Nahost-Konflikt: Israels Armee dringt in Süd-Libanon ein

Iran - Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den eigenen Angriff auf den Iran nun zunehmend Israels Agieren in den Fokus.

Mitarbeiter des Zivilschutzes begutachten die Trümmer einer Polizeistation, nachdem diese im Rahmen der gemeinsamen amerikanisch-israelischen Militäraktion in Teheran getroffen wurde.
Mitarbeiter des Zivilschutzes begutachten die Trümmer einer Polizeistation, nachdem diese im Rahmen der gemeinsamen amerikanisch-israelischen Militäraktion in Teheran getroffen wurde.  © Vahid Salemi/AP/dpa

"Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung", sagte der republikanische Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson (54).

US-Außenminister Marco Rubio sagte gegenüber Journalisten: "Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde – und wir gingen davon aus, dass er angegriffen werden würde –, sofort gegen uns vorgehen würde."

"Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde", führte Rubio weiter aus.

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Die USA seien zu der Einschätzung gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie unter diesen Umständen nicht "präventiv" gegen den Iran vorgegangen wären. "Wir haben proaktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten." Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben.

Irans Außenminister wies die US-amerikanischen Vorwürfe zurück. Es habe nie eine sogenannte iranische Bedrohung gegeben, schrieb Abbas Araghtschi auf X. "Die USA sind im Namen Israels in einen Krieg ihrer Wahl eingetreten", schrieb der Minister. Dass amerikanisches und iranisches Blut vergossen werde, gehe auf das Konto derjenigen, die Israel an erste Stelle setzen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

3. März, 10.02 Uhr: Stiller Protest - Irans Fußballerinnen schweigen bei Hymne

Vor ihrer Partie beim Asien Cup haben Irans Fußballerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen.

Weder die Spielerinnen noch der Trainerstab sang mit, wie auf Bildern zu sehen war. Dass die Iranerinnen das Spiel gegen Südkorea mit 0:3 verloren, rückte angesichts der Eskalation im Nahen Osten in den Hintergrund.

Auch einige Fans auf den Tribünen trugen den Protest mit. Auf Bildern war zu sehen, wie viele Anhänger Flaggen aus der Zeit vor der islamischen Revolution 1979 hochhielten. Im Vergleich zur aktuellen Flagge ist in der Mitte kein rotes Emblem zu sehen, sondern ein goldener Löwe und eine Sonne.

Spielerinnen der Islamischen Republik Iran schweigen während der iranischen Nationalhymne beim Spiel des Asien Cup zwischen Südkorea und dem Iran.
Spielerinnen der Islamischen Republik Iran schweigen während der iranischen Nationalhymne beim Spiel des Asien Cup zwischen Südkorea und dem Iran.  © Dave Hunt/AAP/dpa

3. März, 9.56 Uhr: Drohnenangriffe treffen Rechenzentren von Amazon-Tochter

Drohnenangriffe im Zuge der militärischen Eskalation im Nahen Osten haben zwei Rechenzentren der Amazon-Tochter AWS (Amazon Web Services) in den Vereinigten Arabischen Emiraten direkt getroffen und beschädigt.

Zudem wurde nach Unternehmensangaben in Bahrain eine Einrichtung durch einen Einschlag in unmittelbarer Nähe beeinträchtigt.

Die Angriffe haben strukturelle Schäden und Unterbrechungen der Stromversorgung verursacht, wie AWS weiter mitteilte. Teils seien Löscharbeiten nötig gewesen, wodurch zusätzliche Wasserschäden entstanden sind. Man arbeite mit lokalen Behörden zusammen und priorisiere die Sicherheit der Mitarbeitenden.

3. März, 9.52 Uhr: Drohnenangriff vor Omans Küste gemeldet

Im Handelshafen von Dukm im Oman ist es erneut zu einem Drohnenangriff gekommen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf Sicherheitsquellen berichtete, wurden Treibstofftanks von mehreren Drohnen attackiert.

Verletzt wurde demnach niemand, die Schäden seien begrenzt. Zunächst war unklar, wer für den Angriff verantwortlich war.

Bereits am Sonntag war es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran am Samstag hat Teheran mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Im Oman selbst sind keine US-Stützpunkte. Häfen wie der in Dukm können aber vom US-Militär genutzt werden. Oman ist im Atomstreit zwischen den USA und Iran als Vermittler aufgetreten.

