Krasser Preis-Sprung bei der Deutschen Post: Porto steigt so stark wie nie zuvor

Von Wolf-Dietrich von Dewitz

Bonn - Hiobsbotschaft aus Bonn: Der Briefversand mit der Deutschen Post wird sich in Deutschland aller Voraussicht nach so stark verteuern wie noch nie.

Die Deutsche Post könnte ab Januar 2027 ein Rekordporto einführen.  © Philip Dulian/dpa

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte ihren Plan, dem zufolge das Briefporto ab Januar 2027 um 20,35 Prozent steigen kann. Paketsendungen könnten demnach um 10,72 Prozent teurer werden.

2022 hatte der durchschnittliche Preisaufschlag 4,6 Prozent betragen; 2025 war mit 10,48 Prozent der bisherige Höchstwert bei Briefen erreicht worden, der sich mit dem neuen Vorhaben nun fast verdoppelt. Bei Paketsendungen lag der damalige Wert bei 7,21 Prozent.

Die eingeräumten Spielräume für Preiserhöhungen hat die Post bislang immer voll genutzt, das dürfte sie auch dieses Mal tun.

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Welche Briefart wie teuer wird, steht bislang aber noch nicht fest. Das entscheidet die Post später selbst. Sollte sie den Erhöhungsspielraum auf jede Briefart gleich anwenden, würde der Inlandsversand eines Standardbriefs ab Januar 1,14 Euro kosten.

Möglicherweise geht die Post aber auch in 5-Cent-Schritten vor, dann werden es also 1,10 oder 1,15 Euro - und in einer anderen Briefart dann etwas mehr oder etwas weniger als der Durchschnittswert es ermöglicht. Bislang werden für einen bis zu 20 Gramm schweren Standardbrief 95 Cent fällig. 

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Während der Paketversand um 10,72 Prozent teurer werden könnte, ...  © Sebastian Gollnow/dpa

Briefmenge in Deutschland sinkt seit Jahren

... könnte das Porto für Standardbriefe bei der Post sogar um 20,35 Prozent steigen.  © Philip Dulian/dpa

Seit 2012 hätte sich das Porto eines Standardbriefs damit in etwa verdoppelt, damals waren es 55 Cent. Neben dem Standardbrief gibt es noch den Maxibrief, Großbrief, Postkarten und weitere Briefarten. 

Im Vergleich zu europäischen Nachbarstaaten ist der Briefversand noch relativ günstig. In Österreich liegt das Porto für einen Standardbrief bei einem Euro und in den Niederlanden bei 1,40 Euro. In Frankreich sind es 1,52 Euro - dort steht schon fest, dass das Porto für einen Standardbrief zum Jahreswechsel auf 1,67 Euro steigt. 

Im Digitalzeitalter sinkt die Briefmenge seit langem, da die Firmen und Verbraucher immer stärker auf E-Mails und Chatnachrichten setzen. Wurden im Jahr 2005 in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, so waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden. Tendenz weiter sinkend. Die Kosten für die Post steigen hingegen, sie muss recht viele Briefkästen, Filialen und Postboten haben. 

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In anderen EU-Staaten ist der Wandel noch deutlicher, die Niederländische Post berichtet von einem Rückgang der Briefmenge um 70 Prozent binnen 20 Jahren. In Deutschland fiel der Strukturwandel der Postbranche zunächst vergleichsweise moderat aus, das ändert sich aber allmählich - immer mehr Post von Behörden und Firmen wird auf digitale Kanäle umgestellt.

Post wollte noch größeren Preisaufschlag

"Wenn die Kosten unter anderem aufgrund der zunehmenden Digitalisierung auf weniger Briefe zu verteilen sind, steigen die Preise", sagt der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller.

Nach seiner Darstellung wollte die Post einen noch kräftigeren Preisaufschlag genehmigt bekommen: Müller wies darauf hin, dass die Regulierungsbehörde unter den von der Post geforderten Anpassungen geblieben sei und diverse Positionen, die der Bonner Konzern geltend gemacht hat, nicht berücksichtigt habe.

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