Carolabrücke: Doch keine Nachprüfung zum Siegerentwurf
Dresden - Die unterlegenen Planungsbüros haben sich damit abgefunden, dass FHECOR/TSSB mit dem Bau der neuen Carolabrücke beauftragt wurde. Mit dem Ingenieurbüro GRASSL und LAP hatten zuvor zwei Kontrahenten in Erwägung gezogen, den Vergabeprozess nachprüfen zu lassen. Es waren die einzigen Büros, die bereits eine offizielle Rüge eingereicht hatten, wie die Stadt auf Anfrage von TAG24 mitteilte.
Nach dem Stadtratsentschluss hätten bis Mitte September Nachprüfungsanträge eingereicht werden müssen.
Dass GRASSL letztlich auf diesen Schritt verzichtete, erklärte Sprecherin Christine Körber: "Der Name GRASSL steht für die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten sowie die qualitativ hochwertige Wiederherstellung von Infrastrukturbauwerken. Das soll auch so bleiben. Deshalb haben wir auf die weitere Aufklärung in Form eines Nachprüfungsantrags verzichtet."
Zuvor hatte der geschäftsführende Gesellschafter Hans Grassl (54) die Aufklärung aufgrund von "nicht nachvollziehbaren" Bewertungskriterien im Vergabeprozess noch als eine "Pflicht" seines Büros bezeichnet.
Auch LAP hatte unmittelbar nach der Entscheidung für den Brückenentwurf von FHECOR/TSSB eine "sorgfältige" Prüfung angekündigt. Warum man letztlich keinen Nachprüfungsantrag bei der Vergabestelle einreichte, wollte LAP auf Anfrage jedoch nicht verraten.
Nachprüfungsantrag kann nicht mehr eingereicht werden
Der Bauausschuss wurde bereits Ende September darüber informiert, dass es keine offenen Prüfverfahren mehr zum Vergabeverfahren gibt.
Dass im Nachgang doch noch ein Nachprüfungsantrag eingereicht werden könnte, verneinte die Stadt.
Titelfoto: Bildmontage: Visualisierung FHECOR/TSSB, Norbert Neumann
