Kinder legen Gegenstände auf Gleise: S-Bahn mit 150 Fahrgästen muss bremsen
München - Drei Kinder haben am Dienstagnachmittag in München Stöcke, Äpfel und Süßigkeiten auf Bahngleise gelegt. Eine S-Bahn mit rund 150 Reisenden überfuhr die Gegenstände.
Wie die Bundespolizei am Mittwoch mitteilte, wurde der Vorfall gegen 15.30 Uhr kurz vor dem Bahnhof Johanneskirchen gemeldet.
Nach bisherigen Erkenntnissen hielten sich zwei Elfjährige und ein Zehnjähriger vor Ort auf. Der 23 Jahre alte Triebfahrzeugführer bemerkte die jungen Übeltäter während der Fahrt.
Nachdem die S-Bahn die Gegenstände überfahren und er einen Schlag wahrgenommen hatte, leitete er eine Schnellbremsung ein.
"Anschließend stellte der Triebfahrzeugführer die drei Kinder fest und hielt sie bis zum Eintreffen einer Streife der Bundespolizei fest", teilte die Bundespolizeidirektion München mit.
Verletzt wurde niemand, auch an der S-Bahn entstand kein Schaden. Die Strecke blieb rund 45 Minuten gesperrt.
Insgesamt waren 13 Züge betroffen, bei denen sich nach Angaben der Deutschen Bahn insgesamt 293 Minuten Verspätung summierten.
S2 kracht zwischen Heimstetten und Feldkirchen in Sperrmüll
Die Bundespolizei informierte die Erziehungsberechtigten. Gegen die Kinder wird wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.
Nur wenige Stunden später mussten die Beamten erneut ausrücken. Gegen 22.40 Uhr kollidierte die S2 zwischen Heimstetten und Feldkirchen im Landkreis München mit Sperrmüll.
Der Zug konnte zunächst weiterfahren. Bei einer Kontrolle am Münchner Ostbahnhof stellten Einsatzkräfte jedoch eine Beschädigung am Transformator an der Unterseite fest.
Die S-Bahn blieb fahrtüchtig, musste aber zur Reparatur ins Betriebswerk gebracht werden.
Wer den Sperrmüll auf die Gleise gelegt hatte, blieb zunächst unklar. Eine Fahndung nach möglichen Tatverdächtigen verlief ohne Ergebnis. Es wird weiter ermittelt.
Titelfoto: Bundespolizeiinspektion München

