Neue Corona-Variante "Cicada" breitet sich unbemerkt aus

Deutschland - Während über die Feiertage die Aufmerksamkeit vor allem der Grippewelle galt, hat sich in Deutschland nahezu unbemerkt eine neue Corona-Variante durchgesetzt.

Die neue Mutante stammt von einer der ersten Omikron-Varianten ab.  © 123RF/naiklon

Die hypermutierte Omikron-Unterlinie BA.3.2, auch "Cicada" genannt, hat inzwischen die bislang dominierenden Varianten "Stratus" und "Nimbus" verdrängt und gilt laut Experten als die dritte bedeutende Corona-Variante.

Aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge macht "Cicada" bereits rund 38 Prozent der nachgewiesenen SARS-CoV-2-Fälle in Deutschland aus. Die neue Mutante zeichnet sich durch eine rasante Wachstumsdynamik aus. Noch Ende November lag ihr Anteil bei rund neun Prozent, wenige Wochen später bei etwa 30 Prozent.

Ihr Spitzname verweist auf die ungewöhnliche Entstehungsgeschichte der Variante. Ähnlich wie die Zikade, die jahrelang im Verborgenen lebt, entwickelte sich das Virus lange unauffällig. BA.3.2 geht auf eine frühe Omikron-Variante zurück, die zunächst kaum Infektionen verursachte und dann wieder verschwand.

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Ende 2024 tauchte jedoch eine stark veränderte Version in Südafrika auf - mit mehr als 50 Mutationen im Spike-Protein.

Zunächst schien die Variante wenig konkurrenzfähig, da weltweit nur vereinzelt Fälle registriert wurden. Doch inzwischen beobachten Forscher eine stetige Zunahme.

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Die neue Corona-Variante ist nach Zikaden benannt – Insekten, die alle 17 Jahre aus dem Boden kommen, um sich zu paaren.  © Aimee Dilger/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa

Corona-Variante "Cicada" muss weiter beobachtet werden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte BA.3.2 Anfang Dezember als "Variante unter Beobachtung" ein, da genetische Veränderungen auf eine erhöhte Übertragbarkeit hindeuten könnten.

Die Veränderungen führen dazu, dass das Virus für das menschliche Immunsystem schwerer erkennbar wird. Antikörper, die durch frühere Infektionen oder Impfungen gebildet wurden, können die neue Variante möglicherweise weniger effektiv neutralisieren.

Noch sind die Fallzahlen insgesamt niedrig, doch Experten mahnen zu Aufmerksamkeit. Ein weiteres Wachstum der Variante kann das Infektionsgeschehen in den kommenden Wochen maßgeblich beeinflussen.

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