Waldbrand in Sachsen: Wegen trockener Böden und Wind bleibt die Lage angespannt
Plauen - Es ist der größte Waldbrand der Region seit drei Jahrzehnten: Seit Dienstagabend brennt es in einem Waldstück im Bereich des Touristenwegs bei Meßbach in der Nähe von Plauen (Vogtland). Auch am Freitag hält das Feuer die Einsatzkräfte weiter in Atem. Das betroffene Gebiet wird ständig kontrolliert, um ein neues Aufflammen des Feuers zu vermeiden.
14. August, 16.13 Uhr: Einsatzkräfte bleiben vor Ort und bekämpfen Glutnester
Die Löscharbeiten im zeigen laut Stadt weiterhin die gewünschte Wirkung. Es werden weiterhin Glutnester bekämpft.
"Obwohl die Temperaturen und der Wind im Tagesverlauf zunehmen, kam es bislang weder zu einem erneuten Aufflammen noch zu einer weiteren Ausbreitung des Feuers", heißt es weiter.
In der Nacht bleiben circa 20 bis 25 Feuerwehrkräfte vor Ort. Auch am Samstag werden Einsatzkräfte die verbliebenen Glutnester weiter bearbeiten. Die Zahl der Feuerwehrleute wird schrittweise reduziert.
Die Lage bleibt allerdings wegen der angekündigten hohen Temperaturen, der trockenen Böden und des Windes angespannt.
Die über die Warn-App NINA veröffentlichte Warnung vor Rauchbelästigung konnte inzwischen aufgehoben werden.
14. August, 11.57 Uhr: Städtelauf Plauen-Hof führt über geänderte Route
Wegen des Großbrandes und Feuerwehreinsatzes nahe der B173 musste der Streckenverlauf des Städtelaufes im Stadtgebiet Plauen für Samstag angepasst werden.
Die neue Strecke führt laut der Stadt Plauen großzügig um das Einsatzgebiet herum. Start bleibt der Concordia-Sportplatz, die Strecke führt dann weiter über den Elsterradweg nach Straßberg und Kürbitz weiter nach Schwand.
Auf der Website des Veranstalters ist die neue Strecke einsehbar.
Bürgermeisterin Kerstin Wolf: "Die Sicherheit aller Läuferinnen und Läufer sowie der Helfenden hat für uns oberste Priorität. Durch das schnelle Handeln unserer Behörden konnten wir die Route kurzfristig verlegen. Der Städtelauf findet statt - und die neue Strecke bietet eine wunderbare Gelegenheit, unsere Stadt aus einer ganz neuen, ebenso reizvollen Perspektive zu entdecken."
14. August, 10.45 Uhr: Auch am Wochenende Einsatzkräfte vor Ort
Am Freitagmorgen wurde die Lage im "Schwarzen Holz" erneut bewertet und mit den Drohnen- und Wärmebildern von oben abgeglichen.
Laut Stadt ist der heutige Plan für die Löscharbeiten, weiterhin mit Rohren und dem Einsatz von Kreisregnern Glutnester, Rest-Ablöschungen und aufflammendes Material zu bekämpfen.
Auch schweres Gerät kommt hier erstmals zum Einsatz: "Ein Forstrüttelgerät sowie eine Bodenfräse unterstützen die Arbeiten, sodass kontinuierlich Seitenränder und auch tief brennendes Material wie Baumstümpfe beseitigt und liquidiert werden können", so Patrick Heinritz, Fachgebietsleiter Brandschutz.
Circa 120 Personen sind im Einsatz, die Löschhubschrauber heute nicht.
Die Anzahl der Einsatzkräften soll schrittweise reduziert werden, wenn nicht steigende Temperaturen, Wind oder ein erneutes Auffachen des Feuers für eine Planänderung sorgen.
"Eine Prognose, wie lange der Einsatz noch andauern wird, ist schwierig zu stellen. Über das Wochenende soll jedoch ein verminderter Kräftemitteleinsatz weiterhin präsent sein", heißt es weiter.
14. August, 7.49 Uhr: Aufflammende Glutnester in der Nacht bekämpft
Das Feuer im Schwarzen Holz hält die Einsatzkräfte mittlerweile den vierten Tag in Atem.
In der Nacht zum Freitag waren erneut rund 130 Kräfte im Einsatz, die frisch aufflammende Glutnester bekämpften.
Wie es am Freitag weitergeht, wird die Stadt Plauen zeitnah bekanntgeben.
