Feuerwalze rollt auf NRW-Dorf zu: Löscharbeiten dauern noch mehrere Tage
Hürtgenwald (Nordrhein-Westfalen) - In Nordrhein-Westfalen spielen sich seit Donnerstagnachmittag (13. August) dramatische Szenen ab. Eine Feuerwand bedroht mehrere Dörfer im Kreis Düren - und das voraussichtlich noch mehrere Tage.
Einsatzkräfte kämpfen darum, einen großflächigen Waldbrand unter Kontrolle zu bekommen. Insgesamt stehen rund 300 Hektar Wald nahe der Grenze zu Belgien in Flammen.
Inzwischen hat sich das Feuer in der 9000-Einwohner-Gemeinde Hürtgenwald so weit entwickelt, dass ein erster Ort mit 1800 Bewohnenden evakuiert werden musste. Es wird derzeit vom größten Waldbrand in der Geschichte Nordrhein-Westfalens gesprochen.
Der Kreis Düren hat inzwischen auch das EU-Waldbrandmodul in Anspruch genommen, sodass bei dem Einsatz auch Feuerwehren aus Bonn, Düsseldorf, Königswinter und Leverkusen im Einsatz sind.
TAG24 hält Euch in einem Liveticker über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.
14. August, 22.06 Uhr: Feuerwehr kämpft in der Nacht gegen Flammen
Die Sonne geht unter, die Arbeit bleibt...
Die Feuerwehr wird laut eines Sprechers auch in der Nacht zum Samstag gegen die Flammen kämpfen.
14. August, 21.31 Uhr: Löscharbeiten dauern wohl bis Montag (17. August) an
Die Feuerwehr geht davon aus, dass die Löscharbeiten noch mindestens bis zum kommenden Montag andauern werden.
In der "Aktuellen Stunde" teilte ein Feuerwehrsprecher mit, dass sich bis zu 600 Einsatzkräfte im Zwölf-Stunden-Rhythmus abwechseln, um die Flammen zu besiegen.
14. August, 20.28 Uhr: Alexander Dobrindt geschockt
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (56) ist angesichts der weiterhin wütenden Flammen im Hürtgenwald schockiert.
"Alle Einsatzkräfte leisten unter schwierigsten Bedingungen Herausragendes, um die Flammen zu bekämpfen, Menschen zu schützen, Schäden zu begrenzen. Zusätzlich zu Feuerwehren, Landespolizei und Bundeswehr ist die Bundespolizei mit ihrer Fliegerstaffel im Einsatz, das THW hilft bei Logistik und Einsatzkoordinierung", hat der CSU-Politiker auf einer Pressekonferenz erklärt.
14. August, 19.54 Uhr: Fünf Verletzte gemeldet
Vier verletzte Einsatzkräfte habe man laut Landrat Ralf Nolten bislang zu beklagen. Unter den Verletzungen seien Schnittverletzungen und Kreislaufproblemen.
Eine evakuierte Person erlitt bei der Evakuierung Herzprobleme und musste kurzzeitig behandelt werden.
14. August, 17.45 Uhr: Polizei richtet Hinweisportal ein
Die Polizei Köln sucht nach potenziellen Brandstiftern!
Ein eingerichtetes Hinweisportal soll die Beamten im Hintergrund des Waldbrandes bei der Suche nach Hinweisen unterstützen. Zeugen werden gebeten sämtliche Fotos und Videos zum Zeitpunkt der Brandentstehung vom Donnerstagnachmittag hochzuladen.
14. August, 17.03 Uhr: Größter Waldbrand Deutschlands "noch lange nicht durch"
An ein Ende der Löscharbeiten scheint derzeit nicht zu denken.
Laut Dürens Landrat Ralf Nolten (62, CDU) gehe man vor Ort von einem längeren Einsatz aus. "„Wir sind noch lange nicht durch", erklärte er im Rahmen des Einsatzes der Feuerwehrkräfte. Schon jetzt zählt der Waldbrand zu den folgenschwersten in Deutschland.
14. August, 16.36 Uhr: Waldbrand wohl größter der NRW-Geschichte
Der Waldbrand im Hürtgenwald ist nach Einschätzung der Landesregierung der größte in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen.
"Wir wüssten zumindest nicht, dass es einen Waldbrand gab, der daran herangereicht hat", sagte NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen (54, CDU) bei einem Besuch der Einsatzkräfte.
