Fast 1000 Übergriffe allein in erster Jahreshälfte! Bahn setzt bei Bodycams auf eine Änderung
Von Wolfgang Jung
Mannheim - Für mehr Sicherheit im Zug testet die Deutsche Bahn zwei Monate lang Bodycams mit Tonaufzeichnung.
25 Beschäftigte von DB Regio in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen und im Saarland nehmen seit Montag an dem Pilotprojekt teil, wie ein Sprecher mitteilte. Die Audiofunktion soll bei Konflikten mögliche Übergriffe dokumentieren.
Im ersten Halbjahr 2026 kam es der DB Regio zufolge zu 989 Übergriffen auf Mitarbeitende!
Darunter waren demnach 781 Fälle etwa von Schubsen oder Bespucken sowie 185 Fälle versuchter Körperverletzung. "Leider waren auch 22 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Opfer schwerer Körperverletzungen", hieß es.
Unvergessen bleibe der Tod des Zugbegleiters Serkan Calar (†36), der im Februar in der Pfalz von einem Fahrgast ohne Ticket tödlich verletzt worden war.
Bei einer aktivierten Bodycam können die Beschäftigten zusätzlich zum Bild auch Ton aufzeichnen. Die Bahn verspricht sich von dieser Möglichkeit eine deeskalierende Wirkung und vor allem zusätzlich auch eine bessere Aufklärung von Straftaten.
Wie geht es weiter? Nach der Pilotphase soll die Tonaufzeichnung schrittweise bundesweit eingeführt werden. Der hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit ist der Bahn zufolge in den Prozess eingebunden.
Titelfoto: Hannes P. Albert/dpa
