Deutsche Bahn tritt auf die Bremse: Bis 2031 werden deutlich weniger wichtige Strecken saniert
Von Matthias Arnold und Michel Winde
Berlin - Bahn und Bund wollen in den kommenden fünf Jahren deutlich weniger hochbelastete Strecken sanieren als bislang geplant.
Bis 2031 sollen nur noch 13 statt 21 Strecken umfassend erneuert werden. Das teilten die Deutsche Bahn und das Verkehrsministerium am Freitag mit.
"Es werden keine Korridorsanierungen gestrichen, sondern nur verschoben", hieß es. "Die Priorisierung der Korridorsanierungen ab dem Jahr 2032 erfolgt im kommenden Jahr."
Das sind die 13 Strecken, die bis 2031 angegangen werden sollen:
2027:
- Lehrte-Berlin (läuft bereits)
- Rosenheim-Salzburg
- Fulda-Hanau
2028:
- Köln-Koblenz
- München-Rosenheim (1. Etappe)
- Hagen-Unna-Hamm
- Lübeck-Hamburg
2029:
- Hamburg-Hannover
- Würzburg-Ansbach-Treuchtlingen
- Aachen-Köln
2030:
- Stendal-Magdeburg
- Uelzen-Stendal
2031:
- Lehrte-Groß Gleidingen
- München-Rosenhein (2. Etappe)
Was besser werden soll
Besser werden sollen bei all diesen Generalsanierungen die Umleitungen. Die für die Infrastruktur zuständige Bahn-Tochter InfraGo bereite die Umleiterstrecken intensiver vor und stimme den Bauablauf mit weiteren Baustellen im Schienennetz ab.
Insbesondere die Wettbewerber im Güterverkehr hatten zuletzt immer wieder kritisiert, dass Umleitungen nicht ausreichend vorbereitet und kommuniziert worden seien.
Nach Abschluss der Bauarbeiten soll der Zugverkehr künftig nur schrittweise wieder hochgefahren werden - statt, dass wie bisher an einem bestimmten Datum alle Verkehrsträger wieder fahren sollten.
Bei den bislang abgeschlossenen Generalsanierungen hatte es nach Abschluss der Arbeiten immer wieder Probleme etwa mit verspäteten Zügen gegeben.
Strecke soll auf digitales Zugleitsystem vorbereitet werden
Anders als bisher sollen alle Strecken künftig zudem vollständig für das digitale Zugleitsystem ETCS vorbereitet werden.
"Das heißt, dass alle erneuerten
Stellwerke bereits ETCS-fähig werden, und dass angepasste Signalstandorte und moderne Achszähltechnik verbaut werden", teilte die Bahn mit.
Bisher war das auf vielen Strecken nur auf einzelnen Abschnitten geplant.
Titelfoto: Bildmontage: Bernd von Jutrczenka/dpa, Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

