Hannover-OB unterstützt Forderungen von "Letzte Generation"-Aktivisten

Hannover - Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (42, Grüne) unterstützte jetzt in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag Aktivisten von der "Letzten Generation".

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (42, "Grüne") sprach mit "Letzte Generation"-Aktivisten und unterstützt viele ihrer Forderungen.
Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (42, "Grüne") sprach mit "Letzte Generation"-Aktivisten und unterstützt viele ihrer Forderungen.  © Michael Matthey/dpa

Die Aktivisten hatten sich im Rahmen der zahlreichen Aktionen in Hannover in einem offenen Brief an OB Onay gewandt. Dieser reagierte wiederum mit einem Gesprächsangebot, mit der Bitte die Proteste zu beenden.

"Zudem habe ich darauf hingewiesen, dass Störungen demokratischer Institutionen, wie der Regionsversammlung in Hannover, und an sie gerichtete Ultimaten einem konstruktiven Austausch entgegenstehen", schrieb der 42-Jährige.

Es folgten Gespräche zwischen Aktivisten und dem OB.

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In diesen herrschte demnach Einigkeit darüber, "dass die Klimakrise die Existenz der Menschheit, ihrer Gesundheit, ihre Sicherheit und ihre Ernährung akut gefährdet und die Erderhitzung unbedingt auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden muss, um diese katastrophalen Folgen abzuwenden."

Onay teile die Einschätzung der Wissenschaft und der "Letzten Generation", dass die aktuellen Maßnahmen nicht ausreichen würden, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, die nötig seien, um die existenzbedrohende Klimakrise abzuwenden.

Oberbürgermeister unterstützt Forderung nach einem Tempolimit

Klimaaktivisten der "Letzten Generation" blockieren eine Straße in Hannover.
Klimaaktivisten der "Letzten Generation" blockieren eine Straße in Hannover.  © Julian Stratenschulte/dpa

Unbestritten sei, dass der Verkehrssektor einen höheren Beitrag dafür leisten müsse, den Treibhausgas-Ausstoß zu reduzieren.

"Als Oberbürgermeister unterstütze ich die Forderung der 'Letzten Generation' nach einem Tempolimit auf bundesdeutschen Autobahnen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Deutschland als einziges Land innerhalb Europas diese Maßnahme nicht umsetzt – das ginge sofort, ist kostenlos und wäre ein wesentlicher Beitrag für mehr Klimaschutz und Verkehrssicherheit."

Außerdem befürworte er ein günstigeres, bundesdeutsches Nahverkehrsticket.

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Er hoffe auf die Unterstützung der Fraktionsvorsitzenden im Deutschen Bundestag "im Sinne eines wirksamen Klimaschutzes und um die Proteste in unseren Städten zu beenden".

Theodor Schnarr (32), Sprecher der "Letzten Generation", ordnete die Stellungnahme so ein: "Ziviler Widerstand ist einmal mehr von Erfolg gekrönt. Würde die Bundesregierung der existenziellen Bedrohung des Klimakollaps mit derselben Vernunft begegnen, wie die Stadt Hannover, wären wir beim Schutz der Bevölkerung einen großen Schritt weiter."

In der niedersächsischen Landeshauptstadt sollen die Proteste der "Letzten Generation" vorerst ausgesetzt werden.

Titelfoto: Michael Matthey/dpa, Julian Stratenschulte/dpa

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