Rauch steigt von einem zerstörten Gebäude auf, das bei einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.
Rauch steigt von einem zerstörten Gebäude auf, das bei einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.  © Hussein Malla/AP/dpa

3. März, 9.32 Uhr: Erstes Flugzeug von Dubai unterwegs nach Frankfurt

Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges nun von Dubai nach Frankfurt am Main unterwegs.

Eine Sprecherin der Fraport, der Betreibergesellschaft des bundesweit größten Flughafens, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen: "Die Emirates ist in der Luft und kommt hier an." Laut der Fraport-Ankunftsseite im Internet wurde die Maschine am frühen Nachmittag in Frankfurt erwartet.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) bieten nach den Stornierungen in den ersten Tagen des Iran-Krieges nun Sonderflüge für gestrandete Passagiere an. Die Fluggesellschaft Emirates erklärte, zunächst Passagiere mit bereits bestehenden Buchungen bevorzugt zu berücksichtigen. Kundinnen und Kunden, die auf einen der eingeschränkt angebotenen Flüge umgebucht worden seien, würden direkt von ihr informiert.

3. März, 9.02 Uhr: Iran-Krieg lässt Ölpreise weiter steigen

Die Ölpreise haben am Dienstag im frühen Handel weiter zugelegt. Nach einem kräftigen Anstieg am ersten Handelstag nach dem Beginn des Iran-Kriegs legten die Preise zunächst bis zu rund drei Prozent zu, blieben aber unter dem Höchststand aus den ersten Handelsstunden am Montag.

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstag gegen 8 Uhr um drei Prozent oder 2,35 Dollar auf 80,09 Dollar. Steigende Rohölpreise verteuern üblicherweise auch Sprit und Heizöl für Verbraucher in Deutschland.

Am Montag war der Brent-Preis im frühen Handel bis auf 82,37 Dollar geklettert. Im Tagesverlauf bröckelte der Kurs wieder etwas ab - am Tagesende stand aber dennoch ein Plus von mehr als 5 Dollar oder rund sieben Prozent auf 77,74 Dollar auf dem Kurszettel. Beim Öl der US-Sorte WTI sah die Bewegung ähnlich aus. Hier legte der Preis am Dienstag im frühen Handel etwas mehr als zwei Prozent auf knapp 73 Dollar zu.

3. März, 8.49 Uhr: US-Botschaften in Golfstaaten bleiben nach Angriffen geschlossen

Nach weiteren Eskalationen im Iran-Krieg bleibt die US-Botschaft in Kuwait vorerst geschlossen. Alle regulären und auch die dringenden Konsulartermine seien abgesagt worden, teilte die Botschaft auf X mit.

Auch die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad bleibt heute geschlossen. Auch hier seien alle Termine abgesagt worden. Menschen in Saudi-Arabien wurden aufgerufen, die Umgebung des Botschaftsgebäudes vorerst zu meiden.

Die Botschaft in Riad war in der Nacht von iranischen Drohnen angegriffen worden. Nach saudischen Angaben sei es zu einem Brand gekommen. Auch an der Botschaft in Kuwait soll es zu einem Brand gekommen sein. Angesichts des Krieges hatte das US-Außenministerium Amerikaner in mehr als einem Dutzend Ländern in der Region bereits dazu aufgerufen, diese sofort zu verlassen.

3. März, 8.25 Uhr: Israels Armee dringt in Süd-Libanon ein

Das israelische Militär erklärte, es habe Soldaten an mehreren Orten im Südlibanon stationiert. In einer Mitteilung bezeichnete es dies als Maßnahme der "Vorwärtsverteidigung" entlang der Grenze.

"Wir haben zusätzliche Soldaten an weiteren Punkten im Grenzgebiet positioniert, um unsere Zivilisten zu schützen und zu verhindern, dass die Hisbollah sie angreift", sagte Militärsprecher Oberstleutnant Nadav Shoshani in einem separaten Briefing vor Journalisten.

"Dies ist keine Bodenoffensive. Es handelt sich um eine taktische Maßnahme, um die Sicherheit unserer Bevölkerung zu gewährleisten", fügte er hinzu.

Ein Feuerwehrmann löscht das Feuer an einem Gebäude, das bei einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.
Ein Feuerwehrmann löscht das Feuer an einem Gebäude, das bei einem israelischen Luftangriff getroffen wurde.  © Hussein Malla/AP/dpa

3. März, 8.19 Uhr: Hisbollah-Miliz meldet Angriffe auf drei israelische Militärstützpunkte

Nach israelischen Luftangriffen auf die libanesische Hauptstadt Beirut hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz eigenen Angaben zufolge drei Militärstützpunkte in Israel angegriffen.

"Als Reaktion auf die kriminelle israelische Aggression gegen Dutzende libanesischer Städte und Ortschaften" seien die Luftwaffenstützpunkte Ramat David und Meron im Norden Israels mit Drohnen angegriffen worden, erklärte die Hisbollah am Dienstag. Zudem sei die Militärbasis Nafah auf den von Israel besetzten Golan-Höhen mit Raketen beschossen worden.

Die israelische Armee hatte zuvor zeitgleiche Luftangriffe auf militärische Ziele in Beirut und die iranischen Hauptstadt Teheran gemeldet. Videoaufnahmen zeigten eine große Rauchwolke, die über Beirut aufstieg.

Rauch steigt auf von israelischen Luftangriffen in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut.
Rauch steigt auf von israelischen Luftangriffen in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut.  © Hussein Malla/AP/dpa

3. März, 7.56 Uhr: Tui plant Rückholung von Urlaubern aus dem Nahen Osten

Der Reisekonzern Tui rechnet mit der Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden binnen einiger Tage. Geplant sei, die Urlauber mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen, sagte Vorstandschef Sebastian Ebel. Eine konkrete Zahl nannte er nicht.

"Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können", sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien "standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen".

"Wir sind mit fast 100 Prozent der Gäste über die App in Kontakt", sagte Ebel. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. "Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen." Er gehe jedoch davon aus, dass es "etwas ist, was einige Tage dauern wird".

3. März, 7.33 Uhr: Schwere Bombardierung erschüttern Teheran und Vororte

Die iranische Hauptstadt Teheran ist erneut von schweren Bombardierungen erschüttert worden.

Auch am Rand der östlichen Pendlerstadt Pardis schlugen rund ein Dutzend Raketen ein, wie iranische Medien berichteten. In den Hochhäusern der Neubaugebiete zitterten die Fenster, wie Bewohner der Deutschen Presse-Agentur berichteten.

Auf Videos in sozialen Medien waren graue Rauchschwaden über den Hügeln am Rand des Albors-Gebirges zu sehen.

Eine Straße voller Rauch nach einer Explosion in Teheran.
Eine Straße voller Rauch nach einer Explosion in Teheran.  © Mohsen Ganji/AP/dpa

3. März, 6.26 Uhr: Weitere militärische Infrastruktur im Iran laut USA zerstört

Die US-Streitkräfte haben bei anhaltenden Angriffen im Iran eigenen Angaben nach weitere militärische Infrastruktur ins Visier genommen.

Zerstört worden seien Kommando- und Kontrollzentren der iranischen Revolutionsgarden, iranische Luftabwehrkapazitäten, Raketen- und Drohnenabschussbasen sowie Militärflugplätze, wie das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mitteilte. "Wir werden weiterhin entschlossen gegen unmittelbare Bedrohungen durch das iranische Regime vorgehen", hieß es.

3. März, 6.11 Uhr: Auch USA und Iran kündigen Ausweitung der Angriffe an

Die USA wollen ihre eigenen Attacken im Iran nach den Worten von US-Präsident Trump deutlich verstärken. "Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen", sagte er dem Sender CNN. "Die große Welle kommt bald." Er gehe von etwa vier bis fünf Wochen Krieg aus.

Notfalls könne es aber auch länger dauern. Der Iran wäre nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen auch US-Territorium zu treffen.

Auch der Iran kündigte eine Ausweitung der Angriffe an. Die Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht der Islamischen Republik, feuerten nach eigenen Angaben seit Beginn des Kriegs Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion ab.

Die US-Botschaft in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad wurde nach vorläufigen saudischen Angaben von zwei Drohnen angegriffen. Es sei ein "begrenztes Feuer" ausgebrochen, aber nur geringer Sachschaden entstanden, teilte das Verteidigungsministerium mit. Acht weitere Drohnen seien nahe Riad und Al-Chardsch, rund 80 Kilometer südlich, abgefangen und zerstört worden. Das US-Außenministerium ruft wegen der Eskalation die eigenen Landsleute in mehr als einem Dutzend Ländern im Nahen Osten auf, diese sofort zu verlassen.