14. August, 16.10 Uhr: Lage weiter nicht unter Kontrolle
Nach Angaben einer Sprecherin des Landkreises Düren scheint sich momentan der Wind zu drehen.
Nach wie vor sei jedoch das oberste Ziel aller Einsatzkräfte ein Übergreifen der Flammen auf den Ortsteil Gey mit aller Macht zu verhindern. "Das ist jetzt das, worauf sich alle konzentrieren."
14. August, 14.53 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz meldet sich via X
Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat via X allen Einsatzkräften für ihren unermüdlichen Kampf gegen die Flammen gedankt.
14. August, 14 Uhr: Feuerwehr legt kontrolliertes Gegenfeuer
Der Aachener Zeitung zufolge sollen die Einsatzkräfte am Ortsrand von Gey ein Gegenfeuer gelegt haben.
Damit soll den lodernden Flammen die Nahrung entzogen und eine verheerendere Ausweitung des Brandes gestoppt werden.
14. August, 13.34 Uhr: Kreis Düren bündelt Hilfe
Angesichts des großen Waldbrandes bei Hürtgenwald-Gey hat der Kreis Düren eine Anlaufstelle für spontane Hilfsangebote eingerichtet.
Wer Unterstützung benötigt oder selbst helfen möchte, kann sich über ein Formular auf der Webseite des Kreises registrieren.
14. August, 13.18 Uhr: Keine Entspannung in Sicht
Bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Hürtgenwald in Nordrhein-Westfalen können die Feuerwehrleute nicht auf einen helfenden Regen setzen.
Fraglich sei nämlich, ob der Hürtgenwald von den eher vereinzelten Schauern und Gewittern in den nächsten Tagen getroffen werde, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes, der "dpa" mitgeteilt hat.
Es werde erst einmal keinen großflächigen Niederschlag in der Region geben. Bei den eher vereinzelten Schauern könnten 15 Liter pro Quadratmeter fallen.
14. August, 12.46 Uhr: Spezialfahrzeuge im Einsatz
Ein neues Spezialfahrzeug des Landesbetriebs Wald und Holz unterstützt die Feuerwehr bei den Löscharbeiten.
Wie eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums erklärt hat, helfe ein "Fire Fighter" bei den Löscharbeiten im Hürtgenwald. Das Fahrzeug kann sich mit 10.000 Litern Löschwasser den Weg auch durch schwieriges Gelände bahnen. Zudem ist die Wasserspritze ist um 360 Grad drehbar
14. August, 11.41 Uhr: Nur noch zehn Meter bis zum ersten Haus!
Jetzt wird es ganz eng! Die Feuerwalze rollt auf den Ortsteil Gey zu - und es sind nur noch zehn Meter bis zum ersten Haus.
Wie "Bild" berichtet, tun Feuerwehrleute alles, um das Übergreifen des Brandes am nördlichen Rand der Gemeinde zu verhindern. Die Uhr tickt!
14. August, 11.15 Uhr: Dringende Warnung! Dürener sollen geschlossene Räume aufsuchen
Die Bewohner mehrerer Stadtteile Dürens sollen sofort geschlossene Räume aufsuchen.
Aufgrund des verheerenden Waldbrandes in Hürtgenwald kommt es zu Rauchniederschlag, weshalb gesundheitliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden können, wie der Kreis Düren mitgeteilt hat.
Betroffen sind die Stadtteile Gürzenich, Derichsweiler, Rölsdorf, Birgel, Lendersdorf, Konzendorf, Echtz, Mariaweiler, Merken und Berzbuir.
14. August, 11.09 Uhr: Betreuungsstellen für Anwohner müssen verlegt werden
Auch das noch! Aufgrund einer starken Rauchentwicklung müssen zwei Betreuungsstellen verlegt werden.
Dabei handelt es sich um die bisherigen Anlaufstellen in einer Grundschule und das Sport- und Schützenheim im Ortsteil Straß. Als neue Betreungussstelle dient jetzt eine Förderschule in Düren. Betroffen werden dorthin gebracht.
14. August, 10.58 Uhr: Polizei unterstützt bei Großfeuer in Düren
Die Feuerwehr erhält bei den Löscharbeiten des Waldbrandes im Kreis Düren Unterstützung der Polizei.