Dr. René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung appelliert an die Bevölkerung: "Der Schulanfang an diesem Wochenende ist für viele Familien in unserer Stadt ein wunderbarer und bedeutender Anlass, den wir jedem von Herzen gönnen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Waldbrandlage richten wir jedoch einen dringenden Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Bitte verzichten Sie in diesem Jahr konsequent auf private Feuerwerke und Pyrotechnik."
13. August, 18.03 Uhr: Weitere Unterstützung aus anderen Landkreisen angekommen
Es gibt weitere Unterstützung bei der Bekämpfung des Großbrandes.
Insgesamt 44 sogenannte Kreisregner werden aus dem Landkreis Bautzen zur Verfügung gestellt. Damit können die Flächen kontinuierlich bewässert werden um ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Der Erzgebirgskreis unterstützt mit zusätzlichem Handwerkszeug zur Bodenbearbeitung, darunter Löschrucksäcke und Wiedehopfhacken. Mit den Werkzeugen sollen Glutnester erreicht werden.
Bereits seit Mittwoch sind inzwischen mehr als 40 Einsatzkräfte aus dem Katastrophenschutz des Vogtlandkreises eingebunden.
13. August, 17.12 Uhr: Allgemeinverfügung für die Sperrung des Waldgebietes "Schwarzes Holz" bei Plauen
Aufgrund der anhaltend hohen Waldbrandgefahr erlässt der Vogtlandkreis (die Untere Forstpolizeibehörde) eine Allgemeinverfügung für die Sperrung des Waldgebietes "Schwarzes Holz" bei Plauen.
Das gekennzeichnete Gebiet darf ab sofort nicht mehr betreten oder befahren werden.
"Das Verbot gilt für sämtliche Wald- und Waldnebenflächen im Sinne des SächsWaldG, einschließlich der Waldwege, Rückegassen oder sonstiger innerhalb des gekennzeichneten Gefahrenbereiches gelegener Flächen", heißt es weiter vom Landratsamt.
Ausgenommen sind Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei, des Rettungsdienstes, des Katastrophenschutzes, der Forstbehörden sowie sonstige Personen, die von den zuständigen Behörden mit Einsatz-, Kontroll-, Sicherungs oder Aufräumarbeiten beauftragt wurden.
Die Allgemeinverfügung findet Ihr unter vogtlandkreis.de/SperrungWaldgebiet.
13. August, 14.34 Uhr: Vereinzelt Rauchentwicklung und Neuaufflammung
Der Großeinsatz zur Bekämpfung des Waldbrandes zeigt weiterhin zunehmenden Erfolg. Das teilte die Stadt Plauen soeben mit.
Die Lage vor Ort ist stabil. Man hofft, die Kräfte in den Abendstunden reduzieren zu können. Das hängt auch maßgeblich von der weiteren Entwicklung des Windes ab. Sollte er wieder stärker werden, könnte sich die Lage wieder verschlimmern.
"Im Laufe des Tages kam es am Boden vereinzelt zu einer erneuten Rauchentwicklung und einer Neuaufflammung. Diese wurde jedoch umgehend durch den im Dauereinsatz befindlichen Hubschrauber entdeckt und konnte schnell durch die Kräfte am Boden bekämpft werden. Der Hubschrauber ist im Pendelverkehr im Einsatz: Nach jeweils zwei Stunden Flugzeit muss die Maschine zum Betanken landen", heißt es weiter.
Löschschaum darf in dem betroffenen Gebiet nicht eingesetzt werden, da es sich um ein Wasserschutzgebiet handelt.
René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, zieht ein positives Zwischenfazit zur engen Zusammenarbeit und betont die starke Unterstützung aus der Region: "Hier greift wirklich alles Hand in Hand mit den überörtlichen und örtlichen Kollegen aus der ganzen vogtländischen und überregionalen Feuerwehrfamilie sowie Rettungsdienst und THW. Auch der Kreisbrandmeister des Vogtlandkreises schaut regelmäßig vorbei, um sich persönlich nach der Lage zu erkundigen. Zudem erfahren wir eine riesige Unterstützung und große Dankbarkeit aus der Bevölkerung - dafür sind wir als Einsatzkräfte extrem dankbar."
13. August, 10.54 Uhr: Vollsperrung Unterlosaer Straße geplant, Hubschrauber wieder vor Ort
In der Nacht hat das THW Leitungen über die Fahrbahn auf der Verbindung zwischen Unterlosa und Taltitz, der Unterlosaer Straße verlegt.
Die betroffene Straße war bisher nicht offiziell gesperrt.
Nun wird eine Vollsperrung im Bereich der Unterlosaer Straße bis zum Taltitzer Weg in Unterlosa eingerichtet.
Die Bevölkerung wird darum gebeten, Umfahrungen einzuplanen. Aktuell ist auch der Löschhubschrauber am Einsatzort eingetroffen.
