Gebrauchte Sex-Roboter für Sparfüchse - sind sie gefährlich?

San Marcos (Kalifornien, USA) - Menschen-ähnliche Roboter mit denen man Sex haben kann: Was vor ein paar Jahren noch nach einer merkwürdigen Science-Fiction-Idee klang, ist inzwischen Alltag für viele. Aber: Solche Roboter können teuer sein, oft kosten sie mehrere Tausend Euro. Dafür gibt es jetzt aber auch eine Lösung - Secondhand Sex-Roboter!

Bei Galmato Havan kann man gebrauchte, generalüberholte Sex-Roboter erwerben. Außerdem stehen noch einzelne Roboterteile zum Verkauf.
Bei Galmato Havan kann man gebrauchte, generalüberholte Sex-Roboter erwerben. Außerdem stehen noch einzelne Roboterteile zum Verkauf.  © @galmatohaven/Instagram

Die Firma Galmato Havan im US-Bundesstaat Kalifornien bietet generalüberholte Roboter-Frauen von der Firma realdoll an. Wer schon eine Puppe hat, kann auch nur Köpfe oder Gesichter kaufen, zum Teil mit echten Menschenhaaren. Dies berichtete zuletzt die britische Zeitung Daily Star.

Alle Sex-Roboter, Gesichter und Köpfe haben ihre eigenen Namen und Beschreibungen, um dem Silikon etwas Persönlichkeit zu verleihen.

"Renee streckt das Maßband ganze 175 cm lang und sieht so aus als ob sie gerade vom Volleyball gekommen wäre. Ihre spaßigen Möpse sind mit Piercings dekoriert, genau wie ihr Bauchnabel", liest sich etwa eine Produktbeschreibung.

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Wenn einem die vorherigen Besitzer nichts ausmachen, kann man solch einen Roboter für 3500 US-Dollar (umgerechnet knapp 3000 Euro) erwerben, statt den üblichen 6000 bis 7000 Dollar (entspricht rund 5200 bis 6100 Euro).

Die Sexspielzeug-Branche ist riesig, mit Absatzmärkten in Milliardenhöhen. 2019 war Deutschland sogar mit 10,5 bis 11,25 Prozent das Land, das den größten Anteil des weltweiten Absatzmarktes von ausmachte. Ob Sex-Roboter als Spielzeug zählen, ist allerdings umstritten.

Sind hyperrealistische Sex-Roboter gefährlich für unsere Gesellschaft?

Sex-Roboter, wie die von realdoll, sollen so realistisch wie möglich aussehen.
Sex-Roboter, wie die von realdoll, sollen so realistisch wie möglich aussehen.  © @realdoll/Instagram

Einige Personen sind der Meinung, dass frei verfügbare, hyperrealistische Frauen-Roboter mehr Auswirkungen auf unsere Gesellschaft haben als nur ein einfaches Spielzeug.

Unter anderem sind einige der Meinung, das sie die Grenzen von einvernehmlichem Sex verzerren. Deswegen gab es seit ihrer Erfindung immer wieder Debatten, ob sie verboten werden sollten.

Dr. Tanja Kubes ist eine Soziologin und Ethnologin, die am Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin am Projekt "Leben und Lieben mit Robotern" forscht. Für sie bekräftigen diese Roboter mit ihren übertriebenen weiblichen Körpern und stereotypisch unterwürfigen Persönlichkeiten ohnehin schon vorherrschende, schädliche Geschlechterstrukturen in unserer Gesellschaft.

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Die Roboter würden dazu einladen, Unterdrückungs- und Machtphantasien auszuleben, so Kubes.

Manche sehen dies als eine Art Fortschritt: Wenn jemand einer Puppe etwas Böses tut, ist das besser als einer echten Frau zu schaden. Andere sehen dies aber als eine Verharmlosung von Gewalt, die für viele Frauen zum Alltag gehört. In Deutschland werden jede Stunde ungefähr 13 Frauen Opfer von Gewalt in der Partnerschaft. 2020 wurden insgesamt 139 Frauen durch die Hand ihres Partners oder eines Ex-Partners ermordet.

Entgegen diesen Besorgnissen stehen aber zum Teil aber Meinungen, dass Sex-Roboter in der Therapie von Sexualstörungen ein hilfreiches Werkzeug sein könnten. Da dieser Einsatz von Robotern aber unter Aufsicht eines Therapeuten oder einer Therapeutin geschehen würde, ist dies für viele nicht vergleichbar mit einer freien Nutzung solcher Puppen.

Titelfoto: @galmatohaven/Instagram

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