Nach Klage wegen Social-Media-Sucht: Meta und YouTube müssen Millionen zahlen

USA - Paukenschlag für Meta und YouTube! Die Konzerne müssen insgesamt rund 2,6 Millionen Euro zahlen, nachdem ein Gericht entschieden hat, dass einer Nutzerin durch die Plattformen Schaden zugefügt wurde.

Die Klägerin Kaley warf den Social-Media-Plattformen vor, so gestaltet zu sein, dass sie süchtig machen.  © Alicia Windzio/dpa

Denn eine junge Frau, die lediglich als KGM oder Kaley bekannt ist, hatte gegen die Social-Media-Apps geklagt. Sie gab an, die Plattformen seien während ihres Aufwachsens süchtig machend gewesen und hätten ihrer psychischen Gesundheit erheblich beeinträchtigt.

Das Gericht in der US-Stadt Los Angeles kam zu dem Schluss, dass Meta und Google, welchem YouTube gehört, durch süchtig machende Funktionen sowie bestimmte betriebliche Entscheidungen maßgeblich zum entstandenen Schaden beigetragen haben.

Es kam zu dem Entschluss, die Plattformen hätten fahrlässig gehandelt und Nutzer ungenügend über Risiken informiert.

Soziale Medien Social Media erst ab 14? Diese Bundesländer fordern Verbot

Laut People sind diese nun verpflichtet, rund 2,6 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen, wobei Meta rund 70 Prozent davon übernehmen muss. Zusätzlich sei entschieden worden, dass Meta und Google weiteren Strafschadenersatz wegen böswilligen Verhaltens oder Betrugs zahlen sollen - die genaue Höhe stehe noch nicht fest.

Besonders kritisiert wurden das Design und der Betrieb der Plattformen. In einem Statement von Meta hieß es: "Wir respektieren das Urteil, sind jedoch anderer Meinung und prüfen unsere rechtlichen Möglichkeiten. Die psychische Gesundheit von Jugendlichen ist äußerst komplex und kann nicht auf eine einzelne App zurückgeführt werden."

Anzeige

Kaley reichte die Klage gegen Social-Media-Plattformen bereits 2023 ein

Mark Zuckerberg (41) wies die Vorwürfe der Klägerin zurück.  © Andrej Sokolow/dpa

Auch Google äußerte sich: "Dieser Fall missversteht YouTube, das eine verantwortungsvoll entwickelte Streaming-Plattform ist und kein soziales Netzwerk."

KGM hatte die Klage gegen die Social-Media-Riesen bereits 2023 eingereicht. Sie wirft ihnen vor, die Apps bewusst süchtig machend gestaltet zu haben, was ihrer psychischen Gesundheit erheblich geschadet habe. Mit TikTok und Snapchat hatte sich die 20-jährige Klägerin bereits vor wenigen Monaten geeinigt.

Meta-CEO Mark Zuckerberg (41) widersprach den Behauptungen von KGM bereits vor einigen Wochen: "Wenn man etwas tut, das nicht gut für die Menschen ist, verbringen sie vielleicht kurzfristig mehr Zeit damit, aber langfristig werden sie es nicht nutzen, wenn sie unzufrieden sind. Ich versuche nicht, die Nutzungszeit künstlich zu maximieren."

Zudem stellte er klar, dass er die weit verbreitete Annahme nicht teilt, Algorithmen seien gezielt darauf ausgelegt, Nutzer möglichst lange an die Plattformen zu binden.

Mehr zum Thema Soziale Medien: