Toiletten-Zoff über den Wolken: Passagier bricht in Tränen aus
Dublin (Irland) - Ein Routineflug von Marseille nach Dublin endete in einem bizarren Machtkampf und schließlich mit einem weinenden Passagier an Bord. Ein ranghoher Flugbegleiter von Aer Lingus soll einem Mann in seinen 30ern über längere Zeit den Gang zur Bordtoilette verweigert haben.
Der Vorfall ereignete sich am 9. April 2024 auf einem Flug von Aer Lingus. Wegen technischer Probleme war die Maschine bereits verspätet, wie The Irish Times berichtet.
Während des Tankvorgangs wollte der Passagier zur Toilette, doch der Flugbegleiter lehnte mit Verweis auf Sicherheitsvorschriften ab.
Nach dem Start versuchte der Passagier erneut aufzustehen, obwohl das Anschnallzeichen noch leuchtete.
Wieder wurde er zurückgeschickt. Eine Kollegin sagte später aus, es habe zwischen Ende des Tankvorgangs und dem Pushback durchaus ein Zeitfenster gegeben, in dem der Toilettengang möglich gewesen wäre.
Stattdessen soll der Flugbegleiter dem Mann deutlich gesagt haben: "Sie dürfen nicht auf die Toilette. Ich sage Ihnen, wann Sie gehen dürfen."
Die Situation im Flieger eskalierte immer weiter
Laut Aussagen der Workplace Relations Commission habe der Flugbegleiter verlangt, der Passagier müsse zunächst seine Bordkarte aushändigen, bevor er zur Toilette dürfe. Der Mann verweigerte dies.
Wie lange er letztlich warten musste, ist umstritten - von zehn Minuten bis zu 45 oder gar 50 Minuten war die Rede.
Eine weitere Flugbegleiterin erklärte, der Mann habe schließlich im hinteren Teil der Maschine die Toilette benutzt und dabei geweint.
In ihren zehn Jahren im Dienst habe sie noch nie erlebt, dass ein Mann dieses Alters wegen einer Auseinandersetzung mit der Crew in Tränen ausbreche.
Der betroffene Flugbegleiter wurde inzwischen entlassen und klagt gegen die Kündigung. Das Verfahren läuft.
Titelfoto: 123RF/TEA

