Von Lena Klimkeit
Leipzig - Deutschland hat 25 Männer per Charterflug nach Afghanistan abgeschoben.
Es handele sich um Männer, die in Deutschland straffällig geworden seien, teilte das Bundesinnenministerium auf Anfrage mit.
Die Maschine startete nach Angaben eines Ministeriumssprechers in der Nacht in Leipzig und kam am Morgen in der afghanischen Hauptstadt Kabul an.
Die nun abgeschobenen Männer waren den Angaben nach in Deutschland wegen Totschlags, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden.
Grundlage ist eine direkte Vereinbarung mit den in Afghanistan herrschenden islamistischen Taliban, die der Bundesregierung regelmäßige Abschiebungen nach Afghanistan ohne Vermittlerstaaten ermöglicht.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (55, CSU) sagte, er sei "froh und dankbar", dass es eine Vereinbarung mit den Verantwortlichen in Afghanistan gebe, die "regelmäßig und regulär" solche Rückführungen erlaube. Dabei gebe es auch Einzelabschiebungen mit regulären Flügen.
Am Rande eines Treffens mit den Innenministern aus Luxemburg, Österreich und der Schweiz im luxemburgischen Burglinster sagte Dobrindt, man wolle "einen stärker funktionierenden Rückführungsmechanismus auf europäischer Ebene etablieren".