Von Elke Richter
München - Weniger als ein Drittel aller Menschen in Bayern schläft einer Umfrage zufolge regelmäßig sieben bis neun Stunden pro Nacht. 71 Prozent kommen hingegen nicht auf das medizinisch empfohlene Optimum, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag der AOK Bayern ergab.
Ein knappes Drittel schläft demnach weniger als sechs Stunden, fünf Prozent kommen sogar auf weniger als fünf Stunden. Männer und Frauen unterscheiden sich dabei kaum in ihrer Schlafdauer.
Unterschiede gibt es aber bei Beschwerden wie verzögertem Einschlafen oder zu frühem Aufwachen, worunter nach eigenen Angaben 62 Prozent aller Frauen und 52 Prozent aller Männer leiden.
In Summe gab mehr als die Hälfte aller Befragten (57 Prozent) an, in den vergangenen drei Monaten wiederkehrende oder anhaltende Schlafstörungen gehabt zu haben.
Ein knappes Drittel aller Menschen sind demnach ein oder mehrmals pro Woche von gestörtem Schlaf betroffen, 15 Prozent sogar fast jede Nacht.
Rund vier von fünf Betroffenen haben Probleme mit dem Durchschlafen, die Hälfte hat Probleme beim Einschlafen, und 43 Prozent beklagten ein frühes Erwachen. Während die Jüngeren eher schlecht einschlafen, schlafen Ältere oft schlecht durch.
"Schlafprobleme sind längst kein Randphänomen mehr", bilanzierte die AOK. Das Problem: "Gesunder Schlaf sorgt dafür, dass der Körper sich regeneriert, das Gehirn Erlebtes verarbeiten kann und man morgens erholt aufwacht."
Ausreichend Schlaf wichtig für Erholung
Reicht der Schlaf nicht aus, startet man schon müde und erschöpft in den Tag.
Entsprechend gaben in der Umfrage auch 45 beziehungsweise 42 Prozent der Betroffenen an, sich in ihrem Alltag wenig belastbar zu fühlen und bei der Arbeit oder im Studium nicht so leistungsfähig zu sein.
Nur elf Prozent spüren keine Auswirkungen ihrer Schlafprobleme auf Alltag, Gesundheit und Wohlbefinden.
Stress sowie psychische Belastungen im Alltag und im Beruf sind der Umfrage zufolge die Hauptursache für schlechten Schlaf. Auch eine unangenehme Raumtemperatur und körperliche Beschwerden beeinträchtigen die Nachtruhe.
"Ob und wie sich Stress auf den Schlaf auswirkt, ist von Mensch zu Mensch verschieden und hängt zum Beispiel von der individuellen Fähigkeit ab, Belastungen zu bewältigen", schilderte AOK-Expertin Annette Lutz.
Wichtig sei es, auf sich zu achten und zu erkennen, wenn Schlafprobleme zur Belastung werden. In Bayern hat bereits ein Viertel der Betroffenen ärztliche oder psychologische Beratung bei Schlafproblemen gesucht. Sechs Prozent nehmen verschreibungspflichtige Medikamente zum Einschlafen ein.