Trümmer und beschädigte Gebäude sind nach einem Angriff auf eine Polizeistation während in Teheran zu sehen.
Trümmer und beschädigte Gebäude sind nach einem Angriff auf eine Polizeistation während in Teheran zu sehen.  © Vahid Salemi/AP/dpa

3. März, 6.10 Uhr: Israel greift im Iran und im Libanon weiter an

Die israelische Armee hatte zuvor nach eigenen Angaben bei einer weiteren Angriffswelle die staatliche iranische Rundfunkanstalt IRIB in der Hauptstadt Teheran bombardiert.

Der Chef des Senders bestätigte den Angriff zwar, betonte aber zugleich, der Sendebetrieb gehe weiter. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts mitgeteilt. Die iranischen Behörden haben das Internet nach Beginn der israelisch-amerikanischen Luftangriffe am Samstag gesperrt.

Die israelische Armee griff zudem in der Nacht erneut im Libanon an. Ziel seien Kommandozentralen und Waffenlager der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz in der Hauptstadt Beirut, teilte die Armee mit. Als Reaktion auf die Tötung des obersten Führers des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, hatte die Hisbollah in der vorherigen Nacht Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär greift seitdem Ziele in dem nördlichen Nachbarland an, darunter in Beirut.

Rauch steigt auf von israelischen Luftangriffen in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut.
Rauch steigt auf von israelischen Luftangriffen in Dahieh, einem südlichen Vorort von Beirut.  © Bilal Hussein/AP/dpa

3. März, 6.09 Uhr: Vance sagt, Machtwechsel im Iran ist nebensächlich

US-Vizepräsident JD Vance sagte dem Sender Fox News, in einer "perfekten Welt" würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den USA zu kooperieren.

Das vorrangige Ziel von US-Präsident Donald Trump sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere, sagte er.

Israel hatte den Iran bereits im Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine Woche später dem Verbündeten angeschlossen und die iranischen Atomanlagen bombardiert.

"Man könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt, aber das haben sie nicht, denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel angeht, Amerika zu zerstören", behauptete der israelische Ministerpräsident Netanjahu beim US-Fernsehsender Fox News.

Der US-Vizepräsident JD Vance (41).
Der US-Vizepräsident JD Vance (41).  © Kevin Lamarque/Pool Reuters/dpa

3. März, 6 Uhr: Angriff auf den Iran war laut Netanjahu unumgänglich

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte dem US-Fernsehsender Fox News: "Der Grund, warum wir jetzt handeln mussten", sei, dass der Iran nach den Bombardierungen seiner Atomanlagen und seiner Raketenarsenale im vergangenen Jahr mit dem Bau "neuer Anlagen, unterirdischer Bunker" begonnen habe.

Das Raketen- und "Atombombenprogramm" wäre sonst "innerhalb von Monaten" unangreifbar gewesen, behauptete Netanjahu. Wenn man jetzt nicht gehandelt hätte, "hätte man in Zukunft nichts mehr tun können."

Die US-Regierung habe wegen Israels Entschlossenheit zum Angriff eine schwierige Entscheidung treffen müssen, sagte Johnson nach einem Iran-Briefing. Er sei überzeugt, dass die US-Regierung das Richtige getan habe. "Das Ziel war nicht ein Regimewechsel", sagte Johnson. Vielmehr stünden die Zerstörung des iranischen Raketenprogramms sowie der iranischen Marine im Fokus.

2. März, 22.27 Uhr: Zwei weitere US-Einsatzkräfte im Krieg mit dem Iran getötet

Beim US-Militäreinsatz gegen den Iran ist die Zahl getöteter US-Einsatzkräfte von vier auf sechs gestiegen. Die Streitkräfte hätten die Überreste zwei vermisster Soldaten aus einer Einrichtung geborgen, die während der ersten Angriffe des Iran in der Region getroffen worden sei, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit.

Wie das US-Kommando weiter mitteilte, dauern die Kämpfe in der Region an. Die Identität der Gefallenen werde nach der Benachrichtigung der Angehörigen noch 24 Stunden lang zurückgehalten.

