Nahost-Konflikt: Trump spricht von "produktiven" Gesprächen - Iran dementiert Verhandlungen

Iran - Angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump (79) an die iranische Führung zur Freigabe der Straße von Hormus ist die Lage in der Islamischen Republik angespannt.

Trump gab Irans Führung ursprünglich 48 Stunden, um die Straße von Hormus zu öffnen.
Trump gab Irans Führung ursprünglich 48 Stunden, um die Straße von Hormus zu öffnen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Die Machthaber in Teheran geben sich trotzig und drohen ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge. Die Börsen in Asien rutschten zum Handelsauftakt am Morgen deutlich ins Minus, auch der Ölpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort.

Schah-Sohn Reza Pahlavi appellierte an den US-Präsidenten, seine Drohung zu überdenken und zivile Infrastruktur im Iran bei Angriffen auf das Land zu verschonen.

Die Bewohner der Metropole Teherans leiden unter dem Krieg - manche fürchten ein Überleben der islamistischen Führung aber noch mehr.

Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord
Israel Krieg Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

23. März, 13.33 Uhr: Iran dementiert Verhandlungen mit den USA

Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington laufen.

Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.

Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten und verwies dabei auf "produktive Gespräche" über ein Ende der gegenseitigen Angriffe.

23. März, 12.34 Uhr: Trump verschiebt Ultimatum - "Produktive" Gespräche mit Iran

US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Worten angesichts produktiver Gespräche mit dem Iran über ein Ende der Kämpfe in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen.

Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

US-Präsident verschiebt sein Ultimatum und wies sein Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur im Iran auszusetzen.
US-Präsident verschiebt sein Ultimatum und wies sein Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur im Iran auszusetzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

23. März, 11.06 Uhr: Israels Außenministerium erhebt Vorwürfe gegen deutschen Botschafter

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert.

"Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen", schrieb Saar auf der Plattform X. "Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird." Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.

Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.

Der israelische Außenminister und sein Ministerium äußern sich wenig diplomatisch über den deutschen Botschafter.
Der israelische Außenminister und sein Ministerium äußern sich wenig diplomatisch über den deutschen Botschafter.  © Katharina Kausche/dpa

23. März, 11.04 Uhr: Iran kündigt an - Überraschungen warten auf den Feind

Der Iran hat im Krieg mit Israel und den USA nach eigener Darstellung noch nicht alle seine militärischen Kapazitäten ausgeschöpft.

"Der Feind soll wissen, dass neue Überraschungen auf dem Weg sind", sagte Abdullah Hadschi-Sadeghi, ein religiöser Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden.

Die Islamische Republik werde sich niemals ergeben, zitierte ihn die mit den Revolutionswächtern verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. "Wir sind in einer Schule erzogen worden, die Kapitulation als Erniedrigung betrachtet", sagte Hadschi-Sadeghi.

23. März, 10.10 Uhr: Hisbollah beansprucht mehr als 60 Angriffe in Israel für sich

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich beansprucht.

Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

Die ausgeweiteten Angriffe auf den erklärten Erzfeind Israel seien auch eine Antwort auf dessen "systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken" im Libanon.

Die israelische Armee greift im Libanon seit mehreren Tagen wichtige Brücken und Straßen an. Die Hisbollah-Miliz schlägt zurück.
Die israelische Armee greift im Libanon seit mehreren Tagen wichtige Brücken und Straßen an. Die Hisbollah-Miliz schlägt zurück.  © Mohammad Zaatari/AP/dpa

23. März, 6.13 Uhr: Neue Explosionen in Teheran nach israelischen Luftangriffen

Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet.

Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet.

In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten kurz darauf von "beispiellosen" Explosionen, vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz.

Aus der Hauptstadt Teheran werden "beispiellose" Explosionen gemeldet.
Aus der Hauptstadt Teheran werden "beispiellose" Explosionen gemeldet.  © Vahid Salemi/AP/dpa

22. März, 22.28 Uhr: Israel warnt vor wochenlangen Kämpfen im Nahostkrieg

Israel warnte seine Bürger davor, dass es noch wochenlang zu Kämpfen mit dem Iran kommen werde, nachdem Washington und Teheran einander mit der Zerstörung von Kraftwerken bzw. der Blockade von Öl- und Gasexporten gedroht hatten.

Die Rhetorik der gegenseitigen Vergeltung kam zu einem Zeitpunkt, als der Krieg, der von Drohnen- und Raketenangriffen im gesamten Nahen Osten geprägt war, die Energiepreise in die Höhe trieb und Befürchtungen um die Weltwirtschaft auslöste, in seine vierte Woche ging.

US-Präsident Donald Trump (79) drohte damit, die iranischen Kraftwerke lahmzulegen, falls die Straße von Hormus nicht für die Schifffahrt geöffnet wird – der Iran hingegen versprach, die Seestraße vollständig zu schließen, sollte Trump sein Ultimatum wahr machen, und unterband damit den wenigen verbliebenen Schiffsverkehr.

22. März, 22.13 Uhr: Israels Armee kündigt Ausweitung von Bodeneinsätzen im Libanon an

Israels Armee hat eine Ausweitung ihrer Bodeneinsätze gegen die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon angekündigt. "Der Einsatz gegen die Terrororganisation Hisbollah hat gerade erst begonnen", erklärte Armeechef Ejal Samir (59).

Es handelt sich um einen "langwierigen Einsatz". Die Armee bereite sich nun darauf vor, "die gezielten Bodeneinsätze und Angriffe entsprechend einem organisierten Plan voranzutreiben". Der Armeesprecher Effie Defrin (54) ergänzte, die Ausweitung der Bodeneinsätze würde in der kommenden Woche beginnen.

"Wir werden unsere Kontrolle am Boden ausweiten und unsere Manöver intensivieren, um direkte Angriffe auf unsere Ortschaften zu verhindern", kündigte Defrin an.

22. März, 21.18 Uhr: Neue Siedlergewalt im besetzten Westjordanland

Israelische Siedler haben nach palästinensischen Medienberichten erneut Dörfer im besetzten Westjordanland angegriffen. Im Umkreis der palästinensischen Städte Dschenin und Nablus seien Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt worden.

Es sei erheblicher Sachschaden entstanden. In einem Dorf südlich von Nablus sei das Gebäude des Dorfrats in Brand gesetzt worden. Nach Angaben der palästinensischen Hilfsorganisation Roter Halbmond wurden bei den verschiedenen Vorfällen insgesamt sieben Palästinenser verletzt.

Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, in der Nacht seien Soldaten und Polizeikräfte in mehrere palästinensische Dörfer im Westjordanland entsandt worden, "nachdem Meldungen eingegangen waren, dass israelische Zivilisten Brandstiftungen an Gebäuden und Eigentum begangen sowie Störungen in der Gegend verursacht hatten".

22. März, 21.09 Uhr: Ein Toter bei Beschuss in Israels Norden

Bei einem Vorfall im Norden Israels ist nach Angaben von Sanitätern mindestens ein Mensch getötet worden. Zwei Fahrzeuge seien in Misgav Am an Israels Grenze zum Libanon ausgebrannt, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

"Wir kamen am Einsatzort an und sahen zwei Fahrzeuge in Flammen stehen", erzählte ein Sanitäter. "Während der Löscharbeiten der Feuerwehrkräfte entdeckten wir einen Mann auf dem Fahrersitz. Wir führten medizinische Untersuchungen durch – er zeigte keine Lebenszeichen, und wir mussten seinen Tod feststellen."

Der libanesische TV-Sender Al-Manar berichtete, eine Raketensalve sei vom Libanon aus in Richtung Misgav Am abgefeuert worden.

Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete einen Toten. (Archivfoto)
Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom meldete einen Toten. (Archivfoto)  © GIL COHEN-MAGEN / AFP

22. März, 20.40 Uhr: Schah-Sohn Pahlavi fordert von Trump Umdenken bei Hormus‑Ultimatum

Schah-Sohn Reza Pahlavi (65) hat angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump (79) an den Iran ein Umdenken gefordert.

Trump solle sein Ultimatum im Konflikt um die Straße von Hormus überdenken und die zivile Infrastruktur bei Angriffen auf die islamische Führung im Iran verschonen, forderte Pahlavi auf der Plattform X.

"Das Regime muss demontiert werden, der Iran selbst aber geschützt bleiben", erklärte Pahlavi, den monarchistische Gruppen als politischen Anführer der Opposition betrachten.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

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