Bahn vermutet Sabotage hinter Zugausfällen in Norddeutschland

Hamburg/Berlin – Nichts geht mehr! Eine technische Störung führte nach Angaben der Deutschen Bahn in Norddeutschland zum kompletten Stillstand im Fernverkehr.

Am Hamburger Hauptbahnhof herrscht Chaos.
Am Hamburger Hauptbahnhof herrscht Chaos.  © News5

Betroffen seien alle ICE- sowie IC- und EC-Züge in Norddeutschland, teilte die Bahn am Samstagmorgen mit.

"Leider kommt es zu kurzfristigen Zug- und Haltausfällen", hieß es im Internetauftritt der Bahn.

Das Unternehmen empfahl Reisenden, sich kurz vor geplanten Fahrten über www.bahn.de/reiseauskunft, über die App "DB Navigator" oder telefonisch unter 030/2970 zu informieren.

Nächster Halt - Nachbesserung: Jeder dritte DB-Fernverkehrszug kam 2022 zu spät
Deutsche Bahn Nächster Halt - Nachbesserung: Jeder dritte DB-Fernverkehrszug kam 2022 zu spät

Auf der Bahn-Website hieß es: "Sobald uns neue Informationen vorliegen, werden wir Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten."

Die Deutsche Bahn schrieb auf Twitter

Nähere Angaben über die Störung gab es vorerst nicht. Die Bahn sprach lediglich von einer "technischen Störung an der Strecke". Viele Menschen dürften auf der Fahrt ins Wochenende kalt erwischt worden sein.

Update, 13.05 Uhr: Kabel mutwillig beschädigt

Die großflächigen Ausfälle im Zugverkehr in Norddeutschland gehen nach Aussage der Bahn auf Sabotage zurück.

"Aufgrund von Sabotage an Kabeln, die für den Zugverkehr unverzichtbar sind, musste die Deutsche Bahn den Zugverkehr im Norden heute Vormittag für knapp drei Stunden einstellen", sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die zuständigen Sicherheitsbehörden hätten die Ermittlungen aufgenommen.

Langsam normalisiert sich der Bahnverkehr in Norddeutschland wieder.
Langsam normalisiert sich der Bahnverkehr in Norddeutschland wieder.  © Paul Zinken/dpa

Update, 11.44 Uhr: Viele Reisende in Hannover warten auf Weiterfahrt

Zahlreiche Reisende warten am Hauptbahnhof Hannover auf ihre Weiterfahrt. Es bildeten sich lange Schlangen am Reisezentrum, vor dem Hauptbahnhof schlossen sich Taxi-Fahrgemeinschaften zusammen, wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur am Samstag beobachtete.

In der Bahnhofshalle verteilten Mitarbeiter der Bahn Kaffee und Tee. Zwischenzeitlich standen auch die Regionalzüge still. In Norddeich-Mole fuhr ein Regionalexpress nach Hannover am Samstagvormittag mit fünf Minuten Verspätung ab, weitere Züge wurden zunächst nicht erwartet.

Update, 11.42 Uhr: Bahnverkehr in Niedersachsen rollt langsam wieder an

Reisende warten auf ihre Züge im Hauptbahnhof Hannover, nachdem der Fernverkehr in Norddeutschland zum Erliegen gekommen ist.
Reisende warten auf ihre Züge im Hauptbahnhof Hannover, nachdem der Fernverkehr in Norddeutschland zum Erliegen gekommen ist.  © Moritz Frankenberg/dpa

Der Bahnverkehr in Niedersachsen ist langsam wieder angerollt.

Der Betrieb werde nach und nach wieder aufgenommen, teilte die DB Regio Niedersachsen am Samstag via Twitter mit. Es werde aber weiterhin zu Verspätungen und auch Ausfällen im Nahverkehr der Deutschen Bahn kommen.

Erste Züge wurden auf den Anzeigetafeln am Hauptbahnhof Hannover am Vormittag wieder angezeigt, die Warteschlangen der gestrandeten Reisenden in der Bahnhofshalle waren aber zunächst noch lang.

Deutsche Bahn testet indischen Zug in Klimakammer
Deutsche Bahn Deutsche Bahn testet indischen Zug in Klimakammer

Auch bei der Nordwestbahn, deren Züge ebenfalls über Stunden stillstanden, lief der Verkehr langsam wieder an, wie eine Sprecherin sagte. "Die Züge dürfen wieder fahren", sagte sie. Auch hier werde es aber noch Verspätungen geben, bis die Züge wieder fahrplanmäßig unterwegs seien.