2. März, 22.20 Uhr: EU sagt wegen Krieg weiteres Ministertreffen in Zypern ab

Die EU verschiebt wegen des Iran-Kriegs ein weiteres in Zypern geplantes Ministertreffen. Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, werden die Kulturminister nicht wie ursprünglich vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer zusammenkommen. Zuvor war bereits ein für diesen Montag und Dienstag terminiertes Europaministertreffen abgesagt worden.

Hintergrund der Entscheidung sind die Sicherheitslage und mögliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs in der Region durch den Iran-Krieg.

Das Tor des britischen Luftwaffenstützpunkts RAF Akrotiri bei Sonnenuntergang, nachdem er am frühen Morgen von einer Drohne getroffen worden war.
Das Tor des britischen Luftwaffenstützpunkts RAF Akrotiri bei Sonnenuntergang, nachdem er am frühen Morgen von einer Drohne getroffen worden war.  © Petros Karadjias/AP/dpa

2. März, 22.17 Uhr: Golestan-Palast in Teheran offenbar durch US-israelische Angriffe teilweise beschädigt

Der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Golestan-Palast in Teheran ist iranischen Medienberichten zufolge bei US-israelischen Angriffen teilweise beschädigt worden. Fenster, Türen und Spiegel seien von den Druckwellen durch den Angriff am Sonntagabend getroffen worden, meldeten die Nachrichtenagenturen Isna und Mehr am Montag.

Der Palast sei "durch Trümmer und durch die Druckwelle eines Luftangriffs auf den Arag-Platz" in Teheran beschädigt worden, erklärte die Unesco mit Sitz in Paris. Sie äußerte ihre "Besorgnis über den Schutz der Kulturerbestätten angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten". Weiter erklärte die Organisation, sie habe "allen betroffenen Parteien die geografischen Koordinaten der Stätten auf der Welterbeliste sowie der Stätten von nationaler Bedeutung mitgeteilt, um mögliche Schäden zu vermeiden".

2. März, 22.13 Uhr: Auf britischen Stützpunkt auf Zypern abgefeuerte Drohnen offenbar im Libanon gestartet

Die auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern abgefeuerten iranischen Drohnen sind nach Angaben aus zyprischen Regierungskreisen im Libanon gestartet worden.

Es sei bestätigt, dass die Drohnen – von denen eine eine Landebahn getroffen hatte – vom Libanon aus gestartet seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus zyprischen Regierungskreisen. "Höchstwahrscheinlich" seien sie von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon gestartet worden.

2. März, 21.38 Uhr: Iran hat laut US-Militär keine Schiffe mehr im Golf von Oman

Die iranische Führung hat nach Angaben des US-Militärs keine Schiffe mehr im Golf von Oman.

Vor zwei Tagen seien es noch elf Schiffe gewesen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mit. "Das iranische Regime hat jahrzehntelang die internationale Schifffahrt im Golf von Oman schikaniert und angegriffen. Diese Zeiten sind vorbei." US-Streitkräfte würden die Freiheit der Seeschifffahrt weiterhin verteidigen.

2. März, 21.17 Uhr: Golfstaaten verurteilen iranische Angriffe - Putin will vermitteln

Mehrere Golfstaaten haben die Welle von Vergeltungsangriffen des Iran im Nahen Osten als völkerrechtswidrig verurteilt. Die iranischen Angriffe seien eine "äußerst schwerwiegende" Verletzung des internationalen Rechts, erklärten die sechs Länder des Golf-Kooperationsrats Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Jordanien am Montag beim UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Angriffe Teherans bedrohten die regionale Stabilität.

Die Lage in der Region war nach russischen Angaben auch Thema mehrerer Telefonate des russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) mit mehreren Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten. Wie der Kreml mitteilte, sprach Putin am Montag mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman sowie mit den Staatenlenkern der Emirate, Katars und Bahrains.

Im Gespräch mit seinem emiratischen Kollegen Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan bot Putin demnach unter anderem an, die Bedenken Abu Dhabis hinsichtlich iranischer Vergeltungsschläge an Teheran weiterzuleiten. Zudem wolle er zur Stabilisierung der Lage in der Region beitragen.

Titelfoto: Hussein Malla/AP/dpa

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