorpommern) die gleichmässige Verteilung des Belags auf Pizzen.  © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. Oktober, 8.48 Uhr: Rekord an Corona-Neuinfektionen in Israel - Mehr als 8900 neue Fälle

Knapp zwei Wochen nach Beginn eines Lockdowns hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel einen Rekord erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, am Vortag seien 8919 neue Fälle registriert worden. Die Zahl der Schwerkranken lag mit 810 weiterhin oberhalb einer von Experten als kritisch für eine Überlastung des Gesundheitssystems bezeichneten Marke. Von allen am Mittwoch gemachten Tests fielen 13,6 Prozent positiv aus.

Die Pandemie war in Israel zunächst glimpflich verlaufen, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach von Experten kritisierten Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe. Seit dem 18. September gilt ein Lockdown mit Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen; am vergangenen Freitag wurden die Maßnahmen verschärft. In der Nacht zum Donnerstag beschloss das Coronavirus-Kabinett, den Lockdown um drei Tage bis zum 14. Oktober zu verlängern.

Am stärksten betroffen von der Zunahme der Fallzahlen waren zuletzt arabische und ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Corona-Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates.

In den Corona-Zeitraum fielen wichtige jüdische Feiertage wie das Neujahrsfest Rosch Haschana und das Versöhnungsfest Jom Kippur, an denen traditionell Familien zusammenkommen. Medienberichten zufolge hielten sich viele Strengreligiöse nicht an Corona-Vorschriften wie Versammlungsbeschränkungen in Synagogen. Das Gesundheitsministerium hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass die Infektionsquote bei getesteten Ultraorthodoxen zuletzt mehr als 25 Prozent betrug.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 248.133 Menschen in Israel nachgewiesen worden. 1571 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben. Israel hat rund neun Millionen Einwohner.

Jerusalem: Ein ultra-orthodoxes jüdisches Kind transportiert Palmwedel zum Bau einer Laubhütte anlässlich des bevorstehenden jüdischen Feiertags Sukkot.
Jerusalem: Ein ultra-orthodoxes jüdisches Kind transportiert Palmwedel zum Bau einer Laubhütte anlässlich des bevorstehenden jüdischen Feiertags Sukkot.  © Oded Balilty/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 6.45 Uhr: Südkorea mit erstem Exportanstieg seit sieben Monaten

Dank der Lockerung des Lockdowns in einigen seiner wichtigsten Partnerländern wegen der Corona-Pandemie hat Südkorea im September erstmals seit sieben Monaten wieder einen Exportanstieg verzeichnet. Die Ausfuhren hätten sich im Jahresvergleich um 7,7 Prozent auf wertmäßig 48,05 Milliarden Dollar (etwa 41 Milliarden Euro) erhöht, teilte das Handelsministerium am Donnerstag mit. Es war zugleich der höchste Monatsanstieg seit Oktober 2018. Auch lag er deutlich über den Markterwartungen.

Südkorea ist die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens. Zu den wichtigsten Exportgütern des Landes zählen Halbleiter, petrochemische Produkte, Autos, Schiffe, Maschinen sowie Smartphones und Flachbildschirme. Die Importe legten im vergangenen Monat um 1,1 Prozent auf 39,17 Milliarden Dollar zu.

Die Autoexporte kletterten den Angaben zufolge um 23,2 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Dollar. Die südkoreanischen Hersteller profitierten dabei von einer langsamen Erholung der weltweiten Nachfrage. Bei den Chip-Exporten verzeichnete Südkorea den dritten Monat in Folge einen Anstieg.

Die Ausfuhren nach China, das Südkoreas größter Handelspartner ist, expandierten um 8,2 Prozent, die Exporte in die USA um 23,2 Prozent und in die EU-Länder um 15,4 Prozent.

Update, 1. Oktober, 6.43 Uhr: Zweites Mal binnen weniger Tage mehr als 2500 Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2500 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2503 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen bekanntgab. Das sind nur knapp weniger als am Samstagmorgen, als mit 2507 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der höchste Wert seit Ende April gemeldet worden war.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des RKI mindestens 291 722 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 1.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9500. Das sind 12 mehr als am Vortag. Rund 257.900 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Mittwoch bei 0,96 (Vortag: 1,12). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Mittwoch bei 1,00 (Vortag: 1,03). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen.

"Die berichteten R-Werte lagen seit der zweiten Septemberwoche überwiegend über 1", schreibt das RKI im Lagebericht vom Mittwoch. "Auch wenn heute die R-Werte etwas niedriger sind, muss die Entwicklung weiter beobachtet werden."

Leere Tische und Stühle stehen in einem Biergarten. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Crifbürgel mit bis zu 18.000 Firmenpleiten in Deutschland.
Leere Tische und Stühle stehen in einem Biergarten. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet Crifbürgel mit bis zu 18.000 Firmenpleiten in Deutschland.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 1. Oktober, 6.40 Uhr: American Airlines beurlaubt 19.000 Mitarbeiter

Wegen des Einbruchs des Reisegeschäfts infolge der Coronavirus-Pandemie startet die US-Fluglinie American Airlines an diesem Donnerstag mit der Zwangsbeurlaubung von 19.000 Mitarbeitern. Das ging am Mittwoch (Ortszeit) aus einem Schreiben von Konzernchef Doug Parker hervor.

In der Erklärung wird auf Verhandlungen des Weißen Hauses und Vertretern des US-Repräsentantenhauses und -Senats verwiesen, die sich bislang nicht auf ein weiteres Hilfspaket im Zuge der Corona-Krise einigen konnten, das auch Hilfen für die Fluggesellschaften verlängern könnte.

Einschnitte beim Personal beträfen bei United Airlines ab Donnerstag mehr als 13 400 Mitarbeiter, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf die Fluggesellschaft.

American Airlines und United Airlines hatten schon in den vergangenen Wochen mit Ankündigungen von drohenden Entlassungen und Zwangsbeurlaubungen Druck auf Washington gemacht, wo Vertreter des US-Kongresses und dem Weißen Haus seit Wochen um ein weiteres Konjunkturpaket in der Corona-Krise ringen. Ein Rettungspaket für die Fluggesellschaften lief mit Ende September aus.

Die US-Fluggesellschaften wie American Airlines hatten sich im Gegenzug für 25 Milliarden Dollar (22 Milliarden Euro) an Staatshilfen in der Corona-Krise verpflichten müssen, bis Ende September keinen Personalabbau vorzunehmen. Nun droht eine Entlassungswelle. American Airlines erklärte, betroffene Mitarbeiter könnten zurückgerufen werden, sollten die Verhandlungen über weitere Hilfen in den nächsten Tagen zu einer Einigung führen.

Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft American Airlines befindet sich kurz nach dem Start am Flughafen Frankfurt im Steigflug.
Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft American Airlines befindet sich kurz nach dem Start am Flughafen Frankfurt im Steigflug.  © Silas Stein/dpa

Update, 1. Oktober, 6.38 Uhr: Fitnessstudios haben noch lange mit Corona-Folgen zu kämpfen

Deutschlands Fitnessstudios haben nach eigener Einschätzung noch jahrelang mit den Folgen von Corona-Schließungen in diesem Frühjahr zu kämpfen. Erst Ende 2022 oder Anfang 2023 werde voraussichtlich das Vorkrisenniveau erreicht, sagte die Präsidentin des Fitnessstudioverbandes DSSV, Birgit Schwarze, der Deutschen Presse-Agentur zum Auftakt der Kölner Fitnessmesse Fibo.

Die Messe findet von diesem Donnerstag bis Samstag als Online-Version statt - also ohne Publikum vor Ort. Normalerweise tummeln sich bei der Fibo Zehntausende Fitnessfans in den Kölner Messehallen.

Wegen der Corona-Pandemie mussten die Fitnessstudios von Mitte März bis Mitte Mai oder Anfang Juni schließen, der Zeitraum war je nach Bundesland unterschiedlich. "Ein Monat geschlossen kostet uns ein Jahr, um den Schaden wiedergutzumachen", sagte Schwarze und verwies darauf, dass in diesem Zeitraum keine Neumitglieder gewonnen werden konnten. Die Zahl der Mitglieder in großen Studios - also mit mehr als 1000 Quadratmetern - sank von Anfang Januar bis Ende Juni um 7 Prozent, wie eine Umfrage des Verbandes unter Betreibern ergab.

Bei Studios, die zwischen 200 und 1000 Quadratmetern groß sind, lag das Minus bei rund 6 Prozent, bei Kleinanlagen waren es minus 14 Prozent. Der Einbruch der Mitgliederzahlen sei "deutlich weniger drastisch ausgefallen, als dies während des Lockdowns zu befürchten war".

Zudem verglichen die Studienautoren die Zahlen der Studiobesuche in der ersten Woche nach Wiedereröffnung im Frühjahr und den Wochendurchschnitt des Zeitraums Januar bis Mitte März. Ergebnis: Grob gesagt 40 Prozent der Gäste kehrten sofort nach Wiederöffnung zurück auf die Geräte oder Matten. Mit Blick auf die Unsicherheit und die Angst in der Bevölkerung wegen der Pandemie wertet der Branchenverband diesen Wert positiv - das seien mehr Gäste als erwartet, heißt es.

Verbandschefin Schwarze begründet die aus ihrer Sicht relativ positiven Zahlen mit dem allgemeinen Trend hin zu einem stärkeren Gesundheitsbewusstsein. Langzeitschäden durch Corona wie generelle Skepsis vor Indoor-Sport mit anderen Menschen in nächster Nähe sieht Schwarze nicht. Die Studios hätten strenge Hygienekonzepte, ihr seien keine Fälle von Corona-Neuinfektionen in einem Fitnessstudio bekannt. Bei der wirtschaftlichen Perspektive übte sie sich in Optimismus. "Wir gehen davon aus, dass es bergauf geht", sagte Schwarze. "Und wir hoffen, dass die Corona-Fallzahlen nicht weiter steigen und dass die Verunsicherung nicht größer wird."

In Deutschland gibt es nach DSSV-Angaben rund 9700 Fitnessstudios, die 2019 auf einen Umsatz von 5,5 Milliarden Euro kamen - das war ein Plus von 3,4 Prozent. 2020 sollte es mit dem Wachstum weitergehen, doch die Pandemie machte den Betreibern einen Strich durch die Rechnung.

Stuttgart: Ein Besucher des Fitnessstudios fit/one trainert mit einem Expander.
Stuttgart: Ein Besucher des Fitnessstudios fit/one trainert mit einem Expander.  © picture alliance / Marijan Murat/dpa

Update, 1. Oktober, 6.33 Uhr: Unmut über drohende Quarantäne für Nationalspieler in der Bundesliga

In der Fußball-Bundesliga wächst der Unmut über drohende Quarantäne-Fälle wegen absehbarer Reisen der Profis in Corona-Risikogebiete für Länderspiele. 

