Forscher finden 3000 Jahre alte Haare und testen sie auf Drogen: Ergebnis positiv!

Menorca - Welche Drogen haben die Menschen vor rund 3000 Jahren konsumiert? Ein Höhlenfund auf der spanischen Insel Menorca liefert Antworten.

Dank dieser Haarproben konnten Forscher den Konsum halluzinogener Rauschmittel vor 3000 Jahren nachweisen.
Dank dieser Haarproben konnten Forscher den Konsum halluzinogener Rauschmittel vor 3000 Jahren nachweisen.  © ASOME-Universitat Autònoma de Barcelona

Wie das Forschungsteam rund um die Archäologin Elisa Guerra-Doce in der Zeitschrift "Scientific Reports" berichtet, handelt es sich um den ersten direkten Nachweis von Drogenkonsum im europäischen Altertum.

In der Höhle Es Càrritx auf der Mittelmeerinsel Menorca - einer früheren Begräbnisstätte - wurden rot gefärbte Haarsträhnen gefunden, die mithilfe von Hochleistungsflüssigkeitschromatografie und hochauflösender Massenspektroskopie analysiert wurden.

Tatsächlich schlugen die Proben positiv an: So fanden sich im Haar bestimmte Alkaloide, die typisch für Nachtschattengewächse sind.

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Stoffe dieser Art können die Sinneswahrnehmung verändern und von Halluzinationen bis hin zum Delirium reichen.

Guerra-Doce geht davon aus, dass die Rauschmittel im rituellen Kontext eingesetzt wurden.

Die Haarproben waren in Gefäßen aus Holz und Horn aufbewahrt, welche mit Kreisen verziert waren und im hinteren Teil der Höhle versteckt wurden.

Die Haare wurden in einer Kammer innerhalb der Höhle gefunden, die früher als Grabstätte genutzt wurde.
Die Haare wurden in einer Kammer innerhalb der Höhle gefunden, die früher als Grabstätte genutzt wurde.  © ASOME-Universitat Autònoma de Barcelona

Rund 210 Menschen sollen in der geheimnisvollen Höhle im Laufe der Zeit bestattet worden sein. Laut den Wissenschaftlern wurde Es Càrritx erstmals vor 3600 Jahren genutzt.

Entdeckt wurden die bronzezeitlichen Überreste von Es Càrritx in den 90er-Jahren.

Titelfoto: ASOME-Universitat Autònoma de Barcelona

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