Sonnenfinsternis-Opfer warnt vor schrecklichen Folgen: Jennifer sieht immer noch verschwommen
Friesland (Niederlande) - Dass die Warnungen der Experten, eine Sonnenfinsternis auf gar keinen Fall ohne speziellen Schutz zu beobachten, keine lächerliche Panikmache ist, musste eine Frau (22) aus den Niederlanden zuletzt auf die harte Tour lernen.
Wenn am Mittwochabend die partielle Sonnenfinsternis viele nach draußen lockt, bleibt eine lieber im Haus: Jennifer Walgemoed aus Friesland in den Niederlanden. Die 22-Jährige hat Angst, dass sich ein kleiner Fehler von früher, der schlimme Auswirkungen auf ihr gesamtes Leben hatte, wiederholt. "Ich will nicht riskieren, dass noch mehr Schaden entsteht", so die junge Frau.
Vor fünf Jahren konnte man eine partielle Sonnenfinsternis über den Niederlanden bewundern. Auch Jennifer wollte sich das seltene Spektakel nicht entgehen lassen und warf einen Blick gen Himmel. "Nur kurz" und "gelegentlich", wie sie heute der niederländischen Tageszeitung "AD" versichert.
Sie ahnte nicht, dass selbst diese kurzen Blicke ohne eine geeignete Finsternisbrille, sie für immer zeichnen würden. Jennifer merkte nicht, welche zerstörerische Kraft die UV-Strahlung hatte, da unsere Netzhaut keine Schmerznerven besitzt.
Während sie die partielle Sonnenfinsternis beobachtete, erlitt ihre Netzhaut schlimme Verbrennungen. Als sie rund eine Stunde mit dem Fahrrad unterwegs war, sah die heute 22-Jährige plötzlich schwarze Flecken.
Während Sonnenfinsternis: Niederländerin erleidet Verbrennungen auf Netzhaut
Bei einem Arzt erhielt die Niederländerin dann die schockierende Diagnose: Der Blick in die Sonne hatte eine Narbe auf ihrer Netzhaut hinterlassen.
Fünf Jahre später sieht die junge Frau noch immer verschwommen - und eine Besserung ist wortwörtlich nicht in Sicht. Weder eine Brille noch eine Laserbehandlung würden helfen. "Das wird für immer so bleiben", sagt Jennifer.
Besonders schlimm traf es ihr rechtes Auge, da sie beim Bewundern der Sonnenfinsternis das andere zukniff. Dadurch hätte ihr rechtes Auge "die volle Wucht der Belastung" abbekommen.
Was das für ihren Alltag bedeutet, klingt mehr als unangenehm: Jennifer kann Objekte in der Ferne nur noch schwer erkennen, sie wirken für sie verzerrt. Auch schwarze Buchstaben auf weißem Hintergrund sind von Weitem für sie nur schwer zu entziffern, da sie in ihrer Wahrnehmung verblassen.
Da nun erneut eine partielle Sonnenfinsternis ansteht, die unter anderem bei uns in Deutschland zu sehen ist, mahnt Jennifer zur Vorsicht: "Im Ernst, schaut nicht ohne Schutzbrille hin. Nicht einmal 'nur kurz'."
Titelfoto: Bildmontage/123rf/ derzkiyen0t, SANKA VIDANAGAMA / AFP

