Verheerender Waldbrand in Sachsen: Löscharbeiten werden noch Stunden dauern
Plauen - Noch am Montag warnte die Forstbehörde des Vogtlandkreises vor erhöhter Waldbrandgefahr. Am Dienstagabend brach dann kurz nach 18 Uhr in einem Waldstück im Bereich des Touristenwegs bei Meßbach in der Nähe von Plauen der größte Waldbrand der Region seit drei Jahrzehnten aus. Auch am Mittwoch laufen die Löscharbeiten noch auf Hochtouren, aus Dresden wurden zwei Löschhubschrauber angefordert. In der Nacht zu Donnerstag wird das Gebiet voraussichtlich weiterhin kontrolliert werden müssen.
12. August, 19.34 Uhr: Weitere Löscharbeiten über Nacht
Der Einsatz geht weiter: Immer wieder lässt Wind die Glutnester aufflammen. Aktuell kämpfen rund 130 Einsatzkräfte weiterhin gegen die Flammen.
"Aufgrund der Witterungs- und Bodenlage ist mit einem Abschluss der Löscharbeiten innerhalb der nächsten Stunden nicht zu rechnen", teilt die Stadt mit. Der Einsatz wird sich die ganze Nacht ziehen.
Die Einsatzkräfte hoffen, dass der Wind nachlässt und die Temperaturen in der Nacht fallen. Damit könnten die Glutnester abgekühlt werden. Regen könnte beim Löschen helfen - doch Niederschlag ist vorerst nicht in Sicht.
12. August, 14.35 Uhr: Bereich der Talsperre Pirk, insbesondere die Staumauer soll gemieden werden
Zur Zeit werden die Einsatzkräfte ausgetauscht und der Katastrophenschutz übernimmt als Ablöse. Das Einsatzgeschehen ist laut Stadt aktuell stabil.
Neben den beiden Löschhubschraubern ist auch ein Tankfahrzeug vor Ort, das 8000 Liter fasst.
"Angefordert werden kann die Unterstützung durch die Löschhubschrauber über den Kreisbrandmeister. Dann wird versucht, mit Personal so schnell wie möglich zum Einsatzort zu kommen", teilte die Stadt Plauen weiter mit.
Da die Löschhubschrauber Wasser aus der Talsperre Pirk entnehmen und deswegen unter anderem auch über die Staumauer fliegen, wird darum gebeten, den Bereich zu meiden.
12. August, 13.24 Uhr: Bodentruppen und Löschhubschrauber bekämpfen verdeckte Glutnester
Wie die Stadt Plauen mitteilte, zeigt der Einsatz von Löschhubschraubern erste sichtbare Erfolge. Die Lage im Waldgebiet bleibt dennoch weiterhin anspruchsvoll, denn durch den Wind flammen verteilt liegende, zum Teil verdeckte Glutnester immer wieder auf.
Laut Einsatzleiter Mario Wetzstein wird der Einsatz aus der Luft allein nicht ausreichen, um den Brand nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Daher sind Einsatzkräfte am Boden und in der Luft nötig. Im unwegsamen Gelände leisten insgesamt 52 Feuerwehrleute körperliche Schwerstarbeit.
Die Löscharbeiten dauern weiterhin an.
12. August, 10.55 Uhr: Löschhubschrauber hat schon 2200 Liter Wasser abgeworfen
Es sind weitere Sperrungen im Umkreis des Einsatzortes nötig geworden: Am Reuthhübel ist jetzt die Zufahrt zum Touristenweg gesperrt, ebenso wie in Unterlosa am Meßbacher Weg an der Kreuzung Taltitzer Weg.
Aktuell sind 35 Fahrzeuge (einschließlich Hubschrauber) und 115 Einsatzkräfte Feuerwehren sowie der Wasserwacht Pirk, der Johanniter und der Polizei im Einsatz.
Der Löschhubschrauber hat bereits 2200 Liter Wasser abgeworfen. Es werden weitere Flüge durchgeführt, auch der zweite Hubschrauber wird bald eingesetzt.
Zum Einsatz kommen bei dem Brand aktuell zwei neue Hubschrauber aus Dresden, die erst am 25. Juni ausgeliefert wurden und am Mittwoch ihren zweiten Einsatz absolvieren. Der erste Einsatz war an der Gohrischheide.
