Gefahrgut-Lkw in Krefeld umgekippt: Feuerwehr pumpt Säure ab, Bahnstrecke wieder frei

Von Marc Herwig

Krefeld - Nach dem folgenschweren Gefahrgutunfall in Krefeld hat die Feuerwehr die Gefahr durch die auslaufende Salpetersäure eindämmen können. Die offizielle Warnung vor einer "extremen Gefahr" für die Bevölkerung wurde aufgehoben.

Nach dem Unfall in Krefeld hat die Feuerwehr die Gefahr durch die auslaufende Salpetersäure eindämmen können.  © Henning Kaiser/dpa

"Ein Großteil der ausgetretenen Salpetersäure konnte inzwischen aufgenommen werden", teilten die Einsatzkräfte mit. "Aktuell befindet sich noch rund eine Tonne des Gefahrstoffs als Lache auf der Straße. Von dieser gehen weiterhin Dämpfe aus."

Statt von einer "extremen Gefahr" warnt die Feuerwehr jetzt nur noch vor einer "Gefahr" im Umkreis von 200 Metern um die Unfallstelle. "Außerhalb dieses Radius können alle Personen die geschlossenen Räume wieder verlassen."

Trotzdem warnten die Behörden weiterhin die Menschen im gesamten Krefelder Stadtgebiet vor einer möglichen Geruchsbelästigung. Davon gehe aber keine Gefahr aus, betonte die Feuerwehr.

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Ein mit 23 Tonnen Salpetersäure beladener Lastwagen war in der Nacht verunglückt und so stark beschädigt worden, dass die ätzende Ladung auslief.

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Auswirkungen auf den Bahnverkehr

Ein Großaufgebot an Einsatzkräften befindet sich vor Ort.  © Henning Kaiser/dpa

Die Behörden hatten daraufhin in einem Umkreis von 1000 Metern zunächst vor einer "extremen Gefahr" für die Gesundheit gewarnt und die Menschen aufgefordert, in geschlossenen Räumen zu bleiben.

Die A57 ist wegen des Einsatzes zwischen Krefeld-Oppum und Krefeld-Gartenstadt komplett gesperrt. Auf den Umleitungsstrecken bildeten sich lange Staus.

Weil die Behörden wegen des Einsatzes auch eine Bahnstrecke gesperrt hatten, gab es seit der Nacht Umleitungen und Zugausfälle auf mehreren Linien. Die Auswirkungen reichten bis nach Düsseldorf und ins Ruhrgebiet.

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Betroffen waren die Linien RE 7 (Rheine-Wuppertal-Krefeld), RE 10 (Düsseldorf-Kleve), RE 42 (Mönchengladbach-Duisburg-Münster), RB 33 (Aachen-Essen), RB 35 (Gelsenkirchen-Mönchengladbach) und RB 37 (Krefeld-Neuss).

Bis alle Züge wieder nach Plan fahren, könne es noch einige Zeit dauern. Die Bahn empfahl allen Reisenden deshalb: "Bitte achten Sie vermehrt auf die Informationen vor Ort und prüfen Sie den Zuglauf in der Onlinereiseauskunft."

Auch zahlreiche Straßen im Krefelder Stadtgebiet waren gesperrt. Nach Angaben der Stadtwerke können Busse und Stadtbahnen auf mehreren Linien in der Innenstadt nicht auf ihrem normalen Weg fahren. Bei der Müllabfuhr gebe es ebenfalls Einschränkungen für das gesamte Stadtgebiet, weil die Müllfahrzeuge den Wertstoffhof nicht anfahren könnten.

Schulen und Kitas geschlossen

Die Unfallstelle musste nach Angaben der Behörden zwischenzeitlich in einem Umkreis von 1000 Metern abgesperrt werden.  © -------/Nonstopnews/dpa

Vier Schulen und zwei Kindertagesstätten, die in dem Bereich liegen, sollen den ganzen Tag geschlossen bleiben.

Betroffen seien die Franz-Stollwerck-Schule, die Sollbrüggenschule, die Gesamtschule Uerdingen und das Berufskolleg Uerdingen. Auch die Kita St. Gertrudis und die städtische Kita Verberger Straße öffnen nach Angaben der Stadt nicht.

Salpetersäure kann Haut, Augen und Atemwege stark verätzen. Bei einem Gefahrgutunfall können relativ leicht gefährliche Gase entstehen.

Die Einsatzkräfte arbeiten deshalb mit Schutzausrüstung, um sich selbst zu schützen.

Erstmeldung: 6. November 2026, 7.50 Uhr; letztes Update: 11.50 Uhr.

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