Das berichtete der "kicker" in seiner Donnerstags-Ausgabe. "Für mich ist es ein Unding, Spieler in Risiko-Gebiete zu schicken. Es ist Aufgabe der FIFA, diese Partien entweder zu verlegen oder sicherzustellen, dass die Spieler nach ihrer Rückkehr nicht in Quarantäne müssen", sagte Manager Stefan Reuter vom FC Augsburg demnach. "Es kann nicht sein, dass wir Spieler abstellen, die danach für uns Clubs in der Bundesliga nicht einsatzfähig sind", sagte Sportvorstand Jochen Saier vom SC Freiburg.

Vor den Länderspielen im September hatte der Fußballweltverband die Abstellungspflicht gelockert und Vereinen damit die Möglichkeit gegeben, sich gegen die Abstellung von Spielern zu wehren, deren Nationalmannschaften in Risiko-Gebieten spielten. Bislang hoffen die Vereine auf ein solches Signal vor den anstehenden Partien im Oktober vergeblich.

Der südamerikanische Verband Conmebol berichtete zuletzt, er habe von der FIFA entsprechende Zusagen erhalten, dass die in Europa spielenden Brasilianer, Argentinier und andere Profis des Kontinents zu ihren Teams reisen müssen. Der Start für die WM-Qualifikations- Partien in Südamerika ist für den 8. und 13. Oktober vorgesehen.

Auch die deutsche Nationalmannschaft spielt am 10. Oktober in der Ukraine in einem von der Bundesregierung als Corona-Risikogebiet eingestuften Land.

Update, 1. Oktober, 6.30 Uhr: Familien kaufen Lebensmittel während Pandemie eher online

Familien haben Lebensmittel in der Corona-Krise einer Studie zufolge zuletzt mehr bei Online-Händlern und Lieferdiensten gekauft.

Mehr Infos dazu >>>>hier.

Nordrhein-Westfalen, Neuss: Ein Fahrer des Lebensmittellieferanten Picnic blickt aus einem Fahrzeug.
Nordrhein-Westfalen, Neuss: Ein Fahrer des Lebensmittellieferanten Picnic blickt aus einem Fahrzeug.  © Oliver Berg/dpa

Update, 1. Oktober, 5.22 Uhr: Stimmung in Japans Großindustrie etwas weniger pessimistisch

Japans Großindustrie ist nach den schweren Einbrüchen wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ganz so pessimistisch wie noch vor drei Monaten. Wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Quartalsumfrage ("Tankan") der Notenbank unter rund 10.000 Unternehmen des Landes hervorgeht, stieg der darin ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionsunternehmen zum September von minus 34 auf minus 27.

Ein negativer Index bedeutet allerdings, dass die Pessimisten weiterhin in der Mehrheit sind. Es ist jedoch das erste Mal seit elf Quartalen, dass sich die Stimmung besserte. Ökonomen hatten allerdings mit einem Index von minus 23 gerechnet.

Im Juli war die Stimmung in Japans Großindustrie wegen der globalen Corona-Pandemie auf den tiefsten Stand seit Juni 2019 gefallen. Inzwischen kommt die Industrieproduktion der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt jedoch langsam wieder in Schwung. So stieg die Produktion im August um 1,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Zwar ist die Stimmung weiterhin insgesamt gedrückt, doch für die kommenden drei Monate rechnet die Industrie immerhin mit einer weiteren Verbesserung. So dürfte der von der BoJ ermittelte Stimmungsindex für Dezember weiter auf minus 17 steigen.

Der von der Bank of Japan alle drei Monate erstellte Bericht ist eine Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Demnach sind auch die nicht produzierenden Unternehmen des Landes inzwischen etwas weniger pessimistisch. Der entsprechende Stimmungsindex bei diesen Unternehmen stieg von minus 17 vor drei Monaten auf jetzt minus 12. Bis Dezember dürfte er jedoch nur geringfügig auf minus 11 steigen. Bis sich Japans Wirtschaft vollständig von den Folgen der Pandemie erholt, dürften nach Einschätzung von Ökonomen noch Jahre vergehen.

Japan, Kawasaki: Fabriken sind im Industriegebiet Keihin in Kawasaki zu sehen.
Japan, Kawasaki: Fabriken sind im Industriegebiet Keihin in Kawasaki zu sehen.  © Koji Sasahara/AP/dpa

Update, 1. Oktober, 3.26 Uhr: Lateinamerika verlor 34 Millionen Arbeitsplätze wegen Corona

Mindestens 34 Millionen Menschen in Lateinamerika und der Karibik haben wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 ihre Jobs verloren. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht, den die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) am Mittwoch in der peruanischen Hauptstadt Lima vorstellte. Dieser beruht auf Daten aus neun Ländern mit zusammen mehr als 80 Prozent der Gesamtbevölkerung der Region. Die UN-Organisation warnte vor einer beispiellosen Krise der Arbeitsmärkte und "einem drastischen Schrumpfen von Erwerbstätigkeit, Arbeitszeit und Einkommen."

Lateinamerika und die Karibik ist nach diesem Bericht die Weltregion mit dem größten prozentualen Rückgang bei Arbeitszeit und Arbeitseinkommen. Die Beschäftigungsquote - der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung - fiel demnach im ersten Quartal dieses Jahres auf einen "historischen Tiefstand" von 51,1 Prozent. Im Vergleich zur ersten Hälfte des Vorjahres sei dies ein Rückgang um 5,4 Prozentpunkte in der Region mit rund 600 Millionen Einwohnern.

Manche der Jobverluste seien temporär. Erste Informationen aus dem dritten Quartal deuteten zudem eine Erholung an. Die Pandemie habe bestehende Ungleichheiten und strukturelle Probleme jedoch verschlimmert. Dies könne sich auch in einer Erholung fortsetzen, hieß es von der ILO. "Das Defizit an formeller Arbeit wird noch deutlicher werden für bestimmte Arbeitgruppen wie junge Menschen, Frauen und Erwachsene mit niedrigeren Qualifikationen."

Einige Länder, die bisher am meisten unter der Corona-Krise gelitten haben, liegen in Lateinamerika. Brasilien und Mexiko sind unter den vier Ländern mit den meisten Todesfällen. Zu den neun Staaten mit den meisten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 gehören Brasilien, Kolumbien, Peru, Argentinien und Mexiko.

Argentinien, La Plata: Ein Mann mit Mundschutz sitzt inmitten der Corona-Pandemie auf einer Matratze in einer Hütte aus Pappe in einem bestzten Landstück. In der Pandemie soll die Armut im südamerikanischen Land deutlich zugenommen haben.
Argentinien, La Plata: Ein Mann mit Mundschutz sitzt inmitten der Corona-Pandemie auf einer Matratze in einer Hütte aus Pappe in einem bestzten Landstück. In der Pandemie soll die Armut im südamerikanischen Land deutlich zugenommen haben.  © Alejandro Amdan/telam/dpa

Update, 1. Oktober, 2.30 Uhr: Pauschale Reisewarnung für Länder außerhalb der EU aufgehoben

Nach mehr als einem halben Jahr hat die Bundesregierung in der Nacht zu Donnerstag die pauschale Reisewarnung wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union aufgehoben. Jedes Land der Welt wird nun einzeln bewertet - so wie bisher bereits die Länder der EU und des grenzkontrollfreien Schengen-Raums. Mehr Informationen dazu >>>>hier.

Frankfurt/Main: Eine Frau, die einen Mundschutz trägt, steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens in der Abflughalle vor einer großen Anzeigetafel.
Frankfurt/Main: Eine Frau, die einen Mundschutz trägt, steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens in der Abflughalle vor einer großen Anzeigetafel.  © Arne Dedert/dpa

Update, 1. Oktober, 1.10 Uhr: Deutschland stuft weitere Regionen als Corona-Risikogebiete ein

Deutschland hat wegen hoher Corona-Infektionszahlen neben ganz Belgien auch Island und einzelne Regionen in neun weiteren europäischen Ländern als Risikogebiete eingestuft. Das Robert Koch-Institut aktualisierte seine Risikoliste am Mittwochabend entsprechend und nahm mit Wales und Nordirland erstmals auch Teile Großbritanniens auf.

In Frankreich kamen die Regionen Pays de la Loire und Burgund (Bourgogne) hinzu. Damit ist im größten Nachbarland Deutschlands nur noch die einst besonders stark von der Pandemie betroffene Grenzregion Grand Est von der Einstufung als Risikogebiet ausgenommen.

In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Erstmals nahm die Bundesregierung Gebiete in den beiden baltischen Staaten Litauen und Estland auf die Risikoliste. Außerdem kamen Regionen in Irland, Kroatien, Slowenien, Ungarn und Rumänien hinzu.

Dass Auswärtige Amt veröffentlichte noch am Abend eine Reisewarnung für Belgien, Rumänien und Litauen im Internet. Die Einstufung als Risikogebiet und die anschließende Reisewarnung erfolgen, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt.

Frankreich, Marseille: Blick auf ein leeres Restaurant.
Frankreich, Marseille: Blick auf ein leeres Restaurant.  © Yannick Neve/Le Pictorium Agency via ZUMA/dpa

Update, 1. Oktober, 0 Uhr: Auswärtiges Amt nimmt Reisewarnung für Belgien wieder von der Website

Das Auswärtige Amt hat die Reisewarnung für ganz Belgien am Mittwochabend vorübergehend wieder von seiner Internetseite genommen. Ein Sprecher des Ministeriums begründete das damit, dass das Robert Koch-Institut Belgien noch nicht offiziell als Corona-Risikogebiet ausgewiesen habe. Die Entscheidung sei aber gefallen und die Reisewarnung werde in Kürze wieder eingestellt.

Das Auswärtige Amt hatte um 21.05 Uhr über einen E-Mail-Newsletter und auf seiner Internetseite über die neue Reisewarnung informiert: "Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Belgien wird aufgrund hoher Infektionszahlen derzeit gewarnt", hieß es. Kurze Zeit später wurden die Reisehinweise für Belgien im Internet dann aber wieder auf die alte Version vom 24. September umgestellt.

Auch der deutsche Botschafter in Brüssel, Martin Kotthaus, hatte die Reisewarnung für ganz Belgien auf Twitter bereits bestätigt.

Update, 30. September, 21.59 Uhr: Armut in Argentinien nimmt in Corona-Pandemie zu

In der Corona-Pandemie hat die Armut in Argentinien deutlich zugenommen. In dem einst reichen Land leben inzwischen 40,9 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze, wie die Statistikbehörde am Mittwoch mitteilte. Das sind 5,5 Prozentpunkte mehr als im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres. 10,5 Prozent der Menschen leben demnach in extremer Armut - 2,8 Prozentpunkte mehr als im Vergleichzeitraum ein Jahr zuvor.

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, hatte die Regierung bereits Mitte März recht strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen, die zumindest im Großraum Buenos Aires noch immer gelten. Die harten Restriktionen trafen auch die Wirtschaft, vor allem informell Beschäftigte können seit Monaten nicht ihrer Arbeit nachgehen.