Update, 11.26 Uhr: Untersuchungen zu Ursache des Bahn-Ausfalls

Die mittlerweile wieder behobenen technischen Probleme bei der Deutschen Bahn werden geprüft. Auf die Frage nach einer möglicherweise gezielten Störung hieß es aus Sicherheitskreisen am Samstagmorgen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur nur, die Untersuchungen liefen und die Ursache sei noch unbekannt.

Die heftigen Probleme in Norddeutschland seien auf eine Störung des digitalen Zugfunks GSM-R (Global System for Mobile Communications – Rail) zurückzuführen gewesen, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn. "Er dient der Kommunikation zwischen den Leitstellen, die den Zugverkehr steuern, und den Zügen und ist damit unverzichtbarer Bestandteil für den reibungslosen Zugverkehr."

Die Störung sei wieder behoben, so die Bahnsprecherin. Der Betrieb laufe langsam wieder an. "Mit Beeinträchtigungen ist allerdings weiter zu rechnen."

Update, 11.25 Uhr: Fernverkehrszüge fahren wieder von Hamburg

Nach einer mehrstündigen technischen Störung bei der Deutschen Bahn in Norddeutschland ist nach dem Nahverkehr auch der Fernverkehr in Hamburg wieder angerollt.

Um 10.49 Uhr verließ als erstes der ICE 509 nach München über Berlin und Erfurt den Hamburger Hauptbahnhof, wie eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur berichtete. Er sei mit einer Verspätung von einer halben Stunde und stark überfüllt losgefahren.

Zuvor waren gegen 10 Uhr die ersten Nahverkehrszüge wieder gestartet.

Update, 11 Uhr: Erste Nahverkehrszüge fahren wieder aus Hamburger Hauptbahnhof

Nach der Beseitigung der Bahn-Funkstörung in Norddeutschland sind gegen 10 Uhr die ersten Nahverkehrszüge wieder vom Hamburger Hauptbahnhof abgefahren. Das berichtete eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur.

Immer mehr verspätete Nahverkehrszüge würden zur Abfahrt angesagt. Die Bahn teilte auf Twitter mit, dass es noch bis etwa 11 Uhr zu Beeinträchtigungen sowie zu Halt- und Zugausfällen komme.

Update, 10.57 Uhr: Störung behoben, aber noch Beeinträchtigungen möglich

Die heftige Störung bei der Bahn in Norddeutschland ist nach Unternehmensangaben behoben. In der Folge seien aber noch Beeinträchtigungen im Laufe des Tages möglich, sagte ein Bahnsprecher am Samstagvormittag.

Unzählige Reisende waren zuvor an den Bahnhöfen gestrandet, weil der komplette Fernverkehr und teils auch der Regionalverkehr in weiten Teilen Norddeutschlands eingestellt waren. Betroffen waren Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein, wie die Bahn bei Twitter schrieb.

Das Unternehmen empfahl Reisenden, die zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Berlin und Baden-Württemberg oder der Schweiz unterwegs waren, Verbindungen über Erfurt und Frankfurt/Main zu nutzen.

Update, 9.41 Uhr: Technische Störung von Zugfunk

Die heftigen Probleme der Deutschen Bahn in Norddeutschland sind nach Angaben des Unternehmens auf eine technische Störung des Zugfunks zurückzuführen.

Deshalb sei "in großen Teilen Norddeutschlands derzeit kein Zugverkehr im Fernverkehr der Deutschen Bahn möglich", hieß es auf "bahn.de" am Samstagmorgen.

Es komme "aktuell leider zu kurzfristigen Zug- und Haltausfällen".

Update, 9.21 Uhr: Auch Regionalverkehr unterbrochen

Neben dem Fernverkehr ist derzeit zumindest teilweise auch der Regionalverkehr der Deutschen Bahn in Norddeutschland unterbrochen.

Wegen "einer technischen Störung an der Strecke" sei im "Raum Norddeutschland" aktuell kein Zugverkehr im Nahverkehr der Deutschen Bahn möglich, teilte das Unternehmen am Samstagmorgen in seinem Internetauftritt mit.

Konkret seien alle Regionalexpress- und Regionalbahn-Verbindungen im Bereich Niedersachsen und Bremen betroffen.

Erstmeldung: 8.49 Uhr. Zuletzt aktualisiert: 13.05 Uhr.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

Mehr zum Thema Deutsche Bahn: