Flughafen München verliert Fluggäste: Kleine Airports in Bayern legen zu
Von Carsten Hoefer
München - Der europäische Luftverkehr insgesamt wächst trotz Irankriegs und hoher Kerosinpreise, doch für den Münchner Flughafen war das erste Halbjahr unerfreulich.
Nach neuen Zahlen des Statistischen Landesamts sank die Zahl der Starts und Landungen am zweitgrößten deutschen Flughafen auf 144.234, im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2025 ein kräftiger Rückgang um 8,2 Prozent.
Die Zahl der Passagiere, die in München ein-, aus- oder umstiegen, ging um 4,2 Prozent auf 18,9 Millionen zurück. Damit schnitt der Airport der bayerischen Landeshauptstadt schlechter ab als im deutschen und im europäischen Vergleich.
Denn die Fluggastzahlen auf dem Kontinent insgesamt legten nach Zahlen des Branchenverbands ACI Europe trotz Irankriegs und hoher Kerosinpreise zu. Die unter hohen Kosten leidenden deutschen Flughäfen verloren zwar im Saldo, doch waren die Einbußen im Schnitt geringer als in München.
In Bayern legten die beiden sehr viel kleineren Flughäfen Nürnberg und Memmingen sogar sehr kräftig zu: Nürnberg zählte zwei Millionen Fluggäste, ein Zuwachs um 6,3 Prozent. In Memmingen waren es 1,8 Millionen Passagiere, 7,8 Prozent mehr. Das Fürther Landesamt publizierte wie immer nur die Zahlen, ohne Kommentar zu den Ursachen.
Luftfahrtbranche klagt über hohe Kosten in Deutschland
Der Irankrieg hat im ersten Halbjahr sowohl den zivilen Luftverkehr in Richtung des Mittleren Ostens stark in Mitleidenschaft gezogen als auch die Kerosinpreise in die Höhe getrieben.
Abgesehen davon klagen Fluggesellschaften seit langem über hohe Kosten in Deutschland. Das betrifft vor allem die Luftverkehrssteuer, die Gebühren für die Flugsicherung und die Kosten der Sicherheit an den Flughäfen.
So hatte auch der größte deutsche Flughafen in Frankfurt im ersten Halbjahr einen Rückgang seiner Passagierzahlen um 0,8 Prozent verzeichnet. In München wollen Lufthansa und Flughafengesellschaft die Kapazitäten mit einem gemeinsamen Neubau trotz hoher Kosten stark ausbauen.
Die EU hat sich in der Luftfahrtbranche ebenfalls unbeliebt gemacht, weil sie seit 2025 beim Betanken der Flugzeuge die Beimischung "grünen Kerosins" vorschreibt - was allerdings nicht nur den deutschen Flugverkehr trifft. Das nicht aus Erdöl hergestellte Flugbenzin ist erheblich teurer als gewöhnliches Kerosin.
Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