13. August, 7.35 Uhr: Brandbekämpfung im steilen Gelände dauert an
Wie die Stadt Plauen am Donnerstagmorgen mitteilte, war die feuchtkalte Witterung in der Nacht zu Donnerstag sehr gut, denn den Einsatzkräften gelang es, eine weitere Ausbreitung des Feuers erfolgreich zu verhindern.
Betroffen ist weiterhin eine Fläche von circa sieben Hektar.
Die Drohne der Johanniter-Unfall-Hilfe ist noch immer über dem Brandgebiet im Einsatz.
Ab voraussichtlich 9 Uhr wird erneut ein Löschhubschrauber im Einsatz sein. Um die Mittagszeit soll ein zweiter dazukommen.
"Da sich das Areal in einem Trinkwasserschutzgebiet befindet, darf kein Löschschaum eingesetzt werden. Die Bekämpfung erfolgt ausschließlich mit Wasser und per Handarbeit", heißt es weiter.
Das Technische Hilfswerk (THW) hat in der Nacht eine circa 2,5 Kilometer lange, feste Wasserversorgungsleitung von einem Teich in Talitz bis zum Feld vor dem "Schwarzen Holz" (aus Richtung Unterlosa) aufgebaut. Die Feuerwehr arbeitete in der Nacht im Fußtrupp-Einsatz direkt im Brandgebiet. Es wurden Bäume beseitigt und Glutnester im Boden freigelegt und abgelöscht.
Am Donnerstag geht die Suche nach weiteren verdeckten Glutnestern weiter. Das erneute Aufflammen des Feuers soll verhindert werden.
Es sind keine schwerwiegenden Verletzungen zu beklagen. Zwei Einsatzkräfte wurden wegen leichter Kreislaufbeschwerden medizinisch versorgt.
12. August, 19.34 Uhr: Weitere Löscharbeiten über Nacht
Der Einsatz geht weiter: Immer wieder lässt Wind die Glutnester aufflammen. Aktuell kämpfen rund 130 Einsatzkräfte weiterhin gegen die Flammen.
"Aufgrund der Witterungs- und Bodenlage ist mit einem Abschluss der Löscharbeiten innerhalb der nächsten Stunden nicht zu rechnen", teilt die Stadt mit. Der Einsatz wird sich die ganze Nacht ziehen.
Die Einsatzkräfte hoffen, dass der Wind nachlässt und die Temperaturen in der Nacht fallen. Damit könnten die Glutnester abgekühlt werden. Regen könnte beim Löschen helfen - doch Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht.
12. August, 14.35 Uhr: Bereich der Talsperre Pirk, insbesondere die Staumauer soll gemieden werden
Zur Zeit werden die Einsatzkräfte ausgetauscht und der Katastrophenschutz übernimmt als Ablöse. Das Einsatzgeschehen ist laut Stadt aktuell stabil.
Neben den beiden Löschhubschraubern ist auch ein Tankfahrzeug vor Ort, das 8000 Liter fasst.
"Angefordert werden kann die Unterstützung durch die Löschhubschrauber über den Kreisbrandmeister. Dann wird versucht, mit Personal so schnell wie möglich zum Einsatzort zu kommen", teilte die Stadt Plauen weiter mit.
Da die Löschhubschrauber Wasser aus der Talsperre Pirk entnehmen und deswegen unter anderem auch über die Staumauer fliegen, wird darum gebeten, den Bereich zu meiden.
12. August, 13.24 Uhr: Bodentruppen und Löschhubschrauber bekämpfen verdeckte Glutnester
Wie die Stadt Plauen mitteilte, zeigt der Einsatz von Löschhubschraubern erste sichtbare Erfolge. Die Lage im Waldgebiet bleibt dennoch weiterhin anspruchsvoll, denn durch den Wind flammen verteilt liegende, zum Teil verdeckte Glutnester immer wieder auf.
Laut Einsatzleiter Mario Wetzstein wird der Einsatz aus der Luft allein nicht ausreichen, um den Brand nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Daher sind Einsatzkräfte am Boden und in der Luft nötig. Im unwegsamen Gelände leisten insgesamt 52 Feuerwehrleute körperliche Schwerstarbeit.
Die Löscharbeiten dauern weiterhin an.
12. August, 10.55 Uhr: Löschhubschrauber hat schon 2200 Liter Wasser abgeworfen
Es sind weitere Sperrungen im Umkreis des Einsatzortes nötig geworden: Am Reuthhübel ist jetzt die Zufahrt zum Touristenweg gesperrt, ebenso wie in Unterlosa am Meßbacher Weg an der Kreuzung Taltitzer Weg.