Wasser wird aus der Talsperre Pirk entnommen. "Gestartet wird mit 500 Litern Wasser je Löschvorgang. Die Wassermenge kann auf bis zu 900 Liter erhöht werden", heißt es. Das ist abhängig vom Füllstand des Tanks. Bei vollem Tank kann er beispielsweise nur 500 Liter Wasser aufnehmen.
12. August, 8.47 Uhr: Sperrungen wegen Löscharbeiten
Aufgrund der Löscharbeiten musste ein Teilabschnitt der B173 auf Höhe der Abzweigung Thiergarten in Meßbach gesperrt werden.
Die Bundesstraße wurde am Mittwochmorgen wieder für den Verkehr freigegeben. Es ist jedoch laut der Stadt Plauen weiterhin mit Verkehrseinschränkungen durch Einsatzfahrzeige zu rechnen.
Die Kreuzung Unterlosaer Straße/Am Schwarzen Holz musste am Mittwochmorgen gesperrt werden. Auch am Touristenweg wurde eine Sperrung eingerichtet.
12. August, 6.35 Uhr: Feuer im Gebiet "Schwarzes Holz" weitestgehend unter Kontrolle
120 Feuerwehrleute sind seit Dienstagabend im Einsatz. Sie mussten zu Fuß anrücken, da das Gelände für Einsatzfahrzeuge nicht befahrbar ist.
Am Mittwochmorgen hieß es, dass das Feuer im Gebiet "Schwarzes Holz" durch die Löscharbeiten in der Nacht unter Kontrolle gehalten werden konnte.
"Betroffen sind aktuell etwa sieben Hektar Fläche, die sehr schwer zugänglich sind und sich teils in Hanglage mit viel Unterholz befinden. Um kurz vor 6 Uhr haben sich die Einsatzkräfte mit der Drohne ein aktuelles Bild der Lage verschafft. Es zeigt sich, dass die offenen Flammen deutlich eingegrenzt werden konnten", heißt es weiter.
Allerdings sei der Boden noch sehr heiß, deshalb werden die Löscharbeiten voraussichtlich noch länger andauern - mindestens den gesamten Mittwoch sowie auch voraussichtlich in der Nacht zur Kontrolle.
"Gegen 6 Uhr erfolgte eine erneute Alarmierung von Einsatzkräften zur Verstärkung der aktuell im Einsatz befindlichen Kräfte. Uns hilft aktuell, dass die Luft hier vor Ort sehr feucht und kühl ist, was einen positiven Effekt auf die Löscharbeiten hat", so René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung.
NINA-App schlägt Alarm
Laut dem Oberbürgermeister der Stadt Plauen, Steffen Zenner (57, CDU), seien keine Wohngebäude betroffen.
Er appelliert an die Bevölkerung: "Halten Sie sich bitte an die Regelungen, die wir Ihnen hier mitgegeben haben. Gehen Sie nicht in den Wald, Kein Feuer im Wald, keine Zigaretten im Wald, nicht mit dem Auto reinfahren. Es ist zu trocken. Wir haben zu wenig Regen. Und wir haben sehr viel Unterholz, das jetzt wie ein Zunder wirkt, wie ein Schwamm."
Bereits am Abend schlug auch die NINA-WarnApp Alarm. Anwohner im Radius von zwei Kilometern werden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch am Mittwochmorgen wird aufgrund der starken Rauchentwicklung gewarnt.
Gebiet des Waldbrandes weiträumig meiden!
Es wird darum gebeten, das Gebiet des Waldbrandes weiträumig zu meiden.
"Wir bitten alle Spaziergänger, Wanderer, Radfahrer und generell alle Personen, das Gebiet weiträumig zu meiden, da dies sonst auch den Einsatz der Löschhubschrauber behindern kann", so Dr. René Schreiter, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung.
Im Vogtland herrscht derzeit erhöhte Waldbrandgefahr. Im betroffenen Teil des Landkreises herrscht derzeit Waldbrandstufe 4.
Erstmeldung: 11. August, 20.41 Uhr; letzte Aktualisierung: 12. August, 14.35 Uhr
Titelfoto: Bildmontage: Stadt Plauen, Ellen Liebner