Das wirtschaftlich stark angeschlagene südamerikanische Land steckt seit 2018 in einer Rezession. Die Inflationsrate lag in der zweitgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas im vergangenen Jahr bei 54 Prozent. Das Land leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, geringer Produktivität der Industrie und einer großen Schattenwirtschaft, die dem Staat viele Steuereinnahmen entzieht.

Ein Mann mit Mundschutz sitzt inmitten der Corona-Pandemie auf einer Matratze in einer Hütte aus Pappe in einem bestzten Landstück.
Ein Mann mit Mundschutz sitzt inmitten der Corona-Pandemie auf einer Matratze in einer Hütte aus Pappe in einem bestzten Landstück.  © Alejandro Amdan/telam/dpa

Update, 30. September, 21.19 Uhr: Bundesregierung spricht Reisewarnung für ganz Belgien aus

Die Bundesregierung hat wegen steigender Corona-Infektionszahlen für ganz Belgien eine Reisewarnung ausgesprochen. Das geht aus den am Mittwochabend aktualisierten Reisehinweisen des Auswärtigen Amts hervor. In Belgien wurde zuletzt nur die Hauptstadt Brüssel als Corona-Risikogebiet geführt. Die Ausweitung auf das ganze Land betrifft nun auch Grenzregionen zu Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Eine Reisewarnung erfolgt, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen die Marke von 50 Fällen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen übersteigt. Sie ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung speziell für Touristen haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Urlaubern, Buchungen kostenlos zu stornieren.

Es wurde erwartet, dass noch am Abend auch die vom Robert Koch-Institut geführte Liste der Corona-Risikogebiete aktualisiert wird. Bisher sind 15 von 27 EU-Länder zumindest teilweise Corona-Risikogebiete, Belgien, Spanien, Tschechien und Luxemburg sogar ganz.

Polen ist das einzige der neun Nachbarländer Deutschlands, das noch nicht auf der Risikoliste steht. Aber auch dort steigen die Infektionszahlen. Die Kriterien für die Einstufung als Risikogebiet und eine Reisewarnung sind für die Länder der EU identisch. In beiden Fällen gilt die Zahl der Neuinfektionen als Maßstab.

Update, 30. September, 20.27 Uhr: Zentralregierung will Madrid drakonische Corona-Regeln aufzwingen

Die spanische Zentralregierung hat ungeachtet des Widerstands mehrerer Landesregionen die Abriegelung von Großstädten im Falle hoher Corona-Infektionszahlen angekündigt. "Die Anordnung wird mit Veröffentlichung im Amtsblatt in den nächsten Tagen in Kraft treten", sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Mittwochabend in Madrid. Nach den aktuell vorliegenden Zahlen wären von den Abschottungsmaßnahmen Madrid und neun weitere Städte im Großraum der Hauptstadt betroffen, so Illa. Der Anordnung zufolge sollen Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte immer dann eingeschränkt werden, wenn in einer Stadt mit mindestens 100 000 Einwohnern die 14-Tage-Inzidenz über 500 Neuinfektionen liegt, mindestens zehn Prozent aller Corona-Tests positiv ausfallen und die Betten auf Intensivstationen zu mehr als 35 Prozent mit Corona-Patienten belegt sind.

Illa sagte, der "Vorschlag" sei beim Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrates in Madrid mit großer Mehrheit angenommen worden. Seine Ankündigung kam aber sehr überraschend, denn zuvor hatte es geheißen, zur Annahme müssten alle 17 Regionen zustimmen. Gegen die Pläne der Zentralregierung votierten neben Madrid auch Katalonien, Murcia, Galicien und Andalusien. Sprecher dieser Regionen sagten, das Abkommen gelte als zurückgewiesen. Auch Politiker der Sozialistischen Partei von Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerten Zweifel über die Rechtmäßigkeit der von Illa angekündigten Anordnung.

Mit der Festlegung einheitlicher Kriterien wollte die linke Zentralregierung in erster Linie den Vorwurf der konservativen Regierung von Madrid kontern, die Region um die Hauptstadt werde aus politischen Gründen diskriminiert und strenger behandelt als andere Regionen Spaniens. Sánchez' Regierung fordert seit Tagen, dass Madrid striktere Einschränkungen und nach Möglichkeit eine Abschottung der ganzen Region beschließt.

Assistenzärzte tanzen bei einem Protest für bessere Arbeitsbedingungen in Barcelona.
Assistenzärzte tanzen bei einem Protest für bessere Arbeitsbedingungen in Barcelona.  © Matthias Oesterle/ZUMA Wire/dpa

Update, 30. September, 20.27 Uhr: Berliner Corona-Ampel bei Neuinfektionen auf Rot

Im Berliner Corona-Warnsystem ist eine der drei Ampeln auf Rot gesprungen. Für die Zahl der Neuinfektionen gilt nun die höchste Warnstufe: Pro 100 000 Einwohner steckten sich in den vergangenen sieben Tagen 30,2 Menschen nachweislich an, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Am Vortag waren es noch 28,9 - und diese Ampel auf Gelb.

Direkte Konsequenzen hat das Rot nicht, weil die anderen beiden Ampeln auf Grün stehen: Der Reproduktionswert für die vergangenen vier Tage lag nach Angaben der Gesundheitsverwaltung bei 0,93 - so viele Menschen steckt ein Corona-Infizierter durchschnittlich an. Auch bei der Auslastung der Intensivbetten ist Berlin mit 2,4 Prozent weiter im grünen Bereich.

Update, 30. September, 19.51 Uhr: Bayer will Sparprogramm verschärfen

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will noch mehr sparen. Ab 2024 sollen zusätzlich mehr als 1,5 Milliarden Euro pro Jahr an Kosten wegfallen, teilte der Dax-Konzern am Mittwochabend mit. Dies sei nötig, um in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld bestehen zu können. Diese Einsparungen sollten zusätzlich zu den jährlichen Ergebnisbeiträgen ab 2022 in Höhe von 2,6 Milliarden Euro erreicht werden, die im November 2018 angekündigt worden waren. Das Geld sei für weitere Investitionen in Innovation und profitable Wachstumschancen sowie zum Schuldenabbau vorgesehen.

Den gesenkten Ausblick für dieses Jahr bestätigte Bayer. Besonders in der Agrarbranche hätten sich in der Corona-Krise die Wachstumserwartungen reduziert, hieß es weiter. Diese Situation werde sich voraussichtlich in nächster Zeit nicht ändern. Für 2021 erwartet der Konzern einen Umsatz in etwa auf dem Niveau von 2020. Beim währungsbereinigten Ergebnis pro Aktie rechnet der Konzern mit einem Rückgang.

Das Bayer Werk in Leverkusen, fotografiert vom Rheinufer in Köln.
Das Bayer Werk in Leverkusen, fotografiert vom Rheinufer in Köln.  © Oliver Berg/dpa

Update, 30. September, 19.14 Uhr: Corona-Krise bedroht Iffezheimer Rennbahn: Pachtvertrag gekündigt

Die Corona-Krise bedroht Deutschlands wichtigste Galopp-Rennbahn in Iffezheim vor den Toren Baden-Badens. Der Veranstalter der dortigen Rennen, Baden Racing, macht wegen der Corona-Pandemie von einem außerordentlichen Kündigungsrecht des Pachtvertrags mit der Gemeinde Iffezheim zum Ende des Jahres 2020 Gebrauch.

"Die Verluste durch die Corona-Krise sind dramatisch. Deshalb sehen wir uns nicht mehr in der Lage, die von der Gemeinde Iffezheim geforderte Pacht in Höhe von 200 000 Euro jährlich zu bezahlen", sagte Andreas Jacobs, Präsident von Baden Racing. "Uns geht es wie vielen Veranstaltern, Hotels und Gastronomen, die wegen der monatelangen und noch immer nicht absehbaren Einnahmeausfälle nicht mehr in der Lage sind, die Pacht zu bezahlen."

Man hoffe aber für den Galoppsport und die Region, dass gemeinsam mit der Gemeinde eine Lösung gefunden werden könne, um den Erhalt der mehr als 160 Jahre alten Galopprennbahn weiter zu sichern. Jacobs bezifferte allein den Verlust an Eintrittsgeldern in diesem Jahr auf 750 000 Euro.

Update, 30. September, 19.05 Uhr: Mehrheit findet neue Corona-Einschränkungen angemessen

Die Mehrheit der Deutschen hält die jüngst beschlossenen zusätzlichen Corona-Beschränkungen einer Umfrage zufolge für angemessen. Rund 62 Prozent der Teilnehmer erklärten sich in einer von RTL und ntv in Auftrag gegebenen Forsa-Befragung mit den Maßnahmen einverstanden. 21 Prozent wünschen sich demnach sogar noch striktere Regelungen. Nur 13 Prozent der Menschen gaben an, dass ihnen die Beschlüsse zu weit gingen - überdurchschnittlich häufig waren darunter Anhänger der FDP und vor allem der AfD.

Bund und Länder hatten sich am Dienstag unter anderem darauf verständigt, dass bei der Angabe falscher persönlicher Daten - zum Beispiel bei einem Restaurantbesuch - ein Bußgeld von mindestens 50 Euro drohen soll. Auch das hält eine deutliche Mehrheit der Befragten (62 Prozent) für richtig. 22 Prozent fanden sogar, die Bußgelder könnten noch höher ausfallen. 14 Prozent der Befragten geht die Verhängung von Bußgeldern hingegen zu weit.

Update, 30. September, 19.05 Uhr: Britische Regierung behält sich noch schärfere Corona-Maßnahmen vor

Der britische Premierminister Boris Johnson hat angesichts des weiter grassierenden Coronavirus und steigender Infektionszahlen die Briten erneut zu mehr Disziplin aufgerufen. "Wenn die Zahlen es erfordern, werden wir nicht zögern, wieder schärfere Maßnahmen einzuführen", sagte Johnson am Mittwoch in London. Ob dies nötig werde, hänge "einzig und allein davon ab, wie effektiv wir dieses Virus unterdrücken". Er wolle unbedingt vermeiden, Großbritannien in einen "vollständigen Lockdown" zurückzuführen.

Derzeit setzt die Regierung noch darauf, nur in lokalen Verbreitungs-Brennpunkten schärfere Maßnahmen einzuführen. So gelten etwa im Nordosten Englands sowie in Schottland und Nordirland Kontaktbeschränkungen.

Gesundheitsexperte Patrick Vallance warnte, die Entwicklung laufe derzeit "in die falsche Richtung". In den vergangenen Tagen hatte Großbritannien erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 7000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Die Zahl der täglichen Todesfälle verdoppelte sich innerhalb einer Woche auf rund 70. Johnson appellierte an seine Landsleute, strikt Abstand zu halten und Masken zu tragen.