Seit den frühen Morgenstunden koordiniert ein Einsatzstab der Polizei Köln die erforderlichen Evakuierungen und die polizeilichen Maßnahmen.
14. August, 10.52 Uhr: NRW-Chef dankt Waldbrandbekämpfern
Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (51, CDU) hat den Einsatzkräften seinen Dank ausgesprochen.
"Unser Land hält zusammen!", so der Regierungschef auf der Plattform "X". Viele der Kräfte seien ohne Pause im Einsatz. "Den Einsatzkräften aus ganz #NRW gilt mein großer Dank."
14. August, 10.20 Uhr: Ausfahrten der A4 gesperrt
Jetzt sorgt der Waldbrand auch für Einschränkungen auf der A4: Zwei Ausfahrten sind gesperrt worden.
Die Ausfahrten Düren und Langerwehe seien ab sofort gesperrt, teilte die Autobahn GmbH mit. Die Ausfahrten würden als Rettungszufahrten für die Einsatzkräfte benötigt. Wie lange die Sperrung dauert, ist nicht absehbar.
14. August, 10.01 Uhr: Nächsten Stunden entscheiden, Feuerwehr setzt auf größere Hubschrauber
Wie es im Kampf gegen den verheerenden Waldbrand weitergeht, entscheidet sich in den kommenden Stunden.
"Wenn wir in Gey gelöscht haben, kommt es auf die nächsten Stunden an, ob wir die Hauptglutnester erkennen und auch ablöschen können", so Ralf Nolten (CDU) gegenüber der "DPA". Zudem werden die Löscharbeiten durch Weltkriegsmunition auf dem Gelände erschwert, wie der Landrat preisgibt.
Indes setzt die Feuerwehr bei der Bekämpfung aus der Luft auf größere Hubschrauber - auch aus anderen Bundesländern.
14. August, 9.23 Uhr: Flammen rasen auf Gey zu
Der Kampf gegen den Waldbrand wird immer dramatischer! Denn die Flammen rasen immer weiter auf den Ortsteil Gey zu.
Wie der "WDR" berichtet, habe eine Pressesprecherin des Kreises Düren bestätigt, dass das Feuer nur noch 200 Meter von der Ortschaft entfernt ist. Daher seien die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung besonders auf Unterstützung aus der Luft angewiesen.
14. August, 9.10 Uhr: Bürgermeister hofft auf keine weitere Evakuierung
Stephan Cranen, Bürgermeister des Gemeindeteils Gey, hofft, dass die Menschen aus dem benachbarten Ortsteil Großhau nicht auch in Sicherheit gebracht werden müssen.
"Hoffen wir mal nicht", so der Parteilose gegenüber der "DPA".
Zuvor mussten in Gey etwa 1800 Menschen evakuiert werden. Unter anderem wurden aus einem Haus 15 Pflegebedürftige abgeholt.
14. August, 8.49 Uhr: Warn-App zeigt höchste Warnstufe an, Flammen kommen näher
Die Flammen kommen dem Ortsteil Gey immer Näher. Mittlerweile sei das Feuer nur noch weniger als 300 Meter entfernt, wie Bürgermeister Stephan Cranen mitgeteilt hat.
Inzwischen stünden sogar 300 Hektar Waldfläche in Flammen. Seit Ausbruch des Feuers seien rund 300 Kräfte im Einsatz. Die Bundeswehr sei mit zwei Panzern vor Ort, drei Löschhubschrauber sollen den Einsatz aus der Luft unterstützen.
14. August, 8.10 Uhr: Evakuierung in Hürtgenwald-Gey abgeschlossen
Die Evakuierung des Ortsteiles Gey der nordrhein-westfälischen Gemeinde Hürtgenwald ist abgeschlossen.
Alle Bewohner des Gemeindeteils hätten ihre Häuser und Wohnungen verlassen, teilte eine Sprecherin des Kreises Düren mit. In Gey leben rund 1800 Menschen.
14. August, 7 Uhr: Anlaufstelle eingerichtet
Gemeinde richtet Anlaufstelle in der Grundschule Straß ein.
Anwohner, die die Anlaufstelle nutzen wollen, sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände mitnehmen und an Ausweisdokumente sowie gegebenenfalls benötigte Medikamente denken.
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa
