YouTuberin nach Corona-Fledermaus-Video verhaftet

Sakhon Nakhon (Thailand) - Der Shitstorm ist ihr geringstes Problem: Eine YouTuberin ist aktuell nicht nur Gesprächsthema Nummer eins auf der Videoplattform - sondern auch bei der Thai-Polizei. Der Grund: Sie filmte sich dabei, wie sie eine Schüssel Fledermaus-Suppe aß - randvoll mit einer geschützten Art, die Einige hinter der Corona-Pandemie vermuten. Jetzt droht ihr sogar der Knast.

Nichts für schwache Nerven: Die Lehrerin zerreißt erst die gekochte Fledermaus, bevor sie sie sich in den Mund steckt.
Nichts für schwache Nerven: Die Lehrerin zerreißt erst die gekochte Fledermaus, bevor sie sie sich in den Mund steckt.  © Screenshot/Facebook/sorrayuth9115

Es war nicht das erste Mal, dass sie sich beim Essen filmte: Auf ihrem YouTube-Kanal "Gin Zap Bep Nua Nua" - was so viel wie "Iss scharf und lecker" bedeutet - teilte Lehrerin Phonchanok Srisunaklua regelmäßig zahlreiche Rezepte, zeigte sich beim Kochen und Verköstigen.

Doch ihr viralster Clip wird wohl vorerst auch ihr letztes Video gewesen sein. Denn darin verspeist die studierte Lehrkraft eine nach eigenen Worten "köstliche" Fledermaus-Suppe.

"Wenn du sterben willst, stirb allein. Niemand wird es dir übel nehmen. Aber wehe, du löst eine Pandemie aus", hieß es in Kommentaren unter dem mittlerweile gelöschten Video. "Wenn du krank wirst, belästige nicht die Ärzte und Krankenschwestern", wütete ein anderer User.

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Wer hier auch nur Thai versteht: Zum Beginn der Corona-Pandemie kursierten Gerüchte, dass der Covid-19-Startschuss in der asiatischen Essgewohnheit Fledermaus-Suppe liegen könnte.

Die These wurde lange untersucht, konnte bislang aber nicht bestätigt werden.

Nicht Corona, aber nah dran

Und trotzdem: Das Fledermäuse Krankheiten übertragen, ist wohlbekannt. "Das ist ein sehr gefährliches Verhalten, weil Fledermäuse viele Krankheitserreger in sich tragen", erklärt auch der thailändische Wildtierarzt Pattaraphon Maneeon.

Schon das Berühren von Speichel, Blut und Haut werde als riskant angesehen, heißt es. So etwas wie im Video "sollte weder in Thailand noch irgendwo sonst auf der Welt passieren." Laut dem britischen Telegraph infizierten sich jährlich bis zu 400.000 Menschen allein in Südostasien und Südchina, nach einem solchen außergewöhnlichen Essen.

Lehrerin isst Fledermaus: Ekel-Video ruft Polizei auf den Plan

In der Schüssel der Thai-Lehrerin soll es sich um Exemplare der "Kleinen Asiatischen Hausfledermaus" gehandelt haben, die sie auf einem Markt nahe Laos gekauft haben will. Blöd nur, dass in der Region zahlreiche Flughunde hausen, die enge Verwandte des Corona-Auslösers Sars-CoV-2 in sich tragen.

Srisunaklua hat das Video mittlerweile gelöscht und sich in einem Neuen bei "Gesellschaft, Ärzten, Journalisten, Kollegen, Familie und Freunden" entschuldigt. Doch damit ist das Thema noch lange nicht vom (Ess-)Tisch.

Berichten zufolge wurde sie wegen des Verstoßes gegen das Gesetz zur Erhaltung und zum Schutz der Wildtiere sowie des Verstoßes gegen den Computer-Related Crimes Act von 2007 verhaftet. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Knast - oder eine Geldstrafe von umgerechnet knapp 13.500 Euro.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/sorrayuth9115

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