Boris Johnson (vorne), Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus während der "Prime Minister's Questions".
Boris Johnson (vorne), Premierminister von Großbritannien, spricht im britischen Unterhaus während der "Prime Minister's Questions".  © Jessica Taylor/Uk Parliament/PA Media/dpa

Update, 30. September, 18.49 Uhr: Spahn sieht "absehbar" Möglichkeit für Corona-Heimtests

In der Corona-Pandemie könnten künftig auch Heimtests zum Einsatz kommen. Man werde in den nächsten Wochen und Monaten immer mehr Ergänzungen der Testmöglichkeiten sehen, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin bei einer Pressekonferenz nach Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Länder. "Es wird - ich kann Ihnen nicht genau sagen wann, aber absehbar, weil die Unternehmen daran arbeiten - auch den Heimtest geben können."

Einen Zeitpunkt nannte Spahn nicht. Ob das in vier, acht, zwölf oder 16 Wochen sei, werde man sehen, "aber ich bin sehr sicher, wir werden es sehen". Ein solcher Heimtest müsste nach Spahns Angaben allerdings zunächst von den Behörden genehmigt werden, weil es sich bei Covid-19 um eine meldepflichtige Erkrankung handele.

Mit Blick auf die für Mitte Oktober angekündigte neue Teststrategie sagte Spahn, er sei zuversichtlich, dass mit sogenannten Antigen-Tests "zusätzlich in großer Millionenzahl pro Monat" Tests gemacht werden könnten. Mit den Bundesländern und Experten unter anderem des Robert Koch-Instituts wird demnach momentan darüber beraten, an welcher Stelle künftig die bisher üblichen PCR-Tests und wo die Schnelltests zum Einsatz kommen und entsprechend die Kosten dafür übernommen werden sollen.

Update, 30. September, 18.47 Uhr: Spahn zeigt Verständnis für neue Maskenpflicht in Berliner Büros

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Verständnis gezeigt für die vom Berliner Senat beschlossene Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das machte er am Mittwoch im Anschluss an eine Videokonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern deutlich."Ich kann verstehen, dass unter einer Infektionslage in der Stadt, die ja auch nicht abschließend einem Infektionsherd zuzuordnen ist, sondern überall an verschiedenen Stellen zu sehen ist, dann auch Maßnahmen ergriffen werden, die in anderen Regionen mit anderem Infektionsgeschen und geringerem Infektionsgeschehen nicht ergriffen werden", sagte Spahn.

Er sei sich aber sicher, dass Büros allein keine Hauptquelle von Infektionen seien. "Ich würde mir sehr wünschen, dass in der Stadt Berlin wie in anderen größeren Städten auch das Durchsetzen von Regeln rund um Veranstaltungen, Feiern, Partys auch so jetzt angegangen wird, wie wir es gestern vereinbart haben", so Spahn mit Blick auf die Schalte der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag. "Ich hatte den Eindruck, der Regierende Bürgermeister (Michael Müller), so hat er es jedenfalls gestern auch angedeutet, hat genau das vor."

Berlin hatte angesichts einer Zunahme der Corona-Zahlen restriktive Obergrenzen für private Feiern beschlossen sowie eine Maskenpflicht in Büros. Die Wirtschaft hatte dieses bundesweit bisher einmalige Vorgehen kritisiert.

Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt nach der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder einer Pressekonferenz
Jens Spahn (CDU), Bundesgesundheitsminister, gibt nach der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder einer Pressekonferenz  © Jörg Carstensen/dpa

Update, 30. September, 17.57 Uhr: EU-Kommission will digitale Bildung nach Corona-Krise anschieben

Schüler, Lehrer und Bildungseinrichtungen in Europa sollen nach den durchwachsenen Erfahrungen mit E-Learning in der Corona-Krise bessere Möglichkeiten für digitales Lernen bekommen. Die EU-Kommission beschloss am Mittwoch zwei Initiativen, mit denen die Bildung im und über das Internet stärker vorangetrieben werden soll. Ein entsprechender Aktionsplan sei auch vor dem Hintergrund der Pandemie zu sehen, in der Millionen Schüler auf das Lernen von daheim umsteigen mussten - mit dem Risiko, dass etliche nicht angemessen unterstützt werden und zurückfallen. Förderung von Digitalkompetenzen sei entscheidend, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas: "Was wir brauchen, ist nicht das Reden über ein stärkeres Bewusstsein - wir müssen dies alles jetzt in konkrete Handlungen übersetzen."

Der Plan umfasst Maßnahmen für den Aufbau eines gesamteuropäischen, möglichst für alle zugänglichen Systems digitaler Bildung. Er soll die EU-Haushaltsperiode von 2021 bis 2027 abdecken, über deren Finanzierung und Schwerpunkte derzeit noch zwischen den Mitgliedstaaten und dem EU-Parlament gestritten wird. Manche Abgeordnete fordern etwa deutlich mehr Geld für Bildung und Forschung. "Das Coronavirus-Krise hat Fernunterricht über das Internet ins Zentrum der Bildungspraxis gerückt", erklärte die Kommission. Es gebe den "dringenden Bedarf", die digitale Bildung zu verbessern - auch in "strategischer und langfristiger" Hinsicht.

Schüler und ein Lehrer sitzen an einer Gesamtschule vor ihren Tablets und einem Laptop.
Schüler und ein Lehrer sitzen an einer Gesamtschule vor ihren Tablets und einem Laptop.  © picture alliance / Patrick Seeger/dpa

Update, 30. September, 17.54 Uhr: NFL-Match der Titans in Pittsburgh nach Coronafällen verlegt

Das ursprünglich für Sonntag angesetzte Spiel der American Football League NFL zwischen den Pittsburgh Steelers und den Tennessee Titans ist wegen der jüngsten Corona-Fälle im Team der Titans verlegt worden. Das teilte die NFL am Mittwoch mit.Dies sei nötig, um zusätzliche Zeit für weitere tägliche Covid-19-Tests zu gewinnen und die Gesundheit und Sicherheit von Spielern, Trainern und Mitarbeitern zu gewährleisten, hieß es in der Mitteilung. Details zum neuen Spieldatum sollen so bald wie möglich bekannt gegeben werden. Geplant sei laut NFL eine Verlegung auf kommenden Montag oder Dienstag.

Zuvor hatten die Titans ihr Trainingsgelände schließen müssen, nachdem drei Spieler und fünf Betreuer am Dienstag ein positives Testergebnis erhalten hatten. Auch die Minnesota Vikings musste ihr Clubgelände bis auf weiteres schließen, weil sie am vergangenen Sonntag gegen das Team aus Tennessee gespielt hatten.

In der amerikanischen Football-Liga sind die Spieler und Trainer nicht abgeschottet, sondern leben normal in ihren Wohnungen und Häusern. Bei Spielen und in den Club-Gebäuden gelten Hygiene- und Gesundheitsvorschriften zum Schutz vor der Pandemie.

Update, 30. September, 17.30 Uhr: Verkündungstermin nach Corona-Klage gegen Versicherung

Nach einer Corona-Klagewelle von Gastwirten gegen ihre Versicherungen wird das Münchner Landgericht am Donnerstag (9.00) voraussichtlich eine erste Entscheidung in einem der Verfahren verkünden. Dabei handelt es sich um die Klage eines prominenten Münchner Wirts gegen die Versicherungskammer, dem der Sparkassengruppe verbundenen größten öffentlichen Versicherer in Deutschland.

Allein in München sind gut 70 derartige Klagen anhängig. Die klagenden Gastwirte haben sich sämtlich gegen behördliche Betriebsschließungen versichert. Mehrere Versicherer lehnen jedoch Zahlungen ab, darunter auch der Marktführer Allianz. In manchen Standardpolicen sind Pandemien nicht versichert. In anderen Policen sind Pandemien zwar gedeckt, doch häufig nur für bestimmte Krankheiten und Erreger.

Update, 30. September, 17.29 Uhr: Laschet für deutsch-italienische Projekte bei Corona-Wiederaufbau

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sich für gemeinsame deutsch-italienische Projekte zum Wiederaufbau nach der Corona-Pandemie ausgesprochen. Es werde in Italien hoch geschätzt, dass der milliardenschwere EU-Wiederaufbaufond insbesondere durch Deutschland und Frankreich vorangebracht worden sei, sagte Laschet am Mittwoch nach einem Gespräch mit Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte in Rom. "Man setzt große Hoffnungen in dieses gemeinsame Programm." Ziel solle es sein, "deutsch-italienische gemeinsame Projekte jetzt zu erschließen".

Als Beispiele nannte Laschet die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung oder Infrastrukturprojekte. Wenn man bei der Wasserstofftechnologie vorankomme, werde man zudem große Mengen an Wasserstoff brauchen, die man in Deutschland nicht habe. Das ermögliche neue Kooperationsformen rund um das Mittelmeer mit den arabischen Ländern, zu denen Italien traditionell gute Beziehungen habe. Dies könne eine neue Form der Kooperation sein, bei der dort Wasserstoff durch Solarenergie erzeugt werden könne, der leichter transportierbar sei als durch Stromnetze - durch Pipelines oder Schiffe. "Wenn uns das gelingt, dann ist natürlich Italien ein Schlüsselland", um Wasserstoff in den europäischen Markt zu bringen.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU - l) wird vom Ministerpräsident von Italien, Giuseppe Conte, empfangen.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU - l) wird vom Ministerpräsident von Italien, Giuseppe Conte, empfangen.  © Ralph Sondermann/Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen/dpa

Update, 30. September, 17.24 Uhr: Maskenpflicht für Schleswig-Holsteins Schüler nach Herbstferien

Nach den Herbstferien müssen Schüler in Schleswig-Holstein ab der fünften Klasse zwei Wochen lang auch im Unterricht Masken tragen. So will Bildungsministerin Karin Prien (CDU) das Risiko einer Ausbreitung des neuartigen Coronavirus an den Schulen durch Reiserückkehrer eindämmen. "Das ist ein vertretbarer Weg aus Fürsorge für die Lehrkräfte und die Schülerinnen und Schüler", sagte Prien am Mittwoch. Bei Lehrern gilt wie bisher auch: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, müssen sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Nach den Herbstferien geht die Schule im Norden am 19. Oktober wieder los.

In den vergangenen Wochen hatte es eine landesweite Maskenpflicht im Unterricht weiterführender Schulen zeitweise bereits in Nordrhein-Westfalen und Bayern gegeben. Inzwischen gilt sie dort für den Unterricht nur noch lokal in München, Hamm und Remscheid, weil die Zahl der Neuansteckungen in diesen Orten zuletzt sehr hoch war.

Ansonsten ist es in den meisten Ländern derzeit so, wie auch in Schleswig-Holstein seit dem 24. August: Schüler und Lehrer müssen im Schulgebäude einen Mund-Nasen-Schutz tragen, den sie bislang im Unterricht aber ablegen können. Die Regelung gilt im Norden auch für das sonstige Schulgelände wie etwa den Schulhof sowie für alle Schularten, alle Jahrgänge und alle Besucher wie etwa Eltern.

