Von Alina Grünky, Jonas Reihl
Viernheim/Weinheim - Bei einem Flugzeugabsturz im hessischen Viernheim sind zwei Männer gestorben. Eine Frau und ein Kleinkind wurden schwerst verletzt. Sie befinden sich mittlerweile außer Lebensgefahr. Die Ursachensuche kann laut des Luftsportvereins Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.
Die Maschine habe sich am Sonntag im Anflug auf einen Flugplatz im baden-württembergischen Weinheim befunden, auf dem ein Luftsport-Sommerfest stattfand, wie das Polizeipräsidium Südhessen mitteilte.
Nach Angaben der Polizei starben ein 67 Jahre alter Mann, bei dem es sich wohl um den Piloten handelt, und ein 76 Jahre alter Passagier. Die 40 Jahre alte Frau und das dreijährige Kind wurden mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Lebensgefahr bestehe nach derzeitigem Kenntnisstand nicht, teilte die Staatsanwaltschaft am Montagvormittag mit. Drei Menschen im Flugzeug seien verwandt gewesen, sagte er. Der Pilot sei kein Familienangehöriger gewesen.
Das kleine, rot-weiße Flugzeug machte eine Bruchlandung auf einer Rasenfläche direkt neben einer Reihe von Büschen. Die vordere Hälfte wurde dabei nahezu vollständig zerstört.
Trümmerteile lagen rund um das Flugzeug verteilt. Unmittelbar hinter den Büschen befindet sich eine Startbahn des Flugplatzes, von der während der Unfallaufnahme noch weitere Maschinen starteten.
17 Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz
Der Oberbürgermeister der Stadt Weinheim, Michael Möslang (42, CDU), hatte am Sonntagabend gesagt: "Am heutigen Sommerfest des Luftsportvereins Weinheim hat sich ein tragisches Unglück ereignet."
Er spreche sein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl den Angehörigen des Unglücks aus.
Am Montag teilte er der Deutschen Presse-Agentur mit: "Der tragische Flugzeugabsturz hat mich tief erschüttert." Seine Gedanken und sein tief empfundenes Mitgefühl gelten in diesen Stunden den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und ihren Familien.
Nach Angaben von Mario Horvath vom Feuerwehr-Seelsorgeteam des Rhein-Neckar-Kreises, waren am Sonntagabend 17 Seelsorgerinnen und Seelsorger im Einsatz, sowohl an der Absturzstelle als auch am Gelände des Luftsportvereins.
Ursachensuche kann dauern
Zur Ursache werde aktuell vor Ort noch ermittelt. Dazu werden auch Sachverständige eingeschaltet, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte. Eine Obduktion der Toten sei zunächst nicht geplant.
Nach Angaben der Polizei befasst sich die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) mit der technischen Auswertung der Daten, um den Grund für das Unglück der Maschine beim Landeanflug in Weinheim herauszufinden.
"Es wird aber mehrere Wochen oder vielleicht sogar Monate in Anspruch nehmen, bis wir hier ein Ergebnis haben", sagte eine Sprecherin des betroffenen Luftsportvereins.
Im Standardvorgehen der Bundesstelle ist nach etwa zwei bis drei Monaten mit einem Zwischenbericht zu rechnen. Ein Abschlussbericht zur Unfallursache nimmt in Normalfällen rund ein Jahr in Anspruch. Laut BFU ist das der normale Ablauf bei Flugzeugabstürzen.
Erstmeldung: 6. September, 18.59 Uhr; zuletzt aktualisiert: 7. September, 14.55 Uhr.