Aktuell sind 35 Fahrzeuge (einschließlich Hubschrauber) und 115 Einsatzkräfte Feuerwehren sowie der Wasserwacht Pirk, der Johanniter und der Polizei im Einsatz.
Der Löschhubschrauber hat bereits 2200 Liter Wasser abgeworfen. Es werden weitere Flüge durchgeführt, auch der zweite Hubschrauber wird bald eingesetzt.
Zum Einsatz kommen bei dem Brand aktuell zwei neue Hubschrauber aus Dresden, die erst am 25. Juni ausgeliefert wurden und am Mittwoch ihren zweiten Einsatz absolvieren. Der erste Einsatz war an der Gohrischheide.
Wasser wird aus der Talsperre Pirk entnommen. "Gestartet wird mit 500 Litern Wasser je Löschvorgang. Die Wassermenge kann auf bis zu 900 Liter erhöht werden", heißt es. Das ist abhängig vom Füllstand des Tanks. Bei vollem Tank kann er beispielsweise nur 500 Liter Wasser aufnehmen.
12. August, 8.47 Uhr: Sperrungen wegen Löscharbeiten
Aufgrund der Löscharbeiten musste ein Teilabschnitt der B173 auf Höhe der Abzweigung Thiergarten in Meßbach gesperrt werden.
Die Bundesstraße wurde am Mittwochmorgen wieder für den Verkehr freigegeben. Es ist jedoch laut der Stadt Plauen weiterhin mit Verkehrseinschränkungen durch Einsatzfahrzeige zu rechnen.
Die Kreuzung Unterlosaer Straße/Am Schwarzen Holz musste am Mittwochmorgen gesperrt werden. Auch am Touristenweg wurde eine Sperrung eingerichtet.
12. August, 6.35 Uhr: Feuer im Gebiet "Schwarzes Holz" weitestgehend unter Kontrolle
120 Feuerwehrleute sind seit Dienstagabend im Einsatz. Sie mussten zu Fuß anrücken, da das Gelände für Einsatzfahrzeuge nicht befahrbar ist.
Am Mittwochmorgen hieß es, dass das Feuer im Gebiet "Schwarzes Holz" durch die Löscharbeiten in der Nacht unter Kontrolle gehalten werden konnte.
"Betroffen sind aktuell etwa sieben Hektar Fläche, die sehr schwer zugänglich sind und sich teils in Hanglage mit viel Unterholz befinden. Um kurz vor 6 Uhr haben sich die Einsatzkräfte mit der Drohne ein aktuelles Bild der Lage verschafft. Es zeigt sich, dass die offenen Flammen deutlich eingegrenzt werden konnten", heißt es weiter.
Allerdings sei der Boden noch sehr heiß, deshalb werden die Löscharbeiten voraussichtlich noch länger andauern - mindestens den gesamten Mittwoch sowie auch voraussichtlich in der Nacht zur Kontrolle.
"Gegen 6 Uhr erfolgte eine erneute Alarmierung von Einsatzkräften zur Verstärkung der aktuell im Einsatz befindlichen Kräfte. Uns hilft aktuell, dass die Luft hier vor Ort sehr feucht und kühl ist, was einen positiven Effekt auf die Löscharbeiten hat", so René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung.
NINA-App schlägt Alarm
Laut dem Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Steffen Zenner (57, CDU), seien keine Wohngebäude betroffen.
Er appelliert an die Bevölkerung: "Halten Sie sich bitte an die Regelungen, die wir Ihnen hier mitgegeben haben. Gehen Sie nicht in den Wald, Kein Feuer im Wald, keine Zigaretten im Wald, nicht mit dem Auto reinfahren. Es ist zu trocken. Wir haben zu wenig Regen. Und wir haben sehr viel Unterholz, das jetzt wie ein Zunder wirkt, wie ein Schwamm."
Bereits am Abend schlug auch die NINA-WarnApp Alarm. Anwohner im Radius von zwei Kilometern werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch am Mittwochmorgen wird aufgrund der starken Rauchentwicklung gewarnt.
Gebiet des Waldbrandes weiträumig meiden!
Es wird darum gebeten, das Gebiet des Waldbrandes weiträumig zu meiden.
"Wir bitten alle Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer und generell alle Personen, das Gebiet weiträumig zu meiden, da dies sonst auch den Einsatz der Löschhubschrauber behindern kann", so Dr. René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung.
Im Vogtland herrscht derzeit erhöhte Waldbrandgefahr. Im betroffenen Teil des Landkreises herrscht derzeit Waldbrandstufe 4.
Titelfoto: Ellen Liebner

