"Historisches Tief erreicht": Pünktlichkeits-Quote der Bahn offenbar im Keller

Berlin - Die Deutsche Bahn könnte in diesem Jahr so unpünktlich gewesen sein wie nie zuvor. Dies berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf eine ihr vorliegende Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Unionsfraktion.

Viele Züge der Deutschen Bahn fahren zu spät in die Bahnhöfe ein. Die Quote könnte dieses Jahr ein historisches Tief erreicht haben.
Viele Züge der Deutschen Bahn fahren zu spät in die Bahnhöfe ein. Die Quote könnte dieses Jahr ein historisches Tief erreicht haben.  © AFP/Christof Stache

Demnach lag in den Monaten Mai bis September die Pünktlichkeitsquote auf vielen Strecken im Fernverkehr lediglich bei 50 bis 60 Prozent.

"Die aktuelle Pünktlichkeits-Entwicklung ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht zufriedenstellend", heißt es in der Stellungnahme.

So seien im September im Westen des Landes nur 55 Prozent der ICE- und IC-Züge pünktlich gewesen, im August 48 Prozent. Im Osten waren es den Angaben zufolge im September knapp 68 Prozent, im August 63 Prozent. Die Deutsche Bahn listet ihre Quoten nach Regionen und nicht nach Bundesländern auf.

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"Die Pünktlichkeitsquoten der Bahn haben ein historisches Tief erreicht", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Bareiß (47, CDU), der Rheinischen Post.

Während 2020 und 2021 die Fernverkehrszüge im Schnitt eine Quote von 75 bis 90 Prozent Pünktlichkeit erreicht hätten, "liegen dieses Jahr die meisten Strecken zwischen 50 und 60 Prozent".

Thomas Bareiß (47, CDU) ist nicht zufrieden mit der Pünktlichkeit der Bahn.
Thomas Bareiß (47, CDU) ist nicht zufrieden mit der Pünktlichkeit der Bahn.  © DPA/Christoph Schmidt

Ändere sich nicht bald etwas an der Entwicklung, dann "werden die hohen Belastungen im Schienenverkehr auch schwerwiegende Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland haben", warnte er.

Titelfoto: AFP/Christof Stache

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