Update, 30. September, 17.14 Uhr: Südafrika öffnet sich wieder Reisenden aus dem Ausland

Nach rund sechsmonatiger Sperre seines Luftraums für den regulären internationalen Flugverkehr öffnet sich Südafrika ab diesem Donnerstag allmählich wieder dem Reiseverkehr aus dem Ausland. Ausgeschlossen sind allerdings weiter Touristen aus Ländern, die als Hochrisikogebiete gelten. Auf einer am Mittwoch von der Regierung bekanntgegebenen Liste wurden unter anderen die Schweiz, die USA, Russland oder Großbritannien genannt, Deutschland jedoch nicht. Die Einreise ist aber weiter an bestimmte Auflagen gebunden, darunter einen negativen Corona-Test und eine Reiseversicherung.

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hatte die Lockerung der Corona-Beschränkungen vor kurzem mit sinkenden Infektionszahlen begründet. Obwohl das Virus weiter wüte, sei das Schlimmste überstanden. "Wir sind bereit, unsere Tore wieder für die Welt zu öffnen", hatte er erklärt. In Südafrika wurden bisher rund 672 500 Corona-Fälle bestätigt, mehr als 16 600 Menschen starben. Die Regierung hatte Ende März eine landesweite Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Restriktionen haben eine verheerende Auswirkung auf die Wirtschaft.

Update, 30. September, 16.34 Uhr: Nürnberger Christkindlesmarkt mit Maske und Einbahnstraßen

Der weltberühmte Nürnberger Christkindlesmarkt wird wegen der Corona-Krise in diesem Jahr anders als sonst ablaufen. Zwischen den Buden werden Besucherinnen und Besucher eine Maske tragen. Außerdem soll es dort Einbahnstraßen geben.

 "Der Christkindlesmarkt 2020 wird dezentraler werden", teilte Nürnbergs Wirtschaftsreferent Michael Fraas am Mittwoch mit. Stände werde es nicht nur auf dem Hauptmarkt, sondern auch auf anderen Plätzen geben. So könnten größere Abstände eingehalten werden. Die Planungen stehen nach Angaben der Stadt aber unter dem Vorbehalt, dass die Infektionszahlen nicht dramatisch steigen.

Blick über den Nürnberger Christkindlesmarkt.
Blick über den Nürnberger Christkindlesmarkt.  © Daniel Karmann/dpa

Update, 30. September, 16.12 Uhr: Merkel - 100 Millionen Euro mehr für UN Corona-Impfstoff-Programm

Deutschland stockt seine Hilfe für ein UN-Programm zur globalen Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Verteilung eines Corona-Impfstoffes auf. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte bei einer digitalen Konferenz der Vereinten Nationen am Mittwoch 100 Millionen Euro für die Impfallianz Gavi zu, die dem UN-Programm ACT angehört. Dieses Geld erhöhe den Beitrag der Bundesrepublik von bereits 675 Millionen. Eine globale Antwort auf die Corona-Pandemie brauche breiten internationalen Rückhalt, sagte Merkel. Deutschland sei sich seiner Verantwortung bewusst.

Das ACT-Programm, an dem sich UN-Angaben zufolge unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligen, soll die internationale Zusammenarbeit stärken, um Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen. Vor allem aber soll es die Entwicklung eines Impfstoffs fördern, der für alle erhältlich und bezahlbar ist. Einige zahlungskräftige Länder wie die USA oder China sind bei der Initiative allerdings nicht mit an Bord.

Update, 30. September, 16.06 Uhr: Tschechien verhängt Ausnahmezustand wegen Corona-Pandemie

Wegen rapide steigender Corona-Zahlen hat Tschechien erneut den Ausnahmezustand ausgerufen. Der Notstand gilt vom kommenden Montag an zunächst für 30 Tage, wie Gesundheitsminister Roman Prymula am Mittwoch in Prag bekanntgab. Er ermöglicht es der Regierung unter anderem, Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit auszusetzen. Zudem können die Gerichte höhere Strafen verhängen. Der Ausnahmezustand galt bereits im Frühjahr zwei Monate lang.

Man müsse den "raketenhaften Anstieg" der Infektionen stoppen, um einen Engpass bei der medizinischen Versorgung zu verhindern, sagte Prymula. Die Opposition warf der Regierung vor, zu spät auf Warnungen reagiert zu haben. Die Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag finden wie geplant statt.

Die Grenzen sollen diesmal offen bleiben. Veranstaltungen und Versammlungen in Innenräumen werden auf zehn und im Freien auf 20 Personen begrenzt. Die meisten weiterführenden Schulen werden auf Distanzunterricht umgestellt. Der Sport muss ohne Zuschauer auskommen. Firmen, Geschäfte und Restaurants sind von den Restriktionen nicht betroffen.

Ein Autofahrer wirft seinen Stimmzettel in einem "Drive-in-Wahllokal" in eine Wahlurne, die ihm von einem Mann in Schutzanzug hingehalten wird.
Ein Autofahrer wirft seinen Stimmzettel in einem "Drive-in-Wahllokal" in eine Wahlurne, die ihm von einem Mann in Schutzanzug hingehalten wird.  © Vít Èerný/CTK/dpa

Update, 30. September, 15.37 Uhr: UN-Chef will 35 Milliarden Dollar für Impf-Programm

UN-Generalsekretär António Guterres hat angesichts der Corona-Pandemie zu einer besseren Finanzierung des Impf-Programms der Vereinten Nationen aufgerufen. Es brauche einen "Quantensprung" an Unterstützung über die bislang zugesagten drei Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) für das ACT-Programm hinaus. Für seine maximale Wirkung brauche es 35 weitere Milliarden, sagte Guterres zu Beginn einer hochrangig besetzten digitalen Veranstaltung am Mittwoch, bei der Zusagen für die Initiative erwartet werden. Es sei an der Zeit, dass Länder Mittel aus ihren nationalen Corona-Programmen für ACT benutzten, betonte der UN-Chef.

Das Programm, an dem sich UN-Angaben zufolge unter anderem Deutschland, Frankreich und Großbritannien beteiligen, soll die internationale Zusammenarbeit stärken, um Test-Kapazitäten und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen auf der ganzen Welt zugänglich zu machen. Vor allem aber soll es die Entwicklung eines Impfstoffs fördern, der für alle erhältlich und bezahlbar ist. Bei der Veranstaltung am Mittwoch wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprechen.

Update, 30. September, 15.26 Uhr: Slowakische Regierung verhängt Notstand

Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen hat die slowakische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen. Mit dem Inkrafttreten des Notstandes ab Donnerstag erhalten die Behörden außerordentliche Befugnisse. So dürfen sie zum Beispiel medizinisches Personal auch aus dem Urlaub heraus zur Arbeit verpflichten und dringend benötigtes Gesundheitsmaterial unabhängig von gültigen Bestellungen umverteilen.

Umstritten ist der Notstand aber vor allem, weil er auch ein Verbot von Demonstrationen und Versammlungen sowie weitere Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Bürger ermöglicht. Erstmals galt der Notstand in der Slowakei schon während der ersten Corona-Welle von Mitte März bis Mitte Juni. Diesmal solle er für zunächst 45 Tage gelten, teilte der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic auf Facebook mit.

Update, 30. September, 15.25 Uhr: Kassenärzte wollen Krankschreibungen wieder per Telefon ermöglichen

Die Kassenärzte machen sich angesichts steigender Corona-Infektionszahlen dafür stark, im Herbst und Winter auch wieder Krankschreibungen per Telefon zu ermöglichen. "Dieses Instrument hat die Praxen bereits im März und April erheblich entlastet", sagte der stellvertretende Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Stephan Hofmeister, am Mittwoch. Damit könne man schneller agieren, wenn es regional hohe Corona-Fallzahlen und Überschneidungen mit Symptomen von Grippe- und Erkältungskrankheiten gebe.

KBV-Chef Andreas Gassen sagte, die Praxisteams stünden bereit, auch die kommenden Wochen und Monate zu meistern. "Es gibt viele Möglichkeiten, die wir einsetzen können: Fiebersprechstunden, Schwerpunktpraxen oder auch eigenständige Covid-19-Einrichtungen." Über passgenaue Lösung sollte regional entschieden werden. "Die Anforderungen und Behandlungsoptionen in der ländlichen Fläche stellen sich anders dar als in der Großstadt". Gassen betonte: "Schon jetzt werden 19 von 20 Covid-19-Patienten ambulant behandelt."

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Kliniken und Krankenkassen hat bereits in einem Grundsatzbeschluss festgelegt, dass bei steigenden Infektionszahlen Sonderregeln für Patienten auch regional ermöglicht werden sollen - etwa Krankschreibungen per Telefon ohne Praxisbesuch. Konkrete Ausnahmeregelungen, die räumlich und zeitlich begrenzt sind, muss der G-BA dann aber noch gesondert beschließen.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt auf einem Tisch.
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung liegt auf einem Tisch.  © Patrick Pleul/ZB/dpa

Update, 30. September, 15.22 Uhr: Ein Viertel der Corona-Tests unter Ultraorthodoxen in Israel positiv

Mehr als ein Viertel der auf das Coronavirus getesteten Ultraorthodoxen in Israel erhält einen positiven Befund. Dies sagte der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Hezi Levy, am Mittwoch dem Armee-Radio. Ein Sprecher des Ministeriums sagte der Deutschen Presse-Agentur, zwischen 25 und 33 Prozent der Tests innerhalb der Gemeinschaft stellten eine Infektion fest. Etwa zwölf Prozent der rund neun Millionen Einwohner des Landes sind nach Angaben des Israelischen Demokratie-Institutes strengreligiöse Juden. Die Zahl der schwer Erkrankten überstieg derweil die kritische Marke von 800. Seit Beginn des Lockdowns meldeten sich zudem fast 180 000 Menschen als arbeitssuchend.

In arabischen und ultraorthodoxen jüdischen Wohnvierteln hatte es zuletzt hohe Infektionszahlen gegeben. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen. Viele Mitglieder der arabischen Minderheit und viele strengreligiöse Juden fühlten sich schon vor Beginn der Corona-Krise nicht vom Staat Israel vertreten. Sie leben teilweise in einer Art Parallelwelt und folgen eher den Vorgaben ihrer eigenen Führung als denen des Staates. Wie es in Medienberichten hieß, beteten am Feiertag Jom Kippur Hunderte Strengreligiöse entgegen der Corona-Regeln zusammen in Synagogen. Befürchtet wird ein weiterer Anstieg der Zahlen.

Das Gesundheitssystem gerät derweil zunehmend unter Druck. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden 810 Menschen als schwer erkrankt registriert. Experten hatten zuletzt 800 Fälle als kritische Marke für eine Überlastung des Gesundheitssystems genannt. Am Dienstag fielen 15 Prozent aller vorgenommenen Tests positiv aus.

