Seit Kindheit "anders": 25-Jährige versteckt jahrelang körperliches Handicap
New York (USA) - Was für viele Menschen wie ein stark einschränkendes Hindernis aussieht, ist für die 25-jährige Lexi Brooks aus der US-Großstadt New York zu einem ihrer markantesten Markenzeichen geworden.
Schon seit ihrer Geburt leidet die Sportmarketingassistentin an einer Gliedmaßenfehlbildung. Denn: An ihrer linken Hand fehlen alle Finger. Für Lexi ist das nicht schlimm. Bereits als Kind lernte die 25-Jährige, mit ihrer sogenannten "Dysmelie" umzugehen.
"Kinder haben ja keinen Filter, deshalb wurde mir schon recht früh – wahrscheinlich mit etwa vier Jahren – bewusst, dass ich anders war", erklärte sie gegenüber PEOPLE. So habe sie schon früh lernen müssen, Dinge anders zu bewältigen, als gewöhnliche Kids.
Doch Lexi blickt positiv auf ihre Fehlbildung. "Es hat auch meine Unabhängigkeit, Kreativität und Widerstandsfähigkeit auf eine Weise geprägt", sagte sie stolz. Vor allem ihre Besuche auf dem Spielplatz waren als Kind herausfordernd - aber nie unmöglich.
"Ich erinnere mich noch daran, wie ich in der Pause herausgefunden habe, wie man an Kletterstangen klettert, oder wie ich meine eigene Methode zum Seilspringen gefunden habe – Momente, die vielleicht unbedeutend erscheinen, aber damals für mich von großer Bedeutung waren", fügte die 25-Jährige hinzu.
Von Zeit zu Zeit schärften diese Momente ihr Selbstvertrauen. Auch ihr Vater Scott Brooks (60), NBA-Assistant Coach bei den Los Angeles Lakers, und ihre Mutter Sherry Silvey waren eine große Stütze für Lexi.
Der Schritt in die Öffentlichkeit war für Lexi Brooks eine schwierige Entscheidung
"Sie haben mir nie erlaubt, meine Gliedmaßenfehlbildung als Ausrede zu benutzen", erklärte die 25-Jährige. Stattdessen hätten ihre Eltern sie ermutigt, Dinge selbstständig herauszufinden. In ihrer Kindheit und Jugend versuchte Lexi, ihre Hand so gut es ging, zu verstecken. Doch: Vor rund neun Jahren hatte sie das Versteckspiel satt.
"Es ist anstrengend, ständig darüber nachzudenken, wie man seine Hand verstecken kann", beichtete sie im Interview. Daher entschloss sich Lexi im September 2017 für Social Media.
Zwar seien ihr die Auftritte, wie beispielsweise auf TikTok und Instagram, anfangs schwergefallen, mittlerweile fühle sie sich auf den öffentlichen Plattformen "wohl".
"Am meisten überrascht hat mich, wie viele Menschen mehr erfahren wollten – nicht nur über meine Gliedmaßenfehlbildung, sondern auch darüber, wie ich meinen Alltag bewältige", fügte Lexi hinzu.
Titelfoto: Fotomontage/Screenshot/Instagram/lexijordanbrooks