Der Schatten eines ultraorthodoxen Mannes zeichnet sich an der Jerusalemer Stadtmauer ab.
Der Schatten eines ultraorthodoxen Mannes zeichnet sich an der Jerusalemer Stadtmauer ab.  © Maya Alleruzzo/AP/dpa

Update, 30. September, 15.17 Uhr: Söder und Arbeitgeberpräsident Kramer einig bei Corona-Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer haben vor einem erneuten bundesweiten Lockdown gewarnt. Es habe klar Priorität, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und die Schulen und Kitas weiter öffnen zu können, sagte Söder am Mittwoch bei einem gemeinsamen Statement. Die Beschlüsse der Ministerpräsidenten und von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Dienstag passten das Corona-Management entsprechend an.

Söder war zu Gast bei der Präsidiumssitzung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). BDA-Präsident Kramer sagte, dass man bei den Themen zu Corona "dicht beieinander" sei. "Regional begrenzt hart eingreifen, um sofort einen Infektionsherd einzuhegen, aber das Gesamtsystem am Laufen halten."

Update, 30. September, 15.14 Uhr: Ski-Asse voller Vorfreude auf den Weltcup-Winter

Zweieinhalb Wochen vor dem alpinen Weltcup-Auftakt im österreichischen Sölden (17. und 18. Oktober) haben die deutschen Skirennläufer ein positives Vorbereitungs-Fazit gezogen. "Wir haben richtig gut trainiert", sagte der Bundestrainer der Männer, Christian Schwaiger, am Mittwoch. "Es war eine Top-Vorbereitung bis jetzt." Es sei zwar schade gewesen, dass die sonst üblichen Übersee-Trips im Sommer wegen der Coronavirus-Pandemie nicht stattgefunden hätten. Aber auch bei den Trainingseinheiten in Südtirol und der Schweiz hätte man "sehr gute Verhältnisse" vorgefunden, erklärte Schwaiger. "Wir freuen uns alle auf die ersten Rennen."

Zwei der drei Startplätze, die den Männern des Deutschen Skiverbands (DSV) beim ersten Riesenslalom in Sölden zustehen, gehen an Stefan Luitz und Alexander Schmid. Der dritte werde in den nächsten Trainingseinheiten ermittelt, sagte Schwaiger. Natürlich werde es "komisch ohne Zuschauer", sagte der Bundestrainer mit Blick auf den Saisonstart in Tirol, wo keine Besucher an die Strecke gelassen werden, und das derzeit als Risikogebiet gilt. "Aber alle sind motiviert."

Christian Schwaiger, Trainer der DSV Herren.
Christian Schwaiger, Trainer der DSV Herren.  © Stephan Jansen/dpa

Update, 30. September, 14.50 Uhr: Keine Verlängerung für Corona-Teststationen an bayerischen Autobahnen

Ungeachtet hoher Corona-Zahlen unter anderem in Teilen Österreichs gibt es nun doch keine Verlängerung für die Teststationen an den bayerischen Autobahnen in Grenznähe - der Betrieb dort wird in der Nacht auf Donnerstag eingestellt. Das teilte das bayerische Gesundheitsministerium am Mittwoch in München mit. Die Staatsregierung bleibt also bei ihrem Kabinettsbeschluss vom 8. September. Zuletzt hatte sie wegen der Corona-Zahlen in Österreich und Tschechien noch eine Verlängerung erwogen, sich aber nun doch dagegen entschieden.

"Beim Infektionsgeschehen in Bayern ist der Anteil der Reiserückkehrer an den bekannten Neuinfektionen in den letzten zwei Wochen kontinuierlich zurückgegangen", sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) zur Begründung. Gleichzeitig sei der Reise- und Urlaubsverkehr, der traditionell zu den Sommerferien seinen Höhepunkt habe, vorbei. "Wichtig ist bei dieser Entscheidung auch die Erkenntnis, dass sich Neuinfektionen in Bayern vor allem regional neu entwickeln", erklärte Huml. Die vorhandenen Laborkapazitäten sollen deshalb nun anderweitig genutzt werden. "Um nun Test- und Laborressourcen passend umschichten zu können, bleibt es daher beim planmäßigen Ende des Testangebotes für Reiserückkehrer", sagte Huml.

Update, 30. September, 14.44 Uhr: BinckBank Tour nicht durch die Niederlande

Wegen verschärfter Corona-Maßnahmen muss die BinckBank Tour der Radprofis die in den Niederlanden geplanten Abschnitte streichen. "Am Dienstagabend, kurz nach 22 Uhr, wurden die Organisation darüber informiert, dass die drei niederländischen Städte, in denen die BinckBank Tour diese Woche beginnen oder enden sollte, eine gemeinsame Entscheidung getroffen haben, keine Straßenrennen auf ihrem Territorium zuzulassen", teilten die Organisatoren am Mittwoch mit.

Das für Mittwoch vorgesehene Zeitfahren im niederländischen Vlissingen wurde daher abgesagt. Aufgrund der kurzen Frist sei es unmöglich gewesen eine Alternative auszuarbeiten, so dass es keine andere Möglichkeit gab, den Mittwoch zu einem Ruhetag zu machen.

UCI WorldTour - BinckBank Tour, Blankenberge - Ardooie (132,10 km), 1. Etappe: Pascal Ackermann (M) aus Deutschland vom Team Bora-Hansgrohe in Aktion.
UCI WorldTour - BinckBank Tour, Blankenberge - Ardooie (132,10 km), 1. Etappe: Pascal Ackermann (M) aus Deutschland vom Team Bora-Hansgrohe in Aktion.  © Olivier Matthys/AP/dpa

Update, 30. September, 14.27 Uhr: Rekordwert bei Corona-Neuinfektionen in Lettland

In Lettland hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. 

In dem baltischen EU-Land wurden am Mittwoch 95 positive Tests innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie die nationale Gesundheitsbehörde in Riga mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie. Der bisherige Höchstwert lag bei 48 Neuinfektionen und war im April erfasst worden.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete insgesamt bislang 1824 bestätigte Infektionen und 37 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.

Ein Werbeplakat für die Corona-Warn-App mit der Aufschrift "Apturi Virusu ar Telefonu" (Stop den Virus mit dem Telefon) steht in einer Straße im Zentrum der lettischen Hauptstadt.
Ein Werbeplakat für die Corona-Warn-App mit der Aufschrift "Apturi Virusu ar Telefonu" (Stop den Virus mit dem Telefon) steht in einer Straße im Zentrum der lettischen Hauptstadt.  © Alexander Welscher/dpa

Update, 30. September, 14 Uhr: Deutliche Umsatzrückgänge beim FC Schalke in Corona-Krise

Die anhaltende Corona-Krise hat dem FC Schalke 04 deutliche Umsatzrückgänge beschert. Wie der Fußball-Bundesligist am Mittwoch mitteilte, erlöste er im ersten Halbjahr 2020 auf Konzernebene 102,1 Millionen Euro. Das sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum knapp 50 Millionen Euro weniger. Der Halbjahresfehlbetrag betrug 9,7 Millionen Euro.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten - also die Finanzverbindlichkeiten abzüglich der liquiden Mittel - stiegen im ersten Halbjahr 2020 auf 120,8 Millionen Euro (118,7 Millionen Euro zum 31. Dezember 2019). Zu den Finanzverbindlichkeiten gehören jene Verbindlichkeiten, auf die Zinsen fällig werden, darunter Bankkredite. Flüssige Mittel wiederum sind die Posten, die jederzeit in Bargeld umgewandelt werden können - etwa, um Schulden zurückzuzahlen. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten wuchsen nach Angaben des Vereins zum 30. Juni 2020 auf 205,3 Millionen Euro an. Sie hatten Ende des vorigen Jahres 197,9 Millionen Euro betragen.

Nach eigener Einschätzung ist es dem Verein jedoch gelungen, "dank einer schnellen Reaktion mit umfangreichen Kostensenkungsmaßnahmen – wie beispielsweise dem Gehaltsverzicht im Lizenzspielerbereich sowie anderen Bereichen des Konzerns, flächendeckender Kurzarbeit sowie dem Stopp von Investitionsprojekten - die Auswirkungen auf das Ergebnis in Grenzen zu halten."

Der Tabellenletzte erwartet für das Gesamtjahr 2020 weitere Verluste: "Die Finanzverbindlichkeiten werden bis zum 31. Dezember 2020 insbesondere aufgrund eines durch die Corona-Pandemie begründeten Darlehens sowie der plangemäßen Inanspruchnahme des Kredits im Rahmen des Bauprojekts Berger Feld II um einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich ansteigen."

Das Logo des FC Schalke 04 steht auf dem Dach der Geschäftsstelle.
Das Logo des FC Schalke 04 steht auf dem Dach der Geschäftsstelle.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 30. September, 13.50 Uhr: Coronavirus-Pandemie: Oberhof für zwei Biathlon-Weltcups bereit

Die Biathlon-Hochburg Oberhof in Thüringen kann sich vorstellen, zwei Weltcup-Veranstaltungen im Januar 2021 auszurichten. Wie das die Zeitung "Freies Wort" am Mittwoch berichtete, haben die Organisatoren beim Biathlon-Weltverband IBU ihre grundsätzliche Bereitschaft dafür hinterlegt.

Durch die Coronavirus-Pandemie kommt es auch im Biathlon-Weltcup zu Änderungen. Zumindest bis Weihnachten sollen viele Ortswechsel vermieden werden, so dass die ersten 22 Weltcup-Rennen von Ende November an in Finnland und Österreich ausgetragen werden. Die Veranstaltungen in Östersund/Schweden und Annecy-Le Grand Bornand/Frankreich wurden gestrichen.

Wie es im neuen Jahr mit den im Januar anstehenden Heim-Weltcups in Oberhof und Ruhpolding weitergehen wird, ist noch offen. In Oberhof sind vom 7. Januar bis 10. Januar genau wie eine Woche (13. bis 17. Janaur) später in Ruhpolding je sechs Rennen geplant. Danach steht der Weltcup in Antholz/Italien an, ehe es im Februar mit der Weltmeisterschaft in Pokljuka/Slowenien weitergehen soll.

Die Veranstalter in Oberhof planen mit 10 000 Zuschauern pro Tag in und um die 26 000 Besucher fassenden Arena. "Wir sind wegen dieser Problematik längst mit dem Gesundheits- und Landratsamt in Meiningen im Austausch und suchen nach guten Lösungen", sagt Organisations-Chef Silvio Eschrich.

Update, 30. September, 13.30 Uhr: NRW führt künftig 250 Euro Bußgeld bei falschen Kontaktangaben ein

Für falsche Angaben zur Person auf den Kontaktlisten in Restaurants oder Gaststätten verhängt das Land Nordrhein-Westfalen künftig ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. 

Das teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Mittwoch in Düsseldorf mit. Zu zahlen ist die Strafe demnach von denjenigen, die die falschen Kontakte auf den Listen zur Corona-Nachverfolgung angeben. Aber auch Wirte müssen die Angaben auf den Listen auf Plausibilität überprüfen.

Die Höhe des Bußgelds und weitere Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden in der aktualisierten Corona-Schutzverordnung für NRW festgelegt. Diese tritt am Donnerstag in Kraft.

Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatten am Dienstag ein Mindestbußgeld von 50 Euro bei falschen Angaben auf den Kontaktlisten vereinbart. In Schleswig-Holstein soll das sogar bis zu 1000 Euro kosten. Gastwirte werden bei der Kontrolle dieser Angaben ebenfalls in die Pflicht genommen. Merkel forderte Gaststättenbetreiber auf, besser zu kontrollieren.

Zudem kündigte Laumann an, dass es in NRW keine generellen Alkoholverbote wegen Corona geben werde. Er könne sich dies - wenn überhaupt - bei einem "diffusen" Infektionsgeschehen vorstellen, bei dem man den Hergang nicht nachvollziehen könne. Dann könnte man theoretisch darüber nachdenken, an einzelnen Plätzen oder Straßen an bestimmten Tagen oder Uhrzeiten über ein Alkoholverbot nachdenken.

Ein Zettel für die Kontaktdaten von Gästen liegt in einem Restaurant in Dortmund.
Ein Zettel für die Kontaktdaten von Gästen liegt in einem Restaurant in Dortmund.  © Fabian Strauch/dpa

Update, 30. September, 13 Uhr: Iran: Keine Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten

Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen gibt es im Iran keine Krankenhausbetten mehr für Corona-Patienten. Das sagte Massud Mardani, Mitglied des iranischen Corona-Krisenstabs, in einem Interview mit der Zeitung "Watane’e Emrus" am Mittwoch. 

"Falls der Ernst der Lage weiterhin von den Verantwortlichen ignoriert wird, müssen die Corona-Patienten in Großstädten wie Teheran demnächst in den Korridoren der Krankenhäuser behandelt werden, weil es einfach keine Betten mehr gibt."

In den meisten Städten wird die Maskenpflicht laut Mardani nur noch von der Hälfte der Menschen eingehalten. Epizentrum der Infektionen seien öffentliche Verkehrsmittel und Einkaufszentren in Großstädten. Besonders schlimm sei die Lage in der Hauptstadt Teheran mit ihren 13 Millionen Einwohnern. 

"Die Lage ist so kritisch, dass die Forderung nach einer einwöchigen Ausgangssperre in Teheran durchaus realistisch ist (...) Sonst kriegen wir ernsthafte Engpässe bei der medizinischen Versorgung," sagte der Epidemiologe und Infektionsexperte.

Präsident Hassan Ruhani ist gegen Lockdowns. Da unklar sei, wie lange die Pandemie andauern werde, sollten die Menschen lernen, mit Corona zu leben, lautet sein Standpunkt. Entsprechend fordert er Normalisierung und gleichzeitig strikte Einhaltung der Hygiene-Vorschriften.

In iranischen Kliniken werden wegen Corona langsam die Betten knapp (Symbolbild).
In iranischen Kliniken werden wegen Corona langsam die Betten knapp (Symbolbild).  © Hospital Christus Muguerza/dpa

Update, 30. September, 12.40 Uhr: Verband: Kontrolle von Kontaktlisten in Restaurants ist schwierig

Die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), Ingrid Hartges, sieht Schwierigkeiten bei der Kontrolle der Corona-Kontaktlisten in Restaurants. 

"Es ist ein Streit unter Rechtsexperten, ob Gastwirte das Recht haben, sich den Personalausweis vorzeigen zu lassen. Ich befürchte, dass sie keinen Anspruch darauf haben", sagte sie am Mittwoch in der Radiosendung SWR-"Aktuell". Sie hoffe daher im Sinne einer effektiven Nachverfolgung der Corona-Infektionen auf die Einsicht aller Beteiligten.

Die Landesregierungen müssten sich nun Gedanken über die Umsetzung der von Bund und Ländern vereinbarten Regelung machen, die eine Sanktionierung von Falschangaben vorsieht, erklärte Hartges. Die Kontrolle obliege den lokalen Behörden. Dabei machten unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern das Unterfangen nicht einfacher, sagte sie.

So habe Sachsen-Anhalt keine Registrierungspflicht, in anderen Bundesländern gelte sie wiederum nicht im Außenbereich. "Die Politik ist gefordert, die Gäste zu sensibilisieren", verlangte Hartges und wies darauf hin, dass der Gastwirt keine hoheitliche Aufgabe habe. Er sei allerdings wegen geltender Verordnung dazu angehalten, die Gäste zu registrieren.

Wer falsche persönliche Angaben beim Restaurantbesuch macht, dem soll künftig ein Bußgeld von mindestens 50 Euro drohen. In Schleswig-Holstein soll das sogar bis zu 1000 Euro kosten. Gastwirte werden bei der Kontrolle dieser Angaben ebenfalls in die Pflicht genommen. Bundeskanzlerin Merkel (CDU) forderte Gaststättenbetreiber auf, besser zu kontrollieren. 

Die Daten sind wichtig, denn sie werden zur Nachverfolgung möglicher Infizierten-Kontakte gesammelt.

Update, 30. September, 11.15 Uhr: Curevac startet mit nächster Impfstoff-Phase

Das Tübinger Biopharmaunternehmen Curevac hat die zweite Phase bei der Prüfung seines Impfstoffkandidaten begonnen. Der erste Teilnehmer der Phase-2a-Studie sei geimpft worden, hieß es in einer Mitteilung vom späten Dienstagabend. 

Die Studie laufe in Peru und Panama mit 690 gesunden Teilnehmern. Erste Daten werden im vierten Quartal erwartet. Danach plant das Unternehmen den Beginn der entscheidenden Phase-III-Studie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Jean Stéphenne aus dem Aufsichtsrat von Curevac hatte kürzlich gesagt, dass der Impfstoff in sechs bis neun Monaten verfügbar sein könnte. Das Unternehmen hatte nach der Mainzer Firma Biontec als zweites deutsches Unternehmen die Genehmigung für eine klinische Studie bekommen. Der Impfstoff basiert auf dem Botenmolekül mRNA und regt im Körper die Bildung eines Virus-Eiweißes an. Dies löst eine Immunreaktion aus, die den Menschen vor dem Virus schützen soll. 

Die Impfstoff-Studie war Mitte Juni angelaufen.

Ein Mann demonstriert im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen, wie eine Frau geimpft wird.
Ein Mann demonstriert im Institut für Tropenmedizin an der Uniklinik Tübingen, wie eine Frau geimpft wird.  © Christoph Schmidt/dpa

Update, 30. September, 11.05 Uhr: Laumann: Weihnachtsmärkte werden in NRW unter Auflagen erlaubt

Laut Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) werden Weihnachtsmärkte durch die neue Coronaschutz-Verordnung, die ab Donnerstag gilt, unter Auflagen in Nordrhein-Westfalen erlaubt. 

Voraussetzungen seien unter anderem eine Zugangssteuerung, ein Hygienekonzept und Namenslisten für Stehtische an Glühweinständen.

Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz.
Karl-Josef Laumann (CDU), Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, spricht während einer Pressekonferenz.  © Federico Gambarini/dpa

Update, 30. September, 10.45 Uhr: Merkel appelliert an Bürger: "Halten Sie sich an die Regeln"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit einem eindringlichen Appell an die Bürger zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen aufgerufen. 

"Wir erleben zurzeit, wie die Vorsicht nachlässt", sagte Merkel am Mittwoch in der Generaldebatte des Bundestages. Alle sehnten sich wieder nach Nähe, Berührungen und Gemeinsamkeit. "Das spüre ich selbst. Da geht es mir nicht anders als anderen", so die Kanzlerin. 

"Aber wir riskieren gerade alles, was wir in den letzten Monaten erreicht haben." Man dürfe es nicht dazu kommen lassen, dass wieder landesweite Einschränkungen drohten. Sie wolle alles dafür tun, um einen erneuten landesweiten Shutdown zu verhindern, sagte die Kanzlerin.

Die Pandemie sei eine Langstrecke und man habe mit dem Herbst und dem Winter eine schwere Zeit vor sich. "Ich appelliere an Sie alle, halten Sie sich an die Regeln, die für die nächste Zeit weiter gelten müssen, geben wir alle als Bürgerinnen und Bürger dieser Gesellschaft wieder mehr aufeinander acht." 

Es komme auf jeden Einzelnen an, sagte Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgt die Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verfolgt die Generaldebatte zum Bundeshaushalt im Bundestag.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 30. September, 10.30 Uhr: Zahl der Arbeitslosen sinkt auf 2,847 Millionen

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist trotz der Corona-Krise im September um 108.000 im Vergleich zum Vormonat gesunken. 

Sie lag bei 2,847 Millionen und damit um 613.000 höher als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag im September bei 6,2 Prozent.

Die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland geht in der Corona-Krise ebenfalls weiter zurück. Im Juli wurde nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit vom Mittwoch für 4,24 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld gezahlt. 

Im Juni waren es Hochrechnungen der Arbeitsagentur zufolge noch 4,6 Millionen Kurzarbeiter, der bisherige Höchststand war im April mit 5,95 Millionen erreicht worden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Bundesagentur für Arbeit" steht einem vollen Wartezimmer im Jobcenter.
Ein Schild mit der Aufschrift "Bundesagentur für Arbeit" steht einem vollen Wartezimmer im Jobcenter.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. September, 10.11 Uhr: "Drive-in-Wahllokale" für Corona-Infizierte öffnen in Tschechien

In Tschechien haben am Mittwoch knapp 80 "Drive-in-Wahllokale" für Corona-Infizierte geöffnet. 

Vor den Regional- und Senatswahlen am Freitag und Samstag können sie dort bereits vorab ihre Stimme abgeben und müssen dafür ihr Auto nicht verlassen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an Menschen, die sich in Quarantäne befinden. Die Wahlkommission trägt Schutzausrüstung und wird von Soldaten unterstützt. Die Kapazität soll für bis zu 16.000 Wähler ausreichen, in den ersten Stunden war das Interesse nach Angaben der Agentur CTK indes vielerorts gering. In Tschechien gibt es keine Briefwahl wie in Deutschland.

Gewählt werden die Regionalparlamente in 13 Verwaltungsregionen mit Ausnahme der Hauptstadt Prag. Sie werden derzeit von den Regierungsparteien, der populistischen ANO des Multimilliardärs Andrej Babis und den Sozialdemokraten, dominiert. Zudem werden die Abgeordneten zum Senat, dem Oberhaus des Parlaments, in einem Drittel der Wahlkreise neu bestimmt. 

Die normalen Wahllokale öffnen am Freitagnachmittag um 14 Uhr.

Update, 30. September, 9.40 Uhr: Shell kündigt Abbau von bis zu 9000 Stellen an

Shell baut wegen der Folgen der Corona-Krise und des Ölpreisverfalls Tausende Stellen ab. Bis Ende 2022 sollen 7000 bis 9000 Stellen gestrichen werden, teilte der britisch-niederländische Ölkonzern am Mittwoch in London mit. 

Darin seien die rund 1500 Mitarbeiter enthalten, die bereits eine Abfindung in einem seit einiger Zeit laufenden Stellenabbau angenommen haben. Shell beschäftigte zuletzt eigenen Angaben zufolge mehr als 80 000 Menschen in über 70 Ländern.

Durch den Stellenabbau sollen die jährlichen Kosten um 2 bis 2,5 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 bis 2,1 Mrd Euro) gesenkt werden. Shell kündigte zudem wegen des anhaltenden Drucks auf die Margen eine Abschreibung von 1 bis 1,5 Milliarden Dollar im dritten Quartal an.

Das Logo der Shell Oil Company an einer Tankstelle.
Das Logo der Shell Oil Company an einer Tankstelle.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 30. September, 9.25 Uhr: Experte: Wenige Tests auch Grund für niedrige Corona-Zahlen in Polen

Die vergleichsweise geringe Zahl von registrierten Neuinfektionen in Polen kann nach Einschätzung eines Experten auch auf eine nicht ausreichende Anzahl von Tests zurückzuführen sein. 

Polen habe zwar einerseits im europaweiten Vergleich auch deshalb weniger Fälle, weil durch einen konsequenten Lockdown im März die Zahl der Infizierten von Beginn an niedrig gehalten wurde, sagte der Virologie Krzysztof Pyrc von der Universität Krakau der Deutschen Presse-Agentur. Der zweite Grund: "Diese Werte können auch daraus resultieren, dass nicht genug Tests vorgenommen werden, wodurch es nicht möglich ist, alle Angesteckten zu identifizieren."

Polen ist das einzige Nachbarland Deutschlands, das bisher vom Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiet eingestuft wurde. Das Land mit 38 Millionen Einwohnern hatte am vergangenen Freitag mit 1587 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden seinen bisherigen Höchstwert seit Beginn der Pandemie registriert. 

In Polen werden derzeit täglich rund 23.000 Menschen auf das Coronavirus getestet - etwa genauso viele wie in dem als Risikogebiet eingestuften Tschechien, das mit knapp 10,7 Millionen Einwohnern deutlich kleiner ist.

Update, 30. September, 8 Uhr: "Big Bang Theory"-Star Jim Parsons hatte Corona

"Big Bang Theory"-Star Jim Parsons und sein Ehemann Todd Spiewak waren nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus infiziert.

Mehr dazu >> hier. 

Jim Parsons kommt zur Verleihung der Oscars 2017, den 89. Academy Awards.
Jim Parsons kommt zur Verleihung der Oscars 2017, den 89. Academy Awards.  © Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

Update, 30. September, 7.45 Uhr: Deutsche Reisewarnungen lassen Tirol und Vorarlberg bangen

Abreisen und Stornierungen deutscher Urlauber machen dem Westen Österreichs große Sorgen. Die Reisewarnungen, die Deutschland vor einer Woche erst für das Bundesland Vorarlberg und dann für Tirol ausgesprochen hat, zeigten sofort Auswirkungen - Wirtschaftsvertreter warnen vor Existenznöten.

"Wir brauchen dringend den deutschen Markt. Ein Tourismus mit Reisewarnung wird nicht stattfinden können", sagte der Tourismusvertreter in der Tiroler Wirtschaftskammer (WKÖ), Mario Gerber, der Deutschen Presse-Agentur. "In sämtlichen Destinationen sind Abreisen da, in allen Betrieben, überall", sagte Vorarlbergs WKÖ-Tourismussprecher Markus Kegele. "Es gibt viele Orte, die haben null Infizierte, und trotzdem reisen die Gäste ab. Das ist eigentlich der Schaden."

Für die beiden Bundesländer stellt sich mit der Reisewarnung eine Zwickmühle: Die Pandemie will nach den Massenansteckungen im Tiroler Skiort Ischgl niemand verharmlosen. Doch die Ansteckungen, die die Zahlen auf den für Deutschland kritischen Sieben-Tages-Schnitt von über 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner bringen, finden derzeit kaum in den ländlichen Regionen statt. Auch Hotels in Teilen von Tirol, die keine Fälle registriert hätten, berichteten ihm von 50 Prozent Stornierungen, sagte Gerber. "Das ist für uns ein ganz schwerer Schlag."

Deutsche machen einen sehr großen Teil der Urlauber der beiden Bundesländer aus, die an den Bodensee und Bayern grenzen. In Tirol wird nach Angaben der Wirtschaftskammer jeder dritte Euro direkt oder indirekt mit dem Tourismus verdient. In der Wintersaison 2018/2019 kam die Hälfte aller Tirol-Besucher aus Deutschland, davon ein Drittel direkt über die Grenze aus Bayern. Auch in Vorarlberg machten Deutsche deutlich mehr als die Hälfte der Ankünfte aus, davon wiederum gut die Hälfte aus Baden-Württemberg und Bayern.

In beiden Ländern wird nun gehofft, dass sich die Ansteckungszahlen so weit erholen, dass die Reisewarnung rechtzeitig zur Wintersaison wieder fallen könnte. "Beim Winter merken wir eine extreme Nachfrage, aber keine Buchungen. Die Gäste rufen an, informieren sich, aber die Buchungen bleiben aus, weil zu viel Unsicherheit herrscht", beschrieb Gerber die Lage in Tirol.

Neugierig schaut diese Kuh in Alpbach/Tirol in die Kamera.
Neugierig schaut diese Kuh in Alpbach/Tirol in die Kamera.  © Stephan Jansen/dpa

Update, 30. September, 7 Uhr: Disney kündigt wegen Corona-Krise rund 28.000 Mitarbeitern

Der US-Unterhaltungsriese Walt Disney entlässt wegen anhaltender Belastungen durch die Corona-Krise zahlreiche Mitarbeiter. 

Mehr dazu >> hier.

Corona hat Disney schwer getroffen.
Corona hat Disney schwer getroffen.  © Richard Drew/AP/dpa

Update, 30. September, 6.40 Uhr: Bildungsministerin: Lehrer mit als Erste gegen Corona impfen

Lehrer sollten nach Auffassung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek mit als Erste gegen das Coronavirus geimpft werden, wenn es den Impfstoff gibt. 

"Als Bundesbildungsministerin würde ich mir wünschen, dass Lehrerinnen und Lehrer aufgrund ihrer Vielzahl an Kontakten in der Schule zu den Ersten gehören, denen eine Impfung angeboten wird - insbesondere, wenn sie zu einer Risikogruppe gehören", sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwoch). Das würde den Lehrern verständliche Sorgen vor einer Infektion nehmen, meinte sie. Auch würde eine bevorzugte Impfung für Lehrer helfen, den für die Gesellschaft so wichtigen Schulbetrieb aufrecht zu erhalten.

Karliczek verwies darauf, dass das Robert Koch-Institut, der Ethikrat und die Ständige Impfkommission gerade Empfehlungen entwickelten. "Die Impfung ist und bleibt freiwillig", betonte sie.

Der Wettlauf um einen Impfstoff läuft weltweit auf Hochtouren. Einige wenige Mittel sind bereits in der entscheidenden Testphase III mit Zehntausenden Probanden. Dabei wird überprüft, ob der Impfstoff nicht nur verträglich ist, sondern auch tatsächlich vor einer Corona-Infektion schützt. Noch ist das für kein Mittel nachgewiesen.

Weiter sagte die Ministerin, Herbst und Winter würden zu einer sehr großen Herausforderung für das Schulsystem. "Wenn die Infektionszahlen insgesamt steigen, werden davon auch die Schulen betroffen sein. Wir sollten uns nichts vormachen", sagte sie.

Es sei das Ziel aller Bundesländer, generelle Schulschließungen zu vermeiden. "Um bereits einzelne Schulschließungen zu umgehen, muss überall vor Ort rasch und entschieden reagiert werden, wenn in einer Klasse der Verdacht auf eine Infektion festgestellt wird." Ein wesentlicher Punkt sei: "Es müssen die möglicherweise betroffenen Kinder schnellstens in Quarantäne gehen und dann auch getestet werden."

Die CDU-Politikerin warb zudem dafür, den Bildungsgipfel von Bund und Ländern zu einer Dauerinstitution zu machen. "Die Krise hat dazu beigetragen, dass Bund und Länder sich schneller als vorher verständigen. Das müssen wir nach der Krise beibehalten und die Kooperation Schritt für Schritt weiterentwickeln."

Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.
Anja Karliczek (CDU), Bundesministerin für Bildung und Forschung, spricht bei der Vorstellung des OECD-Bildungsberichts.  © Michael Kappeler/dpa

Update, 30. September, 6 Uhr: Trump und Biden uneins in Strategie gegen Corona

Fünf Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl liegen die beiden Kandidaten in der Einschätzung der Corona-Krise weiter auseinander denn je. "Er will einen Shutdown dieses Landes, und ich will es offen halten", sagte Präsident Donald Trump am Dienstagabend (Ortszeit) beim ersten von drei direkten Aufeinandertreffen vor Fernsehkameras. 

Herausforderer Joe Biden konterte, Trump habe sich "völlig unverantwortlich" verhalten und so Tausende von Menschenleben gefährdet.

Grenzschließungen, Ventilatoren, Impfbereitschaft, Abstand halten, Masken - die Fernsehdebatte sprang von einem zum anderen Streitthema der Corona-Krise. Vor allem Trump unterbrach seinen Gegenspieler mehrfach. Biden reagierte häufiger mit einem ironischen Lächeln auf Äußerungen des Amtsinhabers.

"Ich trage Masken nicht wie er", sagte Trump über Biden. "Er tritt mit der größten Maske auf, die ich je gesehen habe." Biden antwortete, die Verwendung eines Mund-Nasen-Schutzes mache einen großen Unterschied. Wenn die Regierung früher darauf bestanden hätte, "hätten wir wahrscheinlich Tausende von Menschenleben gerettet".

Trump verwies darauf, dass der renommierte Immunologe Anthony Fauci erst gesagt habe, dass Masken nicht sinnvoll seien. "Dann änderte er seine Meinung." Trump hob hervor, dass ältere Menschen mit Herzproblemen bei einer Covid-Erkrankung sehr gefährdet seien. "Junge Menschen sind es nicht."

Die Corona-Pandemie hat in den USA bislang mehr als 200.000 Menschen das Leben gekostet. Trump ist im Wahlkampf unter Druck geraten, weil er in Interviews des Investigativreporters Bob Woodward einräumte, die Gefahr durch das Virus heruntergespielt zu haben. 

Der Präsident führte zu seiner Verteidigung an, keine Panik in der Bevölkerung auslösen zu wollen.

Titelfoto: Daniel Cole/AP/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: